{"id":43656,"date":"2013-05-29T15:43:08","date_gmt":"2013-05-29T13:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43656"},"modified":"2013-05-29T15:43:08","modified_gmt":"2013-05-29T13:43:08","slug":"x-b-134-12-feststellung-einer-forderung-zur-insolvenztabelle-beendet-nicht-die-unterbrechung-eines-finanzgerichtlichen-verfahrens-ueber-diese-forderung-anmeldung-der-gerichtskosten-zur-insolvenztabell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-134-12-feststellung-einer-forderung-zur-insolvenztabelle-beendet-nicht-die-unterbrechung-eines-finanzgerichtlichen-verfahrens-ueber-diese-forderung-anmeldung-der-gerichtskosten-zur-insolvenztabell\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;134\/12 &#8211; Feststellung einer Forderung zur Insolvenztabelle beendet nicht die Unterbrechung eines finanzgerichtlichen Verfahrens &uuml;ber diese Forderung &#8211; Anmeldung der Gerichtskosten zur Insolvenztabelle &#8211; beschwerdef&auml;hige Entscheidung &uuml;ber die Fortsetzung des unterbrochenen Verfahrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.5.2013, X B 134\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Feststellung einer Forderung zur Insolvenztabelle beendet nicht die Unterbrechung eines finanzgerichtlichen Verfahrens &uuml;ber diese Forderung &#8211; Anmeldung der Gerichtskosten zur Insolvenztabelle &#8211; beschwerdef&auml;hige Entscheidung &uuml;ber die Fortsetzung des unterbrochenen Verfahrens<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird w&auml;hrend eines finanzgerichtlichen Verfahrens &uuml;ber einen Steueranspruch das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Steuerpflichtigen er&ouml;ffnet und das Klageverfahren dadurch unterbrochen, bewirkt die widerspruchslose Feststellung der Steuerforderung zur Insolvenztabelle zwar die Erledigung des Finanzrechtsstreits in der Hauptsache, beendet aber nicht zugleich die Unterbrechung des finanzgerichtlichen Verfahrens (Aufgabe der in den BFH-Beschl&uuml;ssen vom 23. Juni 2008 VIII B 12\/08, BFH\/NV 2008, 1691; vom 10. November 2010 IV B 11\/09, BFH\/NV 2011, 649, und IV B 18\/09, BFH\/NV 2011, 65 vertretenen Auffassung mit Zustimmung der betroffenen Senate).&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Geb&uuml;hrenfiskus kann die im finanzgerichtlichen Verfahren entstandenen Gerichtskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 2 Nr. 4 GKG und &sect; 41 Abs. 1 InsO unabh&auml;ngig von einer formalen Beendigung des unterbrochenen Klageverfahrens als Insolvenzforderungen zur Insolvenztabelle anmelden.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>3. L&auml;dt das FG w&auml;hrend der Unterbrechung eines finanzgerichtlichen Verfahrens zur m&uuml;ndlichen Verhandlung, liegt in der Ladung zugleich die (beschwerdef&auml;hige) Entscheidung, das unterbrochene Verfahren fortzusetzen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Beim Finanzgericht (FG) ist seit dem Jahr 2009 ein Verfahren anh&auml;ngig, in dem sich der Steuerpflichtige und Insolvenzschuldner (S) gegen die Zusch&auml;tzung von Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb im Anschluss an eine Au&szlig;en- bzw. Fahndungspr&uuml;fung wandte. Am 14.&nbsp;April 2010 wurde das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des S er&ouml;ffnet und der Beschwerdef&uuml;hrer zum Treuh&auml;nder bestellt, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;313 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) im vereinfachten Insolvenzverfahren die Aufgaben des Insolvenzverwalters wahrnimmt. Dies f&uuml;hrte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;240 Satz&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. &sect;&nbsp;155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Unterbrechung des finanzgerichtlichen Verfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das im Klageverfahren beklagte Finanzamt (FA) meldete die Steuerforderungen zur Insolvenztabelle an. Die angemeldeten Betr&auml;ge wurden mangels eines Widerspruchs des Beschwerdef&uuml;hrers zur Insolvenztabelle festgestellt. Daraufhin hat das FA den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt erkl&auml;rt und beantragt, dem Beschwerdef&uuml;hrer die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Der Beschwerdef&uuml;hrer hat es demgegen&uuml;ber trotz entsprechender Aufforderung durch das FG abgelehnt, eine verfahrensaufnehmende oder -beendende Erkl&auml;rung abzugeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 19.