{"id":51304,"date":"2013-02-07T10:48:09","date_gmt":"2013-02-07T08:48:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=51304"},"modified":"2013-06-26T11:00:44","modified_gmt":"2013-06-26T09:00:44","slug":"i-b-82-12-ruege-der-divergenz-und-der-fehlenden-sachaufklaerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-82-12-ruege-der-divergenz-und-der-fehlenden-sachaufklaerung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;82\/12 &#8211; R&uuml;ge der Divergenz und der fehlenden Sachaufkl&auml;rung"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.2.2013, I B 82\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">R\u00fcge der Divergenz und der fehlenden Sachaufkl\u00e4rung<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, betreibt Immobiliengesch\u00e4fte. In ihrer zum 1.\u00a0Juli 1990 erstellten DM-Er\u00f6ffnungsbilanz bewertete sie das in Z gelegene Grundst\u00fcck X-Stra\u00dfe nach dem Sachwertverfahren mit &#8211;umgerechnet&#8211; rd. 4,2\u00a0Mio.\u00a0EUR. Nach einem auf den 17.\u00a0Juni 2003 erstellten Gutachten belief sich der Ertragswert des Grundst\u00fccks auf nur noch 2,7\u00a0Mio.\u00a0EUR. Die Kl\u00e4gerin nahm &#8211;gest\u00fctzt auf das Sachverst\u00e4ndigengutachten&#8211; in ihrer auf den 31.\u00a0Dezember 2004 erstellten Bilanz eine Teilwertabschreibung in H\u00f6he von rd. 1,6\u00a0Mio.\u00a0EUR vor, die vom Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt) im Anschluss an eine Betriebspr\u00fcfung nicht anerkannt wurde. Die Klage ist vom Finanzgericht (FG) abgewiesen worden (Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 18.\u00a0April 2012\u00a0\u00a012\u00a0K\u00a012265\/09, Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 1834). Das FG hat die Revision nicht zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die hiergegen erhobene Beschwerde ist zu verwerfen, da sie nicht den Anforderungen an die Darlegung der in \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Zulassungsgr\u00fcnden gen\u00fcgt (\u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die R\u00fcge, das vorinstanzliche Urteil weiche von der st\u00e4ndigen Rechtsprechung ab, nach der es sich bei dem Vergleichswertverfahren sowie dem Ertragswertverfahren und dem Sachwertverfahren zwar um gleichwertige Wertermittlungsverfahren handle, die konkrete Wahl zu Gunsten eines dieser Verfahren jedoch anhand der tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nde des Einzelfalls zu bestimmen sei, ist nicht substantiiert. Eine Revisionszulassung wegen Divergenz, d.h. zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO), erfordert die schl\u00fcssige Darlegung, dass das vorinstanzliche Urteil auf einem abstrakten Rechtssatz beruht, der von einem gleichfalls abstrakten Rechtssatz in der in Bezug genommenen Divergenzentscheidung (hier: Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs) abweicht. Dies kann dem Vortrag der Kl\u00e4gerin mit R\u00fccksicht auf den eingangs zitierten Rechtssatz nicht entnommen werden. Zum einen deshalb nicht, weil das FG im Zusammenhang mit der Frage nach der Zul\u00e4ssigkeit der Teilwertabschreibung nicht zum Verh\u00e4ltnis der genannten Bewertungsverfahren zueinander Stellung genommen, sondern lediglich ausgef\u00fchrt hat, dass nach dem von der Kl\u00e4gerin herangezogenen Gutachten der Geb\u00e4udesachwert mit 4,7\u00a0Mio.\u00a0EUR beziffert werde und dies daf\u00fcr spreche, dass ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Wertverfall nicht stattgefunden habe. Zum anderen ist das FG im Hinblick auf die Anforderungen des \u00a7\u00a0252 Abs.