{"id":43671,"date":"2013-05-29T15:43:12","date_gmt":"2013-05-29T13:43:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43671"},"modified":"2013-05-29T15:43:12","modified_gmt":"2013-05-29T13:43:12","slug":"iii-r-35-12-aufzugsanlage-in-einer-baeckerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-35-12-aufzugsanlage-in-einer-baeckerei\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;35\/12 &#8211; Aufzugsanlage in einer B&auml;ckerei"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, III R 35\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufzugsanlage in einer B&auml;ckerei<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der Aufzug in einer B&auml;ckerei, dessen Hauptzweck darin besteht, die f&uuml;r die Herstellung der Backwaren ben&ouml;tigten Materialien zu den verschiedenen Produktionsebenen zu bef&ouml;rdern, stellt eine Betriebsvorrichtung dar. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) betreibt eine B&auml;ckerei. Im Streitjahr 2008 lie&szlig; er in sein ausschlie&szlig;lich betrieblich genutztes Produktionsgeb&auml;ude eine Aufzugsanlage einbauen. Diese ist allgemein zum Transport von bis zu 16 Personen und von Lasten bis zu einem Gewicht von 1&nbsp;600&nbsp;kg zugelassen. Mit dem Aufzug werden unter anderem Wagen mit gro&szlig;en gewerblichen Backblechen und sonstige Materialien (Backzutaten u.&auml;.) zwischen den Fertigungsetagen hin- und herbef&ouml;rdert. Der Aufzug wird von Personen zur Begleitung der Lasten und auch zur reinen Personenbef&ouml;rderung genutzt. Die Baukosten betrugen insgesamt 43.600&nbsp;EUR. F&uuml;r diese Investition beantragte der Kl&auml;ger eine Investitionszulage, die ihm aber sowohl vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) als auch vom Finanzgericht (FG) verweigert wurde. Zur Begr&uuml;ndung wurde angef&uuml;hrt, dass es sich bei der Aufzugsanlage um kein bewegliches Wirtschaftsgut, insbesondere keine Betriebsvorrichtung, sondern um einen Geb&auml;udebestandteil handele. Eine F&ouml;rderung nach dem Investitionszulagengesetz (InvZulG) sei aber lediglich f&uuml;r bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht der Kl&auml;ger geltend, dass das FG den Aufzug rechtsfehlerhaft nicht als Betriebsvorrichtung qualifiziert habe. Die Annahme einer Betriebsvorrichtung setze voraus, dass mit dem fraglichen Gegenstand das Gewerbe unmittelbar betrieben werde. Dass dies bei seinem Aufzug der Fall sei, habe das FG selbst ausdr&uuml;cklich festgestellt. Das von ihm zus&auml;tzlich aufgestellte Kriterium der Personenbef&ouml;rderung mit der damit verbundenen formellen Unterscheidung zwischen Personen- und Lastenaufz&uuml;gen sei abzulehnen. Diese Unterscheidung sei durch die technische Entwicklung obsolet geworden, weil die Sicherheitsanforderungen f&uuml;r beide Aufzugstypen mittlerweile identisch seien. Wenn keine rechtssichere Unterscheidung zwischen Personen- und Lastenaufz&uuml;gen m&ouml;glich sei, k&ouml;nne es nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nur noch auf die Zweckbestimmung im konkreten Betrieb ankommen. Aber auch im &Uuml;brigen sei das starre Festhalten an der Unterscheidung zwischen Lasten- und Personenaufz&uuml;gen nicht sachgerecht. Auch ein Personenaufzug k&ouml;nne unmittelbar der Aus&uuml;bung des Gewerbes dienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das FA unter Aufhebung der Entscheidung der Vorinstanz zu verpflichten, den Bescheid &uuml;ber Investitionszulage vom 17.&nbsp;September 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 8.