{"id":44017,"date":"2002-04-16T11:22:08","date_gmt":"2002-04-16T09:22:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=44017"},"modified":"2013-05-31T09:13:52","modified_gmt":"2013-05-31T07:13:52","slug":"bfh-urteil-vom-16-4-2002-viii-r-58_01-bstbl-2002-ii-s-523","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-16-4-2002-viii-r-58_01-bstbl-2002-ii-s-523\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil     vom 16.4.2002 (VIII R 58\/01) BStBl. 2002 II S. 523"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 16.4.2002 (VIII R 58\/01) BStBl. 2002 II S. 523<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Neuregelung des Familienleistungsausgleichs durch das Jahressteuergesetz 1996 befindet sich auch ein Kind, das als Offizieranw\u00e4rter (Soldat auf Zeit) zum Offizier ausgebildet wird, i.S. von \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG 1996 in Berufsausbildung (Abgrenzung von der Rechtsprechung zu \u00a7 32 Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG i.d.F. des Einkommensteuerreformgesetzes vom 5. August 1974, BGBl I 1974, 1769).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>EStG \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG D\u00fcsseldorf vom 12. Januar 2001 14 K 6472\/98 Kg (EFG 2001, 1149)<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der 1977 geborene Sohn (T) des Kl\u00e4gers und Revisionskl\u00e4gers (Kl\u00e4ger) wurde nach Ablegung der Reifepr\u00fcfung zum 1. Juli 1997 als Anw\u00e4rter f\u00fcr die Laufbahn der Offiziere im Truppendienst (Teilstreitkraft: Marine) in die Dienststellung eines Soldaten auf Zeit (12 Jahre) berufen (\u00a7 40 Abs. 1 Nr. 2 des Soldatengesetzes &#8211; SG -; \u00a7\u00a7 18 Abs. 1 Nr. 2, 19 der im Streitjahr g\u00fcltigen Fassung der Soldatenlaufbahn-Verordnung &#8211; SLV -). Laut Einkommensteuerbescheid erzielte er aufgrund des Ausbildungsdienstverh\u00e4ltnisses, das nach \u00a7 19 Abs. 1 Satz 1 SLV mindestens drei Jahre dauert, im Jahre 1997 Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit (\u00a7 19 des Einkommensteuergesetzes &#8211; EStG -) in H\u00f6he von 3.576 DM.<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (Beklagter) setzte mit Bescheid vom 15. Juli 1998 das Kindergeld f\u00fcr T ab 1. Juli 1997 auf null DM fest. T habe sich als Soldat auf Zeit nicht mehr in Berufsbildung befunden (\u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG), da seine Dienstbez\u00fcge den vollen Lebensunterhalt sichergestellt h\u00e4tten (Hinweis auf Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 2. Juli 1993 III R 79\/92, BFHE 172, 62, BStBl II 1993, 871).<\/p>\n<p>Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg (vgl. Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211; EFG &#8211; 2001, 1149).<\/p>\n<p>Mit der vom Finanzgericht (FG) zugelassenen Revision beantragt der Kl\u00e4ger sinngem\u00e4\u00df, das Urteil des FG, den Bescheid vom 15. Juli 1998 sowie die Einspruchsentscheidung vom 5. August 1998 aufzuheben und den Beklagten zu verpflichten, Kindergeld f\u00fcr T in gesetzlicher H\u00f6he f\u00fcr den Zeitraum Juli bis Dezember 1997 festzusetzen.<\/p>\n<p>Der Beklagte beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>1. Die Vorinstanz hat verkannt, dass T als Offizieranw\u00e4rter ab 1. Juli 1997 i.S. von \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a i.V.m. \u00a7 63 Abs. 1 Satz 2 EStG f\u00fcr einen Beruf ausgebildet wurde. Da nach den Feststellungen des FG diese Ausbildung im unmittelbaren Anschluss an die Ablegung der Reifepr\u00fcfung begonnen wurde (\u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a und b EStG) und &#8211; wie zwischen den Verfahrensbeteiligten unstreitig &#8211; die Eink\u00fcnfte von T den Jahresgrenzbetrag nach \u00a7 32 Abs. 4 Satz 2 EStG &#8211; auch unter Ber\u00fccksichtigung etwaiger Sachbez\u00fcge (Unterkunft, Verpflegung) &#8211; nicht \u00fcberschritten haben, hat der Kl\u00e4ger auch f\u00fcr die Monate Juli bis Dezember 1997 Anspruch auf Kindergeld.