{"id":43928,"date":"2013-05-30T12:04:32","date_gmt":"2013-05-30T10:04:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43928"},"modified":"2013-05-30T12:04:32","modified_gmt":"2013-05-30T10:04:32","slug":"x-k-3-12-entschaedigungsklage-unangemessene-dauer-eines-finanzgerichtlichen-verfahrens-beschraenkung-des-rechtsfolgenausspruchs-auf-die-feststellung-der-verzoegerung-verhaeltnis-zur-amtshaftungsklag-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-3-12-entschaedigungsklage-unangemessene-dauer-eines-finanzgerichtlichen-verfahrens-beschraenkung-des-rechtsfolgenausspruchs-auf-die-feststellung-der-verzoegerung-verhaeltnis-zur-amtshaftungsklag-3\/","title":{"rendered":"X&nbsp;K&nbsp;3\/12 &#8211; Entsch&auml;digungsklage: Unangemessene Dauer eines finanzgerichtlichen Verfahrens &#8211; Beschr&auml;nkung des Rechtsfolgenausspruchs auf die Feststellung der Verz&ouml;gerung &#8211; Verh&auml;ltnis zur Amtshaftungsklage &#8211; Beklagter im Entsch&auml;digungsklageverfahren &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Keine Motivforschung in Bezug auf Prozesshandlungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.4.2013, X K 3\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Entsch&auml;digungsklage: Unangemessene Dauer eines finanzgerichtlichen Verfahrens &#8211; Beschr&auml;nkung des Rechtsfolgenausspruchs auf die Feststellung der Verz&ouml;gerung &#8211; Verh&auml;ltnis zur Amtshaftungsklage &#8211; Beklagter im Entsch&auml;digungsklageverfahren &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Keine Motivforschung in Bezug auf Prozesshandlungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird ein FG in einem einfach gelagerten Klageverfahren zwischen dem Eingang des letzten Schriftsatzes eines der Beteiligten und der Anberaumung der m&uuml;ndlichen Verhandlung f&uuml;nfeinhalb Jahre lang &#8211;abgesehen von einer Aktenanforderung und einer kurzen Anfrage an den Kl&auml;ger&#8211; nicht t&auml;tig, ist die Verfahrensdauer als unangemessen anzusehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. War die finanzgerichtliche Klage unschl&uuml;ssig, d.h. bereits nach dem eigenen Tatsachenvortrag des Kl&auml;gers erkennbar unbegr&uuml;ndet, hatte das verz&ouml;gerte Verfahren f&uuml;r den Entsch&auml;digungskl&auml;ger objektiv keine besondere Bedeutung. In einem solchen Fall gen&uuml;gt f&uuml;r die erforderliche Wiedergutmachung die Feststellung der Verfahrensverz&ouml;gerung durch das Entsch&auml;digungsgericht; der Zuerkennung einer Geldentsch&auml;digung f&uuml;r immaterielle Nachteile bedarf es nicht.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Das Entsch&auml;digungsgericht kann eine Verfahrensverz&ouml;gerung auch dann feststellen, wenn eine Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge gar nicht oder &#8211;in den &Uuml;bergangsf&auml;llen des Art. 23 Satz 2 &Uuml;berlVfRSchG&#8211; nicht unverz&uuml;glich erhoben worden ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Hat der Kl&auml;ger die Zuerkennung einer Geldentsch&auml;digung beantragt, beschr&auml;nkt sich das Entsch&auml;digungsgericht aber auf die blo&szlig;e Feststellung einer unangemessenen Verfahrensdauer, ist dem Beklagten gleichwohl der weitaus &uuml;berwiegende Teil (75 %) der Kosten des Entsch&auml;digungsklageverfahrens aufzuerlegen, wenn tats&auml;chlich eine erhebliche Verfahrensverz&ouml;gerung gegeben ist, deren Gr&ouml;&szlig;enordnung weitgehend mit derjenigen Zeitspanne deckungsgleich ist, die der Kl&auml;ger seiner monet&auml;ren Entsch&auml;digungsforderung zugrunde gelegt hat, und der Kl&auml;ger die H&ouml;he seiner Entsch&auml;digungsforderung auf den gesetzlichen Regelbetrag des &sect; 198 Abs. 2 Satz 3 GVG beschr&auml;nkt hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>5. Eine Entsch&auml;digungsklage wegen der Dauer eines Verfahrens vor dem FG Berlin-Brandenburg ist gegen das Bundesland zu richten, gegen dessen Verwaltungshandeln sich der sp&auml;tere Entsch&auml;digungskl&auml;ger in dem von ihm eingeleiteten finanzgerichtlichen Verfahren gewandt hat. Die Anordnung, dass das beklagte Bundesland in Entsch&auml;digungsklageverfahren durch den Pr&auml;sidenten des FG vertreten wird, bedarf keiner Regelung durch ein Gesetz.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger begehrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) Entsch&auml;digung wegen der von ihm als unangemessen angesehenen Dauer eines vom 27.&nbsp;Januar 2006 (Klageeingang) bis zum 23.&nbsp;M&auml;rz 2012 (Urteilszustellung) vor dem Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg anh&auml;ngigen Verfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Ausgangsverfahren liegt der folgende Sachverhalt zugrunde: Der Kl&auml;ger ist Erbe nach seinem im Jahr 1996 verstorbenen Vater (V). Auf Antrag des Kl&auml;gers, der die Werthaltigkeit des Nachlasses zun&auml;chst nicht hatte einsch&auml;tzen k&ouml;nnen, ordnete das Nachlassgericht Nachlassverwaltung an. Diese wurde am 9.&nbsp;August 2000 mit der Begr&uuml;ndung aufgehoben, ihr Zweck sei durch die Berichtigung der bekannten Nachlassverbindlichkeiten erreicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Nachlass geh&ouml;rte auch eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds in der Rechtsform der GbR. Nach den vom Kl&auml;ger vorgelegten Unterlagen ver&auml;u&szlig;erte eine KG, an der die GbR beteiligt war, im Jahr 1996 den wesentlichen Teil ihres Verm&ouml;gens. Die Liquidation der GbR fand im Jahr 2002 (Streitjahr des Ausgangsverfahrens) ihren Abschluss durch f&ouml;rmliche Aufl&ouml;sung der Gesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Bescheid &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung des Gewinns der GbR f&uuml;r das Jahr 2002 wurde f&uuml;r den Kl&auml;ger ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn in H&ouml;he von 12.028,89&nbsp;EUR festgestellt. Dies entsprach dem seinerzeitigen Stand des negativen Kapitalkontos des Kl&auml;gers. Hiergegen erhob der Kl&auml;ger nach erfolglosem Einspruch Klage vor dem FG M&uuml;nster, mit der er eine Beschr&auml;nkung seiner Erbenhaftung auf der Grundlage der &sect;&sect;&nbsp;1975&nbsp;ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geltend machte. Das FG M&uuml;nster wies die Klage mit Urteil vom 22.&nbsp;Februar 2006&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;3381\/04&nbsp;F ab und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, allein der Kl&auml;ger &#8211;nicht aber V oder der Nachlass&#8211; habe im Jahr 2002 den Tatbestand der Einkunftserzielung verwirklicht, weil er Gesellschafter der GbR geworden sei. Der im Jahr 2003 ergangene Feststellungsbescheid sei schon deshalb nicht gegen den Nachlassverwalter zu richten gewesen, weil die Nachlassverwaltung bereits im Jahr 2000 beendet worden sei. Die Einrede der beschr&auml;nkten Erbenhaftung k&ouml;nne erst im Zwangsvollstreckungsverfahren geltend gemacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits zuvor, am 17.&nbsp;Mai 2003, hatte das Berliner Wohnsitz-Finanzamt (FA) gegen den Kl&auml;ger den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2002 erlassen. Darin setzte es die Eink&uuml;nfte aus der GbR entsprechend dem Feststellungsbescheid an. Es ergab sich eine Steuernachzahlung, die nach dem Vorbringen des Kl&auml;gers dadurch &quot;vollstreckt&quot; (getilgt) wurde, dass das FA sie mit anderweitigen Steuerguthaben des Kl&auml;gers verrechnete. Eine Beschr&auml;nkung der Erbenhaftung lehnte das FA ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner am 27.&nbsp;Januar 2006 vor dem damaligen FG Berlin erhobenen Klage machte der Kl&auml;ger weiterhin die Beschr&auml;nkung seiner Erbenhaftung geltend. Am 27.&nbsp;M&auml;rz 2006 begr&uuml;ndete er die Klage. Schon in der Klagebegr&uuml;ndung erkl&auml;rte er, die Steuernachzahlungen h&auml;tten im Falle eines fr&uuml;hzeitigen Hinweises des Betriebs-FA bereits vom Nachlassverwalter beglichen werden k&ouml;nnen, da gen&uuml;gend Masse vorhanden gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem am 2.