{"id":49578,"date":"2013-04-16T17:52:49","date_gmt":"2013-04-16T15:52:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=49578"},"modified":"2013-06-26T11:10:30","modified_gmt":"2013-06-26T09:10:30","slug":"vii-r-9-12-milchabgabe-ausschluss-der-sog-saldierung-bei-ueberschreitung-der-verfuegbaren-direktverkaufs-referenzmenge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-9-12-milchabgabe-ausschluss-der-sog-saldierung-bei-ueberschreitung-der-verfuegbaren-direktverkaufs-referenzmenge\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Milchabgabe: Ausschluss der sog. Saldierung bei &Uuml;berschreitung der verf&uuml;gbaren Direktverkaufs-Referenzmenge"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2013, VII R 9\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Milchabgabe: Ausschluss der sog. Saldierung bei \u00dcberschreitung der verf\u00fcgbaren Direktverkaufs-Referenzmenge<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Nach der im Zw\u00f6lfmonatszeitraum 2006\/2007 geltenden Milchabgabenverordnung nehmen nachtr\u00e4glich bekannt gewordene, die verf\u00fcgbare Direktverkaufs-Referenzmenge \u00fcberschreitende Milchmengen im Fall unrichtiger oder unvollst\u00e4ndiger Angaben des Milcherzeugers am sog. Saldierungsverfahren nicht teil. Dieser Ausschluss vom Saldierungsverfahren ist mit Unionsrecht vereinbar.<\/p>\n<p>2. Auch wenn ein Mitgliedstaat in einem bestimmten Zw\u00f6lfmonatszeitraum keine Milchabgabe an die Union abzuf\u00fchren hat, kann er gleichwohl von einem Erzeuger, der mit seinen Lieferungen oder Direktverk\u00e4ufen die verf\u00fcgbare Referenzmenge \u00fcberschritten hat, Milchabgabe in entsprechender H\u00f6he festsetzen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) ist eine Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts, die in ihrem landwirtschaftlichen Betrieb hergestellte Milch sowie Milcherzeugnisse verkauft. Als Ergebnis einer bei der Kl\u00e4gerin durchgef\u00fchrten Marktordnungspr\u00fcfung wurde (u.a.) festgestellt, dass diese im Zw\u00f6lfmonatszeitraum 2006\/2007 mit dem Verkauf von Milch und Milcherzeugnissen ihre Direktverkaufs-Referenzmenge nicht &#8211;wie von ihr angemeldet&#8211; um 720\u00a0225\u00a0kg, sondern um 928\u00a0505\u00a0kg \u00fcberschritten hatte. Hinsichtlich der Differenz von 208\u00a0280 kg versagte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) die Teilnahme am sog. Saldierungsverfahren und setzte mit Abgabenbescheid vom 20.\u00a0Mai 2010 Milchabgabe gegen die Kl\u00e4gerin fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Die Milchabgabe sei nach \u00a7\u00a7\u00a021, 24 der Verordnung zur Durchf\u00fchrung der EG-Milchabgabenregelung (MilchAbgV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 9.\u00a0August 2004 (BGBl I 2004, 2143) zu Recht festgesetzt worden, weil die Kl\u00e4gerin mit der direkt verkauften Milch sowie den \u00c4quivalenzmengen der Milcherzeugnisse, die das HZA zutreffend ermittelt habe, ihre Direktverkaufs-Referenzmenge \u00fcberschritten habe. Da die Kl\u00e4gerin mit ihrer Abgabeanmeldung die ihre Direktverkaufs-Referenzmenge \u00fcberschreitenden Mehrverk\u00e4ufe nur unvollst\u00e4ndig angegeben habe, sei sie mit diesen nachtr\u00e4glich ermittelten Mehrverk\u00e4ufen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a014 Abs.