{"id":51306,"date":"2013-02-28T10:47:13","date_gmt":"2013-02-28T08:47:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=51306"},"modified":"2013-06-26T11:01:13","modified_gmt":"2013-06-26T09:01:13","slug":"iii-r-6-12-zulagenschaedliche-nutzungsueberlassung-von-maschinenwerkzeugen-bei-auftragsproduktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-6-12-zulagenschaedliche-nutzungsueberlassung-von-maschinenwerkzeugen-bei-auftragsproduktion\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;6\/12 &#8211; Zulagensch&auml;dliche Nutzungs&uuml;berlassung von Maschinenwerkzeugen bei Auftragsproduktion"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, III R 6\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Zulagensch\u00e4dliche Nutzungs\u00fcberlassung von Maschinenwerkzeugen bei Auftragsproduktion<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, unterh\u00e4lt einen Betrieb des verarbeitenden Gewerbes der Metallindustrie. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von hochwertigen Werkzeugen aller Art, insbesondere von sog. Handwerkzeugen wie Zangen, Schlag- und Einsteckwerkzeugen. Die Kl\u00e4gerin unterh\u00e4lt u.a. in A eine Betriebsst\u00e4tte. F\u00fcr Investitionen des Jahres 2008 beantragte sie die Gew\u00e4hrung einer Investitionszulage nach dem Investitionszulagengesetz 2007 (InvZulG 2007).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Bei einer sog. abgek\u00fcrzten Au\u00dfenpr\u00fcfung stellte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) fest, dass sich einige Kunststoffwerkzeuge nicht bei der Kl\u00e4gerin befanden, sondern bei verschiedenen Firmen eingesetzt wurden. Nach dem Inhalt der vertraglichen Vereinbarungen sollten die Werkzeuge an die &#8211;im F\u00f6rdergebiet ans\u00e4ssigen&#8211; Auftragnehmer verliehen und dort ausschlie\u00dflich zur Produktion im Auftrag der Kl\u00e4gerin verwendet werden. Das FA war der Ansicht, es handele sich um langfristige Nutzungs\u00fcberlassungen und gew\u00e4hrte die beantragte Investitionszulage f\u00fcr die Kunststoffwerkzeuge nicht. Der dagegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg, ebenso wenig die anschlie\u00dfend erhobene Klage (Urteil vom 6.\u00a0Dezember 2011\u00a0\u00a03\u00a0K\u00a0982\/10, Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 870).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) war der Ansicht, die Werkzeuge seien nicht im Betrieb oder in einer Betriebsst\u00e4tte der Kl\u00e4gerin verblieben. Das InvZulG 2007 sei bewusst enger gefasst worden als die Vorg\u00e4ngerregelung, so dass nur noch Nutzungs\u00fcberlassungen innerhalb verbundener Unternehmen i.S. von \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Satz\u00a05 InvZulG 2007 unsch\u00e4dlich seien. Es handele sich auch nicht um Wirtschaftsg\u00fcter, die nicht dazu bestimmt oder geeignet seien, im r\u00e4umlich abgegrenzten Bereich einer Betriebsst\u00e4tte eingesetzt zu werden (z.B. Transportmittel).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zur Begr\u00fcndung der Revision tr\u00e4gt die Kl\u00e4gerin vor, der Gesetzgeber habe nur solche Nutzungs- und Gebrauchs\u00fcberlassungen als zulagensch\u00e4dlich behandeln wollen, bei denen der Dritte die Verf\u00fcgungsmacht \u00fcber das Wirtschaftsgut erlangt habe, so dass dieser wirtschaftliche Chancen nutzen k\u00f6nne und unternehmerisches Risiko zu tragen habe. Im Streitfall h\u00e4tten die jeweiligen Kooperationsunternehmen die Pflicht, die Wirtschaftsg\u00fcter ausschlie\u00dflich und unverz\u00fcglich auf ihre Anweisung hin zu verwenden und sie auf Aufforderung herauszugeben. Da die Werkzeuge nur f\u00fcr ihre Produkte hergestellt worden seien, sei eine anderweitige Verwendung auch aus tats\u00e4chlichen Gr\u00fcnden ausgeschlossen. Eine Nutzungs\u00fcberlassung im Wortsinne liege deshalb nicht vor. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 23.\u00a0Mai 1986 III\u00a0R\u00a0144\/85 (BFHE 147, 195, BStBl II 1986, 919) sei es f\u00fcr die Erf\u00fcllung der Verbleibensvoraussetzungen unsch\u00e4dlich, wenn ein Investor seinem Arbeitnehmer einen PKW zur Nutzung \u00fcberlasse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Bescheid \u00fcber die Investitionszulage f\u00fcr das Jahr 2008 vom 2.\u00a0Oktober 2009 sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 5.