{"id":47918,"date":"2013-02-28T15:40:00","date_gmt":"2013-02-28T13:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=47918"},"modified":"2013-06-26T11:17:41","modified_gmt":"2013-06-26T09:17:41","slug":"vi-r-58-11-lohnzahlung-dritter-werbungskostenhoechstbetrag-fuer-haeusliches-arbeitszimmer-verfassungsmaessigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-58-11-lohnzahlung-dritter-werbungskostenhoechstbetrag-fuer-haeusliches-arbeitszimmer-verfassungsmaessigkeit\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;58\/11 &#8211; Lohnzahlung Dritter &#8211; Werbungskostenh&ouml;chstbetrag f&uuml;r h&auml;usliches Arbeitszimmer &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, VI R 58\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Lohnzahlung Dritter &#8211; Werbungskostenh\u00f6chstbetrag f\u00fcr h\u00e4usliches Arbeitszimmer &#8211; Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Zuwendung eines Dritten kann ausnahmsweise Arbeitslohn sein, wenn sie als Entgelt f\u00fcr eine Leistung beurteilt werden kann, die der Arbeitnehmer im Rahmen seines Dienstverh\u00e4ltnisses f\u00fcr seinen Arbeitgeber erbringt, erbracht hat oder erbringen soll.<\/p>\n<p>2. \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b i.V.m. \u00a7 52 Abs. 12 Satz 9 EStG i.d.F. des JStG 2010 begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, soweit danach Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer in den F\u00e4llen, in denen kein anderer Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung stand, r\u00fcckwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2007 auf einen Jahresbetrag von 1.250 EUR begrenzt wurden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig sind die einkommensteuerrechtliche Behandlung einer Zuwendung der ehemaligen Konzernmuttergesellschaft des Arbeitgebers an dessen Arbeitnehmer sowie die der Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger), Eheleute, waren im Streitjahr (2007) jeweils nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig; die Kl\u00e4gerin war als Realschullehrerin, der Kl\u00e4ger bei der A-GmbH besch\u00e4ftigt. Alleingesellschafterin der A-GmbH war die B-GmbH. Die B-GmbH ver\u00e4u\u00dferte s\u00e4mtliche Gesellschaftsanteile der A-GmbH mit Wirkung zum 1.\u00a0M\u00e4rz 2007 an die D-AG. Der Kl\u00e4ger erhielt am 14.\u00a0M\u00e4rz 2007 einen von der B-GmbH ausgestellten Scheck \u00fcber 5.200\u00a0EUR sowie ein Begleitschreiben vom 12.\u00a0M\u00e4rz 2007, das folgenden Wortlaut hatte:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">&#8222;Sehr geehrter Herr &#8230;,<br \/>\ndie bisherige Alleingesellschafterin der A-GmbH, die B-GmbH, hat ihre Gesch\u00e4ftsanteile an die D-AG verkauft. Der Verkauf wurde am 1.\u00a0M\u00e4rz rechtswirksam.<br \/>\nAus diesem Anlass schenkt Ihnen die B-GmbH die in beiliegendem Scheck verzeichnete Summe. Bei diesem Betrag handelt es sich um eine freiwillige, nicht mehr mit dem Arbeitsverh\u00e4ltnis im Zusammenhang stehende Zuwendung, die grunds\u00e4tzlich der Schenkungsteuer unterliegt. Die H\u00f6he der anfallenden Schenkungsteuer ist in Abh\u00e4ngigkeit von dem Zuwendungsbetrag der folgenden Tabelle zu entnehmen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Auch die anderen 166 Arbeitnehmer der A-GmbH erhielten Zuwendungen der B-GmbH, die sich insgesamt auf rund 2,8\u00a0Mio.\u00a0EUR beliefen. In einer Pressemitteilung der B-GmbH vom 15.\u00a0M\u00e4rz 2007 hei\u00dft es dazu:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">&#8222;Die B-GmbH verabschiedet sich von den 167 Mitarbeitern der an die D-AG verkauften (&#8230;) A-GmbH mit einem \u00dcberraschungsgeschenk: Jeder Mitarbeiter erh\u00e4lt 5.200\u00a0EUR, die schenkungsteuerfrei sind. Mit dem Bonus f\u00fcr die erweiterte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zahlt die B-GmbH 2,8 Mio.