{"id":42181,"date":"2013-05-23T09:33:23","date_gmt":"2013-05-23T07:33:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=42181"},"modified":"2020-09-14T10:08:14","modified_gmt":"2020-09-14T08:08:14","slug":"eheleute-die-ihre-gesamten-steuerpflichtigen-einkunfte-im-inland-versteuern-konnen-die-zusammenveranlagung-splitting-wahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/eheleute-die-ihre-gesamten-steuerpflichtigen-einkunfte-im-inland-versteuern-konnen-die-zusammenveranlagung-splitting-wahlen\/","title":{"rendered":"Eheleute, die ihre gesamten steuerpflichtigen Eink\u00fcnfte im Inland versteuern, k\u00f6nnen die Zusammenveranlagung (Splitting) w\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<h2>FG Baden-W\u00fcrttemberg Urteil vom 18.4.2013, 3 K 825\/13<\/h2>\n<p>Eheleute, die in der Schweiz ans\u00e4ssig geworden sind und weiterhin ihre gesamten steuerpflichtigen Eink\u00fcnfte im Inland versteuern, k\u00f6nnen die Zusammenveranlagung unter Anwendung des<a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/splittingtabelle.htm\"> Splitting-Verfahrens<\/a> w\u00e4hlen (Folgeentscheidung zum EuGH-Urteil vom 28. Februar 2013 C-425\/11, Ettwein, DStR 2013, 514<\/p>\n<p>Tenor<\/p>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Der Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid f\u00fcr 2008 vom 30. Juni 2011, der Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2008 vom 22. M\u00e4rz 2010 und die Einspruchsentscheidung vom 10. September 2010 (jeweils zur Steuernummer: xxxxx\/xxxxx) werden aufgehoben. Der Beklagte wird verpflichtet, unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts auf der Grundlage einer Zusammenveranlagung der Kl\u00e4gerin mit R. E. die ge\u00e4nderte Einkommensteuer zu errechnen, ferner der Kl\u00e4gerin das Ergebnis dieser Berechnung unverz\u00fcglich mitzuteilen und den Einkommensteuerbescheid mit dem ge\u00e4nderten Inhalt nach Rechtskraft diese Urteils neu bekanntzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. Die Kosten des Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3. Die Hinzuziehung eines Bevollm\u00e4chtigten im Vorverfahren wird f\u00fcr notwendig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>4. Das Urteil ist hinsichtlich der Kosten vorl\u00e4ufig vollstreckbar. Erm\u00f6glicht der Kostenfestsetzungsbeschluss eine Vollstreckung von mehr als 1.500 EUR, darf die Vollstreckung nur gegen Sicherheitsleistung in H\u00f6he des darin festgesetzten Erstattungsbetrages erfolgen. In anderen F\u00e4llen kann der Beklagte die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder durch Hinterlegung abwenden, wenn nicht die Kl\u00e4gerin vor der Vollstreckung Sicherheit leisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>5. Die Revision wird nicht zugelassen.<\/p>\n<\/div>\n<p>Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin ist die Ehefrau von B (im Folgenden: B). Beide besitzen ausschlie\u00dflich die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit. Die Kl\u00e4gerin ist Unternehmensberaterin, B gestaltender K\u00fcnstler (Maler).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Eheleute hatten im Veranlagungszeitraum 2008 (Streitjahr) ihren Wohnsitz (\u00a7 1 Abs. 1 Satz 1 der im Streitjahr geltenden Fassung des Einkommensteuergesetzes -EStG 2008-) in X\/Kanton Y\/Confoederatio Helvetica (Schweizerische Eidgenossenschaft -im Folgenden auch: CH bzw. Schweiz-). Im \u00dcbrigen hatten sie dort auch ihre st\u00e4ndige Wohnst\u00e4tte und den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen i.S.v. Art. 4 Abs. 2 Buchstabe a und b des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und Verm\u00f6gen vom 11. August 1971 (BGBI II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519)-DBA-Schweiz 1971-.