{"id":41427,"date":"2013-05-24T09:14:13","date_gmt":"2013-05-24T07:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=41427"},"modified":"2013-05-24T09:14:13","modified_gmt":"2013-05-24T07:14:13","slug":"vii-r-26-11-tarifierung-eines-thermisch-behandelten-naturphosphats-widerruf-einer-verbindlichen-zolltarifauskunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-11-tarifierung-eines-thermisch-behandelten-naturphosphats-widerruf-einer-verbindlichen-zolltarifauskunft\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;26\/11 &#8211; Tarifierung eines thermisch behandelten Naturphosphats &#8211; Widerruf einer verbindlichen Zolltarifauskunft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.3.2013, VII R 26\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Tarifierung eines thermisch behandelten Naturphosphats &#8211; Widerruf einer verbindlichen Zolltarifauskunft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>F&uuml;hrt eine thermische Behandlung eines Naturphosphats allein nicht zur Herstellung des als Futtermittel verwendbaren Calciumphosphats, sondern bewirkt erst die Zuf&uuml;hrung von Phosphorpentoxid und Natriumoxid die Ver&auml;nderung der Kristallstruktur des Naturphosphats und damit die Entstehung des zu tarifierenden Endprodukts, so scheitert die Einreihung der Ware in die Pos. 3103 KN.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) f&uuml;hrt seit 1992 ein als entfluoriertes Calciumphosphat bezeichnetes Produkt in die Europ&auml;ische Union ein. Die Warenbeschreibung in der zuletzt erteilten verbindlichen Zolltarifauskunft (vZTA) lautet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Die als entfluoriertes Calciumphosphat bezeichnete Ware wird aus Naturphosphat mit Apatitstruktur durch Gl&uuml;hen im Drehrohrofen bei Temperaturen oberhalb 1250&deg;C unter Zusatz geringer Mengen Phosphors&auml;ure und Soda hergestellt. Zusammensetzung (Angaben): min. 41,5&nbsp;% P2O5, min. 42-44&nbsp;% CaO, ca. 6,5-7,2&nbsp;% Na2O, max. 0,2&nbsp;% F. Der Gl&uuml;hverlust betr&auml;gt weniger als 1&nbsp;%. Weitere vertrauliche Angaben liegen vor. Die Ware kann als mineralisches Einzelfuttermittel, D&uuml;ngemittel und als Rohstoff (Phosphortr&auml;ger) in der chemischen Industrie verwendet werden. Sie wird in feink&ouml;rniger und in mehliger Form mit grauer bis brauner Farbe gehandelt. Danach handelt es sich um ein nat&uuml;rliches Phosphat, ger&ouml;stet, gebrannt oder weitergehend thermisch behandelt, als zum Entfernen von Verunreinigungen erforderlich. Derartige Erzeugnisse geh&ouml;ren als andere mineralische oder chemische Phosphatd&uuml;ngemittel zur Pos.&nbsp;3103, auch wenn sie nicht als D&uuml;ngemittel verwendet werden. Handelsbezeichnung (&#8230;) Entfluoriertes Calciumphosphat; Hauptbestandteil Ca5Na2(PO4)4 Phase A&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Seit dem Jahr 2000 waren der Kl&auml;gerin drei vZTA erteilt worden, mit denen diese Ware in die Pos.&nbsp;3103 der Kombinierten Nomenklatur (KN) eingereiht worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter dem 24.&nbsp;Oktober 2000 erlie&szlig; die Kommission die Verordnung (EG) Nr.&nbsp;2354\/2000 (VO Nr.&nbsp;2354\/2000) zur Einreihung von bestimmten Waren in die Kombinierte Nomenklatur (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr.&nbsp;L&nbsp;272\/10). Danach ist in die Unterpos. 2309&nbsp;90&nbsp;97&nbsp;KN einzureihen eine &quot;Tierfutterzubereitung, hergestellt durch eine bei hoher Temperatur erfolgte chemische Reaktion eines Apatit-, Phosphors&auml;ure- und Natriumcarbonat- oder Natriumhydroxid-Gemisches. Das Erzeugnis ist entfluoriert und besteht haupts&auml;chlich aus einer Mischung von Calcium- und Calcium-Natrium-Phosphaten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 16.