&nbsp;Juni 2010 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Investitionszulage f&uuml;r das Streitjahr 2008 in H&ouml;he von 43.353&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem gleichlautenden Erlass der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder zur Abgrenzung des Grundverm&ouml;gens von den Betriebsvorrichtungen vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2006 &#8211;Abgrenzungserlass&#8211; (BStBl I 2006, 314) seien Lastenaufz&uuml;ge als Betriebsvorrichtungen und Personenaufz&uuml;ge als Geb&auml;udebestandteile anzusehen. Aufgrund der technischen Entwicklung gebe es in der Tat aber keine reinen Lastenaufz&uuml;ge mehr. Die objektive Eignung zur Personenbef&ouml;rderung sei das wesentliche Kriterium f&uuml;r die Abgrenzung. Im Streitfall sei der Aufzug zur Personenbef&ouml;rderung geeignet, er werde auch, unabh&auml;ngig vom genauen Umfang der Verwendung, von Personen tats&auml;chlich genutzt. Die B&auml;ckerei des Kl&auml;gers werde nicht mittels des Aufzugs betrieben, ein Aufzug sei kein Spezifikum einer B&auml;ckerei. Er sei auch dann nicht nutzlos, wenn in dem Geb&auml;ude ein anderes Gewerbe betrieben w&uuml;rde. Er geh&ouml;re damit zum Geb&auml;ude und nicht zum Betrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten haben &uuml;bereinstimmend auf eine m&uuml;ndliche Verhandlung verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Aufzugsanlage stellt eine Betriebsvorrichtung dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 InvZulG 2007 sind beg&uuml;nstigte Investitionen &#8211;unter weiteren, hier nicht streitigen Voraussetzungen&#8211; die Anschaffung und die Herstellung von neuen abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern des Anlageverm&ouml;gens. Der Begriff des beweglichen Wirtschaftsguts wird durch das InvZulG 2007 nicht definiert. Er bestimmt sich nach einkommensteuerlichen Grunds&auml;tzen. Das Einkommensteuergesetz grenzt bewegliche von den unbeweglichen Wirtschaftsg&uuml;tern unter R&uuml;ckgriff auf die Regelung des b&uuml;rgerlichen Rechts in den &sect;&sect;&nbsp;93&nbsp;f. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &uuml;ber wesentliche Geb&auml;udebestandteile einerseits und Scheinbestandteile andererseits in erster Linie anhand des Bewertungsrechts ab. Danach handelt es sich um (zulagenbeg&uuml;nstigte) bewegliche Wirtschaftsg&uuml;ter, wenn zwar zivilrechtlich wesentliche Geb&auml;udebestandteile vorliegen, diese aber als Betriebsvorrichtungen i.S. von &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Bewertungsgesetzes (BewG) zu beurteilen sind. Nach &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 BewG kommen als Betriebsvorrichtungen Maschinen, Vorrichtungen und sonstige Gegenst&auml;nde aller Art in Betracht, die zu einer Betriebsanlage geh&ouml;ren. Aus dem Erfordernis der Zugeh&ouml;rigkeit &quot;zu einer Betriebsanlage&quot; ergibt sich, dass der Begriff der Betriebsvorrichtung Gegenst&auml;nde voraussetzt, durch die das Gewerbe unmittelbar betrieben wird. Zwischen der Betriebsvorrichtung und dem Betriebsablauf muss ein &auml;hnlich enger Zusammenhang bestehen, wie er &uuml;blicherweise bei Maschinen gegeben ist. Dagegen reicht es nicht aus, wenn eine Anlage f&uuml;r einen Betrieb lediglich n&uuml;tzlich oder notwendig oder sogar gewerbepolizeilich vorgeschrieben ist. Entscheidend ist, ob die Gegenst&auml;nde von ihrer Funktion her unmittelbar zur Aus&uuml;bung des Gewerbes genutzt werden (Senatsurteile vom 6.&nbsp;August 1998 III&nbsp;R&nbsp;28\/97, BFHE 187, 124, BStBl II 2000, 144; vom 7.&nbsp;September 2000 III&nbsp;R&nbsp;48\/97, BFHE 194, 289, BStBl II 2001, 253; vom 9.&nbsp;August 2001 III&nbsp;R&nbsp;43\/98, BFHE 196, 429, BStBl II 2002, 100; vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2006 III&nbsp;R&nbsp;40\/04, BFH\/NV 2006, 2130).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach diesen Grunds&auml;tzen handelt es sich bei der streitbefangenen Aufzugsanlage um eine Betriebsvorrichtung. Gegenstand des Betriebs einer B&auml;ckerei ist die Herstellung und der Verkauf von Backwaren. Es geh&ouml;rt daher zur gewerblichen T&auml;tigkeit eines B&auml;ckers, mittels Backzutaten Teige u.&auml;. zu produzieren, diese in Back&ouml;fen zu backen, die Backprodukte ggf. zu verpacken und sie schlie&szlig;lich in Verkaufsr&auml;ume zu transportieren. M&uuml;ssen Backzutaten, Zwischenprodukte (Teige u.&auml;.) oder Ger&auml;tschaften (Backbleche, rollbare Backblechst&auml;nder u.