<\/p>\n<p>2. Nach zwischenzeitlich st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH ist unter Berufsausbildung i.S. von \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG die Ausbildung zu einem k\u00fcnftigen Beruf zu verstehen. Der Vorbereitung auf ein Berufsziel dienen danach alle Ma\u00dfnahmen, bei denen es sich um den Erwerb von Kenntnissen, F\u00e4higkeiten und Erfahrungen handelt, die als Grundlagen f\u00fcr die Aus\u00fcbung des angestrebten Berufs geeignet sind (z.B. BFH-Urteile vom 9. Juni 1999 VI R 33\/98, BFHE 189, 88, BStBl II 1999, 701 betr. Sprachaufenthalt; vom 9. Juni 1999 VI R 50\/98, BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706 betr. Volontariat).<\/p>\n<p>a) Dementsprechend geh\u00f6rt auch das Referendariat im Anschluss an die erste juristische Staatspr\u00fcfung zur Berufsausbildung, da die juristische Ausbildung auf die Bef\u00e4higung zum Richteramt zielt und das Erreichen dieses Ausbildungsziels durch den erfolgreichen Abschluss des Vorbereitungsdienstes (Bestehen der zweiten juristischen Staatspr\u00fcfung) festgestellt wird (BFH-Beschluss vom 10. Februar 2000 VI B 108\/99, BFHE 191, 54, BStBl II 2000, 398).<\/p>\n<p>b) Nichts anderes gilt f\u00fcr die Ausbildung eines Soldaten auf Zeit zum Offizier des Truppendienstes nach den \u00a7\u00a7 18 und 19 SLV. Der Offizieranw\u00e4rter hat im Verlauf seiner zumindest 3-j\u00e4hrigen Ausbildung &#8211; im Streitfall u.a. technische, seem\u00e4nnische Ausbildung sowie Offizierlehrgang (Ausbildung zum Vorgesetzten) &#8211; eine Offizierpr\u00fcfung abzulegen (\u00a7 19 Abs. 2 SLV), die Ausbildung endet entweder mit der Ernennung zum Leutnant oder im Falle des Nichtbestehens der Pr\u00fcfung (\u00a7 19 Abs. 3 SLV). Auch der f\u00fcr den Offizieranw\u00e4rter vorgesehene Ausbildungsgang (vgl. auch \u00a7 40 Abs. 1 Nr. 2 SG) ist somit als eine Ma\u00dfnahme zu qualifizieren, die als Grundlage f\u00fcr den angestrebten Beruf (Offizier im Truppendienst) geeignet ist.<\/p>\n<p>aa) Dem steht der dienstrechtliche Status des Anw\u00e4rters als eines Soldaten auf Zeit bereits deshalb nicht entgegen, weil hierdurch die auf die Ausbildung zum Offizier gerichtete Dienstverpflichtung des Anw\u00e4rters nicht ber\u00fchrt wird. Demgem\u00e4\u00df ist auch nicht darauf einzugehen, ob &#8211; wie vom Kl\u00e4ger unter Hinweis auf eine ausdr\u00fcckliche Verpflichtungserkl\u00e4rung des T geltend gemacht &#8211; das Nichtbestehen der Offizierpr\u00fcfung zur Entlassung und damit zur Beendigung des Dienstverh\u00e4ltnisses gef\u00fchrt h\u00e4tte (\u00a7 55 Abs. 4 SG) oder ob &#8211; wie vom Beklagten vorgetragen &#8211; hiermit lediglich die \u00dcberf\u00fchrung in eine andere Laufbahngruppe (Mannschaften, Unteroffiziere) verbunden gewesen w\u00e4re (\u00a7 5 Abs. 4 SLV).<\/p>\n<p>bb) Abweichendes ergibt sich nicht aus der Rechtsprechung des BFH zu \u00a7 32 Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG i.d.F. des Einkommensteuerreformgesetzes vom 5. August 1974 (BGBl I 1974, 1769), nach der &#8211; bei Vorliegen eines privaten oder \u00f6ffentlichen Ausbildungsdienstverh\u00e4ltnisses (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 7. August 1987 VI R 60\/84, BFHE 150, 435, BStBl II 1987, 780) &#8211; der Tatbestand der Berufsausbildung und damit die Ber\u00fccksichtigung des Kindes entf\u00e4llt, wenn das Kind zur Vorbereitung auf ein