\u00a0EUR an die Belegschaft als au\u00dferordentliche Anerkennung f\u00fcr die geleistete Arbeit.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) behandelte in dem an die Kl\u00e4ger gerichteten Einkommensteuerbescheid des Streitjahrs die Zahlung in H\u00f6he von 5.200\u00a0EUR als einkommensteuerpflichtigen Arbeitslohn. Nach erfolglos durchgef\u00fchrtem Einspruchsverfahren erhoben die Kl\u00e4ger dagegen Klage und machten im Wege der Klageerweiterung dann auch Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer der als Lehrerin an einer Realschule t\u00e4tigen Kl\u00e4gerin in H\u00f6he von 2.286\u00a0EUR als weitere Werbungskosten mit der Begr\u00fcndung geltend, dass die Kl\u00e4gerin in der Schule keinen eigenen Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung habe. Im streitgegenst\u00e4ndlichen Einkommensteuerbescheid i.d.F. des \u00c4nderungsbescheids vom 14.\u00a0M\u00e4rz 2011 hatte das FA die Zuwendung in H\u00f6he von 5.200\u00a0EUR nach \u00a7\u00a034 Abs.\u00a01 des Einkommensteuergesetzes (EStG) erm\u00e4\u00dfigt besteuert und die Aufwendungen der Kl\u00e4gerin f\u00fcr ihr h\u00e4usliches Arbeitszimmer in H\u00f6he von 1.250\u00a0EUR als Werbungskosten ber\u00fccksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die dagegen gerichtete Klage, mit der die Kl\u00e4ger begehrten, die Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit um 5.200\u00a0EUR geringer anzusetzen sowie f\u00fcr das h\u00e4usliche Arbeitszimmer \u00fcber den schon angesetzten Betrag von 1.250\u00a0EUR hinaus weitere 1.036\u00a0EUR als Werbungskosten bei den Eink\u00fcnften der Kl\u00e4gerin aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit zu ber\u00fccksichtigen, abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger r\u00fcgen mit ihrer Revision die Verletzung des materiellen (Verfassungs-)Rechts und des formellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>\ndas angefochtene Urteil des FG D\u00fcsseldorf aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f\u00fcr 2007 vom 14.\u00a0M\u00e4rz 2011 dahingehend abzu\u00e4ndern, dass die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin um weitere 1.035,57\u00a0EUR und die Eink\u00fcnfte des Kl\u00e4gers aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit um 5.200\u00a0EUR geringer anzusetzen sind und die Einkommensteuer 2007 dementsprechend niedriger festgesetzt wird,<br \/>\nhilfsweise,<br \/>\neine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) dar\u00fcber einzuholen, ob \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 vom 8.\u00a0Dezember 2010 (JStG 2010) i.V.m. \u00a7\u00a09 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b EStG 2007 i.d.F. des JStG 2010 mit dem Grundgesetz (GG) insoweit unvereinbar ist, als danach auch die Abzugsf\u00e4higkeit von Werbungskosten f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer eines Arbeitnehmers, dem f\u00fcr die berufliche oder betriebliche T\u00e4tigkeit im Jahr 2007 kein anderer Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung steht, durch \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012 EStG i.d.F. des JStG 2010 r\u00fcckwirkend ohne \u00dcbergangsregelung auf einen Jahresbetrag von 1.250\u00a0EUR begrenzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndie Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die streitige Zuwendung in H\u00f6he von 5.200\u00a0EUR als Arbeitslohn des Kl\u00e4gers zu erfassen ist, dass die Aufwendungen f\u00fcr das h\u00e4usliche Arbeitszimmer der Kl\u00e4gerin nur im Rahmen des H\u00f6chstbetrages von 1.250\u00a0EUR als Werbungskosten zu ber\u00fccksichtigen sind sowie dass dieser H\u00f6chstbetrag keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Zu den Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit geh\u00f6ren gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 Satz 1 Nr.