\u00a01 Satz\u00a06 MilchAbgV vom Saldierungsverfahren ausgeschlossen. Nach Art.\u00a04 Unterabs.\u00a02 der Verordnung (EG) Nr.\u00a01788\/2003 (VO Nr.\u00a01788\/2003) des Rates vom 29.\u00a0September 2003 \u00fcber die Erhebung einer Abgabe im Milchsektor (Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.\u00a0L\u00a0270\/123) schuldeten Milcherzeuger dem betreffenden Mitgliedstaat die Abgabe allein aufgrund der \u00dcberschreitung ihrer verf\u00fcgbaren Referenzmengen. Deshalb komme es auch nicht darauf an, ob in dem Zw\u00f6lfmonatszeitraum 2006\/ 2007 die einzelstaatliche Referenzmenge \u00fcberschritten worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl\u00e4gerin geltend, die Abgabe d\u00fcrfe nicht erhoben werden, weil die Bundesrepublik Deutschland der Union f\u00fcr den Zw\u00f6lfmonatszeitraum 2006\/2007 keine Abgabe wegen \u00dcberschreitung der einzelstaatlichen Referenzmenge schulde. Auch sei \u00a7\u00a014 Abs.\u00a01 Satz\u00a06 MilchAbgV rechtswidrig und d\u00fcrfe nicht angewendet werden. Mit dem Ausschluss vom Saldierungsverfahren nach dieser Vorschrift werde n\u00e4mlich eine Sanktion verh\u00e4ngt, f\u00fcr die es keine unionsrechtliche Rechtsgrundlage gebe. Dar\u00fcber hinaus habe sie (die Kl\u00e4gerin) die vom HZA zugrunde gelegten Milchmengen in ihrem Betrieb gar nicht erzeugen k\u00f6nnen. In ihrem Betrieb werde die bei der Herstellung von Milcherzeugnissen als Restprodukt \u00fcbrig bleibende Magermilch nicht vernichtet, sondern bei der Herstellung von Trinkmilch zur Reduktion des hohen Fettgehalts der Rohmilch dieser beigegeben. Dies sei unber\u00fccksichtigt geblieben, so dass bei der Berechnung der von ihr direkt verkauften und der Abgabenerhebung zugrunde gelegten Milchmengen ein Teil der Milch doppelt ber\u00fccksichtigt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das HZA schlie\u00dft sich der Auffassung des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl\u00e4gerin ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das angefochtene Urteil entspricht Bundesrecht (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a01 FGO). Der angefochtene Abgabenbescheid ist rechtm\u00e4\u00dfig (\u00a7\u00a0100 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Milchabgabe ist zu Recht festgesetzt worden, weil die Kl\u00e4gerin im Zw\u00f6lfmonatszeitraum 2006\/2007 mit der von ihr direkt verkauften Milch sowie den verkauften Milcherzeugnissen ihre Direktverkaufs-Referenzmenge \u00fcberschritten hat (\u00a7\u00a021 MilchAbgV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach dem Ergebnis der bei der Kl\u00e4gerin durchgef\u00fchrten Marktordnungspr\u00fcfung hat diese im o.g. Zw\u00f6lfmonatszeitraum 897\u00a0524\u00a0kg Milch und Milcherzeugnisse in einer Menge, die dem Milch\u00e4quivalent von 603\u00a0601\u00a0kg entspricht, mithin insgesamt 1\u00a0501\u00a0125\u00a0kg Milch verkauft und damit ihre Direktverkaufs-Referenzmenge in H\u00f6he von 572\u00a0620\u00a0kg um 928\u00a0505\u00a0kg \u00fcberschritten. Mit ihrem Vorbringen, sie habe eine solche Menge Milch nicht erzeugt und direkt vermarktet, vielmehr sei die Berechnung der direkt verkauften Milchmenge unzutreffend, weil die doppelte Verwertung eines Teils