{"id":50906,"date":"1991-09-27T16:41:14","date_gmt":"1991-09-27T14:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=50906"},"modified":"2013-07-16T16:46:17","modified_gmt":"2013-07-16T14:46:17","slug":"bfh-beschluss-vom-27-9-1991-iii-b-42_91-bstbl-1992-ii-s-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-27-9-1991-iii-b-42_91-bstbl-1992-ii-s-35\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom    27.9.1991 (III B 42\/91) BStBl. 1992 II S. 35"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 27.9.1991 (III B 42\/91) BStBl. 1992 II S. 35<\/strong><\/p>\n<p>Unterhaltsaufwendungen f\u00fcr erwerbslose minderj\u00e4hrige verheiratete oder vollj\u00e4hrige Kinder k\u00f6nnen nach \u00a7 33 a Abs. 1 EStG nur im Rahmen der sog. Opfergrenzenregelung ber\u00fccksichtigt werden. D. h. abziehbar ist nur der Betrag, der nach K\u00fcrzung des (Opfer-) Grenzbetrages um den Vorwegabzug f\u00fcr die vorrangig unterhaltsberechtigte Ehefrau und die ihr gleichstehenden minderj\u00e4hrigen unverheirateten Kinder \u00fcbrigbleibt (Erg\u00e4nzung zum BFH-Urteil vom 4. April 1986 III R 245\/83, BFHE 147, 231, BStBl II 1986, 852).<\/p>\n<p>EStG \u00a7 33 a Abs. 1; BGB \u00a7\u00a7 1603 Abs. 1 und 2, 1609 Abs. 1 und 2.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Bremen (EFG 1991, 528)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die auf die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache (\u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -) gest\u00fctzte Beschwerde ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die Frage nach der Einbeziehung vollj\u00e4hriger Kinder in die sog. Opfergrenzenregelung ist nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. Sie l\u00e4\u00dft sich unschwer aus dem Gesetz und der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) beantworten (s. hierzu Ruban in Gr\u00e4ber, Finanzgerichtsordnung, 2. Aufl., \u00a7 115 Anm. 9, m. w. N.).<\/p>\n<p>Der erkennende Senat hat in seiner Grundsatzentscheidung vom 4. April 1986 III R 245\/83 (BFHE 147, 231, BStBl II 1986, 852) die Berechtigung, eine sog. Opfergrenze zu ziehen, aus \u00a7 1603 Abs. 1 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuches (BGB) hergeleitet. Nach dieser Vorschrift ist nicht unterhaltspflichtig, wer bei Ber\u00fccksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen au\u00dferstande ist, Unterhalt ohne Gef\u00e4hrdung seines eigenen angemessenen Unterhalts zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Etwas anderes gilt nur f\u00fcr Unterhaltsverpflichtungen gegen\u00fcber Ehegatten und minderj\u00e4hrigen unverheirateten Kindern. Insoweit besteht die Pflicht, alle verf\u00fcgbaren Mittel mit diesen Personen zu teilen (s. \u00a7\u00a7 1360 f. BGB f\u00fcr Ehegatten und \u00a7 1603 Abs. 2 BGB ausdr\u00fccklich f\u00fcr minderj\u00e4hrige unverheiratete Kinder). Nur in diesen F\u00e4llen sind dann aber auch Unterhaltsleistungen &#8211; abgesehen von eventuellen Einschr\u00e4nkungen nach \u00a7 33 a Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211; in vollem Umfang abziehbar. Werden noch weitere Angeh\u00f6rige unterst\u00fctzt, geb\u00fchrt diesen vorrangig Unterhaltsberechtigten auch steuerrechtlich der Vorzug. Der f\u00fcr die Bemessung der sog. Opfergrenze ma\u00dfgebende Vomhundertsatz des Nettoeinkommens ist dann um je f\u00fcnf Punkte f\u00fcr die Ehefrau und die minderj\u00e4hrigen unverheirateten Kinder (entsprechend Nr. 2 e der Entscheidungsgr\u00fcnde des Senatsurteils in BFHE 147, 231, BStBl II 1986, 852) zu k\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber entfernteren Angeh\u00f6rigen, wozu auch die beiden vollj\u00e4hrigen S\u00f6hne des Kl\u00e4gers und Beschwerdef\u00fchrers geh\u00f6ren, besteht die erweiterte Unterhaltspflicht nicht. Diese Personen m\u00fcssen sich in das teilen, was der Unterhaltsverpflichtete nach Befriedigung der Anspr\u00fcche der Ehefrau und der minderj\u00e4hrigen unverheirateten Kinder noch ohne Gef\u00e4hrdung des eigenen angemessenen Unterhalts zu leisten imstande ist (\u00a7 1603 Abs. 1 und \u00a7 1609 Abs. 1 und 2 BGB). Steuerrechtlich bedeutet dies, da\u00df Unterhaltsleistungen an nicht absolut vorrangig unterhaltsberechtigte Personen nur im Rahmen der sog. Opfergrenze abziehbar sind; d. h. in H\u00f6he des Betrages, der nach K\u00fcrzung des (Opfer-)Grenzbetrages um den Vorwegabzug f\u00fcr die vorrangig unterhaltsberechtigte Ehefrau und die ihr gleichstehenden minderj\u00e4hrigen unverheirateten Kinder \u00fcbrigbleibt.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen ergeht die Entscheidung gem\u00e4\u00df Art. 1 Nr. 6 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs i. d. F. des Gesetzes zur \u00c4nderung des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs vom 22. Dezember 1989 (BGBl I 1989, 2404) ohne Angabe von Gr\u00fcnden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 27.9.1991 (III B 42\/91) BStBl. 1992 II S. 35 Unterhaltsaufwendungen f\u00fcr erwerbslose minderj\u00e4hrige verheiratete oder vollj\u00e4hrige Kinder k\u00f6nnen nach \u00a7 33 a Abs. 1 EStG nur im Rahmen der sog. Opfergrenzenregelung ber\u00fccksichtigt werden. 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