{"id":51308,"date":"2013-03-20T10:47:08","date_gmt":"2013-03-20T08:47:08","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=51308"},"modified":"2013-06-26T11:02:44","modified_gmt":"2013-06-26T09:02:44","slug":"xi-r-11-12-haftung-des-abtretungsempfaengers-fuer-umsatzsteuer-bei-abtretung-von-forderungen-durch-globalzession","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-11-12-haftung-des-abtretungsempfaengers-fuer-umsatzsteuer-bei-abtretung-von-forderungen-durch-globalzession\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;11\/12 &#8211; Haftung des Abtretungsempf&auml;ngers f&uuml;r Umsatzsteuer bei Abtretung von Forderungen durch Globalzession"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2013, XI R 11\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Haftung des Abtretungsempf\u00e4ngers f\u00fcr Umsatzsteuer bei Abtretung von Forderungen durch Globalzession<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Haftung des Abtretungsempf\u00e4ngers nach \u00a7 13c UStG umfasst alle Formen der Abtretung &#8211;auch die Globalzession&#8211; von Forderungen des Abtretenden aus Ums\u00e4tzen.<\/p>\n<p>2. Hat ein vorl\u00e4ufiger Insolvenzverwalter aufgrund richterlicher Erm\u00e4chtigung eine zur Sicherheit abgetretene Forderung eingezogen und den Erl\u00f6s an den Abtretungsempf\u00e4nger weitergeleitet, haftet der Abtretungsempf\u00e4nger nach \u00a7 13c UStG f\u00fcr die im vereinnahmten und an ihn weitergeleiteten Forderungsbetrag enthaltene Umsatzsteuer.<\/p>\n<p>3. Die Haftung nach \u00a7 13c UStG kann nicht durch eine zivilrechtliche Vereinbarung ausgeschlossen werden, nach der es sich bei dem weitergeleiteten Betrag um einen Nettobetrag ohne Umsatzsteuer handeln soll.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) &#8230; gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0191 der Abgabenordnung (AO) i.V.m. \u00a7\u00a013c des Umsatzsteuergesetzes (UStG) als Abtretungsempf\u00e4ngerin f\u00fcr Umsatzsteuerschulden ihres Kreditnehmers haftet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit Globalsicherungsvertrag vom 29.\u00a0Oktober 2004 trat die &#8230;-GmbH (GmbH) als Sicherungsgeberin der Kl\u00e4gerin als Sicherungsnehmerin alle gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Anspr\u00fcche aus dem Gesch\u00e4ftsverkehr, insbesondere aus Lieferungen und Leistungen aller Drittschuldner, ab. Die GmbH wurde erm\u00e4chtigt, die Forderungen im eigenen Namen einzuziehen. Zudem \u00fcbertrug die GmbH der Kl\u00e4gerin zur Sicherheit ihre Waren, die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Maschinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 4.\u00a0Februar 2009 k\u00fcndigte die Kl\u00e4gerin der GmbH die gesamte Gesch\u00e4ftsverbindung fristlos, forderte sie zur Zahlung von insgesamt &#8230;\u00a0EUR zuz\u00fcglich Zinsen und Kosten auf und widerrief hinsichtlich der abgetretenen Forderungen die Einziehungserm\u00e4chtigung der GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nachdem die GmbH am 12.\u00a0M\u00e4rz 2009 einen Antrag auf Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hatte, ordnete das Amtsgericht X (AG) am 13.\u00a0M\u00e4rz 2009 die vorl\u00e4ufige Insolvenzverwaltung durch Rechtsanwalt B (B) an. Laut Beschluss waren Verf\u00fcgungen der GmbH nur noch mit Zustimmung des vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters wirksam (\u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 der Insolvenzordnung &#8211;InsO&#8211;). Ein allgemeines Verf\u00fcgungsverbot gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 InsO erlie\u00df das AG nicht. In dem Beschluss hie\u00df es:<br \/>\n&#8222;Verf\u00fcgungen der Schuldnerin \u00fcber Gegenst\u00e4nde ihres Verm\u00f6gens sind nur noch mit Zustimmung des vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters wirksam (\u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 InsO).<br \/>\nDen Schuldnern der Schuldnerin (Drittschuldnern) wird verboten, an die Schuldnerin zu zahlen. Der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter wird erm\u00e4chtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen der Schuldnerin einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Die Drittschuldner werden aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (\u00a7\u00a023 Abs.\u00a01 Satz\u00a03 InsO).<br \/>\nMa\u00dfnahmen der Zwangsvollstreckung einschlie\u00dflich der Vollziehung eines Arrests oder einer einstweiligen Verf\u00fcgung gegen die Schuldnerin werden untersagt, soweit nicht unbewegliche Gegenst\u00e4nde betroffen sind; bereits begonnene Ma\u00dfnahmen werden einstweilen eingestellt (\u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 InsO).&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter B zog bis zur Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens am 1.\u00a0Mai 2009 Forderungen in H\u00f6he von mindestens 102.548,27\u00a0EUR einschlie\u00dflich 16.373,26\u00a0EUR Umsatzsteuer ein, die vor Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens entstanden waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 27.\u00a0April 2009 schloss der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter mit der Kl\u00e4gerin eine &#8222;Vereinbarung&#8220;. Zuvor war eine umfassende Bewertung der der Globalzession unterliegenden Forderungen und eine Bewertung der zur Sicherheit abgetretenen Gegenst\u00e4nde erfolgt. Laut einer Inventurliste vom 27.