{"id":45210,"date":"2001-04-26T12:37:22","date_gmt":"2001-04-26T10:37:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=45210"},"modified":"2013-06-04T09:21:34","modified_gmt":"2013-06-04T07:21:34","slug":"bfh-beschluss-vom-26-4-2001-v-s-24_00-bstbl-2001-ii-s-498","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-26-4-2001-v-s-24_00-bstbl-2001-ii-s-498\/","title":{"rendered":"BFH-Beschluss vom 26.4.2001 (V S 24\/00)     BStBl. 2001 II S. 498"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschluss vom 26.4.2001 (V S 24\/00) BStBl. 2001 II S. 498<\/strong><\/p>\n<p>Der Streitwert im Verfahren wegen Aussetzung der Vollziehung eines Umsatzsteuerbescheides betr\u00e4gt 10 % des beantragten Aussetzungsbetrages.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>GKG \u00a7 13, \u00a7 25 Abs. 2.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG K\u00f6ln (EFG 2000, 899 und EFG 2000, 1284)<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Der Antragsteller, Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagte (Antragsteller) wendet sich gegen den Umsatzsteuerbescheid f\u00fcr 1999 und macht die ihm in Eingangsrechnungen f\u00fcr die Errichtung eines Wohn- und Gesch\u00e4ftshauses berechneten Vorsteuerbetr\u00e4ge entsprechend dem Verh\u00e4ltnis der steuerfreien und steuerpflichtigen Vermietungsums\u00e4tze geltend. Der Antragsgegner, Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) lie\u00df nur Vorsteuerbetr\u00e4ge nach dem Verh\u00e4ltnis der f\u00fcr steuerfreie bzw. steuerpflichtige Ums\u00e4tze genutzten Fl\u00e4chen zu. Die Klage hatte Erfolg. \u00dcber die vom FA eingelegte Revision (Az. des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; V R 52\/00) ist noch nicht abschlie\u00dfend entschieden.<\/p>\n<p>Der erkennende Senat gab dem Antrag auf Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung des Umsatzsteuerbescheides vom 11. Oktober 2000 mit Beschluss vom 30. Januar 2001 in H\u00f6he von insgesamt 63.888,79 DM statt und erlegte die Kosten des Verfahrens dem FA auf.<\/p>\n<p>Der Kostenbeamte des Finanzgerichts (FG) setzte mit Beschluss vom 6. M\u00e4rz 2001 die dem Antragssteller vom FA f\u00fcr das Aussetzungsverfahren zu erstattenden Kosten auf der Grundlage eines Streitwertes in H\u00f6he von 10 v.H. des beantragten Aussetzungsbetrages fest.<\/p>\n<p>Mit Schriftsatz vom 20. M\u00e4rz 2001 beantragte der Prozessbevollm\u00e4chtigte des Antragstellers die Festsetzung des Streitwertes in H\u00f6he von 15.972 DM (25 v.H. des Aussetzungsbetrages von 63.888,79 DM).<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Der Antrag auf Streitwertfestsetzung ist zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Der erkennende Senat geht davon aus, dass der Prozessbevollm\u00e4chtigte den Antrag auf gerichtliche Festsetzung des Streitwerts im eigenen Namen gestellt hat. Gem\u00e4\u00df \u00a7 25 Abs. 2 Satz 1 des Gerichtskostengesetzes (GKG) setzt im finanzgerichtlichen Verfahren das Prozessgericht den Wert des Streitgegenstandes f\u00fcr die zu erhebenden Geb\u00fchren durch Beschluss fest, wenn u.a. ein Beteiligter dies beantragt und ein Rechtsschutzbed\u00fcrfnis daf\u00fcr besteht (BFH-Beschluss vom 26. Januar 1998 VII B 180\/96, BFH\/NV 1998, 879). Gem\u00e4\u00df \u00a7 9 Abs. 2 Satz 1 der Bundesgeb\u00fchrenordnung f\u00fcr Rechtsanw\u00e4lte kann auch der Prozessbevollm\u00e4chtigte eines Beteiligten den Antrag stellen. Prozessgericht i.S. des \u00a7 25 Abs. 2 GKG f\u00fcr die Festsetzung des Streitwertes f\u00fcr das vorliegende Aussetzungsverfahren ist der BFH. Der Zul\u00e4ssigkeit des Antrags steht es nicht entgegen, dass bereits ein Kostenansatz des Kostenbeamten vorliegt (BFH-Beschluss vom 3. M\u00e4rz 1998 VIII B 62\/97, BFH\/NV 1998, 1339, m.w.N.).