{"id":47917,"date":"2013-02-28T15:40:03","date_gmt":"2013-02-28T13:40:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=47917"},"modified":"2013-06-26T11:17:31","modified_gmt":"2013-06-26T09:17:31","slug":"vi-r-6-12-berufsausbildung-is-der-parpar-9-abs-6-12-nr-5-estg-werbungskostenabzug-bei-ausbildung-einer-flugbegleiterin-zur-verkehrsflugzeugfuehrerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-6-12-berufsausbildung-is-der-parpar-9-abs-6-12-nr-5-estg-werbungskostenabzug-bei-ausbildung-einer-flugbegleiterin-zur-verkehrsflugzeugfuehrerin\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;6\/12 &#8211; Berufsausbildung i.S. der &sect;&sect; 9 Abs. 6, 12 Nr. 5 EStG &#8211; Werbungskostenabzug bei Ausbildung einer Flugbegleiterin zur Verkehrsflugzeugf&uuml;hrerin"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, VI R 6\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Berufsausbildung i.S. der \u00a7\u00a7 9 Abs. 6, 12 Nr. 5 EStG &#8211; Werbungskostenabzug bei Ausbildung einer Flugbegleiterin zur Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Weder die erstmalige Berufsausbildung i.S. des \u00a7 12 Nr. 5 EStG noch die i.S. des \u00a7 9 Abs. 6 EStG setzen ein Berufsausbildungsverh\u00e4ltnis nach dem Berufsbildungsgesetz oder eine bestimmte Ausbildungsdauer voraus (Fortf\u00fchrung der Senatsrechtsprechung, Urteil vom 27. Oktober 2011 VI R 52\/10, BFHE 235, 444, BStBl II 2012, 825).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen f\u00fcr die einer Flugbegleiterausbildung nachfolgende Flugzeugf\u00fchrerausbildung als Werbungskosten zu ber\u00fccksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) wurden als Ehegatten im Streitjahr (2006) zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Die 1970 geborene Kl\u00e4gerin war als Flugzeugf\u00fchrerin nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Sie machte in ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung des Streitjahrs u.a. 18.874\u00a0EUR f\u00fcr ihre Ausbildung zur Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin als Werbungskosten bei den Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit geltend. Die Kl\u00e4gerin hatte schon fr\u00fcher, von Mai bis September 1992, bei der A erfolgreich eine Ausbildung zur Flugbegleiterin absolviert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) versagte den Abzug der Aufwendungen f\u00fcr die Ausbildung zur Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin als Werbungskosten; er ber\u00fccksichtigte stattdessen im streitigen Einkommensteuerbescheid Sonderausgaben in H\u00f6he von 4.000\u00a0EUR gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a07 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen erhobenen Klage begehrten die Kl\u00e4ger weiterhin den Werbungskostenabzug f\u00fcr die Aufwendungen zur Ausbildung als Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin. Sie machten insbesondere geltend, dass die Abzugsbeschr\u00e4nkung des \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG nicht zur Anwendung komme, weil die Ausbildung der Kl\u00e4gerin zur Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin angesichts ihrer zuvor schon absolvierten Ausbildung zur Flugbegleiterin keine erstmalige Berufsausbildung i.S. des \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 506 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Aufwendungen der Kl\u00e4gerin f\u00fcr ihre Ausbildung zur Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin seien Werbungskosten bei den Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit. \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG stehe dem nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Denn die innerbetriebliche Ausbildung der Kl\u00e4gerin zur Flugbegleiterin sei ihre erstmalige Berufsausbildung i.S. des \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG. Bei \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG komme