{"id":45215,"date":"2001-04-25T12:37:23","date_gmt":"2001-04-25T10:37:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=45215"},"modified":"2013-06-03T18:28:33","modified_gmt":"2013-06-03T16:28:33","slug":"bfh-urteil-vom-25-4-2001-i-r-22_00-bstbl-2001-ii-s-518","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-25-4-2001-i-r-22_00-bstbl-2001-ii-s-518\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 25.4.2001 (I R 22\/00)     BStBl. 2001 II S. 518"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 25.4.2001 (I R 22\/00) BStBl. 2001 II S. 518<\/strong><\/p>\n<p>1. Ge\u00c3\u00a4ndert i.S. des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 1 AO 1977 ist die Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung in der Satzung einer GmbH oder eines eingetragenen Vereins erst dann, wenn das \u00c3\u201enderungsverfahren durch die Eintragung der Satzungs\u00c3\u00a4nderung im Handels- bzw. Vereinsregister abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>2. \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 2 AO 1977 schlie\u00c3\u0178t die Anwendung der Vorschriften \u00c3\u00bcber die Festsetzungsverj\u00c3\u00a4hrung nicht aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AO 1977 \u00c2\u00a7 55 Abs. 1 Nr. 4, \u00c2\u00a7 61 Abs. 3, \u00c2\u00a7 63 Abs. 2, \u00c2\u00a7 175 Abs. 1 Satz 2; GmbHG \u00c2\u00a7 54 Abs. 3; BGB \u00c2\u00a7 71 Abs. 1 Satz 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Berlin<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00c3\u00a4gerin und Revisionskl\u00c3\u00a4gerin (Kl\u00c3\u00a4gerin) &#8211; eine GmbH &#8211; war zun\u00c3\u00a4chst vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211; FA -) wegen Verfolgung gemeinn\u00c3\u00bctziger Zwecke f\u00c3\u00bcr die Jahre 1987 bis 1990 (Streitjahre) von der K\u00c3\u00b6rperschaftsteuer freigestellt worden. Am 16. Dezember 1992 beschloss die Gesellschafterversammlung der Kl\u00c3\u00a4gerin, den Gesellschaftsvertrag neu zu fassen und dabei u.a. auch die bisherige Regelung im Vertrag zu streichen, nach der bei Aufl\u00c3\u00b6sung der Gesellschaft oder Wegfall ihres satzungsm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178igen Zwecks das Gesellschaftsverm\u00c3\u00b6gen f\u00c3\u00bcr steuerbeg\u00c3\u00bcnstigte Zwecke zu verwenden war. Die Neufassung des Gesellschaftsvertrages wurde am 2. Februar 1993 in das Handelsregister eingetragen.<\/p>\n<p>Da der Gesellschaftsvertrag in seiner Fassung vom 16. Dezember 1992 nicht mehr den Anforderungen des \u00c2\u00a7 55 Abs. 1 Nr. 4 der Abgabenordnung (AO 1977) entsprach, veranlagte das FA die Kl\u00c3\u00a4gerin durch Bescheide vom 3. bzw. 19. Dezember 1997 f\u00c3\u00bcr die Jahre 1987 und 1988 zur K\u00c3\u00b6rperschaftsteuer und Gewerbesteuer und f\u00c3\u00bcr die Jahre 1988 bis 1990 zur Verm\u00c3\u00b6gensteuer. Einspruch und Klage, mit denen die Kl\u00c3\u00a4gerin die Aufhebung der Steuer- und Steuermessbescheide wegen Eintritts der Festsetzungsverj\u00c3\u00a4hrung beantragte, waren erfolglos.<\/p>\n<p>Mit der Revision macht die Kl\u00c3\u00a4gerin geltend, das Urteil des Finanzgerichts (FG) verletze \u00c2\u00a7 169 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. \u00c2\u00a7 175 Abs. 1 Satz 2 AO 1977. Sie beantragt sinngem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178, das FG-Urteil, die angefochtenen K\u00c3\u00b6rperschaftsteuer- und Gewerbesteuermessbescheide und die Verm\u00c3\u00b6gensteuerbescheide sowie die zugeh\u00c3\u00b6rigen Einspruchsentscheidungen aufzuheben.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, die Revision als unbegr\u00c3\u00bcndet zur\u00c3\u00bcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00c3\u00bcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision war als unbegr\u00c3\u00bcndet zur\u00c3\u00bcckzuweisen (\u00c2\u00a7 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -). Die angefochtenen Bescheide sind nicht wegen Festsetzungsverj\u00c3\u00a4hrung aufzuheben.