&nbsp;Juni 2012, eingegangen beim Beschwerdef&uuml;hrer am selben Tage, lud das FG den Beschwerdef&uuml;hrer zu einer auf den 19.&nbsp;Juli 2012 terminierten m&uuml;ndlichen Verhandlung. Hintergrund ist der Wunsch des FG, eine Kostenentscheidung zu treffen, um die Gerichtskosten ansetzen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen hat der Beschwerdef&uuml;hrer am 29.&nbsp;Juni 2012 Beschwerde erhoben. Er h&auml;lt die Beschwerde f&uuml;r zul&auml;ssig, weil die ergangene Ladung hier nicht lediglich als prozessleitende Verf&uuml;gung anzusehen sei, sondern zugleich die Entscheidung des FG enthalte, das unterbrochene Verfahren fortzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat der Beschwerde nicht abgeholfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 17.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;S&nbsp;24\/12 (BFH\/NV 2012, 1638) hat der erkennende Senat auf Antrag des Beschwerdef&uuml;hrers die Vollziehung der in der Ladung zur m&uuml;ndlichen Verhandlung enthaltenen Entscheidung des FG, das unterbrochene Verfahren fortzusetzen, bis zum Ergehen einer Entscheidung im vorliegenden Beschwerdeverfahren ausgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beschwerdef&uuml;hrer beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/><\/br>die Entscheidung des FG K&ouml;ln, das unterbrochene Verfahren 6&nbsp;K&nbsp;2055\/09 fortzusetzen, aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat sich im Beschwerdeverfahren nicht ge&auml;u&szlig;ert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Senat kann trotz der Unterbrechung des Verfahrens &uuml;ber ein Rechtsmittel entscheiden, das &#8211;wie die vorliegende Beschwerde&#8211; auf die Nichtbeachtung der Unterbrechung durch das FG gest&uuml;tzt wird (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;September 2004 IV&nbsp;B&nbsp;42\/03, BFH\/NV 2005, 365). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Zul&auml;ssigkeit der Beschwerde steht nicht entgegen, dass sie sich &#8211;jedenfalls vordergr&uuml;ndig&#8211; gegen die Anberaumung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung richtet, die als prozessleitende Verf&uuml;gung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;2 FGO nicht anfechtbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Anberaumung der m&uuml;ndlichen Verhandlung ist konkludent zugleich die Entscheidung enthalten, das bisher unterbrochene Klageverfahren fortzusetzen. Denn in der Rechtsprechung ist &#8211;soweit ersichtlich&#8211; unbestritten, dass das Gericht in einem unterbrochenen Verfahren w&auml;hrend der Fortdauer des Unterbrechungszustands keinen Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung anberaumen darf (vgl. Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 19.&nbsp;Dezember 1989 VI&nbsp;ZR&nbsp;32\/89, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 1990, 342, unter II.A.2.). Da nicht erkennbar ist, dass das FG von dieser einhelligen Auffassung abweichen wollte, ist die Ladung aus Sicht eines verst&auml;ndigen Prozessbeteiligten so auszulegen, dass das Gericht damit zugleich die Fortsetzung des unterbrochenen Verfahrens angeordnet hat. Eine solche Anordnung ist aber nach &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;1 FGO beschwerdef&auml;hig, da sie nicht in &sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;2 FGO genannt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch im Zivilprozess, in dem gew&ouml;hnliche Ladungen und Terminsbestimmungen gleichfalls nicht mit der Beschwerde (dort sofortige Beschwerde gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;567 ZPO) anfechtbar sind (Z&ouml;ller\/ He&szlig;ler, ZPO, 29.