{"id":43700,"date":"2013-05-29T15:45:00","date_gmt":"2013-05-29T13:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43700"},"modified":"2013-05-29T15:45:00","modified_gmt":"2013-05-29T13:45:00","slug":"ix-b-138-11-zur-verlustberuecksichtigung-bei-par-17-estg-grundsaetzliche-bedeutung-verfahrensmangel-sachaufklaerung-entscheidungserheblichkeit-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-138-11-zur-verlustberuecksichtigung-bei-par-17-estg-grundsaetzliche-bedeutung-verfahrensmangel-sachaufklaerung-entscheidungserheblichkeit-4\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;138\/11 &#8211; Zur Verlustber&uuml;cksichtigung bei &sect; 17 EStG, grunds&auml;tzliche Bedeutung, Verfahrensmangel (Sachaufkl&auml;rung, Entscheidungserheblichkeit)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.5.2012, IX B 138\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Verlustber&uuml;cksichtigung bei &sect; 17 EStG, grunds&auml;tzliche Bedeutung, Verfahrensmangel (Sachaufkl&auml;rung, Entscheidungserheblichkeit)<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Zum Teil entspricht ihre &#8211;im Stil einer Revision gehaltene&#8211; Begr&uuml;ndung nicht den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO); im &Uuml;brigen sind die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1.a) Die Kl&auml;ger haben die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) nicht hinreichend i.S. von &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO dargelegt. Zum einen fehlt es schon an Ausf&uuml;hrungen, inwieweit die von ihnen aufgeworfenen Fragen in Rechtsprechung und\/oder Schrifttum umstritten sind und deshalb eine h&ouml;chstrichterliche Kl&auml;rung &uuml;ber die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalles hinaus f&uuml;r die Allgemeinheit von Bedeutung ist. Zum anderen sind die Grunds&auml;tze, nach denen ein Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufl&ouml;sung einer Kapitalgesellschaft gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;17 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu ber&uuml;cksichtigen ist, in der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung gekl&auml;rt. Zum Dritten kommt es f&uuml;r die Frage, ob tats&auml;chlich ein Verlust vorliegt, wenn es um die Abtretung einer uneinbringlichen Forderung unter &quot;aus einem Topf wirtschaftenden&quot; Ehegatten, ggf. als Drittaufwand, geht, auf die regelm&auml;&szlig;ig &#8211;so auch im Streitfall&#8211; nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Umst&auml;nde des Einzelfalls an (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;Dezember 2009 IX&nbsp;B&nbsp;72\/09, BFH\/ NV 2010, 932; vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;B&nbsp;151\/10, BFH\/NV 2011, 1165).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r die Frage nach einer unentgeltlichen oder teilentgeltlichen Zuwendung bei fragw&uuml;rdiger Forderungsrealisierung wie auch f&uuml;r die Frage, ob durch kurzzeitige R&uuml;ckf&uuml;hrung eines Darlehens eine Krise zu erkennen ist. Zudem ist auch die Frage, ob die Gesellschaft in eine Krise geraten ist, aufgrund einer &#8211;nicht grunds&auml;tzlich bedeutsamen&#8211; Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde des Einzelfalls (vgl. BFH-Urteile vom 25.&nbsp;Mai 2011 IX&nbsp;R&nbsp;54\/10, BFH\/NV 2011, 2029; vom 9.&nbsp;Oktober 2008 IX&nbsp;R&nbsp;60\/05, BFH\/NV 2009, 896, m.w.N) als Tatfrage zu entscheiden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entsprechend bedarf es keiner Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Alt. FGO). F&uuml;r die Darlegung der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Alt. FGO) mangelt es bereits an einer eine Abweichung erkennbar machenden Gegen&uuml;berstellung tragender Erw&auml;gungen des angefochtenen Urteils des Finanzgerichts (FG) und (vermeintlicher) Divergenzentscheidungen (vgl. etwa BFH-Beschl&uuml;sse vom 11.&nbsp;Dezember 2002 IX&nbsp;B&nbsp;124\/02, BFH\/NV 2003, 495; vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;144\/09, BFH\/NV 2011, 1144).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Vorbringen r&uuml;gen die Kl&auml;ger im Kern lediglich eine (vermeintlich) unzutreffende Tatsachenw&uuml;rdigung und fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG, also materiell-rechtliche Fehler; damit kann jedoch die Zulassung der Revision nicht erreicht werden (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 1.&nbsp;April 2008 IX&nbsp;B&nbsp; 156\/07, BFH\/NV 2008, 1323; vom 23.