&nbsp;November 2007 erteilte die Oberfinanzdirektion (OFD) A der Kl&auml;gerin eine vZTA, mit der sie die Ware in die Unterpos. 3103&nbsp;90&nbsp;00 KN einreihte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Februar 2009 wies das Bundesfinanzministerium auf die VO Nr.&nbsp;2354\/2000 hin und forderte die Zollbeh&ouml;rden auf, die vZTA, die Erzeugnisse betr&auml;fen, die mit denen der VO Nr.&nbsp;2354\/2000 vergleichbar seien, zu &uuml;berpr&uuml;fen. Daraufhin widerrief der inzwischen zust&auml;ndige Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) mit Bescheid vom 28.&nbsp;Mai 2009 die vZTA vom 16.&nbsp;November 2007 gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 des Zollkodex (ZK) mit der Begr&uuml;ndung, die Einreihungsauffassung habe sich ge&auml;ndert und wies darauf hin, dass ggf. eine neue vZTA beantragt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage gegen den Widerruf st&uuml;tzte die Kl&auml;gerin darauf, dass die streitgegenst&auml;ndliche nicht mit der in der VO Nr.&nbsp;2354\/2000 beschriebenen Ware identisch sei. Insbesondere handele es sich nicht um eine Mischung nach chemischen Grunds&auml;tzen, vielmehr liege eine nichtst&ouml;chiometrische Verbindung vor, die nicht wieder durch physikalische Methoden in ihre einzelnen Komponenten zerlegt werden k&ouml;nne. Als mineralisches D&uuml;ngemittel, das auch als Einzelfuttermittel oder als Rohstoff in der chemischen Industrie verwendet werden k&ouml;nne, falle das Erzeugnis unter die Pos.&nbsp;3103 KN.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Der Widerruf der unter dem 16.&nbsp;November 2007 erteilten vZTA sei rechtm&auml;&szlig;ig. Die Voraussetzungen f&uuml;r den Erlass der vZTA seien von Anfang an nicht erf&uuml;llt gewesen, weil die OFD A als erteilende Zollbeh&ouml;rde die VO Nr.&nbsp;2354\/2000 nicht beachtet habe und sich die Tarifierung vor dem Hintergrund dieser Verordnung als unzutreffend darstelle. Die streitgegenst&auml;ndliche Ware entspreche der in der Verordnung beschriebenen Tierfutterzubereitung. Das Endprodukt, entfluoriertes Calciumphosphat, Hauptbestandteil Ca5Na2(PO4)4 Phase A, sei bei hoher Temperatur durch eine chemische Reaktion i.S. der VO Nr.&nbsp;2354\/2000 aus drei verschiedenen chemischen Substanzen entstanden. Die verwendeten Begriffe (Mischung, Gemisch) seien nur im untechnischen Sinne als Zusammenf&uuml;gung von Bestandteilen zu verstehen, die sodann chemisch miteinander reagieren. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt sie vor: Das FG habe die Klage gegen den Widerruf der vZTA zu Unrecht abgewiesen. In der vZTA vom 16.&nbsp;November 2007 sei die Ware zutreffend in die Pos. 3103 KN eingereiht worden. Die streitige Ware entspreche der Beschreibung in der Anm.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;2 zu Kap.&nbsp;31 KN, wonach zur Pos. 3103 KN nat&uuml;rliche Phosphate der Pos. 2510 KN geh&ouml;rten, die ger&ouml;stet, gebrannt oder weitergehend thermisch behandelt seien, als zum Entfernen von Verunreinigungen erforderlich. Anders als das in VO Nr.&nbsp;2354\/2000 beschriebene Produkt werde das vorliegende Erzeugnis nicht durch eine chemische Reaktion von Apatit mit Natriumverbindungen und Phosphors&auml;ure, sondern in einem Gl&uuml;hvorgang durch Einlagerung in einer Vorstufe gebildeter Natriumphosphate in die Apatitstruktur hergestellt. Auch entstehe es nicht durch eine Reaktion eines Apatit-, Phosphors&auml;ure- und Natriumcarbonat- oder Natriumhydroxid-Gemisches und es handele sich bei der Ware nicht um eine Mischung von Calcium- und Calcium-Natrium-Phosphaten. Es handele sich vielmehr um ein gesintertes homogenes Produkt, eine nichtst&ouml;chiometrische Verbindung. Schlie&szlig;lich sei das Endprodukt trotz der Zuf&uuml;hrung geringer Mengen von Natriumphosphat ein &quot;nat&uuml;rliches&quot; Phosphat. &quot;Nat&uuml;rlich&quot; i.S. der Pos. 3103 KN sei nicht als &quot;naturbelassen&quot; zu verstehen. Auch die niederl&auml;ndische Tarifkommission (Rechtssache Nr.