{"id":49590,"date":"2013-05-08T17:52:33","date_gmt":"2013-05-08T15:52:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=49590"},"modified":"2013-06-26T11:16:32","modified_gmt":"2013-06-26T09:16:32","slug":"iii-b-140-12-anforderungen-an-die-darlegung-einer-divergenz-und-einer-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-140-12-anforderungen-an-die-darlegung-einer-divergenz-und-einer-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;140\/12 &#8211; Anforderungen an die Darlegung einer Divergenz und einer Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.5.2013, III B 140\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Darlegung einer Divergenz und einer Verletzung der Sachaufkl\u00e4rungspflicht<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) ist polnischer Staatsangeh\u00f6riger und Vater von drei im Februar 1995, April 1996 und Januar 2005 geborenen und in Polen lebenden Kindern. Unter dem 7.\u00a0Dezember 2007 wurde dem Kl\u00e4ger eine Bescheinigung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a05 des Freiz\u00fcgigkeitsgesetzes\/EU erteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 30.\u00a0Dezember 2010 setzte die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) auf Antrag des Kl\u00e4gers f\u00fcr die Monate M\u00e4rz 2007 bis Dezember 2007 unter Anrechnung in Polen erbrachter Familienleistungen Differenzkindergeld fest. F\u00fcr die Monate M\u00e4rz 2006 bis Februar 2007 lehnte die Familienkasse eine Kindergeldfestsetzung ab. Zur Begr\u00fcndung verwies sie darauf, dass der Kl\u00e4ger insoweit weder im Besitz einer Freiz\u00fcgigkeitsbescheinigung noch eines nach \u00a7\u00a062 des Einkommensteuergesetzes (EStG) g\u00fcltigen Aufenthaltstitels gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsschreiben vom 31.\u00a0Januar 2011 wandte sich der Kl\u00e4ger gegen die Ablehnung des Kindergeldantrags f\u00fcr die Monate Januar 2006 bis einschlie\u00dflich Februar 2007. Mit Einspruchsentscheidung vom 24.\u00a0M\u00e4rz 2011 wies die Familienkasse den Einspruch als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck. Die hiergegen auf Kindergeldgew\u00e4hrung von Januar 2006 bis Februar 2007 gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr\u00fcndet ab. Zur Begr\u00fcndung verwies es im Wesentlichen darauf, dass der Kl\u00e4ger im Streitzeitraum nicht freiz\u00fcgigkeitsberechtigter Ausl\u00e4nder gewesen sei. F\u00fcr polnische Staatsangeh\u00f6rige h\u00e4tten nach den Bedingungen des zum 1.\u00a0Mai 2004 erfolgten Beitritts zur EU Beschr\u00e4nkungen hinsichtlich der Arbeitsaufnahme nichtselbst\u00e4ndig T\u00e4tiger gegolten. Nach \u00a7\u00a039 Abs.\u00a06 des Aufenthaltsgesetzes nach der in den Streitjahren geltenden Fassung habe der Arbeitgeber bis zum 30.\u00a0April 2011 eine Arbeitserlaubnis beantragen m\u00fcssen. Nach \u00a7\u00a0284 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB\u00a0III) nach der in den Streitjahren geltenden Fassung sei eine Besch\u00e4ftigung nur mit Genehmigung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit m\u00f6glich gewesen. Die f\u00fcr nicht freiz\u00fcgigkeitsberechtigte Ausl\u00e4nder erforderlichen Anspruchsvoraussetzungen des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 EStG habe der Kl\u00e4ger nicht erf\u00fcllt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl\u00e4ger die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und wegen des Vorliegens von Verfahrensfehlern (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit \u00c4nderungsbescheid vom 22.\u00a0M\u00e4rz 2013 gew\u00e4hrte die Familienkasse f\u00fcr die Monate M\u00e4rz 2006 bis August 2006 Differenzkindergeld in H\u00f6he von jeweils 143,53\u00a0EUR pro Monat f\u00fcr das erste und zweite Kind und in H\u00f6he von 128,92\u00a0EUR pro Monat f\u00fcr das dritte Kind, da der Kl\u00e4ger in diesem Zeitraum in Deutschland nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig gewesen und nach \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 EStG als unbeschr\u00e4nkt einkommensteuerpflichtig behandelt worden sei. F\u00fcr September 2006 bis Februar 2007 scheide ein Kindergeldanspruch aus, da der Kl\u00e4ger in diesem Zeitraum keine Eink\u00fcnfte i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a03 EStG i.V.m. \u00a7\u00a049 EStG erzielt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul\u00e4ssig und wird durch Beschluss verworfen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 FGO). Der Kl\u00e4ger hat die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde nicht in der durch \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO geforderten Art und Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei \u00fcber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f\u00fcr beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl\u00e4rt werden kann und dass eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (z.B. BFH-Beschluss vom 31.