{"id":43666,"date":"2013-05-29T15:43:10","date_gmt":"2013-05-29T13:43:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43666"},"modified":"2013-05-29T15:43:10","modified_gmt":"2013-05-29T13:43:10","slug":"i-r-18-12-sog-stillhalterpraemien-aus-optionsgeschaeften-im-zusammenhang-mit-anteilsankaeufen-und-anteilsverkaeufen-koerperschaftsteuerpflichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-18-12-sog-stillhalterpraemien-aus-optionsgeschaeften-im-zusammenhang-mit-anteilsankaeufen-und-anteilsverkaeufen-koerperschaftsteuerpflichtig\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;18\/12 &#8211; Sog. Stillhalterpr&auml;mien aus Optionsgesch&auml;ften im Zusammenhang mit Anteilsank&auml;ufen und Anteilsverk&auml;ufen k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.3.2013, I R 18\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Sog. Stillhalterpr&auml;mien aus Optionsgesch&auml;ften im Zusammenhang mit Anteilsank&auml;ufen und Anteilsverk&auml;ufen k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Gem&auml;&szlig; &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 bleiben Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Anteils an einer K&ouml;rperschaft oder Personenvereinigung, deren Leistungen beim Empf&auml;nger zu Einnahmen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nrn. 1, 2, 9 und 10 Buchst. a EStG 2002 f&uuml;hren, au&szlig;er Ansatz. Pr&auml;mien, welche der Ver&auml;u&szlig;erer als sog. Stillhalter f&uuml;r Optionsgesch&auml;fte im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Ver&auml;u&szlig;erung solcher Anteile vereinnahmt, geh&ouml;ren dazu nicht. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Unternehmensgegenstand der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH, war in den Streitjahren 2003 bis 2005 die Beteiligung an anderen Unternehmen, die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung von Unternehmen und die Verm&ouml;gensverwaltung. Sie erzielte in den Streitjahren verschiedene Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen an K&ouml;rperschaften. Im Zuge des Erwerbs und der Ver&auml;u&szlig;erung dieser Anteile schloss die Kl&auml;gerin als sog. Stillhalterin Optionsgesch&auml;fte in Form von Kauf- und Verkaufsoptionen ab. F&uuml;r die Einr&auml;umung sog. Call- und Put-Optionen vereinnahmte sie in den Streitjahren Stillhalterpr&auml;mien. Im Falle der Aus&uuml;bung des Optionsberechtigten ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin anschlie&szlig;end Anteile aus ihrem Bestand oder erwarb neue Anteile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Handelsrechtlich fasste die Kl&auml;gerin die Gesch&auml;fte &uuml;ber den Erwerb und die Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen als Grundgesch&auml;ft und die absichernden Optionsgesch&auml;fte als Sicherungsgesch&auml;ft jeweils zu einer Bewertungseinheit zusammen. Das jeweilige Gesamtergebnis der in der handelsrechtlichen Rechnungslegung gebildeten Bewertungseinheiten &uuml;bernahm sie auch f&uuml;r die steuerliche Gewinnermittlung; sie begehrte hierf&uuml;r die Steuerfreistellung nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002). Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat demgegen&uuml;ber &#8211;unter Hinweis auf das Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 28.&nbsp;April 2003 (BStBl I 2003, 292, Tz.&nbsp;24) und das Senatsurteil vom 18.&nbsp;Dezember 2002 I&nbsp;R&nbsp;17\/02 (BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126) zur bilanziellen Behandlung von Optionsgesch&auml;ften&#8211; die Ansicht, dass bei der Ermittlung des k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Einkommens ungeachtet handels- und bilanzsteuerrechtlicher Bewertungseinheiten zwischen dem &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 unterfallenden Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft an den Anteilen an K&ouml;rperschaften einerseits und dem Optionsgesch&auml;ft andererseits zu trennen sei. Als Folge davon blieben die von der Kl&auml;gerin vereinnahmten Optionspr&auml;mien bei der Einkommensermittlung nicht nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 au&szlig;er Ansatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage gegen die dementsprechend festgestellten verbleibenden Verlustabz&uuml;ge zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2003, den 31.&nbsp;Dezember 2004 und den 31.&nbsp;Dezember 2005 hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) D&uuml;sseldorf wies sie mit (in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2012, 1496 abgedrucktem) Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 2011&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;1209\/09&nbsp;F als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Revision st&uuml;tzt die Kl&auml;gerin auf Verletzung materiellen Rechts. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil aufzuheben und die angefochtenen Bescheide dahingehend abzu&auml;ndern, dass die verbleibenden Verlustabz&uuml;ge zur K&ouml;rperschaftsteuer auf den 31.&nbsp;Dezember 2003 mit 81.211&nbsp;EUR, auf den 31.&nbsp;Dezember 2004 mit 211.629&nbsp;EUR und auf den 31.&nbsp;Dezember 2005 mit 276.840&nbsp;EUR festgestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 bleiben bei der Ermittlung des Einkommens Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung u.a. eines Anteils an einer K&ouml;rperschaft oder Personenvereinigung, deren Leistungen beim Empf&auml;nger zu Einnahmen i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1, 2, 9 und 10 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002) f&uuml;hren, au&szlig;er Ansatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Erfasst werden hiernach von der Steuerfreistellung (nur) Anteile an einer K&ouml;rperschaft, Rechte zum Bezug entsprechender Anteile hingegen nicht. Das hat der Senat durch sein Urteil vom 23.&nbsp;Januar 2008 I&nbsp;R&nbsp;101\/06 (BFHE 220, 352, BStBl II 2008, 719) &#8211;in &Uuml;bereinstimmung mit der Verwaltungspraxis (BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 292, Tz.&nbsp;24)&#8211; entschieden und daran h&auml;lt er uneingeschr&auml;nkt fest. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird deshalb auf dieses Urteil verwiesen; es ist &#8211;ebenfalls in &Uuml;bereinstimmung mit der zitierten Verwaltungspraxis&#8211; auch f&uuml;r die hier interessierende Frage einschl&auml;gig, ob die als Entgelt f&uuml;r die Optionsbegebung vereinnahmten Stillhalterpr&auml;mien in die Steuerfreistellung nach &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 einzubeziehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ausschlaggebend f&uuml;r jene Entscheidung war vor allem, dass Bezugsrechte bereits dem Regelungswortlaut nach nicht Gegenstand der Freistellung i.S. von &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 sind. F&uuml;r die im Streitfall in Rede stehenden Optionsrechte gilt dasselbe: Optionen sind weder in Gestalt von Ankaufs- noch von Verkaufsaus&uuml;bungsrechten &quot;Anteile&quot; im vorgenannten Sinne. Sie k&ouml;nnen damit auch nicht Gegenstand der erfassten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne sein. H&auml;tte der Gesetzgeber solche Rechte in den Regelungsbereich des &sect;&nbsp;8b KStG 2002 einbeziehen wollen, dann w&auml;re es ein Leichtes gewesen, das zum Ausdruck zu bringen, nicht anders als in &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG 2002, wonach Anwartschaften auf einschl&auml;gige Beteiligungen ausdr&uuml;cklich in den steuerbaren Bereich aufgenommen werden. Eine solche Anwartschaft soll auch eine schuldrechtliche Option auf den Erwerb einer Beteiligung (Call-Option) sein k&ouml;nnen, wenn und soweit sie die wirtschaftliche Verwertung des bei der Kapitalgesellschaft eingetretenen Zuwachses an Verm&ouml;genssubstanz erm&ouml;glicht (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;Dezember 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;14\/06, BFHE 220, 249, BStBl II 2008, 475). Es mag dahinstehen, ob dem uneingeschr&auml;nkt beizupflichten ist (anders z.B. Gosch in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;17 Rz&nbsp;17, m.w.N.; differenzierend Bogensch&uuml;tz in Spindler\/Tipke\/R&ouml;dder [Hrsg.], Steuerzentrierte Rechtsberatung, Festschrift f&uuml;r Harald Schaumburg, 2009, S.&nbsp;209&nbsp;ff., 222, 232; Dinkelbach, Recht der Finanzinstrumente 2012, 270, 274&nbsp;f.). Jedenfalls fehlt f&uuml;r &sect;&nbsp;8b KStG 2002 die erforderliche tatbestandliche Ankn&uuml;pfung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie schon bei den Bezugsrechten gebietet der Regelungssinn des &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 auch f&uuml;r Optionsrechte nichts anderes. Denn die Rechtfertigung f&uuml;r die (uneingeschr&auml;nkte und typisierende) Freistellung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns im sog. Halbeink&uuml;nftesystem liegt darin, dass der Gewinn im wirtschaftlichen Ergebnis gewisserma&szlig;en aufgesummt an die Stelle der anderweitig verdienten oder zuk&uuml;nftig &quot;verdienbaren&quot; Dividenden tritt (vgl. dazu Gosch, KStG, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8b Rz&nbsp;1, m.w.N.). Bei davon zu unterscheidenden Bezugs- ebenso wie bei Optionsrechten fehlt es daran aber, weil diese jedenfalls unmittelbar keine entsprechenden Einnahmen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;1, 2, 9 und 10 Buchst.