{"id":45359,"date":"2001-01-25T11:17:47","date_gmt":"2001-01-25T09:17:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=45358"},"modified":"2013-06-20T11:18:42","modified_gmt":"2013-06-20T09:18:42","slug":"bfh-urteil-vom-25-1-2001-ix-r-27_97-bstbl-2001-ii-s-573","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-25-1-2001-ix-r-27_97-bstbl-2001-ii-s-573\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 25.1.2001 (IX R 27\/97)     BStBl. 2001 II S. 573"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 25.1.2001 (IX R 27\/97) BStBl. 2001 II S. 573<\/strong><\/p>\n<p>1. Wird ein Darlehensbetrag dem Konto des Steuerpflichtigen gutgeschrieben und am selben Tag f\u00fcr eine Anlage als Festgeld wieder abgebucht, so ist &#8211; unabh\u00e4ngig vom Saldo des Kontos &#8211; aufgrund der betragsm\u00e4\u00dfigen \u00dcbereinstimmung des gutgeschriebenen und des abgebuchten Betrages und des engen zeitlichen Zusammenhangs erwiesen, dass der Darlehensbetrag zur Anlage als Festgeld verwendet worden ist.<\/p>\n<p>2. Unterl\u00e4sst es der Steuerpflichtige, einen urspr\u00fcnglich f\u00fcr allgemeine betriebliche Zwecke aufgenommenen Kredit nach der Aufgabe seines Betriebes mit Hilfe der Ver\u00e4u\u00dferung des fr\u00fcheren Betriebsgrundst\u00fccks zu tilgen, um dieses nunmehr zu vermieten, und l\u00f6st er deshalb die betrieblichen Verbindlichkeiten durch ein neues Darlehen ab, so sind die Schuldzinsen f\u00fcr das neue Darlehen als Werbungskosten bei seinen Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar (Anschluss an BFH-Urteil vom 19. August 1998 X R 96\/95, BFHE 187, 21, BStBl II 1999, 353).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>EStG \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1, \u00a7 20, \u00a7 21 Abs. 1 Nr. 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Baden-W\u00fcrttemberg (EFG 1997, 1015)<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) werden als Eheleute zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Sie bewohnen ein Einfamilienhaus, das ihnen je zur H\u00e4lfte geh\u00f6rt. Der Kl\u00e4ger ist au\u00dferdem Alleineigent\u00fcmer eines Betriebsgrundst\u00fccks, auf dem er eine Druckerei betrieb. Zum 30. Juni 1986 ver\u00e4u\u00dferte er seinen Betrieb unter Zur\u00fcckbehaltung (Entnahme) des Betriebsgrundst\u00fccks, das mit noch valutierten Grundschulden in H\u00f6he von insgesamt 129.270,25 DM belastet war. Zu diesem Zeitpunkt war das Einfamilienhaus mit einer noch valutierten Grundschuld von 290.000 DM belastet. Am gleichen Tag nahm der Kl\u00e4ger ein neues Darlehen \u00fcber 268.000 DM auf. Der Auszahlungsbetrag von 250.580 DM (93,5 v.H. des Darlehens) und der Kaufpreis f\u00fcr den Druckereibetrieb (350.000 DM + Umsatzsteuer 49.000 DM) flossen auf ein f\u00fcr die Betriebsver\u00e4u\u00dferung eingerichtetes gesondertes Konto. Von dort wurden diese Mittel (insgesamt 649.580 DM) nach der Aufstellung des Finanzgerichts (FG) unter anderem wie folgt verwendet:<\/p>\n<table width=\"498\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">Betriebliche Schulden<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\"> Grundschulden<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\">\n<p align=\"RIGHT\">129.270,25 DM<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">Bankschulden<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\">\n<p align=\"RIGHT\">151.000,00 DM<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"32%\">\n<p align=\"RIGHT\">280.270,25 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">Private Schulden<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">(Wohnhaus)<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\">\n<p align=\"RIGHT\">290.000,00 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">Umsatzsteuer<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\">\n<p align=\"RIGHT\">49.000,00 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">Anschaffung