es f\u00fcr die Beurteilung des Begriffs der (erstmaligen) Berufsausbildung allein darauf an, ob die Ausbildung berufsbezogen sei und eine Voraussetzung f\u00fcr die geplante bzw. beabsichtigte Berufsaus\u00fcbung darstelle. Die im Gesetzgebungsverfahren bei der seinerzeitigen Einf\u00fcgung des \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG gegebene Begr\u00fcndung beziehe &#8222;Berufsausbildung&#8220; allein auf den Erwerb von Kenntnissen, die zur Aufnahme eines Berufs bef\u00e4higten, ohne dass Anforderungen an den Ausbildungsgang bzw. den Ablauf oder Abschluss der Ausbildung gestellt w\u00fcrden. Es werde vielmehr ganz allgemein auf die erste berufliche Bef\u00e4higung bzw. den Erwerb von Kenntnissen abgestellt, die zur Aufnahme eines (ersten) Berufs bef\u00e4higten (BTDrucks 15\/3339, S.\u00a010). Danach sei Berufsausbildung &#8222;Erlernen der Grundlagen eines Berufs zum Erwerb einer selbst\u00e4ndigen und gesicherten Position im Leben&#8220; (vgl. BTDrucks 15\/3339, S.\u00a010 rechte Spalte); angesichts dessen komme es alleine darauf an, dass eine Ausbildung berufsbezogen sei und sie eine (Grund)Voraussetzung f\u00fcr die geplante Berufsaus\u00fcbung darstelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Davon sei bei der Kl\u00e4gerin auszugehen. Sie habe im Rahmen einer sechsmonatigen Ausbildung diverse Schulungsma\u00dfnahmen durchlaufen m\u00fcssen; ihr seien dabei sowohl theoretische als auch praktische Inhalte zu ihrer T\u00e4tigkeit als Flugbegleiterin vermittelt worden. Dazu seien neben der psychologischen Schulung &#8211;gerade auch mit Blick auf das richtige Verhalten in Notf\u00e4llen&#8211; und dem Sicherheitstraining &#8211;etwa f\u00fcr die korrekte Durchf\u00fchrung der Evakuierung eines vollbesetzten Flugzeugs oder einer Notwasserung&#8211; auch die Arbeit im Servicebereich sowie der allgemeine Umgang mit den Passagieren von grundlegender Bedeutung. Daneben sei die Kl\u00e4gerin im aktiven Flugdienst zun\u00e4chst auf Kurz- und sp\u00e4ter auch auf Langstreckenfl\u00fcgen eingesetzt worden und habe dort unter fachlicher Aufsicht ein &#8222;training on the job&#8220; durchlaufen. Die in der Praxis und Theorie erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen seien w\u00e4hrend der Ausbildung immer wieder \u00fcberpr\u00fcft worden. Die Kl\u00e4gerin habe ihre Ausbildung schlie\u00dflich mit einer firmeninternen Pr\u00fcfung erfolgreich abgeschlossen und sp\u00e4ter noch eine Zusatzqualifikation erworben. Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Umst\u00e4nde sei die Kl\u00e4gerin berufsbezogen &#8211;n\u00e4mlich im Hinblick auf ihre T\u00e4tigkeit als Flugbegleiterin&#8211; ausgebildet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA r\u00fcgt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>\ndas Urteil des FG K\u00f6ln vom 12.\u00a0Dezember 2011\u00a0\u00a07\u00a0K\u00a03147\/08 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>\ndie Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die streitigen Aufwendungen der Kl\u00e4gerin f\u00fcr ihre Ausbildung als Berufspilotin zum Werbungskostenabzug berechtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten i.S. des \u00a7\u00a09 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie liegen vor, wenn sie durch den Beruf oder durch die Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen veranlasst sind. Das ist der Fall, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und die Aufwendungen subjektiv zur F\u00f6rderung des Berufs get\u00e4tigt werden. Erzielt der Steuerpflichtige gegenw\u00e4rtig noch keine Einnahmen, sind die Aufwendungen als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar, wenn sie in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Veranlassungszusammenhang mit sp\u00e4teren Einnahmen stehen; das kann grunds\u00e4tzlich auch bei berufsbezogenen Bildungsma\u00dfnahmen der Fall sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) \u00a7\u00a09 EStG vor der Fassung des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (&#8211;BeitrRLUmsG&#8211;) vom 7.