{"id":50160,"date":"2012-05-30T13:14:39","date_gmt":"2012-05-30T11:14:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=50160"},"modified":"2013-06-23T13:18:15","modified_gmt":"2013-06-23T11:18:15","slug":"ix-b-138-11-zur-verlustberuecksichtigung-bei-par-17-estg-grundsaetzliche-bedeutung-verfahrensmangel-sachaufklaerung-entscheidungserheblichkeit-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-138-11-zur-verlustberuecksichtigung-bei-par-17-estg-grundsaetzliche-bedeutung-verfahrensmangel-sachaufklaerung-entscheidungserheblichkeit-6\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;138\/11 &#8211; Zur Verlustber&uuml;cksichtigung bei &sect; 17 EStG, grunds&auml;tzliche Bedeutung, Verfahrensmangel (Sachaufkl&auml;rung, Entscheidungserheblichkeit)"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.5.2012, IX B 138\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Verlustber\u00fccksichtigung bei \u00a7 17 EStG, grunds\u00e4tzliche Bedeutung, Verfahrensmangel (Sachaufkl\u00e4rung, Entscheidungserheblichkeit)<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Zum Teil entspricht ihre &#8211;im Stil einer Revision gehaltene&#8211; Begr\u00fcndung nicht den Darlegungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 der Finanzgerichtsordnung (FGO); im \u00dcbrigen sind die von den Kl\u00e4gern und Beschwerdef\u00fchrern (Kl\u00e4ger) geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1.a) Die Kl\u00e4ger haben die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO) nicht hinreichend i.S. von \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO dargelegt. Zum einen fehlt es schon an Ausf\u00fchrungen, inwieweit die von ihnen aufgeworfenen Fragen in Rechtsprechung und\/oder Schrifttum umstritten sind und deshalb eine h\u00f6chstrichterliche Kl\u00e4rung \u00fcber die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalles hinaus f\u00fcr die Allgemeinheit von Bedeutung ist. Zum anderen sind die Grunds\u00e4tze, nach denen ein Verlust aus der Ver\u00e4u\u00dferung oder Aufl\u00f6sung einer Kapitalgesellschaft gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a017 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu ber\u00fccksichtigen ist, in der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung gekl\u00e4rt. Zum Dritten kommt es f\u00fcr die Frage, ob tats\u00e4chlich ein Verlust vorliegt, wenn es um die Abtretung einer uneinbringlichen Forderung unter &#8222;aus einem Topf wirtschaftenden&#8220; Ehegatten, ggf. als Drittaufwand, geht, auf die regelm\u00e4\u00dfig &#8211;so auch im Streitfall&#8211; nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigen Umst\u00e4nde des Einzelfalls an (vgl. Beschl\u00fcsse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.\u00a0Dezember 2009 IX\u00a0B\u00a072\/09, BFH\/ NV 2010, 932; vom 22.\u00a0M\u00e4rz 2011 X\u00a0B\u00a0151\/10, BFH\/NV 2011, 1165).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Das gilt gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Frage nach einer unentgeltlichen oder teilentgeltlichen Zuwendung bei fragw\u00fcrdiger Forderungsrealisierung wie auch f\u00fcr die Frage, ob durch kurzzeitige R\u00fcckf\u00fchrung eines Darlehens eine Krise zu erkennen ist. Zudem ist auch die Frage, ob die Gesellschaft in eine Krise geraten ist, aufgrund einer &#8211;nicht grunds\u00e4tzlich bedeutsamen&#8211; Gesamtw\u00fcrdigung der Umst\u00e4nde des Einzelfalls (vgl. BFH-Urteile vom 25.\u00a0Mai 2011 IX\u00a0R\u00a054\/10, BFH\/NV 2011, 2029; vom 9.\u00a0Oktober 2008 IX\u00a0R\u00a060\/05, BFH\/NV 2009, 896, m.w.N) als Tatfrage zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Entsprechend bedarf es keiner Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02\u00a0\u00a01.\u00a0Alt. FGO). F\u00fcr die Darlegung der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02\u00a0\u00a02.\u00a0Alt. FGO) mangelt es bereits an einer eine Abweichung erkennbar machenden Gegen\u00fcberstellung tragender Erw\u00e4gungen des angefochtenen Urteils des Finanzgerichts (FG) und (vermeintlicher) Divergenzentscheidungen (vgl. etwa BFH-Beschl\u00fcsse vom 11.\u00a0Dezember 2002 IX\u00a0B\u00a0124\/02, BFH\/NV 2003, 495; vom 28.\u00a0M\u00e4rz 2011 III\u00a0B\u00a0144\/09, BFH\/NV 2011, 1144).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Vorbringen r\u00fcgen die Kl\u00e4ger im Kern lediglich eine (vermeintlich) unzutreffende Tatsachenw\u00fcrdigung und fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG, also materiell-rechtliche Fehler; damit kann jedoch die Zulassung der Revision nicht erreicht werden (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 1.