&nbsp;Juni 2006 beim FG eingegangenen Schriftsatz des Kl&auml;gers endete der Wechsel der vorbereitenden Schrifts&auml;tze zwischen den Beteiligten. Ausweislich der finanzgerichtlichen Akten erwog das FG in diesem Stadium des Verfahrens, einen Gerichtsbescheid zu erlassen. Tats&auml;chlich wurde das FG aber zun&auml;chst nicht weiter t&auml;tig. Auf eine am 12.&nbsp;Oktober 2007 eingegangene Sachstandsanfrage des Kl&auml;gers teilte der Berichterstatter mit Schreiben vom 23.&nbsp;Oktober 2007 mit, der Zeitpunkt einer Terminierung sei wegen der Vielzahl der anh&auml;ngigen &auml;lteren Verfahren ungewiss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Verf&uuml;gung vom 17.&nbsp;Februar 2010 forderte das FG &#8211;mittlerweile war die Zust&auml;ndigkeit auf das neugegr&uuml;ndete FG Berlin-Brandenburg &uuml;bergegangen&#8211; die Steuerakten des FA sowie die Gerichtsakte des FG M&uuml;nster an. Auf den Hinweis des FG M&uuml;nster, die Akten&uuml;bersendung setze die Vorlage einer Einverst&auml;ndniserkl&auml;rung des Kl&auml;gers voraus, bat das FG den Kl&auml;ger mit Schreiben vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2010, eine solche Erkl&auml;rung abzugeben. Der Kl&auml;ger reagierte hierauf nicht. Das FG sah in der Folgezeit von einem weiteren T&auml;tigwerden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 18.&nbsp;Januar 2012 verf&uuml;gte der Senatsvorsitzende des FG die Bestimmung eines Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung auf den 1.&nbsp;M&auml;rz 2012. Zugleich erteilte er dem Kl&auml;ger einen rechtlichen Hinweis, wonach die Klage unbegr&uuml;ndet sein d&uuml;rfte, weil die Einkommensteuer 2002 keine Nachlassverbindlichkeit darstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem am 3.&nbsp;Februar 2012 beim FG eingegangenen Schreiben erkl&auml;rte der Kl&auml;ger den Rechtsstreit in der Hauptsache f&uuml;r erledigt und beantragte, dem FA die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, es habe sich nachtr&auml;glich herausgestellt, dass der Nachlass ergiebiger gewesen sei als zun&auml;chst angenommen. Das FG wies den Kl&auml;ger am 7.&nbsp;Februar 2012 darauf hin, dass es an einer Hauptsacheerledigung fehlen d&uuml;rfte, weil nach Rechtsh&auml;ngigkeit kein erledigendes Ereignis eingetreten sei. Vielmehr d&uuml;rfte die Klage von Anfang an unbegr&uuml;ndet gewesen sein. Es regte eine Klager&uuml;cknahme an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierauf r&uuml;gte der Kl&auml;ger mit einem am 14.&nbsp;Februar 2012 eingegangenen Schreiben unter Hinweis auf das Gesetz &uuml;ber den Rechtsschutz bei &uuml;berlangen Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren (&Uuml;berlVfRSchG) vom 24.&nbsp;November 2011 (BGBl I 2011, 2302) eine &uuml;berlange Dauer des finanzgerichtlichen Verfahrens. Er vertrat die Auffassung, das rechtlich und tats&auml;chlich unkomplizierte Verfahren h&auml;tte sp&auml;testens innerhalb von zwei Jahren beendet sein m&uuml;ssen. Aufgrund der Verfahrensdauer k&ouml;nne der Kl&auml;ger Teile der ma&szlig;gebenden Unterlagen nicht mehr einsehen. Insbesondere sei die f&uuml;r den Nachlassverwalter geltende Aktenaufbewahrungsfrist abgelaufen. Ferner beantragte der Kl&auml;ger Akteneinsicht und die Aufhebung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG lehnte den Terminaufhebungsantrag ab, f&uuml;hrte die m&uuml;ndliche Verhandlung durch und wies die Klage ab. Zu entscheiden sei nur noch &uuml;ber den Antrag, die Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache festzustellen. Eine solche Feststellungsklage sei unbegr&uuml;ndet, da die urspr&uuml;ngliche Verpflichtungsklage schon bei ihrer Erhebung unbegr&uuml;ndet gewesen sei. Denn dem Kl&auml;ger sei zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt gewesen, dass der Nachlass zur Zahlung der Steuern ausgereicht h&auml;tte. Das Urteil des FG wurde dem Kl&auml;ger am 23.&nbsp;M&auml;rz 2012 zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 9.&nbsp;Juli 2012 hat der Kl&auml;ger die streitgegenst&auml;ndliche Entsch&auml;digungsklage &quot;aus dem Gesichtspunkt der Amtshaftung&quot; erhoben. Er verweist darauf, dass ein finanzgerichtliches Verfahren im Durchschnitt 17,5&nbsp;Monate &#8211;bei einer Spanne zwischen den einzelnen Bundesl&auml;ndern von 10,1 bis 24,7&nbsp;Monaten&#8211; dauere. Auf dieser Grundlage sieht er im konkreten Verfahren eine &Uuml;berschreitung der angemessenen Verfahrensdauer um vier Jahre. Die erforderliche Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge sei in seiner am 12.&nbsp;Oktober 2007 gestellten Sachstandsanfrage zu sehen. Im &Uuml;brigen d&uuml;rfte die sechsj&auml;hrige Verfahrensdauer nach der Rechtsprechung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte (EGMR) bereits in den Grenzbereich der absoluten &uuml;berlangen Verfahrensdauer hineinreichen. In derartigen F&auml;llen sei eine R&uuml;ge entbehrlich, da die von ihr ausgehende Warnfunktion angesichts der offenkundigen &Uuml;berl&auml;nge nicht mehr eintreten k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/><\/br>den Beklagten zu verurteilen, dem Kl&auml;ger wegen der &uuml;berlangen Dauer des Verfahrens vor dem FG Berlin-Brandenburg 10&nbsp;K&nbsp;1037\/06&nbsp;B eine Entsch&auml;digung in H&ouml;he von 4.800&nbsp;EUR zu zahlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte beantragt,<br \/><\/br>die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er ist der Auffassung, die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge vom 14.&nbsp;Februar 2012 k&ouml;nne keine Wirkung f&uuml;r den davor liegenden Zeitraum entfalten, weil sie entgegen Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;2 &Uuml;berlVfRSchG nicht &quot;unverz&uuml;glich&quot; nach Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG am 3.&nbsp;Dezember 2011 erhoben worden sei. Zudem m&uuml;sse ein Entsch&auml;digungsanspruch nach dem Gesetzeszweck dann entfallen, wenn das Gericht &#8211;wie hier&#8211; das Verfahren unmittelbar nach Erhebung der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge abschlie&szlig;e. Denn die R&uuml;ge solle als Warnung an das Gericht dienen; diese Warnfunktion werde bei einem z&uuml;gigen Verfahrensabschluss erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn eine sachliche Pr&uuml;fung der Entsch&auml;digungsklage vorzunehmen sein sollte, w&auml;re keine Geldentsch&auml;digung auszusprechen. Vielmehr w&auml;re gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 GVG die blo&szlig;e Feststellung einer unangemessenen Verfahrensdauer als Wiedergutmachung ausreichend. Dem Kl&auml;ger sei aufgrund der Dauer des Verfahrens weder ein materieller noch &#8211;abgesehen von der &Uuml;berl&auml;nge als solcher&#8211; ein immaterieller Schaden entstanden. Zudem zeige das Unterbleiben einer Reaktion des Kl&auml;gers auf die Anfrage des FG vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2010, dass er sp&auml;testens ab diesem Zeitpunkt selbst kein besonderes Interesse mehr an einer Fortsetzung des Verfahrens gehabt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedenfalls sei die entsch&auml;digungspflichtige Verz&ouml;gerung erheblich geringer als der vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrte Zeitraum von vier Jahren. Beim Eingang des letzten vorbereitenden Schriftsatzes am 2.&nbsp;Juni 2006 sei eine Terminierung wegen der zum 1.&nbsp;Januar 2007 durchgef&uuml;hrten Fusion der Finanzgerichte der L&auml;nder Berlin und Brandenburg nicht mehr m&ouml;glich gewesen. Das neue FG Berlin-Brandenburg sei erst nach dem Auspacken und Verteilen der Akten im April 2007 in vollem Umfang funktionst&uuml;chtig gewesen. F&uuml;r die Zeit vom 17.&nbsp;Februar 2010 bis zum 31.