{"id":51300,"date":"2013-02-19T10:48:07","date_gmt":"2013-02-19T08:48:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=51300"},"modified":"2013-06-26T11:00:56","modified_gmt":"2013-06-26T09:00:56","slug":"ix-r-35-12-anwartschaften-im-rahmen-des-par-17-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-12-anwartschaften-im-rahmen-des-par-17-estg\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;35\/12 &#8211; Anwartschaften im Rahmen des &sect; 17 EStG"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.2.2013, IX R 35\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Anwartschaften im Rahmen des \u00a7 17 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Anwartschaft auf eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft ist keine Beteiligung und deshalb bei der Bestimmung der Beteiligungsh\u00f6he i.S. von \u00a7 17 Abs. 1 Satz 1 EStG nicht zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>2. Erkl\u00e4rt der Steuerpflichtige aufgrund der Zahlung eines Geldbetrags seine Anspr\u00fcche aus einem Aktienkauf als abgegolten, ist diese Zahlung nicht nach \u00a7 22 Nr. 3 EStG steuerbar.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) wurden im Streitjahr 2006 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl\u00e4ger sollte mit Aktienkauf- und \u00dcbertragungsvertrag vom 28.\u00a0Juni 1999 zun\u00e4chst 1\u00a0024 Stammaktien der AG zum Nennbetrag von 5\u00a0EUR erwerben (2\u00a0% des Kapitals). Die dingliche \u00dcbertragung der Aktien sollte lt. folgender Vertragsklausel am 1.\u00a0Juli 2005 gegen Zahlung des Kaufpreises in H\u00f6he von 5.120\u00a0EUR erfolgen: &#8222;Verk\u00e4ufer und K\u00e4ufer sind dar\u00fcber einig, dass alle Rechte aus den Aktien auch auf r\u00fcckst\u00e4ndige Dividenden &#8211; nebst dem &#8211; auch anteiligen &#8211; Eigentum an etwaigen Aktienurkunden und dem Anspruch auf deren Herausgabe mit Wirkung ab dem 1.7.2005 auf den K\u00e4ufer \u00fcbergehen. Das Dividendenbezugsrecht bis zum Jahr 2004 verbleibt ausdr\u00fccklich beim Verk\u00e4ufer. Der Verk\u00e4ufer stimmt in seiner Eigenschaft als Vorstand der Gesellschaft der vorstehenden \u00dcbertragung zu. Der K\u00e4ufer wird den \u00dcbergang bei der Gesellschaft anmelden (\u00a7\u00a068 Abs.\u00a03 AktG).&#8220; Lt. AG-Satzung stand die \u00dcbertragung von Aktien an Dritte unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Vorstandes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Vor der \u00dcbertragung der Anteile trat der Verk\u00e4ufer und Mehrheitsaktion\u00e4r anl\u00e4sslich eigener Verkaufsverhandlungen seines gesamten Aktienpaketes an den Kl\u00e4ger mit der Bitte heran, die Erf\u00fcllung des Vertrages durch \u00dcbereignung der Aktien zun\u00e4chst zur\u00fcckzustellen. Mit Vertrag vom 28.\u00a0September 2006 wurden s\u00e4mtliche Anteile der AG (einschlie\u00dflich der von dem Kl\u00e4ger gekauften Anteile) zu einem Preis von 14,85\u00a0Mio.\u00a0EUR zuz\u00fcglich eines Besserungsscheins in H\u00f6he von 150.000\u00a0EUR ver\u00e4u\u00dfert. Am 5.\u00a0Oktober 2006 leistete der Verk\u00e4ufer eine Ausgleichszahlung in H\u00f6he von 300.000\u00a0EUR an den Kl\u00e4ger, die sich nach Auskunft des Kl\u00e4gers der H\u00f6he nach an dem Anteil der von ihm gekauften Anteile am Gesamtkaufpreis f\u00fcr die AG orientierte. Aufgrund dieser Zahlung erkl\u00e4rte der Kl\u00e4ger am 5.\u00a0Oktober 2006 alle seine Anspr\u00fcche aus dem Aktienkauf- und \u00dcbertragungsvertrag vom 28.\u00a0Juni 1999 als abgegolten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit dem Einkommensteuerbescheid f\u00fcr das Streitjahr erfasste der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Zahlung von 300.000\u00a0EUR als Eink\u00fcnfte aus Leistungen i.S. des \u00a7\u00a022 Nr.\u00a03 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;). Mit der Einspruchsentscheidung \u00e4nderte er die Einkommensteuerfestsetzung dahin, dass er die Ausgleichszahlung von 300.000\u00a0EUR nunmehr unter Anwendung des Halbeink\u00fcnfteverfahrens (\u00a7\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a040c EStG) in H\u00f6he von 150.000\u00a0EUR als Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG erfasste. Im \u00dcbrigen wies er den Einspruch als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Klage hiergegen hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 2022 ver\u00f6ffentlichten Urteil, die zur Abgeltung der Rechte aus dem Aktienkauf- und \u00dcbertragungsvertrag an den Kl\u00e4ger geleistete Zahlung in H\u00f6he von 300.000\u00a0EUR sei weder als Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 S\u00e4tze\u00a01 und 3 EStG i.V.m. \u00a7\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a040c EStG noch als Eink\u00fcnfte aus Leistungen i.S. des \u00a7\u00a022 Nr.