der erzeugten Milch in ihrem Betrieb zu sowohl Milcherzeugnissen als auch zu Trinkmilch unber\u00fccksichtigt geblieben sei, kann die Kl\u00e4gerin im Revisionsverfahren nicht geh\u00f6rt werden. Nach den f\u00fcr den Senat bindenden (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO) Feststellungen des FG sind die von der Kl\u00e4gerin erzeugten und direkt verkauften Mengen Milch und Milch\u00e4quivalente richtig ermittelt und berechnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Danach hat das HZA die Menge der verkauften Milcherzeugnisse anhand der Verkaufsaufzeichnungen der Kl\u00e4gerin zutreffend festgestellt und auch die \u00c4quivalente f\u00fcr die verkauften Rahmprodukte gem\u00e4\u00df Art.\u00a012 Abs.\u00a01 Unterabs.\u00a01 der Verordnung (EG) Nr.\u00a0595\/2004 (VO Nr.\u00a0595\/2004) der Kommission vom 30.\u00a0M\u00e4rz 2004 mit Durchf\u00fchrungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr.\u00a01788\/2003 (ABlEU Nr.\u00a0L 94\/22) zutreffend berechnet. Die Ermittlung der f\u00fcr die Herstellung der Milcherzeugnisse tats\u00e4chlich verwendeten Mengen gem\u00e4\u00df Art.\u00a012 Abs.\u00a01 Unterabs.\u00a03 VO Nr.\u00a0595\/2004 kommt im Streitfall nicht in Betracht, weil die Kl\u00e4gerin nach den Feststellungen des FG entsprechende Nachweise nicht vorgelegt hat. Die Revision behauptet zwar, die Kl\u00e4gerin habe &#8222;sehr wohl entsprechende Nachweise \u00fcber die konkret in ihrem Betrieb erzeugte und zur Verarbeitung der Milcherzeugnisse verwendete Milch vorgelegt&#8220;. Zul\u00e4ssige und begr\u00fcndete Revisionsgr\u00fcnde (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO) sind damit jedoch nicht vorgebracht. Ein solcher Nachweis muss im \u00dcbrigen schon an dem Umstand scheitern, dass &#8211;wie vom FG festgestellt&#8211; die Kl\u00e4gerin die von ihr selbst erzeugten Milchmengen nicht getrennt von den zugekauften Milchmengen gelagert hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Revision kann auch nicht mit Erfolg geltend machen, es sei &#8222;mit Denk- und Logikgesetzen nicht vereinbar&#8220;, dass die im Betrieb der Kl\u00e4gerin erzeugte Milchmenge, wie sie seitens des HZA berechnet und vom FG f\u00fcr zutreffend gehalten worden ist, in Anbetracht der Anzahl der dort gehaltenen Milchk\u00fche h\u00e4tte produziert werden k\u00f6nnen. Abgesehen davon, dass es sich bei den von der Revision zugrunde gelegten Milchmengen pro Kuh und Jahr lediglich um Durchschnittswerte handelt, die abweichende Werte durchaus denkgesetzlich zulassen, ist die Menge der im genannten Zw\u00f6lfmonatszeitraum von der Kl\u00e4gerin verkauften Milcherzeugnisse unstreitig festgestellt. Nach den Feststellungen des FG ist das sich aus diesen Mengen ergebende Milch\u00e4quivalent auch richtig nach den gesetzlichen Vorschriften (Art.\u00a012 Abs.\u00a01 Unterabs.\u00a01 und 2 VO Nr.