\u00a0M\u00e4rz 2010 IV\u00a0B\u00a0131\/08, BFH\/NV 2010, 1487). Zur schl\u00fcssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr\u00fcge muss der Beschwerdef\u00fchrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss\u00e4tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus den behaupteten, mit Datum sowie Aktenzeichen und\/oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen\u00fcberstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (z.B. Senatsbeschluss vom 11.\u00a0M\u00e4rz 2011 III\u00a0B\u00a076\/10, BFH\/NV 2011, 981).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Beschwerdebegr\u00fcndung legt zwar dar, das FG habe den Rechtssatz aufgestellt, dass ein Pole trotz des zum 1.\u00a0Mai 2004 erfolgten Beitritts Polens zur EU wegen der bis einschlie\u00dflich April 2011 bestehenden Beschr\u00e4nkungen der Arbeitnehmerfreiz\u00fcgigkeit nicht als freiz\u00fcgigkeitsberechtigter Ausl\u00e4nder i.S. des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a01 EStG anzusehen sei. Indessen stellt sie diesem Rechtssatz keinen hiervon abweichenden Rechtssatz eines anderen Gerichts gegen\u00fcber. Vielmehr f\u00fchrt der Kl\u00e4ger zum einen bereits selbst aus, dass in den von ihm benannten, beim BFH gef\u00fchrten Verfahren III\u00a0R\u00a05\/09 und III\u00a0R\u00a035\/10 weder das Ausgangs- noch das Rechtsmittelgericht \u00fcberhaupt Ausf\u00fchrungen zur Anwendbarkeit des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a01 EStG gemacht h\u00e4tten. Zum anderen hat der Kl\u00e4ger auch aus dem dar\u00fcber hinaus angef\u00fchrten Urteil des erkennenden Senats (vom 7.\u00a0April 2011 III\u00a0R\u00a089\/08, BFH\/NV 2011, 1324) keinen von der angegriffenen FG-Entscheidung abweichenden Rechtssatz herausgearbeitet. \u00dcberdies fehlt es an jeglichen Ausf\u00fchrungen zur Vergleichbarkeit der den einzelnen Entscheidungen zugrundeliegenden Sachverhalte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Ausf\u00fchrungen des Kl\u00e4gers sind auch nicht ausreichend, um darin eine sinngem\u00e4\u00df geltend gemachte Rechtsfrage von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung zu erblicken, die eine Revisionszulassung nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO rechtfertigen w\u00fcrde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO setzt voraus, dass der Beschwerdef\u00fchrer eine hinreichend bestimmte Rechtsfrage herausstellt, deren Kl\u00e4rung im Interesse der Allgemeinheit an der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und der Fortentwicklung des Rechts erforderlich ist und die im konkreten Streitfall kl\u00e4rbar ist. Dazu ist auszuf\u00fchren, ob und in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr\u00fcnden die Rechtsfrage umstritten ist. Vor allem sind, sofern zu dem Problemkreis Rechtsprechung und \u00c4u\u00dferungen im Fachschrifttum vorhanden sind, eine grundlegende Auseinandersetzung damit sowie eine Er\u00f6rterung geboten, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als gekl\u00e4rt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Kl\u00e4rung bedarf (z.B. Senatsbeschluss vom 22.\u00a0Oktober 2003 III\u00a0B\u00a014\/03, BFH\/NV 2004, 224).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Es fehlt insoweit bereits an der hinreichenden Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung und der Literatur sowie der Darstellung, inwieweit sich daraus eine umstrittene Rechtsfrage ergibt. Wie vom Kl\u00e4ger ausgef\u00fchrt, ist der Senat in seinen beiden Vorabentscheidungsersuchen vom 21.\u00a0Oktober 2010 III\u00a0R\u00a05\/09 (BFHE 231, 183) und III\u00a0R\u00a035\/10 (BFHE 231, 194) an den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union auf die Frage der Freiz\u00fcgigkeitsberechtigung nicht eingegangen. In dem vom Kl\u00e4ger benannten Senatsurteil in BFH\/NV 2011, 1324 spielte die Frage, ob polnische Staatsangeh\u00f6rige, die sich als Arbeitnehmer im Inland aufhalten, bereits im Zeitraum von Mai 2004 bis einschlie\u00dflich April 2011 als freiz\u00fcgigkeitsberechtigte Ausl\u00e4nder anzusehen sind, schon deshalb keine Rolle, weil der Kl\u00e4ger in dem dort entschiedenen Fall auch die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit besa\u00df. Die einzige vom Kl\u00e4ger angegebene Literaturmeinung (Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 31.