{"id":43662,"date":"2013-05-29T15:45:03","date_gmt":"2013-05-29T13:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43662"},"modified":"2013-05-29T15:45:03","modified_gmt":"2013-05-29T13:45:03","slug":"x-b-20-12-nachtraegliche-divergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-20-12-nachtraegliche-divergenz\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;20\/12 &#8211; Nachtr&auml;gliche Divergenz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.4.2013, X B 20\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachtr&auml;gliche Divergenz<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td> Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an die Darlegung eines Zulassungsgrunds i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger legt nicht dar, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO), der Fortbildung des Rechts oder der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung dient (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO). Auch wird nicht dargetan, dass das angefochtene Urteil des Finanzgerichts (FG) auf einem Verfahrensfehler beruht (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO). Vielmehr wird mit der Beschwerdebegr&uuml;ndung im Stil einer Revisionsbegr&uuml;ndung lediglich vorgebracht, das Urteil beruhe in tats&auml;chlicher und rechtlicher Hinsicht auf unzutreffenden Annahmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies gilt f&uuml;r den kl&auml;gerischen Vortrag, das FG habe unter Versto&szlig; gegen die allgemeinen Denkgesetze und den eindeutigen Wortlaut des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr 2008 geltenden Fassung (EStG) angenommen, der &quot;Teilbetrieb Vercharterung&quot; habe als neuer gewerbesteuerlicher Betrieb im Jahr 2008 noch nicht existiert, weil im kl&auml;gerischen Betriebsverm&ouml;gen noch kein Boot als Anlageverm&ouml;gen ausgewiesen gewesen sei. Dabei ber&uuml;cksichtige das FG nicht, dass die Vercharterung eines Bootes nicht zwingend das Eigentum des Vermieters an diesem Wirtschaftsgut voraussetze. Auch h&auml;tten die finanzamtlichen Ermittlungen ergeben, dass der Kl&auml;ger bereits 2008\/2009 einen Katamaran erworben habe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Mit diesem Vorbringen zeigt der Kl&auml;ger weder einen Verfahrensmangel (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) noch einen qualifizierten Rechtsanwendungsfehler (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO) auf. Mit der Annahme, im Jahr 2008 habe der neue Betrieb &quot;Vercharterung&quot; noch nicht existiert, hat sich das FG nicht &uuml;ber den Akteninhalt hinweggesetzt, sondern in rechtlicher Hinsicht angenommen, ein Betrieb i.S. des &sect;&nbsp;7g EStG existiere erst dann, wenn die wesentlichen Betriebsgrundlagen vorhanden seien, die nach dem Betriebskonzept des Gr&uuml;nders f&uuml;r die F&uuml;hrung des Betriebs erforderlich seien. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese rechtliche Annahme begr&uuml;ndet auch keinen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zur Revisionszulassung f&uuml;hrenden qualifizierten Rechtsanwendungsfehler. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein solcher Fehler liegt nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nur vor, wenn die angefochtene Entscheidung objektiv willk&uuml;rlich und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;B&nbsp;175\/11, BFH\/NV 2013, 44). Eine solche Fehlerhaftigkeit haftet dem angefochten FG-Urteil ersichtlich nicht an. Denn das FG hat sich bei seiner rechtlichen Annahme an der BFH-Rechtsprechung orientiert, die zu &sect;&nbsp;7g EStG in der Fassung ergangen ist, die vor den &Auml;nderungen durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 gegolten hat (EStG a.F.; BFH-Urteil vom 10.&nbsp;Juli 1991 VIII&nbsp;R&nbsp;126\/86, BFHE 164, 565, BStBl II 1991, 840; vgl. auch Senatsbeschluss vom 29.&nbsp;August 2012 X&nbsp;B&nbsp;69\/12, BFH\/NV 2013, 185). Ein solcher rechtlicher Ansatz war auch im Rahmen der Anwendung von &sect;&nbsp;7g EStG in seiner im Streitjahr geltenden Neufassung im Zeitpunkt des Ergehens des angefochtenen FG-Urteils ohne weiteres vertretbar. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem kl&auml;gerischen Vorbringen ist ebenso wenig die Darlegung der Notwendigkeit einer Rechtsfortbildung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO zu entnehmen, wonach substantiiert vorgetragen werden muss, weshalb eine aufgeworfene f&uuml;r den Streitfall entscheidungserhebliche Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch mit seinem Vorbringen, das FG verkenne, dass der gerichtlich vernommene Zeuge einen im Streitjahr 2008 m&uuml;ndlich abgeschlossenen Vertrag best&auml;tigt habe, an den sich beide Vertragsparteien von Anfang an gebunden gef&uuml;hlt h&auml;tten, zeigt der Kl&auml;ger keinen Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO auf. Denn er setzt sich nicht mit den Urteilsgr&uuml;nden auseinander, in denen das FG dargelegt hat, dass es angesichts der Angabe des Zeugen, er k&ouml;nne sich nicht mehr an den genauen Zeitpunkt des m&uuml;ndlichen Vertragsabschlusses erinnern, nicht von einer verbindlichen Bestellung im Jahr 2008 &uuml;berzeugt sei (Urteilsgr&uuml;nde, S. 8). Angesichts dessen war die Frage einer etwaigen Stornierung des Vertrags im Ergebnis f&uuml;r das FG nicht relevant. Soweit der Kl&auml;ger dies beanstandet und er darauf verweist, dass das bestellte Boot sp&auml;ter tats&auml;chlich gebaut und auch Zahlungen geleistet worden seien, wendet er sich im Ergebnis lediglich gegen die Tatsachen- und Beweisw&uuml;rdigung durch das FG. Ein Fehler in diesem Bereich begr&uuml;ndet aber keinen Verfahrensversto&szlig;, sondern einen grunds&auml;tzlich nicht zur Revisionszulassung f&uuml;hrenden materiell-rechtlichen Mangel (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl. &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;76, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Revisionszulassung kommt auch nicht deshalb in Betracht, weil der angerufene Senat zu &sect;&nbsp;7g EStG in seiner Neufassung durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 entschieden hat, dass abweichend von der Rechtsprechung zu &sect;&nbsp;7g EStG a.F. bei neugegr&uuml;ndeten Betrieben zur Konkretisierung der Investitionsabsicht nicht zwingend eine verbindliche Bestellung der wesentlichen Betriebsgrundlagen erforderlich ist (Senatsurteile vom 20.&nbsp;Juni 2012 X&nbsp;R&nbsp;42\/11, BFHE 237, 377, und X&nbsp;R&nbsp;20\/11, BFH\/NV 2012, 1778; vgl. auch BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Juli 2012 III&nbsp;R&nbsp;37\/11, BFH\/NV 2013, 351). Zwar kann damit eine sog. nachtr&auml;gliche Divergenz des angefochtenen FG-Urteils von der Rechtsprechung des BFH gegeben sein, die der Kl&auml;ger bis zum Ablauf der Frist zur Begr&uuml;ndung seiner Nichtzulassungsbeschwerde (hier: am 20.&nbsp;Februar 2012) nicht kennen konnte. In einem solchen Fall ist aber nach der BFH-Rechtsprechung die Revision nur dann gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zu er&ouml;ffnen, wenn innerhalb der Beschwerdebegr&uuml;ndungsfrist hinsichtlich der hiervon betroffenen Rechtsfrage die grunds&auml;tzliche Bedeutung bzw. die Notwendigkeit der Rechtsfortbildung ordnungsgem&auml;&szlig; dargelegt worden ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 9.&nbsp;Februar 1996 VIII&nbsp;B&nbsp;8\/95, BFH\/NV 1996, 619; vom 19.&nbsp;September 2007 XI&nbsp;B&nbsp;52\/06, BFH\/NV 2008, 63, und vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;B&nbsp;82\/09, BFH\/NV 2010, 1265). Wie vorstehend unter 1. dargelegt wurde, fehlt es im Streitfall hieran.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von der Darstellung des Sachverhalts und einer weiteren Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.4.2013, X B 20\/12 Nachtr&auml;gliche Divergenz Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an die Darlegung eines Zulassungsgrunds i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO. 2&nbsp; 1. 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