{"id":46312,"date":"2013-06-07T11:20:12","date_gmt":"2013-06-07T09:20:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=46312"},"modified":"2013-06-07T11:20:12","modified_gmt":"2013-06-07T09:20:12","slug":"vii-b-245-12-mittelvorsorgepflicht-des-geschaeftsfuehrers-im-falle-der-aufgabe-seines-amtes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-245-12-mittelvorsorgepflicht-des-geschaeftsfuehrers-im-falle-der-aufgabe-seines-amtes\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;245\/12 &#8211; Mittelvorsorgepflicht des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers im Falle der Aufgabe seines Amtes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.4.2013, VII B 245\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Mittelvorsorgepflicht des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers im Falle der Aufgabe seines Amtes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) und sein Bruder waren als BGB-Gesellschafter Eigent&uuml;mer zweier Grundst&uuml;cke, deren Verwertung sie einer GmbH &#038; Co. KG (KG) &uuml;bertragen hatten. Kommanditisten der KG und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Komplement&auml;rin (GmbH) waren beide Br&uuml;der. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ver&auml;u&szlig;erung der neu geschaffenen Eigentumswohnungen im Jahre 2007 reichte die KG am &#8230; September 2008 beim Antragsgegner und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;r die KG eine Gewerbesteuererkl&auml;rung f&uuml;r 2007 mit einer Steuerschuld in H&ouml;he von 360.308&nbsp;EUR ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Einzahlung des Antragstellers wies das Gesch&auml;ftskonto der KG ab 15.&nbsp;September 2008 ein Guthaben in H&ouml;he von 360.308&nbsp;EUR aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellen Vertr&auml;gen vom &#8230; September 2008 ver&auml;u&szlig;erten der Antragsteller und sein Bruder ihre Anteile an der KG an Herrn B und traten ihre Gesch&auml;ftsanteile an der Komplement&auml;r-GmbH an diesen ab. Zeitgleich wurde B zum alleinigen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH bestellt, sowie die Umfirmierung und eine Verlegung des Sitzes der KG beschlossen. Das Entgelt der &Uuml;berlassung der KG-Anteile sollte in einer gesonderten Erkl&auml;rung festgesetzt werden, f&uuml;r die GmbH-Anteile war ein Gesamtkaufpreis in H&ouml;he von 3.000&nbsp;EUR zur Zahlung auf noch zu benennende Konten vereinbart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Vertrag &uuml;ber den Verkauf der GmbH-Anteile verpflichtet sich B namens der GmbH, die noch nicht festgesetzte, aber zu erwartende Gewerbesteuernachzahlung der KG in H&ouml;he von 360.308&nbsp;EUR zu leisten. F&uuml;r das Konto, das diesen Betrag auswies, wurde B zugleich uneingeschr&auml;nkte Kontovollmacht erteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellen Vertr&auml;gen vom &#8230; September 2008 trat B die Kommandit- und GmbH-Anteile an Herrn A ab, der gleichzeitig zum alleinigen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt wurde. Das Entgelt f&uuml;r die &Uuml;bertragung sollte au&szlig;erhalb der notariellen Urkunden geregelt werden. Auch in diesem Vertragswerk wurde auf die zu erwartende Gewerbesteuernachzahlung in H&ouml;he von 360.308&nbsp;EUR hingewiesen. A hat durch seine Unterschrift best&auml;tigt, diesen Betrag von B erhalten zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am &#8230; September 2008 setzte das FA die Gewerbesteuer entsprechend der eingereichten Steuererkl&auml;rung auf 360.308&nbsp;EUR fest. Die KG entrichtete die Abgabenverbindlichkeit nicht, Vollstreckungsma&szlig;nahmen blieben erfolglos. Der Eigenantrag der KG auf Er&ouml;ffnung