&nbsp;0266\/95 TC vom 24.&nbsp;August 1999) habe die n&auml;mliche Ware in die Unterpos.&nbsp;3103&nbsp;90&nbsp;00 KN und nicht gem&auml;&szlig; der seinerzeit geltenden VO (EG) Nr.&nbsp;1533\/92 in die Pos.&nbsp;2309 KN eingereiht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA verweist zur Begr&uuml;ndung zun&auml;chst darauf, dass nach Anm.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;2 zu Kap.&nbsp;31 KN <span style=\"text-decoration:underline\">nur<\/span> nat&uuml;rliche Phosphate ohne Zus&auml;tze geh&ouml;rten, so dass das zu tarifierende entfluorierte Calciumphosphat, das aus Naturphosphat mit Apatitstruktur unter Zusatz von Phosphors&auml;ure und Soda hergestellt werde, nicht darunter fallen k&ouml;nne. Die EinreihungsVO Nr.&nbsp;2354\/2000 h&auml;lt es f&uuml;r einschl&auml;gig, zumal die Ware nicht nur als D&uuml;ngemittel, sondern auch als Futtermittel verwendbar sei. Im &Uuml;brigen h&auml;lt es dem Revisionsvorbringen sinngem&auml;&szlig; entgegen, die VO Nr.&nbsp;2354\/2000 enthalte keine ausf&uuml;hrliche Beschreibung der Reaktionsf&uuml;hrung, der Herstellungsvorgang werde nicht in seine einzelnen Schritte aufgeteilt, sondern ganzheitlich als eine Reaktion angesehen. Den Begriff &quot;Mischung&quot; verwende die VO Nr.&nbsp;2354\/2000 nicht ausschlie&szlig;lich im Sinne einer mechanischen Mischung, vielmehr erfasse er auch nichtst&ouml;chiometrische Verbindungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist zul&auml;ssig, aber nicht begr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG ist rechtsfehlerfrei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Widerruf der vZTA rechtm&auml;&szlig;ig war, weil die als entfluoriertes Calciumphosphat bezeichnete Ware nicht, wie in der vZTA festgelegt, in die Unterpos.&nbsp;3103&nbsp;90&nbsp;00 der hier ma&szlig;geblichen VO (EWG) Nr.&nbsp;2658\/87 des Rates vom 23.&nbsp;Juli 1987 &uuml;ber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif i.d.F. der Verordnung (EG) Nr.&nbsp;1549\/2006 der Kommission vom 17.&nbsp;Oktober 2006 (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union Nr.&nbsp;L&nbsp;301\/1) einzureihen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das HZA und das FG haben die Rechtsgrundlage f&uuml;r den Widerruf der vZTA zutreffend in Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 ZK gesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiernach wird eine beg&uuml;nstigende Entscheidung widerrufen, wenn in anderen als in den in Art.&nbsp;8 ZK bezeichneten F&auml;llen eine oder mehrere Voraussetzungen f&uuml;r ihren Erlass nicht erf&uuml;llt waren oder nicht mehr erf&uuml;llt sind. Die vZTA, ein Unterfall der verbindlichen Auskunft i.S. des Art.&nbsp;12 ZK, erf&uuml;llt die Begriffsmerkmale einer Entscheidung i.S. des Art.&nbsp;4 Nr.&nbsp;5 ZK. Ihre beg&uuml;nstigende Wirkung f&uuml;r den Berechtigten ergibt sich aus der Bindung der Zollbeh&ouml;rden aller Mitgliedstaaten der Gemeinschaft hinsichtlich der zolltariflichen Einreihung (Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;1&nbsp;ZK). Erweist sich eine vZTA nach ihrer Erteilung als fehlerhaft, ohne dass eine R&uuml;cknahme nach Art.&nbsp;8 ZK in Betracht kommt, ist die erteilende Zollbeh&ouml;rde verpflichtet, sie zu widerrufen, auch wenn der Antragsteller f&uuml;r die Unrichtigkeit der Tarifierung keine Ursache gesetzt hat (vgl. den Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2004 VII&nbsp;R&nbsp;20\/01, BFH\/NV 2004, 1305).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat weiter zutreffend entschieden, dass die der Kl&auml;gerin erteilte vZTA von Anfang an so nicht h&auml;tte ergehen d&uuml;rfen, weil das streitgegenst&auml;ndliche Erzeugnis nicht in die Unterpos. 