{"id":50149,"date":"2012-11-14T13:14:26","date_gmt":"2012-11-14T11:14:26","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=50149"},"modified":"2013-06-23T13:21:32","modified_gmt":"2013-06-23T11:21:32","slug":"vi-r-56-11-geldwerter-vorteil-beim-erwerb-einer-verguenstigten-jahresnetzkarte-jobticket-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-56-11-geldwerter-vorteil-beim-erwerb-einer-verguenstigten-jahresnetzkarte-jobticket-6\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;56\/11 &#8211; Geldwerter Vorteil beim Erwerb einer verg&uuml;nstigten Jahresnetzkarte (Jobticket)"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2012, VI R 56\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Geldwerter Vorteil beim Erwerb einer verg\u00fcnstigten Jahresnetzkarte (Jobticket)<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Sachbezug i.S. des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 1 EStG liegt auch dann vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer durch Vereinbarung mit einem Verkehrsbetrieb das Recht zum Erwerb einer verg\u00fcnstigten Jahresnetzkarte (Jobticket) einr\u00e4umt, soweit sich dies f\u00fcr den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit f\u00fcr den Arbeitgeber darstellt.<\/p>\n<p>2. Dieser geldwerte Vorteil flie\u00dft den Arbeitnehmern mit Aus\u00fcbung des Bezugsrechts, also dem Erwerb der Jahresnetzkarten, zu.<\/p>\n<p>3. Auf diesen Zeitpunkt ist der Vorteil aus der Verwertung des Bezugsrechts nach \u00a7 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewerten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob monatliche Zahlungen, die die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) im Rahmen eines sog. Jobticketprogramms an zwei Verkehrsbetriebe geleistet hat, unter die 44\u00a0EUR-Freigrenze des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz 9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) fallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin schloss mit dem A-Verkehrsverbund &#8211;und der B-Gesellschaft&#8211; im September 2002 eine (sich ohne K\u00fcndigung jeweils um ein weiteres Jahr verl\u00e4ngernde) Vereinbarung \u00fcber die Ausgabe sog. Jobtickets. Danach k\u00f6nnen alle Mitarbeiter der Kl\u00e4gerin ein solches Ticket erwerben (\u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 der Vereinbarung). Bei den Jobtickets handelt es sich um erm\u00e4\u00dfigte, auf den Namen der Mitarbeiter ausgestellte, nicht \u00fcbertragbare Jahreskarten f\u00fcr das Verbundnetz des A-Verkehrsverbunds bzw. der B-Gesellschaft (\u00a7\u00a01 Abs.\u00a02 der Vereinbarung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>F\u00fcr alle Mitarbeiter mit Wohnort in bestimmten Postleitzahlbezirken, die mit den Tarifgebieten des A-Verkehrsverbunds und der B-Gesellschaft \u00fcbereinstimmen (im Jahr 2005: 5\u00a0547), entrichtet die Kl\u00e4gerin monatlich einen der H\u00f6he nach bestimmten Grundbetrag (im Jahr 2005: im Durchschnitt 6,135\u00a0EUR je Mitarbeiter) an die beiden Verkehrsbetriebe (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 der Vereinbarung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Durch Zahlung des Grundbetrags erhielt jeder Mitarbeiter der Kl\u00e4gerin das Recht, ein sog. Jobticket als erm\u00e4\u00dfigte Jahreskarte zu erwerben (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a03 der Vereinbarung). Hierf\u00fcr war von dem Mitarbeiter ein monatlicher Eigenanteil (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a04 der Vereinbarung) durch zwingend vorgeschriebenen Lastschrifteinzug (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a05 der Vereinbarung) an den A-Verkehrsverbund bzw. die B-Gesellschaft zu entrichten. Ausgabe und Zahlung der Jobtickets wurden \u00fcber das DB-Abo-Center abgewickelt. Nach Erteilung einer Einzugserm\u00e4chtigung durch die Mitarbeiter, die ein