{"id":46279,"date":"2013-06-07T11:21:37","date_gmt":"2013-06-07T09:21:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=46279"},"modified":"2013-06-07T11:21:37","modified_gmt":"2013-06-07T09:21:37","slug":"ix-r-13-12-einkuenfteerzielung-bei-mietvertragsuebernahme-keine-zurechnung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-des-rechtsvorgaengers-beim-erwerber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-13-12-einkuenfteerzielung-bei-mietvertragsuebernahme-keine-zurechnung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-des-rechtsvorgaengers-beim-erwerber\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;13\/12 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielung bei Mietvertrags&uuml;bernahme &#8211; Keine Zurechnung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Rechtsvorg&auml;ngers beim Erwerber"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.1.2013, IX R 13\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nfteerzielung bei Mietvertrags&uuml;bernahme &#8211; Keine Zurechnung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Rechtsvorg&auml;ngers beim Erwerber<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Tritt der Erwerber eines Mietobjekts in einen bestehenden Mietvertrag ein, so wird seine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auf der Grundlage der Auslegung dieses Mietvertrags durch den Umgang des Erwerbers mit ihm, insbesondere auch mit einer noch laufenden Befristung und\/oder Eigenbedarfsklausel, indiziert.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) es zu Recht wegen fehlender Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht abgelehnt hat, von den Kl&auml;gern und Revisionskl&auml;gern (Kl&auml;ger) geltend gemachte Verluste aus Vermietung und Verpachtung (&sect;&nbsp;21 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) f&uuml;r die Streitjahre 2006 und 2007 anzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger &#8211;zur Einkommensteuer zusammenveranlagte Ehegatten&#8211; erzielten in den Streitjahren Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit. Sie hatten im April 2006 von der Gro&szlig;mutter der Kl&auml;gerin zu gleichen Bruchteilen f&uuml;r einen Kaufpreis von 375.000&nbsp;EUR das Eigentum an einem mit einer Doppelhaush&auml;lfte bebauten Grundst&uuml;ck erworben. Dabei wurde ein durch Mietvertrag vom Juli 2004 zwischen der Gro&szlig;mutter (als Vermieterin) und den Eheleuten E (als Mieter) begr&uuml;ndetes Mietverh&auml;ltnis, das am 1.&nbsp;September 2004 begonnen hatte und am 31.&nbsp;August 2009 enden sollte, &uuml;bernommen. Als Begr&uuml;ndung f&uuml;r diese Befristung sah der Mietvertrag den vorformulierten, von den Vertragsparteien durch Ankreuzen zum Regelungsinhalt gemachten Text vor, dass der Vermieter die R&auml;ume nach Ablauf der Mietzeit als Wohnung f&uuml;r sich, seine Familienangeh&ouml;rigen oder Angeh&ouml;rige seines Haushalts ben&ouml;tige. Konkretisiert war diese Vertragsklausel durch folgenden handschriftlichen Zusatz: &quot;Das Mietverh&auml;ltnis wird auf 5&nbsp;Jahre beschr&auml;nkt, weil nach Ablauf dieser Zeit eine der beiden T&ouml;chter oder eines der Enkelkinder das Haus in Eigenbedarf f&uuml;r sich und seine Familie nutzen wird. Anderweitiger Ersatzwohnraum steht f&uuml;r die Person nicht zur Verf&uuml;gung, so dass diese nach Ablauf der Mietzeit zwingend auf die Nutzung des Mietobjekts angewiesen sein wird.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger zogen schon im Oktober 2008 von ihrer bisherigen Mietwohnung in ihre von den Mietern zu diesem Zeitpunkt bereits ger&auml;umte Doppelhaush&auml;lfte um.