h\u00f6her gestecktes Berufsziel einen Beruf aus\u00fcbt, der von vielen als Dauerberuf ausge\u00fcbt wird und ausge\u00fcbt werden kann (BFH-Urteile vom 11. Oktober 1984 VI R 69\/83, BFHE 142, 140, BStBl II 1985, 91 betr. T\u00e4tigkeit eines Steuerfachgehilfen zur Vorbereitung auf die Steuerbevollm\u00e4chtigtenpr\u00fcfung; vom 2. Juli 1993 III R 81\/91, BFHE 172, 59, BStBl II 1993, 870 betr. Aufstiegsbeamtin). Der BFH hat deshalb angenommen, dass ein Zeitsoldat mit dem Dienstgrad des Fahnenjunkers, der zum Offizier ausgebildet wird, sich nicht mehr in Berufsausbildung befinde (BFH-Urteil in BFHE 172, 62, BStBl II 1993, 871; vgl. auch Urteil des Bundessozialgerichts &#8211; BSG &#8211; vom 19. Dezember 1974 8\/7 Rkg 6\/73, Sozialrecht 5870 \u00a7 2 BKGG Nr. 2).<\/p>\n<p>aaa) Ob diese Rechtsprechung &#8211; wie von der Vorinstanz vertreten &#8211; bereits zur Folge hatte, dass allein aufgrund der Berufung des Kindes in das Dienstverh\u00e4ltnis eines Soldaten auf Zeit &#8211; und damit bereits vor Bestehen der Offizierpr\u00fcfung &#8211; der Tatbestand des \u00a7 32 Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG 1975 zu verneinen war (offen BFH-Urteil vom 2. Juli 1993 III R 70\/92, BFHE 172, 411, BStBl II 1994, 102; bejahend Schleswig-Holsteinisches FG, Urteil vom 21. M\u00e4rz 1995 III 551\/92, EFG 1995, 886), bedarf im anh\u00e4ngigen Verfahren keiner Entscheidung, da die dargelegte Einschr\u00e4nkung des Begriffs der Berufsausbildung aufgrund der Neuregelung des Familienleistungsausgleichs durch das Jahressteuergesetz 1996 (JStG 1996) vom 11. Oktober 1995 (BGBl I 1995, 1250) bereits in ihrem Ausgangspunkt nicht aufrechterhalten werden kann. Sie beruhte insofern auf einer normspezifischen Auslegung, als \u00a7 32 Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG 1975 &#8211; im Gegensatz zur Rechtslage bis zum Veranlagungszeitraum 1974 (vgl. \u00a7 32 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a i.V.m. Abs. 2 Satz 2 EStG 1965\/1974; hierzu BFH-Urteil vom 8. November 1972 VI R 54\/70, BFHE 107, 447, BStBl II 1973, 138) &#8211; zwar einerseits f\u00fcr die Ber\u00fccksichtigung des Kindes, das f\u00fcr einen Beruf ausgebildet wurde, weder voraussetzte, dass der Steuerpflichtige das Kind \u00fcberwiegend auf eigene Kosten unterhielt, noch, dass die H\u00f6he der Eink\u00fcnfte oder Bez\u00fcge des Kindes einen bestimmten H\u00f6chstbetrag \u00fcberschritt (zu den Gr\u00fcnden &#8211; vor allem Verwaltungsvereinfachung &#8211; s. BTDrucks 7\/1470, S. 291; BTDrucks 7\/2180, S. 19), andererseits aber auch die einkommensteuerrechtliche Zuordnung der Kinder nach \u00a7 32 Abs. 6 EStG 1975 das Ziel verfolgte, der Minderung der steuerlichen Leistungsf\u00e4higkeit der Eltern aufgrund ihrer Unterhaltsverpflichtung &#8211; wenn auch losgel\u00f6st vom Einzelfall, d.h. typisierend &#8211; Rechnung zu tragen. Hieran ankn\u00fcpfend zielte die Begrenzung des Tatbestandsmerkmals der Berufsausbildung gem\u00e4\u00df \u00a7 32 Abs. 6 Satz 1 Nr. 1 EStG 1975 durch die Rechtsprechung auf eine &#8211; wiederum typisierende &#8211; Sonderung derjenigen Sachverhalte, in denen aufgrund der beruflichen Stellung des Kindes (Vorliegen der Merkmale eines Dauerberufs) von einer durch Ausbildungsunterhaltslasten geminderten Leistungsf\u00e4higkeit der Eltern nicht mehr ausgegangen werden konnte.