Jobticket bezogen, wurde der Eigenanteil f\u00fcr das Jobticket vom Girokonto des Mitarbeiters monatlich abgebucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Bei einer Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfung stellte der Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfer fest, dass die Kl\u00e4gerin im Jahr 2005 f\u00fcr 5\u00a0547 Mitarbeiter Grundbetr\u00e4ge in H\u00f6he von insgesamt 408.370\u00a0EUR (5\u00a0547 Mitarbeiter x 6,135\u00a0EUR x 12 Monate = 408.370\u00a0EUR) an die Verkehrsbetriebe A und B entrichtet, aber nicht dem Lohnsteuerabzug unterworfen hatte. Der Lohnsteuer-Au\u00dfenpr\u00fcfer beurteilte diese Betr\u00e4ge als steuerbaren geldwerten Vorteil, der im Streitfall 73,62\u00a0EUR (12 x 6,135\u00a0EUR) je Arbeitnehmer betrage und nicht monatlich, sondern sofort und in vollem Umfang zugeflossen sei. Die monatliche 44\u00a0EUR-Freigrenze f\u00fcr Sachbez\u00fcge sei deshalb \u00fcberschritten. Denn bei den von den einzelnen Arbeitnehmern erworbenen Jobtickets handele es sich ausnahmslos um Jahreskarten. Der geldwerte Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten \u00dcberlassung solcher Karten flie\u00dfe nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) insgesamt im Zeitpunkt der \u00dcberlassung zu. Die Inanspruchnahme des Arbeitgebers erfolge aus Vereinfachungsgr\u00fcnden, weil gleiche Berechnungsfehler bei einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Arbeitnehmern gemacht worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem und erlie\u00df unter dem Datum 18.\u00a0Dezember 2007 einen entsprechenden Haftungsbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 180 ver\u00f6ffentlichten Gr\u00fcnden ab. Der angefochtene Haftungsbescheid sei rechtm\u00e4\u00dfig. Denn die den Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin einger\u00e4umte M\u00f6glichkeit, eine verbilligte Jahreskarte der Verkehrsbetriebe, die den \u00f6ffentlichen Nahverkehr im Umland der Kl\u00e4gerin betreiben, zu erwerben, stelle einen geldwerten Vorteil dar. Hier\u00fcber bestehe zwischen den Beteiligten zu Recht kein Streit. Auch \u00fcber die H\u00f6he des gesamten geldwerten Vorteils bestehe \u00dcbereinstimmung. Diesen habe der Pr\u00fcfer nach dem von der Kl\u00e4gerin an die Verkehrsbetriebe entsprechend den Vereinbarungen \u00fcber die Ausgabe von A-\/B-Jobtickets vom 16. bzw. 23.\u00a0September 2002 im Jahr 2005 gezahlten Grundbetrag in H\u00f6he von 408.370\u00a0EUR (5\u00a0547 Mitarbeiter x 12 Monate x 6,135\u00a0EUR = 408.370\u00a0EUR) angesetzt. Dies sei nicht zu beanstanden. Entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin komme vorliegend auch nicht die 44\u00a0EUR-Freigrenze gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a09 EStG, H\u00a031 (1-4) der Lohnsteuer-Hinweise 2005 zur Anwendung. Denn der geldwerte Vorteil sei den Arbeitnehmern mit Aush\u00e4ndigung der Jahreskarte einmalig (sofort) f\u00fcr das gesamte Jahr und nicht monatlich zugeflossen. Der Umstand, dass die Arbeitnehmer die Gegenleistung f\u00fcr das Jobticket bzw. die Kl\u00e4gerin die Zusch\u00fcsse monatlich an die Verkehrsbetriebe entrichteten, sei insoweit ohne Belang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r\u00fcgt die Kl\u00e4gerin die Verletzung materiellen Rechts (\u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 EStG i.V.m. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a09 EStG). Das FG habe vorliegend die in \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a09 EStG geregelte 44\u00a0EUR-Freigrenze zu Unrecht nicht angewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>\ndas Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 30.\u00a0August 2011\u00a0\u00a03\u00a0K\u00a02579\/09 und die Einspruchsentscheidung vom 4.\u00a0November 2009 sowie den Haftungsbescheid wegen Lohnsteuer f\u00fcr das Jahr 2005 vom 18.