&nbsp;Dezember 2010 sei eine Verz&ouml;gerung zu verneinen, weil der Kl&auml;ger auf die Anfrage des FG hinsichtlich der Einverst&auml;ndniserkl&auml;rung nicht reagiert habe. Danach verbleibe eine &quot;untechnische Verfahrensruhe&quot; von drei Jahren und neun Monaten. Da eine Verfahrensdauer von zwei Jahren und sechs Monaten nicht zu beanstanden sei, ergebe sich vorliegend ein Entsch&auml;digungsanspruch allenfalls f&uuml;r ein Jahr und drei Monate.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Obwohl der Kl&auml;ger seinen Anspruch als &quot;auf dem Gesichtspunkt der Amtshaftung&quot; beruhend bezeichnet, legt der Senat die Klage als Entsch&auml;digungsklage nach &sect;&nbsp;198 GVG, nicht aber als auf einen Amtshaftungsanspruch gest&uuml;tzte Schadensersatzklage aus. Ma&szlig;gebend hierf&uuml;r ist, dass der Kl&auml;ger die Klage beim Bundesfinanzhof (BFH) eingereicht und er in seiner Klageschrift auf &sect;&nbsp;198 GVG verwiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat h&auml;lt die durch &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung vorgenommene Zuweisung der Rechtswegzust&auml;ndigkeit f&uuml;r Entsch&auml;digungsklagen aus dem Bereich der Finanzgerichtsbarkeit an den BFH f&uuml;r vereinbar mit Art.&nbsp;34 Satz&nbsp;3 des Grundgesetzes (GG). Danach darf der ordentliche Rechtsweg f&uuml;r die Geltendmachung von Schadensersatzanspr&uuml;chen wegen Amtspflichtverletzung nicht ausgeschlossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist es denkbar, dass die Einf&uuml;hrung der Entsch&auml;digungsklage zu einem R&uuml;ckgang der Amtshaftungsklagen in diesem Bereich f&uuml;hren wird. Denn Gegenstand der &sect;&sect;&nbsp;198&nbsp;ff. GVG kann &#8211;wie bereits der Wortlaut des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GVG zeigt&#8211; auch eine Entsch&auml;digung f&uuml;r materielle Nachteile und Sch&auml;den sein (zutreffend BTDrucks 17\/3802, 17); in diesem Bereich gelten nach Auffassung des Gesetzgebers die &sect;&sect;&nbsp;249&nbsp;ff. BGB &#8211;mit Ausnahme eines Anspruchs auf Ersatz des entgangenen Gewinns&#8211; uneingeschr&auml;nkt (BTDrucks 17\/7217, 27&nbsp;f.). Zudem wird die Geltendmachung eines auf &sect;&nbsp;198 GVG gest&uuml;tzten Entsch&auml;digungsanspruchs f&uuml;r den Anspruchsteller schon wegen des fehlenden Erfordernisses der F&uuml;hrung eines Verschuldensnachweises wesentlich einfacher sein als die Geltendmachung eines Amtshaftungsanspruchs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichwohl f&uuml;hrt die Einf&uuml;hrung der Entsch&auml;digungsklage und deren Zuweisung an die Fachgerichtsbarkeiten nicht zu einer Aush&ouml;hlung der Rechtswegzuweisung des Art.&nbsp;34 Satz&nbsp;3 GG. Denn es bleibt dem Anspruchsteller unbenommen, sein Begehren im Wege einer Amtshaftungsklage durchzusetzen. Beide Rechtsschutzm&ouml;glichkeiten bestehen parallel zueinander. W&auml;hrend sich die Entsch&auml;digungsklage durch erleichterte Voraussetzungen (fehlendes Verschuldenserfordernis), die Vermutung des Eintritts von Nichtverm&ouml;genssch&auml;den sowie die M&ouml;glichkeit eines pauschalierten Ersatzes dieser Sch&auml;den auszeichnet, er&ouml;ffnet die Amtshaftungsklage demgegen&uuml;ber auch die M&ouml;glichkeit der Erlangung von Schadensersatz f&uuml;r entgangenen Gewinn. Von einem &quot;Ausschluss&quot; des ordentlichen Rechtsweges, der durch Art.&nbsp;34 Satz&nbsp;3 GG allein untersagt w&uuml;rde, l&auml;sst sich danach ungeachtet eines m&ouml;glichen faktischen R&uuml;ckgangs der Amtshaftungsklagen nicht sprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Klage ist zul&auml;ssig, aber nur teilweise begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie ist gegen den richtigen Beklagten gerichtet (unten 1.). Die &Uuml;bertragung der Vertretung des beklagten Bundeslandes Berlin auf den Pr&auml;sidenten des FG Berlin-Brandenburg ist aus Rechtsgr&uuml;nden nicht zu beanstanden (unten 2.). Das finanzgerichtliche Verfahren, dessen Dauer vorliegend zu beurteilen ist, ist unangemessen verz&ouml;gert worden (unten 3.). Ein Anspruch des Kl&auml;gers ist nicht schon deshalb ausgeschlossen, weil das Ausgangsgericht das Verfahren kurzfristig nach Erhebung der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge zu Ende gef&uuml;hrt hat (unten 4.) oder die Entsch&auml;digungsklage als rechtsmissbr&auml;uchlich anzusehen w&auml;re (unten 5.). Allerdings ist nach den besonderen Umst&auml;nden des vorliegenden Falles die Feststellung einer unangemessenen Verfahrensdauer f&uuml;r die erforderliche Wiedergutmachung ausreichend; ein Entsch&auml;digungsanspruch in Geld steht dem Kl&auml;ger nicht zu (unten 6.). Weil ein derartiger Feststellungsausspruch keine vorherige Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge des Kl&auml;gers voraussetzt, kann offenbleiben, ob der Kl&auml;ger die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge im Ausgangsverfahren noch &quot;unverz&uuml;glich&quot; nach Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG erhoben hat (unten 7.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hat mit dem Land Berlin den richtigen Beklagten bezeichnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Bestimmung des Anspruchsgegners bei Entsch&auml;digungsklagen wegen &uuml;berlanger Verfahrensdauer richtet sich nach &sect;&nbsp;200 Satz&nbsp;1 GVG. Danach haftet das Land f&uuml;r Nachteile, die aufgrund von Verz&ouml;gerungen bei Gerichten eines Landes eingetreten sind. Da das FG Berlin-Brandenburg gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Staatsvertrags &uuml;ber die Errichtung gemeinsamer Fachobergerichte der L&auml;nder Berlin und Brandenburg vom 26.&nbsp;April 2004 (Gesetz- und Verordnungsblatt f&uuml;r Berlin 2004, 380) &#8211;Staatsvertrag&#8211; ein <em>gemeinsames<\/em> Fachobergericht der Bundesl&auml;nder Berlin und Brandenburg ist, seinen Sitz aber im Land Brandenburg hat, l&auml;sst sich dem Wortlaut des &sect;&nbsp;200 Satz&nbsp;1 GVG unmittelbar noch keine Bestimmung des richtigen Beklagten entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des erkennenden Senats &#8211;die vom Kl&auml;ger und nunmehr auch vom Beklagten geteilt wird&#8211; &uuml;ben die gemeinsamen Fachobergerichte der L&auml;nder Berlin und Brandenburg jeweils Rechtsprechungsgewalt desjenigen Bundeslandes aus, aus dem das Ausgangsverfahren stammt. Der Senat verweist insoweit auf die ausf&uuml;hrlichen Darlegungen des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin im Beschluss vom 19.&nbsp;Dezember 2006 45\/06 (juris, unter II.1.a), denen er sich anschlie&szlig;t. Der Verfassungsgerichtshof hat sich dabei insbesondere auf die Gesetzesmaterialien zum Staatsvertrag sowie die einfachere staatsrechtliche Handhabbarkeit gest&uuml;tzt. Demgegen&uuml;ber hat er denjenigen Einzelregelungen im Staatsvertrag, die an das Sitzprinzip ankn&uuml;pfen, keine entscheidende Bedeutung zugemessen (Rz&nbsp;32 des Beschlusses). Dieser Auffassung ist auch das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg im Beschluss vom 10.&nbsp;Mai 2007&nbsp;&nbsp;8\/07 (juris, unter B.I.1.). Beiden Beschl&uuml;ssen lagen jeweils Verfahren aus der Verwaltungsgerichtsbarkeit zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In &Uuml;bereinstimmung damit hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in seiner Entscheidung &uuml;ber die Verfassungsbeschwerde eines Richters am fr&uuml;heren FG Berlin, der sich unmittelbar gegen den Staatsvertrag gewandt hatte, ausgef&uuml;hrt, das FG Berlin-Brandenburg sei ein Gericht, &quot;welches (auch) zur Berliner Landesgerichtsbarkeit geh&ouml;rt&quot; (Beschluss vom 14.&nbsp;Juli 2006&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1058\/05, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2006, 1030, unter III.2.b&nbsp;aa). Die richterliche T&auml;tigkeit an einem l&auml;nder&uuml;bergreifenden Gericht stelle sich als &quot;Aus&uuml;bung der Rechtsprechung f&uuml;r die an dem Gericht beteiligten L&auml;nder dar&quot; (BVerfG-Beschluss in HFR 2006, 1030, unter III.2.b&nbsp;bb). Damit hat auch das BVerfG eine Anwendung des reinen Sitzprinzips &#8211;ma&szlig;geblich w&auml;re danach stets der Sitz des gemeinsamen FG im Land Brandenburg&#8211; abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Vorliegend stammt das Ausgangsverfahren aus dem Land Berlin, da eine Berliner Finanzbeh&ouml;rde den Ablehnungsbescheid erlassen hatte, der zu der vom Kl&auml;ger vor dem damals noch bestehenden FG Berlin erhobenen Verpflichtungsklage gef&uuml;hrt hat. Auch soweit ab dem 1.