{"id":42251,"date":"2013-05-24T09:22:04","date_gmt":"2013-05-24T07:22:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=42251"},"modified":"2013-05-24T09:22:04","modified_gmt":"2013-05-24T07:22:04","slug":"vii-b-77-12-verstoss-gegen-den-klaren-inhalt-der-akten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-77-12-verstoss-gegen-den-klaren-inhalt-der-akten\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;77\/12 &#8211; Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.3.2013, VII B 77\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Seit dem &#8230;&nbsp;M&auml;rz 2006 war der Kl&auml;ger und Beschwerdegegner (Kl&auml;ger) nomineller Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH. Zuvor war dessen Ehefrau (E) in der Zeit vom 10.&nbsp;September 2000 bis zum &#8230;&nbsp;Januar 2006 nominelle Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zun&auml;chst gab die GmbH regelm&auml;&szlig;ig Steuererkl&auml;rungen ab. F&uuml;r die Jahre 2003 bis 2006 gab sie indes keine Umsatzsteuererkl&auml;rungen ab, so dass auf gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen beruhende Umsatzsteuerbescheide ergingen. Bis zum Jahr 2006 ergaben sich erhebliche Steuerr&uuml;ckst&auml;nde, deren Vollstreckung bei der GmbH fruchtlos verlief. Nachdem die GmbH am 9.&nbsp;September 2007 einen Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hatte, wurde &uuml;ber ihr Verm&ouml;gen am &#8230;&nbsp;September 2007 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Haftungsbescheid vom 17.&nbsp;September 2008 nahm der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Kl&auml;ger als faktischen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nach &sect;&sect;&nbsp;69, 34 und 35 der Abgabenordnung (AO) in Anspruch, wobei es von einer Inanspruchnahme der E mit der Begr&uuml;ndung absah, ausschlie&szlig;lich der Kl&auml;ger habe die Gesch&auml;fte sowohl im kaufm&auml;nnischen als auch im technischen Bereich gef&uuml;hrt. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach dem erfolglos angestrengten Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, das FA habe das ihm zustehende Auswahlermessen nicht sachgerecht ausge&uuml;bt. Bei der Ber&uuml;cksichtigung des F&uuml;r und Wider der Inanspruchnahme aller zu ber&uuml;cksichtigenden Personen habe das FA wesentlich darauf abgestellt, dass es sich beim Kl&auml;ger um einen rechtskr&auml;ftig verurteilten Steuerstraft&auml;ter handele, dessen Haftung vorgepr&auml;gt sei. Im Streitfall stelle jedoch das Abstellen auf die strafrechtliche Verfolgung des Kl&auml;gers wegen Steuerhinterziehung eine Ermessensunterschreitung dar. Denn der Gegenstand der strafrechtlichen Verurteilung und der der Haftung zugrunde gelegte Sachverhalt seien in keiner Weise deckungsgleich. Der Kl&auml;ger sei lediglich wegen Hinterziehung von K&ouml;rperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2001 verurteilt worden. Dies hingegen sei nicht Gegenstand des vom FA der Haftung des Kl&auml;gers zugrunde gelegten Sachverhalts. Das FA werfe dem Kl&auml;ger lediglich Nichtzahlung von Steuern im F&auml;lligkeitszeitpunkt sowie die versp&auml;tete Abgabe der Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Jahre 2003 bis 2006 und eine dadurch bedingte versp&auml;tete Festsetzung der Umsatzsteuer f&uuml;r diese Jahre vor. Insoweit k&ouml;nne nicht von einer Vorpr&auml;gung des Ermessens ausgegangen werden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt das FA die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO) und wegen Verfahrensfehlern (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Im Streitfall sei der vorliegende Sachverhalt vom FG fehlerhaft und nicht vollst&auml;ndig gew&uuml;rdigt worden. Dem Kl&auml;ger werde auch die Nichtzahlung von Steuern f&uuml;r die Jahre 1997 bis 2002 vorgeworfen, insoweit sei in Bezug auf diesen Zeitraum von einer Deckungsgleichheit von Strafbefehl und Haftungsbescheid auszugehen. Darauf sei der Berichterstatter in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG aufmerksam gemacht worden. Die von ihm daraufhin angek&uuml;ndigte &Auml;nderung des Sachverhalts sei jedoch unterblieben. Bei der