{"id":43940,"date":"2012-08-29T12:41:25","date_gmt":"2012-08-29T10:41:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=43940"},"modified":"2013-06-03T12:42:29","modified_gmt":"2013-06-03T10:42:29","slug":"ii-r-49-11-keine-prozesszinsen-bei-steuerherabsetzung-erst-nach-beendigung-der-rechtshaengigkeit-zweck-des-par-236-ao-verweisungsnorm-anspruch-auf-prozesszinsen-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-49-11-keine-prozesszinsen-bei-steuerherabsetzung-erst-nach-beendigung-der-rechtshaengigkeit-zweck-des-par-236-ao-verweisungsnorm-anspruch-auf-prozesszinsen-4\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;49\/11 &#8211; Keine Prozesszinsen bei Steuerherabsetzung erst nach Beendigung der Rechtsh&auml;ngigkeit &#8211; Zweck des &sect; 236 AO &#8211; Verweisungsnorm &#8211; Anspruch auf Prozesszinsen"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.8.2012, II R 49\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Prozesszinsen bei Steuerherabsetzung erst nach Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit &#8211; Zweck des \u00a7 236 AO &#8211; Verweisungsnorm &#8211; Anspruch auf Prozesszinsen<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Anspruch auf Prozesszinsen besteht nicht, wenn eine Steuerherabsetzung erst nach Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit des finanzgerichtlichen Verfahrens aufgrund eines Vorl\u00e4ufigkeitsvermerks erfolgt, der im Laufe des finanzgerichtlichen Verfahrens angebracht worden war.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) ist Alleinerbin der im Jahr 2004 verstorbenen A, mit der sie im Jahr 2002 eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen war. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen die Kl\u00e4gerin nach Ma\u00dfgabe des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes in der im Jahr 2004 geltenden Fassung (ErbStG) durch Bescheid vom 17.\u00a0Oktober 2005 Erbschaftsteuer unter Zugrundelegung der Steuerklasse III fest. Der Einspruch blieb erfolglos. Mit der hiergegen vor dem Finanzgericht (FG) erhobenen Klage (3\u00a0K\u00a0529\/05) begehrte die Kl\u00e4gerin, den Erbschaftsteuerbescheid wegen der gebotenen Anwendung der Steuerklasse I aufzuheben. Im Verlauf des Klageverfahrens erkl\u00e4rte das FA die Steuerfestsetzung durch \u00c4nderungsbescheid vom 9.\u00a0Oktober 2007 im Hinblick auf eine seinerzeit beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anh\u00e4ngige Verfassungsbeschwerde betreffend die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Erbschaftsbesteuerung von eingetragenen Lebenspartnern in vollem Umfang f\u00fcr vorl\u00e4ufig (\u00a7\u00a0165 Abs.\u00a01 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Daraufhin erkl\u00e4rten die Beteiligten das Klageverfahren \u00fcbereinstimmend in der Hauptsache f\u00fcr erledigt. Durch Kostenbeschluss vom 19.\u00a0November 2007 hob das FG die Kosten des Verfahrens gegeneinander auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nachdem das BVerfG durch Beschluss vom 21.\u00a0Juli 2010\u00a0\u00a01\u00a0BvR\u00a0611\/07, 1\u00a0BvR\u00a02464\/07 (BVerfGE 126, 400) die Erbschaftsbesteuerung eingetragener Lebenspartner f\u00fcr mit Art.\u00a03 Abs.\u00a01 des Grundgesetzes unvereinbar erkl\u00e4rt und der Gesetzgeber aufgrund der Neufassung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 ErbStG durch das Jahressteuergesetz 2010 (JStG 2010) vom 8.\u00a0Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768) f\u00fcr Erwerbe eingetragener Lebenspartner die Anwendung der Steuerklasse I angeordnet hatte, und zwar nach Ma\u00dfgabe des \u00a7\u00a037 Abs.\u00a05 Nr.\u00a01 ErbStG i.d.F. des JStG 2010 auch r\u00fcckwirkend, setzte das FA mit einem der Kl\u00e4gerin am 31.