{"id":43659,"date":"2013-05-29T15:43:31","date_gmt":"2013-05-29T13:43:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43659"},"modified":"2013-05-31T11:14:11","modified_gmt":"2013-05-31T09:14:11","slug":"ii-r-1-12-minderung-der-bemessungsgrundlage-der-grunderwerbsteuer-bei-uebernahme-der-erwerbsnebenkosten-durch-veraeusserer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-1-12-minderung-der-bemessungsgrundlage-der-grunderwerbsteuer-bei-uebernahme-der-erwerbsnebenkosten-durch-veraeusserer\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;1\/12 &#8211; Minderung der Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer bei &Uuml;bernahme der Erwerbsnebenkosten durch Ver&auml;u&szlig;erer"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 1.17em;\">BFH, Pressemitteilung Nr. 30\/13 vom 29.05.2013 zum Urteil II R 1\/12 vom 17.04.2013<\/span><\/p>\n<p>Hat sich der Verk\u00e4ufer eines Grundst\u00fccks dazu verpflichtet, dem Erwerber die Erwerbsnebenkosten zu erstatten, mindert der (erworbene) Erstattungsanspruch die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteil vom 17. April 2013 II R 1\/12 entschieden.<\/p>\n<p>Im Streitfall hatte sich der Ver\u00e4u\u00dferer im notariellen Kaufvertrag abweichend vom \u00dcblichen und der gesetzlichen Regel in \u00a7 448 Abs. 2 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs verpflichtet, dem K\u00e4ufer die Notargeb\u00fchren und die Kosten f\u00fcr die Eintragung in das Grundbuch zu erstatten. Nachdem der K\u00e4ufer die Erstattungszahlung erhalten hatte, beantragte er die \u00c4nderung des bestandskr\u00e4ftigen Grunderwerbsteuerbescheids. Einspruch und Klage blieben erfolglos; auf die Revision des Kl\u00e4gers hat der BFH die Vorentscheidung aufgehoben und die Sache an das Finanzgericht zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<p>Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer ist der Wert der Gegenleistung. Hat wie \u00fcblich der Erwerber die Erwerbsnebenkosten zu tragen, erh\u00f6hen sie nicht die Gegenleistung, denn der Erwerber schuldet diese Betr\u00e4ge nicht dem Ver\u00e4u\u00dferer und auch nicht f\u00fcr die \u00dcbertragung des Eigentums. Nichts anderes gilt im umgekehrten Fall, wenn der Verk\u00e4ufer diese Kosten zu tragen hat. In diesem Fall wendet der Erwerber einen Teil des Kaufpreises daf\u00fcr auf, um einen Kostenerstattungsanspruch zu erwerben. Gegenleistung ist aber nur der f\u00fcr den Grunderwerb aufgewendete Teil des Kaufpreises. Der vereinbarte Kaufpreis ist deshalb um den Wert des erworbenen Erstattungsanspruchs zu mindern. Der Anspruch kann mit dem Nominalwert bemessen und direkt vom Kaufpreis abgezogen werden.<\/p>\n<p>Das gilt allerdings nicht, soweit der Verk\u00e4ufer dem Erwerber auch die Grunderwerbsteuer erstattet, denn die Grunderwerbsteuer beeinflusst ihre eigene Bemessungsgrundlage nicht (\u00a7 9 Abs. 3 GrEStG). Es w\u00e4re in diesem Fall steuerlich g\u00fcnstiger, wenn der K\u00e4ufer die Grunderwerbsteuer selbst tr\u00e4gt und ein um die Grunderwerbsteuer geminderter Kaufpreis vereinbart wird.<\/p>\n<p>Im Streitfall muss noch gekl\u00e4rt werden, ob der bestandskr\u00e4ftig gewordene Grunderwerbsteuerbescheid noch ge\u00e4ndert werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.4.2013, II R 1\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Minderung der Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer bei \u00dcbernahme der Erwerbsnebenkosten durch Ver\u00e4u\u00dferer<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Ist der Ver\u00e4u\u00dferer eines Grundst\u00fccks verpflichtet, dem Erwerber Erwerbsnebenkosten zu erstatten, vermindert sich die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer um die zu erstattenden Kosten mit Ausnahme der Grunderwerbsteuer.