{"id":51297,"date":"2013-01-11T10:48:19","date_gmt":"2013-01-11T08:48:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=51297"},"modified":"2013-06-26T10:59:29","modified_gmt":"2013-06-26T08:59:29","slug":"i-b-96-12-ruege-der-verfassungswidrigkeit-einer-steuerrechtlichen-norm-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-96-12-ruege-der-verfassungswidrigkeit-einer-steuerrechtlichen-norm-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;96\/12 &#8211; R&uuml;ge der Verfassungswidrigkeit einer steuerrechtlichen Norm &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2013, I B 96\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">R\u00fcge der Verfassungswidrigkeit einer steuerrechtlichen Norm &#8211; Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Der Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) ist Insolvenzverwalter \u00fcber das Verm\u00f6gen der B-GmbH. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat mit Bescheid vom 9.\u00a0Oktober 2008 den Anspruch auf Auszahlung des K\u00f6rperschaftsteuerguthabens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a037 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes 2002 i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2008 vom 20.\u00a0Dezember 2007 (BGBl I 2007, 3150, BStBl I 2008, 218) &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211; auf 1.548\u00a0EUR festgesetzt; im Abrechnungsteil des Bescheids wurde f\u00fcr das Jahr 2008 ein Auszahlungsanspruch in H\u00f6he von 154,80\u00a0EUR ausgewiesen. W\u00e4hrend des Klageverfahrens erlie\u00df das FA am 7.\u00a0Mai 2012 einen Abrechnungsbescheid nach \u00a7\u00a0218 Abs.\u00a02 der Abgabenordnung (AO), mit dem es gleichfalls die vom Kl\u00e4ger begehrte sofortige Erstattung &#8211;betreffend die noch nicht ausbezahlten und auf die Jahre 2012 bis 2019 entfallenden Teilbetr\u00e4ge&#8211; ablehnte. Die Klage wurde vom Finanzgericht (FG) abgewiesen und die Revision nicht zugelassen (Schleswig-Holsteinisches FG, Urteil vom 7.\u00a0Juni 2012\u00a0\u00a01\u00a0K\u00a069\/12, Deutsche Zeitschrift f\u00fcr Wirtschafts- und Insolvenzrecht 2012, 363).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die hiergegen erhobene Beschwerde gen\u00fcgt nicht den Anforderungen an die Darlegung der in \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zulassung der Revision (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO). Sie ist deshalb zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Wird &#8211;wie vorliegend&#8211; geltend gemacht, es best\u00fcnden verfassungsrechtliche Zweifel an der f\u00fcr die Entscheidung eines Streitfalls ma\u00dfgeblichen Norm, so kann dies zwar die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache rechtfertigen (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO; Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0115 Rz\u00a036). F\u00fcr die nach \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO gebotene Darlegung (Substantiierung) des Zulassungsgrundes ist es indes erforderlich, dass der Kl\u00e4ger sich mit den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) und der hierzu ergangenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auseinandersetzt und den ger\u00fcgten Verfassungsversto\u00df n\u00e4her begr\u00fcndet. Hierzu geh\u00f6rt nicht nur die substantiierte Auseinandersetzung mit den Erw\u00e4gungen des vorinstanzlichen Urteils; hat der Bundesfinanzhof (BFH) bereits \u00fcber die Frage entschieden, so ist des Weiteren darzulegen, weshalb &#8211;und vor allem mit R\u00fccksicht auf welche bisher nicht ber\u00fccksichtigten Argumente&#8211; gleichwohl eine erneute Befassung des Revisionsgerichts im Interesse der Rechtsfortbildung oder Rechtseinheit f\u00fcr erforderlich gehalten wird (vgl. zu allem BFH-Beschluss vom 29.\u00a0Juni 2011 II\u00a0B\u00a0127\/10, BFH\/NV 2011, 1726; Gr\u00e4ber\/Ruban, a.a.O., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a033\u00a0f., jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen gen\u00fcgt die Beschwerdeschrift erkennbar nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die R\u00fcge, die Auszahlung des K\u00f6rperschaftsteuerguthabens in zehn Jahresraten versto\u00dfe gegen die Eigentumsgarantie des Art.\u00a014 Abs.\u00a01 GG sowie gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG), ist bereits deshalb unschl\u00fcssig, weil der Senat mit Beschluss vom 24.\u00a0Januar 2012 I\u00a0B\u00a0101\/11 (BFH\/NV 2012, 1002) die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des \u00a7\u00a037 Abs.