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aus der Unternehmensberatung erzielte die Kl\u00e4gerin im Streitjahr als Einzelunternehmerin Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb in H\u00f6he von xxx.xxx EUR. B \u00fcbte seine T\u00e4tigkeit als Maler im Rahmen der B GbR (B-GbR) aus, an der die Kl\u00e4gerin mit 49 v.H. und E mit 51 v.H. beteiligt waren. Nach dem Bescheid f\u00fcr das Streitjahr vom 28. Juni 2011 \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink\u00fcnfte bez\u00fcglich der B-GbR erzielten die Kl\u00e4gerin und E Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit in H\u00f6he jeweils von xx.xxx,xx EUR. Die Unternehmensberatung wie auch die T\u00e4tigkeit der B-GbR (im wesentlichen durch den E) wurden in Konstanz (Bundesrepublik Deutschland -BRD bzw. Inland-) ausge\u00fcbt. Die B-GbR und das Einzelunternehmen der Kl\u00e4gerin hatten im Streitjahr jeweils nur eine Betriebsst\u00e4tte (Art, 7 Abs. 1 DBA-Schweiz 1971 i.V.m. Art. 5 Abs. 1 DBA-Schweiz 1971) bzw. eine feste Einrichtung (Art. 14 DBA-Schweiz 1971) im Inland. Sowohl die B-GbR als auch das Einzelunternehmen der Kl\u00e4gerin erbrachten im Streitjahr ausschlie\u00dflich Leistungen gegen\u00fcber im Inland ans\u00e4ssigen Abnehmern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im \u00dcbrigen wurden Einnahmen aus Kapitalverm\u00f6gen in Gestalt von Zinsen f\u00fcr eine Kapitalanlage bei der Bank I in Z (im Folgenden: Bank I) in H\u00f6he von x.xxx,xx EUR (durch die Kl\u00e4gerin) und von xx,xx EUR (durch B) erzielt (Hinweis auf das Schreiben der Kl\u00e4gerin vom 28. Juni 2011, Bl. 216-230 der FG-Akten, und die Jahressteuerbescheinigungen der Bank I vom 26. Januar 2009, Bl. 25 und 26 der Einkommensteuerakten Band I zur St.Nr.: xxxx\/xxxxx -im Folgenden: ESt-Akten I-).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>5<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>In ihrer am 15. Oktober 2009 beim FA eigereichten und gemeinsam unterschriebenen Einkommensteuererkl\u00e4rung beantragten die Kl\u00e4gerin und E die Zusammenveranlagung (Zeile 19 des Mantelbogens zur Einkommensteuererkl\u00e4rung, Bl. 13 der ESt-Akten I). Die Eheleute verwandten bei der Abgabe der Einkommensteuererkl\u00e4rung den Vordruck 2008ESt1A011.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>6<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im -unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung ergangenen (\u00a7 164 der Abgabenordnung [AO])- Einkommensteuerbescheid vom 11. November 2009 veranlagte das FA die Eheleute zusammen zur Einkommensteuer unter Anwendung des <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/Splittingverfahren.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Splitting-Verfahrens<\/a> (s. \u00a7 32a Abs. 5 EStG 2008). Die Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb und aus selbst\u00e4ndiger Arbeit wurden erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00df angesetzt. Die Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen beliefen sich nach Ber\u00fccksichtigung des Werbungskosten-Pauschbetrags (\u00a7 9a Abs. 1 Nr. 2 EStG 2008) und des Sparer-Freibetrags (\u00a7 20 Abs. 9 S\u00e4tze 2 ff. EStG 2008) auf jeweils 0 EUR. Die Einkommensteuer betrug 40.836 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>7<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 11. November 2009 teilte das FA den Eheleuten mit, dass der unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung stehende Einkommensteuerbescheid vom selben Tag aufgehoben werde, weil die Voraussetzungen f\u00fcr eine Zusammenveranlagung nicht vorl\u00e4gen. Anschlie\u00dfend w\u00fcrden Einzelveranlagungen gegen\u00fcber den Eheleuten durchgef\u00fchrt. Daraufhin hob das FA mit dem -auf \u00a7 164 Abs. 2 AO gest\u00fctzten- Bescheid vom 1. Dezember 2009 den Einkommensteuerbescheid auf. Zur Begr\u00fcndung wurde dargelegt, dass eine Zusammenveranlagung gem\u00e4\u00df \u00a7 1a Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 i.V.m. \u00a7 1a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG 2008 nicht in Betracht komme, weil die Eheleute im Streitjahr weder ihren Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates der Europ\u00e4ischen Union noch eines Staates hatten, auf den das Abkommen \u00fcber den Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum zur Anwendung komme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>8<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit dem form- und fristgerecht eingelegten Einspruch machten die Eheleute geltend, die \u201eAntragsfiktion des \u00a7 1a Abs. 1 Nr. 2 EStG 2008\u201c sei nicht zu ber\u00fccksichtigen, weil beide Ehegatten die Voraussetzungen der \u201efiktiven unbeschr\u00e4nkten Einkommensteuerpflicht\u201c erf\u00fcllen w\u00fcrden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>9<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Daraufhin