\u00a0Dezember 2007 insoweit abzu\u00e4ndern, als Zuwendungen f\u00fcr den Erwerb eines sog. Jobtickets in H\u00f6he von 408.370\u00a0EUR lohnversteuert worden sind,<br \/>\nhilfsweise das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG Rheinland-Pfalz zur\u00fcckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndie Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a042d Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 EStG haftet der Arbeitgeber f\u00fcr die Lohnsteuer, die er nach \u00a7\u00a038 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn f\u00fcr Rechnung des Arbeitnehmers einzubehalten und nach \u00a7\u00a041a Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 EStG abzuf\u00fchren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Zu den Einnahmen aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit geh\u00f6ren nach \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 Satz 1 Nr.\u00a01 EStG i.V.m. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 EStG alle G\u00fcter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverh\u00e4ltnis f\u00fcr das Zurverf\u00fcgungstellen seiner individuellen Arbeitskraft zuflie\u00dfen. Hierzu z\u00e4hlen neben Geh\u00e4ltern, L\u00f6hnen, Gratifikationen und Tantiemen auch andere &#8222;Bez\u00fcge und Vorteile&#8220;, die &#8222;f\u00fcr&#8220; eine Besch\u00e4ftigung im \u00f6ffentlichen oder privaten Dienst gew\u00e4hrt werden. Dabei ist gleichg\u00fcltig, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht (\u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 EStG) oder unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie gew\u00e4hrt werden (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 der Lohnsteuer-Durchf\u00fchrungsverordnung in der im Streitjahr geltenden Fassung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Zu diesen Einnahmen z\u00e4hlen auch Sachbez\u00fcge, wie sie in \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG im Klammerzusatz als Regelbeispiel aufgef\u00fchrt sind &#8222;Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbez\u00fcge&#8220;. Ein Sachbezug liegt auch vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Anspruch, eine Sach- und Dienstleistung beziehen zu k\u00f6nnen, einr\u00e4umt (BFH-Urteil vom 11.\u00a0November 2010 VI\u00a0R\u00a041\/10, BFHE 232, 63, BStBl II 2011, 389). Allerdings muss die Zuwendung einen wirklichen Wert haben und darf nicht blo\u00df einen ideellen Vorteil darstellen (vgl. bereits BFH-Urteil vom 10.\u00a0Juni 1966 VI 261\/64, BFHE 86, 642, BStBl III 1966, 607). Entscheidend f\u00fcr die Bejahung eines geldwerten Vorteils durch den verbilligten oder unentgeltlichen Sachbezug ist, dass ein objektiver Betrachter aus der Sicht des Empf\u00e4ngers einen geldwerten Vorteil im Sinne einer objektiven Bereicherung bejahen w\u00fcrde (vgl. BFH-Urteile vom 30.\u00a0Mai 2001 VI\u00a0R\u00a0123\/00, BFHE 195, 376, BStBl II 2002, 230; vom 28.\u00a0Juni 2007 VI\u00a0R\u00a045\/02, BFH\/NV 2007, 1871, und vom 21.\u00a0April 2010 X\u00a0R\u00a043\/08, BFH\/NV 2010, 1436).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Diese Bereicherung muss den Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin auch &#8222;f\u00fcr&#8220; ihre Arbeitsleistung gew\u00e4hrt worden sein. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung (z.B. BFH-Urteile vom 30.\u00a0Mai 2001 VI\u00a0R\u00a0159\/99, BFHE 195, 364, BStBl II 2001, 815; vom 22.\u00a0M\u00e4rz 1985 VI\u00a0R\u00a0170\/82, BFHE 143, 544, BStBl II 1985, 529; vom 11.\u00a0Dezember 2008 VI\u00a0R\u00a09\/05, BFHE 224, 70, BStBl II 2009, 385; vom 30.\u00a0Juli 2009 VI\u00a0R\u00a054\/08, BFH\/NV 2010, 30, und vom 20.