{"id":49591,"date":"2013-05-22T17:52:29","date_gmt":"2013-05-22T15:52:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=49591"},"modified":"2013-06-26T11:16:59","modified_gmt":"2013-06-26T09:16:59","slug":"iii-b-1-13-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-bei-kumulativer-urteilsbegruendung-verletzung-des-rechtlichen-gehoers-durch-verstoss-gegen-die-sog-beachtungspflicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-1-13-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-bei-kumulativer-urteilsbegruendung-verletzung-des-rechtlichen-gehoers-durch-verstoss-gegen-die-sog-beachtungspflicht\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;1\/13 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage bei kumulativer Urteilsbegr&uuml;ndung &#8211; Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs durch Versto&szlig; gegen die sog. Beachtungspflicht"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.5.2013, III B 1\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunds\u00e4tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage bei kumulativer Urteilsbegr\u00fcndung &#8211; Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs durch Versto\u00df gegen die sog. Beachtungspflicht<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist serbische Staatsangeh\u00f6rige und im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis i.S. des \u00a7\u00a025 Abs.\u00a05 des Gesetzes \u00fcber den Aufenthalt, die Erwerbst\u00e4tigkeit und die Integration von Ausl\u00e4ndern im Bundesgebiet. Sie ist die Mutter eines im August 1984 geborenen Sohnes und einer im September 1993 geborenen Tochter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) lehnte den Antrag der Kl\u00e4gerin auf Gew\u00e4hrung von Kindergeld f\u00fcr ihre beiden Kinder mit Bescheid vom 14.\u00a0April 2010 ab. Zur Begr\u00fcndung verwies sie darauf, dass die Kl\u00e4gerin die besonderen Anspruchsvoraussetzungen des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht erf\u00fclle. Den dagegen gerichteten Einspruch wies die Familienkasse mit Einspruchsentscheidung vom 4.\u00a0Mai 2010 als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die hiergegen auf Kindergeldgew\u00e4hrung f\u00fcr die Zeit von M\u00e4rz 2010 bis August 2010 gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr\u00fcndet ab. Zur Begr\u00fcndung verwies es zum einen darauf, dass die Kl\u00e4gerin nicht ansatzweise dargetan und nachgewiesen habe, dass die allgemeinen Voraussetzungen f\u00fcr die Kindergeldgew\u00e4hrung vorl\u00e4gen. Zum anderen ging es davon aus, dass ein Kindergeldanspruch der Kl\u00e4gerin selbst bei Erf\u00fcllung der \u00fcbrigen Anspruchsvoraussetzungen ausscheide, weil die Kl\u00e4gerin nicht die speziellen Voraussetzungen des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 EStG erf\u00fclle und die Regelung des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 EStG auch unter Ber\u00fccksichtigung des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 10.\u00a0Juli 2012\u00a0\u00a01\u00a0BvL\u00a03\/10 (BGBl I 2012, 1898) als verfassungsgem\u00e4\u00df zu erachten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehrt die Kl\u00e4gerin die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) und wegen des Vorliegens von Verfahrensm\u00e4ngeln (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet und durch Beschluss zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO) oder zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Eine Rechtsfrage hat grunds\u00e4tzliche Bedeutung i.S. des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO, wenn ihre Beantwortung durch den Bundesfinanzhof (BFH) aus Gr\u00fcnden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Dabei soll es sich um eine aus rechtssystematischen Gr\u00fcnden bedeutsame Frage handeln, die kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und im zu erwartenden Revisionsverfahren kl\u00e4rungsf\u00e4hig sein muss. An der Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit fehlt es in den F\u00e4llen, in denen das FG seine Entscheidung kumulativ auf mehrere Gr\u00fcnde gest\u00fctzt hat, von denen jeder f\u00fcr sich gesehen die Entscheidung tr\u00e4gt, jedoch nur hinsichtlich einer Begr\u00fcndung eine Rechtsfrage von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung aufgeworfen wird (vgl. u.a. BFH-Beschl\u00fcsse vom 4.\u00a0Juli 2007 IV\u00a0B\u00a0103\/06, juris, und vom 25.\u00a0Juli 2007 VI\u00a0B\u00a026\/07, BFH\/NV 2007, 1890; Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0115 Rz\u00a031, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Davon ausgehend fehlt es den von der Beschwerde aufgeworfenen Rechtsfragen, ob die in \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 Buchst.\u00a0b EStG geforderten Anspruchsvoraussetzungen mit dem Grundgesetz (GG) in Einklang stehen bzw. ob sie wegen der Regelungen der Art.\u00a026 und Art.\u00a027 Abs.\u00a03 des \u00dcbereinkommens \u00fcber die Rechte des Kindes &#8211;UN-Kinderrechtskonvention&#8211; vom 20.\u00a0November 1989 (BGBl II 1992, 121, 990) unbeachtlich sind, an ihrer Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit. Das FG hat sein Urteil hinsichtlich der Ablehnung des Kindergeldanspruchs der Kl\u00e4gerin doppelt begr\u00fcndet. Zum einen hat es sich zwar darauf gest\u00fctzt, dass die Kl\u00e4gerin die durch \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 EStG aufgestellten besonderen Anspruchsvoraussetzungen f\u00fcr Ausl\u00e4nder mit bestimmten Aufenthaltstiteln nicht erf\u00fcllt habe. Zum anderen hat es jedoch auch darauf abgestellt, dass die Kl\u00e4gerin die \u00fcbrigen, allgemein geltenden Anspruchsvoraussetzungen f\u00fcr einen Kindergeldanspruch nicht ansatzweise dargetan und nachgewiesen habe. Die Beschwerde wirft indessen Grundsatzfragen nur bez\u00fcglich der Anwendung des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 EStG auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Aus dem gleichen Grund scheitert auch eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO). Da es sich insoweit um einen Unterfall des Zulassungsgrundes der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO handelt, muss es sich auch in diesem Fall um eine kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige und kl\u00e4rbare Rechtsfrage von allgemeinem Interesse handeln (z.B. Senatsbeschluss vom 6.