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) bot durch notarielle Urkunde vom 24.\u00a0Juni 2005 einer AG als Verk\u00e4uferin den Abschluss eines Kaufvertrags \u00fcber eine Eigentumswohnung zu einem Kaufpreis von 98.000\u00a0EUR an. In der Pr\u00e4ambel zu dem Angebot f\u00fchrte er u.a. aus, das Angebot k\u00f6nne nur wirksam angenommen werden, wenn die Finanzierung des Kaufpreises durch ein deutsches oder europ\u00e4isches Kreditinstitut sichergestellt sei. Die Kosten des Angebotes, der Annahme, des Vollzugs und die Grunderwerbsteuer trage er, der Kl\u00e4ger. Die AG nahm das Angebot durch notarielle Urkunde vom 20.\u00a0Juli 2005 an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 des Vertrags tr\u00e4gt die AG die Kosten der L\u00f6schung nicht bestehen bleibender Rechte. Die \u00fcbrigen Kosten des Vertrags, seines Vollzugs und die Grunderwerbsteuer tr\u00e4gt der Kl\u00e4ger. Die AG verpflichtete sich jedoch, dem Kl\u00e4ger diese Kosten zu erstatten, wenn die Zahlung des Kaufpreises sichergestellt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das seinerzeit zust\u00e4ndige Finanzamt (FA) setzte die Grunderwerbsteuer durch Bescheid vom 8.\u00a0August 2005 auf der Grundlage des vereinbarten Kaufpreises von 98.000\u00a0EUR auf 3.430\u00a0EUR fest. Der Bescheid wurde bestandskr\u00e4ftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragte im Februar 2006, die Grunderwerbsteuer nach \u00a7\u00a016 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) herabzusetzen. Die AG habe ihm inzwischen vertragsgem\u00e4\u00df die gesamten Anschaffungsnebenkosten wie Notarkosten, Grundschuldbestellungsgeb\u00fchren, Grunderwerbsteuer und Finanzierungskosten erstattet. Die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer erm\u00e4\u00dfige sich daher um den erstatteten Betrag. Die Grunderwerbsteuer sei entsprechend herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte diesen Antrag durch Bescheid vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2006 ab. Der Einspruch blieb erfolglos. Sp\u00e4ter stellte der Kl\u00e4ger einen \u00c4nderungsantrag nach \u00a7\u00a05 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 des Bewertungsgesetzes (BewG). Das FA lehnte auch diesen Antrag ab. \u00dcber den dagegen eingelegten Einspruch ist noch nicht entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im finanzgerichtlichen Verfahren beantragte der Kl\u00e4ger zuletzt, unter Aufhebung der Einspruchsentscheidung vom 25.\u00a0Januar 2007 und des Ablehnungsbescheids vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2006 die Grunderwerbsteuerfestsetzung vom 8.\u00a0August 2005 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer um 8.172,10\u00a0EUR gemindert wird. In diesem Betrag ist die von der AG erstattete Grunderwerbsteuer nach den Angaben des Kl\u00e4gers nicht enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch das in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2012, 1275 ver\u00f6ffentlichte Urteil mit der Begr\u00fcndung ab, die Kostenerstattung durch die AG an den Kl\u00e4ger habe die der Bemessung der Grunderwerbsteuer zugrunde zu legende Gegenleistung des Kl\u00e4gers, n\u00e4mlich den vereinbarten Kaufpreis, nicht vermindert. Die von der AG neben der Verpflichtung, das Eigentum an der Wohnung zu \u00fcbertragen, \u00fcbernommene Pflicht zur Kostenerstattung sei f\u00fcr die Bemessung der Grunderwerbsteuer ohne Bedeutung; denn es handele sich dabei um eine der Kaufpreisforderung der AG gegen\u00fcberstehende selbst\u00e4ndige Verpflichtung. Es fehle somit an einer nachtr\u00e4glichen Herabsetzung des Kaufpreises. Das Begehren des Kl\u00e4gers auf Herabsetzung der Grunderwerbsteuer k\u00f6nne auch nicht auf \u00a7\u00a05 Abs.