\u00a03 EStG steuerbar. Auch eine einkommensteuerrechtliche Erfassung der Ausgleichszahlung auf sonstiger Rechtsgrundlage komme nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des FA, mit der dieses die Verletzung materiellen Rechts (\u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG) r\u00fcgt. Um der ratio legis des \u00a7\u00a017 EStG, den aufgrund der Ver\u00e4u\u00dferung des Gesch\u00e4ftsanteils eintretenden Zuwachs an finanzieller Leistungsf\u00e4higkeit zu erfassen, gerecht zu werden, m\u00fcsse auch bereits der schuldrechtliche Erf\u00fcllungsanspruch aus einem Aktienkaufvertrag als Beteiligung nach \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG einzuordnen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndas Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger beantragen,<br \/>\ndie Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zutreffend hat das FG die Steuerbarkeit der Ausgleichszahlung von 300.000\u00a0EUR verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Zahlung f\u00fchrt nicht zu einem Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn des Kl\u00e4gers i.S. von \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG in der f\u00fcr das Streitjahr geltenden Fassung geh\u00f6rt zu den Eink\u00fcnften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft, wenn der Ver\u00e4u\u00dferer innerhalb der letzten f\u00fcnf Jahre am Kapital der Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 1\u00a0% beteiligt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Beteiligung in diesem Sinne ist die nominelle Beteiligung am Nennkapital (Gosch in Kirchhof, EStG, 11.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a017 Rz\u00a018). Anteile an einer Kapitalgesellschaft sind zwar gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG auch Anwartschaften auf solche Beteiligungen. Jedoch bewirkt die \u00dcbertragung einer Anwartschaft noch keinen \u00dcbergang der Beteiligung (vgl. BFH-Urteil vom 19.\u00a0Dezember 2007 VIII\u00a0R\u00a014\/06, BFHE 220, 249, BStBl II 2008, 475). Anwartschaften sind keine Beteiligungen und mithin bei der Bestimmung der Beteiligungsh\u00f6he nicht zu ber\u00fccksichtigen, und zwar ungeachtet ihrer Eigenschaft als m\u00f6glicher Gegenstand einer Ver\u00e4u\u00dferung i.S. von \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG (vgl. BFH-Urteile vom 14.\u00a0M\u00e4rz 2006 VIII\u00a0R\u00a049\/04, BFHE 213, 307, BStBl II 2006, 746, 748, sowie in BFHE 220, 249, BStBl II 2008, 475).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der Kl\u00e4ger war an der AG in dem Zeitpunkt, in dem er die Zahlung erhielt, nicht zu mindestens 1\u00a0% beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Er hatte lediglich eine Anwartschaft auf eine solche Beteiligung; trotz des Zustimmungsvorbehalts des Vorstandes zur intendierten Anteilsver\u00e4u\u00dferung an den Kl\u00e4ger bestand lediglich eine begr\u00fcndete Aussicht auf den Anteilserwerb (vgl. BFH-Urteil vom 20.\u00a0Februar 1975 IV\u00a0R\u00a015\/71, BFHE 115, 223, BStBl II 1975, 505). Diese Anwartschaft vermittelte daher keine Beteiligung an der Gesellschaft, so dass sie &#8211;wovon auch das FG in \u00dcbereinstimmung mit der st\u00e4ndigen Rechtsprechung ausgeht&#8211; die Beteiligungsh\u00f6he i.S. von \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG nicht beeinflusst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aus dem Umstand, dass die Zahlung der 300.000\u00a0EUR zum gleichen wirtschaftlichen Ergebnis f\u00fchrte, wie wenn der Kl\u00e4ger die entsprechende Beteiligung erworben und danach ver\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte, ergibt sich nichts anderes. Es w\u00fcrde sich dabei um einen anderen als den vorliegenden Sachverhalt handeln, der anders als dieser zu beurteilen w\u00e4re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 EStG ist