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;567 Rz&nbsp;31; Baumbach\/Lauterbach\/ Albers\/Hartmann, Zivilprozessordnung, 71.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;567 Rz&nbsp;8 &quot;Prozessleitung&quot;), wird eine Ladung, die in einem unterbrochenen Verfahren ergeht, als beschwerdef&auml;hige Entscheidung angesehen (vgl. Oberlandesgericht &#8211;OLG&#8211; M&uuml;nchen, Beschluss vom 6.&nbsp;Oktober 2005&nbsp;&nbsp;7&nbsp;W&nbsp;2516\/05, Betriebs-Berater 2005, 2436; Z&ouml;ller\/Greger, a.a.O., &sect;&nbsp;252 Rz&nbsp;1; Baumbach\/Lauterbach\/ Albers\/Hartmann, a.a.O., &sect;&nbsp;252 Rz&nbsp;9 &quot;Termin&quot;; ebenso OLG M&uuml;nchen, Beschluss vom 30.&nbsp;Dezember 1987&nbsp;&nbsp;5&nbsp;W&nbsp;3563, 3596\/87, NJW-RR 1989, 64, zur Beschwerdef&auml;higkeit des Beschlusses &uuml;ber die Ablehnung eines Terminsverlegungsantrags, wenn darin zugleich die konkludente Ablehnung eines Antrags auf Ruhen des Verfahrens enthalten ist).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beschwerdef&uuml;hrer kann auch nicht darauf verwiesen werden, die Ladung zun&auml;chst hinzunehmen und stattdessen Rechtsschutz gegen die aufgrund der m&uuml;ndlichen Verhandlung ergehende Endentscheidung zu suchen. Denn aufgrund der Durchf&uuml;hrung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung w&uuml;rden f&uuml;r den Beschwerdef&uuml;hrer &#8211;und damit letztlich die Insolvenzmasse&#8211; weitere Kosten entstehen, die durch eine Kl&auml;rung der Sach- und Rechtslage, die bereits im Vorfeld der m&uuml;ndlichen Verhandlung stattfindet, vermeidbar sind. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht nicht entgegen, dass durch die grunds&auml;tzliche Konzentration m&ouml;glicher Rechtsmittel auf die Endentscheidung eine Verfahrensverz&ouml;gerung vermieden w&uuml;rde, die im Falle der Zulassung der Anfechtung von Vorab-Entscheidungen &uuml;ber die Fortsetzung des Verfahrens eintr&auml;te. Denn im Streitfall w&auml;re auch im Rahmen der Endentscheidung materiell-rechtlich nur noch zu kl&auml;ren, ob die Unterbrechung des Verfahrens fortdauert oder nicht. Diese Frage kann aber in vollem Umfang bereits im vorliegenden Beschwerdeverfahren gegen die streitgegenst&auml;ndliche Entscheidung des FG &uuml;ber die Fortsetzung des Klageverfahrens gekl&auml;rt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Beschwerde ist auch begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG darf w&auml;hrend der Fortdauer der Unterbrechung keine Verfahrenshandlungen vornehmen. Denn die Vorschrift des &sect;&nbsp;249 Abs.&nbsp;2 ZPO, nach der die w&auml;hrend der Verfahrensunterbrechung von einer Partei (einem Beteiligten) in Ansehung der Hauptsache vorgenommenen Prozesshandlungen ohne rechtliche Wirkung sind, gilt auch f&uuml;r Entscheidungen des Gerichts (BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;April 2004 XI&nbsp;B&nbsp;17\/01, BFH\/NV 2004, 1285). Dies folgt bereits aus der Existenz des &sect;&nbsp;249 Abs.&nbsp;3 ZPO, der eine Ausnahme von dem Grundsatz der Unwirksamkeit auch gerichtlicher Handlungen w&auml;hrend einer Verfahrensunterbrechung enth&auml;lt (vgl. BGH-Urteil in NJW-RR 1990, 342, unter II.A.2., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens bleibt ein finanzgerichtliches Verfahren unterbrochen, bis es nach den f&uuml;r das Insolvenzverfahren geltenden Vorschriften aufgenommen oder das Insolvenzverfahren beendet wird (&sect;&nbsp;240 Satz&nbsp;1 ZPO). Eine verfahrensabschlie&szlig;ende Einstellung des unterbrochenen Verfahrens durch das FG ist nicht zul&auml;ssig (BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;Februar 2004 IV&nbsp;B&nbsp;209\/03, BFH\/NV 2004, 966, unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend ist bisher weder das finanzgerichtliche Verfahren aufgenommen noch das Insolvenzverfahren beendet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Umstand, dass weder der Insolvenzverwalter noch einer der Insolvenzgl&auml;ubiger noch der Schuldner der Feststellung der urspr&uuml;nglich streitbefangenen Forderungen zur Insolvenztabelle widersprochen hat, bewirkt im finanzgerichtlichen Verfahren zwar die Erledigung der Hauptsache (allgemeine Auffassung; vgl. Z&ouml;ller\/Greger, a.a.O., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;13; Stein\/Jonas\/Roth, ZPO, 22.