{"id":49003,"date":"1990-01-17T16:53:23","date_gmt":"1990-01-17T14:53:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=49003"},"modified":"2013-06-18T16:54:35","modified_gmt":"2013-06-18T14:54:35","slug":"bfh-urteil-vom-17-1-1990-ii-r-65_87-bstbl-1990-ii-s-530","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-17-1-1990-ii-r-65_87-bstbl-1990-ii-s-530\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 17.1.1990    (II R 65\/87) BStBl. 1990 II S. 530"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 17.1.1990 (II R 65\/87) BStBl. 1990 II S. 530<\/strong><\/p>\n<p>Die Bindung einer gemeinn\u00fctzigen Wohnungsgesellschaft an die Kostenmiete gem\u00e4\u00df \u00a7 7 Abs. 2 WGG geh\u00f6rt zu den pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnissen i.S. des \u00a7 9 Abs. 2 Satz 3 BewG.<\/p>\n<p>BewG \u00a7 9 Abs. 2 Satz 3; WGG \u00a7 7 Abs. 2.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Rheinland-Pfalz<strong><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin, eine gemeinn\u00fctzige Wohnungsgesellschaft, ist Eigent\u00fcmerin eines Mietwohngrundst\u00fcckes, dessen Bebauung mit \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rdert worden war. Nach R\u00fcckzahlung dieser Mittel am 30. Dezember 1983 schrieb das Finanzamt (FA) mit Bescheid vom 5. Oktober 1984 den Einheitswert des Grundst\u00fcckes zum 1. Januar 1984 auf 58.900 DM (von bisher 51.600 DM) fort mit der Begr\u00fcndung, die Eigenschaft &#8222;\u00f6ffentlich gef\u00f6rdert&#8220; sei weggefallen.<\/p>\n<p>Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen.<\/p>\n<p>Mit der vom FG zugelassenen Revision verfolgt die Kl\u00e4gerin weiterhin ihr Klageziel.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<strong><\/strong><\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision der Kl\u00e4gerin ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der Wegfall der \u00f6ffentlichen F\u00f6rderung war eine \u00c4nderung der tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse i.S. des \u00a7 22 Abs. 4 Nr. 1 des Bewertungsgesetzes (BewG). Denn mit diesem Ende der \u00f6ffentlichen F\u00f6rderung wurden die Wohnungen aus der Mietpreisbindung entlassen (\u00a7\u00a7 16 und 16a des Wohnungsbindungsgesetzes &#8211; WoBindG -; Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 18. Dezember 1985 II R 229\/83, BFHE 146, 95, BStBl II 1986, 445, und vom 15. Oktober 1986 II R 230\/81, BFHE 148, 174, BStBl II 1987, 201).<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin wendet ein, sie sei als gemeinn\u00fctzige Wohnungsgesellschaft gem\u00e4\u00df \u00a7 7 Abs. 2 des Wohnungsgemeinn\u00fctzigkeitsgesetzes (WGG) und \u00a7 13 der Verordnung zur Durchf\u00fchrung des Gesetzes \u00fcber die Gemeinn\u00fctzigkeit im Wohnungswesen (WGGDV) auch weiterhin an die Kostenmiete gebunden. Somit h\u00e4tten sich die tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse nicht ge\u00e4ndert, und die Voraussetzungen einer berichtigenden Wertfortschreibung nach \u00a7 22 Abs. 4 Nr. 1 BewG h\u00e4tten nicht vorgelegen.<\/p>\n<p>Dieser Einwand ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die durch R\u00fcckzahlung der \u00f6ffentlichen Mittel weggefallene Mietpreisbindung nach \u00a7 8 WoBindG war mit den Wohnungen des Grundst\u00fcckes verkn\u00fcpft, weil diese mit \u00f6ffentlichen Mitteln finanziert worden waren. Die fortbestehende Mietpreisbindung nach \u00a7 7 Abs. 2 WGG und \u00a7 13 WGGDV hat dagegen ihren Grund in den pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnissen der Kl\u00e4gerin als Eigent\u00fcmerin, n\u00e4mlich darin, da\u00df die Kl\u00e4gerin eine gemeinn\u00fctzige Wohnungsgesellschaft ist. Pers\u00f6nliche Verh\u00e4ltnisse d\u00fcrfen aber gem\u00e4\u00df \u00a7 9 Abs. 2 Satz 3 BewG nicht ber\u00fccksichtigt werden; denn der gemeine Wert ist ein objektiver Wert (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1971 III R 43\/70, BFHE 104, 373, BStBl II 1972, 313; vgl. auch R\u00f6ssler\/Troll, Kommentar zum Bewertungsgesetz und Verm\u00f6gensteuergesetz, 15. Aufl. 1989, \u00a7 79 BewG Rdnr. 107).<\/p>\n<p>Unerheblich ist daher auch, da\u00df &#8211; wie die Kl\u00e4gerin geltend macht &#8211; bei Versto\u00df gegen diese pers\u00f6nliche Mietpreisbindung nach \u00a7 19 WGG die Anerkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit entzogen werden kann. Denn mit diesem Versto\u00df w\u00fcrde die Kl\u00e4gerin nur einer ihr pers\u00f6nlich &#8211; in ihrer Eigenschaft als gemeinn\u00fctzige Wohnungsgesellschaft &#8211; auferlegten Pflicht, nicht aber irgendwelchen mit den Wohnungen selbst verbundenen Auflagen zuwiderhandeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 17.1.1990 (II R 65\/87) BStBl. 1990 II S. 530 Die Bindung einer gemeinn\u00fctzigen Wohnungsgesellschaft an die Kostenmiete gem\u00e4\u00df \u00a7 7 Abs. 2 WGG geh\u00f6rt zu den pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnissen i.S. des \u00a7 9 Abs. 2 Satz 3 BewG. BewG \u00a7 9 Abs. 2 Satz 3; WGG \u00a7 7 Abs. 2. 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