3103&nbsp;90&nbsp;00 KN eingereiht werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unbeschadet der EinreihungsVO Nr.&nbsp;2354\/2000 wird die zu tarifierende Ware von der Pos. 3103 KN nicht erfasst, weil sie nicht den Anforderungen der Anm.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a zu Kap.&nbsp;31 KN entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; (vgl. Urteil vom 7.&nbsp;Februar 2002 C-276\/00, Slg. 2002, I-1389, Rz&nbsp;21) und des erkennenden Senats (z.B. Senatsurteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2006 VII&nbsp;R&nbsp;50\/04, BFHE 213, 169, m.w.N., Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2006, 293) ist das entscheidende Kriterium f&uuml;r die zollrechtliche Tarifierung von Waren allgemein in deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zu suchen, wie sie im Wortlaut der Positionen und Unterpositionen und in den Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln der KN festgelegt sind. Daneben stellen die vom Rat f&uuml;r die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Zollwesens f&uuml;r das Harmonisierte System bzw. die von der Europ&auml;ischen Kommission f&uuml;r die KN ausgearbeiteten Erl&auml;uterungen ein wichtiges, wenn auch nicht verbindliches Erkenntnismittel f&uuml;r die Auslegung der einzelnen Tarifpositionen dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Anm.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;2 zu Kap.&nbsp;31 KN geh&ouml;ren zu Pos. 3103 KN ausdr&uuml;cklich <span style=\"text-decoration:underline\">nur<\/span> nat&uuml;rliche Phosphate der Pos. 2510, die weitergehend thermisch behandelt wurden, als zum Entfernen von Verunreinigungen erforderlich. Die Pos.&nbsp;2510 KN erfasst &quot;Nat&uuml;rliche Calciumphosphate, nat&uuml;rliche Aluminiumcalciumphosphate und Phosphatkreiden&quot; und die dazu ergangenen Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS) zu Pos. 2510 KN pr&auml;zisieren unter Rz&nbsp;01.0 &quot;Zu dieser Position geh&ouml;ren nur Apatit und andere nat&uuml;rliche Calciumphosphate &#8230;&quot;. Nach der ErlHS zu Pos. 3103 KN Rz&nbsp;08.0 erfasst diese Position nicht andere als die vorstehend aufgef&uuml;hrten Phosphaterzeugnisse (chemische oder andere).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Ware, die von der Kl&auml;gerin zur Tarifierung gestellt wurde, handelt es sich weder um Apatit noch um ein anderes nat&uuml;rliches Calciumphosphat, das (lediglich) thermisch behandelt wurde. Laut Warenbeschreibung wird sie &quot;aus Naturphosphat mit Apatitstruktur &#8230; unter Zusatz geringer Mengen Phosphors&auml;ure und Soda hergestellt&quot;. In der Revisionsbegr&uuml;ndung erl&auml;utert die Kl&auml;gerin, das Natriumphosphat werde in die Kristallstruktur des Apatit eingelagert, bei einer Gl&uuml;htemperatur verb&auml;nden sich die Komponenten durch eine Festk&ouml;rperreaktion. Und nach den Feststellungen des FG, die &#8211;weil mit der Revision nicht angegriffen&#8211; f&uuml;r den Senat nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend sind, handelt es sich bei den in der Strukturformel des Hauptbestandteils der Ware CA5Na2(PO4)4 genannten Stoffen Phosphorpentoxid und Natriumoxid um Anteile am Endprodukt und nicht lediglich um bei der Herstellung eingesetzte Substanzen. Ob die Herstellung des Endprodukts auf eine chemische Reaktion oder eine thermische Behandlung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, ist demgegen&uuml;ber nicht entscheidend. Denn der von der Kl&auml;gerin eingehend beschriebene Prozess des (thermischen) Aufschlusses der Apatitstruktur ist untrennbar verbunden mit der Einlagerung von Natriumphosphat in diese Struktur und damit dem Entstehen der gew&uuml;nschten, zur Verwendung als Futtermittel geeigneten nichtst&ouml;chiometrischen Verbindung. Das hei&szlig;t, eine thermische Behandlung des Naturphosphats allein hat nicht zur Herstellung des zu tarifierenden Produkts gef&uuml;hrt, sondern erst die Zuf&uuml;hrung von Phosphorpentoxid und Natriumoxid hat die Ver&auml;nderung der Kristallstruktur des Naturphosphats und damit die Entstehung des Endprodukts bewirkt. Daran scheitert die Einreihung der Ware in die Pos. 3103 KN. Denn es handelt sich um ein anderes als von der Beschreibung in Anm.