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;27; Gehrlein in M&uuml;nchener Kommentar zur ZPO, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;22, 31). Er f&uuml;hrt aber nicht dazu, dass die Unterbrechung des Klageverfahrens endet. Eine solche Rechtsfolge l&auml;sst sich weder aus dem Wortlaut noch aus dem Zweck des &sect;&nbsp;240 ZPO ableiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Insbesondere w&auml;re es nicht zul&auml;ssig, die Feststellung der Forderung zur Tabelle als &quot;Beendigung des Insolvenzverfahrens in Bezug auf diese Forderung&quot; anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen entspricht es &#8211;soweit ersichtlich&#8211; einhelliger Auffassung in der Kommentarliteratur, dass der Terminus &quot;das Insolvenzverfahren beendet wird&quot; unter R&uuml;ckgriff auf die insolvenzrechtlichen Normen auszulegen ist, die eine Aufhebung oder Einstellung des (gesamten) Insolvenzverfahrens vorsehen (vgl. &#8211;statt aller&#8211; Z&ouml;ller\/Greger, a.a.O., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;15; Stein\/Jonas\/Roth, a.a.O., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;17). Danach endet das Insolvenzverfahren durch Aufhebung in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 InsO (Aufhebung des Er&ouml;ffnungsbeschlusses im Rechtsmittelverfahren), &sect;&nbsp;200 InsO (Aufhebung des Insolvenzverfahrens nach Vollziehung der Schlussverteilung) und &sect;&nbsp;258 InsO (Aufhebung des Insolvenzverfahrens nach rechtskr&auml;ftiger Best&auml;tigung eines Insolvenzplans). Es endet durch Einstellung in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;207 InsO (die Insolvenzmasse reicht nicht aus, um die Kosten des Verfahrens zu decken), &sect;&nbsp;211 InsO (nach Verteilung der Insolvenzmasse in F&auml;llen der Masseunzul&auml;nglichkeit), &sect;&nbsp;212 InsO (Einstellung wegen Wegfalls des Grundes f&uuml;r die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens) und &sect;&nbsp;213 InsO (Einstellung mit Zustimmung aller Insolvenzgl&auml;ubiger). Eine Beendigung des Insolvenzverfahrens in Bezug auf <em>einzelne<\/em> gegen den Schuldner gerichtete Forderungen sehen die &#8211;gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 InsO auf eine gemeinschaftliche Befriedigung aller Gl&auml;ubiger gerichteten&#8211; Vorschriften der InsO hingegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen ist das Insolvenzverfahren &quot;f&uuml;r diese Forderungen&quot; mitnichten beendet. Sie sind lediglich zur Tabelle festgestellt, d.h. ihr <em>Bestehen<\/em> ist unstreitig. In welcher H&ouml;he auf diese Forderungen im Rahmen der noch ausstehenden Abschlags- oder Schlussverteilungen (&sect;&sect;&nbsp;195, 196 InsO) tats&auml;chliche <em>Zahlungen<\/em> zu leisten sein werden, ist damit aber noch nicht gekl&auml;rt. Vor diesem Zeitpunkt wird man aber auch in Bezug auf die konkreten Forderungen nicht von einer &quot;Beendigung des Insolvenzverfahrens&quot; sprechen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch der Zweck des &sect;&nbsp;240 ZPO gebietet nicht dessen Auslegung &uuml;ber den Wortlaut hinaus dahingehend, dass die Unterbrechungswirkung mit der Feststellung der Insolvenzforderung zur Tabelle entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Zum einen tr&auml;te gerade durch die Fortsetzung des unterbrochenen Verfahrens die Gl&auml;ubigerbenachteiligung ein, die &sect;&nbsp;240 ZPO vermeiden will. Denn solange das Insolvenzverfahren als solches noch anh&auml;ngig ist, w&auml;re der Insolvenzverwalter (hier: Treuh&auml;nder) kraft Amtes Beteiligter des fortgef&uuml;hrten finanzgerichtlichen Klageverfahrens. Dies gilt auch dann, wenn er selbst das Verfahren weder aufgenommen hat noch aufnehmen will (vgl. BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;November 2010 IV&nbsp;B&nbsp;11\/09, BFH\/NV 2011, 649, unter II.1.). Damit w&auml;ren die Kosten des &#8211;erfolglosen&#8211; finanzgerichtlichen Verfahrens dem Insolvenzverwalter aufzuerlegen und gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;55 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 InsO als Masseverbindlichkeiten anzusehen (vgl. hierzu Kayser in Kreft, Heidelberger Kommentar zur InsO, 6.