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 2006 und 2007 (Streitjahre) machten die Kl&auml;ger aus der Vermietung des Grundst&uuml;cks einen Verlust f&uuml;r 2006 in H&ouml;he von 25.565&nbsp;EUR (12.250&nbsp;EUR Einnahmen, 37.815&nbsp;EUR Werbungskosten) und f&uuml;r 2007 in H&ouml;he von 3.039&nbsp;EUR (23.850&nbsp;EUR Einnahmen, 26.889&nbsp;EUR Werbungskosten) geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter weitgehender Zugrundelegung der Angaben in den Steuererkl&auml;rungen setzte das FA die Einkommensteuer auf 17.826&nbsp;EUR (2006) und auf 27.842&nbsp;EUR (2007) fest. Dabei lie&szlig; es in beiden Jahren die geltend gemachten Verluste aus der Grundst&uuml;cksvermietung au&szlig;er Acht; denn nach dem Inhalt des Mietvertrags bestehe keine langfristige Vermietungsabsicht, sondern es sei ab 2009 die Eigennutzung der Immobilie geplant gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlaufe des Verfahrens &uuml;ber die hiergegen eingelegten Einspr&uuml;che erlie&szlig; das FA f&uuml;r beide Streitjahre ge&auml;nderte Bescheide, mit denen es &#8211;wegen hier nicht mehr relevanter anderer Streitpunkte&#8211; die Einkommensteuer f&uuml;r 2006 auf 17.267&nbsp;EUR und f&uuml;r 2007 auf 26.708&nbsp;EUR verminderte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) entschied: Im Streitfall habe sich der Senat nicht die erforderliche &Uuml;berzeugung davon verschaffen k&ouml;nnen, dass die Kl&auml;ger in den Streitjahren (noch) die Absicht hatten, auf Dauer Eink&uuml;nfte aus der Vermietung des Objekts zu erzielen. Dabei komme bereits der unstreitigen Tatsache, dass der zugrunde liegende Mietvertrag nicht nur zeitlich befristet gewesen sei, sondern dass er eine Selbstnutzungsklausel zugunsten der Kl&auml;gerin enthalten habe, eine erhebliche Indizwirkung zu. Diese werde entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger auch nicht dadurch entkr&auml;ftet, dass sie als K&auml;ufer des Objekts den von der Voreigent&uuml;merin abgeschlossenen Mietvertrag lediglich &uuml;bernommen h&auml;tten. Denn die Kl&auml;ger h&auml;tten nach ihrem Eintritt in das laufende Mietverh&auml;ltnis in keiner Weise zu erkennen gegeben, dass ihnen daran gelegen gewesen sei, die Immobilie &uuml;ber das Ende der befristeten Mietzeit hinaus dauerhaft zu vermieten, zumal die damaligen Mieter schon in den Monaten Juni und Juli 2006 mit ihren Mietzinszahlungen in Verzug geraten seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem seien die Kl&auml;ger kurz nach Beendigung der Streitjahre und noch vor Ablauf der Mietzeit &#8211;im Oktober 2008&#8211; tats&auml;chlich selbst in das Objekt eingezogen und h&auml;tten sich damit genau so verhalten, wie es die Selbstnutzungsklausel vorgesehen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger, mit der diese die Verletzung materiellen Rechts r&uuml;gen. Das FG unterstelle zu Unrecht eine konkret zugunsten der Kl&auml;ger ausgestaltete Selbstnutzungsklausel. Das FG setze sich nicht mit der entscheidenden Frage auseinander, ob &sect;&nbsp;566 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) dazu f&uuml;hre, dass demjenigen, der in einen zeitlich befristeten und mit einer Selbstnutzungsklausel versehenen Mietvertrag eintrete, generell die &Uuml;berschusserzielungsabsicht und damit die Anerkennung der Verluste aus Vermietung verwehrt bleibe. Das w&uuml;rde indes zu einer Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber denjenigen F&auml;llen f&uuml;hren, in denen ein K&auml;ufer (gl&uuml;cklicherweise) in einen unbefristeten Mietvertrag eintrete. In vielen F&auml;llen m&ouml;ge eine Heilung der zeitlichen Befristung, die in Kombination mit einer Selbstnutzungsklausel zur Aberkennung der &Uuml;berschusserzielungsabsicht f&uuml;hre, zudem m&ouml;glich sein, indem der urspr&uuml;ngliche Mietvertrag verl&auml;ngert oder die Vermietungsabsicht durch die Vermietung an einen neuen Mieter best&auml;tigt werde. Die Besonderheit der vorliegenden Fallgestaltung bestehe jedoch darin, dass die Mieter die Mietzahlung eingestellt h&auml;tten und die Vermieter zun&auml;chst eine R&auml;umungsklage anstrengen mussten, um &uuml;berhaupt