{"id":51313,"date":"2013-03-25T10:47:05","date_gmt":"2013-03-25T08:47:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=51313"},"modified":"2013-06-26T11:03:00","modified_gmt":"2013-06-26T09:03:00","slug":"i-b-26-12-aufhebung-eines-unter-dem-vorbehalt-der-nachpruefung-stehenden-verlustfeststellungsbescheids-keine-nichtigkeit-bei-fehlender-unterschrift-des-behoerdenleiters-auslegung-von-verwaltungsakte-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-26-12-aufhebung-eines-unter-dem-vorbehalt-der-nachpruefung-stehenden-verlustfeststellungsbescheids-keine-nichtigkeit-bei-fehlender-unterschrift-des-behoerdenleiters-auslegung-von-verwaltungsakte-5\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;26\/12 &#8211; Aufhebung eines unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Verlustfeststellungsbescheids &#8211; Keine Nichtigkeit bei fehlender Unterschrift des Beh&ouml;rdenleiters &#8211; Auslegung von Verwaltungsakten &#8211; Keine allgemeine Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einzelfallabh&auml;ngiger Fragen"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2013, I B 26\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufhebung eines unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung stehenden Verlustfeststellungsbescheids &#8211; Keine Nichtigkeit bei fehlender Unterschrift des Beh\u00f6rdenleiters &#8211; Auslegung von Verwaltungsakten &#8211; Keine allgemeine Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit einzelfallabh\u00e4ngiger Fragen<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, ist Rechtsnachfolgerin der ehemaligen X eG. Mit Bescheid vom 13.\u00a0Dezember 1993 stellte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen verbleibenden Verlustabzug zum 31.\u00a0Dezember 1990 in H\u00f6he von 799.065\u00a0DM fest; die Feststellungen standen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0164 Abs.\u00a01 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter dem 5.\u00a0Januar 1998 erlie\u00df das FA einen mit einem Dienstsiegel, nicht jedoch mit einer Unterschrift versehenen Bescheid mit folgendem Tenor: &#8222;Der Bescheid vom 13.12.1993 Verbleibender Verlustabzug zum Schluss des Veranlagungszeitraum(s) 1990 wird nach \u00a7\u00a0164 Abs.\u00a02 aufgehoben&#8220;. In den Erl\u00e4uterungen des Bescheids hei\u00dft es: &#8222;Gem\u00e4\u00df Verf\u00fcgung der OFD Chemnitz vom 26.9.1996 besteht f\u00fcr Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften, die sich bis zum 30.6.1991 umstrukturiert haben und einen anderen Umwandlungsstichtag als den 1.7.1990 gew\u00e4hlt haben, keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen R\u00fcckbezug mit Umwandlungswirkung auf den 1.7.1990. Der Verlustabzug ist zu versagen.&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unter Berufung auf eine Verf\u00fcgung der Oberfinanzdirektion (OFD) Chemnitz vom 4.\u00a0August 1998, nach der unter bestimmten Voraussetzungen doch ein Verlustabzug in Betracht komme, legte die Kl\u00e4gerin unter dem 20.\u00a0August 1999 Einspruch gegen den Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 ein und beantragte wegen des Ablaufs der Einspruchsfrist die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Das FA verwarf den Einspruch als unzul\u00e4ssig; Klage hat die Kl\u00e4gerin deswegen nicht erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 16.\u00a0April 2003 beantragte die Kl\u00e4gerin beim FA, den Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0164 Abs.\u00a02 AO dahin zu \u00e4ndern &#8222;dass auf den 31.12.1990 ein Verlust von 799.065\u00a0DM f\u00fcr Zwecke der K\u00f6rperschaftsteuer und Gewerbesteuer entsprechend dem urspr\u00fcnglichen Bescheid vom 13.12.1993 festgestellt wird&#8220;. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte sie aus, mit dem Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 sei der Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung nicht ausdr\u00fccklich aufgehoben worden (\u00a7\u00a0164 Abs.