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;85 Rz&nbsp;59 und &sect;&nbsp;86 Rz&nbsp;20). Derartige Masseverbindlichkeiten sind vom Insolvenzverwalter aber vorrangig vor den sonstigen Insolvenzverbindlichkeiten zu befriedigen (&sect;&nbsp;53 InsO). Durch die Fortsetzung des Verfahrens mit anschlie&szlig;ender Kostenentscheidung w&uuml;rde der Geb&uuml;hrenfiskus daher eine Masseforderung erlangen, die im Verh&auml;ltnis zu den Forderungen aller anderen Insolvenzgl&auml;ubiger vorrangig w&auml;re; alle anderen Gl&auml;ubiger w&auml;ren benachteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bliebe das finanzgerichtliche Verfahren hingegen unterbrochen, h&auml;tte der Geb&uuml;hrenfiskus die &#8211;gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 des Gerichtskostengesetzes (GKG) und &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 InsO unabh&auml;ngig von einer formalen Beendigung des unterbrochenen Klageverfahrens als f&auml;llig geltende&#8211; Kostenforderung zur Insolvenztabelle anzumelden. Er w&uuml;rde damit ebenso behandelt wie alle anderen Insolvenzgl&auml;ubiger auch. Dies entspricht dem Grundgedanken der insolvenzrechtlichen Vorschriften (Gleichbehandlung und gemeinschaftliche Befriedigung aller Gl&auml;ubiger), da die Kostenforderung durch eine Handlung des Schuldners vor Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens &#8211;ohne Mitwirkung des Insolvenzverwalters&#8211; ausgel&ouml;st worden ist und kein Grund f&uuml;r eine Privilegierung dieser Kostenforderung ersichtlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit in der Literatur vereinzelt vertreten wird, in der widerspruchslosen Eintragung der Forderung zur Insolvenztabelle durch den Insolvenzverwalter liege zugleich eine prozessbeendende Erkl&auml;rung des Insolvenzverwalters (so Bartone in seiner Anmerkung zur Entscheidung des Senats im Verfahren der Aussetzung der Vollziehung im vorliegenden Sachverhalt, juris PraxisReport Steuerrecht 47\/2012, Anm.&nbsp;3, unter C.III.), &uuml;berzeugt dies nicht. Die Fiktion einer solchen Erkl&auml;rung w&auml;re mit der Interessenlage des Insolvenzverwalters und seiner gesetzlichen Aufgabenstellung nicht in Einklang zu bringen. Der Insolvenzverwalter hat das zur Insolvenzmasse geh&ouml;rige Verm&ouml;gen zu verwalten (&sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 InsO) und dabei die Interessen der Gesamtheit der Gl&auml;ubiger zu ber&uuml;cksichtigen, nicht aber durch Abgabe rechtlich nicht gebotener prozessbeendender Erkl&auml;rungen zus&auml;tzliche Verbindlichkeiten zu Lasten der Masse zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Zum anderen ersch&ouml;pft sich der Zweck des &sect;&nbsp;240 ZPO nicht allein in der Vermeidung einer Benachteiligung der &uuml;brigen Gl&auml;ubiger. Die Vorschrift soll vielmehr auch dem Verlust der Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsbefugnis des Schuldners Rechnung tragen (vgl. Z&ouml;ller\/Greger, a.a.O., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;1). Dieser Gesichtspunkt besteht aber auch dann bis zur Beendigung des &#8211;gesamten&#8211; Insolvenzverfahrens fort, wenn die Forderung zur Tabelle festgestellt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit diese Entscheidung von der bisherigen Rechtsprechung des IV. und VIII.&nbsp;Senats des BFH abweicht, haben die betroffenen Senate der Abweichung zugestimmt (unten a). Von den Entscheidungen anderer Senate des BFH oder von der Rechtsprechung des BGH weicht der erkennende Senat hingegen nicht ab (unten b, c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der VIII.