&auml;.) zum Zwecke der Weiterverarbeitung der Vor- und Zwischenprodukte zu verschiedenen Stationen innerhalb einer B&auml;ckerei verbracht werden, dann dienen die eingesetzten technischen Transporteinrichtungen unmittelbar der Fabrikation der Backwaren und damit der Aus&uuml;bung des Gewerbes. Zwischen einem F&ouml;rderband und einem Aufzug besteht insoweit kein Unterschied. Nach den nicht angegriffenen und damit bindenden tatrichterlichen Feststellungen (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) werden mit dem Aufzug &quot;die Wagen mit den riesigen gewerblichen Backblechen und Materialien &#8230; zwischen den Fertigungsebenen hin- und herbef&ouml;rdert&quot;. Diese Feststellung tr&auml;gt die vom FG gezogene Schlussfolgerung, dass der Aufzug unmittelbar dem Betriebsvorgang dient. Es handelt sich folglich um einen Lastenaufzug in einem ausschlie&szlig;lich gewerblich genutzten Fabrikationsgeb&auml;ude. Derartige Aufz&uuml;ge wurden von der Rechtsprechung (BFH-Urteile vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1971 III&nbsp;R&nbsp;90\/69, BFHE 102, 107, BStBl II 1971, 455; vom 21.&nbsp;Oktober 1971 V&nbsp;R&nbsp;53\/71, BFHE 103, 291, BStBl II 1972, 79; vom 7.&nbsp;Oktober 1977 III&nbsp;R&nbsp;48\/76, BFHE 124, 77, BStBl II 1978, 186), der Verwaltung (Abgrenzungserlass, BStBl I 2006, 314, Rz&nbsp;3.5; zuvor bereits in BStBl II 1967, 127) und in der Literatur (Nolde in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;7 EStG Rz&nbsp;350 &quot;Aufz&uuml;ge&quot;; Knobel in Viskorf\/Glier\/Knobel, BewG, &sect;&nbsp;68 Rz&nbsp;31; Mannek in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect;&nbsp;68 BewG Rz&nbsp;103; Halaczinsky in R&ouml;ssler\/Troll, BewG, &sect;&nbsp;68 Rz&nbsp;118) einhellig als Betriebsvorrichtungen qualifiziert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass der Aufzug auch zur Personenbef&ouml;rderung genutzt werden kann und tats&auml;chlich auch genutzt wird, steht seiner Qualifizierung als Betriebsvorrichtung nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Entgegen der Auffassung des FG und des FA scheidet die &quot;objektive Eignung des Aufzugs zur Personenbef&ouml;rderung&quot; als Kriterium f&uuml;r die Abgrenzung zwischen Geb&auml;udebestandteil und Betriebsvorrichtung von vornherein deswegen aus, weil hiermit von den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen des Einzelfalles abstrahiert wird. Ob eine Vorrichtung im Rahmen der allgemeinen Nutzung des Grundst&uuml;cks oder Geb&auml;udes erforderlich ist oder ob sie unmittelbar dem Betrieb des Unternehmens dient, kann nur anhand der Verh&auml;ltnisse des konkret betriebenen Gewerbes beurteilt werden. So k&ouml;nnen dieselben baulichen Einrichtungen bei dem einen Unternehmen Betriebsvorrichtungen sein, bei einem anderen aber nicht (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Oktober 1999 III&nbsp;R&nbsp;55\/97, BFHE 190, 539, BStBl II 2000, 150, zu einer Alarmanlage in einer Spielhalle einerseits und einer Bank andererseits).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zur Einordnung von Aufzugsanlagen als Betriebsvorrichtung war nicht die objektive Eignung zur Personenbef&ouml;rderung rechtlich ma&szlig;geblich, sondern die genaue Bestimmung des Inhalts der vom Steuerpflichtigen konkret ausge&uuml;bten gewerblichen T&auml;tigkeit (instruktiv BFH-Urteile in BFHE 102, 107, BStBl II 1971, 455; vom 7.&nbsp;Oktober 1983 III&nbsp;R&nbsp;123\/81, juris, jeweils zum Wesen der gewerblichen T&auml;tigkeit eines Warenhausbetreibers, die im Kern darin besteht, Waren &#8211;per Lastenaufzug, nicht aber die potentielle Kundschaft per Personenaufzug&#8211; zum Ort des Feilbietens und des Verkaufs der Waren zu verbringen). Personenaufz&uuml;ge sind nur deshalb in der Regel keine Betriebsvorrichtungen, weil die Bef&ouml;rderung von Personen (Arbeitnehmer, Kunden und Besucher des Steuerpflichtigen sowie sonstige Dritte) keine unmittelbare und besondere Beziehung zum ausge&uuml;bten Gewerbe aufweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus alledem folgt, dass die abstrakte Unterscheidung zwischen Personen- und Lastenaufzug f&uuml;r die Abgrenzung nicht ma&szlig;geblich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit Personen im Aufzug zum Zwecke der Waren- und Lastenbegleitung fahren, dient dies unmittelbar dem Betriebsablauf. An