<\/p>\n<p>bbb) Eben dieser teleologischen Reduktion ist durch die Einf\u00fchrung des Jahresgrenzbetrags in \u00a7 32 Abs. 4 Satz 2 EStG i.d.F. des JStG 1996 die Grundlage entzogen (ebenso Greite in Korn, Einkommensteuergesetz, \u00a7 32 Rz. 40; vgl. auch Hollatz, Anm. zum BFH-Beschluss in BFHE 191, 54, BStBl II 2000, 398, H\u00f6chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211; HFR &#8211; 2000, 501; Schmidt\/ Glanegger, Einkommensteuergesetz, 20. Aufl., \u00a7 32 Rz. 39; BFH-Urteil vom 23. April 1997 VI R 135\/95, BFH\/NV 1997, 655; a.A. H 180 Amtliches Einkommensteuer-Handbuch &#8211; EStH &#8211; 2000 &#8222;Rechtsprechung zur Berufsausbildung&#8220;; FG M\u00fcnchen, Urteil vom 28. Juli 1999 1 K 251\/99, EFG 1999, 1186). Denn auch der Zweck dieser Regelung besteht in der typisierenden Ermittlung der Leistungsf\u00e4higkeit der Eltern mit der Folge, dass dann, wenn die Eink\u00fcnfte und Bez\u00fcge des Kindes den Schwellenwert (im Veranlagungszeitraum 1997: 12.000 DM) \u00fcberschreiten, die Eltern durch das Kind nicht (mehr) belastet sind und ihre Leistungsf\u00e4higkeit damit derjenigen kinderloser Steuerpflichtiger entspricht (BFH-Urteil vom 21. Juli 2000 VI R 153\/99, BFHE 192, 316, BStBl II 2000, 566; zu BFH-Urteil vom 26. September 2000 VI R 85\/99, BFHE 192, 485, BStBl II 2000, 684, vgl. \u00a7 32 Abs. 4 Satz 4 i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur Familienf\u00f6rderung vom 16. August 2001, BGBl I 2001, 2074 sowie dazu BRDrucks 393\/01, S. 19). Hieraus hat der BFH f\u00fcr den Begriff der Berufsausbildung i.S. von \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG i.d.F. JStG 1996 abgeleitet, dass dieser weder durch das Erfordernis der \u00fcberwiegenden Beanspruchung der Arbeitskraft des Kindes (vgl. BFH-Urteile vom 9. Juni 1999 VI R 143\/98, BFHE 189, 107, BStBl II 1999, 710; in BFHE 189, 88, BStBl II 1999, 701, jeweils betr. Sprachkurs im Rahmen eines Au-pair-Auslandsaufenthalts) noch dadurch beschr\u00e4nkt werde, dass das Kind aufgrund der Art der jeweiligen Ausbildungsma\u00dfnahme die M\u00f6glichkeit zur Erzielung eigener Eink\u00fcnfte erlange (z.B. BFH-Urteil in BFH\/NV 1997, 655 betr. Jurastudium eines halbtags berufst\u00e4tigen Steuerinspektors; vgl. dazu auch Urteil in BFHE 189, 107, BStBl II 1999, 710; Urteil vom 14. Januar 2000 VI R 11\/99, BFHE 191, 50, BStBl II 2000, 199 betr. Auslandspraktikum als Fremdsprachenassistent eines Anglistikstudenten; zur Abweichung gegen\u00fcber der Rechtsprechung des BSG vgl. auch Greite, Neue Wirtschafts-Briefe &#8211; NWB &#8211; Fach 3, 10873, 10875 f., m.w.N.). Nichts anderes gilt f\u00fcr den mit einem privaten oder \u00f6ffentlichen Ausbildungsverh\u00e4ltnis verbundenen arbeits- oder dienstrechtlichen Status sowie die hierbei erzielten Eink\u00fcnfte (zum Referendariat vgl. BFH-Beschluss in BFHE 191, 54, BStBl II 2000, 398). Auch mit R\u00fccksicht auf diese, das Ausbildungsverh\u00e4ltnis qualifizierenden Umst\u00e4nde ist in systematischer Hinsicht der Grund daf\u00fcr entfallen, dem mit \u00a7 32 Abs. 4 Satz 2 EStG verfolgten Gesetzeszweck (Bestimmung der geminderten Leistungsf\u00e4higkeit der Eltern) nicht nur im Rahmen der nach dieser Vorschrift gebotenen Jahresgrenzwertermittlung, sondern in Fortf\u00fchrung der bisherigen Rechtsprechung zu \u00a7 32 EStG 1975 zudem &#8211; d.h. auf einer vorgelagerten Pr\u00fcfungsstufe &#8211; auch im Rahmen einer einschr\u00e4nkenden Auslegung des Begriffs der Berufsausbildung (\u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG) Geltung zu verschaffen. Letzterem steht nicht nur entgegen, dass eine solche (vorgelagerte) Pr\u00fcfung auf die aus dem Arbeitsverh\u00e4ltnis (Berufsausbildungsverh\u00e4ltnis) erzielten Eink\u00fcnfte (auch in zeitlicher Hinsicht) beschr\u00e4nkt w\u00e4re und damit dem erkennbaren, auf die Erfassung s\u00e4mtlicher, im Kalenderjahr erzielter Eink\u00fcnfte (z.B. Vermietung und Verpachtung, Kapitaleink\u00fcnfte, Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb) gerichteten Regelungsgehalt des \u00a7 32 