auch nicht analog anzuwenden. Eine hierf\u00fcr erforderliche Gesetzesl\u00fccke ist nicht feststellbar. Vielmehr weist eine Anwartschaft von vornherein einen wesensm\u00e4\u00dfigen Unterschied zu den anderen in \u00a7\u00a017 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 EStG aufgez\u00e4hlten Begriffen auf, indem sie gerade keine Kapitalbeteiligung des Anw\u00e4rters begr\u00fcndet (s.o. a) sowie BFH-Urteil in BFHE 220, 249, BStBl II 2008, 475). Dies spricht gerade daf\u00fcr, Anwartschaften bei der Bestimmung der Beteiligungsh\u00f6he nicht zu ber\u00fccksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Die streitbefangene Zahlung von 300.000\u00a0EUR an den Kl\u00e4ger ist auch nicht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a022 Nr.\u00a03 EStG steuerbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach \u00a7\u00a022 Nr.\u00a03 EStG sind sonstige Eink\u00fcnfte (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a07 EStG) Eink\u00fcnfte aus Leistungen, soweit sie weder zu anderen Einkunftsarten (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 bis 6 EStG) noch zu den Eink\u00fcnften i.S. der Nrn.\u00a01, 1a, 2 oder 4 der Vorschrift geh\u00f6ren. Eine (sonstige) Leistung i.S. des \u00a7\u00a022 Nr.\u00a03 EStG ist jedes Tun, Dulden oder Unterlassen, das <em>weder eine Ver\u00e4u\u00dferung noch einen ver\u00e4u\u00dferungs\u00e4hnlichen Vorgang <\/em>im Privatbereich betrifft (vgl. BFH-Urteil vom 26.\u00a0Oktober 2004 IX\u00a0R\u00a053\/02, BFHE 207, 305, BStBl II 2005, 167, m.w.N.), Gegenstand eines entgeltlichen Vertrages sein kann und eine Gegenleistung ausl\u00f6st (BFH-Urteil vom 24.\u00a0April 2012 IX\u00a0R\u00a06\/10, BFHE 237, 197, BStBl II 2012, 581). Wird jedoch das Entgelt daf\u00fcr erbracht, dass ein Verm\u00f6gensgegenstand in seiner Substanz endg\u00fcltig aufgegeben wird, so geh\u00f6rt das Entgelt nicht zu den Eink\u00fcnften gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a022 Nr.\u00a03 EStG (st\u00e4ndige Rechtsprechung: BFH-Urteile vom 18.\u00a0Mai 2004 IX\u00a0R\u00a063\/02, BFHE 206, 174, BStBl II 2004, 874; vom 29.\u00a0Mai 2008 IX\u00a0R\u00a097\/07, BFH\/NV 2009, 9). Dabei ist f\u00fcr die Abgrenzung im Einzelfall der wirtschaftliche Gehalt der zugrundeliegenden Vereinbarung ma\u00dfgebend. Entscheidend ist nicht, wie die Parteien ihre Leistungen benannt, sondern was sie nach dem Gesamtbild der wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse wirklich gewollt und tats\u00e4chlich bewirkt haben (st\u00e4ndige Rechtsprechung: BFH-Urteil vom 24.\u00a0August 2006 IX\u00a0R\u00a032\/04, BFHE 214, 542, BStBl II 2007, 44, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Vorliegend hat das FG &#8211;f\u00fcr den Senat bindend (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a02 FGO)&#8211; festgestellt, dass der Kl\u00e4ger aufgrund der streitbefangenen Zahlung seine Anspr\u00fcche aus dem Vertrag vom 28.\u00a0Juni 1999 als <span style=\"text-decoration: underline;\">abgegolten<\/span> erkl\u00e4rt hat. Damit hat er sein sich hieraus ergebendes Anwartschaftsrecht auf die Anteile endg\u00fcltig aufgegeben. Diese Verm\u00f6gensumschichtung unterliegt als ver\u00e4u\u00dferungs\u00e4hnlicher Vorgang nicht \u00a7\u00a022 Nr.\u00a03 EStG. Es kann dahinstehen, ob anders zu entscheiden w\u00e4re, wenn es sich bei den 300.000\u00a0EUR um eine Zahlung gehandelt h\u00e4tte, mit der der Kl\u00e4ger vom Vertrag Abstand genommen h\u00e4tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.2.2013, IX R 35\/12 Anwartschaften im Rahmen des \u00a7 17 EStG Leits\u00e4tze 1. Eine Anwartschaft auf eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft ist keine Beteiligung und deshalb bei der Bestimmung der Beteiligungsh\u00f6he i.S. von \u00a7 17 Abs. 1 Satz 1 EStG nicht zu ber\u00fccksichtigen. 2. Erkl\u00e4rt der Steuerpflichtige aufgrund der Zahlung eines Geldbetrags &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-35-12-anwartschaften-im-rahmen-des-par-17-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;35\/12 &#8211; Anwartschaften im Rahmen des &sect; 17 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-51300","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51300"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51300\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}