&nbsp;Senat des BFH hat im Beschluss vom 23.&nbsp;Juni 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;12\/08 (BFH\/NV 2008, 1691, unter I.a) die Auffassung vertreten, die Unterbrechungswirkung ende, wenn der Insolvenzverwalter die Aufnahme des Verfahrens ablehne oder die streitige Forderung anerkenne (zustimmend Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;74 FGO Rz&nbsp;27; Th&uuml;rmer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;74 FGO Rz&nbsp;135; a.A. FG K&ouml;ln, Beschluss vom 25.&nbsp;Juni 2010&nbsp;&nbsp;13&nbsp;K&nbsp;10\/08, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2010, 1909, unter II.b., rkr.; B&uuml;chter-Hole, EFG 2010, 1910). Auf Anfrage des erkennenden Senats hat er indes erkl&auml;rt, daran nicht mehr festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der IV.&nbsp;Senat hat einer Abweichung von seinen Beschl&uuml;ssen in BFH\/NV 2011, 649 und vom 10.&nbsp;November 2010 IV&nbsp;B&nbsp;18\/09 (BFH\/NV 2011, 650) zugestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat weicht mit seiner Auffassung nicht von den im Beschluss des VIII.&nbsp;Senats in BFH\/NV 2008, 1691 genannten h&ouml;chstrichterlichen Entscheidungen (BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Oktober 2003 V&nbsp;B&nbsp;67\/03, BFH\/NV 2004, 349; BGH-Urteil vom 24.&nbsp;Juli 2003 IX&nbsp;ZR&nbsp;333\/00, NJW-RR 2004, 48) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der V.&nbsp;Senat hat im Beschluss in BFH\/NV 2004, 349 lediglich den Gesetzeswortlaut wiedergegeben, wonach die Unterbrechung eines gerichtlichen Verfahrens durch ein Insolvenzverfahren solange dauere, bis es nach den f&uuml;r das Insolvenzverfahren geltenden Vorschriften aufgenommen oder das Insolvenzverfahren beendet werde. Im dortigen Streitfall hatte der Insolvenzverwalter die Aufnahme des Rechtsstreits abgelehnt, worauf der Schuldner &#8211;was durch &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 InsO erm&ouml;glicht wird&#8211; den Rechtsstreit aufgenommen hatte. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem BGH-Urteil in NJW-RR 2004, 48 (unter I.2.b) lag gleichfalls ein Sachverhalt zugrunde, in dem nach Ablehnung der Aufnahme durch den Insolvenzverwalter der Schuldner selbst das Verfahren aufgenommen hatte. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der erkennende Senat weicht auch nicht von dem in den Beschl&uuml;ssen des IV.&nbsp;Senats in BFH\/NV 2011, 649 und 650 zitierten Beschluss des BGH vom 2.&nbsp;Februar 2005 XII&nbsp;ZR&nbsp;233\/02 (Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Insolvenzrecht &#8211;ZInsO&#8211; 2005, 372) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im dortigen Verfahren hatte das Berufungsgericht die beiden Beklagten als Gesamtschuldner zur Zahlung r&uuml;ckst&auml;ndigen Mietzinses verurteilt und zudem eine Widerklage des Beklagten zu&nbsp;2. auf Feststellung der Nichtigkeit des Mietvertrags abgewiesen. Hiergegen richteten sich die Nichtzulassungsbeschwerden beider Beklagten. W&auml;hrend des Rechtsmittelverfahrens wurde das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Beklagten zu 1. er&ouml;ffnet. Der Insolvenzverwalter stellte die rechtsh&auml;ngige Forderung zur Tabelle fest. Der BGH entschied &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde des &#8211;nicht vom Insolvenzverfahren betroffenen&#8211; Beklagten zu 2. und traf im Verfahren der Beklagten zu 1. eine Kostenentscheidung. Die hiergegen gerichtete Gegenvorstellung der Beklagten zu 1. wies der BGH mit dem &#8211;allein ver&ouml;ffentlichten&#8211; Beschluss in ZInsO 2005, 372 zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Der BGH begr&uuml;ndete zun&auml;chst, dass er &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten zu 2. habe entscheiden d&uuml;rfen, weil insoweit die Insolvenzmasse der Beklagten zu 1. nicht ber&uuml;hrt sei. Sodann f&uuml;hrte er aus, mit der Eintragung in die Insolvenztabelle habe sich der Rechtsstreit der Beklagten zu 1. in der Hauptsache erledigt. Anschlie&szlig;end differenzierte er hinsichtlich der Unterbrechung des Verfahrens und der Zul&auml;ssigkeit des Ergehens einer Kostenentscheidung wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Sei die gesamte fr&uuml;here Hauptsache erledigt, werde die Kostenentscheidung als einzig verbliebene Streitposition selbst zur Hauptsache; die Unterbrechung nach &sect;&nbsp;240 ZPO dauere dann fort.