\u00a0Dezember 2011 (BGBl I 2011, 2592) hatte keine Sonderregelung zu Berufsausbildungskosten enthalten. Deshalb blieb f\u00fcr den Abzug von Berufsausbildungskosten als Werbungskosten entscheidend, ob die Aufwendungen einen hinreichend konkreten Veranlassungszusammenhang zur nachfolgenden auf die Erzielung von Eink\u00fcnften gerichteten Berufst\u00e4tigkeit aufweisen (vgl. Senatsurteile vom 27.\u00a0Oktober 2011 VI\u00a0R\u00a052\/10, BFHE 235, 444, BStBl II 2012, 825; vom 28.\u00a0Juli 2011 VI\u00a0R\u00a038\/10, BFHE 234, 279, BStBl II 2012, 561; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG bestimmt, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen f\u00fcr seine erstmalige Berufsausbildung oder f\u00fcr ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, keine Werbungskosten sind, wenn diese Berufsausbildung oder dieses Erststudium nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattfindet. Entsprechendes regelt \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09 EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG f\u00fcr Betriebsausgaben. Nach \u00a7\u00a052 Abs.\u00a023d Satz\u00a05 sowie \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012 Satz\u00a011 EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG sind \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 sowie \u00a7\u00a04 Abs.\u00a09 EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG f\u00fcr Veranlagungszeitr\u00e4ume ab 2004 anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Der Werbungskostenabzug ist gegen\u00fcber dem Abzug von Aufwendungen als Sonderausgaben vorrangig. Denn Aufwendungen des Steuerpflichtigen f\u00fcr seine Berufsausbildung sind nur dann Sonderausgaben, &#8222;wenn sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind&#8220;. Das ist ein allgemeiner, f\u00fcr alle Sonderausgaben durch den Einleitungssatz zu \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 EStG normierter Grundsatz (Senatsurteil in BFHE 234, 279, BStBl II 2012, 561). Dieser Einleitungssatz blieb auch durch das Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz unver\u00e4ndert. \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a07 EStG steht deshalb dem Abzug der Berufsbildungskosten als Werbungskosten nach wie vor nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall ist der Werbungskostenabzug weder durch \u00a7\u00a09 Abs.\u00a06 EStG noch durch \u00a7\u00a012 Nr.\u00a05 EStG, jeweils i.d.F. des BeitrRLUmsG, ausgeschlossen. Denn zutreffend hat das FG insoweit entschieden, dass die mit dem Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz eingef\u00fchrten Abzugsbeschr\u00e4nkungen dem Abzug nicht entgegenstehen, weil es sich bei der Ausbildung der Kl\u00e4gerin zur Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin nicht um eine erstmalige Berufsausbildung i.S. der \u00a7\u00a7\u00a09 Abs.\u00a06, 12 Nr.\u00a05 EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG handelt. Zutreffend hat das FG deshalb weiter entschieden, dass die in der H\u00f6he nicht streitigen Werbungskosten zu ber\u00fccksichtigen sind und der bisher vom FA ber\u00fccksichtigte Sonderausgabenabzug nach \u00a7\u00a010 Abs.\u00a01 Nr.\u00a07 EStG in H\u00f6he von 4.000\u00a0EUR ausscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Der erkennende Senat hatte mit Urteil in BFHE 235, 444, BStBl II 2012, 825, m.w.N. zu dem im Gesetz nicht n\u00e4her beschriebenen steuerrechtlichen Begriff der Berufsausbildung entschieden. An dieser Rechtsprechung h\u00e4lt der Senat fest. Berufsausbildung ist danach die Ausbildung zu einem k\u00fcnftigen Beruf. In Berufsausbildung befindet sich, wer sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernstlich darauf vorbereitet. Der Vorbereitung auf ein Berufsziel dienen alle