<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 13 Abs. 1 GKG ist der Streitwert in Verfahren vor Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit grunds\u00e4tzlich nach der sich aus dem Antrag des Kl\u00e4gers f\u00fcr ihn ergebenden Bedeutung der Sache nach Ermessen zu bestimmen. Geht es um eine bezifferte Geldleistung oder einen hierauf gerichteten Verwaltungsakt, so ist von deren H\u00f6he auszugehen (\u00a7 13 Abs. 2 GKG).<\/p>\n<p>Der BFH hat unter Ber\u00fccksichtigung der Besonderheiten des Aussetzungsverfahrens in st\u00e4ndiger Rechtsprechung den Streitwert in Aussetzungssachen mit 10 v.H. des Betrages bemessen, dessen Aussetzung begehrt wird (z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 27. M\u00e4rz 2000 VII B 223\/99, BFH\/NV 2000, 1120; vom 15. Dezember 1998 VII R 62\/97, BFH\/NV 1999, 773; vom 22. November 1995 II S 10\/95, BFH\/NV 1996, 432; vom 21. Dezember 1993 VIII B 107\/93, BFHE 173, 158, BStBl II 1994, 300; vom 20. November 1987 III R 209\/84, BFH\/NV 1989, 310, m.w.N.). Der erkennende Senat sieht keinen Anlass, von dieser Rechtsprechung abzugehen (vgl. auch BFH-Beschl\u00fcsse in BFH\/NV 1996, 432; in BFHE 173, 158, BStBl II 1994, 300).<\/p>\n<p>Soweit einzelne FG einen Streitwert von 25 v.H. des Hauptsachestreitwertes f\u00fcr angemessen halten (vgl. z.B. FG D\u00fcsseldorf, Beschluss vom 16. Mai 1995 11 V 1650\/95 A (H), Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211; EFG &#8211; 1995, 854; FG Berlin, Beschluss vom 10. Dezember 1998 2 B 2507\/98, EFG 1999, 312; Th\u00fcringer FG, Beschluss vom 1. September 2000 II 691\/00 Ko, EFG 2001, 106), vermag der Senat dem nicht zu folgen. Da weder die Ber\u00fccksichtigung der individuellen sozialen und wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse des Steuerpflichtigen, noch &#8211; wie die Verzinsungsvorschriften in \u00a7\u00a7 236, 237 der Abgabenordnung (AO 1977) best\u00e4tigen &#8211; eine laufende Anpassung an die jeweiligen Kapitalmarktzinsen in Betracht kommt, ist es &#8211; sowohl aus Gr\u00fcnden der Praktikabilit\u00e4t als auch im Hinblick darauf, dass das Kostenrisiko f\u00fcr den B\u00fcrger einsch\u00e4tzbar sein soll &#8211; erforderlich, einen Durchschnittswert zu bilden (BFH-Beschluss in BFH\/NV 1996, 432; Eberl, Deutsche Steuerzeitung 1999, 602). Die Bewertung dieses Vorteils mit 10 v.H. des in der Hauptsache streitigen Betrags tr\u00e4gt im Regelfall dem wirtschaftlichen Interesse an einer Aussetzung der Vollziehung solcher Bescheide in angemessener Weise Rechnung.<\/p>\n<p>Eine Kostenentscheidung ist nicht erforderlich, weil f\u00fcr die Streitwertfestsetzung Gerichtsgeb\u00fchren nicht vorgesehen sind (vgl. BFH-Beschluss vom 10. Oktober 1995 III B 49\/95, BFH\/NV 1996, 246, m.w.N.).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschluss vom 26.4.2001 (V S 24\/00) BStBl. 2001 II S. 498 Der Streitwert im Verfahren wegen Aussetzung der Vollziehung eines Umsatzsteuerbescheides betr\u00e4gt 10 % des beantragten Aussetzungsbetrages. &nbsp; GKG \u00a7 13, \u00a7 25 Abs. 2. Vorinstanz: FG K\u00f6ln (EFG 2000, 899 und EFG 2000, 1284) Sachverhalt &nbsp; I. Der Antragsteller, Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagte (Antragsteller) wendet &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-26-4-2001-v-s-24_00-bstbl-2001-ii-s-498\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Beschluss vom 26.4.2001 (V S 24\/00)     BStBl. 2001 II S. 498<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-45210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45210"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45210\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}