{"id":43668,"date":"2013-03-25T15:44:18","date_gmt":"2013-03-25T13:44:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43668"},"modified":"2013-06-28T11:18:31","modified_gmt":"2013-06-28T09:18:31","slug":"vii-b-85-12-terminverlegung-wegen-verhinderung-eines-zweiten-prozessbevollmaechtigten-uebergehen-eines-beweisantrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-85-12-terminverlegung-wegen-verhinderung-eines-zweiten-prozessbevollmaechtigten-uebergehen-eines-beweisantrags\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;85\/12 &#8211; Terminverlegung wegen Verhinderung eines zweiten Prozessbevollm&auml;chtigten, &Uuml;bergehen eines Beweisantrags"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2013, VII B 85\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Terminverlegung wegen Verhinderung eines zweiten Prozessbevollm\u00e4chtigten, \u00dcbergehen eines Beweisantrags<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist zusammen mit ihrem Ehemann zur Einkommensteuer veranlagt worden. Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zun\u00e4chst antragsgem\u00e4\u00df Aufteilungsbescheide hinsichtlich der Steuerfestsetzungen erlassen hatte, machte er im Einspruchsverfahren der Kl\u00e4gerin die Vollstreckungsbeschr\u00e4nkung unter Hinweis auf \u00a7\u00a0278 Abs.\u00a02 der Abgabenordnung (AO) wegen unentgeltlicher Verm\u00f6genszuwendungen des Ehemannes teilweise r\u00fcckg\u00e4ngig. Dabei legte er die \u00dcbernahme von Zins- und Tilgungsverpflichtungen aus der Finanzierung eines im Miteigentum der Eheleute stehenden Grundst\u00fccks durch den Ehemann, dessen anteilige \u00dcbernahme von <a href=\"http:\/\/grundsteuer.biz\/\">Grundsteuern<\/a> und Einzahlungen auf ein Geldmarktkonto der Kl\u00e4gerin zugrunde. Gegen den so ge\u00e4nderten Aufteilungsbescheid erhob die Kl\u00e4gerin durch ihren Prozessbevollm\u00e4chtigten Rechtsanwalt A Klage. Nach Zugang der Ladung zur m\u00fcndlichen Verhandlung beantragte die Kl\u00e4gerin, den Verhandlungstermin zu verlegen. Sie wolle sich in der Verhandlung von Rechtsanwalt B, dem &#8222;Prozessbevollm\u00e4chtigten ihres Vertrauens&#8220;, vertreten lassen, der an dem vorgesehenen Termin verhindert sei. Das Finanzgericht (FG) gab dem Verlegungsantrag nicht statt, verhandelte und wies die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrt es aus, eine Terminsverlegung sei nicht geboten gewesen, da die Kl\u00e4gerin durch ihren Prozessbevollm\u00e4chtigten A ordnungsgem\u00e4\u00df vertreten, pers\u00f6nlich anwesend und Rechtsanwalt B nicht als Prozessbevollm\u00e4chtigter der Kl\u00e4gerin bestellt gewesen sei. Die Minderung der Vollstreckungsbeschr\u00e4nkung nach \u00a7\u00a0278 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AO sei berechtigt, da das FA zu Recht davon ausgegangen sei, dass der Ehemann an die Kl\u00e4gerin in diesem Umfang unentgeltliche Zuwendungen von Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nden geleistet habe. So seien die alleinige Finanzierung und die \u00dcbernahme der Grundsteuern f\u00fcr im Miteigentum der Eheleute stehende Grundst\u00fccke mangels eines markt\u00fcblichen Mietvertrages \u00fcber die Nutzung wesentlicher Geb\u00e4udeteile f\u00fcr eigenbetriebliche Zwecke des Ehemannes nicht als Gegenleistung, sondern als in den Anwendungsbereich des \u00a7\u00a0278 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AO fallende ehebedingte unbenannte Zuwendungen zu werten. Auch bei den Einzahlungen auf das Geldmarktkonto der Kl\u00e4gerin m\u00fcsse es sich angesichts ihres geringen Einkommens um Zuwendungen des Ehemannes gehandelt haben. Ihre Einlassung, die Einzahlungen stammten aus eigenen R\u00fccklagen und Geldgeschenken anl\u00e4sslich ihrer Hochzeit, erscheine wenig glaubhaft. Auch wenn einer der Einzahlungsbelege auf eine Einzahlung durch die Kl\u00e4gerin schlie\u00dfen lasse, ergebe sich daraus nicht, dass es sich bei dem eingezahlten Betrag um eigene Mittel der Kl\u00e4gerin und nicht um eine Zuwendung ihres Ehemannes gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ihre Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision st\u00fctzt die Kl\u00e4gerin u.a. auf den Verfahrensfehler der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r durch das FG, weil dieses den Termin zur m\u00fcndlichen Verhandlung nicht verlegt und deshalb das Recht der Kl\u00e4gerin verletzt habe, sich in der m\u00fcndlichen