\u00a0M\u00e4rz 2009 hatte das Warenlager einen Wert von 87.451,73\u00a0EUR und der Maschinenpark einen Wert von 60.000\u00a0EUR. Die Vertragsparteien waren sich &#8222;einig, dass die Absonderungsrechte am gesamten Aus- und Absonderungsgut mit 250.000\u00a0EUR Netto zu bewerten sind&#8220;. Die Zahlung zur Abgeltung dieser Absonderungsrechte sollte unverz\u00fcglich nach Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 25.\u00a0Mai 2009 und am 8.\u00a0Juni 2009 \u00fcberwies B in zwei Teilbetr\u00e4gen jeweils 125.000\u00a0EUR an die Kl\u00e4gerin zur Abgeltung der Absonderungsrechte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"2\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr\u00fcfung bei der GmbH erlie\u00df der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) am 21.\u00a0Mai 2010 einen Haftungsbescheid gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0191 AO i.V.m. \u00a7\u00a013c UStG gegen die Kl\u00e4gerin. Das FA war der Auffassung, dass die Kl\u00e4gerin gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a013c UStG als Abtretungsempf\u00e4ngerin f\u00fcr die Umsatzsteuerschulden hafte, soweit sie diese vereinnahmt habe. Den Haftungsbetrag ermittelte das FA nach teilweise erfolgreichem Einspruch der Kl\u00e4gerin in der Einspruchsentscheidung vom 1.\u00a0M\u00e4rz 2011 wie folgt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Vereinnahmter Betrag aus der Vereinbarung mit dem vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">\u00a0250.000,00\u00a0EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">abz\u00fcglich Anteil f\u00fcr Warenbestand<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">87.451,73\u00a0EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">abz\u00fcglich Anteil f\u00fcr Maschinenpark<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">60.000,00\u00a0EUR<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Anteil abgetretene Forderungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">102.548,27\u00a0EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">daraus 19\u00a0% =<br \/>\n<strong>Haftungsbetrag<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">\u00a0<strong>16.373,26\u00a0EUR.<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Klage blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f\u00fchrte aus, die Kl\u00e4gerin hafte gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0191 AO i.V.m. \u00a7\u00a013c UStG in H\u00f6he von 16.373,26\u00a0EUR f\u00fcr die Umsatzsteuer der GmbH. Sie habe einen Betrag von 250.000\u00a0EUR vom vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter erhalten, wovon 102.548,27\u00a0EUR aus den zur Sicherheit abgetretenen Forderungen f\u00fcr erbrachte steuerpflichtige Ums\u00e4tze vor der Insolvenz stammten. Mit \u00dcberweisung des Betrags habe die Kl\u00e4gerin eine Umsatzsteuer in H\u00f6he von 16.373,26\u00a0EUR vereinnahmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 2168 ver\u00f6ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin st\u00fctzt ihre Revision auf die Verletzung materiellen Rechts. Sie r\u00fcgt, f\u00fcr die Haftungsinanspruchnahme g\u00e4be es keine Rechtsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Sie habe keine Umsatzsteuer vereinnahmt. Die vom vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter eingezogenen Betr\u00e4ge seien auf einem Insolvenzanderkonto vereinnahmt worden. Eine Zurechnung der Einnahme durch einen Dritten (den vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter) zu ihren Lasten komme nicht in Betracht. Der anteilig in dem Vergleichsbetrag enthaltene Forderungsbetrag (Teilerl\u00f6s aus der Einziehung der Forderungen durch den Insolvenzverwalter) in H\u00f6he von 102.548,27\u00a0EUR sei ein Nettobetrag. Der Umsatzsteuerbetrag sei lediglich dem Insolvenzanderkonto zugeflossen und vom Insolvenzverwalter einbehalten worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aus der Tatsache, dass im vorl\u00e4ufigen Insolvenzverfahren Altforderungen eingezogen wurden, folge im Umkehrschluss aus dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9.\u00a0Dezember 2010 V\u00a0R\u00a022\/10 (BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996), dass der Umsatzsteuertatbestand regelm\u00e4\u00dfig bereits bei Verfahrenser\u00f6ffnung vollst\u00e4ndig verwirklicht sei, mit der Folge, dass das FA den Steueranspruch lediglich als einfache Insolvenzforderung nach Ma\u00dfgabe des \u00a7\u00a0174 InsO im Verfahren geltend machen k\u00f6nne. Dies gelte jedenfalls, sofern dem vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter nicht die besondere Erm\u00e4chtigung zum Forderungseinzug erteilt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Folge man der Auffassung der Finanzverwaltung (vgl. Abschn.\u00a0182b Abs.\u00a07 der Umsatzsteuer-Richtlinien), gebe man \u00a7\u00a013c UStG einen vom Wortlaut losgel\u00f6sten und mit keiner Auslegungsregel zu vereinbarenden Regelungsgehalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ihre vermeintliche Verf\u00fcgungsmacht \u00fcber den vom vorl\u00e4ufigen Verwalter eingezogenen Bruttobetrag einschlie\u00dflich Umsatzsteuer ergebe sich auch nicht aus der schriftlichen Vereinbarung vom 27.