\u00a0Mai 2010 VI\u00a0R\u00a041\/09, BFHE 229, 346, BStBl II 2010, 1022) werden Bez\u00fcge oder Vorteile f\u00fcr eine Besch\u00e4ftigung gew\u00e4hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh\u00e4ltnis veranlasst sind. Erforderlich ist nicht, dass sie eine Gegenleistung f\u00fcr eine konkrete (einzelne) Dienstleistung des Arbeitnehmers sind. Eine Veranlassung durch das individuelle Dienstverh\u00e4ltnis ist vielmehr zu bejahen, wenn die Einnahmen dem Empf\u00e4nger mit R\u00fccksicht auf das Dienstverh\u00e4ltnis zuflie\u00dfen und sich als Ertrag der nichtselbst\u00e4ndigen Arbeit darstellen, d.h. wenn die Leistung des Arbeitgebers im weitesten Sinne als Gegenleistung f\u00fcr das Zurverf\u00fcgungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers zuflie\u00dft (vgl. H\u00a070 des Lohnsteuer-Handbuchs 2005 unter &#8222;Allgemeines zum Arbeitslohnbegriff&#8220;; Schmidt\/ Kr\u00fcger, EStG, 31.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a019 Rz\u00a024, m.w.N.). Auch Preisvorteile und Rabatte, die Arbeitnehmer von Dritten erhalten, sind nur dann Lohn, wenn sie sich f\u00fcr den Arbeitnehmer als Frucht seiner Arbeit f\u00fcr den Arbeitgeber darstellen und im Zusammenhang mit dem Dienstverh\u00e4ltnis stehen (BFH-Urteil vom 18.\u00a0Oktober 2012 VI\u00a0R\u00a064\/11, zur amtlichen Ver\u00f6ffentlichung bestimmt, BFH\/NV 2013, 131).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Zugeflossen ist eine Einnahme dann, wenn der Empf\u00e4nger die wirtschaftliche Verf\u00fcgungsmacht \u00fcber die in Geld oder Geldeswert bestehenden G\u00fcter erlangt hat (st\u00e4ndige Rechtsprechung des BFH, zuletzt Urteile vom 4.\u00a0Mai 2006 VI\u00a0R\u00a019\/03, BFHE 213, 381, BStBl II 2006, 832; vom 14.\u00a0Juni 2005 VIII\u00a0R\u00a047\/03, BFH\/NV 2005, 2181; vom 18.\u00a0Dezember 2001 IX\u00a0R\u00a074\/98, BFH\/NV 2002, 643; jeweils m.w.N.). Der \u00dcbergang der wirtschaftlichen Verf\u00fcgungsmacht richtet sich nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalls (BFH-Urteile vom 9.\u00a0M\u00e4rz 1990 VI\u00a0R\u00a048\/87, BFHE 160, 447, BStBl II 1990, 711, unter 2.d; vom 14.\u00a0Mai 1982 VI\u00a0R\u00a0124\/77, BFHE 135, 542, BStBl II 1982, 469, unter III.2.b). Bei einer Sachzuwendung ist der Zufluss eines geldwerten Vorteils zu bejahen, wenn der Arbeitnehmer den Vorteil tats\u00e4chlich in Anspruch genommen hat. Es kommt nicht darauf an, ob er ihn an einen Dritten abtreten oder in Geld umsetzen kann (BFH-Urteil in BFHE 160, 447, BStBl II 1990, 711, m.w.N.). Ist Gegenstand der Sachzuwendung ein Recht, (bei einem Dritten) eine (verg\u00fcnstigte) Sach- oder Dienstleistung zu beziehen, ist der Vorteil und damit der Arbeitslohn nicht bereits mit Einr\u00e4umung des Bezugsrechts durch den Arbeitgeber, sondern erst mit Aus\u00fcbung des Rechts, d.h. der Inanspruchnahme der Sach- oder Dienstleistung durch den Arbeitnehmer zugeflossen (vgl. BFH-Urteil vom 20.\u00a0November 2008 VI\u00a0R\u00a025\/05, BFHE 223, 419, BStBl II 2009, 382, m.w.N. zum Zuflusszeitpunkt von Arbeitslohn bei handelbaren Optionsrechten).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>e) Nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG sind Sachbez\u00fcge mit dem um \u00fcbliche Preisnachl\u00e4sse geminderten \u00fcblichen Endpreis am Abgabeort anzusetzen. Sie bleiben jedoch nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a09 EStG au\u00dfer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 44\u00a0EUR (ab 2004) im Kalendermonat nicht \u00fcbersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Gemessen an diesen Grunds\u00e4tzen hat das FG das von der Kl\u00e4gerin ihren Arbeitnehmern einger\u00e4umte Recht, eine verg\u00fcnstigte Jahresnetzkarte der Verkehrsbetriebe, die den \u00f6ffentlichen Nahverkehr im Umland der Kl\u00e4gerin betreiben, zu erwerben, zutreffend als einen geldwerten Vorteil beurteilt (a), der den Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin f\u00fcr ihre Arbeitsleistung gew\u00e4hrt wurde (b). Es hat jedoch den darin innewohnenden Vorteil unzutreffend bewertet und deshalb die