\u00a02 BewG gest\u00fctzt werden. Die beantragte Zeugenvernehmung sei nicht erforderlich gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht der Kl\u00e4ger geltend, die von der AG \u00fcbernommenen Kosten h\u00e4tten zu einer Minderung des als Gegenleistung der Steuer unterliegenden Kaufpreises gef\u00fchrt. Falls \u00a7\u00a016 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 GrEStG wegen des Fehlens einer nachtr\u00e4glichen Herabsetzung der Gegenleistung nicht anwendbar sein sollte, st\u00fctze er das \u00c4nderungsbegehren auf \u00a7\u00a0173 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 der Abgabenordnung (AO). Der Kl\u00e4ger r\u00fcgt au\u00dferdem einen Versto\u00df des FG gegen die Pflicht zur Aufkl\u00e4rung des Sachverhalts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt, die Vorentscheidung, die Einspruchsentscheidung vom 25.\u00a0Januar 2007 und den Ablehnungsbescheid vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2006 aufzuheben und das FA zu verpflichten, die Steuerfestsetzung vom 8.\u00a0August 2005 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer um 8.172,10\u00a0EUR gemindert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das inzwischen zust\u00e4ndig gewordene Finanzamt) beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat abgesehen von der dem Kl\u00e4ger zu erstattenden Grunderwerbsteuer zu Unrecht angenommen, dass sich die Verpflichtung der AG, dem Kl\u00e4ger die in \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 des Kaufvertrags genannten Kosten zu erstatten, materiell-rechtlich nicht auf die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer auswirke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Bei einem nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 GrEStG der Grunderwerbsteuer unterliegenden Kaufvertrag \u00fcber ein inl\u00e4ndisches Grundst\u00fcck bemisst sich die Grunderwerbsteuer gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 GrEStG nach dem Wert der Gegenleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Als Gegenleistung gilt dabei nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 GrEStG der Kaufpreis einschlie\u00dflich der vom K\u00e4ufer \u00fcbernommenen sonstigen Leistungen und der dem Verk\u00e4ufer vorbehaltenen Nutzungen. Die nach \u00a7\u00a0448 Abs.\u00a02 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (BGB) vom K\u00e4ufer getragenen Kosten der Beurkundung des Kaufvertrags und der Auflassung, der Eintragung ins Grundbuch und der zu der Eintragung erforderlichen Erkl\u00e4rungen rechnen nicht zur Gegenleistung; denn diese Kosten schuldet der K\u00e4ufer nicht dem Verk\u00e4ufer, sondern Dritten. Es geht auch nicht um die \u00dcbernahme von an sich dem Verk\u00e4ufer obliegenden Verpflichtungen durch den K\u00e4ufer (Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 9.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a09 Rz\u00a07; Loose in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 17.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a09 Rz\u00a0278; Pahlke\/Franz, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 4.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a09 Rz\u00a087).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Ist der Grundst\u00fccksverk\u00e4ufer au\u00dfer zur Grundst\u00fccks\u00fcbereignung zu weiteren Leistungen verpflichtet, ist f\u00fcr die Frage, inwieweit die Gegenleistung des Erwerbers Entgelt f\u00fcr den Grundst\u00fcckserwerb darstellt, vom grunderwerbsteuerrechtlichen Grundst\u00fccksbegriff (\u00a7\u00a02 GrEStG) auszugehen. Der Erwerb von Geldforderungen oder anderen Verm\u00f6genspositionen, die nicht unter den Grundst\u00fccksbegriff des GrEStG fallen, ist grunderwerbsteuerrechtlich unerheblich. Der Aufwand f\u00fcr diesen Erwerb unterliegt daher nicht der Grunderwerbsteuer (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9.