&nbsp;Januar 2007 das FG Berlin-Brandenburg an die Stelle des FG Berlin getreten ist, &uuml;bte es im Ausgangsverfahren Rechtsprechungsgewalt des Landes Berlin aus, das damit Anspruchsgegner im Entsch&auml;digungsklageverfahren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die &Uuml;bertragung der Vertretung des beklagten Bundeslandes Berlin auf den Pr&auml;sidenten des FG Berlin-Brandenburg (Anordnung &uuml;ber die Vertretung des Landes Berlin im Gesch&auml;ftsbereich der Senatsverwaltung f&uuml;r Justiz vom 20.&nbsp;September 2007, Amtsblatt Berlin 2007, 2641) ist aus Rechtsgr&uuml;nden nicht zu beanstanden. Insbesondere durfte diese &Uuml;bertragung durch eine Verwaltungsanweisung vorgenommen werden; ein Gesetz war nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Organisationsregelungen innerhalb eines Ressorts werden traditionell nicht dem zwingenden Gesetzesvorbehalt unterstellt. Die Exekutive hat hier eine eigene Organisationsgewalt (vgl. hierzu Krebs in Handbuch des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland, Band&nbsp;V, &sect;&nbsp;108 Rz&nbsp;99, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Organisationsgewalt unterliegt aber in doppelter Hinsicht Begrenzungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zum einen darf der Parlamentsgesetzgeber hierauf jederzeit Zugriff nehmen und ausdr&uuml;ckliche gesetzliche Organisationsregelungen treffen (Ossenb&uuml;hl in Handbuch des Staatsrechts, a.a.O., &sect;&nbsp;101 Rz&nbsp;72). Solange indes derartige Spezialregelungen nicht existieren, bleibt es bei der Organisationsgewalt der Exekutive.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zum anderen verpflichten das Rechtsstaats- und das Demokratieprinzip den Parlamentsgesetzgeber, die wesentlichen Entscheidungen selbst zu treffen. Dieser &quot;Wesentlichkeitsvorbehalt&quot; gilt zwar vor allem f&uuml;r den Bereich der Grundrechtsaus&uuml;bung, erfasst dar&uuml;ber hinaus aber auch andere f&uuml;r das Gemeinwesen grundlegende Entscheidungen (ausf&uuml;hrlich, auch zum Folgenden, Urteil des Verfassungsgerichtshofs f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen vom 9.&nbsp;Februar&nbsp;1999&nbsp;&nbsp;11\/98, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1999, 1243, m.w.N., betr. Zusammenlegung des Innen- und Justizministeriums). Danach fallen Organisationsentscheidungen dann unter den Gesetzesvorbehalt, wenn sie wesentlich f&uuml;r die Verwirklichung der Grundrechte oder anderer tragender Verfassungsprinzipien (z.B. Rechtsstaatsprinzip, Gewaltenteilung, Sicherung einer eigenst&auml;ndigen und unabh&auml;ngigen rechtsprechenden Gewalt) oder die Wahrnehmung der Staatsleitung sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die vorliegend entscheidungserhebliche Frage der organisationsrechtlichen Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Vertretung des Landes in Entsch&auml;digungsklageverfahren sind landes- oder bundesgesetzliche Regelungen nicht ersichtlich. &sect;&nbsp;200 Satz&nbsp;1 GVG bestimmt lediglich, wer in Entsch&auml;digungsf&auml;llen der richtige Beklagte ist (das Bundesland). Zu der Vertretung innerhalb des Bundeslandes enth&auml;lt das GVG keine Regelungen, was in einem Bundesgesetz auch nicht m&ouml;glich w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in der Vertretungsanordnung getroffene Organisationsregelung enth&auml;lt auch keine Entscheidung, die so wesentlich w&auml;re, dass sie vom Gesetzgeber h&auml;tte getroffen werden m&uuml;ssen. Sie ber&uuml;hrt weder die Verwirklichung der Grundrechte noch anderer tragender Verfassungsprinzipien oder die Wahrnehmung der Staatsleitung. Dabei ist vor allem von Bedeutung, dass der FG-Pr&auml;sident in Entsch&auml;digungsklageverfahren lediglich Vertreter eines Verfahrensbeteiligten, nicht aber entscheidungsbefugt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das finanzgerichtliche Verfahren ist unangemessen verz&ouml;gert worden. Diese &#8211;auf den konkreten Streitfall bezogene&#8211; W&uuml;rdigung ist m&ouml;glich, ohne dass der Senat bereits den vorliegenden Einzelfall zum Anlass nehmen m&uuml;sste, allgemeine Leitlinien f&uuml;r die vom Rechtsschutzsuchenden im Regelfall noch hinzunehmende Dauer eines finanzgerichtlichen Verfahrens zu entwickeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GVG richtet sich die Angemessenheit der Verfahrensdauer nach den Umst&auml;nden des Einzelfalles, insbesondere nach der Schwierigkeit und Bedeutung des Verfahrens und nach dem Verhalten der Verfahrensbeteiligten und Dritter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese gesetzlichen Ma&szlig;st&auml;be beruhen auf der st&auml;ndigen Rechtsprechung des EGMR, wonach die Angemessenheit der Verfahrensdauer im Lichte der Umst&auml;nde der Rechtssache sowie unter Ber&uuml;cksichtigung der Komplexit&auml;t des Falles, des Verhaltens des Entsch&auml;digungskl&auml;gers und der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden sowie der Bedeutung des Rechtsstreits f&uuml;r den Beschwerdef&uuml;hrer zu beurteilen ist (Urteil vom 2.&nbsp;September 2010&nbsp;&nbsp;46344\/06 &#8211;Rumpf\/ Deutschland&#8211;, NJW 2010, 3355, Rz&nbsp;41, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch das BVerfG geht von vergleichbaren Kriterien aus. Danach l&auml;sst sich nicht generell festlegen, ab wann von einer &uuml;berlangen, die Gew&auml;hrung effektiven Rechtsschutzes unzumutbar beeintr&auml;chtigenden und deshalb verfassungsrechtlich nicht mehr hinnehmbaren Verfahrensdauer auszugehen ist; dies ist vielmehr eine Frage der Abw&auml;gung und Entscheidung im Einzelfall. Dabei sind vor allem die Bedeutung der Sache f&uuml;r die Parteien (Beteiligten), die Schwierigkeit der Sachmaterie, das den Parteien zuzurechnende Verhalten sowie vom Gericht nicht oder nur eingeschr&auml;nkt beeinflussbare T&auml;tigkeiten Dritter, etwa von Sachverst&auml;ndigen, in Rechnung zu stellen. Mit zunehmender Verfahrensdauer verdichtet sich allerdings die Pflicht des Gerichts, sich nachhaltig um eine F&ouml;rderung, Beschleunigung und Beendigung des Verfahrens zu bem&uuml;hen (BVerfG-Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2004&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1196\/04, NJW 2004, 3320, unter II.2.a, m.w.N.). Vor diesem Hintergrund hat das BVerfG in seiner j&uuml;ngeren Rechtsprechung entschieden, dass bei einem Instanzgericht jedenfalls ein Abwarten von 30&nbsp;Monaten den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht mehr gen&uuml;gt (Beschluss vom 13.&nbsp;August 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1098\/11, Europ&auml;ische Grundrechte Zeitschrift &#8211;EuGRZ&#8211; 2012, 666, unter B.I.2.). Vor dem BVerfG selbst kann mit R&uuml;cksicht auf den abweichenden Wortlaut der ma&szlig;geblichen Vorschriften (vgl. &sect;&nbsp;97a des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht &#8211;BVerfGG&#8211; einerseits und &sect;&nbsp;198 GVG andererseits) sowie die besonderen Aufgaben des BVerfG eine l&auml;ngere Verfahrenslaufzeit hinzunehmen sein, insbesondere wenn ein Pilotverfahren ausgew&auml;hlt wird und entsprechende Parallelverfahren vorerst zur&uuml;ckgestellt werden (BVerfG-Beschluss vom 1.