\u00a0Januar 2011 zugegangenen Bescheid die Erbschaftsteuer auf 0\u00a0EUR herab und erstattete der Kl\u00e4gerin die \u00fcberzahlte Steuer in H\u00f6he von 40.337\u00a0EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Den Antrag der Kl\u00e4gerin, auf den Erstattungsbetrag Prozesszinsen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0236 AO festzusetzen, lehnte das FA durch Bescheid vom 3.\u00a0M\u00e4rz 2011 ab. Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage hatte Erfolg. Das FG sah die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Prozesszinsen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO als erf\u00fcllt an, weil die Kl\u00e4gerin den Erstattungsanspruch durch Klageerhebung in dem Verfahren 3\u00a0K\u00a0529\/05 rechtsh\u00e4ngig gemacht und den Erstattungsanspruch aufgrund des BVerfG-Beschlusses in BVerfGE 126, 400 erlangt habe. Es sei unsch\u00e4dlich, dass der zun\u00e4chst beim FG rechtsh\u00e4ngig gemachte Rechtsstreit aufgrund der Erledigung der Hauptsache nur mittelbar f\u00fcr die letztlich erfolgte Herabsetzung der Steuer urs\u00e4chlich gewesen sei. F\u00fcr den Anspruch auf Prozesszinsen nach \u00a7\u00a0236 AO sei allein entscheidend, dass der Erstattungsanspruch von dem Steuerpflichtigen rechtsh\u00e4ngig gemacht und letztlich durch das FA gew\u00e4hrt worden sei. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 2041 ver\u00f6ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung des \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO. F\u00fcr den Anspruch auf Prozesszinsen reiche es nicht aus, dass der von der Kl\u00e4gerin gef\u00fchrte Rechtsstreit f\u00fcr die Herabsetzung der Steuer mittelbar urs\u00e4chlich gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Klage unter Aufhebung der Vorentscheidung abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und Abweisung der Klage (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht angenommen, dass der Erstattungsanspruch zu verzinsen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Anspr\u00fcche aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis werden nur verzinst, soweit dies gesetzlich vorgeschrieben ist (\u00a7\u00a0233 Satz\u00a01 AO). Es gibt auch nach Einf\u00fchrung der Vollverzinsung nach Ma\u00dfgabe des \u00a7\u00a0233a AO keinen allgemeinen Rechtsgrundsatz, dass r\u00fcckst\u00e4ndige Staatsleistungen (angemessen) zu verzinsen sind (z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25.\u00a0Januar 2007 III\u00a0R\u00a085\/06, BFHE 216, 405, BStBl II 2007, 598; vom 29.\u00a0April 1997 VII\u00a0R\u00a091\/96, BFHE 182, 253, BStBl II 1997, 476).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO entsteht ein Anspruch auf Zahlung von Prozesszinsen, wenn durch eine rechtskr\u00e4ftige gerichtliche Entscheidung oder auf Grund einer solchen Entscheidung eine festgesetzte Steuer herabgesetzt oder eine Steuerverg\u00fctung gew\u00e4hrt wird. Dies gilt entsprechend, wenn sich der Rechtsstreit durch Aufhebung oder \u00c4nderung des angefochtenen Verwaltungsakts oder durch Erlass des beantragten Verwaltungsakts erledigt hat (\u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Zweck des \u00a7\u00a0236 AO besteht darin, dem Gl\u00e4ubiger eines Erstattungsanspruchs f\u00fcr die Vorenthaltung des Kapitals und der damit verbundenen Nutzungsm\u00f6glichkeiten zumindest f\u00fcr die Zeit ab Rechtsh\u00e4ngigkeit eine Entsch\u00e4digung zu gew\u00e4hren (vgl. BFH-Urteile in BFHE 216, 405, BStBl II 2007, 598; vom 16.