\u00a0Oktober 1991 II\u00a0R\u00a020\/89, BFHE 165, 548, BStBl II 1992, 152).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Wie der BFH in dem Urteil weiter ausgef\u00fchrt hat, ist eine Gesamtgegenleistung, die Entgelt sowohl f\u00fcr das Grundst\u00fcck als auch f\u00fcr nicht der Grunderwerbsteuer unterliegende Gegenst\u00e4nde ist, im Regelfall nach der sog. Boruttau&#8217;schen Formel aufzuteilen. Diese Verh\u00e4ltnisrechnung braucht aber ausnahmsweise dann nicht vorgenommen zu werden, wenn Gegenstand eines Erwerbsvorgangs unter Vereinbarung einer Gesamtgegenleistung ein Grundst\u00fcck und eine Geldforderung ist. In diesem Fall reicht es grunds\u00e4tzlich aus, die Geldforderung von der vereinbarten Gesamtgegenleistung abzuziehen, weil Kapitalforderungen im Regelfall mit dem Nennwert anzusetzen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer ist danach materiell-rechtlich um die in \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 des Kaufvertrags genannten Kosten, die die AG dem Kl\u00e4ger erstatten musste und erstattet hat, mit Ausnahme der von der AG zu \u00fcbernehmenden Grunderwerbsteuer zu vermindern. Diese Kosten musste nach der dispositiven Regel des \u00a7\u00a0448 Abs.\u00a02 BGB an sich der Kl\u00e4ger tragen. Da sie abweichend hiervon aufgrund der kaufvertraglichen Vereinbarung von der AG zu erstatten waren, bildet der vom Kl\u00e4ger zu entrichtende Kaufpreis von 98.000\u00a0EUR eine Gesamtgegenleistung f\u00fcr die Verpflichtung der AG, dem Kl\u00e4ger die Eigentumswohnung zu \u00fcbereignen und die Kosten zu erstatten. Die Gesamtgegenleistung ist auf diese beiden Verpflichtungen dergestalt zu verteilen, dass die zu erstattenden und tats\u00e4chlich erstatteten Kosten mit Ausnahme der Grunderwerbsteuer materiell-rechtlich vom vereinbarten Kaufpreis als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer abzuziehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Verpflichtung der AG, dem Kl\u00e4ger die Grunderwerbsteuer zu erstatten, wirkt sich anders als die Verpflichtung zur Erstattung der \u00fcbrigen Kosten gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a09 Abs.\u00a03 GrEStG nicht auf die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer aus. Nach dieser Vorschrift wird die Grunderwerbsteuer, die f\u00fcr den zu besteuernden Erwerbsvorgang zu entrichten ist, der Gegenleistung weder hinzugerechnet noch von ihr abgezogen. \u00dcbernimmt der Ver\u00e4u\u00dferer die Grunderwerbsteuer, mindert sich danach die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer nicht (Loose, a.a.O., \u00a7\u00a09 Rz\u00a0594; Pahlke\/Franz, a.a.O., \u00a7\u00a09 Rz\u00a0220).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Da das FG von einer anderen Ansicht ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben. Die Vorentscheidung stellt sich auch nicht im Ergebnis als richtig dar (vgl. \u00a7\u00a0126 Abs.\u00a04 FGO). Die Sache ist nicht spruchreif. Die vom FG getroffenen Feststellungen (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO) erm\u00f6glichen keine abschlie\u00dfende Entscheidung \u00fcber den Antrag des Kl\u00e4gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) \u00a7\u00a016 Abs.\u00a03 Nr.\u00a01 GrEStG ist keine Grundlage f\u00fcr die begehrte \u00c4nderung der bestandskr\u00e4ftigen Steuerfestsetzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Wird die Gegenleistung f\u00fcr das Grundst\u00fcck herabgesetzt, so wird nach dieser Vorschrift auf Antrag die Steuer entsprechend niedriger festgesetzt oder die Steuerfestsetzung ge\u00e4ndert, wenn die Herabsetzung innerhalb von zwei Jahren seit der Entstehung der Steuer stattfindet. Dies setzt voraus, dass die Herabsetzung der Gegenleistung nachtr\u00e4glich, also nach der Entstehung der Steuer, vereinbart wird (BFH-Urteil vom 17.