Aus&uuml;bung seines Ermessens habe das FA nicht nur auf die Vorpr&auml;gung des Ermessens durch den Strafbefehl, sondern auch auf eine Reihe anderer Umst&auml;nde abgestellt. Damit sei belegt worden, dass der Kl&auml;ger seine Ehefrau lediglich zum Schein eingesetzt und von der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausgeschlossen habe. Bei seiner Entscheidung habe das FG lediglich die Vorpr&auml;gung durch den Strafbefehl willk&uuml;rlich herausgesucht und gew&uuml;rdigt. Daher sei das Urteil objektiv willk&uuml;rlich und m&uuml;sse nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO aufgehoben werden. Zudem liege ein Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten vor (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Ein weiterer Verfahrensmangel ergebe sich aus der Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes i.V.m. &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Die gesamte Sachverhaltsdarstellung aus der Einspruchsentscheidung sei im Urteil nicht dargestellt. Zudem habe das FG in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keinen Hinweis auf die seiner Ansicht nach bestehende Unterschreitung des Auswahlermessens gegeben. Insoweit handele es sich um eine unzul&auml;ssige &Uuml;berraschungsentscheidung. Schlie&szlig;lich sei die Frage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, ob das der Finanzbeh&ouml;rde zustehende Entschlie&szlig;ungs- und Auswahlermessen bei der Frage der Haftung nach &sect;&nbsp;69 AO im Fall einer vors&auml;tzlich begangenen Steuerstraftat in der Weise vorgepr&auml;gt sei, dass es einer besonderen Begr&uuml;ndung dieser Ermessensentscheidung nicht bed&uuml;rfe. Im Streitfall gehe es um die an die Aus&uuml;bung des Auswahlermessens zu stellenden Anforderungen in F&auml;llen, in denen es sich beim Haftungsschuldner um einen nach &sect;&nbsp;69 AO Haftenden und zugleich um einen Steuerhinterzieher handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist der Beschwerde entgegengetreten. Im vorliegenden Fall sei eine Vorpr&auml;gung deshalb irrelevant, weil der Haftungsbescheid am 17.&nbsp;September 2008 ergangen sei. Zu diesem Zeitpunkt seien jedoch erst Ermittlungen eingeleitet worden, die erst im Mai 2009 zu einem Strafbefehl f&uuml;hrten. Entgegen der Auffassung des FA habe das FG den Sachverhalt zutreffend gew&uuml;rdigt. Verfahrensfehler seien nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG, denn dieses hat seine &Uuml;berzeugung nicht aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO) gewonnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO verpflichtet, sich bei seiner Entscheidung auf das Gesamtergebnis des Verfahrens zu st&uuml;tzen. Dazu hat es den Inhalt der ihm vorliegenden Akten vollst&auml;ndig und einwandfrei zu ber&uuml;cksichtigen (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2.&nbsp;November 2010 II&nbsp;B&nbsp;61\/10, BFH\/NV 2011, 307, und vom 22.&nbsp;Juli 2004 II&nbsp;B&nbsp;26\/03, BFH\/NV 2004, 1546). Neben dem Akteninhalt geh&ouml;rt hierzu auch das Vorbringen der Beteiligten (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Dezember 1978 I&nbsp;R&nbsp;131\/75, BFHE 126, 379, BStBl II 1979, 162). Das FG verletzt seine Pflicht zur vollst&auml;ndigen und zutreffenden Ber&uuml;cksichtigung des Streitstoffs, wenn es eine nach den Akten klar feststehende Tatsache oder einen bestimmten Tatsachenvortrag erkennbar unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst, obwohl dieser auf der Basis seiner materiell-rechtlichen Auffassung entscheidungserheblich sein kann (BFH-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;Juli 2007 V&nbsp;B&nbsp;6\/06, BFH\/NV 2007, 1809, und vom 24.&nbsp;Juli 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;233\/05, BFH\/NV 2006, 2110).