legte das FA im Schreiben vom 30. Dezember 2009 noch einmal ausf\u00fchrlich seine Rechtsauffassung des Inhalts dar, dass auch die \u201efiktive unbeschr\u00e4nkte Einkommensteuerpflicht\u201c der Eheleute deren Zusammenveranlagung und die Anwendung des Splitting-Verfahrens nicht erm\u00f6gliche. Gleichzeitig wurden die Eheleute gebeten, mitzuteilen, ob sie den Einspruch zur\u00fccknehmen oder aufrecht erhalten wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>10<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 22. M\u00e4rz 2010 gab das FA jeweils einen an die Kl\u00e4gerin und an den B gerichteten Einzelveranlagungsbescheid zur Post. Die Einkommensteuerschuld der Kl\u00e4gerin wurde auf xx.xxx,xx EUR festgesetzt. Die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin aus Gewerbebetrieb und selbst\u00e4ndiger Arbeit wurden wie bisher angesetzt, deren Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen nunmehr -wegen der ge\u00e4nderten Aufteilung des Sparer-Freibetrags- mit xxx EUR (Bl. 32 der Einkommensteuerakten St.Nr.: xxxxx\/xxxxx -im Folgenden: ESt-Akten II-). Die Einkommensteuer des E wurde auf 0 EUR festgesetzt (Bl. 6 der Einkommensteuerakten Band I, St.Nr.: xxxxx\/xxxxx -im Folgenden: ESt-Akten III-).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>11<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Eheleute erkl\u00e4rten am 1. April 2010 im Anschluss an das (oben erw\u00e4hnte) Schreiben des FA vom 30. Dezember 2009 die R\u00fccknahme ihres Einspruchs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>12<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der an den E gerichtete Einkommensteuerbescheid vom 22. M\u00e4rz 2010 wurde nach Ablauf der Einspruchsfrist bestandskr\u00e4ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>13<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin legte gegen den an sie gerichteten Einkommensteuerbescheid am 20. April 2010 form-und fristgerecht Einspruch ein, mit dem sie vorbringt, dass die Versagung familienbedingter Entlastungen (Zusammenveranlagung mit B und Splitting-Tarif) gegen Art. 6 des Grundgesetzes (GG) und im \u00dcbrigen auch gegen Art. 1 Buchstabe d des Abkommens zwischen der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits \u00fcber die Freiz\u00fcgigkeit, unterzeichnet in Luxemburg vom 21. Juni 1999, das am 2. September 2001 vom Bundestag als Gesetz beschlossen worden (BGBl II 2001, 810) und am 1. Juni 2002 in Kraft getreten ist (FZA bzw. auch: Abkommen EG-Schweiz), versto\u00dfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>14<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zusammen mit dem Einspruchsschreiben wurden auch die \u201eBescheinigungen au\u00dferhalb EU\/EWR\u201c betreffend die Kl\u00e4gerin und E vorgelegt (Bl. 3-6 der Rechtsbehelfsakten -Rb-Akten-), die am 16. M\u00e4rz 2010 von einem Bediensteten der Kantonalen Steuerverwaltung Y, nat\u00fcrliche Personen (&#8230; stra\u00dfe xx in xxxx U\/CH) unterzeichnet worden waren. Danach haben weder die Kl\u00e4gerin noch B im Streitjahr Eink\u00fcnfte erzielt, die in ihrem Ans\u00e4ssigkeitsstaat (Schweiz) der Besteuerung unterlegen haben. Nach den Verf\u00fcgungen vom 3. Februar 2010 des Gemeindesteueramts X\/CH ergibt sich ein in der Schweiz steuerbares Einkommen des Kl\u00e4gerin und des B von jeweils 0 CHF, im Ausland von xxx.xxx CHF (Bl. 204-207 der FG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>15<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Einspruch wurde mit Rechtsbehelfsentscheidung vom 10. September 2010 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen. Auf die hierzu dargelegten Gr\u00fcnde wird zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>16<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Anschlie\u00dfend erhob die Kl\u00e4gerin Klage mit der sie weiterhin die <a href=\"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/splittingtabelle.