\u00a0April 2008 IX\u00a0B\u00a0 156\/07, BFH\/NV 2008, 1323; vom 23.\u00a0September 2009 IX\u00a0B\u00a084\/09, BFH\/NV 2010, 395).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die geltend gemachten Verfahrensm\u00e4ngel sind zum Teil nicht hinreichend dargetan, im \u00dcbrigen liegen sie nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl\u00e4ger in der Nichtber\u00fccksichtigung der B\u00fcrgschaftsinanspruchnahme auch des Kl\u00e4gers eine unzureichende Sachaufkl\u00e4rung (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 FGO) als (verzichtbaren) Verfahrensmangel in Gestalt der unterlassenen Amtsermittlung r\u00fcgen (zu den Anforderungen: z.B. BFH-Beschl\u00fcsse vom 18.\u00a0M\u00e4rz 2004 VII\u00a0B\u00a053\/03, BFH\/NV 2004, 978; vom 28.\u00a0Juli 2004 IX\u00a0B\u00a0136\/03, BFH\/NV 2005, 43), ist dieser Versto\u00df nicht gegeben. Dazu ist dem FG-Urteil (S.\u00a04) eine entsprechende B\u00fcrgschaftsvereinbarung und -inanspruchnahme nicht zu entnehmen. Ausweislich des Sitzungsprotokolls (zu dessen Beweiskraft: \u00a7\u00a094 FGO i.V.m. \u00a7\u00a0165 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;) wurde der wesentliche Inhalt der Akten vorgetragen, ohne dass die Kl\u00e4ger auf den Vortrag korrigierend reagiert oder auf eine entsprechende Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahme hingewirkt oder einen diesbez\u00fcglichen Beweisantrag gestellt h\u00e4tten. Gleichwohl haben die fachkundig vertretenen Kl\u00e4ger r\u00fcgelos zur Sache verhandelt und damit ihr R\u00fcgerecht durch blo\u00dfes Unterlassen einer rechtzeitigen R\u00fcge verloren (\u00a7\u00a0155 FGO i.V.m. \u00a7\u00a0295 ZPO; vgl. BFH-Beschluss vom 27.\u00a0August 2008 IX\u00a0B\u00a0207\/07, BFH\/NV 2008, 2022, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Hinsichtlich der (erst seit Akteneinsicht bekannten) Probeberechnungen des Beklagten und Beschwerdef\u00fchrers (Finanzamt) fehlt es f\u00fcr eine Verfahrensr\u00fcge bereits an Ausf\u00fchrungen zur Entscheidungserheblichkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl\u00e4ger r\u00fcgen, dass das FG-Urteil &#8211;trotz Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung im November 2000&#8211; keine konkreten Ausf\u00fchrungen zur Ber\u00fccksichtigung des Aufl\u00f6sungsverlustes des Kl\u00e4gers im Streitjahr 2000 enth\u00e4lt, greift diese Verfahrensr\u00fcge nicht durch. Solche Ausf\u00fchrungen waren entbehrlich; denn nach der ma\u00dfgebenden materiell-rechtlichen Auffassung des FG (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 25.\u00a0September 2007 IX\u00a0B\u00a0 199\/06, BFH\/NV 2008, 26; vom 14.\u00a0Oktober 2009 IX\u00a0B\u00a0105\/09, BFH\/NV 2010, 443) hatte zum einen zwar die Kl\u00e4gerin, nicht aber der Kl\u00e4ger hinsichtlich der in Frage stehenden Finanzierungsma\u00dfnahmen (B\u00fcrgschaften, Darlehen) eigene Aufwendungen get\u00e4tigt und zum anderen den eigenkapitalersetzenden Charakter seiner Darlehensgew\u00e4hrung nicht nachgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Auch die R\u00fcge eines Verfahrensmangels hinsichtlich der zus\u00e4tzlich geltend gemachten, aber vom FG nicht ber\u00fccksichtigten Aufwendungen der Kl\u00e4gerin (in den &#8211;Nicht-Streit&#8211; Jahren 1997 bis 1999) geht fehl. Denn f\u00fcr die Ber\u00fccksichtigung solcher die GmbH betreffenden Aufwendungen kommt es grunds\u00e4tzlich auf den Zeitpunkt der Ver\u00e4u\u00dferung der Kapitalanteile an (vgl. BFH-Urteil vom 20.\u00a0Juli 2010 IX\u00a0R\u00a045\/09, BFHE 230, 380, BStBl II 2010, 969, m.w.N.); die Kl\u00e4gerin hat aber ihre GmbH-Anteile im November 1999 ver\u00e4u\u00dfert, also nicht in den Streitjahren 2000 bis 2002. Entsprechend verweist das FG zutreffend auf das das Jahr 1999 betreffende, rechtskr\u00e4ftig abgeschlossene FG-Verfahren (Az. 15\u00a0K\u00a04839\/02) und eine m\u00f6gliche \u00c4nderung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns f\u00fcr nach dem ma\u00dfgebenden Ver\u00e4u\u00dferungszeitpunkt noch angefallene Aufwendungen (vgl. grds. Beschluss des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 19.\u00a0Juli 1993 GrS\u00a02\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.5.2012, IX B 138\/11 Zur Verlustber\u00fccksichtigung bei \u00a7 17 EStG, grunds\u00e4tzliche Bedeutung, Verfahrensmangel (Sachaufkl\u00e4rung, Entscheidungserheblichkeit) Gr\u00fcnde 1 Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 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