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Sei die Kostenentscheidung hingegen blo&szlig;e Nebenentscheidung, weil ein Teil der fr&uuml;heren Hauptsache erhalten bleibe und nicht vom Insolvenzverfahren betroffen sei, d&uuml;rfe die Kostenentscheidung ergehen, weil nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;249 Abs.&nbsp;2 ZPO w&auml;hrend der Unterbrechung nur Handlungen &quot;in Ansehung der Hauptsache&quot; ohne rechtliche Wirkung seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weil im Fall des BGH die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten zu 2. als &#8211;nicht vom Insolvenzverfahren betroffene&#8211; &quot;Hauptsache&quot; anzusehen sei, d&uuml;rfe die Kostenentscheidung als blo&szlig;e Nebenentscheidung ungeachtet der Unterbrechung des Verfahrens ergehen, und zwar auch mit Wirkung f&uuml;r die Beklagte zu&nbsp;1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unabh&auml;ngig davon, ob der erkennende Senat den Ausf&uuml;hrungen des BGH zu der zweiten von ihm gebildeten Fallgruppe folgen k&ouml;nnte, vertritt danach auch der BGH f&uuml;r den Regelfall &#8211;der dadurch gekennzeichnet ist, dass auf Seiten des Schuldners keine weitere Person am Verfahren beteiligt ist&#8211; die Auffassung, dass die Unterbrechung fortdauert und w&auml;hrend des Unterbrechungszustands keine Kostenentscheidung getroffen werden darf (so auch ausdr&uuml;cklich der im BGH-Beschluss in ZInsO 2005, 372 zitierte Beschluss des OLG Bamberg vom 13.&nbsp;April 2000&nbsp;&nbsp;7&nbsp;W&nbsp;2,&nbsp;3\/00, OLG-Report Bamberg 2001, 255; ferner &#8211;mit ausf&uuml;hrlicher und zutreffender Begr&uuml;ndung&#8211; FG K&ouml;ln, EFG 2010, 1909, unter II.a; Z&ouml;ller\/Greger, a.a.O., &sect;&nbsp;240 Rz&nbsp;13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Gerichtskosten werden nicht erhoben, da die Beschwerde Erfolg hatte (vgl. Nr.&nbsp;6502 des Kostenverzeichnisses zum GKG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Kostenentscheidung hinsichtlich der au&szlig;ergerichtlichen Kosten ist ebenfalls nicht zu treffen, da das Beschwerdeverfahren ein unselbst&auml;ndiges Zwischenverfahren zu dem &#8211;weiterhin beim FG anh&auml;ngigen&#8211; Hauptsacheverfahren ist (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2004, 966, unter 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.5.2013, X B 134\/12 Feststellung einer Forderung zur Insolvenztabelle beendet nicht die Unterbrechung eines finanzgerichtlichen Verfahrens &uuml;ber diese Forderung &#8211; Anmeldung der Gerichtskosten zur Insolvenztabelle &#8211; beschwerdef&auml;hige Entscheidung &uuml;ber die Fortsetzung des unterbrochenen Verfahrens Leits&auml;tze 1. Wird w&auml;hrend eines finanzgerichtlichen Verfahrens &uuml;ber einen Steueranspruch das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen des Steuerpflichtigen er&ouml;ffnet &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-134-12-feststellung-einer-forderung-zur-insolvenztabelle-beendet-nicht-die-unterbrechung-eines-finanzgerichtlichen-verfahrens-ueber-diese-forderung-anmeldung-der-gerichtskosten-zur-insolvenztabell\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;134\/12 &#8211; Feststellung einer Forderung zur Insolvenztabelle beendet nicht die Unterbrechung eines finanzgerichtlichen Verfahrens &uuml;ber diese Forderung &#8211; Anmeldung der Gerichtskosten zur Insolvenztabelle &#8211; beschwerdef&auml;hige Entscheidung &uuml;ber die Fortsetzung des unterbrochenen Verfahrens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-43656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43656"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43656\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}