&nbsp;Oktober 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;170\/06 &#8211; Vz&nbsp;1\/12, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese vom EGMR und dem BVerfG entwickelten Kriterien sind nach dem Willen des Gesetzgebers, der im Wortlaut und der Entstehungsgeschichte des Gesetzes &#8211;bei dem es sich um eine Reaktion auf die h&auml;ufigen Verurteilungen der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) durch den EGMR handelt&#8211; zum Ausdruck kommt, auch der Pr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;198 GVG zugrunde zu legen (BTDrucks 17\/3802, 18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da im Ausgangsverfahren der Wechsel der vorbereitenden Schrifts&auml;tze zwischen den Beteiligten am 2.&nbsp;Juni 2006 endete, war das erstmalig am 17.&nbsp;Februar 2010 erkennbare T&auml;tigwerden des FG (Aktenanforderung) erheblich zu sp&auml;t. Geht man mit der j&uuml;ngeren Rechtsprechung des BVerfG davon aus, dass &quot;jedenfalls ein Abwarten von 30&nbsp;Monaten&quot; den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht gen&uuml;gt (Beschluss in EuGRZ 2012, 666, unter B.I.2.), das Gericht also im Regelfall nach etwa 24 bis 30&nbsp;Monaten t&auml;tig werden muss, h&auml;tte das FG das Ausgangsverfahren im ersten Halbjahr 2008 zumindest in die Richtung einer Entscheidung vorantreiben m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Staat kann sich zur Rechtfertigung einer &uuml;berlangen Verfahrensdauer nicht auf Umst&auml;nde innerhalb seines Verantwortungsbereichs berufen (so zutreffend BTDrucks 17\/3802, 19, unter Verweis auf die st&auml;ndige Rechtsprechung des BVerfG und EGMR). Deshalb ist die Zusammenlegung der Finanzgerichte Berlin und Brandenburg zum 1.&nbsp;Januar 2007 bereits dem Grunde nach kein Umstand, der vom Kl&auml;ger zu vertreten w&auml;re und eine Verl&auml;ngerung der noch als angemessen anzusehenden Verfahrensdauer rechtfertigen k&ouml;nnte. Danach kann der Senat offenlassen, ob der Beklagte sein Vorbringen, der Umzug des FG Berlin nach Cottbus habe zu einer zehnmonatigen Unterbrechung der Arbeitsf&auml;higkeit des vormaligen FG Berlin und des sp&auml;teren FG Berlin-Brandenburg gef&uuml;hrt, hinreichend substantiiert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dem Kl&auml;ger ist allerdings im Rahmen der Pr&uuml;fung der Gr&uuml;nde f&uuml;r die eingetretene Verz&ouml;gerung der Umstand zuzurechnen, dass er es unterlassen hat, auf die Anfrage des FG vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2010 zu reagieren. Nicht beizupflichten ist jedoch dem Beklagten darin, dass die unterbliebene Reaktion des Kl&auml;gers das FG f&uuml;r das gesamte Jahr 2010 von der Pflicht zur weiteren F&ouml;rderung des Verfahrens befreit hat. Das Schweigen des Kl&auml;gers auf die Anfrage h&auml;tte f&uuml;r das Gericht angesichts der bereits in diesem Zeitpunkt eingetretenen Verz&ouml;gerung des Verfahrens vielmehr entweder Anlass sein m&uuml;ssen, den Kl&auml;ger an die ausstehende Antwort zu erinnern, oder dem FG die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, ohne Ber&uuml;cksichtigung der betroffenen Akten &#8211;und ggf. unter Anwendung eines reduzierten Beweisma&szlig;es zu Lasten des insoweit nicht an der Sachaufkl&auml;rung mitwirkenden Kl&auml;gers (vgl. hierzu Senatsurteil vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2011 X&nbsp;R&nbsp;44\/09, BFHE 233, 297, BStBl II 2011, 884, unter II.2.)&#8211; zu entscheiden. Denn mit zunehmender Verfahrensdauer verdichtet sich &#8211;wie oben dargelegt&#8211; die Pflicht des Gerichts, sich nachhaltig um eine Beschleunigung des Verfahrens zu bem&uuml;hen. Gleichwohl ist das FG erst wieder am 18.&nbsp;Januar 2012 t&auml;tig geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Danach bewegt sich die dem Beklagten zuzurechnende Verz&ouml;gerung des Verfahrens jedenfalls in der N&auml;he des vom Kl&auml;ger seiner Entsch&auml;digungsforderung zugrunde gelegten Zeitraums von vier Jahren, ohne dass der Senat &#8211;der sich auf den Ausspruch einer Feststellung der Unangemessenheit der Verfahrensdauer beschr&auml;nkt (siehe unten 6.)&#8211; im Streitfall n&auml;here Festlegungen treffen m&uuml;sste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Ein auf &sect;&nbsp;198 GVG gest&uuml;tzter Feststellungs- oder Entsch&auml;digungsanspruch des Kl&auml;gers ist nicht schon deshalb ausgeschlossen, weil das FG das Ausgangsverfahren kurzfristig nach Erhebung der Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge vom 14.&nbsp;Februar 2012 zu Ende gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegenteilige vom Beklagten vertretene Rechtsauffassung kann jedenfalls in F&auml;llen, die &#8211;wie vorliegend&#8211; eine Verz&ouml;gerung betreffen, die bereits vor Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG eingetreten ist, nicht zutreffend sein. Denn schon vor Inkrafttreten des genannten Gesetzes war die Bundesrepublik Deutschland aufgrund Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) verpflichtet, Rechtsschutz in angemessener Zeit zu gew&auml;hren. Ferner musste die Bundesrepublik Deutschland gew&auml;hrleisten, dass f&uuml;r F&auml;lle der Verletzung des genannten Anspruchs eine&nbsp;&nbsp;wirksame Beschwerdem&ouml;glichkeit zur Verf&uuml;gung stand (Art.&nbsp;13 EMRK). W&uuml;rde nun eine vor Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG eingetretene Verz&ouml;gerung dadurch r&uuml;ckwirkend &quot;geheilt&quot;, dass das Gericht das Verfahren kurzfristig nach einer &#8211;erstmals ab dem Inkrafttreten des Gesetzes &uuml;berhaupt m&ouml;glichen&#8211; Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge beendet, st&uuml;nde dem Betroffenen hinsichtlich der eingetretenen Verz&ouml;gerung weder ein wirksamer Rechtsbehelf noch ein Entsch&auml;digungsanspruch zu. Dies w&auml;re mit den aus der EMRK folgenden und vom EGMR mehrfach festgestellten Pflichten Deutschlands unvereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen hat der EGMR im Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2006&nbsp;&nbsp;36813\/97 &#8211;Scordino\/Italien&#8211; (NJW 2007, 1259, Rz&nbsp;185) ausgef&uuml;hrt: &quot;Es versteht sich, dass in L&auml;ndern, in denen eine Konventionsverletzung wegen der Dauer des Verfahrens schon eingetreten ist, ein nur auf Beschleunigung gerichteter Rechtsbehelf, so w&uuml;nschenswert er f&uuml;r die Zukunft ist, zur Wiedergutmachung nicht ausreicht, wenn das Verfahren offensichtlich schon &uuml;berm&auml;&szlig;ig lang gedauert hat.&quot; In diesem Sinne ist die vom deutschen Gesetzgeber nunmehr geschaffene Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge ein &quot;nur auf Beschleunigung gerichteter Rechtsbehelf&quot;, der allein aber zur Wiedergutmachung einer in der Vergangenheit liegenden Verz&ouml;gerung nicht ausreichen kann, wenn der neue Rechtsbehelf in der Vergangenheit noch gar nicht zur Verf&uuml;gung stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinen Entscheidungen, die nach Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG ergangen sind, verweist der EGMR die Beschwerdef&uuml;hrer auch in solchen Verfahren, die bei ihm bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes anh&auml;ngig waren, auf den nationalen Rechtsbehelf der Entsch&auml;digungsklage. Er f&uuml;hrt aber zugleich aus, dass er diese Position in Zukunft &uuml;berpr&uuml;fen werde, was insbesondere von der F&auml;higkeit der innerstaatlichen Gerichte abh&auml;ngig sei, im Hinblick auf das &Uuml;berlVfRSchG eine konsistente und den Erfordernissen der EMRK entsprechende Rechtsprechung zu etablieren (so ausdr&uuml;cklich Entscheidung des EGMR vom 29.