\u00a05 KStG n.F. &#8211;gest\u00fctzt auf sein Urteil vom 8.\u00a0November 2006 I\u00a0R\u00a069,\u00a070\/05 (BFHE 215, 491, BStBl II 2007, 662, betreffend &#8222;K\u00f6rperschaftsteuer-Moratorium&#8220; gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a037 Abs.\u00a02a KStG 2002 i.d.F. des Gesetzes zum Abbau von Steuerverg\u00fcnstigungen und Ausnahmeregelungen vom 16.\u00a0Mai 2003, BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321)&#8211; ausdr\u00fccklich best\u00e4tigt hat und es deshalb geboten gewesen w\u00e4re, dass der Kl\u00e4ger sich mit den diese Entscheidungen tragenden Erw\u00e4gungen im Einzelnen auseinandergesetzt h\u00e4tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Nichts anderes gilt f\u00fcr den Vortrag des Kl\u00e4gers, die ratierliche Auszahlung des Guthabens versto\u00dfe deshalb gegen Verfassungsrecht, weil sie den Abschluss der hiervon betroffenen Insolvenzverfahren auf einen nicht angemessenen Zeitraum ausdehne. Auch insoweit fehlt nicht nur jegliche Auseinandersetzung damit, dass der Senat mit seinem Beschluss in BFH\/NV 2012, 1002 die Regelung des \u00a7\u00a037 Abs.\u00a05 Satz\u00a06 KStG 2002 i.d.F. des Gesetzes zur Modernisierung und Entb\u00fcrokratisierung des Steuerverfahrens vom 20.\u00a0Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2850, BStBl I 2009, 124; vgl. zuvor Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 21.\u00a0Juli 2008, BStBl I 2008, 741), nach der ein K\u00f6rperschaftsteuerguthaben bis 1.000\u00a0EUR in einem Betrag, w\u00e4hrend in allen \u00fcbrigen F\u00e4llen der Anspruch in zehn gleichen Jahresbetr\u00e4gen ausbezahlt wird, als durch Gr\u00fcnde der Verwaltungsvereinfachung gerechtfertigt angesehen hat. Ebenso wenig w\u00fcrdigt die Beschwerdeschrift die hierauf aufbauende Begr\u00fcndung des FG, dass der Gesetzgeber sich mit dieser (betragsm\u00e4\u00dfigen) differenzierenden Vorschrift im Rahmen der ihm zustehenden (weiten) Typisierungsbefugnis bewegt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Beschwerde sich gegen die Erw\u00e4gungen der Vorinstanz dazu richtet, dass die Erstattungsforderung abgetreten und damit wirtschaftlich verwertet werden k\u00f6nne, ist auch dieser Vortrag nicht geeignet, die Revision zu er\u00f6ffnen. Das FG hat hierbei auch auf die Sonderregelung des \u00a7\u00a037 Abs.\u00a05 Satz\u00a010 KStG 2002 n.F. abgestellt (die Gesetzesangabe im FG-Urteil &#8222;\u00a7\u00a037 Abs.\u00a05 Satz\u00a09 KStG&#8220; beruht auf einem offenkundigen Versehen), nach der das Erwerbsverbot des \u00a7\u00a046 Abs.\u00a04 AO (betreffend den gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Erwerb von Steuererstattungsanspr\u00fcchen) f\u00fcr die Abtretung des Anspruchs auf Auszahlung des K\u00f6rperschaftsteuerguthabens nicht gilt. Der Kl\u00e4ger hat es nicht nur unterlassen, sich hiermit auseinanderzusetzen; vielmehr ist f\u00fcr den Senat auch der weitere Vortrag der Kl\u00e4gers, es bleibe &#8222;vollkommen offen, wer bereit (sei), Forderungen in abgezinster H\u00f6he zu erwerben&#8220; (Beschwerdeschrift, S.\u00a06, Punkt\u00a09), nicht nachvollziehbar, da bereits dem vom FG zitierten Schrifttum zu entnehmen ist, dass es f\u00fcr &#8222;Forderungen aus dem K\u00f6rperschaftsteuerguthaben &#8230; spezialisierte Dienstleister (gebe), die beim Aufkauf &#8230; beraten und vermitteln&#8220; (Craushaar\/Holdt, Neue Zeitschrift f\u00fcr das Recht der Insolvenz und Sanierung 2011, 350).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.1.2013, I B 96\/12 R\u00fcge der Verfassungswidrigkeit einer steuerrechtlichen Norm &#8211; Darlegung der grunds\u00e4tzlichen Bedeutung Tatbestand 1 I. 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Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat mit Bescheid vom 9.\u00a0Oktober 2008 den Anspruch auf Auszahlung des K\u00f6rperschaftsteuerguthabens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a037 Abs.\u00a05 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-96-12-ruege-der-verfassungswidrigkeit-einer-steuerrechtlichen-norm-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;96\/12 &#8211; R&uuml;ge der Verfassungswidrigkeit einer steuerrechtlichen Norm &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-51297","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51297","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51297"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51297\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}