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a062 Rz\u00a09) geht auf die Frage, ob die Freiz\u00fcgigkeitsberechtigung i.S. des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 EStG durch die nach dem EU-Beitritt Polens zun\u00e4chst geltenden Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Arbeitnehmer ber\u00fchrt wird, ebenfalls nicht ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Aus den gleichen Gr\u00fcnden scheidet eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) aus. Dieser Zulassungsgrund stellt einen Spezialfall der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO dar und setzt daher ebenfalls die Darlegung einer kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigen und kl\u00e4rbaren Rechtsfrage voraus (Senatsbeschluss vom 30.\u00a0Januar 2012 III\u00a0B\u00a0153\/11, BFH\/NV 2012, 705, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Schlie\u00dflich kommt eine Revisionszulassung auch nicht wegen Vorliegens eines Verfahrensmangels in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl\u00e4ger mangelnde Sachaufkl\u00e4rung r\u00fcgt (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 FGO), w\u00e4ren f\u00fcr eine schl\u00fcssige Verfahrensr\u00fcge Ausf\u00fchrungen dazu erforderlich gewesen, welche Tatsachen das FG h\u00e4tte aufkl\u00e4ren m\u00fcssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl\u00e4rung voraussichtlich ergeben h\u00e4tten, inwiefern eine weitere Aufkl\u00e4rung des Sachverhalts auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen und aus welchen Gr\u00fcnden sich dem FG unter Ber\u00fccksichtigung seines Rechtsstandpunkts die Notwendigkeit einer weiteren Aufkl\u00e4rung des Sachverhalts h\u00e4tte aufdr\u00e4ngen m\u00fcssen (st\u00e4ndige BFH-Rechtsprechung, z.B. Beschl\u00fcsse vom 18.\u00a0M\u00e4rz 2004 VII\u00a0B\u00a053\/03, BFH\/NV 2004, 978; vom 28.\u00a0Juli 2004 IX\u00a0B\u00a0136\/03, BFH\/NV 2005, 43, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen gen\u00fcgt das Vorbringen des Kl\u00e4gers nicht. Der Kl\u00e4ger tr\u00e4gt zwar sinngem\u00e4\u00df vor, das FG h\u00e4tte aufkl\u00e4ren m\u00fcssen, ob er im Streitzeitraum im Besitz der nach dem materiell-rechtlichen Standpunkt des FG erforderlichen Arbeitserlaubnis gewesen sei. Er legt jedoch nicht dar, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl\u00e4rung voraussichtlich ergeben h\u00e4tten. Vielmehr f\u00fchrt er nur aus, es seien keine Anhaltspunkte daf\u00fcr ersichtlich, dass er sich ohne eine zu diesem Zeitpunkt noch erforderliche Arbeitserlaubnis im Inland aufgehalten habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit sich der Kl\u00e4ger dar\u00fcber hinaus dagegen wendet, dass das FG eine solche Arbeitserlaubnis auch nicht aus der Tatsache der bei den Sozialversicherungsbeh\u00f6rden durch den Arbeitgeber erfolgten Meldung des Kl\u00e4gers als Arbeitnehmer habe folgern wollen, wendet er sich im Kern nicht gegen eine mangelhafte Aufkl\u00e4rung des Sachverhalts, sondern gegen eine seiner Ansicht nach fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG. Mit der R\u00fcge einer vermeintlich fehlerhaften Rechtsanwendung (Tatsachen- bzw. Beweisw\u00fcrdigung) l\u00e4sst sich jedoch die Zulassung der Revision grunds\u00e4tzlich nicht erreichen (z.B. Senatsbeschluss vom 2.\u00a0September 2011 III\u00a0B\u00a09\/10, BFH\/NV 2012, 65, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>5. Von einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.5.2013, III B 140\/12 Anforderungen an die Darlegung einer Divergenz und einer Verletzung der Sachaufkl\u00e4rungspflicht Tatbestand 1 I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) ist polnischer Staatsangeh\u00f6riger und Vater von drei im Februar 1995, April 1996 und Januar 2005 geborenen und in Polen lebenden Kindern. Unter dem 7.\u00a0Dezember 2007 wurde dem Kl\u00e4ger eine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-140-12-anforderungen-an-die-darlegung-einer-divergenz-und-einer-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;140\/12 &#8211; Anforderungen an die Darlegung einer Divergenz und einer Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-49590","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49590"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49590\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}