{"id":46528,"date":"1989-06-28T11:25:48","date_gmt":"1989-06-28T09:25:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=46528"},"modified":"2013-06-20T11:26:53","modified_gmt":"2013-06-20T09:26:53","slug":"bfh-urteil-vom-28-6-1989-ii-r-155_88-bstbl-1989-ii-s-852","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-28-6-1989-ii-r-155_88-bstbl-1989-ii-s-852\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 28.6.1989 (II R 155\/88) BStBl. 1989 II S. 852"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 28.6.1989 (II R 155\/88) BStBl. 1989 II S. 852<\/strong><\/p>\n<p>1. Das FG darf die Zulassung der Revision, auf die Frage des mit dem Grunderwerbsteuerbescheid zusammen festgesetzten Zuschlags nach \u00a7 3 Abs. 5 GrEStWoBauG (NW), beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>2. Die Frist zur Berechnung des Zuschlags gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Abs. 5 GrEStWoBauG (NW) endet nicht bereits mit Ablauf der Verwendungsfrist.<\/p>\n<p>FGO \u00a7 115 Abs. 1; GrEStWoBauG (NW) \u00a7 3 Abs. 5.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG M\u00fcnster<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Streitig ist der Zeitraum f\u00fcr die Berechnung des Zuschlags gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Abs. 4, 5 des Nordrhein-Westf\u00e4lischen Gesetzes \u00fcber Grunderwerbsteuerbefreiung f\u00fcr den Wohnungsbau &#8211; GrEStWoBauG (NW) &#8211; i.d.F. der Bekanntmachung vom 20. Juli 1970 (Gesetz- und Verordnungsblatt f\u00fcr das Land Nordrhein-Westfalen &#8211; GVBl NW &#8211; 620).<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) erwarb am 29. Oktober 1979 mehrere Grundst\u00fccke. Antragsgem\u00e4\u00df wurden die Grunderwerbe gem\u00e4\u00df \u00a7 1 Nr. 1 GrEStWoBauG (NW) von der Steuer ausgenommen, da die Kl\u00e4gerin erkl\u00e4rte, steuerbeg\u00fcnstigte Wohnungen auf den Grundst\u00fccken errichten zu wollen. Die Unbedenklichkeitsbescheinigung wurde am 22. November 1979 erteilt. Am 17. Dezember 1984 besichtigte der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) die dort erbauten H\u00e4user. Das FA stellte fest, da\u00df die Fliesen- und Sanit\u00e4rinstallationsarbeiten noch nicht durchgef\u00fchrt waren.<\/p>\n<p>Mit Bescheid vom 10. September 1986 setzte das FA daraufhin Grunderwerbsteuer fest. Die Festsetzung enthielt einen Zuschlag gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Abs. 5 GrEStWoBauG (NW) in H\u00f6he von 42 v.H. (7 Jahre x 6 v.H. = 42 v.H. = 3.819 DM).<\/p>\n<p>Der Einspruch blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) gab der Klage nur insoweit statt, als es die H\u00f6he des Zuschlags auf 30 v.H. (5 Jahre x 6 v.H. = 30 v.H. = 2.728 DM) begrenzte. Der Zeitraum f\u00fcr die Berechnung des Zuschlags ende mit dem Ablauf der Verwendungsfrist.<\/p>\n<p>Das FG lie\u00df die Revision f\u00fcr das beklagte FA zu.<\/p>\n<p>Mit der Revision beantragt das FA, den streitigen Zuschlag unter \u00c4nderung der Vorentscheidung auf 3.273 DM ( = 36 v.H. der Grunderwerbsteuer) festzusetzen.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin hat sich zur Revision nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet. Das angefochtene Urteil war dahingehend abzu\u00e4ndern, da\u00df der Zuschlag zur Grunderwerbsteuer auf 36 v.H. der festgesetzten Grunderwerbsteuer (9.095 DM) = 3.273 DM festgesetzt wird.