\u00a0November 2000 XI\u00a0R\u00a031\/00, BFHE 196, 1, BStBl II 2002, 119). Dabei entsteht der Zinsanspruch nicht bereits mit dem Eintritt der Rechtsh\u00e4ngigkeit, sondern &#8211;in den F\u00e4llen des \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO&#8211; erst mit Rechtskraft der gerichtlichen Entscheidung bzw. mit Unanfechtbarkeit des Bescheids, durch den sich der Rechtsstreit nach Rechtsh\u00e4ngigkeit gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 AO erledigt hat (BFH-Urteile vom 25.\u00a0Juli 1989 VII\u00a0R\u00a039\/86, BFHE 157, 322, BStBl II 1989, 821; vom 26.\u00a0April 1985 III\u00a0R\u00a024\/82, BFHE 143, 408, BStBl II 1985, 546). Erst mit diesen Entscheidungen ist der Tatbestand verwirklicht, an den das Gesetz den Anspruch auf Prozesszinsen kn\u00fcpft (\u00a7\u00a038 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall sind die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Prozesszinsen nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der Tatbestand des \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO setzt in seinen beiden Alternativen voraus, dass der angestrengte Rechtsstreit kausal f\u00fcr die Herabsetzung der Steuer und die nach \u00a7\u00a0236 AO zu verzinsende Steuererstattung war (BFH-Urteil vom 15.\u00a0Oktober 2003 X\u00a0R\u00a048\/01, BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169). Dieses Erfordernis ist im Streitfall nicht erf\u00fcllt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) &#8222;Durch&#8220; eine rechtskr\u00e4ftige gerichtliche Entscheidung (\u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Alternative\u00a01 AO) wird die Steuer herabgesetzt, wenn das Gericht sie unmittelbar selbst nach \u00a7\u00a0100 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 i.V.m. Abs.\u00a02 Satz\u00a01 FGO niedriger festsetzt (Heuermann in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, \u00a7\u00a0236 AO Rz\u00a020). Daran fehlt es vorliegend. Die Rechtsh\u00e4ngigkeit des finanzgerichtlichen Verfahrens 3\u00a0K\u00a0529\/05 war aufgrund der \u00fcbereinstimmenden Erledigungserkl\u00e4rungen der Beteiligten bereits im Jahr 2007 entfallen. Grundlage der Herabsetzung der Erbschaftsteuer auf 0\u00a0EUR war allein der dem Erbschaftsteuerbescheid vom 9.\u00a0Oktober 2007 beigef\u00fcgte Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk, der aufgrund des BVerfG-Beschlusses in BVerfGE 126, 400 sowie der \u00c4nderung des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 ErbStG durch das JStG 2010 einen \u00c4nderungsanspruch der Kl\u00e4gerin begr\u00fcndete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Die Erbschaftsteuer wurde auch nicht &#8222;auf Grund&#8220; einer gerichtlichen Entscheidung (\u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Alternative\u00a02 AO) herabgesetzt. Die Herabsetzung der Steuer erfolgt nur dann auf Grund der gerichtlichen Entscheidung, wenn die Finanzbeh\u00f6rde die Steuer nach Aufhebung des angefochtenen Bescheides durch das Gericht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0100 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 und Abs.\u00a02 Satz\u00a02 FGO weisungsgem\u00e4\u00df festsetzt (BFH-Urteil vom 16.\u00a0Dezember 1987 I\u00a0R\u00a0350\/83, BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600; Heuermann in HHSp, \u00a7\u00a0236 AO Rz\u00a021). Eine solche Aufhebung des Erbschaftsteuerbescheids durch das FG ist im Streitfall ebenfalls nicht erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Auch die Voraussetzungen des \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO, wonach Abs.