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zusammenveranlagung<\/a> mit E unter Anwendung des Splitting-Verfahrens verfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>17<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 21. April 2011 fand vor dem Berichterstatter des erkennenden Senats beim FA ein Termin zur Er\u00f6rterung des Sach- und Streitstandes (Er\u00f6rterungstermin) statt. Auf die hier\u00fcber den Beteiligten bekanntgegebene Niederschrift wird Bezug genommen (Bl. 70-75 der FG-Akten). Im Er\u00f6rterungstermin erkl\u00e4rte B ausdr\u00fccklich, dass er mit der Kl\u00e4gerin zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden will und deshalb einer \u00c4nderung des gegen\u00fcber ihm ergangenen -inzwischen bestandskr\u00e4ftig gewordenen- Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheids vom 22. M\u00e4rz 2010 zustimme (Hinweis auf \u00a7 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a AO). Diesen Antrag wiederholte B ausdr\u00fccklich in der m\u00fcndlichen Verhandlung am 7. Juli 2011 (Hinweis auf die Niederschrift \u00fcber die m\u00fcndliche Verhandlung, Bl. 240 und 241 der FG-Akten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>18<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 30. Juni 2011 hatte das FA gegen\u00fcber der Kl\u00e4gerin einen auf \u00a7 10d Abs. 1 Satz 3 EStG 2008 gest\u00fctzten Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid zur Post gegeben, in dem ein Verlustr\u00fccktrag aus dem Jahr 2009 in H\u00f6he von xx.xxx EUR ber\u00fccksichtigt wurde. Die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin wurden (im wesentlichen) wie bisher angesetzt. Im Streitpunkt des vorliegenden Klageverfahrens ergab sich keine \u00c4nderung. Weiterhin wurde der Kl\u00e4gerin die Zusammenveranlagung mit E und die Anwendung des Splitting- Verfahrens verweigert. Der Bescheid wurde gem\u00e4\u00df \u00a7 68 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>19<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Senatsbeschluss vom 7. Juli 2011 3 K 3752\/10 (juris) wurde die Aussetzung des Klageverfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7 74 FGO angeordnet und dem Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) folgende Rechtsfrage zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>20<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sind die Vorschriften des Abkommens EG-Schweiz insbesondere dessen Art. 1, 2, 11, 16 und 21 sowie Anhang I Art. 9, 13 und 15 dahin auszulegen, dass sie es nicht zulassen, in der Schweiz lebenden Eheleuten, die mit ihren gesamten steuerpflichtigen Eink\u00fcnften der Besteuerung in der Bundesrepublik Deutschland unterliegen, die Zusammenveranlagung unter Ber\u00fccksichtigung des Splitting-Verfahrens zu verweigern?<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>21<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 28. Februar 2013 C-425\/11 (Deutsches Steuerrecht -DStR- 2013, 514) hat der EuGH f\u00fcr Recht erkannt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>22<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Art. 1 Buchst. a des Abkommens EG-Schweiz, sowie die Art. 9 Abs. 2, 13 Abs. 1 und 15 Abs. 2 des Anhangs I dieses Abkommens sind dahin auszulegen, dass sie der Regelung eines Mitgliedstaats entgegenstehen, nach der Eheleuten, die Staatsangeh\u00f6rige dieses Staates sind und mit ihren gesamten steuerpflichtigen Eink\u00fcnften der Besteuerung in diesem Staat unterliegen, die in dieser Regelung vorgesehene Zusammenveranlagung unter Ber\u00fccksichtigung des Splitting-Verfahrens allein deshalb verweigert wird, weil ihr Wohnsitz im Hoheitsgebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft liegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>23<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, den Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid vom 30. Juni 2011, den Einkommensteuerbescheid vom 20. M\u00e4rz 2010 und die Einspruchsentscheidung vom 10. September 2010 aufzuheben und das FA zu verpflichten, eine Zusammenveranlagung mit E durchzuf\u00fchren und das Splitting-Verfahren anzuwenden, hilfsweise die Revision zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>24<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt (weiterhin), die Klage abzuweisen, hilfsweise die Revision zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>25<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Bekanntgabe des EuGH-Urteils in DStR 2013, 514 teilte das FA im Schreiben vom 6. M\u00e4rz 2013 mit, dass es dem Klagebegehren auf Weisung seiner vorgesetzten Beh\u00f6rden (Bundesministerium der Finanzen, Finanzministerium Baden-W\u00fcrttemberg und