\u00a0595\/2004 i.V.m. \u00a7\u00a025 MilchAbgV) berechnet worden. Geht man davon aus, dass die in diesen gesetzlichen Vorschriften festgelegten Umrechnungsfaktoren die Ermittlung zutreffender \u00c4quivalente erm\u00f6glichen, bleibt jedenfalls die nach Denkgesetzen und Erfahrungss\u00e4tzen nicht auszuschlie\u00dfende M\u00f6glichkeit, dass ein Teil der Milcherzeugnisse der Kl\u00e4gerin mit nicht angegebener hinzugekaufter Milch hergestellt worden ist. Anders als die Revision vortr\u00e4gt, konnte der Verdacht der Verarbeitung sog. &#8222;Schwarzmilch&#8220; im Verlauf des Ermittlungsverfahrens zwar nicht bewiesen, aber auch nicht ausger\u00e4umt werden. F\u00fchrt aber die Berechnung der Milch\u00e4quivalente f\u00fcr direkt verkaufte Milcherzeugnisse zu einer Rohmilchmenge, deren Herkunft nicht gekl\u00e4rt werden kann, obliegt es nicht &#8211;wie die Revision meint&#8211; dem HZA darzulegen, wie die errechneten Mengen erzeugt oder woher sie bezogen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit die Revision nunmehr die ihrer Ansicht nach unzutreffend berechneten Verkaufsmengen mit einer doppelten Verwertung bestimmter Rohmilchmengen im Betrieb der Kl\u00e4gerin zu erkl\u00e4ren versucht, handelt es sich um im Revisionsverfahren nicht zul\u00e4ssiges neues Tatsachenvorbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ob es sich bei Art.\u00a012 Abs.\u00a02 VO Nr.\u00a0595\/2004, der unter bestimmten Voraussetzungen die Ermittlung von Milch\u00e4quivalenten auf der Grundlage des Milchkuhbestands gestattet, um eine Vorschrift handelt, welche die Schaffung einer entsprechenden nationalen Regelung erlaubt, oder &#8211;wie die Revision meint&#8211; um eine unmittelbar anwendbare Vorschrift des Unionsrechts, kann offenbleiben, weil seine Voraussetzungen im Streitfall nicht vorliegen. Die Bestimmung der Milch\u00e4quivalente auf der Grundlage der vermarkteten Erzeugnisse hat sich nach den Feststellungen des FG nicht als schwierig erwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Da die Kl\u00e4gerin mit ihrer Abgabeanmeldung vom 10.\u00a0Mai 2007 eine nicht zutreffende \u00dcberschreitung ihrer Direktverkaufs-Referenzmenge um lediglich 720\u00a0225\u00a0kg angab, ist sie &#8211;wie das FG zu Recht entschieden hat&#8211; hinsichtlich der Differenz von 208\u00a0280\u00a0kg zu der nachtr\u00e4glich festgestellten \u00dcberschreitung in H\u00f6he von 928\u00a0505\u00a0kg vom sog. Saldierungsverfahren ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a024 Satz\u00a02 i.V.m. \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a04 und \u00a7\u00a014 Abs.\u00a01 Satz\u00a06 MilchAbgV k\u00f6nnen auch nachtr\u00e4glich (d.h. nach dem auf den jeweiligen Zw\u00f6lfmonatszeitraum folgenden 15.\u00a0Mai, vgl. f\u00fcr Direktverk\u00e4ufe: Art.\u00a011 Abs.\u00a02 VO Nr.\u00a0595\/2004) festgestellte \u00dcberlieferungen mit Unterlieferungen saldiert werden, falls nicht &#8211;wie im Streitfall&#8211; der Milcherzeuger dem Hauptzollamt unrichtige oder unvollst\u00e4ndige Angaben \u00fcber seine tats\u00e4chlichen Milchverk\u00e4ufe gemacht hat. Nach dem klaren Wortlaut der genannten Vorschriften ist dabei ein Verschulden des Milcherzeugers nicht Voraussetzung f\u00fcr den Ausschluss vom Saldierungsverfahren (Senatsbeschluss vom 21.\u00a0April 2009 VII\u00a0B\u00a074\/08, BFHE 225, 184, Zeitschrift f\u00fcr Z\u00f6lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2009, 223).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Anders als die Revision meint, handelt es sich hierbei auch nicht um eine Sanktion, f\u00fcr die es einer entsprechenden rechtlichen Grundlage im Unionsrecht bed\u00fcrfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach Art.