\u00a01 EStG &#8211;neben Geh\u00e4ltern und L\u00f6hnen&#8211; auch andere Bez\u00fcge und Vorteile, die &#8222;f\u00fcr&#8220; eine Besch\u00e4ftigung im \u00f6ffentlichen oder privaten Dienst gew\u00e4hrt werden, unabh\u00e4ngig davon, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht und ob es sich um laufende oder um einmalige Bez\u00fcge handelt (\u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 EStG). Diese Bez\u00fcge oder Vorteile gelten dann als f\u00fcr eine Besch\u00e4ftigung gew\u00e4hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh\u00e4ltnis veranlasst sind, ohne dass ihnen eine Gegenleistung f\u00fcr eine konkrete (einzelne) Dienstleistung des Arbeitnehmers zugrunde liegen muss. Eine Veranlassung durch das individuelle Dienstverh\u00e4ltnis ist vielmehr zu bejahen, wenn die Einnahmen dem Empf\u00e4nger mit R\u00fccksicht auf das Dienstverh\u00e4ltnis zuflie\u00dfen und sich als Ertrag der nichtselbst\u00e4ndigen Arbeit darstellen, wenn sich die Leistung des Arbeitgebers also im weitesten Sinne als Gegenleistung f\u00fcr das Zurverf\u00fcgungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist (st\u00e4ndige Senatsrechtsprechung, vgl. zuletzt Urteil vom 18.\u00a0Oktober 2012 VI\u00a0R\u00a064\/11, BFHE 239, 270, BFH\/NV 2013, 131, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Arbeitslohn kann nach der mittlerweile st\u00e4ndigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Urteile in BFHE 239, 270, BFH\/NV 2013, 131; vom 20.\u00a0Mai 2010 VI\u00a0R\u00a041\/09, BFHE 229, 346, BStBl II 2010, 1022; jeweils m.w.N.) ausnahmsweise auch bei der Zuwendung eines Dritten anzunehmen sein, wenn sie ein Entgelt &#8222;f\u00fcr&#8220; eine Leistung bildet, die der Arbeitnehmer im Rahmen des Dienstverh\u00e4ltnisses f\u00fcr seinen Arbeitgeber erbringt, erbracht hat oder erbringen soll. Voraussetzung ist, dass sie sich f\u00fcr den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit f\u00fcr den Arbeitgeber darstellt und im Zusammenhang mit dem Dienstverh\u00e4ltnis steht. Dagegen liegt dann kein Arbeitslohn vor, wenn die Zuwendung wegen anderer Rechtsbeziehungen oder wegen sonstiger, nicht auf dem Dienstverh\u00e4ltnis beruhender Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gew\u00e4hrt wird; Entsprechendes gilt, wenn die Zuwendung auf anderen Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitnehmer und Drittem gr\u00fcndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ob eine Zuwendung durch das Dienstverh\u00e4ltnis veranlasst ist, obliegt in erster Linie der tatrichterlichen W\u00fcrdigung durch das FG; dies gilt auch f\u00fcr die Zuwendung eines Dritten. Denn ob der entsprechende Leistungsaustausch den Eink\u00fcnften aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit oder aufgrund einer Sonderrechtsbeziehung einer anderen Einkunftsart oder dem nicht einkommensteuerbaren Bereich zuzurechnen ist, kann nur aufgrund einer grunds\u00e4tzlich der Tatsacheninstanz vorbehaltenen W\u00fcrdigung aller wesentlichen Umst\u00e4nde des Einzelfalles entschieden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds\u00e4tzen hat das FG eine Gesamtw\u00fcrdigung vorgenommen. Es gelangte dabei zu dem Ergebnis, dass die streitige Zahlung in H\u00f6he von 5.200\u00a0EUR durch das individuelle Dienstverh\u00e4ltnis des Kl\u00e4gers zur A-GmbH veranlasst gewesen sei und sich als Frucht der T\u00e4tigkeit f\u00fcr diese darstelle. Das FG hat den Veranlassungszusammenhang zum Arbeitsverh\u00e4ltnis insbesondere damit begr\u00fcndet, dass alle 167 Arbeitnehmer der A-GmbH die Zuwendungen der ehemaligen Konzernmutter erhalten h\u00e4tten, sie zusammen mit Bonuszahlungen ausgezahlt worden seien und in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Anteilsver\u00e4u\u00dferungsvertrag st\u00fcnden und deshalb eine Anerkennung f\u00fcr die geleistete Arbeit seien. Zu Recht hat das FG im Rahmen der Gesamtw\u00fcrdigung insbesondere auch das mit dem Scheck \u00fcbergebene Begleitschreiben vom 12.