Verhandlung von einem Anwalt ihres Vertrauens vertreten zu lassen, auf mangelnde Sachaufkl\u00e4rung durch Unterlassen der gebotenen Beweisaufnahmen und auf die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA ist der Beschwerde entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet. Keiner der in \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 bis 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abschlie\u00dfend genannten Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zulassung der Revision liegt vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Entscheidung des FG, den Termin zur m\u00fcndlichen Verhandlung nicht zu verlegen, verletzt nicht deren Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r und begr\u00fcndet daher keinen Verfahrensmangel i.S. von \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist ein Gericht verpflichtet, anberaumte Verhandlungstermine zu verlegen, wenn hierf\u00fcr erhebliche Gr\u00fcnde i.S. des \u00a7\u00a0227 Abs.\u00a01 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. \u00a7\u00a0155 FGO vorliegen. Ob im Einzelfall solche Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Terminsverlegung gegeben sind, muss das FG anhand der ihm bekannten Umst\u00e4nde beurteilen. Die Voraussetzungen durch Vortrag entsprechender Tatsachen zu schaffen, ist Aufgabe desjenigen, der die Verlegung beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>So kann etwa in schwierigen F\u00e4llen der kurzfristige Wechsel des Prozessbevollm\u00e4chtigten ein erheblicher Grund i.S. des \u00a7\u00a0227 Abs.\u00a01 ZPO sein und die Ablehnung, den Termin zu verlegen, im Einzelfall den Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r verletzen, wenn der Wechsel vom Beteiligten nicht verschuldet wird oder zumindest aus schutzw\u00fcrdigen Gr\u00fcnden erfolgt (vgl. BFH-Beschluss vom 4.\u00a0Mai 2011 IX\u00a0S\u00a01\/11\u00a0(PKH), BFH\/NV 2011, 1381, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat die Kl\u00e4gerin den Prozessbevollm\u00e4chtigten nicht gewechselt. Sie hat dem FG gegen\u00fcber nicht die Bestellung eines neuen und die Abberufung des bisherigen Prozessbevollm\u00e4chtigten als Grund f\u00fcr die Terminsverlegung benannt, sondern sich lediglich auf ihr Recht berufen, sich in der m\u00fcndlichen Verhandlung von einem Prozessbevollm\u00e4chtigten ihres Vertrauens vertreten zu lassen. Angesichts der fortbestehenden Bevollm\u00e4chtigung des A und des nicht unbetr\u00e4chtlichen Umfangs seines schrifts\u00e4tzlichen Vorbringens im Klageverfahren h\u00e4tte es zur Darlegung eines erheblichen Grundes f\u00fcr die Terminsverlegung zumindest einer n\u00e4heren Begr\u00fcndung bedurft, weshalb der Mandatswechsel nicht vollzogen wurde und nur Rechtsanwalt B der Kl\u00e4gerin das geb\u00fchrende rechtliche Geh\u00f6r in der m\u00fcndlichen Verhandlung werde verschaffen k\u00f6nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Es stellt auch keinen die Zulassung der Revision gebietenden Verfahrensmangel dar, dass das FG schrifts\u00e4tzlich gestellten Beweisantr\u00e4gen, selbst wenn der Bevollm\u00e4chtigte in der m\u00fcndlichen Verhandlung darauf (ohne dies protokollieren zu lassen) Bezug genommen haben sollte, nicht gefolgt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die unter Beweis gestellte Frage, ob der Ehemann der Kl\u00e4gerin Tilgungsleistungen auf das Finanzierungsdarlehen des von ihm genutzten Hausgrundst\u00fccks geleistet hat, musste das FG schon deshalb zu keiner weiteren Aufkl\u00e4rung veranlassen, weil es nach seiner f\u00fcr die Notwendigkeit einer weiteren Aufkl\u00e4rung allein ma\u00dfgeblichen Rechtsauffassung nur darauf ankam, dass ausschlie\u00dflich der Ehemann Zahlungen &#8211;welcher Art auch immer&#8211; auf das gemeinschaftlich aufgenommene Darlehen geleistet hat und damit in H\u00f6he der zivilrechtlichen Ausgleichspflicht nach \u00a7\u00a0426 Abs.\u00a02 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (BGB) die Zuwendung eines Verm\u00f6genswertes an die Kl\u00e4gerin vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der Beweisantritt durch Zeugenvernehmung des Ehemannes, bei seinen Finanzierungszahlungen habe es sich &#8211;u.a.