<\/p>\n<p>1. Wird &#8211; wie im Streitfall &#8211; die Bestimmung des Gesellschaftsvertrages (= Satzung) \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung nachtr\u00c3\u00a4glich so ge\u00c3\u00a4ndert, dass sie nicht mehr den Anforderungen des \u00c2\u00a7 55 Abs. 1 Nr. 4 AO 1977 entspricht, gilt gem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 1 AO 1977 die Bestimmung von Anfang an als steuerlich nicht ausreichend. Nach \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 2 AO 1977 hat das FA in einem solchen Fall \u00c2\u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 mit der Ma\u00c3\u0178gabe anzuwenden, dass Steuerbescheide erlassen, aufgehoben oder ge\u00c3\u00a4ndert werden k\u00c3\u00b6nnen, soweit sie Steuern betreffen, die innerhalb der letzten zehn Kalenderjahre vor der \u00c3\u201enderung der Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung entstanden sind. Die Regelung soll die missbr\u00c3\u00a4uchliche Inanspruchnahme der wegen Verfolgung steuerbeg\u00c3\u00bcnstigter Zwecke gew\u00c3\u00a4hrten Steuerverg\u00c3\u00bcnstigungen dadurch verhindern oder zumindest erschweren, dass die Verg\u00c3\u00bcnstigungen in F\u00c3\u00a4llen der \u00c3\u201enderung der Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung r\u00c3\u00bcckwirkend f\u00c3\u00bcr die zehn Jahre vor der \u00c3\u201enderung wieder entzogen werden k\u00c3\u00b6nnen (sog. Nachversteuerung; s. BRDrucks 726\/75 &#8211; Beschluss &#8211; S. 3; Koch\/Scholtz, Abgabenordnung, 5. Aufl., 1996, \u00c2\u00a7 61 Rz. 11).<\/p>\n<p>2. \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 2 AO 1977 schlie\u00c3\u0178t die Anwendung der Vorschriften \u00c3\u00bcber die Festsetzungsverj\u00c3\u00a4hrung nicht aus (gl.A. Scholtz in Koch\/Scholtz, a.a.O., \u00c2\u00a7 61 Rz. 11; Fischer in H\u00c3\u00bcbschmann\/Hepp\/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 10. Aufl., 1995, \u00c2\u00a7 61 AO Rz. 9; Uterhark in Schwarz, Abgabenordnung, Kommentar, \u00c2\u00a7 61 Rz. 7; a.A. Sauer in Beermann, Steuerliches Verfahrensrecht, \u00c2\u00a7 61 AO Rz. 12; unklar Bundesministerium der Finanzen &#8211; BMF -, Anwendungserlass zur Abgabenordnung &#8211; AEAO &#8211; vom 15. Juli 1998 &#8211; Zu \u00c2\u00a7 61 Tz. 5 -, BStBl I 1998, 630, 669). Er begrenzt nur den Zeitraum, f\u00c3\u00bcr den gem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 \u00c2\u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO 1977 aus der R\u00c3\u00bcckwirkung nach \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 1 AO 1977 durch Erlass, Aufhebung oder \u00c3\u201enderung von Steuer(mess)bescheiden steuerliche Folgerungen gezogen werden d\u00c3\u00bcrfen. Wie viel Zeit dem FA zur Verf\u00c3\u00bcgung steht, um die Bescheide \u00c3\u00bcber die Nachversteuerung zu erlassen, ergibt sich aus \u00c2\u00a7 175 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. \u00c2\u00a7 169 AO 1977 (s.a. BTDrucks 7\/79, S. 28 &#8211; \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzentwurfs einer Abgabenordnung (AO 1974) &#8211; und BTDrucks VI\/1982, S. 118 &#8211; zu \u00c2\u00a7 61 &#8211; im Vergleich zu \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 2, BRDrucks 726\/75 &#8211; Beschluss -, S. 3).<\/p>\n<p>3. Ist ein Steuer(mess)bescheid wegen Eintritts eines Ereignisses, das steuerliche Wirkung f\u00c3\u00bcr die Vergangenheit hat (sog. r\u00c3\u00bcckwirkendes Ereignis), gem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 \u00c2\u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ggf. i.V.m. \u00c2\u00a7 184 Abs. 1 Satz 3 AO 1977 zu erlassen, aufzuheben oder zu \u00c3\u00a4ndern, beginnt nach \u00c2\u00a7 175 Abs. 1 Satz 2 AO 1977 die Festsetzungsfrist (\u00c2\u00a7 169 AO 1977) mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem das Ereignis eingetreten ist. In F\u00c3\u00a4llen des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 AO 1977 ist das r\u00c3\u00bcckwirkende Ereignis die nachtr\u00c3\u00a4gliche \u00c3\u201enderung der Satzungsbestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung, die dazu f\u00c3\u00bchrt, dass die Satzung nach der \u00c3\u201enderung nicht mehr den Anforderungen des \u00c2\u00a7 55 Abs. 1 Nr. 4 AO 1977 entspricht.