\u00a0April 2009.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine Zurechnung der Vereinnahmung durch den vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter komme auch nicht auf der Grundlage einer angeblich von ihr &#8222;erteilten Vertretungsmacht&#8220; zur Einziehung der Forderungen in Betracht. Die Ausf\u00fchrungen des FG zu einer vermeintlichen Bevollm\u00e4chtigung des B durch sie seien nicht vertretbar. Der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter sei nicht ihr Empfangsvertreter gewesen. Er habe die Einziehung im Rahmen der ihm durch das Insolvenzgericht im Beschluss vom 13.\u00a0M\u00e4rz 2009 besonders einger\u00e4umten Einziehungserm\u00e4chtigung &#8211;kraft eigener Verf\u00fcgungsmacht aus eigenem und nicht aus fremdem Recht&#8211; vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Eine haftungsbegr\u00fcndende Vereinnahmung i.S. des \u00a7\u00a013c UStG bei der Globalzession von Forderungen setze voraus, dass die Abtretung gegen\u00fcber dem Schuldner offengelegt werde und der Zessionar die Forderung selbst einziehe. Beides sei hier nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Bei der Globalzession gelte gerade nicht, dass der vorl\u00e4ufige Verwalter die Erl\u00f6se aus der Einziehung zur Sicherheit abgetretener Forderungen nicht mehr im Rahmen der Betriebsfortf\u00fchrung zur Deckung notwendiger Kosten verwenden d\u00fcrfe. Sie st\u00fcnden dem Zessionar gerade nicht als Zugriffsobjekt zur Verf\u00fcgung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zur Vermeidung einer dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 21.\u00a0Januar 2010 IX\u00a0ZR\u00a065\/09 (BGHZ 184, 101, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2010, 2585) widersprechenden Entscheidung sei die Klarstellung geboten, dass bei der Globalzession der Zessionar den Tatbestand des \u00a7\u00a013c UStG nicht &#8222;in eigener Person&#8220; erf\u00fclle, wenn im Falle der Bestellung eines vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters in Verbindung mit einer Anordnung des Insolvenzgerichts gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 Nr.\u00a05 InsO ohne Offenlegung der Zession nicht der Sicherungsnehmer, sondern bereits der Insolvenzverwalter den Forderungsbetrag auf einem eigenen Insolvenzanderkonto vereinnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>\ndas Urteil des FG sowie den Haftungsbescheid des FA vom 21.\u00a0Mai 2010 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1.\u00a0M\u00e4rz 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndie Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es tritt dem Vorbringen der Kl\u00e4gerin entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl\u00e4gerin ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die Kl\u00e4gerin in H\u00f6he von 16.373,26\u00a0EUR gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0191 AO i.V.m. \u00a7\u00a013c UStG f\u00fcr die Umsatzsteuer der GmbH haftet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Wer kraft Gesetzes f\u00fcr eine Steuer haftet (Haftungsschuldner) &#8211;wie der Abtretungsempf\u00e4nger einer Forderung unter den Voraussetzungen des \u00a7\u00a013c UStG&#8211;, kann nach \u00a7\u00a0191 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO durch Haftungsbescheid in Anspruch genommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Soweit der leistende Unternehmer den Anspruch auf die Gegenleistung f\u00fcr einen steuerpflichtigen Umsatz i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 UStG an einen anderen Unternehmer abgetreten und die festgesetzte Steuer, bei deren Berechnung dieser Umsatz ber\u00fccksichtigt worden ist, bei F\u00e4lligkeit nicht oder nicht vollst\u00e4ndig entrichtet hat, haftet der Abtretungsempf\u00e4nger nach Ma\u00dfgabe des \u00a7\u00a013c Abs.\u00a02 UStG f\u00fcr die in der Forderung enthaltene Umsatzsteuer, soweit sie im vereinnahmten Betrag enthalten ist (\u00a7\u00a013c Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG). Ist die Vollziehung der Steuerfestsetzung in Bezug auf die in der abgetretenen Forderung enthaltene Umsatzsteuer gegen\u00fcber dem leistenden Unternehmer ausgesetzt, gilt die Steuer insoweit als nicht f\u00e4llig (\u00a7\u00a013c Abs.\u00a01 Satz\u00a02 UStG). Soweit der Abtretungsempf\u00e4nger die Forderung an einen Dritten abgetreten hat, gilt sie in voller H\u00f6he als vereinnahmt (\u00a7\u00a013c Abs.\u00a01 Satz\u00a03 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a013c Abs.\u00a02 Satz\u00a01 UStG ist der Abtretungsempf\u00e4nger ab dem Zeitpunkt in Anspruch zu nehmen, in dem die festgesetzte Steuer f\u00e4llig wird, fr\u00fchestens ab dem Zeitpunkt der Vereinnahmung der abgetretenen Forderung. Bei der Inanspruchnahme nach \u00a7\u00a013c Abs.\u00a02 Satz\u00a01 UStG besteht abweichend von \u00a7\u00a0191 AO kein Ermessen (\u00a7\u00a013c Abs.\u00a02 Satz\u00a02 UStG). Die Haftung ist der H\u00f6he nach begrenzt auf die im Zeitpunkt der F\u00e4lligkeit nicht entrichtete Steuer (\u00a7\u00a013c Abs.\u00a02 Satz\u00a03 UStG). Soweit der Abtretungsempf\u00e4nger auf die nach \u00a7\u00a013c Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG festgesetzte Steuer Zahlungen i.S. des \u00a7\u00a048 AO geleistet hat, haftet er nicht (\u00a7\u00a013c Abs.