&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seiner Urteilsbegr&uuml;ndung hat das FG ausgef&uuml;hrt, dass der Gegenstand der strafrechtlichen Verurteilung und der der Haftung zugrunde gelegte Sachverhalt in keiner Weise deckungsgleich seien. Der Kl&auml;ger sei wegen Hinterziehung von K&ouml;rperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2001 verurteilt worden; dies sei jedoch nicht Gegenstand des vom FA der Haftung des Kl&auml;gers zugrunde gelegten Sachverhalts. Diese Feststellungen stimmen jedoch nicht mit dem Inhalt der angefochtenen und bei den Akten befindlichen Verwaltungsentscheidungen &uuml;berein. Danach hat das FA den Kl&auml;ger als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH f&uuml;r deren Abgabenschulden f&uuml;r die Zeit vom 10.&nbsp;September 2000 bis zum 9.&nbsp;September 2007 als Haftungsschuldner in Anspruch genommen; wobei die Abgabenr&uuml;ckst&auml;nde auf den Umsatzsteuerbescheiden f&uuml;r die Jahre 1997 bis 2006 sowie den K&ouml;rperschaftsteuerbescheiden 1997, 1998, 1999 und 2001 beruhen. Entgegen der Annahme des FG ergibt sich aus dem insoweit klaren Inhalt der Akten, dass zumindest die Umsatzsteuer sowie die K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2001 sehr wohl Gegenstand des vom FA der Haftung zugrunde gelegten Sachverhalts gewesen sind. In der Einspruchsentscheidung hat das FA auf den Strafbefehl Bezug genommen und ausdr&uuml;cklich auf die Verurteilung des Kl&auml;gers wegen Hinterziehung von K&ouml;rperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer f&uuml;r die Kalenderjahre 1998 bis 2001 sowie auf den Umstand hingewiesen, dass der Strafbefehl auf der T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in seiner Eigenschaft als faktischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH beruhe. Insoweit begegnet es auch keinen rechtlichen Bedenken, dass das FA unter Beachtung der Senatsrechtsprechung insoweit von einer Vorpr&auml;gung des Auswahlermessens ausgegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dar&uuml;ber hinaus ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass das FA den Haftungsbescheid und die Einspruchsentscheidung &#8211;entgegen der Darstellung des FG&#8211; nicht allein auf die teilweise Vorpr&auml;gung der Ermessensentscheidung gest&uuml;tzt hat. Vielmehr hat es die Bet&auml;tigung des Auswahlermessens auch damit begr&uuml;ndet, dass die Ehefrau des Kl&auml;gers aufgrund der Gesamtumst&auml;nde des vorliegenden Sachverhalts in einem derartigen Ma&szlig;e von der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausgeschlossen gewesen sei, dass ihr kaum M&ouml;glichkeiten verblieben seien, in die F&uuml;hrung des Betriebes einzugreifen oder sich durch Niederlegung ihrer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrert&auml;tigkeit zu widersetzen. Ausf&uuml;hrlich hat das FA in der Einspruchsentscheidung die tats&auml;chlichen Umst&auml;nde dargelegt, die seiner Ansicht nach f&uuml;r die angenommene Verdr&auml;ngung der E in ihrem Amt als nominelle Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin sprechen. Bei diesem Befund ist es nicht nachvollziehbar, warum das FG in Abweichung vom Inhalt der Akten zu dem Schluss gelangt ist, das FA habe im Rahmen der Begr&uuml;ndung des Auswahlermessens ausschlie&szlig;lich auf die strafrechtliche Verurteilung abgestellt und insoweit das ihm zustehende Ermessen unterschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Aufgrund des aufgezeigten Verfahrensmangels ist das erstinstanzliche Urteil aufzuheben. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r zweckm&auml;&szlig;ig, von der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO auch im Beschwerdeverfahren bestehenden M&ouml;glichkeit der Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG Gebrauch zu machen. Im zweiten Rechtsgang wird das FG Gelegenheit haben, die Bet&auml;tigung des Auswahlermessens durch das FA und dessen Begr&uuml;ndung in den angefochtenen Verwaltungsakten nochmals zu &uuml;berpr&uuml;fen, wobei nach Auffassung des beschlie&szlig;enden Senats aufgrund des insoweit klaren Inhalts der Akten nicht ohne Weiteres von einer Ermessensunterschreitung ausgegangen werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.3.2013, VII B 77\/12 Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten Tatbestand 1&nbsp; I. Seit dem &#8230;&nbsp;M&auml;rz 2006 war der Kl&auml;ger und Beschwerdegegner (Kl&auml;ger) nomineller Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH. 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