&nbsp;Mai 2012&nbsp;&nbsp;53126\/07 &#8211;Taron\/Deutschland&#8211;, EuGRZ 2012, 514, Rz&nbsp;45). Vor diesem Hintergrund hat der Senat bei der Auslegung der durch das &Uuml;berlVfRSchG in das deutsche Recht aufgenommenen Normen auch die Erfordernisse eines effektiven Menschenrechtsschutzes zu ber&uuml;cksichtigen. Mit diesem w&auml;re es unvereinbar, wenn eine bereits eingetretene Verz&ouml;gerung durch nachtr&auml;gliches staatliches Handeln ohne Zuerkennung einer Wiedergutmachung ungeschehen gemacht werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ein Anspruch des Kl&auml;gers scheitert auch nicht daran, dass die Erhebung der Entsch&auml;digungsklage als rechtsmissbr&auml;uchlich anzusehen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte meint insoweit, der Kl&auml;ger habe die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge angesichts des drohenden Prozessverlusts im Ausgangsverfahren als Druckmittel einsetzen wollen, um eine ihm g&uuml;nstige Kostenentscheidung zu erreichen. Da dies nicht gelungen sei, sei die sp&auml;tere Erhebung der Entsch&auml;digungsklage als &quot;Trotzreaktion&quot; anzusehen, die rechtlich unbeachtlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem ist nicht beizupflichten. Nach allgemeinen Grunds&auml;tzen sind Prozesshandlungen im Interesse der erforderlichen Rechtsklarheit bedingungsfeindlich (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Juli 2005 XI&nbsp;R&nbsp;15\/04, BFHE 210, 4, BStBl II 2005, 644, unter II.2.). Grund hierf&uuml;r ist das im gerichtlichen Verfahren in besonderer Weise bestehende Bed&uuml;rfnis nach Rechtssicherheit und -klarheit. Daraus folgt aber zugleich, dass auch eine Motivforschung in Bezug auf Prozesshandlungen &#8211;insbesondere hinsichtlich der Gr&uuml;nde f&uuml;r die Erhebung einer Klage&#8211; ausscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Nach den besonderen Umst&auml;nden des vorliegenden Falles ist die Feststellung einer unangemessenen Verfahrensdauer ausreichend f&uuml;r die erforderliche Wiedergutmachung; ein Entsch&auml;digungsanspruch in Geld steht dem Kl&auml;ger nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 GVG wird ein Nachteil, der nicht Verm&ouml;gensnachteil ist, vermutet, wenn ein Gerichtsverfahren unangemessen lange gedauert hat. Dies beruht auf der Rechtsprechung des EGMR, der &quot;eine starke, aber widerlegbare Vermutung&quot; daf&uuml;r annimmt, dass die &uuml;berlange Verfahrensdauer einen Nichtverm&ouml;gensschaden verursacht hat (Urteil in NJW 2007, 1259, Rz&nbsp;204).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend ist diese gesetzliche Vermutung weder durch das Vorbringen des Beklagten noch durch den sonstigen Akteninhalt widerlegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ist die Vermutungsregel &#8211;wie hier&#8211; nicht widerlegt, ordnet &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GVG hinsichtlich der Rechtsfolgen bei Erleiden eines solchen Nichtverm&ouml;gensnachteils an, dass eine Geldentsch&auml;digung &quot;nur beansprucht werden [kann], soweit nicht nach den Umst&auml;nden des Einzelfalles Wiedergutmachung auf andere Weise gem&auml;&szlig; Absatz&nbsp;4 ausreichend ist&quot;. Die Feststellung der Unangemessenheit der Verfahrensdauer durch das Entsch&auml;digungsgericht ist im Gesetz ausdr&uuml;cklich als eine der M&ouml;glichkeiten bezeichnet, Wiedergutmachung auf andere Weise als durch Zuerkennung eines Geldanspruchs zu leisten (&sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 GVG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Verh&auml;ltnis zwischen den Rechtsfolgen &quot;Geldentsch&auml;digung&quot; einerseits und &quot;Feststellungsausspruch&quot; andererseits gilt danach weder ein Vorrang der Geldentsch&auml;digung noch eine anderweitige Vermutungsregel. Damit ist jedenfalls nach dem Gesetzeswortlaut vor der Zuerkennung einer Geldentsch&auml;digung jeweils konkret zu pr&uuml;fen, ob Wiedergutmachung durch einen blo&szlig;en Feststellungsausspruch m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit demgegen&uuml;ber in der Literatur vereinzelt die Auffassung vertreten wird, ein Feststellungsausspruch m&uuml;sse sich auf diejenigen Ausnahmef&auml;lle beschr&auml;nken, in denen sich der Entsch&auml;digungskl&auml;ger im Ausgangsverfahren rechtsmissbr&auml;uchlich verhalten habe (so B&ouml;cker, Deutsches Steuerrecht 2011, 2173, 2177), vermag der Senat dem nicht zu folgen. Das von dieser Auffassung als Beleg angef&uuml;hrte EGMR-Urteil vom 10.&nbsp;Dezember 1982&nbsp;&nbsp;8304\/78 &#8211;Corigliano\/Italien&#8211; (EGMR-E 2, 199, Rz&nbsp;53) enth&auml;lt zwar einen blo&szlig;en Feststellungsausspruch. Allerdings l&auml;sst sich der genannten Entscheidung nicht entnehmen, dass dieser Ausspruch auf einem rechtsmissbr&auml;uchlichen Verhalten des dortigen Beschwerdef&uuml;hrers beruht. Vielmehr f&uuml;hrt der EGMR aus, bereits durch die Feststellung der Verletzung des Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 EMRK sei eine hinreichende Entsch&auml;digung f&uuml;r den immateriellen Schaden bewirkt worden. Das dar&uuml;ber hinaus angef&uuml;hrte EGMR-Urteil vom 13.&nbsp;November 2008&nbsp;&nbsp;26073\/03 &#8211;M.O.\/ Deutschland&#8211; (juris) ist als Beleg f&uuml;r die Gegenauffassung schon deshalb ungeeignet, weil dem dortigen Beschwerdef&uuml;hrer &#8211;eine Person, die einer breiten &Ouml;ffentlichkeit bekannt war&#8211; durch die &uuml;berlange Dauer eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens und dessen &Ouml;ffentlichkeitswirkung unstreitig ein erheblicher immaterieller Schaden entstanden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach den Gesetzesmaterialien (BTDrucks 17\/3802, 20) soll ein derartiger Feststellungsausspruch beispielsweise in Verfahren ausreichen, die f&uuml;r &quot;einen Verfahrensbeteiligten&quot; (gemeint kann indes nur der Entsch&auml;digungskl&auml;ger sein, nicht aber dessen Gegner im Ausgangsverfahren) keine besondere Bedeutung hatten, in denen ein Verfahrensbeteiligter durch sein Verhalten erheblich zur Verz&ouml;gerung beigetragen hat oder der Beklagte darlegt, dass der Entsch&auml;digungskl&auml;ger &#8211;abgesehen von der &Uuml;berl&auml;nge des Verfahrens als solcher&#8211; keinen weitergehenden immateriellen Schaden erlitten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Auch in Bezug auf diese Rechtsfrage bietet der Streitfall keine Veranlassung, allgemeine Grunds&auml;tze zur Auslegung des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 GVG aufzustellen oder sich abschlie&szlig;end zu den in den Gesetzesmaterialien angestellten Erw&auml;gungen zu &auml;u&szlig;ern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die angef&uuml;hrten Erw&auml;gungen des Gesetzgebers k&ouml;nnten allerdings insoweit auf Bedenken sto&szlig;en, als eine dem Entsch&auml;digungskl&auml;ger zuzurechnende Verz&ouml;gerung bereits bei der Pr&uuml;fung zu ber&uuml;cksichtigen ist, ob &uuml;berhaupt der Tatbestand einer unangemessenen Verfahrensdauer erf&uuml;llt ist, und dann nicht nochmals bei der Entscheidung &uuml;ber die Rechtsfolgen einer als unangemessen zu beurteilenden Verfahrensdauer ber&uuml;cksichtigt werden darf. Auch k&ouml;nnte das Verlangen nach einem Nichtverm&ouml;gensschaden, der &uuml;ber das Erdulden der &Uuml;berl&auml;nge als solcher hinausgeht, in einem Spannungsverh&auml;ltnis zu der Forderung des EGMR nach einem effektiven Rechtsschutz gegen Verfahrensverz&ouml;gerungen stehen. Im Streitfall kommt hinzu, dass dem finanzgerichtlichen Verfahren &#8211;jedenfalls abstrakt&#8211; auch eine &quot;besondere Bedeutung&quot; f&uuml;r den Kl&auml;ger nicht abzusprechen war, da Gegenstand seiner Klage immerhin ein streitiger Steuerbetrag im Umfang von ca. einem Drittel der insgesamt f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2002 gegen den Kl&auml;ger festgesetzten Einkommensteuer war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Im Streitfall ist die Beschr&auml;nkung auf einen blo&szlig;en Feststellungsausspruch aber deshalb gerechtfertigt, weil die Klage unschl&uuml;ssig, d.h. bereits auf der Grundlage des eigenen Tatsachenvortrags des Kl&auml;gers erkennbar unbegr&uuml;ndet war. Denn der Kl&auml;ger hat schon in der &#8211;kurz nach Klageerhebung eingereichten&#8211; Klagebegr&uuml;ndung vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2006 einger&auml;umt, dass im Nachlass gen&uuml;gend Masse vorhanden war, um die Steuernachzahlung begleichen zu k&ouml;nnen. Damit h&auml;tte die vom Kl&auml;ger begehrte Beschr&auml;nkung seiner Erbenhaftung auf den Nachlass aber von vornherein nicht zu einer Reduzierung seiner Pflicht zur Zahlung der festgesetzten Einkommensteuer f&uuml;hren k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit der Kl&auml;ger erstmals im Entsch&auml;digungsklageverfahren &#8211;ohne Substantiierung durch Vorlage von Unterlagen&#8211; behauptet, ab dem Jahr 2001 seien weitere Forderungen gegen den Nachlass geltend gemacht worden, was im Jahr 2004 zum Antrag auf Er&ouml;ffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens gef&uuml;hrt habe, ist dies f&uuml;r die Beurteilung durch den Senat ohne Bedeutung. Denn ob eine Klage sich als unschl&uuml;ssig darstellt, ist aus der &#8211;verobjektivierten&#8211; Sicht des zur Entscheidung &uuml;ber diese Klage berufenen Spruchk&ouml;rpers zu beurteilen. Im &Uuml;brigen vermag der Senat dieses neue Vorbringen nicht nachzuvollziehen, da es zu den fr&uuml;heren Tatsachenbehauptungen des Kl&auml;gers in Widerspruch steht. So hat er nicht nur in der Klagebegr&uuml;ndung vom 24.