\u00a0M\u00e4rz 2007 ber\u00fccksichtigt und auch daraus geschlossen, dass Grund der Zuwendung das Arbeitsverh\u00e4ltnis des Kl\u00e4gers gewesen sei. Diese Gesamtw\u00fcrdigung ist nicht nur m\u00f6glich, sondern naheliegend und revisionsrechtlich jedenfalls nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Die von den Kl\u00e4gern dagegen vorgebrachten Einw\u00e4nde greifen im Ergebnis nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unerheblich sind insoweit die pers\u00f6nlichen Auffassungen und Einsch\u00e4tzungen der an der Zuwendung Beteiligten, wonach die Zahlung nicht im Zusammenhang mit dem Arbeitsverh\u00e4ltnis stehe, sondern unabh\u00e4ngig davon eine eigenst\u00e4ndige Schenkung darstelle. Denn auf die subjektive Einsch\u00e4tzung der Beteiligten kommt es, so zutreffend das FG, nicht an. Entscheidend sind vielmehr die vorgefundenen objektiven Tatumst\u00e4nde, die vom FG als Tatsacheninstanz eigenst\u00e4ndig zu w\u00fcrdigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entsprechendes gilt f\u00fcr den Einwand, dass das FG es verfahrensfehlerhaft unterlassen habe, die Akten des f\u00fcr die Schenkungsteuer zust\u00e4ndigen Finanzamts X beizuziehen. Denn insoweit ist nicht ersichtlich, welche konkreten Tatsachen sich hieraus ergeben sollten, die das FG h\u00e4tte ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen; solche haben die Kl\u00e4ger im finanzgerichtlichen Verfahren auch nicht vorgetragen. Allein die rechtliche W\u00fcrdigung des Finanzamts X, dass eine Schenkung vorliege, l\u00e4sst die einkommensteuerrechtliche W\u00fcrdigung des FG unber\u00fchrt. Dabei kann es der Senat angesichts des Umstandes, dass es im Falle der Kl\u00e4ger zu keiner Festsetzung der Schenkungsteuer gekommen war, dahinstehen lassen, in welcher Weise gegebenenfalls beim Vorliegen einer widerstreitenden Steuerfestsetzung i.S. des \u00a7\u00a0174 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 der Abgabenordung zu verfahren gewesen w\u00e4re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger k\u00f6nnen sich auch nicht mit Erfolg auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) berufen, wonach steuerpflichtiger Arbeitslohn nicht anzunehmen ist, wenn der Arbeitnehmer sich den Vorteil gegen den Willen des Arbeitgebers selbst zuteilt, weil dieser dann nicht &#8222;f\u00fcr&#8220; eine Besch\u00e4ftigung im \u00f6ffentlichen oder privaten Dienst gew\u00e4hrt werde (Senatsurteile vom 11.\u00a0Februar 2010 VI\u00a0R\u00a043\/09, BFHE 228, 354, BStBl II 2012, 266; vom 21.\u00a0April 2010 VI\u00a0R\u00a046\/08, BFHE 229, 228, BStBl II 2010, 848). Denn sie steht der W\u00fcrdigung des FG nicht entgegen, dass die bewusste und gewollte Zuwendung eines Dritten, n\u00e4mlich der B-GmbH, durch das Arbeitsverh\u00e4ltnis des Kl\u00e4gers veranlasst gewesen sei. Entsprechendes gilt f\u00fcr den Einwand, dass der Kl\u00e4ger durch die Annahme der Zuwendung gegen arbeitsvertraglich verbindliche Richtlinien der D-AG versto\u00dfen habe. Denn ungeachtet der Frage, ob diese Compliance-Regeln f\u00fcr die Konstellation, dass die Muttergesellschaft den Arbeitnehmern ihrer ehemaligen Tochtergesellschaft Geld zuwendet, \u00fcberhaupt anwendbar sind, schlie\u00dfen solche Richtlinien die vom FG getroffene einkommensteuerrechtliche Einordnung und W\u00fcrdigung als Lohnzahlungen jedenfalls nicht aus. Sollte der Kl\u00e4ger die streitigen Zuwendungen angesichts und in Befolgung dieser Compliance-Regeln in sp\u00e4teren Veranlagungszeitr\u00e4umen wieder zur\u00fcckgezahlt haben, spricht nichts dagegen, diese R\u00fcckzahlungen dann eink\u00fcnftemindernd zu ber\u00fccksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auch aus dem von den Kl\u00e4gern herangezogenen Senatsurteil vom 8.