<\/p>\n<p>1. Gegenstand der revisionsrechtlichen Pr\u00fcfung ist im vorliegenden Fall nur die Frage, in welcher H\u00f6he ein Zuschlag gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Abs. 5 GrEStWoBauG (NW) festzusetzen ist. Denn die Zulassung der Revision durch das FG betraf nur diese Frage. Eine Beschr\u00e4nkung der Revisionszulassung ist dann zul\u00e4ssig, wenn eine Klagenh\u00e4ufung oder eine Klagenverbindung vorliegt (vgl. z.B. Beschlu\u00df des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 25. April 1985 IV R 342\/84, BFH\/NV 1987, 79; ferner Tipke\/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, \u00a7 115 FGO Tz. 73). Dies gilt auch im vorliegenden Fall, in dem sowohl die Grunderwerbsteuer als auch der gegen\u00fcber der Grunderwerbsteuer selbst\u00e4ndige Zuschlag nach \u00a7 3 Abs. 4, 5 GrEStWoBauG (NW) im Streit war.<\/p>\n<p>2. Der erkennende Senat vermag dem FG nicht dahin zu folgen, da\u00df ein Zuschlag gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Abs. 4, 5 GrEStWoBauG (NW) nur bis zum Ablauf der Verwendungsfrist zu zahlen ist. Eine vorzeitige Beendigung der Zuschlagsfrist ist im Gesetz nur f\u00fcr den Fall vorgesehen, da\u00df die Aufgabe des steuerbeg\u00fcnstigten Zwecks vom Grundst\u00fcckserwerber angezeigt wird. Dazu ist dieser gem\u00e4\u00df \u00a7 19 Abs. 3 Nr. 2 des Grunderwerbsteuergesetzes &#8211; GrEStG (NW) &#8211; verpflichtet. Somit steht es in seiner Hand, den Zeitraum f\u00fcr die Berechnung des Zuschlags durch eine entsprechende Anzeige abzuk\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Angesichts des klaren Wortlauts des Gesetzes in \u00a7 3 Abs. 4, 5 GrEStWoBauG (NW) kommt es nicht darauf an, ob die Zuschlagsregelung wie eine Vollverzinsung wirkt, wie das FG angenommen hat. Wie bereits im Urteil vom 16. Februar 1956 II 277\/55 U (BFHE 62, 281, BStBl III 1956, 104) in einem vergleichbaren Fall ausgesprochen, kommt dem Zuschlag kein Zinscharakter zu; er dient vielmehr als Ausgleich daf\u00fcr, da\u00df der Steuergl\u00e4ubiger die Steuer aufgrund Eingreifens der materiell vorl\u00e4ufigen Befreiung nicht fr\u00fcher erhoben hat (vgl. auch FG K\u00f6ln, Entscheidung vom 17. Dezember 1981 V 152\/80 E, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211; EFG &#8211; 1982, 477).<\/p>\n<p>3. Das FG ist von anderen Grunds\u00e4tzen ausgegangen. Aus diesem Grunde kann die Vorentscheidung keinen Bestand haben. Die Sache ist entscheidungsreif. Das FG hat die f\u00fcr die Berechnung des Zuschlagszeitraums notwendigen Daten (Tag der Ausstellung der Unbedenklichkeitsbescheinigung &#8211; 22. November 1979 -; Besichtigung der H\u00e4user am 17. Dezember 1984 im sechsten Jahr) festgestellt. Der Zuschlag betr\u00e4gt somit 6 x 6 v.H. = 36 v.H. der Grunderwerbsteuer. Dies entspricht dem Revisionsantrag des FA vom 7. November 1988.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 28.6.1989 (II R 155\/88) BStBl. 1989 II S. 852 1. Das FG darf die Zulassung der Revision, auf die Frage des mit dem Grunderwerbsteuerbescheid zusammen festgesetzten Zuschlags nach \u00a7 3 Abs. 5 GrEStWoBauG (NW), beschr\u00e4nken. 2. Die Frist zur Berechnung des Zuschlags gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Abs. 5 GrEStWoBauG (NW) endet nicht bereits mit &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-28-6-1989-ii-r-155_88-bstbl-1989-ii-s-852\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom 28.6.1989 (II R 155\/88) BStBl. 1989 II S. 852<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-46528","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46528","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=46528"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/46528\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}