\u00a0Oktober 2010 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die Zulage um \u2026 EUR erh\u00f6ht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und wird zur\u00fcckgewiesen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 FGO). Das FG hat zu Recht einen Anspruch der Kl\u00e4gerin auf Investitionszulage f\u00fcr die Kunststoffwerkzeuge verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Voraussetzung f\u00fcr eine F\u00f6rderung durch Investitionszulage nach dem InvZulG 2007 ist u.a., dass die abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsg\u00fcter des Anlageverm\u00f6gens w\u00e4hrend des Bindungszeitraums von in der Regel f\u00fcnf Jahren in einer Betriebsst\u00e4tte eines Betriebs des verarbeitenden Gewerbes, der produktionsnahen Dienstleistungen oder des Beherbergungsgewerbes des Anspruchsberechtigten im F\u00f6rdergebiet verbleiben (\u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 Buchst.\u00a0a und b InvZulG 2007).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Unter &#8222;Verbleiben in einer Betriebsst\u00e4tte des Anspruchsberechtigten&#8220; ist eine dauerhafte zeitliche und r\u00e4umliche Beziehung des Wirtschaftsguts zur Betriebsst\u00e4tte des Investors zu verstehen. Die einem anderen Betrieb \u00fcberlassenen Wirtschaftsg\u00fcter sind nur bei einer kurzfristigen \u00dcberlassung von bis zu drei Monaten weiterhin dem Betrieb bzw. der Betriebsst\u00e4tte des Investors zuzurechnen, weil dieser nach kurzer Zeit wieder \u00fcber die \u00fcberlassenen Wirtschaftsg\u00fcter tats\u00e4chlich verf\u00fcgen kann. Bei langfristiger \u00dcberlassung verbleiben die Wirtschaftsg\u00fcter dagegen in dem Betrieb bzw. der Betriebsst\u00e4tte des Nutzungsberechtigten (Senatsurteile vom 23.\u00a0Mai 1986 III\u00a0R\u00a066\/85, BFHE 147, 193, BStBl II 1986, 916; vom 15.\u00a0M\u00e4rz 1991 III\u00a0R\u00a018\/88, BFH\/NV 1991, 626; vom 3.\u00a0August 2000 III\u00a0R\u00a076\/97, BFHE 194, 282, BStBl II 2001, 446; vom 7.\u00a0M\u00e4rz 2002 III\u00a0R\u00a044\/97, BFHE 198, 169, BStBl II 2002, 545; vom 19.\u00a0Februar 2004 III\u00a0R\u00a014\/02, BFHE 204, 537, BStBl II 2004, 570; vom 30.\u00a0Juni 2005 III\u00a0R\u00a047\/03, BFHE 210, 538, BStBl II 2006, 78; ebenso Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 8.\u00a0Mai 2008, BStBl I 2008, 590, Tz.\u00a066, sowie He\u00df\/Martin, Investitionszulagengesetz, \u00a7\u00a02 Rz\u00a0166). Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Investor den Einsatz der \u00fcberlassenen Wirtschaftsg\u00fcter z.B. durch bestimmte Weisungsm\u00f6glichkeiten, Zutritts- oder Kontrollbefugnisse beeinflussen kann (Senatsurteile in BFHE 194, 282, BStBl II 2001, 446, sowie in BFHE 210, 538, BStBl II 2006, 78).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Im Streitfall hat die Kl\u00e4gerin die Werkzeuge den jeweiligen Auftragnehmern auf Dauer und nicht nur kurzfristig zur Nutzung \u00fcberlassen. Die Nutzungs\u00fcberlassung ist nach den vorstehenden Grunds\u00e4tzen zulagensch\u00e4dlich, trotz der von der Kl\u00e4gerin hervorgehobenen Weisungsrechte und anderweitigen Einwirkungsm\u00f6glichkeiten. Mit der langfristigen Nutzungs\u00fcberlassung eines PKW an einen Arbeitnehmer, die der Senat in dem zu \u00a7\u00a04b InvZulG 1982 ergangenen Senatsurteil in BFHE 147, 195, BStBl II 1986, 919 als unsch\u00e4dlich angesehen hat, l\u00e4sst sich die hier zu beurteilende Nutzungs\u00fcberlassung nicht vergleichen. Der einem Arbeitnehmer \u00fcberlassene PKW wird in der Regel f\u00fcr die Fahrten zum Betrieb oder zur Betriebsst\u00e4tte genutzt, wodurch die r\u00e4umliche Beziehung des Fahrzeugs zum Betrieb bzw. zur Betriebsst\u00e4tte zum Ausdruck kommt. Dagegen fehlt es im Streitfall an jeglichem r\u00e4umlichen Bezug der Werkzeuge zur Betriebsst\u00e4tte der Kl\u00e4gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.2.2013, III R 6\/12 Zulagensch\u00e4dliche Nutzungs\u00fcberlassung von Maschinenwerkzeugen bei Auftragsproduktion Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, unterh\u00e4lt einen Betrieb des verarbeitenden Gewerbes der Metallindustrie. Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von hochwertigen Werkzeugen aller Art, insbesondere von sog. 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