Ma\u00dfnahmen, bei denen es sich um den Erwerb von Kenntnissen, F\u00e4higkeiten und Erfahrungen handelt, die als Grundlage f\u00fcr die Aus\u00fcbung des angestrebten Berufs geeignet sind. Gegenbegriff zur Berufsausbildung ist die Allgemeinbildung, die keine notwendige Voraussetzung f\u00fcr eine geplante Berufsaus\u00fcbung darstellt. Deshalb liegt eine Berufsausbildung im Sinne des Steuerrechts nicht nur vor, wenn der Steuerpflichtige im dualen System oder innerbetrieblich Berufsbildungsma\u00dfnahmen durchl\u00e4uft. Es ist auch kein Berufsausbildungsverh\u00e4ltnis nach dem Berufsbildungsgesetz oder eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren erforderlich. Ma\u00dfgeblich ist vielmehr, ob die Ausbildung den Steuerpflichtigen bef\u00e4higt, aus der angestrebten T\u00e4tigkeit Eink\u00fcnfte zu erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Nach Ma\u00dfgabe dieser vorgenannten Rechtsgrunds\u00e4tze hat die Kl\u00e4gerin nach den Feststellungen des FG mit ihrer Ausbildung zur Flugbegleiterin eine Berufsausbildung i.S. der \u00a7\u00a7\u00a09 Abs.\u00a05, 12 Nr.\u00a05 EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG absolviert. Der Beruf des Flugbegleiters kann regelm\u00e4\u00dfig als Vollerwerbst\u00e4tigkeit ausge\u00fcbt werden und bef\u00e4higt zur Erzielung von Eink\u00fcnften. Die Ausbildung der Kl\u00e4gerin war planm\u00e4\u00dfig ausgestaltet, an dem Ausbildungsziel des Flugbegleiters und der dazu erforderlichen Qualifikation ausgerichtet und schloss sogar mit einer firmeninternen Pr\u00fcfung ab. Das FG hat dazu festgestellt, dass die Kl\u00e4gerin im Rahmen ihrer sechsmonatigen Ausbildung diverse Schulungsma\u00dfnahmen zu durchlaufen hatte. Dabei wurden sowohl theoretische als auch praktische Inhalte in Bezug auf die T\u00e4tigkeit als Flugbegleiterin umfassend vermittelt. Die Schulung umfasste danach sowohl das Sicherheitstraining f\u00fcr Notfallsituationen als auch die typische Arbeit im Servicebereich; die so erworbenen Kenntnisse und Qualifikationen wurden w\u00e4hrend der Ausbildung immer wieder \u00fcberpr\u00fcft. Die vom FG auf Grundlage dieser Feststellungen getroffene W\u00fcrdigung, dass die Kl\u00e4gerin berufsbezogen &#8211;n\u00e4mlich im Hinblick auf ihre T\u00e4tigkeit als Flugbegleiterin&#8211; ausgebildet wurde, ist deshalb revisionsrechtlich in keiner Weise zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Angesichts dessen kann f\u00fcr den Streitfall die Frage dahinstehen, ob die \u00a7\u00a7\u00a09 Abs. 6, 12 Nr.\u00a05 EStG inhaltlich insbesondere mit Blick auf das objektive Nettoprinzip sowie hinsichtlich des f\u00fcr sie geltenden zeitlichen Anwendungsbereichs i.d.F. des BeitrRLUmsG, beschlossen durch Gesetz vom 7.\u00a0Dezember 2011, aber anwendbar ab dem Veranlagungszeitraum 2004, verfassungsrechtlichen Anforderungen gen\u00fcgten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, VI R 6\/12 Berufsausbildung i.S. der \u00a7\u00a7 9 Abs. 6, 12 Nr. 5 EStG &#8211; Werbungskostenabzug bei Ausbildung einer Flugbegleiterin zur Verkehrsflugzeugf\u00fchrerin Leits\u00e4tze Weder die erstmalige Berufsausbildung i.S. des \u00a7 12 Nr. 5 EStG noch die i.S. des \u00a7 9 Abs. 6 EStG setzen ein Berufsausbildungsverh\u00e4ltnis nach dem Berufsbildungsgesetz oder eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-6-12-berufsausbildung-is-der-parpar-9-abs-6-12-nr-5-estg-werbungskostenabzug-bei-ausbildung-einer-flugbegleiterin-zur-verkehrsflugzeugfuehrerin\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;6\/12 &#8211; Berufsausbildung i.S. der &sect;&sect; 9 Abs. 6, 12 Nr. 5 EStG &#8211; Werbungskostenabzug bei Ausbildung einer Flugbegleiterin zur Verkehrsflugzeugf&uuml;hrerin<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-47917","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47917"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47917\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}