\u00a010 Abs.\u00a03 VO Nr.\u00a01788\/2003 obliegt es den Mitgliedstaaten zu entscheiden, ob sie Milcherzeugern, die \u00fcberliefert haben, ungenutzte Teile zugewiesener Referenzmengen proportional zuweisen (vgl. Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 5.\u00a0Mai 2011 C-230\/09 und C-231\/09 &#8211;Etling und Etling&#8211;, ZfZ 2011, 185, Rz\u00a052; Senatsbeschluss vom 31.\u00a0Mai 2006 VII\u00a0B\u00a048\/05, BFHE 213, 459, ZfZ 2006, 373). Schaffen sie solche Saldierungsregelungen, sind ungenutzte Referenzmengen proportional zu den einzelbetrieblichen Referenzmengen der Milcherzeuger oder nach objektiven, von den Mitgliedstaaten festzulegenden Kriterien entweder auf nationaler Ebene oder auf der Ebene des Abnehmers und danach ggf. auf einzelstaatlicher Ebene (Art.\u00a010 Abs.\u00a03 Buchst.\u00a0a und b VO Nr.\u00a01788\/2003) zuzuweisen; weitere unionsrechtliche Vorgaben bestehen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Von dieser Erm\u00e4chtigung hat der deutsche Verordnungsgeber mit \u00a7\u00a014 MilchAbgV im Sinne einer Neuzuweisung ungenutzter Referenzmengen nach eigenen objektiven Kriterien Gebrauch gemacht (Senatsurteil vom 22.\u00a0Mai 2012 VII\u00a0R\u00a023\/08, BFHE 238, 287, ZfZ 2012, 267). Insoweit war ihm vom Unionsgesetzgeber ein weiter Ermessensspielraum unter Beachtung der allgemeinen Grunds\u00e4tze des Unionsrechts einger\u00e4umt (vgl. EuGH-Urteil in ZfZ 2011, 185, Rz\u00a073\u00a0ff.; Senatsbeschluss vom 25.\u00a0September 2003 VII\u00a0B\u00a0309\/02, BFHE 203, 243, ZfZ 2004, 17). Indem sich der deutsche Verordnungsgeber mit \u00a7\u00a014 Abs.\u00a01 Satz\u00a06 MilchAbgV daf\u00fcr entschieden hat, nach dem auf einen Zw\u00f6lfmonatszeitraum folgenden 15.\u00a0Mai bekannt gewordene \u00dcberlieferungen nur in das Saldierungsverfahren einzubeziehen, soweit keine unrichtigen oder unvollst\u00e4ndigen Angaben \u00fcber Milchlieferungen gemacht worden sind, hat er seinen unionsrechtlichen Ermessensspielraum nicht \u00fcberschritten. Es ist nicht erkennbar, dass Grunds\u00e4tze des Unionsrechts dieser Einschr\u00e4nkung der Saldierungsm\u00f6glichkeit entgegenstehen. Der Verordnungsgeber h\u00e4tte nach dem 15.\u00a0Mai bekannt gewordene \u00dcberlieferungen auch vollst\u00e4ndig von der Saldierung ausnehmen (vgl. die fr\u00fchere Milch-Garantiemengen-Verordnung) oder sogar auf die Neuzuweisung ungenutzter Referenzmengen ganz verzichten k\u00f6nnen. Einen unionsrechtlichen Anspruch auf Saldierung gibt es nicht (Senatsbeschluss vom 31.\u00a0Mai 2006 VII\u00a0B\u00a037\/05, BFH\/NV 2007, 285).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Versagung der Saldierung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a014 Abs.\u00a01 Satz\u00a06 Halbsatz\u00a02 MilchAbgV ist somit eine dem Gestaltungsspielraum des Verordnungsgebers entsprechende Beschr\u00e4nkung der Saldierungsm\u00f6glichkeit, jedoch keine dem Milcherzeuger auferlegte Sanktion. Mit den gem\u00e4\u00df Art.\u00a011 Abs.\u00a03 und 4 VO Nr.