die Voraussetzung daf&uuml;r schaffen zu k&ouml;nnen, dass das Objekt weitervermietet werden konnte. Diesen Umstand habe der Senat nicht ber&uuml;cksichtigt. Zudem sei schl&uuml;ssig vorgetragen worden, dass aufgrund der ausgebliebenen Mietzahlungen und der geringen Liquidit&auml;t der Kl&auml;ger diese gen&ouml;tigt gewesen seien, in das Objekt selbst einzuziehen. Der Entschluss zur Selbstnutzung, soweit der schl&uuml;ssige Kl&auml;gervortrag, sei folglich erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt entstanden und habe zu Beginn der Vermietung vorgelegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/><\/br>das Urteil des FG aufzuheben und die Einkommensteuerbescheide 2006 und 2007 dahingehend zu &auml;ndern, dass die geltend gemachten Verluste der Kl&auml;ger aus Vermietung ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob im Einzelfall Indizien gegen eine auf Dauer angelegte Vermietungst&auml;tigkeit spr&auml;chen, sei eine Frage der Tatsachenfeststellung und Beweisw&uuml;rdigung, die dem FG obliege. Die Gesamtw&uuml;rdigung des FG sei m&ouml;glich und zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;566 BGB entstehe mit Eigentums&uuml;bergang ein neues Mietverh&auml;ltnis zwischen dem Erwerber des Grundst&uuml;cks und dem Mieter, und zwar mit demselben Inhalt, den es zuvor mit dem Ver&auml;u&szlig;erer gehabt habe. Damit sei es f&uuml;r die Beurteilung der fehlenden Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht unerheblich, dass die Kl&auml;ger auf die inhaltliche Gestaltung des Mietvertrags keinen Einfluss gehabt h&auml;tten. Zudem sei den Kl&auml;gern das bestehende Mietverh&auml;ltnis bei Kauf bekannt gewesen und von ihnen im notariellen Kaufvertrag vom April 2006 sogar ausdr&uuml;cklich &uuml;bernommen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Im Ergebnis zutreffend hat das FG die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht der Kl&auml;ger verneint und ihre Verluste nicht im Rahmen der Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Nach dem Regelungszweck des &sect;&nbsp;21 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG ist nur bei einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich und typisierend &#8211;wenn also keine besonderen Umst&auml;nde dagegen sprechen&#8211; davon auszugehen, dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, letztlich einen Einnahmen&uuml;berschuss zu erwirtschaften, auch wenn sich &uuml;ber l&auml;ngere Zeitr&auml;ume Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse ergeben (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10.&nbsp;Mai 2007 IX&nbsp;R&nbsp;7\/07, BFHE 218, 160, BStBl II 2007, 873, und vom 19.&nbsp;April 2005 IX&nbsp;R&nbsp;15\/04, BFHE 210, 24, BStBl II 2005, 754, m.w.N. insbesondere zu Ausnahmef&auml;llen). Von einer auf Dauer ausgerichteten Vermietung ist nur auszugehen, wenn sie nach den bei ihrem Beginn ersichtlichen Umst&auml;nden keiner Befristung unterliegt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;R&nbsp;57\/00, BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695, und vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2007 IX&nbsp;R&nbsp;7\/06, BFH\/NV 2007, 1847; vom 20.&nbsp;Januar 2009 IX&nbsp;R&nbsp;49\/07, BFH\/NV 2009, 757). Zwar folgt aus einem auf eine bestimmte Zeit eingegangenen Mietvertrag allein noch nicht eine (steuerrechtlich bedeutsame) Befristung der Vermietungst&auml;tigkeit (BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Dezember 2004 IX&nbsp;R&nbsp;1\/04, BFHE 208, 235, BStBl II 2005, 211). So kann eine Vermietungst&auml;tigkeit auch dann auf Dauer angelegt sein, wenn der urspr&uuml;ngliche Vertrag &#8211;konkludent&#8211; verl&auml;ngert werden soll. Es m&uuml;ssen aber stets Umst&auml;nde hinzutreten, die zusammen mit dem Abschluss des Vertrags auf eine bestimmte Zeit den Schluss rechtfertigen, der Vermieter habe seine T&auml;tigkeit