\u00a0Mai 2008 VI\u00a0R\u00a050\/05 (BFHE 221, 157, BStBl II 2008, 868) folgt nichts anderes. Denn dort hatte der Senat ein Arbeitsverh\u00e4ltnis in steuerlicher Hinsicht verneint, das im Streitfall der Kl\u00e4ger aber gerade besteht. Entsprechendes gilt ersichtlich f\u00fcr die Entscheidung des BFH, die eine Zuwendung eines Sponsors zugunsten eines Fu\u00dfballsportvereins durch \u00dcbergabe eines Schecks zur Finanzierung von Abl\u00f6sesummen f\u00fcr Spielereink\u00e4ufe im Rahmen des Tatbestands des \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 des Erbschaftsteuergesetzes zum Gegenstand hatte (BFH-Urteil vom 15.\u00a0M\u00e4rz 2007 II\u00a0R\u00a05\/04, BFHE 215, 540, BStBl II 2007, 472).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Die Kl\u00e4ger k\u00f6nnen ihre Revision auch nicht mit Erfolg auf Verfahrensm\u00e4ngel st\u00fctzen. Denn die von den Kl\u00e4gern ger\u00fcgten Verfahrensm\u00e4ngel liegen nicht vor. Das FG hat insbesondere nicht dadurch gegen \u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO versto\u00dfen, dass es die von den Kl\u00e4gern beantragte Beweiserhebung nicht durchgef\u00fchrt und die dazu benannten Zeugen nicht vernommen hat. Grunds\u00e4tzlich ist eine von den Beteiligten beantragte Beweiserhebung nur verzichtbar, wenn das Beweismittel f\u00fcr die zu treffende Entscheidung unerheblich ist, wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf\u00fchrenden als wahr unterstellt werden kann, wenn das Beweismittel unerreichbar ist oder wenn das Beweismittel unzul\u00e4ssig oder absolut untauglich ist (BFH-Urteil vom 3.\u00a0Dezember 2009 VI\u00a0R\u00a058\/07, BFHE 227, 365, BStBl II 2010, 531, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nachdem das FG die unter Beweis gestellte Behauptung als wahr unterstellt hatte, dass der Kl\u00e4ger die streitige Zuwendung nicht nur deshalb erhalten habe, weil er Arbeitnehmer der A-GmbH gewesen sei, hat es nach Ma\u00dfgabe der vorgenannten Rechtsgrunds\u00e4tze zutreffend die dazu beantragte Durchf\u00fchrung der Beweisaufnahme abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG hat weiter auch zu den \u00fcbrigen unter Beweis gestellten Behauptungen der Kl\u00e4ger eine Durchf\u00fchrung der Beweisaufnahme zu Recht abgelehnt. Denn das FG hat hierzu zutreffend ebenfalls darauf abgestellt, dass die insoweit formulierten Beweisfragen f\u00fcr den Ausgang des Rechtsstreits ersichtlich unerheblich gewesen seien. Das FG konnte es dahinstehen lassen, ob die Zuwendung durch die Arbeitgeberin des Kl\u00e4gers, auf deren Veranlassung oder mit deren Kenntnis erfolgt sei, ob der Kl\u00e4ger Vereinbarungen \u00fcber abfindungs\u00e4hnliche Zahlungen mit der B-GmbH oder mit der A-GmbH getroffen habe, ob er von diesen beiden Gesellschaften &#8222;Zahlungen im Rahmen des Unternehmensverkaufs seines Arbeitgebers&#8220; gefordert habe sowie, ob er den Verlust seines Arbeitsplatzes h\u00e4tte erwarten oder bef\u00fcrchten m\u00fcssen. Entsprechendes gilt zum Inhalt und der \u00dcberwachung der Verhaltensregeln der D-AG sowie, ob Verst\u00f6\u00dfe dagegen disziplinarische Folgen gehabt h\u00e4tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Nach \u00a7\u00a09 Abs.