Oberfinanzdirektion Karlsruhe)\u00a0<strong>nicht<\/strong>\u00a0durch den Erlass eines Abhilfebescheids entsprechen werde, sondern ein Urteil w\u00fcnsche, weil es sich \u201enur\u201c um ein Vorabentscheidungsersuchen gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>26<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Wegen der Antr\u00e4ge der Beteiligten wird auf die Niederschrift \u00fcber die m\u00fcndliche Verhandlung vom 7. Juli 2011 verwiesen (Bl. 240 und 241 der FG-Akten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>27<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben \u00fcbereinstimmend auf m\u00fcndliche Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>28<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"1\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dem erkennenden Senat lagen folgende Akten vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Einkommensteuerakten St.Nr.: xxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Einkommensteuerakten Band I St.Nr.: xxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Einkommensteuerakten Band I St.Nr.: xxxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Feststellungsakte Band I St.Nr.: xxxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Rechtsbehelfsakten Band I St.Nr.: xxxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Umsatzsteuerakte Band I St.Nr.: xxxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Dauerunterlagen St.Nr.: xxxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Umsatzsteuerakte St.Nr.: xxxxx\/xxxxx;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1 Band Gewerbesteuerakte Band I ab 2008 St.Nr.: xxxxx\/xxxxx.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>29<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Klage ist begr\u00fcndet. Zu Unrecht hat das FA im angegriffenen Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid die Zusammenveranlagung der Kl\u00e4gerin mit E unter Anwendung des Splitting-Verfahrens abgelehnt, weil die Kl\u00e4gerin und ihr Ehemann (E) im Streitjahr ihren Wohnsitz (\u00a7 8 AO) und gew\u00f6hnlichen Aufenthalt (\u00a7 9 AO) im Hoheitsgebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft und damit nicht im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaates der Europ\u00e4ischen Union (EU) oder eines Staates hatten, auf den das Abkommen \u00fcber den Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraum (EWR) Anwendung fand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>30<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I.1. Nach \u00a7\u00a7 26 Abs. 1 Halbsatz 1 Alternative 3 EStG, 1 Abs. 3, 1a Abs. 1 Satz 1, 1a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 S\u00e4tze 1, 1a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 EStG 2008 k\u00f6nnen f\u00fcr das Streitjahr nicht dauernd getrennt lebende Ehegatten auf einen gemeinsam gestellten Antrag zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden (Stapperfend in: Herrmann\/Heuer\/Raupach, Einkommensteuergesetz-K\u00f6rperschaftsteuergesetz, Kommentar, \u00a7 1a EStG Anm. 30 mit weiteren Nachweisen) unter Anwendung des Splitting-Verfahrens, wenn ein Ehegatte Staatsangeh\u00f6riger eines Mitgliedstaates der EU oder eines Staates ist, auf den das Abkommen \u00fcber den EWR anwendbar ist, dieser auf Antrag nach \u00a7 1 Abs. 3 EStG 2008 als unbeschr\u00e4nkt einkommensteuerpflichtig zu behandeln ist, der andere Ehegatte seinen Wohnsitz (\u00a7 8 AO) oder gew\u00f6hnlichen Aufenthalt (\u00a7 9 AO) in einem EU- oder EWR-Staat hat und beide Ehegatten die Voraussetzungen der sog. fiktiven unbeschr\u00e4nkten Einkommensteuerpflicht des \u00a7 1 Abs. 3 S\u00e4tze 1-4 EStG 2008 erf\u00fcllen (Urteil des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 8. September 2010 I R 28\/10, BStBl II 2011, 269; Schneider in: Kirchhof\/S\u00f6hn\/Mellinghoff, Kommentar zum EStG, \u00a7 26 Rdnr. B 68b) oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Eink\u00fcnfte den doppelten Grundfreibetrag nach \u00a7 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. EStG 2008 nicht \u00fcbersteigen (vgl. \u00a7 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2008; Gosch in: Kirchhof, EStG, Kommentar, 12. Aufl., \u00a7 1a Rn. 4; Heger in: PraxisReport Steuerrecht [juris] -im Folgenden: jurisPR-Steuerrecht- 8\/2011 Anm. 