&nbsp;M&auml;rz 2006 &#8211;lange nach der angeblichen Erhebung weiterer Forderungen und dem behaupteten Antrag auf Er&ouml;ffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens&#8211;, sondern nochmals im Schreiben vom 2.&nbsp;Februar 2012 erkl&auml;rt, letztlich habe sich herausgestellt, dass der Nachlass ergiebig gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem solchen Fall, in dem sich allein aus der kurz nach Klageerhebung eingereichten Klagebegr&uuml;ndung ohne weitere Ermittlungshandlungen des Gerichts die Unschl&uuml;ssigkeit des Klagevorbringens ergibt, hat das verz&ouml;gerte Verfahren &#8211;jedenfalls bei konkreter Betrachtung&#8211; f&uuml;r den Entsch&auml;digungskl&auml;ger objektiv keine besondere Bedeutung. Denn dann ist f&uuml;r jeden Rechtskundigen von Anfang an klar, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg haben kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn sich &#8211;was der Senat vorliegend nicht zu entscheiden braucht&#8211; aus einer EMRK-konformen Auslegung des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GVG ein gewisser Vorrang der Geldentsch&auml;digung ergeben k&ouml;nnte, zeigt die Rechtsprechung des EGMR, dass auch dieser in vielen F&auml;llen lediglich einen Feststellungsausspruch als Wiedergutmachung ausreichen l&auml;sst (vgl. die umfassende Zusammenstellung dieser Rechtsprechung bei Steinbei&szlig;-Winkelmann\/ Ott, Rechtsschutz bei &uuml;berlangen Gerichtsverfahren, Kommentar, Anhang&nbsp;2). Es sind aber kaum Fallgruppen denkbar, in denen die Betroffenheit des Kl&auml;gers durch eine &uuml;berlange Verfahrensdauer geringer ist als bei einer nach dem eigenen Klagevorbringen bereits unschl&uuml;ssigen Klage. Die Betroffenheit durch die Verz&ouml;gerung beschr&auml;nkt sich in diesen F&auml;llen auf den Umstand, dass der Abschluss des finanzgerichtlichen Verfahrens lange auf sich hat warten lassen. Angesichts der von Beginn an feststehenden Unschl&uuml;ssigkeit der Klage sind mit der Verz&ouml;gerung aber keine weiteren Risiken oder Nachteile f&uuml;r die prozessuale oder sonstige Situation des Kl&auml;gers verbunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Betrachtet man die Rechtsprechung des EGMR bis zum Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG, ist zwar festzustellen, dass der EGMR Deutschland in F&auml;llen &uuml;berlanger Verfahrensdauer zunehmend zur Zahlung von Geldentsch&auml;digungen verurteilt und sich nicht auf die &#8211;gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;41 EMRK ebenfalls m&ouml;gliche&#8211; blo&szlig;e Feststellung einer Verletzung der EMRK beschr&auml;nkt hat. Bei genauer Betrachtung liegt dies aber daran, dass der EGMR im Zeitablauf zu der Erkenntnis gelangt ist, dass in Deutschland seinerzeit ein strukturelles Problem vorhanden gewesen sei. Deutschland wurde daher in den j&uuml;ngeren Entscheidungen nicht allein wegen einer Verletzung des Art.&nbsp;6 EMRK (Recht auf ein faires Verfahren innerhalb angemessener Frist) verurteilt, sondern vor allem auch wegen einer Verletzung des in Art.&nbsp;13 EMRK garantierten Rechts auf eine wirksame Beschwerde gegen Verletzungen der EMRK bei einer innerstaatlichen Instanz (vgl. EGMR-Urteil vom 8.&nbsp;Juni 2006&nbsp;&nbsp;75529\/01 &#8211;S&uuml;rmeli\/ Deutschland&#8211;, NJW 2006, 2389). Eine solche Beschwerdem&ouml;glichkeit in F&auml;llen &uuml;berlanger Gerichtsverfahren (Unt&auml;tigkeitsbeschwerde, Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge) fehlte in Deutschland bis zum Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG; dieses strukturelle Problem der deutschen Gesetzgebung &#8211;und nicht nur die tats&auml;chliche Verz&ouml;gerung eines gerichtlichen Verfahrens im Einzelfall&#8211; hat der EGMR mit der Zuerkennung von Geldentsch&auml;digungen sanktionieren wollen (vgl. EGMR-Urteil in NJW 2006, 2389, Rz&nbsp;136&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG ist das strukturelle Problem beseitigt worden. Im Vordergrund steht nunmehr wieder die Einzelfallbetrachtung der Umst&auml;nde des konkreten Verfahrens. Damit w&uuml;rde &#8211;h&auml;tte der EGMR &uuml;ber einen derartigen Fall zu entscheiden&#8211; wieder die Grundregel des Art.&nbsp;41 EMRK zur Anwendung kommen, wonach der EGMR nur dann &uuml;ber die blo&szlig;e Feststellung einer Konventionsverletzung hinaus eine &quot;gerechte Entsch&auml;digung&quot; (Geldentsch&auml;digung f&uuml;r Nichtverm&ouml;genssch&auml;den) zuspricht, wenn das innerstaatliche Recht &quot;nur eine unvollkommene Wiedergutmachung f&uuml;r die Folgen dieser Verletzung&quot; gestattet. Die Hauptsacheentscheidung des EGMR liegt in der Feststellung einer Konventionsverletzung; die dar&uuml;ber hinausgehende Zuerkennung einer Geldentsch&auml;digung ist nur eine unselbst&auml;ndige Nebenentscheidung (so D&ouml;rr, in: Grote\/Marauhn, EMRK\/GG, Konkordanzkommentar zum europ&auml;ischen und deutschen Grundrechtsschutz, 2006, Kap.&nbsp;33 Rz&nbsp;10). Der EGMR spricht nur dann eine Geldentsch&auml;digung zu, wenn der Betroffene aufgrund der Rechtsverletzung nachweislich einen &quot;sp&uuml;rbaren Nachteil&quot; erlitten hat (D&ouml;rr, in: Grote\/Marauhn, a.a.O., Kap.&nbsp;33 Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Der Senat kann offenlassen, ob der Kl&auml;ger seine am 14.&nbsp;Februar 2012 beim FG eingegangene Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge &quot;unverz&uuml;glich nach Inkrafttreten&quot; des &Uuml;berlVfRSchG erhoben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; der &Uuml;bergangsregelung des Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;1 &Uuml;berlVfRSchG ist das genannte Gesetz auch auf Verfahren anwendbar, die bei seinem Inkrafttreten (3.&nbsp;Dezember 2011) bereits anh&auml;ngig waren. War ein solches anh&auml;ngiges Verfahren beim Inkrafttreten des Gesetzes schon verz&ouml;gert, gilt die in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 GVG vorgesehene Obliegenheit zur Erhebung einer Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge mit der Ma&szlig;gabe, dass diese &quot;unverz&uuml;glich nach Inkrafttreten erhoben werden muss&quot; (Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;2 &Uuml;berlVfRSchG). In diesem Fall wahrt die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge einen Anspruch nach &sect;&nbsp;198 GVG auch f&uuml;r den vorausgehenden Zeitraum (Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;3 &Uuml;berlVfRSchG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte meint &#8211;unter Verweis auf die Rechtsprechung der Zivilgerichte zu &sect;&nbsp;121 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 BGB, die wiederum die f&uuml;r au&szlig;erordentliche fristlose K&uuml;ndigungen geltende zweiw&ouml;chige gesetzliche Ausschlussfrist des &sect;&nbsp;626 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BGB heranzieht (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 14.&nbsp;Dezember 1979&nbsp;&nbsp;7&nbsp;AZR&nbsp;38\/78, BAGE 32, 237, unter IV.2.)