\u00a05 i.V.m. \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b Satz\u00a01 EStG i.d.F. des JStG 2010 kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten abziehen. Dies gilt nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b Satz\u00a02 EStG i.d.F. des JStG 2010 nicht, wenn f\u00fcr die betriebliche oder berufliche T\u00e4tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf\u00fcgung steht. In diesem Fall ist die H\u00f6he der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250\u00a0EUR begrenzt; allerdings gilt nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b Satz\u00a03 EStG i.d.F. des JStG 2010 die Beschr\u00e4nkung der H\u00f6he nach nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet\u00e4tigung bildet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Diese das h\u00e4usliche Arbeitszimmer betreffende Gesamtregelung kommt auch hier im Fall der Kl\u00e4gerin zur Anwendung. Denn gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a052 Abs.\u00a012 Satz\u00a09 EStG i.d.F. des JStG 2010 gilt die mit dem JStG 2010 geschaffene Neuregelung f\u00fcr alle offenen F\u00e4lle ab dem Veranlagungszeitraum 2007. Das FG hat nach Ma\u00dfgabe dieser Rechtsgrunds\u00e4tze auf Grundlage der von ihm getroffenen Feststellungen die Aufwendungen der Kl\u00e4gerin f\u00fcr deren h\u00e4usliches Arbeitszimmer zutreffend in H\u00f6he von 1.250\u00a0EUR ber\u00fccksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Ergebnis erfolglos ist der erstmals mit Revisionsschriftsatz vom 23.\u00a0Februar 2013 geltend gemachte Einwand, dass das FG festgestellt habe, die Kl\u00e4gerin nutze kein h\u00e4usliches Arbeitszimmer, sondern ein so genanntes au\u00dferh\u00e4usliches Arbeitszimmer im Sinne der Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteil vom 26.\u00a0Februar 2003 VI\u00a0R\u00a0160\/99, BFHE 202, 101, BStBl II 2003, 515), weil sich das Arbeitszimmer der Kl\u00e4gerin im Untergeschoss des Einfamilienhauses der Kl\u00e4ger befinde. Denn allein der Umstand, dass sich das h\u00e4usliche Arbeitszimmer und die \u00fcbrigen Teile der Wohnung nicht auf derselben Etage befinden, macht aus einem h\u00e4uslichen Arbeitszimmer kein au\u00dferh\u00e4usliches. Das ergibt sich auch nicht aus dem von den Kl\u00e4gern angef\u00fchrten Senatsurteil. Danach liegt ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer durch Einbindung in die h\u00e4usliche Sph\u00e4re vor, wenn der Raum zur privat genutzten Wohnung geh\u00f6rt. Davon ist nicht nur bei den eigentlichen Wohnr\u00e4umen, sondern auch bei Zubeh\u00f6rr\u00e4umen wie Abstell-, Keller- und Speicherr\u00e4umen auszugehen (Senatsurteil in BFHE 202, 101, BStBl II 2003, 515, unter Rz\u00a012). So liegt der Fall hier gerade auch angesichts der von den Kl\u00e4gern in Bezug genommenen und zu den finanzgerichtlichen Akten gereichten Grundrissen ihres Einfamilienhauses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat teilt die von den Kl\u00e4gern geltend gemachten verfassungsrechtlichen Bedenken gegen den begrenzten Abzug der Aufwendungen f\u00fcr das h\u00e4usliche Arbeitszimmer nicht. Die Regelung enth\u00e4lt insbesondere keine nachtr\u00e4gliche und belastende \u00c4nderung der Rechtsfolge, die nach der neueren Rechtsprechung des BVerfG einer besonderen Rechtfertigung vor dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten bedarf (BVerfG-Beschluss vom 7.\u00a0Juli 2010\u00a0 2\u00a0BvR\u00a0748\/05 u.a., BVerfGE 127, 61, BGBl I 2010, 1296).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Eine r\u00fcckwirkende Benachteiligung der Kl\u00e4gerin im Vergleich zu der zun\u00e4chst im Veranlagungszeitraum 2007 geltenden, dann aber durch die Entscheidung des BVerfG (Beschluss vom 6.