auf Dauer ausgerichtet (BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1847). Deshalb hat der BFH als Indiz gegen die Absicht einer auf Dauer angelegten Vermietungst&auml;tigkeit nicht allein auf die Befristung des Vertrags abgestellt, sondern entscheidend auf den Umstand, dass bereits im Mietvertrag die Befristung mit einer ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rten Selbstnutzungsabsicht (BFH-Urteil in BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695) oder Verkaufsabsicht (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Dezember 2001 IX&nbsp;R&nbsp;70\/98, BFH\/NV 2002, 635) verkn&uuml;pft wird. F&uuml;r eine auf Dauer angelegte Vermietungst&auml;tigkeit spricht vor allem, dass sich der Steuerpflichtige tats&auml;chlich so verh&auml;lt und seine Wohnung nach Ablauf der ausbedungenen Mietzeit wiederum vermietet oder den befristeten Vertrag verl&auml;ngert (vgl. zur Ber&uuml;cksichtigung sp&auml;terer Umst&auml;nde BFH-Urteil vom 28.&nbsp;Juni 2002 IX&nbsp;R&nbsp;68\/99, BFHE 199, 380, BStBl II 2002, 699).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein gegen den Entschluss, auf Dauer zu vermieten, sprechendes Indiz liegt aber vor, wenn der Steuerpflichtige ein bebautes Grundst&uuml;ck innerhalb eines engen zeitlichen Zusammenhangs &#8211;von in der Regel bis zu f&uuml;nf Jahren&#8211; seit der Anschaffung oder Herstellung wieder ver&auml;u&szlig;ert (BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Juli 2002 IX&nbsp;R&nbsp;47\/99, BFHE 199, 417, BStBl II 2003, 580; vom 18.&nbsp;Januar 2006 IX&nbsp;R&nbsp;18\/04, BFH\/NV 2006, 1078). Einer derartigen Ver&auml;u&szlig;erung ist eine von Beginn an beabsichtigte Eigennutzung im Anschluss an eine kurzfristige Vermietung gleichzustellen (Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;21 Rz&nbsp;14). Eine im Hinblick auf eine, von vornherein geplante und durchgef&uuml;hrte Eigennutzung nur kurzfristige Fremdvermietung, w&auml;hrend derer lediglich Werbungskosten&uuml;bersch&uuml;sse erzielt werden, spricht gegen eine auf Dauer angelegte Vermietungst&auml;tigkeit mit Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht (BFH-Urteile in BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695, und in BFH\/NV 2007, 1847).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ob ein Gesamt&uuml;berschuss zu erzielen ist, ergibt sich aus einer den Zeitraum der tats&auml;chlichen Verm&ouml;gensnutzung umfassenden Total&uuml;berschussprognose (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;November 2001 IX&nbsp;R&nbsp;97\/00, BFHE 197, 151, BStBl II 2002, 726, unter II.2.). Die objektive Beweislast (Feststellungslast) f&uuml;r das Vorliegen der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht tr&auml;gt im Zweifel der Steuerpflichtige. Er kann das gegen die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht sprechende Beweisanzeichen ersch&uuml;ttern, indem er Umst&auml;nde darlegt und nachweist, die daf&uuml;r sprechen, dass er den Entschluss zur Ver&auml;u&szlig;erung erst nachtr&auml;glich gefasst hat. Ob im Einzelfall Indizien gegen die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht sprechen, ist eine Frage der Tatsachenfeststellung und Beweisw&uuml;rdigung, die dem FG obliegt. Das FG hat alle feststehenden Indizien in eine Gesamtw&uuml;rdigung einzubeziehen (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO); diese ist nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO f&uuml;r das Revisionsgericht bindend, wenn sie verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen ist und nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t. Die Gesamtw&uuml;rdigung durch das FG hat schon dann revisionsrechtlich Bestand, wenn sie zwar nicht zwingend, aber m&ouml;glich ist (BFH-Urteil in BFHE 199, 422, BStBl II 2003, 695, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ma&szlig;geblich ist