\u00a01 dieser Vorschrift &#8222;entsprechend anzuwenden&#8220; ist, sind nicht erf\u00fcllt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO ist eine Verweisungsnorm nicht lediglich hinsichtlich der Rechtsfolgen (d.h. der Verzinsung des zu erstattenden Betrags vom Tag der Rechtsh\u00e4ngigkeit an bis zum Auszahlungstag), sondern auch bez\u00fcglich des Rechtsgrundes der Verzinsung (BFH-Urteil in BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169). Dabei enth\u00e4lt \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO eine eigenst\u00e4ndige Regelung nur insoweit, als Prozesszinsen auch dann entstehen, wenn der Rechtsstreit nicht durch eine rechtskr\u00e4ftige gerichtliche Entscheidung, sondern durch die Erledigung der Hauptsache oder R\u00fccknahme der Klage beendet wird. Damit erweitert \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO die Anwendbarkeit der Vorschrift auf andere Arten der Beendigung eines Finanzrechtsstreits. Die Finanzbeh\u00f6rde soll durch diese Bestimmung daran gehindert werden, mit einer \u00c4nderung des angefochtenen Bescheids vor Ergehen der gerichtlichen Entscheidung das Entstehen von Prozesszinsen zu verhindern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO keine eigenst\u00e4ndige Regelung enth\u00e4lt, nimmt diese Vorschrift den Regelungsgehalt der Bezugsnorm voll in sich auf. Deshalb hat die Verweisung in \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO auf Abs.\u00a01 zur Folge, dass Prozesszinsen nur zuerkannt werden k\u00f6nnen, wenn der erledigte Rechtsstreit f\u00fcr die Herabsetzung der Steuer urs\u00e4chlich war (BFH-Urteil in BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169), d.h. dem prozessualen Begehren des Steuerpflichtigen aufgrund einer \u00c4nderung des angefochtenen Bescheids entsprochen wird (BFH-Urteile in BFHE 204, 1, BStBl II 2004, 169; vom 30.\u00a0November 1995 V\u00a0R\u00a039\/94, BFHE 179, 236, BStBl II 1996, 260; vom 13.\u00a0Juli 1994 I\u00a0R\u00a038\/93, BFHE 175, 496, BStBl II 1995, 37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf\u00fcllt. Das FA hatte dem prozessualen Begehren der Kl\u00e4gerin w\u00e4hrend der Rechtsh\u00e4ngigkeit des Klageverfahrens lediglich insoweit entsprochen, als es den angefochtenen Erbschaftsteuerbescheid mit einem Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk versehen hatte. Die zur Erstattung f\u00fchrende \u00c4nderung des Erbschaftsteuerbescheids ist hingegen &#8211;au\u00dferhalb des zuvor durch \u00fcbereinstimmende Erledigungserkl\u00e4rungen erledigten Klageverfahrens&#8211; erst durch den der Kl\u00e4gerin am 31.\u00a0Januar 2011 zugegangenen \u00c4nderungsbescheid erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Entgegen der Ansicht des FG ergibt sich ein Zinsanspruch aus \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO nicht deshalb, weil der \u00c4nderungsbescheid vom 9.\u00a0Oktober 2007 mit dem dort angebrachten Vorl\u00e4ufigkeitsvermerk, auf dessen Grundlage die Erbschaftsteuer im Jahr 2011 herabgesetzt wurde, erst im Verlauf des von der Kl\u00e4gerin rechtsh\u00e4ngig gemachten Klageverfahrens ergangen ist. Damit erweist sich zwar die sp\u00e4tere Herabsetzung der Erbschaftsteuer auf 0\u00a0EUR als eine letztlich mittelbare Folge der von der Kl\u00e4gerin durch Klageerhebung herbeigef\u00fchrten Rechtsh\u00e4ngigkeit. Dies f\u00fchrt aber nicht zur Entstehung eines Prozesszinsenanspruchs nach \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Alternative\u00a02 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(1) Dies ergibt sich schon aus der die \u00c4nderung von Folgebescheiden betreffenden Regelung des \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0a AO. Diese &#8211;andernfalls entbehrliche&#8211; Vorschrift zeigt, dass der Gesetzgeber mit \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Alternative\u00a02 AO gerade nicht die F\u00e4lle erfassen wollte, in denen die Erstattung eine blo\u00df mittelbare Folge einer gerichtlichen Entscheidung ist (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 179, 236, BStBl II 1996, 260; vom 14.