eines Pkw<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\">\n<p align=\"RIGHT\">22.119,60 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\">\n<p align=\"RIGHT\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">Restguthaben aus<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\"> Verkaufserl\u00f6se und<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"40%\"><span style=\"color: #7f0000; font-family: Arial; font-size: small;\">Darlehen<\/span><\/td>\n<td width=\"28%\"><\/td>\n<td width=\"32%\">\n<p align=\"RIGHT\">8.190,15 DM<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Nach der vom FG in Bezug genommenen Aufstellung \u00fcber die Kontobewegungen wurde dem Kl\u00e4ger, nachdem er von diesem Konto die betrieblichen und privaten Schulden sowie den angeschafften PKW bezahlt hatte, am 18. August 1986 die letzte Darlehensrate von 55.380 DM gutgeschrieben; am selben Tag wurde derselbe Betrag in zwei Teilbetr\u00e4gen (20.380 DM und 35.000 DM) als &#8222;Festgeld&#8220; abgebucht.<\/p>\n<p>Das zur\u00fcckbehaltene ehemalige Betriebsgrundst\u00fcck vermietete der Kl\u00e4ger und machte die f\u00fcr das neu aufgenommene Darlehen im Jahre 1987 (Streitjahr) entstandenen Schuldzinsen von 13.400 DM vergeblich als Werbungskosten bei seinen Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung geltend.<\/p>\n<p>Das FG wies die Klage ab (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211; EFG &#8211; 1997, 1015).<\/p>\n<p>Mit der Revision r\u00fcgen die Kl\u00e4ger Verletzung materiellen Rechts. Es m\u00fcsse dem Steuerpflichtigen \u00fcberlassen bleiben, sein Geld nach Belieben einzusetzen. F\u00fcr die tats\u00e4chliche Verwendung des Geldes sei die Disposition und die teleologische Zuordnung durch den Steuerpflichtigen ma\u00dfgebend. Der tats\u00e4chliche Zusammenhang zwischen dem vom Kl\u00e4ger aus der Ver\u00e4u\u00dferung seines Betriebes erzielten Erl\u00f6s und der Tilgung der privaten Schulden ergebe sich daraus, dass bei den Dispositionen anl\u00e4sslich der Betriebsaufgabe auch der private Kredit getilgt worden sei.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger beantragen, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 1987 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29. Oktober 1991 dahin abzu\u00e4ndern, dass bei den Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung Schuldzinsen von 13.400 DM als Werbungskosten abgezogen werden.<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211; FA -) beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet. Gem\u00e4\u00df \u00a7 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Vorentscheidung aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur\u00fcckzuverweisen.<\/p>\n<p>1. Allerdings hat das FG die strittigen Schuldzinsen zu Recht nicht als nachtr\u00e4gliche Betriebsausgaben abgezogen, weil der vom Kl\u00e4ger bei der Ver\u00e4u\u00dferung seines Betriebs erzielte Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s ausgereicht h\u00e4tte, die betrieblichen Schulden zu tilgen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 7. Juli 1998 VIII R 5\/96, BFHE 186, 526, BStBl II 1999, 209, m.w.N.). Dagegen wendet sich die Revision auch nicht.<\/p>\n<p>2. Die Vorentscheidung verst\u00f6\u00dft jedoch gegen \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Das FG hat nicht gepr\u00fcft, ob die vom Kl\u00e4ger geleisteten Schuldzinsen zum Teil als Werbungskosten bei der Ermittlung seiner Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen (\u00a7 20 EStG) abziehbar sind, und nicht ber\u00fccksichtigt, dass ein weiterer Teil der Schuldzinsen jedenfalls als Werbungskosten bei den Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung (\u00a7 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG) abzuziehen ist.