Bemessungsgrundlage der Lohnsteuerhaftungsschuld fehlerhaft bestimmt (c und d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Auch die Beteiligten gehen zu Recht davon aus, dass im Streitfall kein Bar-, sondern Sachlohn i.S. des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG dadurch zugewendet worden ist, dass die Kl\u00e4gerin ihren Arbeitnehmern das Recht zum Bezug verg\u00fcnstigter Jahresnetzkarten der Verkehrsbetriebe A und B einger\u00e4umt hat. Durch die Zuwendung dieses Bezugsrechts waren die Arbeitnehmer der Kl\u00e4gerin auch bereichert. Denn sie hatten f\u00fcr die Anschaffung von Jahresnetzkarten der Verkehrsbetriebe A und B im Rahmen des Jobticketprogramms einen geringeren als den Normalpreis zu entrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Das Recht zum Bezug verg\u00fcnstigter Jahresnetzkarten des A-Verkehrsverbunds und der B-Gesellschaft (Bezugsrecht) ist den Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin nach den unangefochtenen und bindenden Feststellungen des FG auch aufgrund ihrer Besch\u00e4ftigung gew\u00e4hrt worden und daher zu Recht vom FG als Arbeitslohn beurteilt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Der streitgegenst\u00e4ndliche geldwerte Vorteil ist den Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin mit Aus\u00fcbung des Bezugsrechts, also dem (einmaligen) Erwerb der Jahresnetzkarten sofort zugeflossen. Damit ist der Vorteil in ihr wirtschaftliches Eigentum gelangt. Bei Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin, die das Bezugsrecht nicht ausge\u00fcbt und keine Jahresnetzkarten erworben haben, ist hingegen kein Zufluss zu verzeichnen. Denn allein das Einr\u00e4umen von Anspr\u00fcchen vermag den Zufluss von Arbeitslohn noch nicht zu bewirken (BFH-Urteile vom 23.\u00a0Juni 2005 VI\u00a0R\u00a0124\/99, BFHE 209, 549, BStBl II 2005, 766; VI\u00a0R\u00a010\/03, BFHE 209, 559, BStBl II 2005, 770; vom 20.\u00a0Juni 2001 VI\u00a0R\u00a0105\/99, BFHE 195, 395, BStBl II 2001, 689).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) F\u00fcr den Zufluss des in dem Bezugsrecht verk\u00f6rperten geldwerten Vorteils ist unerheblich, ob das Jobticket(-Abonnement) von Arbeitnehmern oder Verkehrsbetrieben gek\u00fcndigt werden kann. Denn der durch den Arbeitgeber vermittelte Preisnachlass ist mit dem Erwerb des erm\u00e4\u00dfigten Jobtickets zugeflossen. Dieser tats\u00e4chliche Vorgang wird durch eine K\u00fcndigung und die damit einhergehende R\u00fcckgew\u00e4hr von Leistungen nicht ber\u00fchrt. Auch der Umstand, ob die am Jobticketprogramm teilnehmenden Arbeitnehmer ihren Eigenanteil an die Verkehrsbetriebe einmalig oder monatlich entrichten, ist f\u00fcr den Zufluss des arbeitgeberseitig gew\u00e4hrten Vorteils ohne Belang. Denn f\u00fcr den Zufluss der Leistung ist unerheblich, ob der Leistungsempf\u00e4nger eine Gegenleistung schuldet und erbringt. Weiter ohne Bedeutung f\u00fcr den Zufluss des Bezugsrechts sind die Einzelheiten der Zahlung, die der Arbeitgeber f\u00fcr den &#8222;Erwerb&#8220; des an seine Arbeitnehmer vermittelten Vorteils aufzuwenden hat. Auch hier k\u00f6nnen etwa &#8211;wie im Streitfall&#8211; monatliche Zahlungen an den vorteilsgew\u00e4hrenden Dritten keinen anteiligen monatlichen Zufluss des Bezugsrechts bewirken. Denn der Vorteil aus diesem Recht ist den Arbeitnehmern im Streitfall mit Aus\u00fcbung des Rechts sofort und nicht aufgrund arbeitgeberseitiger Zahlungen an einen Dritten zugeflossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Damit ist im Streitfall schlie\u00dflich f\u00fcr die Frage des Zuflusses auch bedeutungslos, ob das Recht der Arbeitnehmer zum Erwerb des Jobtickets ausdr\u00fccklich von der Zahlung des monatlichen Grundbetrags durch den Arbeitgeber abh\u00e4ngt. Mit ihrer gegenteiligen Auffassung verkennt die Kl\u00e4gerin, dass weder die Bedingung, unter der das Bezugsrecht steht, noch der Umstand der monatlichen Zahlung des Grundbetrags durch die Kl\u00e4gerin vom bezugsberechtigten Arbeitnehmer verlangt, das Bezugsrecht jeden Monat &#8211;etwa durch den Erwerb einer Monatskarte&#8211; neu auszu\u00fcben. \u00c4hnlich wie Sperr- und Haltefristen beim Erwerb von Aktien (BFH-Urteil vom 30.