\u00a02 Satz\u00a04 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">a) In der Gesetzesbegr\u00fcndung (BTDrucks 15\/1562, 46) wird zu der mit Wirkung ab 1.\u00a0Januar 2004 durch das Zweite Gesetz zur \u00c4nderung steuerlicher Vorschriften (Steuer\u00e4nderungsgesetz 2003) eingef\u00fchrten Vorschrift ausgef\u00fchrt:<br \/>\n&#8222;\u00a7\u00a013c UStG begr\u00fcndet unter bestimmten Voraussetzungen einen Haftungstatbestand f\u00fcr die F\u00e4lle, in denen ein Unternehmer eine Kundenforderung abtritt und der Abtretungsempf\u00e4nger die Forderung einzieht oder an einen Dritten \u00fcbertr\u00e4gt. Mit der Festsetzung der Haftungsschuld wird ein Gesamtschuldverh\u00e4ltnis im Sinne des \u00a7\u00a044 AO begr\u00fcndet.<br \/>\nDie Regelung dient der Vermeidung von Umsatzsteuerausf\u00e4llen, die dadurch entstehen, dass der abtretende Unternehmer h\u00e4ufig finanziell nicht mehr in der Lage ist, die von ihm geschuldete Umsatzsteuer zu entrichten, weil der Abtretungsempf\u00e4nger die Forderung eingezogen hat. Der Abtretungsempf\u00e4nger war bisher nicht verpflichtet, diese Umsatzsteuer, die zivilrechtlich Bestandteil der abgetretenen Forderung ist, an das Finanzamt abzuf\u00fchren.<br \/>\nDie Neuregelung entspricht auch einer Empfehlung des Bundesrechnungshofes.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Weiter wird ausgef\u00fchrt: &#8222;Der Abtretungsempf\u00e4nger muss die abgetretene Forderung ganz oder teilweise vereinnahmt haben. Hat er sie teilweise vereinnahmt, erstreckt sich die Haftung nur auf die Umsatzsteuer, die im tats\u00e4chlich vereinnahmten Betrag enthalten ist. Hat er sie ganz oder teilweise an einen Dritten \u00fcbertragen, gilt dieses Rechtsgesch\u00e4ft insoweit als Vereinnahmung, d. h. der Abtretungsempf\u00e4nger kann f\u00fcr die im Gesamtbetrag der weiter\u00fcbertragenen Forderung enthaltene Umsatzsteuer in Haftung genommen werden. Dies gilt unabh\u00e4ngig davon, welche Gegenleistung der urspr\u00fcngliche Abtretungsempf\u00e4nger f\u00fcr die \u00dcbertragung der Forderung erhalten hat.<br \/>\nDer Abtretungsempf\u00e4nger wird nachrangig als Haftungsschuldner in Anspruch genommen, weil erst feststehen muss, dass der leistende Unternehmer die festgesetzte Steuer im Zeitpunkt der F\u00e4lligkeit nicht oder nicht vollst\u00e4ndig entrichtet hat. (&#8230;)&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tbody>\n<tr>\n<th rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td rowspan=\"1\" colspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">b) Die Neuregelung beruht &#8211;wie in der Gesetzesbegr\u00fcndung (BTDrucks 15\/1562, 46) zum Ausdruck kommt&#8211; auf einem Bericht des Bundesrechnungshofs vom 3.\u00a0September 2003 \u00fcber &#8222;Steuerausf\u00e4lle bei der Umsatzsteuer durch Steuerbetrug und Steuervermeidung \u2013 Vorschl\u00e4ge an den Gesetzgeber -&#8220; (BRDrucks 637\/03). Auszugsweise hei\u00dft es in dem Bericht (BRDrucks 637\/03, 8; vgl. auch 38 bis 41):<br \/>\n&#8222;Die Globalzession ist im Kreditgesch\u00e4ft ein weit verbreitetes Instrument, um Kreditforderungen abzusichern. Weil die Verpflichtung, Umsatzsteuer abzuf\u00fchren, bei einer Globalzession nicht auf den neuen Forderungsinhaber \u00fcbergeht, kommt es nach Sch\u00e4tzungen des Bundesrechnungshofes zu j\u00e4hrlichen Umsatzsteuerausf\u00e4llen im dreistelligen Millionenbereich.<\/p>\n<p>Bei einer Globalzession tritt der Kreditnehmer (Zedent) seine gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Forderungen gegen\u00fcber Kunden zur Sicherung eines Kredits an den Kreditgl\u00e4ubiger (Zessionar) ab. Kommt es zum Sicherungsfall und der Zessionar zieht die Forderungen ein, so ist er nach derzeitiger Rechtslage nicht verpflichtet, die in den eingezogenen Bruttoforderungen enthaltenen Umsatzsteuerbetr\u00e4ge abzuf\u00fchren. Der Zedent allein bleibt weiterhin verpflichtet, die in den vom Zessionar vereinnahmten Forderungen enthaltenen Umsatzsteuerbetr\u00e4ge beim Finanzamt anzumelden und abzuf\u00fchren. Es kommt dann zu Umsatzsteuerausf\u00e4llen, wenn Unternehmen nach Einziehung der abgetretenen Forderungen durch den Zessionar insolvent werden.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) \u00a7\u00a013c UStG beruht &#8211;wie aus der Gesetzesbegr\u00fcndung (BTDrucks 15\/1562, 46) hervorgeht&#8211; auf Art.\u00a021 Abs.\u00a03 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.\u00a0Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten \u00fcber die Umsatzsteuern &#8211;Richtlinie 77\/388\/EWG&#8211; (nun Art.\u00a0205 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.\u00a0November 2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem &#8211;MwStSystRL&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Art.\u00a0205 MwStSystRL sieht vor: &#8222;In den in den Artikeln 193 bis 200 sowie 202, 203 und 204 genannten F\u00e4llen k\u00f6nnen die Mitgliedstaaten bestimmen, dass eine andere Person als der Steuerschuldner die Steuer gesamtschuldnerisch zu entrichten hat.&#8220; Nach dem einschl\u00e4gigen Art.\u00a0193 MwStSystRL (vorher Art.