<\/p>\n<p>a) Nach \u00a7 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG sind Schuldzinsen als Werbungskosten abziehbar, soweit sie mit einer bestimmten Einkunftsart in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Ein solcher wirtschaftlicher Zusammenhang ist dann gegeben, wenn die Schuldzinsen f\u00fcr eine Verbindlichkeit geleistet worden sind, die durch die Eink\u00fcnfteerzielung veranlasst ist. Diese Voraussetzung ist erf\u00fcllt, wenn und soweit das Darlehen tats\u00e4chlich zum Erzielen von Eink\u00fcnften verwendet worden ist (z.B. Beschl\u00fcsse des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 2-3\/88, BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817, unter C. II. 2., und vom 8. Dezember 1997 GrS 1-2\/95, BFHE 184, 7, BStBl II 1998, 193, unter B. I. 1. und 2.; BFH-Urteile vom 2. August 1994 IX R 21\/91, BFH\/NV 1995, 203; vom 29. Juli 1997 IX R 89\/94, BFHE 184, 80, BStBl II 1997, 772; vom 27. Oktober 1998 IX R 44\/95, BFHE 187, 276, BStBl II 1999, 676). Der wirtschaftliche Zusammenhang kann nicht durch eine blo\u00dfe gedankliche Zuweisung des Steuerpflichtigen begr\u00fcndet werden (BFH-Urteile vom 19. August 1998 X R 96\/95, BFHE 187, 21, BStBl II 1999, 353; in BFHE 187, 276, BStBl II 1999, 676). Unerheblich ist andererseits aber auch, ob und weshalb der Steuerpflichtige vorhandene Eigenmittel nicht zum Bestreiten der mit Darlehen finanzierten Aufwendungen eingesetzt hat. Er ist frei, wie er Fremd- und Eigenmittel verwendet; seine tats\u00e4chlich durchgef\u00fchrte Entscheidung ist der Besteuerung zugrunde zu legen (vgl. dazu z.B. Beschluss in BFHE 184, 7, BStBl II 1998, 193, unter B. I. 2.; Urteil in BFHE 187, 276, BStBl II 1999, 676).<\/p>\n<p>b) Nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben kommt der Abzug eines Teils der strittigen Zinsen als Werbungskosten des Kl\u00e4gers bei seinen Eink\u00fcnften aus Kapitalverm\u00f6gen (\u00a7 20 EStG) in Betracht.<\/p>\n<p>aa) Nach der Aufstellung des Kl\u00e4gers \u00fcber die Kontenbewegungen ist die letzte Rate (55.380 DM) des neu aufgenommenen Darlehens erst auf das Konto geflossen, nachdem s\u00e4mtliche fr\u00fcheren (privaten und betrieblichen) Darlehensverbindlichkeiten beglichen und auch der angeschaffte PKW bezahlt war. Die letzte Darlehensrate wurde mithin zur Tilgung oder Umschuldung der fr\u00fcheren (privaten und betrieblichen) Darlehen anl\u00e4sslich der Betriebsver\u00e4u\u00dferung nicht mehr ben\u00f6tigt. Am Tag des Zuflusses dieser letzten Darlehensrate (18. August 1986) sind von dem Konto zwei Betr\u00e4ge zur Anlage als &#8222;Festgeld&#8220; ausgezahlt worden, die zusammen (20.380 DM + 35.000 DM) dem Betrag der letzten Darlehensrate entsprechen. Wenn die \u00dcberweisungsvorg\u00e4nge tats\u00e4chlich so abgewickelt worden sind &#8211; was das FG nicht gepr\u00fcft hat -, dann w\u00e4re damit die tats\u00e4chliche Verwendung des Darlehensbetrags von 55.380 DM f\u00fcr die Anlage als Festgeld nachgewiesen. Dem steht nicht entgegen, dass vor den Buchungen am 18. August 1986 bereits ein Restsaldo auf dem Konto vorhanden war und am selben Tag au\u00dferdem noch Mieteinnahmen auf das Konto geflossen sind. Die betragsm\u00e4\u00dfige \u00dcbereinstimmung der auf dem Konto gutgeschriebenen Darlehensvaluta mit den dem Konto belasteten Festgeldern und der enge zeitliche Zusammenhang (Gutschrift und Lastschrift am selben Tag) erweisen, dass der Darlehensbetrag lediglich durch das Konto durchgeleitet und tats\u00e4chlich zur Anlage als Festgeld verwendet worden ist.<\/p>\n<p>bb) Da das FG dies unber\u00fccksichtigt gelassen hat, ist die Vorentscheidung schon aus diesem Grund aufzuheben.