&#8211;, Verz&ouml;gerungsr&uuml;gen in &Uuml;bergangsf&auml;llen h&auml;tten innerhalb von zwei Wochen nach dem Inkrafttreten des &Uuml;berlVfRSchG, also bis zum 17.&nbsp;Dezember 2011, erhoben werden m&uuml;ssen, um einen Anspruch auch f&uuml;r die Vergangenheit zu wahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann offenlassen, ob eine solche Auslegung unter Ber&uuml;cksichtigung anderweitiger gesetzlicher Wertungen sachgerecht und mit der Rechtsprechung des EGMR vereinbar w&auml;re. So steht z.B. f&uuml;r die Erhebung einer Verfassungsbeschwerde gegen ein Gesetz eine einj&auml;hrige Frist zur Verf&uuml;gung (&sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;3 BVerfGG). Zudem gilt f&uuml;r die Beschwerden zum EGMR eine sechsmonatige Frist (Art.&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 EMRK). Auch geht es darum, mittels der Auslegung des &Uuml;berlVRSchG eine den Erfordernissen der EMRK entsprechende Rechtsprechung zu etablieren (vgl. EGMR-Entscheidung in EuGRZ 2012, 514, Rz&nbsp;45).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Indes bedarf es im Streitfall, in dem lediglich die Feststellung einer Verfahrensverz&ouml;gerung auszusprechen ist, der vorherigen (unverz&uuml;glichen) Erhebung einer R&uuml;ge durch den Kl&auml;ger nicht. Denn die Feststellung einer unangemessenen Verfahrensdauer kann &#8211;im Gegensatz zur Zuerkennung einer Geldentsch&auml;digung&#8211; nach der ausdr&uuml;cklichen Regelung des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 GVG auch dann ausgesprochen werden, &quot;wenn eine oder mehrere Voraussetzungen des Abs.&nbsp;3 nicht erf&uuml;llt sind&quot;. Die Obliegenheit zur Erhebung einer Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge ist aber &#8211;neben anderen&#8211; in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 GVG genannt. Diese Obliegenheit entf&auml;llt, wenn das Entsch&auml;digungsgericht sich auf einen blo&szlig;en Feststellungsausspruch beschr&auml;nkt, nicht nur im gesetzlichen Regelfall des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 GVG, sondern auch in F&auml;llen der &#8211;vorliegend einschl&auml;gigen&#8211; &Uuml;bergangsregelung des Art.&nbsp;23 Satz&nbsp;2 &Uuml;berlVfRSchG. Denn nach dieser Vorschrift &quot;gilt &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 GVG mit der Ma&szlig;gabe, dass die Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge unverz&uuml;glich nach Inkrafttreten erhoben werden muss&quot;. Von dem Verweis der genannten &Uuml;bergangsregelung auf &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 GVG ist daher auch die in &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 GVG angeordnete Ausnahme vom Erfordernis des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;3 GVG umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Senat vorliegend einen Feststellungsausspruch als Wiedergutmachung f&uuml;r ausreichend h&auml;lt, war die Erhebung einer Verz&ouml;gerungsr&uuml;ge nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;201 Abs.&nbsp;4 GVG. Danach entscheidet das Gericht &uuml;ber die Kosten nach billigem Ermessen, wenn &#8211;wie hier&#8211; zwar kein Entsch&auml;digungsanspruch besteht, aber eine unangemessene Verfahrensdauer festgestellt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Regelung soll auch dann eine &quot;angemessene Kostenentscheidung&quot; erm&ouml;glichen, wenn ein Kl&auml;ger seine R&uuml;geobliegenheit nicht erf&uuml;llt hat, gleichwohl aber eine &uuml;berlange Verfahrensdauer festgestellt wird (BTDrucks 17\/3802, 26). In einem solchen Fall soll sogar eine vollst&auml;ndige Freistellung des Kl&auml;gers von den Kosten des Entsch&auml;digungsrechtsstreits m&ouml;glich sein (BTDrucks 17\/3802, 19, zu &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 GVG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einem Fall wie dem vorliegenden, in dem (1.) tats&auml;chlich eine erhebliche Verfahrensverz&ouml;gerung gegeben ist, (2.) deren Gr&ouml;&szlig;enordnung weitgehend mit derjenigen Zeitspanne deckungsgleich ist, die der Kl&auml;ger seiner monet&auml;ren Entsch&auml;digungsforderung zugrunde gelegt hat, und (3.) der Kl&auml;ger die H&ouml;he seiner Entsch&auml;digungsforderung auf den gesetzlichen Regelbetrag des &sect;&nbsp;198 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 GVG beschr&auml;nkt hat, entspricht es billigem Ermessen, dem Beklagten auch dann den weitaus &uuml;berwiegenden Teil der Verfahrenskosten aufzuerlegen, wenn das Gericht letztlich keinen Entsch&auml;digungsanspruch gew&auml;hrt, sondern lediglich die Unangemessenheit der Verfahrensdauer feststellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch der EGMR hat in seinem Urteil in NJW 2007, 1259 (Rz&nbsp;201) ausgef&uuml;hrt, die Vorschriften &uuml;ber die Kosten in Entsch&auml;digungsklageverfahren k&ouml;nnten vom allgemeinen Kostenrecht abweichen, um zu vermeiden, dass Parteien in F&auml;llen, in denen die Klage begr&uuml;ndet ist, eine &uuml;berm&auml;&szlig;ige Last tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu keinem anderen Ergebnis f&uuml;hrt die Erw&auml;gung des Beklagten, das konkrete Prozessverhalten des Kl&auml;gers im Entsch&auml;digungsklageverfahren zeige, dass es diesem wirtschaftlich auf die Erlangung einer Geldentsch&auml;digung ankomme und der Feststellungsausspruch f&uuml;r ihn nur von untergeordneter Bedeutung sei, was sich auch in der Kostenentscheidung widerspiegeln m&uuml;sse. Denn nach der menschenrechtlichen Konzeption der &sect;&sect;&nbsp;198&nbsp;ff. GVG dient sowohl der Feststellungsausspruch als auch die Zuerkennung einer Geldentsch&auml;digung f&uuml;r immaterielle Sch&auml;den &#8211;auf die der Kl&auml;ger seinen Antrag beschr&auml;nkt hat&#8211; der Genugtuung f&uuml;r die erlittenen immateriellen Nachteile eines unangemessen verz&ouml;gerten Gerichtsverfahrens. Vor diesem Hintergrund ist &#8211;auch&#8211; f&uuml;r die Kostenentscheidung der Umstand, dass das Entsch&auml;digungsgericht eine Verfahrensverz&ouml;gerung in der vom Kl&auml;ger geltend gemachten Gr&ouml;&szlig;enordnung bejaht, von gr&ouml;&szlig;erem Gewicht als die Wahl zwischen den verschiedenen Rechtsfolgenausspr&uuml;chen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>79<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anwendung dieser Grunds&auml;tze legt der Senat diesen &quot;weitaus &uuml;berwiegenden&quot;, in derartigen F&auml;llen vom Beklagten zu tragenden Teil der Verfahrenskosten typisierend auf 75&nbsp;% fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.4.2013, X K 3\/12 Entsch&auml;digungsklage: Unangemessene Dauer eines finanzgerichtlichen Verfahrens &#8211; Beschr&auml;nkung des Rechtsfolgenausspruchs auf die Feststellung der Verz&ouml;gerung &#8211; Verh&auml;ltnis zur Amtshaftungsklage &#8211; Beklagter im Entsch&auml;digungsklageverfahren &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Keine Motivforschung in Bezug auf Prozesshandlungen Leits&auml;tze 1. Wird ein FG in einem einfach gelagerten Klageverfahren zwischen dem Eingang des letzten Schriftsatzes &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-k-3-12-entschaedigungsklage-unangemessene-dauer-eines-finanzgerichtlichen-verfahrens-beschraenkung-des-rechtsfolgenausspruchs-auf-die-feststellung-der-verzoegerung-verhaeltnis-zur-amtshaftungsklag-3\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;K&nbsp;3\/12 &#8211; Entsch&auml;digungsklage: Unangemessene Dauer eines finanzgerichtlichen Verfahrens &#8211; Beschr&auml;nkung des Rechtsfolgenausspruchs auf die Feststellung der Verz&ouml;gerung &#8211; Verh&auml;ltnis zur Amtshaftungsklage &#8211; Beklagter im Entsch&auml;digungsklageverfahren &#8211; Kostenentscheidung &#8211; Keine Motivforschung in Bezug auf Prozesshandlungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-43928","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43928"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43928\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}