die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des jeweiligen Steuerpflichtigen, der den Handlungstatbestand der Vermietung i.S. von &sect;&nbsp;21 EStG verwirklicht. F&uuml;r eine Zurechnung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht seines Rechtsvorg&auml;ngers, von dem er das Vermietungsobjekt entgeltlich erworben hat, fehlt jegliche Rechtsgrundlage. Aus &sect;&nbsp;566 BGB folgt lediglich, dass der Erwerber in das Mietverh&auml;ltnis des Ver&auml;u&szlig;erers eintritt. Die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht ist aber f&uuml;r den Erwerber mit diesem Eintritt zu pr&uuml;fen, freilich unter Ber&uuml;cksichtigung seiner gesetzlichen &Uuml;bernahme des Mietvertrags. Grundlage der Schlussfolgerungen, die sich aus diesem Mietvertrag f&uuml;r die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Erwerbers ergeben, ist seine Auslegung. Enth&auml;lt der Mietvertrag Regelungen, die speziell auf die Person des Ver&auml;u&szlig;erers bezogen sind, sind diese regelm&auml;&szlig;ig nicht auf den Erwerber zu &uuml;bertragen. Indizien f&uuml;r oder gegen die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Erwerbers ergeben sich aus seinem Verhalten im Umgang mit dem &uuml;bernommenen Mietvertrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Gesamtw&uuml;rdigung des FG zur Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht der Kl&auml;ger m&ouml;glich (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) und revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben mit Eigentumserwerb ein auf f&uuml;nf Jahre befristetes Mietverh&auml;ltnis &uuml;bernommen, das ab ihrem Erwerb (April 2006) noch bis August 2009 dauern sollte. Sie haben also ihre Vermietungst&auml;tigkeit mit einem (noch) drei Jahre und vier Monate dauernden Mietverh&auml;ltnis begonnen. Dies konnte das FG ohne Bedenken als nicht auf Dauer angelegt werten; dies wurde durch das Fehlen etwaiger weitergehender Vermietungsbem&uuml;hungen und durch den kurzfristigen und vorzeitigen Einzug der Kl&auml;ger im Oktober 2008 best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Eigenbedarfsklausel wurde zwar mit der Gro&szlig;mutter als Ver&auml;u&szlig;erin vereinbart; sie bezieht sich aber ausdr&uuml;cklich auf deren &quot;T&ouml;chter oder eines der Enkelkinder&quot;. Es ist daher naheliegend und revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn das FG den &uuml;bernommenen Mietvertrag dahin auslegt, dass die Klausel auch in der Person der Kl&auml;gerin von Bedeutung ist, weil es sich bei ihr um eine der Beg&uuml;nstigten der Klausel (Enkelkind) handelt. Best&auml;tigt wird dies wiederum durch die kurzfristige Eigennutzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.1.2013, IX R 13\/12 Eink&uuml;nfteerzielung bei Mietvertrags&uuml;bernahme &#8211; Keine Zurechnung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Rechtsvorg&auml;ngers beim Erwerber Leits&auml;tze Tritt der Erwerber eines Mietobjekts in einen bestehenden Mietvertrag ein, so wird seine Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht auf der Grundlage der Auslegung dieses Mietvertrags durch den Umgang des Erwerbers mit ihm, insbesondere auch mit einer noch laufenden Befristung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-13-12-einkuenfteerzielung-bei-mietvertragsuebernahme-keine-zurechnung-der-einkuenfteerzielungsabsicht-des-rechtsvorgaengers-beim-erwerber\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;13\/12 &#8211; Eink&uuml;nfteerzielung bei Mietvertrags&uuml;bernahme &#8211; Keine Zurechnung der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht des Rechtsvorg&auml;ngers beim Erwerber<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-46279","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46279"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46279\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}