<\/p>\n<p>Die Sache ist insoweit schon deshalb nicht spruchreif, weil das FG keine Feststellungen dazu getroffen hat, ob die Aufstellung des Kl\u00e4gers die Kontobewegungen zutreffend wiedergibt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem kann der Kl\u00e4ger die Schuldzinsen, die auf die letzte Rate des von ihm im eigenen Namen aufgenommenen Darlehens entfallen, nur als Werbungskosten bei seinen Kapitaleink\u00fcnften abziehen, soweit er allein diese Eink\u00fcnfte erzielt. Sollten die aus der letzten Darlehensrate finanzierten Festgelder hingegen (teilweise) der Kl\u00e4gerin zuzurechnen sein, w\u00e4ren die vom Kl\u00e4ger daf\u00fcr geleisteten Schuldzinsen insoweit als nicht abziehbarer Drittaufwand zu beurteilen (vgl. Beschl\u00fcsse des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 23. August 1999 GrS 1\/97, BFHE 189, 151, BStBl II 1999, 778, und GrS 2\/97, BFHE 189, 160, BStBl II 1999, 782; BFH-Urteile vom 2. Dezember 1999 IX R 45\/95, BFHE 191, 24, BStBl II 2000, 310, und IX R 21\/96, BFHE 191, 28, BStBl II 2000, 312; vom 24. Februar 2000 IV R 75\/98, BFHE 191, 301, BStBl II 2000, 314). In diesem Punkt ist der Sachverhalt ebenfalls unklar, weil nach der Steuererkl\u00e4rung beide Eheleute Eink\u00fcnfte aus Kapitalverm\u00f6gen erzielt haben und die letzte Darlehensrate in zwei Festgeldbetr\u00e4ge aufgeteilt worden ist.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich setzt der Werbungskostenabzug eines Teils der Schuldzinsen bei den Eink\u00fcnften aus Kapitalverm\u00f6gen im Streitjahr 1987 voraus, dass der f\u00fcr Festgelder des Kl\u00e4gers eingesetzte Darlehensbetrag auch noch in diesem Jahr zur Erzielung von Eink\u00fcnften dieser Einkunftsart gedient hat.<\/p>\n<p>Die Sache geht daher an das FG zur\u00fcck, damit es aufkl\u00e4rt, inwieweit die strittigen Schuldzinsen im Streitjahr 1987 mit Eink\u00fcnften des Kl\u00e4gers aus Kapitalverm\u00f6gen in Zusammenhang gestanden haben. Sollte der Kl\u00e4ger durch die &#8211; von ihm nicht zu vertretende &#8211; Verfahrensdauer im zweiten Rechtszug insoweit in Beweisnot geraten, darf ihm dies im Rahmen der Beweisw\u00fcrdigung nicht angelastet werden. Vielmehr sind die Regeln einer strengen \u00dcberzeugungsbildung (\u00a7 96 Abs. 1 Satz 1 FGO) angemessen abzumildern (vgl. BFH-Urteil vom 23. Februar 1999 IX R 19\/98, BFHE 188, 264, BStBl II 1999, 407).<\/p>\n<p>c) Das FG hat ferner zu Unrecht den Abzug eines anderen Teils der strittigen Schuldzinsen als Werbungskosten des Kl\u00e4gers bei der Ermittlung seiner Eink\u00fcnfte aus der Vermietung des ehemaligen Betriebsgrundst\u00fccks (\u00a7 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG) versagt.<\/p>\n<p>aa) Unterl\u00e4sst es der Steuerpflichtige, einen urspr\u00fcnglich f\u00fcr allgemeine betriebliche Zwecke aufgenommenen Kredit nach der Aufgabe seines Betriebes mit Hilfe der Ver\u00e4u\u00dferung des fr\u00fcheren Betriebsgrundst\u00fccks zu tilgen, um dieses nunmehr verm\u00f6gensverwaltend zu vermieten, und l\u00f6st er deshalb die betrieblichen Verbindlichkeiten durch ein neues Darlehen ab, so sind die Schuldzinsen f\u00fcr das neue Darlehen als Werbungskosten bei seinen Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar. Der nachweislich verwirklichte Entschluss, das ehemalige Betriebsgrundst\u00fcck in das Privatverm\u00f6gen zu \u00fcberf\u00fchren und zur Erzielung von Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung einzusetzen, steht einer neuen Anlageentscheidung gleich. In H\u00f6he des Grundst\u00fcckswerts steht der neue Kredit in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit diesen neuen Eink\u00fcnften, zu deren Erzielung das Wirtschaftsgut nunmehr verwendet wird (vgl. BFH-Urteil vom 1. Oktober 1996 VIII R 68\/94, BFHE 182, 312, BStBl II 1997, 454, unter II. 2. a; ferner BFH-Urteil in BFHE 187, 21, BStBl II 1999, 353 zur Fortf\u00fchrung einer ehemaligen Betriebsschuld im Privatverm\u00f6gen).<\/p>\n<p>bb) Werden Darlehensmittel lediglich teilweise zur Eink\u00fcnfteerzielung verwandt, so sind die f\u00fcr den Kredit entrichteten Zinsen nur anteilig als Werbungskosten abziehbar (z.B. BFH-Beschluss in BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817, unter C. II. 3. d, m.w.N.; BFH-Urteil in BFHE 187, 276, BStBl II 1999, 676).