{"id":46416,"date":"1989-06-09T12:14:09","date_gmt":"1989-06-09T10:14:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=46416"},"modified":"2013-06-20T12:15:45","modified_gmt":"2013-06-20T10:15:45","slug":"bfh-beschluss-vom-9-6-1989-x-e-6_89-bstbl-1989-ii-s-626","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-9-6-1989-x-e-6_89-bstbl-1989-ii-s-626\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 9.6.1989 (X E 6\/89) BStBl. 1989 II S. 626"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 9.6.1989 (X E 6\/89) BStBl. 1989 II S. 626<\/strong><\/p>\n<p>Die Erinnerung gegen einen Kostenansatz ist nur dann zul\u00e4ssig, wenn der Erinnerungsf\u00fchrer das von ihm angestrebte Rechtsschutzziel benennt.<\/p>\n<p>GKG \u00a7 5 Abs. 1 und 3; FGO \u00a7 65 Abs. 1.<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kostenstelle des Bundesfinanzhofs (BFH) hat die aufgrund des Senatsbeschlusses vom 7. September 1988 X B 12\/88 vom Erinnerungsf\u00fchrer als Kostenschuldner zu entrichtenden Gerichtskosten f\u00fcr das Verfahren vor dem BFH gem\u00e4\u00df \u00a7 4 des Gerichtskostengesetzes (GKG) auf 666 DM angesetzt. Der Erinnerungsf\u00fchrer hat gegen diese Kostenrechnung Erinnerung eingelegt. &#8222;Zur Begr\u00fcndung der Erinnerung&#8220; bat er um Mitteilung, wie der der Kostenrechnung zugrunde liegende Streitwert berechnet worden sei; nach Mitteilung der Berechnungsgrundlagen werde er weiteres vortragen. Die Kostenstelle erl\u00e4uterte mit Schreiben vom 18. November 1988 die Ermittlung des Streitwerts; ihre gleichzeitige Bitte, &#8222;die Begr\u00fcndung&#8220; der Erinnerung einzureichen, wurde mit Schreiben vom 22. Dezember 1988 erfolglos angemahnt.<\/p>\n<p>Der Erinnerungsf\u00fchrer hat keinen Antrag gestellt.<\/p>\n<p>Der Vertreter der Staatskasse hat von einer Stellungnahme abgesehen. Er beantragt, die Erinnerung als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erinnerung ist mangels Benennung eines vom Erinnerungsf\u00fchrer angestrebten Rechtsschutzzieles unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Der Kostenschuldner braucht seine Erinnerung (\u00a7 5 Abs. 1 bis 3 GKG) nicht zu begr\u00fcnden. Das Gesetz sieht &#8211; ebensowenig wie bei der Beschwerde- eine besondere Begr\u00fcndung als Zul\u00e4ssigkeitsvoraussetzung nicht vor (vgl. zu \u00a7 128 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO &#8211; BFH-Beschl\u00fcsse vom 25. April 1968 VI B 47\/67, BFHE 92, 469, BStBl II 1968, 608; vom 11. M\u00e4rz 1986 VII B 54\/85, BFH\/NV 1986, 543; vom 19. Januar 1988 VII B 166\/87, BFH\/NV 1988, 579). Dies schlie\u00dft jedoch nicht aus, da\u00df an den Inhalt der Erinnerung &#8211; wie an den Inhalt der Beschwerde &#8211; Mindestanforderungen zu stellen sind. So mu\u00df die Beschwerdeschrift &#8211; wie jede Rechtsmittelschrift &#8211; das Begehren des Rechtsmittelf\u00fchrers erkennen lassen; anderenfalls ist das Rechtsmittel unzul\u00e4ssig (BFH-Beschl\u00fcsse vom 15. Februar 1989 V B 98\/88, nicht ver\u00f6ffentlicht &#8211; NV -; vom 21. Februar 1989 V B 1\/89, NV). Wird eine Beschwerde nicht begr\u00fcndet, so ist das Begehren des Beschwerdef\u00fchrers in der Regel dem erstinstanzlichen Antrag zu entnehmen; das Beschwerdegericht kann davon ausgehen, da\u00df der Beschwerdef\u00fchrer sein im erstinstanzlichen Verfahren konkretisiertes Rechtsschutzziel (\u00a7 65 Abs. 1 FGO) weiterverfolgt. In diesem Sinne l\u00e4\u00dft die Beschwerde in der Regel erkennen, was der Beschwerdef\u00fchrer anstrebt (vgl. Beschlu\u00df in BFH\/NV 1986, 543). Das Beschwerdegericht hat daher die M\u00f6glichkeit, die Entscheidung der Vorinstanz auf ihre Richtigkeit zu kontrollieren und das bereits konkretisierte Begehren des Beschwerdef\u00fchrers erneut in jeder Hinsicht zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Erinnerungsverfahren wird teilweise die Auffassung vertreten, da\u00df, wenn eine Erinnerung nicht &#8222;begr\u00fcndet&#8220; wird, im Zweifel der gesamte Kostenansatz angefochten sei (so zu \u00a7 149 Abs. 2 FGO Beermann in Ziemer\/Haarmann\/Lohse\/Beermann, Rechtsschutz in Steuersachen, Tz. 10805; zu \u00a7 104 Abs. 3 der Zivilproze\u00dfordnung &#8211; ZPO &#8211; Baumbach\/Lauterbach\/Albers\/Hartmann, Zivilproze\u00dfordnung, 47. Aufl. 1989, Anm. 4 c). Der Senat folgt dem nicht. Der rechtliche Ausgangspunkt ist im Erinnerungsverfahren insofern ein anderer als bei der Beschwerde, als ein Rechtsschutzziel bislang noch nicht benannt worden ist. Der Erinnerungsf\u00fchrer hat keinen Anspruch darauf, da\u00df das Gericht das &#8211; ggf. umfangreiche &#8211; Rechenwerk des Kostenbeamten in vollem Umfang nachpr\u00fcft, ohne da\u00df der Erinnerungsf\u00fchrer darlegen m\u00fc\u00dfte, in welchem Punkt er sich beschwert f\u00fchlt. Vielmehr mu\u00df die Erinnerung ein konkretes Rechtsschutzbegehren des Erinnerungsf\u00fchrers erkennen lassen (vgl. Finanzgericht Berlin, Beschlu\u00df vom 24. Januar 1969 III 136\/68, Entscheidungen der Finanzgerichte 1969, 256; Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf, Beschlu\u00df vom 22. Februar 1978 V 9\/77 (10), Anwaltsblatt 1978, 358; Drischler\/Oestreich\/ Heun\/Haupt, Gerichtskostengesetz, 4. Aufl., \u00a7 5 Rdnr. 51; zu \u00a7 149 FGO Tipke\/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, Vor \u00a7 135 FGO Tz. 15, \u00a7 149 FGO Tz. 6; v. Wallis in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, Kommentar zur Abgabenordnung und Finanzgerichtsordnung, \u00a7 149 FGO Rdnr. 4).<\/p>\n<p>Es ist nicht ersichtlich, was der Erinnerungsf\u00fchrer mit der Erinnerung begehrt. Da sein Rechtsschutzziel nicht erkennbar ist, war die Erinnerung zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 9.6.1989 (X E 6\/89) BStBl. 1989 II S. 626 Die Erinnerung gegen einen Kostenansatz ist nur dann zul\u00e4ssig, wenn der Erinnerungsf\u00fchrer das von ihm angestrebte Rechtsschutzziel benennt. GKG \u00a7 5 Abs. 1 und 3; FGO \u00a7 65 Abs. 1. 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