\u00a0Oktober 1993 V\u00a0R\u00a036\/89, BFHE 173, 450, BStBl II 1994, 427, und in BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, \u00a7\u00a0236 AO Rz\u00a013). Demgem\u00e4\u00df kann ein Anspruch auf Prozesszinsen nicht entstehen, wenn &#8211;ohne dass der Erstattungsanspruch rechtsh\u00e4ngig gemacht worden ist&#8211; die Herabsetzung der Steuer das Ergebnis eines von anderen Steuerpflichtigen gef\u00fchrten Musterprozesses ist (vgl. z.B. BFH-Entscheidungen vom 3.\u00a0April 2007 IX\u00a0B\u00a0169\/06, BFH\/NV 2007, 1267, und in BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600; Heuermann in HHSp, \u00a7\u00a0236 AO Rz\u00a020; Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7\u00a0236 AO Rz\u00a013).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nichts anderes gilt dann, wenn ein rechtsh\u00e4ngig gemachtes und sodann in der Hauptsache erledigtes finanzgerichtliches Verfahren eine blo\u00dfe Mitursache f\u00fcr die &#8211;letztlich auf dem Ergebnis eines vor dem BVerfG gef\u00fchrten anderweitigen Musterprozesses beruhende&#8211; sp\u00e4tere Herabsetzung der Steuer gesetzt hat. Entgegen der Ansicht des FG wird ein Anspruch auf Prozesszinsen nicht allein dadurch begr\u00fcndet, dass der Steuerpflichtige den zu erstattenden Betrag rechtsh\u00e4ngig gemacht hat (vgl. unter II.1.). Auch nach dem \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a05 AO zugrunde liegenden Rechtsgedanken besteht bei einer erst nach Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit eingetretenen Steuerherabsetzung kein Anspruch auf Prozesszinsen. \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a05 AO verdeutlicht, dass die Prozesszinsen ausschlie\u00dflich nach dem Ergebnis des Rechtsbehelfsverfahrens zu bemessen sind. Eine Aufhebung oder \u00c4nderung der Steuerfestsetzung nach Abschluss des Rechtsbehelfsverfahrens soll unber\u00fccksichtigt bleiben (BRDrucks 612\/93, 105).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>(2) Zu diesen Grunds\u00e4tzen steht es nicht in Widerspruch, dass ein Anspruch auf Prozesszinsen dann besteht, wenn ein finanzgerichtliches Verfahren im Hinblick auf ein beim BVerfG anh\u00e4ngiges Musterverfahren gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a074 FGO ausgesetzt und die Steuer sp\u00e4ter im Rahmen der Fortf\u00fchrung des Verfahrens herabgesetzt wird. In diesem Fall k\u00f6nnen die Voraussetzungen des \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 bzw. Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO deshalb erf\u00fcllt sein, weil die Aussetzung des Verfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a074 FGO die Rechtsh\u00e4ngigkeit der Klage unber\u00fchrt l\u00e4sst (Gr\u00e4ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., Vor \u00a7\u00a074 Rz\u00a04). Hingegen f\u00fchren beiderseitige \u00fcbereinstimmende Erledigungserkl\u00e4rungen zur Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit des Klagebegehrens (vgl. dazu Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7\u00a0138 FGO Rz\u00a025 und 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall kommt auch eine analoge Anwendung des \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a01 bzw. Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 AO nicht in Betracht. Voraussetzung einer Analogie ist die planwidrige Unvollst\u00e4ndigkeit des positiven Rechts (z.B. BFH-Urteil vom 19.