&#8211; um die Gegenleistungen f\u00fcr die Gebrauchs\u00fcberlassung des h\u00e4lftigen Miteigentums an dem Anwesen f\u00fcr seine betrieblichen Zwecke gehandelt, war f\u00fcr das FG nicht entscheidungserheblich. Denn nach seiner Rechtsauffassung h\u00e4tte es insoweit einer mietvertraglichen Vereinbarung \u00fcber die Nutzung der betroffenen Geb\u00e4udeteile bedurft, aus der sich die (anteilige) Miete einerseits und die \u00dcbernahme der Darlehensverpflichtungen andererseits nach markt\u00fcblichen Gesichtspunkten ergeben h\u00e4tten. Der Abschluss einer solchen Vereinbarung ist aber nicht unter Beweis gestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Schlie\u00dflich konnte das FG auch hinsichtlich der Einzahlungen auf das Geldmarktkonto der Kl\u00e4gerin auf eine Zeugenvernehmung des Ehemannes der Kl\u00e4gerin verfahrensfehlerfrei verzichten. Die rechtliche Einordnung dieser Einzahlungen als unentgeltliche Zuwendungen des Ehemannes an die Kl\u00e4gerin beruht einerseits auf der Gegen\u00fcberstellung der H\u00f6he der insbesondere in den Jahren 2006 und 2007 vorgenommenen Einzahlungen und dem geringen Bruttoarbeitslohn der Kl\u00e4gerin in diesen Jahren sowie darauf, dass das FG deren Einlassung als nicht glaubhaft ansah, die Einzahlungen stammten aus eigenen R\u00fccklagen und Geldgeschenken anl\u00e4sslich ihrer Hochzeit 1998. Da den Feststellungen des FG der von der Kl\u00e4gerin vorgelegte Bildschirmausdruck \u00fcber die Kontenbewegungen 2001 bis 2008 zugrunde lag, h\u00e4tte die Kl\u00e4gerin genau angeben m\u00fcssen, welche konkreten Tatsachen \u00fcber Herkunft und Verbleib der Einzahlungen und Abhebungen durch Vernehmung des Ehemannes aufzukl\u00e4ren sind. Dazu ist den Schrifts\u00e4tzen der Kl\u00e4gerin nichts zu entnehmen. Dem v\u00f6llig unsubstantiierten Beweisantrag musste das FG daher nicht nachkommen. Es entspricht st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH, dass nur das \u00dcbergehen von Beweisantr\u00e4gen als Versto\u00df gegen die Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO) ger\u00fcgt werden kann, in denen das Beweisthema substantiiert formuliert worden ist (vgl. BFH-Beschluss vom 20.\u00a0September 2012 III\u00a0B\u00a044\/12, BFH\/NV 2013, 65; vom 20.\u00a0April 2011 IV\u00a0B\u00a032\/10, BFH\/NV 2011, 1884).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Kl\u00e4gerin meint, das FG habe Zweifeln an der Person des Einzahlenden durch Vernehmung ihres Ehemannes begegnen m\u00fcssen, verkennt sie, dass das FG der Bezeichnung des Einzahlenden auf dem Einzahlungsbeleg keine Bedeutung beigemessen, sondern als entscheidend angesehen hat, aus welchen Mitteln die eingezahlten Betr\u00e4ge herr\u00fchren. Dies ergibt sich &#8211;wie das FG zutreffend ausf\u00fchrt&#8211; nicht aus dem Einzahlungsbeleg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache hat die Kl\u00e4gerin nicht in der nach \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gebotenen Weise dargelegt. Die vermeintlich einer Kl\u00e4rung bed\u00fcrftige Frage der Anwendbarkeit des \u00a7\u00a0278 Abs.\u00a02 AO, wenn eine zivilrechtliche Ausgleichspflicht nach \u00a7\u00a0426 Abs.\u00a02 BGB durch eine Individualabrede ausgeschlossen worden ist, stellt sich im Streitfall nicht. Eine solche Abrede ist nach den Feststellungen des FG nicht wirksam zu Stande gekommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2013, VII B 85\/12 Terminverlegung wegen Verhinderung eines zweiten Prozessbevollm\u00e4chtigten, \u00dcbergehen eines Beweisantrags Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist zusammen mit ihrem Ehemann zur Einkommensteuer veranlagt worden. Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zun\u00e4chst antragsgem\u00e4\u00df Aufteilungsbescheide hinsichtlich der Steuerfestsetzungen erlassen hatte, machte er im Einspruchsverfahren der Kl\u00e4gerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-85-12-terminverlegung-wegen-verhinderung-eines-zweiten-prozessbevollmaechtigten-uebergehen-eines-beweisantrags\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;85\/12 &#8211; Terminverlegung wegen Verhinderung eines zweiten Prozessbevollm&auml;chtigten, &Uuml;bergehen eines Beweisantrags<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-43668","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43668","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43668"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43668\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43668"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43668"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}