\u00a0595\/2004 f\u00fcr den Fall nicht fristgerecht abgegebener oder unrichtiger Erkl\u00e4rungen vorgesehenen Rechtsfolgen in Gestalt zus\u00e4tzlich zu leistender Betr\u00e4ge bzw. des Entzugs der Referenzmenge ist diese Beschr\u00e4nkung einer Verg\u00fcnstigung, auf deren Gew\u00e4hrung der Milcherzeuger keinen unionsrechtlichen Anspruch hat, nicht zu vergleichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Anders als die Revision meint, steht der Erhebung der Milchabgabe nicht entgegen, dass im Zw\u00f6lfmonatszeitraum 2006\/ 2007 die Gesamtmenge der Lieferungen und Direktverk\u00e4ufe die einzelstaatliche Referenzmenge nicht \u00fcberschritt und die Bundesrepublik Deutschland daher der Union keine Abgabe f\u00fcr diesen Zw\u00f6lfmonatszeitraum schuldete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der erkennende Senat hat f\u00fcr Streitf\u00e4lle, auf welche noch die Verordnung (EWG) Nr.\u00a03950\/92 (VO Nr.\u00a03950\/92) des Rates vom 28.\u00a0Dezember 1992 \u00fcber die Erhebung einer Zusatzabgabe im Milchsektor (Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.\u00a0L\u00a0405\/1) anzuwenden war, unter Hinweis auf deren Art.\u00a02 Abs.\u00a01 Unterabs.\u00a01 Satz\u00a02, Abs.\u00a02 Unterabs.\u00a03 sowie auf Art.\u00a03 Abs.\u00a01 Unterabs.\u00a01 der Verordnung (EWG) Nr.\u00a0536\/93 der Kommission vom 9.\u00a0M\u00e4rz 1993 mit Durchf\u00fchrungsbestimmungen zur Zusatzabgabe im Milchsektor (ABlEG Nr.\u00a0L\u00a0 57\/12) entschieden, dass zwischen den von den Mitgliedstaaten erhobenen Milchabgaben und den von ihnen an die Union abzuf\u00fchrenden Betr\u00e4gen keine strenge Akzessoriet\u00e4t besteht (Senatsbeschl\u00fcsse in BFHE 203, 243, ZfZ 2004, 17, und in BFHE 213, 459, ZfZ 2006, 373). An dieser Rechtsprechung h\u00e4lt der Senat fest, denn die genannten Vorschriften finden sich in entsprechender Weise in Art.\u00a04 Unterabs.\u00a01, Art.\u00a011 Abs.\u00a03 und Art.\u00a013 Abs.\u00a01 der im Streitfall anzuwendenden VO Nr.\u00a01788\/2003 sowie in Art.\u00a08 Abs.\u00a01 VO Nr.\u00a0595\/2004. Dar\u00fcber hinaus machen Art.\u00a04 Unterabs.\u00a02 VO Nr.\u00a01788\/2003 sowie der 5.\u00a0Erw\u00e4gungsgrund zu dieser Verordnung deutlich, dass es f\u00fcr die Abgabepflicht des Milcherzeugers in erster Linie auf die \u00dcberschreitung seiner verf\u00fcgbaren Referenzmenge ankommt, die Heranziehung zur Abgabe also auf seiner pers\u00f6nlichen Verantwortlichkeit f\u00fcr die von ihm \u00fcber seine Referenzmenge hinaus vermarktete Milch beruht (Senatsbeschluss in BFHE 213, 459, ZfZ 2006, 373).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Verhielte es sich so &#8211;wie die Revision meint&#8211;, dass der jeweilige Mitgliedstaat zun\u00e4chst die H\u00f6he der an die Union zu entrichtenden Milchabgabe zu ermitteln hat und dieser Betrag anschlie\u00dfend auf die ihre Referenzmenge \u00fcberschreitenden Milcherzeuger verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig verteilt wird, bed\u00fcrfte es weder der M\u00f6glichkeit einer Saldierung gem\u00e4\u00df Art.\u00a010 Abs.\u00a03 VO Nr.\u00a01788\/2003 noch der Regelung in Art.\u00a013 Abs.\u00a01 VO Nr.\u00a01788\/2003 \u00fcber die Verwendung erhobener Milchabgaben, welche die an die Union abzuf\u00fchrende Abgabe \u00fcbersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auch die Vorschriften \u00fcber die Zeitpunkte der Entrichtung der Milchabgabe durch die Abnehmer bzw. die Direktverk\u00e4ufer an den Mitgliedstaat (Art.