2 zu \u00c4nderungen durch das JStG 2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>31<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Diese Voraussetzungen f\u00fcr eine Zusammenveranlagung der Kl\u00e4gerin mit B nach deutschem Recht liegen im Streitfall nur teilweise vor (Hinweis auf den Senatsbeschluss 3 K 3752\/10, juris, Entscheidungsgr\u00fcnde zu II.B.2.):<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>32<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"2\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin und ihr Ehemann hatten im Streitjahr weder ihren Wohnsitz (\u00a7 8 AO) noch ihren gew\u00f6hnlichen Aufenthalt (\u00a7 9 AO) in der Bundesrepublik Deutschland und beide sind damit nicht nach \u00a7 1 Abs. 1 Satz 1 EStG 2008 im Inland unbeschr\u00e4nkt einkommensteuerpflichtig;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Eheleute sind jedoch nach \u00a7 1 Abs. 3 EStG 2008 im Inland als unbeschr\u00e4nkt einkommensteuerpflichtig aufgrund ihres entsprechenden -\u00fcbereinstimmend beim FA gestellten- Antrags zu behandeln: ihre gesamten im Streitjahr erzielten Eink\u00fcnfte (aus Gewerbetrieb und aus selbst\u00e4ndiger Arbeit) unterliegen der deutschen Einkommensteuer (vgl. \u00a7 1 Abs. 3 Satz 2 EStG 2008; s. insoweit den gegenstandslos gewordenen Einkommensteuerbescheid \u00fcber die Zusammenveranlagung der Eheleute vom 11. November 2009); ihre Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen sind nach Ber\u00fccksichtigung des Werbungskosten-Pauschbetrags (\u00a7 9a Satz 1 Nr. 2 EStG 2008) und des Sparer-Freibetrags (\u00a7 20 Abs. 9 EStG 2008) schon deshalb im Inland als einkommensteuerfrei zu beurteilen und nicht zu ber\u00fccksichtigen (vgl. \u00a7 1 Abs. 3 Satz 4 EStG 2008);<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Umstand, dass die Eheleute im Streitjahr keine nicht der deutschen Besteuerung unterliegenden Eink\u00fcnfte erzielt haben, wurde durch Bescheinigungen der Steuerverwaltung ihres Ans\u00e4ssigkeitsstaates, der Schweizerischen Eidgenossenschaft (der ESTV) nachgewiesen (\u00a7 1 Abs. 3 Satz 5 EStG 2008; s. die Bescheinigungen au\u00dferhalb EU\/EWR vom 16. M\u00e4rz 2010 bzw. die Veranlagungsverf\u00fcgungen des Kantons Y\/Gemeindesteueramt X\/CH vom 3. Februar 2010);<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Eheleute haben einen Antrag auf Zusammenveranlagung f\u00fcr das Streitjahr gestellt (\u00a7 1a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 EStG 2008 i.V.m. \u00a7 26 Abs. 1 Satz 1 EStG 2008), wobei die Voraussetzungen des \u00a7 26 Abs. 1 EStG 2008 f\u00fcr eine Zusammenveranlagung zwischen der Kl\u00e4gerin und E -insoweit zu Recht zwischen den Beteiligten unstreitig- vorliegen (Stapperfend in: Herrmann\/Heuer\/Raupach, a.a.O., \u00a7 1a EStG Rn. 30 i.V.m. Pfl\u00fcger in: Herrmann\/Heuer\/Raupach, a.a.O., \u00a7 26 EStG, Anm.22 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>33<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3.a) Eine Zusammenveranlagung (unter Anwendung des Splitting-Verfahrens) der Kl\u00e4gerin mit dem B ist aus der Sicht der Kl\u00e4gerin nach der zuvor dargelegten deutschen, einkommensteuerrechtlichen Gesetzeslage jedoch deshalb nicht zul\u00e4ssig, weil B im Streitjahr weder einen Wohnsitz (\u00a7 8 AO) noch einen gew\u00f6hnlichen Aufenthalt (\u00a7 9 AO) in einem EU- oder EWR-Staat, sondern auf dem Hoheitsgebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft hatte (\u00a7 1a Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 i.V.m. \u00a7 1a Abs. 1 Nr. 2 Nr. 1 Satz 2 EStG 2008; Stapperfend in: Herrmann\/Heuer\/Raupach, a.a.O., \u00a7 1a EStG Anm. 30; Gosch in: Kirchhof, a.a.O., \u00a7 1a Rn. 3; Erste Beschlussempfehlung und erster Bericht des Finanzausschusses [7. Ausschuss] vom 31. Mai 1995, Einzelbegr\u00fcndung, zu Nummer 21a [\u00a7 26 Abs. EStG], Bundestagsdrucksache 13\/1558, Seite 155). Aus der Sicht des E ist eine Zusammenveranlagung mit der Kl\u00e4gerin nicht zul\u00e4ssig, weil die Kl\u00e4gerin im Streitjahr ihren (ausschlie\u00dflichen) Wohnsitz (\u00a7 8 AO) auf dem Hoheitsgebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>34<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Auf das Vorabentscheidungsersuchen des erkennenden Senats vom 7. Juli 2011 3 K 3752\/10 (juris) zur Frage, ob die Versagung