<\/p>\n<p>a) Die \u00c3\u201enderung einer Satzungsbestimmung ist ein rechtlich geregeltes Verfahren, das bei Kapitalgesellschaften wie der Kl\u00c3\u00a4gerin und z.B. auch bei eingetragenen Vereinen mehrere Rechtsakte erfordert und sich in der Regel \u00c3\u00bcber einen l\u00c3\u00a4ngeren Zeitraum erstreckt. Sieht man von Vorbereitungshandlungen wie z.B. der Einberufung der Gesellschafter- oder Mitgliederversammlung ab, ist der erste Rechtsakt der Beschluss der Gesellschafter oder Mitglieder, die Satzung in einer bestimmten Weise zu \u00c3\u00a4ndern (\u00c2\u00a7 53 Abs. 1 und 2 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr\u00c3\u00a4nkter Haftung &#8211; GmbHG &#8211; bzw. \u00c2\u00a7 33 des B\u00c3\u00bcrgerlichen Gesetzbuchs &#8211; BGB -). Dem schlie\u00c3\u0178t sich die Anmeldung der Satzungs\u00c3\u00a4nderung zur Eintragung im Handels- bzw. Vereinsregister an (\u00c2\u00a7 54 Abs. 1 Satz 1 GmbHG bzw. \u00c2\u00a7 71 Abs. 1 Satz 2 BGB). Bestehen keine Eintragungshindernisse oder erkennt das Registergericht sie nicht, wird das Satzungs\u00c3\u00a4nderungsverfahren durch den Rechtsakt der Eintragung der beschlossenen Satzungs\u00c3\u00a4nderung in das Register abgeschlossen. Die Eintragung wirkt konstitutiv. Erst durch sie erlangt die Satzungs\u00c3\u00a4nderung &#8211; jedenfalls im Au\u00c3\u0178enverh\u00c3\u00a4ltnis &#8211; rechtliche Wirkung (\u00c2\u00a7 54 Abs. 3 GmbHG, \u00c2\u00a7 71 Abs. 1 Satz 1 BGB; Bundesgerichtshof &#8211; BGH -, Urteil vom 17. Januar 1957 II ZR 239\/55, BGHZ 23, 122, 128; Priester in Scholz, GmbH-Gesetz, Kommentar, 8. Aufl., 1993\/1995, \u00c2\u00a7 54 Rz. 63 f.; Lutter\/Hommelhoff, GmbH-Gesetz, 15. Aufl., 2000, \u00c2\u00a7 54 Rz. 12 f.; Palandt, B\u00c3\u00bcrgerliches Gesetzbuch, 60. Aufl., 2001, \u00c2\u00a7 71 Rz. 1; Reuter in M\u00c3\u00bcnchener Kommentar zum B\u00c3\u00bcrgerlichen Gesetzbuch, 3. Aufl., 1993, \u00c2\u00a7 71 BGB Rz. 1).<\/p>\n<p>b) &#8222;Ge\u00c3\u00a4ndert&#8220; i.S. des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 1 AO 1977 ist die Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung in der Satzung einer GmbH oder eines eingetragenen Vereins erst dann, wenn das \u00c3\u201enderungsverfahren durch die Eintragung der Satzungs\u00c3\u00a4nderung im Handels- bzw. Vereinsregister abgeschlossen ist. Der Satzungs\u00c3\u00a4nderungsbeschluss allein oder der Beschluss und der Eintragungsantrag gen\u00c3\u00bcgen nicht. \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 1 AO 1977 setzt nicht nur voraus, dass die Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung nachtr\u00c3\u00a4glich ge\u00c3\u00a4ndert wird. Sie muss vielmehr so ge\u00c3\u00a4ndert werden, dass sie den Anforderungen des \u00c2\u00a7 55 Abs. 1 Nr. 4 AO 1977 &#8222;nicht mehr&#8220; entspricht. Die fr\u00c3\u00bchere Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung, die diesen Anforderungen entsprach, darf somit nicht mehr wirksam sein. Dies ist erst dann der Fall, wenn die Satzungs\u00c3\u00a4nderung durch ihre Eintragung wirksam geworden ist. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt noch die fr\u00c3\u00bchere Satzungsbestimmung (s. Priester, a.a.O., \u00c2\u00a7 54 Rz. 68; Reichsgericht &#8211; RG -, Urteil vom 17. April 1889 Rep. I. 70\/89, RGZ 24, 54, 59). Auf sie und damit auf die Tatsache, dass die Satzung hinsichtlich der Verm\u00c3\u00b6gensbindung noch den Anforderungen des \u00c2\u00a7 55 Abs. 1 Nr. 4 AO 1977 entspricht, kann sich die K\u00c3\u00b6rperschaft bis zur Eintragung der Satzungs\u00c3\u00a4nderung auch gegen\u00c3\u00bcber den Finanzbeh\u00c3\u00b6rden berufen. Diese d\u00c3\u00bcrfen daher vor der Eintragung der Satzungs\u00c3\u00a4nderung noch nicht davon ausgehen, dass die Satzung nicht mehr den Voraussetzungen des \u00c2\u00a7 61 Abs. 1 Satz 1 AO 1977 gen\u00c3\u00bcge.