\u00a021 Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0a der Richtlinie 77\/388\/EWG) ist Steuerschuldner &#8222;der Steuerpflichtige, der Gegenst\u00e4nde steuerpflichtig liefert oder eine Dienstleistung steuerpflichtig erbringt (&#8230;)&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>32<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat im Ergebnis zutreffend entschieden, dass die Kl\u00e4gerin als Abtretungsempf\u00e4ngerin die ihr von der GmbH abgetretenen Forderungen \u00fcber 102.548,27\u00a0EUR einschlie\u00dflich der darin enthaltenen Umsatzsteuer in H\u00f6he von 16.373,26\u00a0EUR vereinnahmt hat. Dies geschah durch die aufgrund der Vereinbarung vom 27.\u00a0April 2009 erfolgte \u00dcberweisung des Betrags von 250.000\u00a0EUR durch den vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter an die Kl\u00e4gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>33<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Kl\u00e4gerin war Abtretungsempf\u00e4ngerin i.S. des \u00a7\u00a013c UStG. Der Haftungstatbestand des \u00a7\u00a013c UStG umfasst auch eine Abtretung von Forderungen aus Ums\u00e4tzen durch eine Globalzession.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>34<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Abtretung ist nach der Legaldefinition in \u00a7\u00a0398 Satz\u00a01 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (BGB) der Vertrag, durch den eine Forderung von dem Gl\u00e4ubiger auf einen anderen \u00fcbertragen wird. Bei einer Vorausabtretung k\u00fcnftiger oder aufschiebend bedingter Forderungen ist zwischen der Verbindlichkeit des Verf\u00fcgungsgesch\u00e4fts einerseits und dem Wirksamwerden des mit ihm bezweckten sp\u00e4teren Rechts\u00fcbergangs andererseits zu unterscheiden. Die im Abtretungsvertrag enthaltene rechtsgesch\u00e4ftliche Verf\u00fcgung ist mit Vertragsabschluss beendet (vgl. z.B. BGH-Urteil vom 19.\u00a0September 1983 II\u00a0ZR\u00a012\/83, BGHZ 88, 205, NJW 1984, 492; BFH-Urteil vom 3.\u00a0Juni 2009 XI\u00a0R\u00a057\/07, BFHE 226, 183, BStBl II 2010, 520, unter II.1.). Der Abtretungsvertrag \u00fcber eine zuk\u00fcnftige Forderung enth\u00e4lt alle Merkmale, aus denen der \u00dcbertragungstatbestand besteht; die Entstehung der abgetretenen Forderung geh\u00f6rt nicht zum Tatbestand des \u00a7\u00a0398 BGB (vgl. BGH-Urteil vom 29.\u00a0November 2007 IX\u00a0ZR\u00a030\/07, BGHZ 174, 297, NJW 2008, 430, m.w.N.; BFH-Urteil in BFHE 226, 183, BStBl II 2010, 520, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>35<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Aus dem weiten Gesetzeswortlaut des \u00a7\u00a013c UStG, der hinsichtlich der Abtretung keine Einschr\u00e4nkungen enth\u00e4lt, und der dargestellten Entstehungsgeschichte der Vorschrift folgt, dass die Regelung auch eine Globalzession &#8211;im Streitfall vom 29.\u00a0Oktober 2004&#8211; umfasst (vgl. ebenso Blesinger in Offerhaus\/S\u00f6hn\/Lange, \u00a7\u00a013c UStG Rz\u00a014; Bunjes\/Leonard, UStG, 11.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a013c\u00a0Rz\u00a017; de Weerth, Zeitschrift f\u00fcr das gesamte Insolvenzrecht &#8211;ZInsO&#8211; 2004, 191; FG M\u00fcnchen, Beschluss vom 27.\u00a0April 2010\u00a0\u00a014\u00a0V\u00a0921\/10, juris; Abschn.\u00a013c.1. Abs.\u00a03 Satz\u00a03 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>36<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Kl\u00e4gerin hat die ihr von der GmbH abgetretenen Forderungen in H\u00f6he von 102.548,27\u00a0EUR einschlie\u00dflich der darin enthaltenen Umsatzsteuer in H\u00f6he von 16.373,26\u00a0EUR i.S. von \u00a7\u00a013c UStG vereinnahmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>37<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Eine &#8222;Vereinnahmung&#8220; einer abgetretenen Forderung durch den Abtretungsempf\u00e4nger i.S. von \u00a7\u00a013c UStG liegt &#8211;au\u00dfer in den F\u00e4llen einer (Weiter-)Abtretung der Forderung an einen Dritten (\u00a7\u00a013c Abs.\u00a01 Satz\u00a03 UStG)&#8211; unter den Voraussetzungen vor, wie sie allgemein im Rahmen der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Besteuerung) gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a013 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a Satz\u00a04 UStG oder \u00a7\u00a013 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0b UStG gelten (vgl. Leipold in S\u00f6lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, \u00a7\u00a013c Rz\u00a038).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>38<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Danach liegt eine Vereinnahmung i.S. von \u00a7\u00a013c UStG vor, soweit der Abtretungsempf\u00e4nger eine Zahlung aus der abgetretenen Forderung erhalten hat (vgl. Blesinger in Offerhaus\/S\u00f6hn\/ Lange, \u00a7\u00a013c UStG Rz\u00a045).