&nbsp;September 2009 IX&nbsp;B&nbsp;84\/09, BFH\/NV 2010, 395).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel sind zum Teil nicht hinreichend dargetan, im &Uuml;brigen liegen sie nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;ger in der Nichtber&uuml;cksichtigung der B&uuml;rgschaftsinanspruchnahme auch des Kl&auml;gers eine unzureichende Sachaufkl&auml;rung (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) als (verzichtbaren) Verfahrensmangel in Gestalt der unterlassenen Amtsermittlung r&uuml;gen (zu den Anforderungen: z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2004 VII&nbsp;B&nbsp;53\/03, BFH\/NV 2004, 978; vom 28.&nbsp;Juli 2004 IX&nbsp;B&nbsp;136\/03, BFH\/NV 2005, 43), ist dieser Versto&szlig; nicht gegeben. Dazu ist dem FG-Urteil (S.&nbsp;4) eine entsprechende B&uuml;rgschaftsvereinbarung und -inanspruchnahme nicht zu entnehmen. Ausweislich des Sitzungsprotokolls (zu dessen Beweiskraft: &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;165 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) wurde der wesentliche Inhalt der Akten vorgetragen, ohne dass die Kl&auml;ger auf den Vortrag korrigierend reagiert oder auf eine entsprechende Aufkl&auml;rungsma&szlig;nahme hingewirkt oder einen diesbez&uuml;glichen Beweisantrag gestellt h&auml;tten. Gleichwohl haben die fachkundig vertretenen Kl&auml;ger r&uuml;gelos zur Sache verhandelt und damit ihr R&uuml;gerecht durch blo&szlig;es Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verloren (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 ZPO; vgl. BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;August 2008 IX&nbsp;B&nbsp;207\/07, BFH\/NV 2008, 2022, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hinsichtlich der (erst seit Akteneinsicht bekannten) Probeberechnungen des Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrers (Finanzamt) fehlt es f&uuml;r eine Verfahrensr&uuml;ge bereits an Ausf&uuml;hrungen zur Entscheidungserheblichkeit. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl&auml;ger r&uuml;gen, dass das FG-Urteil &#8211;trotz Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung im November 2000&#8211; keine konkreten Ausf&uuml;hrungen zur Ber&uuml;cksichtigung des Aufl&ouml;sungsverlustes des Kl&auml;gers im Streitjahr 2000 enth&auml;lt, greift diese Verfahrensr&uuml;ge nicht durch. Solche Ausf&uuml;hrungen waren entbehrlich; denn nach der ma&szlig;gebenden materiell-rechtlichen Auffassung des FG (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;September 2007 IX&nbsp;B&nbsp; 199\/06, BFH\/NV 2008, 26; vom 14.&nbsp;Oktober 2009 IX&nbsp;B&nbsp;105\/09, BFH\/NV 2010, 443) hatte zum einen zwar die Kl&auml;gerin, nicht aber der Kl&auml;ger hinsichtlich der in Frage stehenden Finanzierungsma&szlig;nahmen (B&uuml;rgschaften, Darlehen) eigene Aufwendungen get&auml;tigt und zum anderen den eigenkapitalersetzenden Charakter seiner Darlehensgew&auml;hrung nicht nachgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch die R&uuml;ge eines Verfahrensmangels hinsichtlich der zus&auml;tzlich geltend gemachten, aber vom FG nicht ber&uuml;cksichtigten Aufwendungen der Kl&auml;gerin (in den &#8211;Nicht-Streit&#8211; Jahren 1997 bis 1999) geht fehl. Denn f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung solcher die GmbH betreffenden Aufwendungen kommt es grunds&auml;tzlich auf den Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung der Kapitalanteile an (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juli 2010 IX&nbsp;R&nbsp;45\/09, BFHE 230, 380, BStBl II 2010, 969, m.w.N.); die Kl&auml;gerin hat aber ihre GmbH-Anteile im November 1999 ver&auml;u&szlig;ert, also nicht in den Streitjahren 2000 bis 2002. Entsprechend verweist das FG zutreffend auf das das Jahr 1999 betreffende, rechtskr&auml;ftig abgeschlossene FG-Verfahren (Az. 15&nbsp;K&nbsp;4839\/02) und eine m&ouml;gliche &Auml;nderung des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns f&uuml;r nach dem ma&szlig;gebenden Ver&auml;u&szlig;erungszeitpunkt noch angefallene Aufwendungen (vgl. grds. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19.&nbsp;Juli 1993 GrS&nbsp;2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.5.2012, IX B 138\/11 Zur Verlustber&uuml;cksichtigung bei &sect; 17 EStG, grunds&auml;tzliche Bedeutung, Verfahrensmangel (Sachaufkl&auml;rung, Entscheidungserheblichkeit) Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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