\u00a0April 1991 II\u00a0R\u00a0119\/88, BFHE 164, 130, BStBl II 1991, 586, unter II. 2., vorletzter Absatz; Hofmann, a.a.O., \u00a7\u00a016 Rz\u00a050; Loose, a.a.O., \u00a7\u00a016 Rz\u00a0231\u00a0f.; Pahlke\/Franz, a.a.O., \u00a7\u00a016 Rz\u00a061\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Diese Voraussetzung ist im Streitfall nicht erf\u00fcllt. Der Anspruch des Kl\u00e4gers gegen die AG auf Kostenerstattung wurde nicht nachtr\u00e4glich, sondern bereits im Kaufvertrag vereinbart und stand dem Kl\u00e4ger dem Grunde nach vom Wirksamwerden des Kaufvertrags an zu. Nach der Pr\u00e4ambel zum Angebot des Kl\u00e4gers auf Abschluss des Kaufvertrags konnte dieses nur wirksam angenommen werden, wenn die Finanzierung des Kaufpreises durch ein deutsches oder europ\u00e4isches Kreditinstitut sichergestellt und somit auch die Bedingung f\u00fcr den Kostenerstattungsanspruch erf\u00fcllt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) \u00a7\u00a05 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 BewG begr\u00fcndet ebenfalls keinen Anspruch auf Herabsetzung der bestandskr\u00e4ftig festgesetzten Grunderwerbsteuer. Wie sich aus \u00a7\u00a05 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BewG ergibt, bezieht sich diese Vorschrift auf Wirtschaftsg\u00fcter, die unter einer aufl\u00f6senden Bedingung erworben sind. Ein solcher Fall ist hier nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Ob die Voraussetzungen f\u00fcr eine \u00c4nderung der Steuerfestsetzung nach \u00a7\u00a0173 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 AO erf\u00fcllt sind, l\u00e4sst sich aufgrund der vom FG getroffenen Feststellungen nicht abschlie\u00dfend entscheiden. Dem FA war zwar bei der Steuerfestsetzung aufgrund der ihm vorliegenden notariellen Urkunden vom 24.\u00a0Juni 2005 und 20.\u00a0Juli 2005 bekannt, dass der Kl\u00e4ger nach der Sicherstellung der Zahlung des Kaufpreises von der AG die Erstattung der in \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 des Vertrags genannten Kosten verlangen konnte und das Angebot zum Abschluss des Kaufvertrags erst wirksam angenommen werden konnte, wenn die Finanzierung des Kaufpreises sichergestellt war. Insofern handelt es sich demgem\u00e4\u00df nicht um dem FA nachtr\u00e4glich bekannt gewordene Tatsachen. Nicht bekannt waren dem FA aber abgesehen von der Grunderwerbsteuer, die im vorliegenden Zusammenhang gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a09 Abs.\u00a03 GrEStG unber\u00fccksichtigt bleibt, die genaue Zusammensetzung und die H\u00f6he des Erstattungsanspruchs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00dcber die H\u00f6he der nach der vertraglichen Vereinbarung dem Kl\u00e4ger zu erstattenden Kosten und die tats\u00e4chliche Kostenerstattung sowie die Frage eines groben Verschuldens des Kl\u00e4gers i.S. des \u00a7\u00a0173 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 AO daran, dass die genaue Zusammensetzung und die H\u00f6he des Erstattungsanspruchs dem FA erst nachtr\u00e4glich bekannt geworden sind, hat das FG &#8211;von seinem Standpunkt aus zu Recht&#8211; ebenfalls noch keine Feststellungen getroffen. Es wird entsprechende Feststellungen nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Auf die Verfahrensr\u00fcge des Kl\u00e4gers kommt es danach nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 30\/13 vom 29.05.2013 zum Urteil II R 1\/12 vom 17.04.2013 Hat sich der Verk\u00e4ufer eines Grundst\u00fccks dazu verpflichtet, dem Erwerber die Erwerbsnebenkosten zu erstatten, mindert der (erworbene) Erstattungsanspruch die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteil vom 17. April 2013 II R 1\/12 entschieden. 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