&nbsp;a EStG 2002 beim Anteilseigner auszul&ouml;sen verm&ouml;gen (s. dazu jetzt auch &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;11 EStG 2008). Nur f&uuml;r entsprechend qualifizierte Anteilsrechte und deren Ver&auml;u&szlig;erung hat der Gesetzgeber vermittels des &sect;&nbsp;8b KStG 2002 die andernfalls drohende wirtschaftliche Doppelerfassung jedoch beseitigt, f&uuml;r weitere Rechtspositionen, bei denen &quot;abstrakt&quot; (so Dinkelbach, ebenda) und allenfalls mittelbar eine derartige Belastung droht &#8211;aber keineswegs zwingend ist, beispielsweise dann, wenn das Optionsrecht nicht ausge&uuml;bt wird und deswegen verf&auml;llt&#8211;, hingegen nicht. Die gesetzgeberische Entscheidung ist auch dann hinzunehmen, wenn aus rechtspolitischer Sicht eine weiter gehende Befreiung vorstellbar w&auml;re. Auch dazu gen&uuml;gt es, auf das Senatsurteil in BFHE 220, 352, BStBl II 2008, 719 zu verweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) In Anbetracht dessen kommt es f&uuml;r die Frage der Steuerfreistellung auf die handels- wie steuerbilanzielle Behandlung von Optionsrechten (vgl. dazu auch Senatsurteil in BFHE 201, 234, BStBl II 2004, 126), insbesondere ihre Qualifizierung als Anschaffungskosten, nicht an, ebenso wenig wie auf die Besteuerung sog. Stillhaltergesch&auml;fte nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 und &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG 2002 (s. dazu z.B. BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;Mai 2010 IX&nbsp;B&nbsp;179\/09, BFH\/NV 2010, 1627; aufgehoben durch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 11.&nbsp;Oktober 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1710\/10, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2010, 2296). Es ist gleicherma&szlig;en unbeachtlich, dass Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne i.S. von &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 nicht anders als beispielsweise bei &sect;&nbsp;17 EStG 2002 nach allgemeinen Grunds&auml;tzen ermittelt werden und dass sich im Rahmen jener Ermittlung auch die Stillhalterpr&auml;mien auswirken m&ouml;gen. Ausschlaggebend ist allein, dass die Einr&auml;umung von Optionsrechten keinen entsprechenden Ver&auml;u&szlig;erungsvorgang darstellt und dass Stillhalterpr&auml;mien in die deshalb insoweit ma&szlig;gebende Gewinnermittlung nicht einzubeziehen sind (ebenso z.B. Schmid\/Renner, DStR 2005, 2059, 2060&nbsp;f.; anders z.B. Herzig, Der Betrieb 2003, 1459, 1462; R&ouml;dder\/ Schumacher, DStR 2003, 909, 912; Gr&ouml;bl\/Adrian in Erle\/Sauter, KStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8b Rz&nbsp;117; Hahne, Steuern und Bilanzen 2008, 181, 184&nbsp;ff.; H&auml;uselmann, Die Unternehmensbesteuerung 2008, 391, 400; Helios\/Niedrig, DStR 2012, 1301; differenzierend D&ouml;tsch\/Pung in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;8b KStG Rz&nbsp;82: Einbeziehung nur bei Optionsaus&uuml;bung, nicht aber bei Optionsverfall).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Damit er&uuml;brigen sich &Uuml;berlegungen, ob es sich bei der Kl&auml;gerin um ein Finanzunternehmen handelt, auf welches &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 wegen der in Abs.&nbsp;7 der Vorschrift enthaltenen Ausnahmen und unter den dort bestimmten Voraussetzungen ohnehin keine Anwendung findet. Daf&uuml;r k&ouml;nnte sprechen, dass die Kl&auml;gerin die von ihr nach eigener Darstellung aus dem Verkauf ihres Grundbesitzes resultierenden liquiden Mittel nur f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum &#8211;n&auml;mlich den vierj&auml;hrigen R&uuml;cklagenzeitraum nach Ma&szlig;gabe von &sect;&nbsp;6b EStG 2002&#8211; in Kapitalanteile investiert und diese Anteile s&auml;mtlich im Umlaufverm&ouml;gen erfasst (und damit m&ouml;glicherweise zur Erzielung eines &quot;kurzfristigen Eigenhandelserfolgs&quot; i.S. von &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 KStG 2002 erworben) hat (s. dazu z.B. Senatsurteile vom 14.&nbsp;Januar 2009 I&nbsp;R&nbsp;36\/08, BFHE 224, 242, BStBl II 2009, 671; vom 12.&nbsp;Oktober 2011 I&nbsp;R&nbsp;4\/11, BFH\/NV 2012, 453, und vom 26.&nbsp;Oktober 2011 I&nbsp;R&nbsp;17\/11, BFH\/NV 2012, 613). Das FG hat die Anwendbarkeit von &sect;&nbsp;8b Abs.&nbsp;2 KStG 2002 allerdings kurzerhand als &quot;unstreitig&quot; gestellt und ist dem nicht weiter nachgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.3.2013, I R 18\/12 Sog. Stillhalterpr&auml;mien aus Optionsgesch&auml;ften im Zusammenhang mit Anteilsank&auml;ufen und Anteilsverk&auml;ufen k&ouml;rperschaftsteuerpflichtig Leits&auml;tze Gem&auml;&szlig; &sect; 8b Abs. 2 KStG 2002 bleiben Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung eines Anteils an einer K&ouml;rperschaft oder Personenvereinigung, deren Leistungen beim Empf&auml;nger zu Einnahmen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nrn. 1, 2, 9 und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-18-12-sog-stillhalterpraemien-aus-optionsgeschaeften-im-zusammenhang-mit-anteilsankaeufen-und-anteilsverkaeufen-koerperschaftsteuerpflichtig\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;18\/12 &#8211; Sog. 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