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>39<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Eine Vereinnahmung der abgetretenen Forderungen durch die Kl\u00e4gerin scheitert im Streitfall &#8211;entgegen ihrer Ansicht&#8211; nicht schon daran, dass der Betrag von 102.548,27\u00a0EUR f\u00fcr die der Globalzession unterliegenden Forderungen nicht unmittelbar an sie geleistet wurde, sondern dass die Forderungen durch den vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter eingezogen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>40<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zwar nennt die Gesetzesbegr\u00fcndung (BTDrucks 15\/1562, 46) als Haftungstatbestand u.a. die F\u00e4lle, in denen &#8222;der Abtretungsempf\u00e4nger die Forderung einzieht&#8220;. Mit der Einziehung der Forderung durch den Abtretungsempf\u00e4nger selbst wird in der Gesetzesbegr\u00fcndung aber nur der Regelfall angesprochen. Der Gesetzeswortlaut ist weiter gefasst. Nach \u00a7\u00a013c Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG haftet der Abtretungsempf\u00e4nger &#8222;f\u00fcr die in der Forderung enthaltene Umsatzsteuer, soweit sie im vereinnahmten Betrag enthalten ist&#8220;. Diese Formulierung setzt nicht voraus, dass der Abtretungsempf\u00e4nger selbst die Forderung einzieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>41<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Danach liegt nach dem Wortlaut des \u00a7\u00a013c Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG eine Vereinnahmung durch den Abtretungsempf\u00e4nger auch dann vor, wenn ein vorl\u00e4ufiger Insolvenzverwalter den abgetretenen Forderungsbetrag einzieht und an den Abtretungsempf\u00e4nger weiterleitet (im Ergebnis ebenso de Weerth, ZInsO 2004, 190\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>42<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>cc) Eine Vereinnahmung durch die Kl\u00e4gerin liegt im Streitfall entgegen der Ansicht des FG nicht (bereits) deshalb vor, weil der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter die Forderungen &#8222;in Vertretung&#8220; der Kl\u00e4gerin eingezogen habe &#8211;\u00a0wobei offenbleiben k\u00f6nne, ob sich die Vertretungsmacht aus dem Beschluss des AG vom 13.\u00a0M\u00e4rz 2009 oder aus einer nachtr\u00e4glichen Genehmigung der Kl\u00e4gerin durch die Vereinbarung vom 27.\u00a0April 2009 ergebe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>43<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entscheidend ist im Streitfall vielmehr, dass der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter die der Kl\u00e4gerin von der GmbH abgetretenen Forderungen in H\u00f6he von 102.548,27\u00a0EUR eingezogen und diesen Betrag mit der darin enthaltenen Umsatzsteuer in H\u00f6he von 16.373,26\u00a0EUR durch die \u00dcberweisung von 250.000\u00a0EUR zur Abgeltung der Absonderungsrechte der Kl\u00e4gerin weitergeleitet hat. Dadurch konnte die Kl\u00e4gerin \u00fcber den eingezogenen Forderungsbetrag einschlie\u00dflich Umsatzsteuer verf\u00fcgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>44<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Weiterleitung des Betrags von 102.548,27\u00a0EUR an die Kl\u00e4gerin entsprach im \u00dcbrigen &#8211;ohne dass es darauf f\u00fcr die Anwendung des \u00a7\u00a013c UStG ankommt&#8211; der Rechtslage. Denn der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter hatte aufgrund richterlicher Erm\u00e4chtigung die der Kl\u00e4gerin zur Sicherheit abgetretenen Forderungen vor Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens eingezogen, so dass ihr ein Anspruch auf Herausgabe der Erl\u00f6se zustand (vgl. BGH-Urteil in BGHZ 184, 101, NJW 2010, 2585, Leitsatz und Rz\u00a030\u00a0ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>45<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Ohne Erfolg wendet die Kl\u00e4gerin ein, dass der anteilig in dem Vergleichsbetrag enthaltene und an sie weitergeleitete Forderungsbetrag in H\u00f6he von 102.548,27\u00a0EUR ein reiner Nettobetrag sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>46<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Umsatzsteuer ist zivilrechtlich &#8211;wovon auch die Gesetzesbegr\u00fcndung zu \u00a7\u00a013c UStG (BTDrucks 15\/1562, 46) ausgeht&#8211; ein unselbst\u00e4ndiger Teil des abgetretenen Forderungsbetrags. Jeder Teil der abgetretenen Forderung und des vereinnahmten Betrags enth\u00e4lt i.S. des \u00a7\u00a013c UStG einen durch die H\u00f6he des Steuersatzes bestimmten Umsatzsteueranteil (vgl. BGH-Urteil vom 17.\u00a0Januar 2007 VIII\u00a0ZR\u00a0171\/06, BGHZ 170, 311, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2007, 505, unter II.2.; Bunjes\/Leonard, a.a.O., \u00a7\u00a013c Rz\u00a020; Leipold in S\u00f6lch\/Ringleb, a.a.O., \u00a7\u00a013c Rz\u00a035; ebenso Abschn. 13c.1. Abs.\u00a07 UStAE; Hahne, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2003, 2720, 2722; Haunhorst, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht &#8211;UVR&#8211; 2004, 377, 378; a.A. Siebert, Der Umsatz-Steuer-Berater 2004, 279, 284).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>47<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es ist daher nicht zul\u00e4ssig, die Abtretung einer Forderung auf einen Nettobetrag der Forderung zu beschr\u00e4nken (vgl. Bunjes\/ Leonard, a.a.O., \u00a7\u00a013c Rz\u00a020; Hahne, BB 2003, 2720, 2722; Haunhorst, UVR 2004, 377, 378; de Weerth, ZInsO 2004, 190, 192).