<\/p>\n<p>4. Die Einw\u00c3\u00a4nde der Kl\u00c3\u00a4gerin gegen diese Auslegung des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 AO 1977 h\u00c3\u00a4lt der erkennende Senat nicht f\u00c3\u00bcr durchgreifend.<\/p>\n<p>Zwar kann der Satzungs\u00c3\u00a4nderungsbeschluss die Organe der GmbH dazu verleiten, die ge\u00c3\u00a4nderte Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung schon vor der Eintragung der \u00c3\u201enderung nicht mehr zu beachten. Dies ist entgegen der Auffassung der Kl\u00c3\u00a4gerin aber kein Grund, die Rechtsfolge des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 AO 1977 allein aufgrund des Beschlusses eintreten zu lassen. In einem solchen Fall gilt \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 AO 1977 gem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 \u00c2\u00a7 63 Abs. 2 AO 1977 sinngem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178. Die Rechtsfolge des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 AO 1977 tritt somit auch in diesem Fall ein, allerdings nicht wegen der beschlossenen \u00c3\u201enderung der Satzung, sondern wegen der Verletzung der noch wirksamen und den Anforderungen des \u00c2\u00a7 55 Abs. 1 Nr. 4 AO 1977 entsprechenden ge\u00c3\u00a4nderten Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung.<\/p>\n<p>Die Rechtsauffassung der Kl\u00c3\u00a4gerin, der Tatbestand des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 1 AO 1977 werde bereits mit dem Satzungs\u00c3\u00a4nderungsbeschluss verwirklicht, widerspricht auch dem Zweck des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 AO 1977. Sie verringert die Missbrauchsgefahr nicht, wie die Kl\u00c3\u00a4gerin meint, sondern vergr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ert sie. Folgt man der Auffassung der Kl\u00c3\u00a4gerin, beginnt die Festsetzungsfrist bereits mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Satzungs\u00c3\u00a4nderungsbeschluss gefasst wurde. Die Frist kann dann ablaufen, bevor das FA durch die Registereintragung von der \u00c3\u201enderung der Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung Kenntnis erlangen kann. Zwar besteht gem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178 \u00c2\u00a7 54 Abs. 1 GmbHG die Pflicht, die Satzungs\u00c3\u00a4nderung zur Eintragung im Handelsregister anzumelden. Die Erf\u00c3\u00bcllung dieser Pflicht kann aber nicht durch Zwangsgelder durchgesetzt werden (\u00c2\u00a7 79 Abs. 2 GmbHG; anders beim eingetragenen Verein, s. \u00c2\u00a7 78 Abs. 1 BGB). W\u00c3\u00a4re die Rechtsansicht der Kl\u00c3\u00a4gerin zutreffend, k\u00c3\u00b6nnte eine GmbH die Rechtsfolge des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 AO 1977 dadurch vermeiden, dass sie &#8211; ohne die Festsetzung von Zwangsgeldern f\u00c3\u00bcrchten zu m\u00c3\u00bcssen &#8211; die Anmeldung der Satzungs\u00c3\u00a4nderung so lange verz\u00c3\u00b6gert, bis die Festsetzungsfrist abgelaufen ist.<\/p>\n<p>5. Bei Erlass der angefochtenen Bescheide war die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen. Sie betrug vier Jahre (\u00c2\u00a7 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO 1977) und begann, da die Satzungs\u00c3\u00a4nderung erst 1993 in das Handelsregister eingetragen wurde, mit Ablauf dieses Jahres. Das FA erlie\u00c3\u0178 die angefochtenen Bescheide 1997 und somit innerhalb der Frist.<\/p>\n<p>Fehler des FA hinsichtlich der H\u00c3\u00b6he der festgesetzten Steuern und Steuermessbetr\u00c3\u00a4ge sind nicht ersichtlich und hat die Kl\u00c3\u00a4gerin auch nicht geltend gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 25.4.2001 (I R 22\/00) BStBl. 2001 II S. 518 1. Ge\u00c3\u00a4ndert i.S. des \u00c2\u00a7 61 Abs. 3 Satz 1 AO 1977 ist die Bestimmung \u00c3\u00bcber die Verm\u00c3\u00b6gensbindung in der Satzung einer GmbH oder eines eingetragenen Vereins erst dann, wenn das \u00c3\u201enderungsverfahren durch die Eintragung der Satzungs\u00c3\u00a4nderung im Handels- bzw. 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