eines Insolvenzverfahrens vom Februar 2009 wurde am &#8230; Oktober 2009 mangels Masse abgewiesen. Der Gutachter im Insolvenzantragsverfahren hatte noch vorhandene Aktiva in H&ouml;he von 2&nbsp;EUR ermittelt, denen f&auml;llige Verbindlichkeiten in H&ouml;he von insgesamt &#8230; EUR (davon r&uuml;ckst&auml;ndige Abgabenverbindlichkeiten in H&ouml;he von &#8230; EUR) gegen&uuml;berstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen&uuml;ber B und A hat das FA auf &sect;&nbsp;69 i.V.m. &sect;&nbsp;34 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzte Haftungsbescheide &uuml;ber 360.308&nbsp;EUR r&uuml;ckst&auml;ndige Gewerbesteuer 2007 der KG erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ebenfalls auf &sect;&nbsp;69 i.V.m. &sect;&nbsp;34 AO gest&uuml;tzten Haftungsbescheide vom 1.&nbsp;September 2010 gegen den Antragsteller und seinen Bruder als ehemalige Mitgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Komplement&auml;r-GmbH wegen der r&uuml;ckst&auml;ndigen Gewerbesteuerschuld der KG in H&ouml;he von 360.308&nbsp;EUR befinden sich noch im Einspruchsverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag des Antragstellers auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) des angefochtenen Haftungsbescheids lehnten sowohl das FA als auch das Finanzgericht (FG) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die AdV mangels ernstlicher Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Haftungsbescheids abgelehnt. Der Antragsteller habe nicht vor der Abtretung der GmbH-Anteile an B sowie der zeitgleichen Beendigung seines Mitgesch&auml;ftsf&uuml;hreramtes am 17.&nbsp;September 2008 f&uuml;r die Entrichtung der Gewerbesteuer 2007 gesorgt. Der Antragsteller habe seine in die Zeit vor der Amtsaufgabe fallende Pflicht, Mittelvorsorge f&uuml;r die bereits entstandenen, aber erst nach Beendigung seiner Amtszeit f&auml;llig werdenden Steuern zu treffen, zumindest grob fahrl&auml;ssig verletzt. Durch die Einzahlung der 360.308&nbsp;EUR auf das Gesch&auml;ftskonto der KG h&auml;tten sie ihrer Vorsorgepflicht nicht gen&uuml;gt, da die Gesch&auml;ftsanteile an eine Person ver&auml;u&szlig;ert worden seien, die von vorneherein im Verdacht gestanden habe, selbst &quot;Firmenbestatter&quot; zu sein oder bereits im Zeitpunkt des Erwerbs s&auml;mtlicher GmbH-Anteile die Absicht zu haben, die Anteile kurze Zeit sp&auml;ter an einen &quot;Firmenbestatter&quot; weiterzuver&auml;u&szlig;ern. Sie h&auml;tten vor der Ver&auml;u&szlig;erung der Gesellschaftsanteile durch zus&auml;tzliche Ma&szlig;nahmen sicherstellen m&uuml;ssen, dass der Fiskus die am 1.&nbsp;Januar 2008 bereits entstandene Gewerbesteuer 2007 im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit vollst&auml;ndig vereinnahmen werde (z.B. durch Bestellung einer Bankb&uuml;rgschaft zugunsten des Antragsgegners oder Hinterlegung des streitgegenst&auml;ndlichen Betrages beim zust&auml;ndigen Amtsgericht o.&Auml;.). Demgegen&uuml;ber habe sich der Antragsteller in keiner Weise die Einkommens- und Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse des B nachweisen lassen, obwohl dieser ein Unternehmen &uuml;bernehmen sollte, bei dem nach dem Verkauf der vorhandenen Immobilien nur noch restliche Abwicklungsarbeiten mit &#8211;im Vergleich zum Jahr 2007&#8211; minimalen Gewinnerzielungschancen durchzuf&uuml;hren gewesen seien. So habe von Anfang an die Gefahr bestanden, dass B die 360.308&nbsp;EUR vom Gesch&auml;ftskonto der KG f&uuml;r unternehmensfremde Zwecke abheben werde (was ja auch tats&auml;chlich geschehen sei). Auch die &uuml;brigen Umst&auml;nde des Anteilsverkaufs (z.B. Verkauf nur wenige Wochen vor Eintritt der F&auml;lligkeit einer hohen