\u00a02 des Handelsgesetzbuchs (HGB) f\u00fcr einen Wechsel bei der Grundst\u00fccksbewertungsmethode (hier: \u00dcbergang zum Ertragswertverfahren) nicht allgemein von der Gleichwertigkeit der Bewertungsverfahren ungeachtet der Umst\u00e4nde des Einzelfalls ausgegangen. Vielmehr hat es zur Zul\u00e4ssigkeit eines solchen Wechsels der Bewertungsmethode ausgef\u00fchrt, dass er mit R\u00fccksicht auf das allgemeine Bewertungsziel des \u00a7\u00a0264 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 HGB dazu f\u00fchren m\u00fcsse, den Einblick in die tats\u00e4chliche Verm\u00f6gens-, Finanz- und Ertragslage zu verbessern. Ein Wechsel der Bewertungsmethode sei deshalb dann i.S. von \u00a7\u00a0252 Abs.\u00a02 HGB begr\u00fcndet, wenn die bisherige Methode zus\u00e4tzliche Angaben im Anhang zum Jahresabschluss erfordere und sie somit nicht uneingeschr\u00e4nkt zur Erreichung der Bewertungsziele des \u00a7\u00a0264 Abs.\u00a02 HGB geeignet sei. Hiervon k\u00f6nne jedoch vorliegend nicht ausgegangen werden, da das Ertrags- und das Sachwertverfahren gleicherma\u00dfen geeignet seien, diesen Zielen zu entsprechen, wenn auch &#8211;so die Vorinstanz w\u00f6rtlich&#8211; das Sachwertverfahren den Blick mehr auf die Verm\u00f6genslage und das Ertragswertverfahren den Blick mehr auf die Ertragslage der Kl\u00e4gerin lenke. Einen hiervon abweichenden abstrakten Rechtssatz aus der Rechtsprechung hat die Kl\u00e4gerin nicht dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Unschl\u00fcssig sind ferner die erhobenen Verfahrensr\u00fcgen (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO). Ebenso wie die R\u00fcge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r (\u00a7\u00a096 Abs.\u00a02 FGO) erfordert auch die schl\u00fcssige R\u00fcge, dass das FG seiner Sachaufkl\u00e4rungspflicht (\u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO) nicht nachgekommen sei oder seiner Entscheidung nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens zugrunde gelegt habe (\u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO), substantiierte Ausf\u00fchrungen dazu, dass die vermisste Tatsachenw\u00fcrdigung oder die fehlende Sachaufkl\u00e4rung aus der materiell-rechtlichen Sicht der Vorinstanz entscheidungserheblich war (Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a050, \u00a7\u00a0120 Rz\u00a072, \u00a7\u00a0119 Rz\u00a014). Hieran fehlt es mit R\u00fccksicht auf den Vortrag, der Sachverst\u00e4ndige habe das Ertragswertverfahren als die geeignete (bzw. ma\u00dfgebliche) Wertermittlungsmethode angesehen, bereits deshalb, weil er nicht auf die besonderen Anforderungen eingeht, die nach Ansicht der Vorinstanz f\u00fcr einen Wechsel der Bewertungsmethode mit Blick auf das Bewertungsziel des \u00a7\u00a0264 Abs.\u00a02 HGB gegeben sein m\u00fcssen (s.o.). Im \u00dcbrigen erl\u00e4utert die Beschwerdeschrift nicht, aufgrund welcher Aussagen des Gutachtens am Bilanzstichtag (31.\u00a0Dezember 2004) die Voraussetzungen einer steuerlichen Teilwertabschreibung vorgelegen haben sollen, d.h. warum zu diesem Zeitpunkt von einer voraussichtlich dauernden Minderung des Geb\u00e4udewerts i.S. von \u00a7\u00a06 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 Satz\u00a02 des Einkommensteuergesetzes auszugehen sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Letzteres schlie\u00dft es zugleich aus, die Revision &#8211;wie von der Kl\u00e4gerin gleichfalls geltend gemacht&#8211; wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 FGO) zu er\u00f6ffnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.2.2013, I B 82\/12 R\u00fcge der Divergenz und der fehlenden Sachaufkl\u00e4rung Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, betreibt Immobiliengesch\u00e4fte. In ihrer zum 1.\u00a0Juli 1990 erstellten DM-Er\u00f6ffnungsbilanz bewertete sie das in Z gelegene Grundst\u00fcck X-Stra\u00dfe nach dem Sachwertverfahren mit &#8211;umgerechnet&#8211; rd. 4,2\u00a0Mio.\u00a0EUR. 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