{"id":46401,"date":"1989-04-26T15:55:27","date_gmt":"1989-04-26T13:55:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=46401"},"modified":"2013-06-21T15:57:47","modified_gmt":"2013-06-21T13:57:47","slug":"bfh-beschluss-vom-26-4-1989-i-b-90_88-bstbl-1989-ii-s-599","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-26-4-1989-i-b-90_88-bstbl-1989-ii-s-599\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 26.4.1989 (I B 90\/88) BStBl. 1989 II S. 599"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 26.4.1989 (I B 90\/88) BStBl. 1989 II S. 599<\/strong><\/p>\n<p>Legt ein Steuerpflichtiger Nichtzulassungsbeschwerde ein und l\u00e4\u00dft er sich dabei von einer in &#8222;Wir-Form&#8220; auftretenden Steuerberatersoziet\u00e4t als Proze\u00dfbevollm\u00e4chtigten vertreten, so f\u00fchrt dies zu keinem Versto\u00df gegen Art. 1 Nr. 1 BFHEntlG.<\/p>\n<p>BFH-EntlG Art. 1 Nr. 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG K\u00f6ln<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) K\u00f6ln hat die Klage der Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin), eines als gemeinn\u00fctzig anerkannten, eingetragenen Vereins, gegen den Beklagten und Beschwerdegegner (das Bundesamt f\u00fcr Finanzen &#8211; BfF -) wegen Erstattung von Kapitalertragsteuer gem\u00e4\u00df \u00a7 44c Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) abgewiesen, ohne die Revision zuzulassen. Das Urteil wurde der Kl\u00e4gerin am 2. September 1988 zugestellt. Sie legte am 3. Oktober 1988 Nichtzulassungsbeschwerde ein, der das FG nicht abgeholfen hat.<\/p>\n<p>Dabei trat die Wirtschaftspr\u00fcfer- und Steuerberatersoziet\u00e4t S &amp; Partner als Proze\u00dfbevollm\u00e4chtigte auf. Die Beschwerde wurde in der &#8222;Wir-Form&#8220; formuliert. Der Wirtschaftspr\u00fcfer und Steuerberater S unterzeichnete f\u00fcr die Soziet\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df, die Revision zuzulassen.<\/p>\n<p>Das BfF stellt keinen Antrag.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p align=\"center\">A.<\/p>\n<p>Die Beschwerde ist zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Zwar ist die Beschwerde von einer Wirtschaftspr\u00fcfer- und Steuerberatersoziet\u00e4t eingelegt. Dies bedeutet jedoch keinen Versto\u00df gegen Art. 1 Nr. 1 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs (BFHEntlG) i.d.F. vom 3. Dezember 1987 (BGBl I 1987, 2442, BStBl I 1987, 800). Nach dieser Vorschrift mu\u00df sich jeder Beteiligte vor dem Bundesfinanzhof (BFH) durch einen Rechtsanwalt, Steuerberater oder Wirtschaftspr\u00fcfer als Bevollm\u00e4chtigten vertreten lassen. Deshalb kann eine Soziet\u00e4t als solche vor dem BFH nicht als Proze\u00dfbevollm\u00e4chtigte auftreten. Zu ber\u00fccksichtigen ist jedoch, da\u00df eine Soziet\u00e4t regelm\u00e4\u00dfig Gesellschaft des b\u00fcrgerlichen Rechts (GdR) ist. Zwar kann auch eine GbR Gesamthandsgemeinschaft und in diesem Sinne Tr\u00e4ger von Rechten und Pflichten im Au\u00dfenverh\u00e4ltnis sein. Eine Soziet\u00e4t darf aber als solche in der Rechtsform der GbR keine Steuerberatung betreiben. Zur unbeschr\u00e4nkten gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Hilfeleistung in Steuersachen sind nur die in \u00a7 3 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) aufgez\u00e4hlten Personen befugt. Soweit dort auch Steuerberatungsgesellschaften aufgez\u00e4hlt sind, handelt es sich ausschlie\u00dflich um solche, die in einer in \u00a7 49 StBerG genannten Rechtsform auftreten und als Steuerberatungsgesellschaft f\u00f6rmlich anerkannt sind. Danach kann eine GbR (Soziet\u00e4t) keine Steuerberatungsgesellschaft i.S. des \u00a7 3 StBerG sein. Tritt deshalb ein Steuerberater (Wirtschaftspr\u00fcfer) unter dem Namen einer Soziet\u00e4t auf, so sprechen die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde daf\u00fcr, da\u00df sein Handeln als ein solches im eigenen Namen und zugleich in Vertretung der \u00fcbrigen Sozien zu verstehen ist. Das Handeln ist damit den einzelnen Berufsvertretern zuzurechnen. Soweit sie zu den in Art. 1 Nr. 1 BFHEntlG genannten Personen geh\u00f6ren, ist dem Vertretungszwang vor dem BFH Gen\u00fcge getan.<\/p>\n<p align=\"center\">B.<\/p>\n<p>Die Beschwerde ist auch begr\u00fcndet. Der Senat sieht von einer Wiedergabe der Gr\u00fcnde ab (Art. 1 Nr. 6 BFHEntlG).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 26.4.1989 (I B 90\/88) BStBl. 1989 II S. 599 Legt ein Steuerpflichtiger Nichtzulassungsbeschwerde ein und l\u00e4\u00dft er sich dabei von einer in &#8222;Wir-Form&#8220; auftretenden Steuerberatersoziet\u00e4t als Proze\u00dfbevollm\u00e4chtigten vertreten, so f\u00fchrt dies zu keinem Versto\u00df gegen Art. 1 Nr. 1 BFHEntlG. BFH-EntlG Art. 1 Nr. 1. Vorinstanz: FG K\u00f6ln Sachverhalt &nbsp; I. 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