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>48<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ebenso war es dem vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter und der Kl\u00e4gerin nicht m\u00f6glich &#8211;wie das FG zu Recht darlegt&#8211; eine zivilrechtliche Vereinbarung zu treffen, nach der es sich bei der Zahlung zur Abgeltung der Absonderungsrechte um einen Nettobetrag ohne Umsatzsteuer handeln sollte. Die Haftung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a013c UStG erstreckt sich daher auf den Teil des vereinnahmten Forderungsbetrags (16.373,26\u00a0EUR), der auf die geschuldete Umsatzsteuer entf\u00e4llt (vgl. auch Stadie in Rau\/D\u00fcrrw\u00e4chter, Umsatzsteuergesetz, \u00a7\u00a013c Rz\u00a06).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>49<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im \u00dcbrigen bestand keine Berechtigung des vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters, vor Weiterleitung des Forderungsbetrags die Umsatzsteuer abzuziehen. Es handelte sich bei der fraglichen Umsatzsteuer nicht um eine Masseverbindlichkeit, sondern um eine Insolvenzforderung (\u00a7\u00a038 InsO), da der den Umsatzsteueranspruch begr\u00fcndende Tatbestand vollst\u00e4ndig vor der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens verwirklicht und damit abgeschlossen war (vgl. dazu BFH-Urteile vom 30.\u00a0April 2009 V\u00a0R\u00a01\/06, BFHE 226, 130, BStBl II 2010, 138, und in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>50<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Es kommt &#8211;entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin&#8211; im Streitfall nicht darauf an, ob es sich um eine so genannte &#8222;stille Zession&#8220; handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>51<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hat der Abtretungsempf\u00e4nger den Forderungsbetrag vereinnahmt, ist es unerheblich, ob die Abtretung offengelegt worden ist (im Ergebnis ebenso Blesinger in Offerhaus\/S\u00f6hn\/Lange, \u00a7\u00a013c UStG Rz\u00a014; Stadie in Rau\/D\u00fcrrw\u00e4chter, Umsatzsteuergesetz, \u00a7\u00a013c Rz\u00a048; Bunjes\/Leonard, a.a.O., \u00a7\u00a013c Rz\u00a034; Leipold in S\u00f6lch\/Ringleb, a.a.O., \u00a7\u00a013c UStG Rz\u00a038; a.A. Hahne, UR 2006, 433, 435\u00a0f.). Dies folgt aus dem weiten Gesetzeswortlaut, der hinsichtlich der Abtretung keine Einschr\u00e4nkungen enth\u00e4lt, und dem dargelegten Sinn und Zweck des \u00a7\u00a013c UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>52<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin l\u00e4sst sich dem BGH-Urteil in BGHZ 184, 101, NJW 2010, 2585 nicht entnehmen, eine haftungsbegr\u00fcndende Vereinnahmung i.S. des \u00a7\u00a013c UStG setze voraus, dass die Abtretung gegen\u00fcber dem Schuldner offen zu legen sei und der Zessionar die Forderung selbst einziehe. Die von der Kl\u00e4gerin daf\u00fcr in Bezug genommenen Ausf\u00fchrungen des BGH unter Rz\u00a028 seines Urteils betreffen (lediglich) die &#8211;hier nicht relevante&#8211; Frage, wie ein vorl\u00e4ufiger Insolvenzverwalter die von ihm eingezogenen Betr\u00e4ge verwahren muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>53<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>e) Eine abweichende rechtliche Beurteilung folgt nicht aus dem BFH-Urteil in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996. Denn der dort der Entscheidung zugrundeliegende Sachverhalt ist mit dem vorliegenden nicht vergleichbar (gl. A. B\u00fcchter-Hole, EFG 2012, 2171, 2172).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>54<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach dem Urteil des BFH in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996 begr\u00fcndet die Entgeltvereinnahmung durch den Insolvenzverwalter nach Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens f\u00fcr eine vor der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens ausgef\u00fchrte Leistung nicht nur bei der Ist-, sondern auch bei der Sollbesteuerung eine Masseverbindlichkeit i.S.\u00a0von \u00a7\u00a055 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 InsO. Im Streitfall wurde hingegen das Entgelt durch den &#8222;schwachen&#8220; vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter vor der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens vereinnahmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>55<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Dem BFH-Urteil in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996 kommt auch nicht die von Wagner\/K\u00f6hler, BB 2011, 1510 angenommene Bedeutung bei, dass im Fall der Entgeltsvereinnahmung durch den vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter die Umsatzsteuer eine Masseverbindlichkeit darstelle, wenn er zum Forderungseinzug erm\u00e4chtigt werde, und die bei abgetretenen Forderungen durch die Vereinnahmung endg\u00fcltig ausgel\u00f6ste Umsatzsteuer stets von dem an den Zessionar auszukehrenden Erl\u00f6s nach \u00a7\u00a0171 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 InsO abzuziehen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>56<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>f) Der mit Wirkung zum 1.\u00a0Januar 2011 in Kraft getretene \u00a7\u00a055 Abs.