\u00a0Juli 2010\u00a0\u00a02\u00a0BvL\u00a013\/09, BVerfGE 126, 268, BGBl I 2010, 1157) teilweise f\u00fcr mit dem Grundgesetz unvereinbar erkl\u00e4rte Regelung \u00fcber den Abzug von Aufwendungen f\u00fcr h\u00e4usliche Arbeitszimmer i.d.F. des Steuer\u00e4nderungsgesetzes 2007 ist nicht festzustellen. Zutreffend hat das FG insoweit darauf hingewiesen, dass nach dieser Regelung Aufwendungen f\u00fcr ein h\u00e4usliches Arbeitszimmer grunds\u00e4tzlich nicht abziehbar waren; ein Vertrauen darauf, dass derjenige, der neben dem h\u00e4uslichen Arbeitszimmer \u00fcber keinen anderen Arbeitsplatz verf\u00fcgte, Aufwendungen f\u00fcr das h\u00e4usliche Arbeitszimmer in voller H\u00f6he als Werbungskosten abziehen k\u00f6nnte, sei daher nicht entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Insbesondere bestand unter Ber\u00fccksichtigung der Rechtsprechung des BVerfG aber auch kein schutzw\u00fcrdiges Vertrauen darauf, dass der Gesetzgeber im Rahmen der Neuregelung f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2007 von einer Abzugsbeschr\u00e4nkung ganz Abstand nehmen m\u00fcsste. Eine solche abzugsbeschr\u00e4nkende Regelung galt von 1996 bis 2006; diese wurde mit Urteil des BVerfG vom 7.\u00a0Dezember 1999\u00a0 2\u00a0BvR\u00a0301\/98 (BVerfGE 101, 297, BStBl II 2000, 162) als mit Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG vereinbar erkl\u00e4rt (vgl. BFH-Urteil vom 27.\u00a0Oktober 2011 VI\u00a0R\u00a071\/10, BFHE 235, 448, BStBl II 2012, 234). Schon in dieser Entscheidung beurteilte das BVerfG angesichts des bei einem h\u00e4uslichen Arbeitszimmer gegebenen engen Zusammenhangs zur Sph\u00e4re der privaten Lebensf\u00fchrung den Ansatz einer grob pauschalierenden H\u00f6chstgrenze f\u00fcr derartige Aufwendungen als verfassungsrechtlich unbedenklich; auf diese Entscheidung nahm das BVerfG in seinem Beschluss in BVerfGE 126, 268, BGBl I 2010, 1157, der dem Gesetzgeber eine verfassungskonforme Neuregelung aufgegeben hatte, ausdr\u00fccklich Bezug und verwies insoweit auf die von 1996 bis 2006 geltende Vorg\u00e4ngerregelung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl\u00e4ger bestehen auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen den in \u00a7\u00a04 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 Nr.\u00a06b Satz\u00a03 EStG i.d.F. des JStG 2010 normierten H\u00f6chstbetrag f\u00fcr einen Werbungskostenabzug. Denn insoweit hatte das BVerfG entschieden, dass es dem Gesetzgeber auch unbenommen bleibt, bei der Bestimmung des H\u00f6chstbetrages die objektiv gegebene, staatlich jedoch nicht beobachtbare M\u00f6glichkeit privater Mitbenutzung des h\u00e4uslichen Arbeitszimmers pauschal zu ber\u00fccksichtigen (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 126, 268, BGBl I 2010, 1157, Rz\u00a047).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, VI R 58\/11 Lohnzahlung Dritter &#8211; Werbungskostenh\u00f6chstbetrag f\u00fcr h\u00e4usliches Arbeitszimmer &#8211; Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit Leits\u00e4tze 1. Die Zuwendung eines Dritten kann ausnahmsweise Arbeitslohn sein, wenn sie als Entgelt f\u00fcr eine Leistung beurteilt werden kann, die der Arbeitnehmer im Rahmen seines Dienstverh\u00e4ltnisses f\u00fcr seinen Arbeitgeber erbringt, erbracht hat oder erbringen soll. 2. \u00a7 4 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-58-11-lohnzahlung-dritter-werbungskostenhoechstbetrag-fuer-haeusliches-arbeitszimmer-verfassungsmaessigkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;58\/11 &#8211; Lohnzahlung Dritter &#8211; Werbungskostenh&ouml;chstbetrag f&uuml;r h&auml;usliches Arbeitszimmer &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-47918","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47918"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47918\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}