der Charakterisierung des Bef&ouml;rderungsmittels als typischer Lastenaufzug eines Fabrikationsgeb&auml;udes &auml;ndert sich durch diese Nutzungsform nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auch die im Streitfall vom FG festgestellte Nutzung des Aufzugs zum Zwecke der reinen Personenbef&ouml;rderung schlie&szlig;t die zulagenrechtliche Einordnung der Anlage als Betriebsvorrichtung nicht aus. Denn hierf&uuml;r gen&uuml;gt es, dass die Anlage dem Betrieb des Gewerbes als Hauptzweck dient; die als Betriebsvorrichtung zu qualifizierende Anlage muss dem Gewerbebetrieb nicht ausschlie&szlig;lich dienen (BFH-Urteile vom 30.&nbsp;April 1976 III&nbsp;R&nbsp;132\/74, BFHE 119, 97, BStBl II 1976, 527; in BFHE 196, 429, BStBl II 2002, 100; BFH-Beschl&uuml;sse vom 5.&nbsp;Dezember 1996 III&nbsp;B&nbsp;26\/94, BFH\/NV 1997, 518; vom 8.&nbsp;November 1999 III&nbsp;B&nbsp;53\/99, BFH\/NV 2000, 485).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Bestimmung des Zwecks einer Aufzugsanlage ist eine rein quantitative Betrachtungsweise, die lediglich danach fragt, ob in einer bestimmten Periode die Einrichtung tats&auml;chlich &ouml;fter zur Personen- als zur Lastenbef&ouml;rderung verwendet wurde, nicht angezeigt (a.A. wohl Halaczinsky in R&ouml;ssler\/ Troll, a.a.O., &sect;&nbsp;68 Rz&nbsp;119; a.A. auch Mannek in G&uuml;rsching\/ Stenger, a.a.O., &sect;&nbsp;68 BewG Rz&nbsp;104, wonach gemischt genutzte Aufz&uuml;ge grunds&auml;tzlich zum Grundverm&ouml;gen rechnen). Neben den damit einhergehenden Praktikabilit&auml;tsproblemen werden wesentliche Sachgesichtspunkte, wie z.B. Traglast, Bauart, Ausstattung und Kabinengr&ouml;&szlig;e des Aufzugs, von vornherein ausgeblendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies vorausgeschickt ist im Streitfall festzustellen, dass der Aufzug schon nach seiner Gr&ouml;&szlig;e und Traglast erkennbar auf die speziellen betrieblichen Bed&uuml;rfnisse des Kl&auml;gers ausgerichtet ist und auch eigens daf&uuml;r eingebaut wurde. Da nennenswerter Publikumsverkehr in einem reinen Fabrikationsgeb&auml;ude ebenfalls nicht abzuwickeln ist, muss aus alledem geschlossen werden, dass der Hauptzweck des Aufzugs in der unmittelbaren F&ouml;rderung der betrieblichen Abl&auml;ufe besteht und nicht darin, der Belegschaft das Treppensteigen zu ersparen. F&uuml;r eine qualitativ und quantitativ deutlich &uuml;berwiegende Nutzung des Fahrstuhls als Personenbef&ouml;rderungsmittel, die den betrieblichen Einsatz als blo&szlig;en Nebenzweck erscheinen lassen k&ouml;nnte, gibt der vom FG festgestellte Sachverhalt jedenfalls nichts her.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Sache ist nicht spruchreif. Ob die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung einer Investitionszulage dem Grunde und der H&ouml;he nach vorliegen, hat das FG &#8211;von seinem Standpunkt aus folgerichtig&#8211; nicht gepr&uuml;ft und dementsprechend keine tats&auml;chlichen Feststellungen getroffen. Offen ist insbesondere, ob die Kosten zum Teil auf Arbeiten am Aufzugsschacht entfallen. Ein im Geb&auml;ude selbst befindlicher Aufzugsschacht hat in der Regel konstruktive Funktionen (Aufnahme des Gewichts angrenzender Geschossdecken u.&auml;.) und ist dann Teil des Geb&auml;udes (Halaczinsky in R&ouml;ssler\/Troll, a.a.O., &sect;&nbsp;68 Rz&nbsp;118, m.w.N.; Mannek in G&uuml;rsching\/Stenger, a.a.O., &sect;&nbsp;68 BewG Rz&nbsp;105). Das BFH-Urteil in BFHE 124, 77, BStBl II 1978, 186 steht dem nicht entgegen, weil die Entscheidung einen Fahrstuhlschacht betraf, der eigens zur Aufnahme des Aufzugs an ein bestehendes Betriebsgeb&auml;ude angebaut worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, III R 35\/12 Aufzugsanlage in einer B&auml;ckerei Leits&auml;tze Der Aufzug in einer B&auml;ckerei, dessen Hauptzweck darin besteht, die f&uuml;r die Herstellung der Backwaren ben&ouml;tigten Materialien zu den verschiedenen Produktionsebenen zu bef&ouml;rdern, stellt eine Betriebsvorrichtung dar. Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) betreibt eine B&auml;ckerei. 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