\u00a04 InsO, wonach Verbindlichkeiten des Insolvenzschuldners aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis, die von einem vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalter oder vom Schuldner mit Zustimmung eines vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters begr\u00fcndet worden sind, nach Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens als Masseverbindlichkeit gelten, ist im Streitfall nicht anwendbar. Denn der Antrag auf Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens ist am 12.\u00a0M\u00e4rz 2009 und damit vor dem 1.\u00a0Januar 2011 (Art.\u00a0103e des Einf\u00fchrungsgesetzes zur Insolvenzordnung) gestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>57<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Auch die \u00fcbrigen Voraussetzungen f\u00fcr die Haftung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a013c UStG sind &#8211;wie das FG zu Recht ausf\u00fchrt&#8211; gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>58<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Den abgetretenen Forderungen liegen &#8211;wie zwischen den Beteiligten unstreitig ist&#8211; steuerpflichtige Ums\u00e4tze i.S. des \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 UStG zugrunde. Sowohl die GmbH als auch die Kl\u00e4gerin sind Unternehmer i.S. des \u00a7\u00a02 UStG. Die GmbH hat als leistender Unternehmer die festgesetzte Steuer, bei deren Berechnung diese Ums\u00e4tze ber\u00fccksichtigt worden sind, bei F\u00e4lligkeit nicht entrichtet. Dies ergibt sich aus dem Haftungsbescheid sowie der Einspruchsentscheidung und ist ebenfalls nicht streitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>59<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Ohne Erfolg wendet die Kl\u00e4gerin ein, dass die auf \u00a7\u00a013c UStG gest\u00fctzte Haftungsinanspruchnahme gegen das Rechtsstaatsgebot versto\u00dfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>60<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Das Rechtsstaatsgebot verlangt nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Verwaltung Steuerpflichtige nur aufgrund solcher Gesetze belasten darf, die nach Inhalt, Gegenstand, Zweck und Ausma\u00df hinreichend bestimmt und begrenzt sind, so dass die Eingriffe messbar und in gewissem Umfang f\u00fcr den Einzelnen voraussehbar und berechenbar werden (vgl. Beschluss vom 14.\u00a0August 1996\u00a0\u00a02\u00a0BvR\u00a02088\/93, NJW 1996, 3146, m.w.N.; BFH-Urteil in BFHE 226, 183, BStBl II 2010, 520, unter II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>61<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auch nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) m\u00fcssen Rechtsakte der Gemeinschaft eindeutig sein, und ihre Anwendung muss f\u00fcr die Betroffenen vorhersehbar sein (vgl. Urteil vom 16.\u00a0September 2008 C-288\/07 &#8211;Isle of Wight Council&#8211;, Slg. 2008, I-7203, UR 2008, 816, Rz\u00a047, m.w.N.). Dieses Gebot der Rechtssicherheit gilt in besonderem Ma\u00dfe, wenn es sich um eine Regelung handelt, die sich finanziell belastend auswirken kann, denn die Betroffenen m\u00fcssen in der Lage sein, den Umfang der ihnen damit auferlegten Verpflichtungen genau zu erkennen (vgl. EuGH-Urteil &#8211;Isle of Wight Council&#8211; in Slg. 2008, I-7203, UR 2008, 816, Rz\u00a047, m.w.N.). Der Grundsatz der Rechtssicherheit, der Teil der Gemeinschaftsrechtsordnung ist, muss sowohl von den Gemeinschaftsorganen als auch von den Mitgliedstaaten bei der Aus\u00fcbung der Befugnisse, die ihnen die Gemeinschaftsrichtlinien einr\u00e4umen, beachtet werden (vgl. EuGH-Urteil &#8211;Isle of Wight Council&#8211; in Slg. 2008, I-7203, UR 2008, 816, Rz\u00a048, m.w.N.; BFH-Urteil in BFHE 226, 183, BStBl II 2010, 520, unter II.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>62<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die gesetzliche Regelung des \u00a7\u00a013c UStG gen\u00fcgt den dargestellten rechtsstaatlichen Anforderungen. \u00a7\u00a013c UStG ist nach Inhalt, Gegenstand, Zweck und Ausma\u00df hinreichend bestimmt und begrenzt, so dass die Eingriffe messbar und in gewissem Umfang f\u00fcr den Einzelnen voraussehbar und berechenbar werden. Es l\u00e4sst sich anhand des Gesetzeswortlauts hinreichend erkennen, dass in F\u00e4llen der vorliegenden Art eine Haftung nach \u00a7\u00a013c UStG eintritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.3.2013, XI R 11\/12 Haftung des Abtretungsempf\u00e4ngers f\u00fcr Umsatzsteuer bei Abtretung von Forderungen durch Globalzession Leits\u00e4tze 1. Die Haftung des Abtretungsempf\u00e4ngers nach \u00a7 13c UStG umfasst alle Formen der Abtretung &#8211;auch die Globalzession&#8211; von Forderungen des Abtretenden aus Ums\u00e4tzen. 2. Hat ein vorl\u00e4ufiger Insolvenzverwalter aufgrund richterlicher Erm\u00e4chtigung eine zur Sicherheit abgetretene Forderung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-11-12-haftung-des-abtretungsempfaengers-fuer-umsatzsteuer-bei-abtretung-von-forderungen-durch-globalzession\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;11\/12 &#8211; Haftung des Abtretungsempf&auml;ngers f&uuml;r Umsatzsteuer bei Abtretung von Forderungen durch Globalzession<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-51308","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51308","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51308"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51308\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}