\u00a0Dezember 2007 I\u00a0R\u00a052\/07, BFHE 220, 180, BStBl II 2008, 431, m.w.N.). Ein solcher Fall liegt (nur) vor, wenn das Gesetz, gemessen an seiner eigenen Absicht und der ihm immanenten Teleologie, unvollst\u00e4ndig, also erg\u00e4nzungsbed\u00fcrftig ist und wo seine Erg\u00e4nzung nicht etwa einer gesetzlich gewollten Beschr\u00e4nkung auf bestimmte Tatbest\u00e4nde widerspricht (BFH-Urteile vom 22.\u00a0Dezember 2011 III\u00a0R\u00a05\/07, BFHE 236, 137, BStBl II 2012, 678; vom 14.\u00a0September 1994 I\u00a0R\u00a0136\/93, BFHE 175, 406, BStBl II 1995, 382).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Grunds\u00e4tzlich ist zwar auch \u00a7\u00a0236 AO einer L\u00fcckenausf\u00fcllung im Wege einer Analogie zug\u00e4nglich; \u00a7\u00a0233 AO steht dem nicht grunds\u00e4tzlich entgegen (BFH-Urteil in BFHE 152, 401, BStBl II 1988, 600; Koenig in Pahlke\/Koenig, Abgabenordnung, 2.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0233 Rz\u00a04). Unter Ber\u00fccksichtigung der in \u00a7\u00a0233 Satz\u00a01 AO getroffenen Regelung hat aber der Zinstatbestand des \u00a7\u00a0236 AO einen ersichtlich abschlie\u00dfenden Charakter; nach Auffassung des Senats sind daher an eine l\u00fcckenausf\u00fcllende Rechtsfortbildung des \u00a7\u00a0236 AO strenge Anforderungen zu stellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>F\u00fcr die hier gegebene Fallgestaltung fehlt es an einer planwidrigen Regelungsl\u00fccke. Der Gesetzgeber hat die Zinspflicht in \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a02 AO auf Tatbest\u00e4nde ausgedehnt, in denen die Steuerherabsetzung nicht unmittelbar durch den gerichtlichen Ausspruch selbst herbeigef\u00fchrt worden ist. Zudem soll gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0236 Abs.\u00a05 AO eine Aufhebung oder \u00c4nderung der Steuerfestsetzung nach Abschluss des Rechtsbehelfsverfahrens unber\u00fccksichtigt bleiben. Es kann daher nicht angenommen werden, der Gesetzgeber habe nur versehentlich auf die Zubilligung eines Zinsanspruchs f\u00fcr den Fall verzichtet, dass eine Steuerherabsetzung nach Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit des gerichtlichen Verfahrens aufgrund eines Vorl\u00e4ufigkeitsvermerks erfolgt, der im Laufe des gerichtlichen Verfahrens angebracht worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Da das FG von anderen Grunds\u00e4tzen ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Das FA hat zutreffend einen Anspruch der Kl\u00e4gerin auf Festsetzung von Prozesszinsen abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 29.8.2012, II R 49\/11 Keine Prozesszinsen bei Steuerherabsetzung erst nach Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit &#8211; Zweck des \u00a7 236 AO &#8211; Verweisungsnorm &#8211; Anspruch auf Prozesszinsen Leits\u00e4tze Ein Anspruch auf Prozesszinsen besteht nicht, wenn eine Steuerherabsetzung erst nach Beendigung der Rechtsh\u00e4ngigkeit des finanzgerichtlichen Verfahrens aufgrund eines Vorl\u00e4ufigkeitsvermerks erfolgt, der im Laufe des finanzgerichtlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-49-11-keine-prozesszinsen-bei-steuerherabsetzung-erst-nach-beendigung-der-rechtshaengigkeit-zweck-des-par-236-ao-verweisungsnorm-anspruch-auf-prozesszinsen-4\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;49\/11 &#8211; Keine Prozesszinsen bei Steuerherabsetzung erst nach Beendigung der Rechtsh&auml;ngigkeit &#8211; Zweck des &sect; 236 AO &#8211; Verweisungsnorm &#8211; Anspruch auf Prozesszinsen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-43940","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43940"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43940\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}