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;2 zu Kap.&nbsp;31 KN und in ErlHS zu Pos. 3103 Rz&nbsp;05.0 erfasstes Phosphaterzeugnis und wird damit nach der ErlHS zu Pos. 3103 Rz&nbsp;08.0 von der Pos. 3103 KN nicht erfasst. Die Auffassung der Kl&auml;gerin, die in der Anm.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Nr.&nbsp;2 zu Kap.&nbsp;31 KN beschriebene &quot;weitergehende thermische Behandlung&quot;, welche zur Einreihung der nat&uuml;rlichen Phosphate in die Pos. 3103 KN f&uuml;hrt, erfasse auch den Aufschluss der Apatitstruktur unter Einlagerung des Natriumphosphats, findet weder in der genannten Anmerkung noch in den ErlHS zu Pos. 3103 KN eine St&uuml;tze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Da die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Widerrufs der vZTA nicht davon abh&auml;ngt, in welche Position der KN die Ware zutreffend einzureihen ist, l&auml;sst der Senat offen, ob das zu tarifierende entfluorierte Calciumphosphat von der VO Nr.&nbsp;2354\/2000 erfasst wird und damit in die dort genannte Unterpos.&nbsp;2309&nbsp;90&nbsp;97 KN, bzw. in die im Jahr 2007 geltende Unterpos.&nbsp;2309&nbsp;90&nbsp;99 KN einzureihen ist. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit er&uuml;brigt sich auch eine Vorlage an den EuGH zur Pr&uuml;fung der Vereinbarkeit der VO Nr.&nbsp;2354\/2000 mit den einschl&auml;gigen Positionen der KN.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die von der Kl&auml;gerin vorgelegte Entscheidung der niederl&auml;ndischen Tarifkommission in der Rechtssache Nr.&nbsp;0266\/95 TC vom 24.&nbsp;August 1999 ist f&uuml;r den Streitfall unergiebig. Denn sie enth&auml;lt keine Aussage dar&uuml;ber, ob die zu beurteilende Ware entsprechend der Vorgaben der Pos. 3103 KN und der Anm.&nbsp;3 zu Kap. 31 KN in die Unterpos. 3103&nbsp;90&nbsp;00 KN einzureihen ist. Wie sich aus Tz 6.1.2. der Entscheidung ergibt, erfolgte die Einreihung in diese Unterposition in jenem Streitfall, weil sich die dortige Kl&auml;gerin auf eine d&auml;nische vZTA berufen konnte, in der die n&auml;mliche Ware in diese Tarifposition eingereiht worden war. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.3.2013, VII R 26\/11 Tarifierung eines thermisch behandelten Naturphosphats &#8211; Widerruf einer verbindlichen Zolltarifauskunft Leits&auml;tze F&uuml;hrt eine thermische Behandlung eines Naturphosphats allein nicht zur Herstellung des als Futtermittel verwendbaren Calciumphosphats, sondern bewirkt erst die Zuf&uuml;hrung von Phosphorpentoxid und Natriumoxid die Ver&auml;nderung der Kristallstruktur des Naturphosphats und damit die Entstehung des zu tarifierenden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-26-11-tarifierung-eines-thermisch-behandelten-naturphosphats-widerruf-einer-verbindlichen-zolltarifauskunft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;26\/11 &#8211; Tarifierung eines thermisch behandelten Naturphosphats &#8211; Widerruf einer verbindlichen Zolltarifauskunft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-41427","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41427"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41427\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}