und in dieser H&ouml;he f&uuml;r die KG einmalig auftretenden Steuernachzahlung; absehbare Verm&ouml;genslosigkeit der KG laut Insolvenzgutachten nach Erbringung dieser Steuerzahlung) spr&auml;chen daf&uuml;r, dass es sich bei diesem nicht um ein normales Verkehrsgesch&auml;ft gehandelt habe. Vielmehr erg&auml;ben die weiteren Umst&auml;nde des Falls &#8211;Weiterver&auml;u&szlig;erung der Gesellschaftsanteile von B an A schon eine Woche nach Erwerb und sich aus dem Insolvenzgutachten ergebende Ungereimtheiten in Bezug auf die Person des A bzw. seines Hintermannes aus dem Ausland und die Durchf&uuml;hrung des Vertrags B-A&#8211; Anhaltspunkte f&uuml;r eine sog. &quot;Firmenbestattung&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Beschwerde gegen den Beschluss wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassen (&sect;&nbsp;128 Abs.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Beschluss ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 2 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der im Aussetzungsverfahren gebotenen summarischen Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage ist der Senat der Auffassung, dass an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Haftungsbescheids keine ernstlichen Zweifel bestehen, so dass das FG die AdV zu Recht abgelehnt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Auf Antrag kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung ganz oder teilweise aussetzen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes bestehen (&sect;&nbsp;69 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO). Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs bestehen solche Zweifel, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des Bescheids neben den f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige, gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechende Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung einer Rechtsfrage bewirken (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 23.&nbsp;April 2007 VII&nbsp;B&nbsp;92\/06, BFHE 217, 209, BStBl II 2009, 622, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall begegnet es keinen rechtlichen Bedenken, dass das FG von einer schuldhaften Pflichtverletzung des Antragstellers und damit von seiner berechtigten Haftungsinanspruchnahme als vormaligem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer nach &sect;&sect;&nbsp;69, 34 AO ausgegangen ist. Grunds&auml;tzlich kommt als Haftungsschuldner i.S. von &sect;&nbsp;69 AO auch ein zwischenzeitlich ausgeschiedener Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer in Betracht, wenn er die ihm w&auml;hrend seiner T&auml;tigkeit obliegende Erf&uuml;llung steuerlicher Pflichten der Gesellschaft schuldhaft nicht erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das kann der Fall sein, wenn der gesetzliche Vertreter ungeachtet der erkennbar entstehenden Steueranspr&uuml;che f&uuml;r deren sp&auml;tere Tilgung im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit keine Sorge trifft. Dabei kann je nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls ein bestimmtes pflichtm&auml;&szlig;iges Verhalten auch schon vor der Entstehung der Steuerforderung geboten sein, wenn die Entstehung absehbar war (st&auml;ndige Rechtsprechung, Senatsurteil vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2004 VII&nbsp;R&nbsp;19\/02, BFHE 205, 335, BStBl II 2004, 967, m.w.N.; Klein\/R&uuml;sken, AO, 11.