<\/p>\n<p>Dies gilt auch, wenn verschiedene Darlehen, die teils privaten Zwecken, teils zur Eink\u00fcnfteerzielung gedient haben, durch Eigenmittel (im Streitfall: Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s) und ein neues Darlehen abgel\u00f6st werden. Dieses neue Darlehen ist entsprechend den Anteilen der abgel\u00f6sten (f\u00fcr private Zwecke und zur Eink\u00fcnfteerzielung verwendeten) Darlehen aufzuteilen (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817, 824; BFH-Urteile vom 15. November 1990 IV R 97\/82, BFHE 162, 557, BStBl II 1991, 226; vom 7. November 1991 IV R 57\/90, BFHE 165, 545, BStBl II 1992, 141; in BFH\/NV 1995, 203).<\/p>\n<p>cc) Nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben sind die dem Kl\u00e4ger entstandenen Schuldzinsen f\u00fcr das anl\u00e4sslich der Betriebsver\u00e4u\u00dferung aufgenommene neue Darlehen nur teilweise als Werbungskosten bei seinen Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger hat das neu aufgenommene Darlehen nicht tats\u00e4chlich gesondert zur Tilgung der betrieblichen Schulden und den Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s nicht tats\u00e4chlich gesondert zur Tilgung der privaten Schulden verwendet, was durch getrennte Zahlungen \u00fcber verschiedene Konten m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Vielmehr hat er die Darlehensvaluta und den Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s auf dasselbe Konto geleitet und von dort sowohl betriebliche als auch private Schulden getilgt und sonstige Aufwendungen geleistet. Damit hat er die Einzahlungs- und Auszahlungsbetr\u00e4ge so vermischt, dass eine gesonderte Zuordnung anhand der tats\u00e4chlichen Verwendung nicht m\u00f6glich ist (mit Ausnahme der f\u00fcr die &#8222;Festgeld&#8220;-Betr\u00e4ge eingesetzten letzten Darlehensrate, dazu oben II. 2. b aa).<\/p>\n<p>Die strittigen Schuldzinsen sind danach bei den Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung nur anteilig wie folgt zu ber\u00fccksichtigen:<\/p>\n<p>Nach den Feststellungen des FG stehen den privaten Schulden und den Aufwendungen f\u00fcr die Anschaffung des PKW (insgesamt 312.119,60 DM) ehemalige betriebliche Schulden von 280.270,25 DM gegen\u00fcber. Die ehemaligen betrieblichen Schulden umfassen mithin 47 v.H. der gesamten Aufwendungen. Zur Finanzierung dieser Aufwendungen sind unter anderem der Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s und die ausgezahlte Darlehensvaluta abz\u00fcglich der letzten f\u00fcr die &#8222;Festgeld&#8220;-Betr\u00e4ge eingesetzten Rate (250.580 DM .\/. 55.380 DM = 195.200 DM) herangezogen worden, ohne dass dadurch das Verh\u00e4ltnis der abziehbaren zu den nicht abziehbaren Schuldzinsen ver\u00e4ndert wird. Die auf den Anteil der Darlehensvaluta von 195.200 DM entfallenden Schuldzinsen sind zu 47 v.H. als Werbungskosten des Kl\u00e4gers bei seinen Eink\u00fcnften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 25.1.2001 (IX R 27\/97) BStBl. 2001 II S. 573 1. Wird ein Darlehensbetrag dem Konto des Steuerpflichtigen gutgeschrieben und am selben Tag f\u00fcr eine Anlage als Festgeld wieder abgebucht, so ist &#8211; unabh\u00e4ngig vom Saldo des Kontos &#8211; aufgrund der betragsm\u00e4\u00dfigen \u00dcbereinstimmung des gutgeschriebenen und des abgebuchten Betrages und des engen zeitlichen Zusammenhangs &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-25-1-2001-ix-r-27_97-bstbl-2001-ii-s-573\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom 25.1.2001 (IX R 27\/97)     BStBl. 2001 II S. 573<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-45359","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=45359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/45359\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=45359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}