Abs. 4 Satz 2 EStG widerstreiten w\u00fcrde; hinzu kommt, dass die vorrangige Ausgrenzung der mit der Stellung eines Dauerberufs verbundenen Ausbildungsverh\u00e4ltnisse bereits aus Gr\u00fcnden des verfassungsrechtlichen Gebots der Gleichbehandlung (Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211; GG -) nur in die (richterrechtliche) Bestimmung eines &#8211; gegen\u00fcber \u00a7 32 Abs. 4 S\u00e4tze 2 und 5 EStG h\u00f6heren &#8211; Einkunftsgrenzbetrags m\u00fcnden k\u00f6nnte, ohne dass hierdurch &#8211; im Falle des Nichterreichens dieses Schwellenwerts &#8211; die Pr\u00fcfung entbehrlich w\u00fcrde, ob im Einzelfall der gesetzliche Jahresgrenzwert des \u00a7 32 Abs. 4 Satz 2 EStG zur typisierenden Ermittlung des Wegfalls der Leistungsf\u00e4higkeitsminderung der Eltern \u00fcberschritten wird.<\/p>\n<p>cc) Den dargelegten Grunds\u00e4tzen widerstreitet schlie\u00dflich nicht, dass nach den Regelungen des \u00a7 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 und 2 EStG Kinder, die den gesetzlichen Grundwehrdienst geleistet oder die sich &#8211; anstelle des gesetzlichen Grundwehrdienstes &#8211; freiwillig f\u00fcr die Dauer von nicht mehr als drei Jahren zum Wehrdienst verpflichtet haben, \u00fcber das 21. oder 27. Lebensjahr hinaus (vgl. \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 und 2 EStG) ber\u00fccksichtigt werden. Diese sog. Verl\u00e4ngerungstatbest\u00e4nde stehen im Zusammenhang mit der Entscheidung des Gesetzgebers, f\u00fcr die Zeit des gesetzlichen oder des freiwilligen Wehrdienstes weder Kindergeld noch den Kinderfreibetrag zu gew\u00e4hren (zur Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit vgl. BFH-Beschluss vom 4. Juli 2001 VI B 176\/00, BFHE 196, 98, BStBl II 2001, 675; zur Unterhaltsverpflichtung der Eltern s. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 29. November 1989 IVb ZR 16\/89, Neue Juristische Wochenschrift 1990, 713). Sie sind deshalb auch nicht geeignet, den Begriff der Berufsausbildung (\u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG) mit R\u00fccksicht auf die Ausbildungsma\u00dfnahmen solcher Kinder auszuschlie\u00dfen, die &#8211; wie im Streitfall &#8211; von den typisierenden Regelungen des \u00a7 32 Abs. 5 EStG nicht erfasst werden. Demgem\u00e4\u00df ist im anh\u00e4ngigen Verfahren auch nicht dar\u00fcber zu entscheiden, ob im Falle eines freiwilligen Wehrdienstes nach \u00a7 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG durchg\u00e4ngig &#8211; d.h. ungeachtet der Art und des Inhalts der Wehrdienstleistung des Kindes &#8211; das Merkmal der Berufsausbildung ausgeschlossen ist (vgl. hierzu auch &#8211; betr. die Neufassung des Bundeskindergeldgesetzes i.d.F. der Bekanntmachung vom 31. Januar 1975, BGBl I 1975, 412 &#8211; BSG-Urteil vom 26. Juli 1977 8\/12 Rkg 2\/77, BSGE 44, 197).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 16.4.2002 (VIII R 58\/01) BStBl. 2002 II S. 523 Nach der Neuregelung des Familienleistungsausgleichs durch das Jahressteuergesetz 1996 befindet sich auch ein Kind, das als Offizieranw\u00e4rter (Soldat auf Zeit) zum Offizier ausgebildet wird, i.S. von \u00a7 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG 1996 in Berufsausbildung (Abgrenzung von der Rechtsprechung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-16-4-2002-viii-r-58_01-bstbl-2002-ii-s-523\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil     vom 16.4.2002 (VIII R 58\/01) BStBl. 2002 II S. 523<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-44017","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44017"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44017\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}