\u00a0Juni 2011 VI\u00a0R\u00a037\/09, BFHE 234, 187, BStBl II 2011, 923) stehen Bedingung und Zahlungsmodalit\u00e4ten dem Zufluss im vorgenannten Sinne nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Auf den Zeitpunkt des Zuflusses ist der Vorteil aus der Verwertung des Bezugsrechts zu bewerten (\u00a7\u00a011 Abs.\u00a01 EStG). Nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG sind Einnahmen, die nicht in Geld bestehen, mit den um \u00fcbliche Preisnachl\u00e4sse geminderten \u00fcblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen. Deshalb besteht der geldwerte Vorteil im Streitfall nicht bereits in der Differenz zwischen dem \u00fcblichen Endpreis (Verkaufspreis) einer mit den von den Arbeitnehmern bezogenen vergleichbaren Jahreskarte am Abgabeort und den diesbez\u00fcglichen Aufwendungen der Arbeitnehmer. Hiervon sind vielmehr noch die \u00fcblichen Preisnachl\u00e4sse, die der Verkehrsbetrieb im Rahmen eines Jobticketprogramms den Arbeitnehmern gew\u00e4hrt, und damit in der Regel der \u00fcber Zuzahlungen des Arbeitgebers an den Verkehrsbetrieb hinausgehende Nachlass auf den \u00fcblichen Endpreis vorteilsmindernd zu ber\u00fccksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die Vorentscheidung beruht teilweise auf einer anderen Rechtsauffassung und ist daher aufzuheben. Die Sache ist jedoch nicht spruchreif. Denn das FG hat zur Frage der Bewertung des Vorteils aus der Aus\u00fcbung des Bezugsrechts keine Feststellungen getroffen, da es der Auffassung des FA gefolgt ist, die Zahlungen der Kl\u00e4gerin an die Verkehrsbetriebe A und B f\u00fchrten zu entsprechenden geldwerten Vorteilen bei den Arbeitnehmern der Kl\u00e4gerin. Diese Vorteile bemessen sich jedoch unabh\u00e4ngig von den Aufwendungen des Arbeitgebers allein nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG. Das FG wird daher im zweiten Rechtsgang zu pr\u00fcfen haben, in welchem Umfang der dem vorliegenden Jobticketprogramm innewohnende Vorteil, d.h. der Nachlass auf den Normalpreis einer entsprechenden Jahresnetzkarte, den teilnehmenden Arbeitnehmern durch den Arbeitgeber vermittelt worden ist. Dazu ist festzustellen, ob und gegebenenfalls in welcher H\u00f6he sich der Nachlass auf den Normalpreis im Streitfall als nichtsteuerbarer &#8222;Mengenrabatt&#8220; der Verkehrsbetriebe, mithin als \u00fcblicher Preisnachlass i.S. des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG, darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 14.11.2012, VI R 56\/11 Geldwerter Vorteil beim Erwerb einer verg\u00fcnstigten Jahresnetzkarte (Jobticket) Leits\u00e4tze 1. Ein Sachbezug i.S. des \u00a7 8 Abs. 2 Satz 1 EStG liegt auch dann vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer durch Vereinbarung mit einem Verkehrsbetrieb das Recht zum Erwerb einer verg\u00fcnstigten Jahresnetzkarte (Jobticket) einr\u00e4umt, soweit sich dies f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-56-11-geldwerter-vorteil-beim-erwerb-einer-verguenstigten-jahresnetzkarte-jobticket-6\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;56\/11 &#8211; Geldwerter Vorteil beim Erwerb einer verg&uuml;nstigten Jahresnetzkarte (Jobticket)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-50149","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=50149"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/50149\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=50149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=50149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=50149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}