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;69 Rz&nbsp;55, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG rechtsfehlerfrei erkannt, dass der Antragsteller es nicht mit der Bereitstellung des zur Begleichung der von ihm selbst erkl&auml;rten Steuern erforderlichen Betrags auf dem Gesch&auml;ftskonto der GmbH h&auml;tte bewenden lassen d&uuml;rfen, sondern zus&auml;tzliche Sicherungsvorkehrungen h&auml;tte ergreifen m&uuml;ssen um zu gew&auml;hrleisten, dass der Fiskus diesen Betrag im Zeitpunkt der F&auml;lligkeit der Steuern auch tats&auml;chlich vollst&auml;ndig vereinnahmen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Welche Anforderungen an die einem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer obliegende Pflichterf&uuml;llung zu stellen sind, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des Einzelfalls ab. Im Streitfall hat das FG &#8211;sinngem&auml;&szlig; dem FA folgend&#8211; die besonderen Anforderungen an die Mittelvorsorgepflicht des Antragstellers mit atypischen Umst&auml;nden des Falls begr&uuml;ndet, die den Verdacht einer sog. Firmenbestattung nahelegten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Angesichts des vom FG festgestellten Sachverhalts sieht der Senat sich nicht veranlasst zu pr&uuml;fen, welchen rechtlichen Gehalt der Begriff der Firmenbestattung umschreibt, unter welchen Voraussetzungen also eine solche Rechtsfigur anzunehmen ist und welche abgabenrechtlichen Rechtsfolgen sie gegebenenfalls zeitigt. Denn auch unabh&auml;ngig davon, ob die Vertragsparteien eine Firmenbestattung beabsichtigt haben, ist nach den &#8211;vom Antragsteller nicht in Frage gestellten&#8211; Feststellungen des FG nicht ernstlich zweifelhaft, dass der Antragsteller seine Mittelvorsorgepflicht &#8211;zumindest&#8211; in grob fahrl&auml;ssiger Weise verletzt hat, indem er den f&uuml;r die Zahlung der bereits entstandenen Gewerbesteuer erforderlichen Betrag ungesichert dem Zugriff des B ausgesetzt hat. Das FG hat zu Recht darauf abgestellt, dass der Antragsteller und sein Bruder ihre Gesellschaftsanteile im ersten Jahr nach der erfolgreichen Abwicklung des Unternehmens &#8211;Herstellung und Verkauf von Eigentumswohnungen auf ihrem eigenen Grund und Boden&#8211; &uuml;bertragen haben. Die Besonderheit des Sachverhalts liegt einerseits in der Kumulierung des Gewerbeertrags &#8211;und damit der einmaligen Entstehung einer hohen Gewerbesteuerschuld&#8211; im Vorjahr der Anteilsver&auml;u&szlig;erung und gleichzeitig der nahezu vollst&auml;ndigen wirtschaftlichen Entwertung der Gesellschaftsanteile. Bei dieser Sachlage mussten die Ver&auml;u&szlig;erer vor Augen haben, dass die Schuldnerin der Gewerbesteuer, die KG, mit F&auml;lligkeit der Steuer insolvent w&auml;re, wenn der daf&uuml;r von ihnen bereitgestellte Betrag &#8211;aus welchen Gr&uuml;nden auch immer (etwa wegen Regressanspr&uuml;chen aus den abgewickelten Verk&auml;ufen)&#8211; nicht mehr vorhanden w&auml;re. Ein solches Risiko einzugehen war grob fahrl&auml;ssig, unabh&auml;ngig davon, ob sie aufgrund vorangegangener gesch&auml;ftlicher Beziehungen auf die Seriosit&auml;t des Erwerbers vertrauen konnten oder von der Absicht der kurzfristigen Weiterver&auml;u&szlig;erung an den mittellosen A Kenntnis hatten. Demgegen&uuml;ber h&auml;tte es &#8211;nicht zuletzt zur Vermeidung der eigenen Haftung&#8211; nahegelegen, den angemeldeten Steuerbetrag zur&uuml;ckzubehalten und nach Festsetzung an das FA auszukehren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.4.2013, VII B 245\/12 Mittelvorsorgepflicht des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers im Falle der Aufgabe seines Amtes Tatbestand 1&nbsp; I. Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) und sein Bruder waren als BGB-Gesellschafter Eigent&uuml;mer zweier Grundst&uuml;cke, deren Verwertung sie einer GmbH &#038; Co. KG (KG) &uuml;bertragen hatten. 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