der Zusammenveranlagung (unter Anwendung des Splitting-Verfahrens) der Kl\u00e4gerin mit dem B wegen deren (ausschlie\u00dflichen) Wohnsitzes in der Schweiz auf der Grundlage des Unionsrechts rechtm\u00e4\u00dfig sei, entschied der EuGH im Urteil in DStR 2013, 514, -Ettwein-:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>35<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Art. 1 Buchst. a des Abkommens EG-Schweiz, sowie die Art. 9 Abs. 2, 13 Abs. 1 und 15 Abs. 2 des Anhangs I dieses Abkommens sind dahin auszulegen, dass sie der Regelung eines Mitgliedstaats entgegenstehen, nach der Eheleuten, die Staatsangeh\u00f6rige dieses Staates sind und mit ihren gesamten steuerpflichtigen Eink\u00fcnften der Besteuerung in diesem Staat unterliegen, die in dieser Regelung vorgesehene Zusammenveranlagung unter Ber\u00fccksichtigung des Splitting-Verfahrens allein deshalb verweigert wird, weil ihr Wohnsitz im Hoheitsgebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft liegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>36<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diesen Ausf\u00fchrungen ist im Streitfall nichts hinzuzuf\u00fcgen (BFH-Urteil vom 25. November 2004 V R 8\/01, BStBl II 2005, 896, a.E.). Die Kl\u00e4gerin ist nach den zuvor genannten Bestimmungen des Abkommens EG-Schweiz f\u00fcr das Streitjahr mit B zusammen zur Einkommensteuer (unter Anwendung des Splitting-Verfahrens) zu veranlagen. Die dem entgegenstehende, gemeinschaftswidrige Norm des \u00a7 1a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG 2008 (i.V.m. \u00a7 1a Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG 2008 und \u00a7\u00a7 1a Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 und \u00a7 26 Abs. 1 Satz 1 EStG 2008) ist nach dem Grundsatz gemeinschaftsfreundlichen Verhaltens konform dem FZA steuererhaltend in dem darlegten Sinne auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>37<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Das EuGH-Urteil in DStR 2013, 514 -Ettwein- im Vorabentscheidungsverfahren C-425\/11 -Ettwein- wurde mit dem Tag seiner Verk\u00fcndung am 28. Februar 2013 rechtskr\u00e4ftig, weil gegen das Urteil kein Rechtsbehelf statthaft ist (Art. 65 der Verfahrensordnung EuGH; W\u00e4genbauer, EuGH VerfO, Satzung und Verfahrensordnungen EuGH\/EuG, Kommentar, VerfO EuGH Art. 65). Das Urteil ist damit f\u00fcr den zur Entscheidung im Klageverfahren berufenen und erkennenden Senat unmittelbar verbindlich (sog. \u201einter-partes\u201c-Wirkung: s. BFH-Urteil vom 11.Februar 2003 VII R 1\/01, BFH\/NV 2003, 1100; Schwarze, EU-Kommentar, 3. Aufl., Artikel 267 AEUV Rn. 268 mit Nachweisen zur EuGH-Rechtsprechung zur Verbindlichkeit f\u00fcr Instanzgerichte: s. Insbesondere: EuGH-Urteil vom 24. Junin 1969 Rs. 29\/68, Milch-, Fett- und Eierkontor gegen Hauptzollamt Saarbr\u00fccken, Vorabentscheidungsersuchen des Finanzgerichts des Saarlandes, Sammlung der Rechtsprechung des Gerichtshofs -Slg- 1969, 165, Rn. 1 und 3). Das FG ist (auch als unterinstanzliches Gericht) nicht befugt, von der Antwort des EuGH zu der entschiedenen Rechtsfrage abzuweichen (Ehmcke in: Streinz, EUV\/AEUV -Vertrag \u00fcber die Europ\u00e4ische Union und vertrag \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union-, 2.Aufl., AEUV Art. 267 Rn. 72 mit weiteren Nachweisen). Der Tenor (s. zuvor zu b) ist im \u201eLichte der Entscheidungsgr\u00fcnde\u201c auszulegen (Ehmcke in: Streinz, a.a.O., Art. 267 AEUV, Rn. 68 mit Nachweisen zur EuGH-Rechtsprechung und zum Schrifttum). Dem ist der erkennende Senat gefolgt. Insoweit wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zuvor dargelegten Erw\u00e4gungen verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>38<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Im \u00dcbrigen erstreckt sich die Bindungswirkung des EuGH-Urteils in DStR 2013, 514 -Ettwein- mit der Vorabentscheidung zur Frage der Zusammenveranlagung der Kl\u00e4gerin mit B (unter Anwendung des Splitting-Verfahrens) auch auf das (im vorliegenden Klageverfahren) beteiligte Verwaltungsorgan (das FA; Ehmcke in: Streinz, a.a.O., Art. 267 AEUV Rn. 73 mit weiteren Nachweisen). Ob und ggf. inwieweit der deutsche Gesetzgeber aufgrund des EuGH-Urteils in DStR 2013, 514 -Ettwein- Ma\u00dfnahmen f\u00fcr eine unionsrechtskonforme Auslegung des (deutschen) Einkommensteuerrechts ergreifen muss, ist im vorliegenden Klageverfahren nicht streitgegenst\u00e4ndlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>39<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Im Streitfall steht der Durchf\u00fchrung einer Zusammenveranlagung der Kl\u00e4gerin mit B aufgrund deren \u00fcbereinstimmender Wahl nicht entgegen, dass die Einzelveranlagung gegen\u00fcber dem B bereits unanfechtbar geworden ist (st\u00e4ndige Rechtsprechung des BFH: s. BFH-Urteil vom 18. November 1977 VI R 71\/75, BStBl II 1978, 215; Gr\u00e4ber\/von Groll, FGO, Kommentar, 7. Aufl., \u00a7 40 Rn. 37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>40<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>5. Nach der Rechtsprechung des BFH ist die vorliegende Klage eine Verpflichtungsklage i.S.v. \u00a7 40 Abs. 1 Alternative 2 FGO. Daher darf die Zusammenveranlagung der Kl\u00e4gerin mit dem B nicht durch das vorliegende Urteil durchgef\u00fchrt werden (BFH-Urteil vom 9. M\u00e4rz 1973 VI R 396\/70, BStBl II 1973, 487). Da die Sache spruchreif ist, entscheidet der erkennende Senat in der Sache selbst. Die gegen\u00fcber Kl\u00e4gerin ergangenen Einzelveranlagungsbescheide (s. Tenor zu 1.) werden aufgehoben (BFH-Urteil vom 28. Juli 2005 III R 48\/03, BStBl II 2005, 865). Das FA wird verpflichtet, die Veranlagung nach Ma\u00dfgabe der \u00a7 26 Abs. 1 EStG (unter Anwendung des Splitting-Verfahrens) und unter Beachtung der zuvor dargelegten Rechtsauffassung des erkennenden Senats durchzuf\u00fchren(\u00a7 101 FGO i.V.m. \u00a7 100 Abs. 2 S\u00e4tze 2 und 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>41<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Einer allenfalls im Streitfall gem\u00e4\u00df \u00a7 60 Abs. 1 FGO in Betracht kommenden einfachen Beiladung des B zum vorliegenden Klageverfahren bedurfte es nicht, weil die Zusammenveranlagung dem beiderseitigen Interesse der Eheleute entspricht, das sie im Laufe des Vorverfahrens und des Klageverfahrens mehrfach zweifelsfrei bekundet haben (vgl. in diesem Zusammenhang: BFH-Beschl\u00fcsse vom 7. Februar 2008 VI R 41\/05, BFH\/NV 2008, 1136; vom 7. Februar 2005 III B 101\/04, BFH\/NV 2005, 1083).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>42<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>III. Das FA hat die Kosten des Verfahrens zu tragen (\u00a7 135 Abs. 1 FGO; zu den Kosten des Verfahrens vor dem EuGH: Gr\u00e4ber\/Ratschow, a.a.O., Vor \u00a7 135 Rn. 35 Streitwert-ABC Stichwort: Europ\u00e4ischer Gerichtshof mit weiteren Nachweisen); die Entscheidung \u00fcber die vorl\u00e4ufige Vollstreckbarkeit im Kostenpunkt beruht auf den \u00a7\u00a7 151 Abs. 3, 155 FGO i.V.m. \u00a7\u00a7 708 Nr. 11, 709 und 711 der Zivilprozessordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>43<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>IV. Die Hinzuziehung eines Bevollm\u00e4chtigten f\u00fcr das Vorverfahren war gem\u00e4\u00df \u00a7 139 Abs. 3 Satz 3 FGO f\u00fcr notwendig zu erkl\u00e4ren. Die Kl\u00e4gerin konnte die Hilfe eines sachkundigen Bevollm\u00e4chtigten zu ihrer Vertretung f\u00fcr unentbehrlich halten (BFH-Beschluss vom 21. September 1967 VI B 2\/67, BStBl II 1968, 181).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>44<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>V. Die Revision war nicht zuzulassen. Insbesondere kommt der Sache keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung i.S.v. \u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO (mehr) zu, nachdem der EuGH die unionsrechtlichen Fragen zur Zul\u00e4ssigkeit einer Zusammenveranlagung der Kl\u00e4gerin mit dem E unter Anwendung des Splitting-Verfahrens im Urteil in DStR 2013, 514 -Ettwein- gekl\u00e4rt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FG Baden-W\u00fcrttemberg Urteil vom 18.4.2013, 3 K 825\/13 Eheleute, die in der Schweiz ans\u00e4ssig geworden sind und weiterhin ihre gesamten steuerpflichtigen Eink\u00fcnfte im Inland versteuern, k\u00f6nnen die Zusammenveranlagung unter Anwendung des Splitting-Verfahrens w\u00e4hlen (Folgeentscheidung zum EuGH-Urteil vom 28. Februar 2013 C-425\/11, Ettwein, DStR 2013, 514 Tenor &nbsp; 1. Der Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid f\u00fcr 2008 vom 30. 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