\u00a0Juni 2006 III\u00a0B\u00a0202\/05, BFH\/NV 2006, 1653).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensfehlers zuzulassen, auf dem das FG-Urteil beruhen k\u00f6nnte (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO). Das FG-Urteil enth\u00e4lt keine Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0119 Nr.\u00a03 FGO in Gestalt eines Versto\u00dfes gegen die sogenannte Beachtungspflicht (Art.\u00a0103 Abs.\u00a01 GG, \u00a7\u00a096 Abs.\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Beachtungspflicht ist erst dann verletzt, wenn sich im Einzelfall aus besonderen Umst\u00e4nden klar ergibt, dass das FG \u00c4u\u00dferungen eines Verfahrensbeteiligten zu entscheidungserheblichen Fragen nicht zur Kenntnis genommen bzw. bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw\u00e4gung gezogen hat. Das Gericht ist nicht verpflichtet, sich mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr\u00fcnden ausdr\u00fccklich auseinanderzusetzen (vgl. u.a. Senatsbeschluss vom 15.\u00a0September 2006 III\u00a0B\u00a0197\/05, BFH\/NV 2007, 28; BFH-Beschl\u00fcsse vom 13.\u00a0April 2007 V\u00a0B\u00a0122\/05, BFH\/NV 2007, 1517, sowie vom 17.\u00a0M\u00e4rz 2010 X\u00a0B\u00a062\/09, BFH\/NV 2010, 1825). Eine Verletzung rechtlichen Geh\u00f6rs liegt jedoch dann vor, wenn das Gericht Sachverhalt und Sachvortrag, auf den es ankommen kann, nicht nur nicht ausdr\u00fccklich bescheidet, sondern \u00fcberhaupt nicht ber\u00fccksichtigt. Ein Anspruch darauf, dass das Gericht einen Verfahrensbeteiligten &#8222;erh\u00f6rt&#8220;, sich also seinen rechtlichen Ansichten oder seiner Sachverhaltsw\u00fcrdigung anschlie\u00dft, ergibt sich aus dem Recht auf Gew\u00e4hrung des rechtlichen Geh\u00f6rs dagegen nicht (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1517).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) In der angegriffenen Entscheidung hat das FG die Beachtungspflicht nicht verletzt. Das FG hat zu erkennen gegeben, dass es die Frage der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 EStG sowohl im Hinblick auf die Gr\u00fcnde gepr\u00fcft hat, die das Bundessozialgericht (BSG) veranlasst haben, \u00a7\u00a01 Abs.\u00a06 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0c und Nr.\u00a03 des Bundeserziehungsgeldgesetzes (BErzGG) dem BVerfG vorzulegen, als auch im Hinblick auf die Erw\u00e4gungen, die das BVerfG in dem daraufhin ergangenen Beschluss in BGBl I 2012, 1898 zur Annahme einer Verfassungswidrigkeit des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a06 Nr.\u00a03 Buchst.\u00a0b BErzGG gef\u00fchrt haben. Der Umstand, dass das FG dabei zun\u00e4chst auf die Vorlagebeschl\u00fcsse des BSG eingeht und erst dann auf die Entscheidung des BVerfG, belegt entgegen der Ansicht der Kl\u00e4gerin nicht, dass das FG insoweit von einem noch nicht abgeschlossenen Verfahren der konkreten Normenkontrolle ausgegangen ist. Vielmehr ergibt sich aus dem in diesem Zusammenhang erfolgten Verweis auf die Ausf\u00fchrungen des FG in zwei vorangegangenen Prozesskostenhilfebeschl\u00fcssen, dass das FG insoweit nur die Wiederholung fr\u00fcherer Begr\u00fcndungen vermeiden wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nur eine Frage der materiellen Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Entscheidung und nicht indessen einen Versto\u00df gegen die Beachtungspflicht stellt es schlie\u00dflich dar, dass das FG unter Ber\u00fccksichtigung der Rechtsprechung des beschlie\u00dfenden Senats zu dem &#8211;der Rechtsauffassung der Kl\u00e4gerin widersprechenden&#8211; Ergebnis gelangt ist, \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 EStG sei verfassungsgem\u00e4\u00df und eine Verfassungswidrigkeit des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a06 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0c i.V.m. Nr.\u00a03 Buchst.\u00a0b BErzGG ber\u00fchre die G\u00fcltigkeit des \u00a7\u00a062 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 EStG nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.5.2013, III B 1\/13 Grunds\u00e4tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage bei kumulativer Urteilsbegr\u00fcndung &#8211; Verletzung des rechtlichen Geh\u00f6rs durch Versto\u00df gegen die sog. Beachtungspflicht Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin) ist serbische Staatsangeh\u00f6rige und im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis i.S. des \u00a7\u00a025 Abs.\u00a05 des Gesetzes \u00fcber den Aufenthalt, die Erwerbst\u00e4tigkeit und die Integration &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-1-13-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-bei-kumulativer-urteilsbegruendung-verletzung-des-rechtlichen-gehoers-durch-verstoss-gegen-die-sog-beachtungspflicht\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;1\/13 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage bei kumulativer Urteilsbegr&uuml;ndung &#8211; Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs durch Versto&szlig; gegen die sog. 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