\u00a03 AO) und bestehe somit weiterhin. Ihr &#8222;Einspruch&#8220; vom 20.\u00a0August 1999 sei als Antrag nach \u00a7\u00a0164 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 AO umzudeuten, \u00fcber den noch nicht entschieden sei. Im \u00dcbrigen greife auch \u00a7\u00a0181 Abs.\u00a05 AO. Das FA lehnte die beantragte \u00c4nderung ab. Die deswegen erhobene Klage blieb ohne Erfolg; das S\u00e4chsische Finanzgericht (FG) hat sie mit Urteil vom 13.\u00a0Dezember 2011 als unbegr\u00fcndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4gerin beantragt die Zulassung der Revision gegen das FG-Urteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerde zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr\u00fcndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde liegen &#8211;soweit sie von der Kl\u00e4gerin hinreichend dargetan worden sind&#8211; nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat unter den von der Kl\u00e4gerin hervorgehobenen Aspekten weder grunds\u00e4tzliche Bedeutung (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) im Streitfall zur Fortbildung des Rechts erforderlich (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die Kl\u00e4gerin m\u00f6chte gekl\u00e4rt wissen, ob die Auffassung des FG zutrifft, der zufolge die Aufhebung eines gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0164 AO unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung stehenden Bescheids auch ohne ausdr\u00fcckliche Aufhebung des Vorbehalts &#8222;aus der Natur der Sache&#8220; dazu f\u00fchre, dass dieser entfalle oder ob in diesem Fall der Aufhebungsbescheid (&#8222;weiterhin&#8220;) unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung stehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Frage ist indes eindeutig so zu beantworten, wie es das FG getan hat. Soweit sich aus dem Bescheidinhalt oder den Umst\u00e4nden nichts anderes ergibt, ist ein Bescheid, der die &#8222;Aufhebung&#8220; eines Steuerbescheids anordnet, dahin zu verstehen, dass der Steuerbescheid in G\u00e4nze und mit all seinen Rechtswirkungen beseitigt werden soll; damit entf\u00e4llt auch ein im Steuerbescheid enthaltener Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung, bei dem es sich um eine unselbst\u00e4ndige Nebenbestimmung des Steuerbescheids nach \u00a7\u00a0120 Abs.\u00a01 AO handelt (dazu BFH-Beschluss vom 1.\u00a0Juni 1983 III\u00a0B\u00a040\/82, BFHE 138, 422, BStBl II 1983, 622).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Aufhebungsbescheid unterscheidet sich somit grundlegend von einem \u00c4nderungsbescheid, mit dem der Inhalt des Ursprungsbescheids modifiziert, dieser im \u00dcbrigen aber bestehen bleiben soll, und der deshalb einen im Ursprungsbescheid enthaltenen Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung nur in Fortfall bringt, wenn der Vorbehalt ausdr\u00fccklich aufgehoben wird (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 18.\u00a0August 2009 X\u00a0R\u00a08\/09, BFH\/NV 2010, 161).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Da die von der Kl\u00e4gerin aufgeworfene Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG getan hat, fehlt es an der f\u00fcr die Revisionszulassung erforderlichen Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit (st\u00e4ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 6.\u00a0Mai 2004 V\u00a0B\u00a0101\/03, BFHE 205, 416, BStBl II 2004, 748; Senatsbeschluss vom 3.