\u00a011 Abs.\u00a01, Art.\u00a012 Abs.\u00a04 VO Nr.\u00a01788\/2003; Art.\u00a015 Abs.\u00a01 VO Nr.\u00a0595\/2004; \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01, \u00a7\u00a024 Satz\u00a03 MilchAbgV) und durch den Mitgliedstaat an die Union (Art.\u00a03 Abs.\u00a01 VO Nr.\u00a01788\/2003) machen deutlich, dass es i.S. des Art.\u00a04 VO Nr.\u00a01788\/2003 um die Aufteilung einer erst f\u00e4llig werdenden Abgabe des Mitgliedstaats geht, deren voraussichtliche H\u00f6he anhand der festgestellten \u00dcberschreitungen verf\u00fcgbarer Anlieferungs-Referenzmengen bzw. Direktverkaufs-Referenzmengen &#8211;ggf. berichtigt durch sog Saldierungen&#8211; ermittelt wird. Werden \u00dcberschreitungen verf\u00fcgbarer Referenzmengen erst nachtr\u00e4glich ermittelt, ohne dass diese am Saldierungsverfahren teilnehmen, kann dies dazu f\u00fchren, dass der betreffende Mitgliedstaat in der Summe einen h\u00f6heren Abgabenbetrag von den Milcherzeugern erhebt, als er an die Union abzuf\u00fchren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dass ein solches Ergebnis unionsrechtlich nicht zu beanstanden ist, hat der beschlie\u00dfende Senat bereits mit Beschluss in BFHE 213, 459, ZfZ 2006, 373 ausgef\u00fchrt. Daran ist festzuhalten. Da die Mitgliedstaaten zur Einf\u00fchrung sog. Saldierungsverfahren unionsrechtlich nicht verpflichtet sind, sondern von der Neuzuweisung nicht genutzter Referenzmengen absehen k\u00f6nnen, kann &#8211;was auch die Revision einr\u00e4umt&#8211; unter solchen Voraussetzungen die Gesamtmenge der \u00dcberlieferungen eines Zw\u00f6lfmonatszeitraums durchaus geringer sein als die einzelstaatliche Referenzmenge. Daraus wird deutlich, dass es das Unionsrecht zul\u00e4sst, wenn trotz nicht bestehender Abgabeschuld des betreffenden Mitgliedstaats dieser gleichwohl Milchabgabe von dem Milcherzeuger, der seine verf\u00fcgbare Referenzmenge \u00fcberschritten hat, erhebt. Wenn die Revision demgegen\u00fcber meint, dies sei anders zu sehen, wenn ein Mitgliedstaat &#8211;wie vorliegend die Bundesrepublik Deutschland&#8211; &#8222;eine vollst\u00e4ndige Saldierung angeordnet&#8220; habe, verkennt sie, dass \u00a7\u00a014 MilchAbgV eben keine &#8222;vollst\u00e4ndige Saldierung&#8220; vorschreibt, sondern bestimmte Referenzmengen\u00fcberschreitungen von der Saldierung ausnimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.4.2013, VII R 9\/12 Milchabgabe: Ausschluss der sog. Saldierung bei \u00dcberschreitung der verf\u00fcgbaren Direktverkaufs-Referenzmenge Leits\u00e4tze 1. Nach der im Zw\u00f6lfmonatszeitraum 2006\/2007 geltenden Milchabgabenverordnung nehmen nachtr\u00e4glich bekannt gewordene, die verf\u00fcgbare Direktverkaufs-Referenzmenge \u00fcberschreitende Milchmengen im Fall unrichtiger oder unvollst\u00e4ndiger Angaben des Milcherzeugers am sog. Saldierungsverfahren nicht teil. Dieser Ausschluss vom Saldierungsverfahren ist mit Unionsrecht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-9-12-milchabgabe-ausschluss-der-sog-saldierung-bei-ueberschreitung-der-verfuegbaren-direktverkaufs-referenzmenge\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;9\/12 &#8211; Milchabgabe: Ausschluss der sog. 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