\u00a0April 2008 I\u00a0B\u00a077\/07, BFH\/NV 2008, 1445). Dass im Streitfall zun\u00e4chst auch das FA und die OFD Chemnitz der Auffassung gewesen sein m\u00f6gen, der Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung gelte nunmehr f\u00fcr den streitbefangenen Aufhebungsbescheid, \u00e4ndert daran nichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Des Weiteren stellt die Kl\u00e4gerin zur Pr\u00fcfung, ob ein Bescheid, mit dem ein Verlustfeststellungsbescheid aufgehoben wird, ein Aufhebungsbescheid sei oder aber ein \u00c4nderungsbescheid (kombinierter Aufhebungs- und Ablehnungsbescheid) und ob im letzteren Fall ein Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung aufgrund fehlender ausdr\u00fccklicher Aufhebung weiter gelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Frage ist in dieser Form nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, weil die Auslegung von Verwaltungsakten sich nach den jeweiligen Umst\u00e4nden des Einzelfalls richtet. Ma\u00dfgeblich ist, wie der Betroffene den Verwaltungsakt nach den ihm bekannten Umst\u00e4nden unter Ber\u00fccksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (z.B. BFH-Urteil vom 26.\u00a0November 2009 III\u00a0R\u00a067\/07, BFHE 228, 42, BStBl II 2010, 476, m.w.N.). Fragen, deren Beantwortung wesentlich von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls abh\u00e4ngig sind, sind nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig i.S. von \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 oder Nr.\u00a02 Alternative\u00a01 FGO (BFH-Beschluss vom 7.\u00a0September 2012 IX\u00a0B\u00a0125\/11, BFH\/NV 2012, 2001).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Sodann wirft die Kl\u00e4gerin die Frage auf, ob ein nicht unterzeichneter Steuerbescheid (Verlustfeststellungsbescheid, Versagungsbescheid), der nicht automatisiert ergangen ist, aufgrund fehlender Unterschrift nichtig sei. Diese Frage ist indes durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl\u00e4rt. Danach f\u00fchrt das Fehlen einer Unterschrift des Beh\u00f6rdenleiters, seines Vertreters oder seines Beauftragten unter einen nicht formularm\u00e4\u00dfigen oder mit Hilfe automatischer Einrichtungen erlassenen Steuerbescheid (Versto\u00df gegen \u00a7\u00a0157 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a0119 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 AO) nicht zur Nichtigkeit des Bescheids (vgl. BFH-Urteil vom 26.\u00a0Juli 1989 X\u00a0R\u00a042\/86, BFH\/NV 1990, 345; BFH-Beschl\u00fcsse vom 29.\u00a0Januar 1992 II\u00a0B\u00a0139\/91, BFH\/NV 1993, 399, und II\u00a0B\u00a0132\/91, BFH\/NV 1992, 788; ebenso v. Wedelst\u00e4dt in Beermann\/Gosch, AO \u00a7\u00a0125 Rz\u00a020; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, \u00a7\u00a0119 AO Rz\u00a021; Klein\/Brockmeyer\/Ratschow, AO, 11.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0119 Rz\u00a028). Entgegen der Darstellung in der Beschwerdebegr\u00fcndung bezieht sich diese Beurteilung durchaus auch auf Steuerbescheide i.S. von \u00a7\u00a0157 AO und nicht nur auf Steuerverwaltungsakte i.S. von \u00a7\u00a0119 AO, die nicht auch Steuerbescheide sind. Aus den von der Kl\u00e4gerin angef\u00fchrten Literaturstellen (Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., \u00a7\u00a0157 AO Rz\u00a04; G\u00fcroff in Beermann\/Gosch, AO \u00a7\u00a0125 Rz\u00a06) ergibt sich keine gegenteilige Sichtweise.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Gekl\u00e4rt ist auch die des Weiteren von der Kl\u00e4gerin aufgeworfene Frage, ob zur Ermittlung des Regelungsgehalts eines Verlustfeststellungsbescheids bzw. Versagungsbescheids \u00fcber die Feststellung eines vortragsf\u00e4higen Verlusts auch auf die Erl\u00e4uterungen des Bescheids zur\u00fcckgegriffen werden k\u00f6nne und ob eine Regelung ausschlie\u00dflich in den Beschlusserl\u00e4uterungen getroffen werden k\u00f6nne, wenn sie im Bescheidtenor (Verf\u00fcgungssatz) unterblieben sei; entsprechendes gilt f\u00fcr die ebenfalls aufgeworfene spiegelbildliche Frage, ob ein versagender Verlustfeststellungsbescheid nur dann angenommen werden k\u00f6nne, wenn die Ablehnung der Verlustfeststellung ausdr\u00fccklich im Bescheidtenor genannt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach der BFH-Rechtsprechung ist bei der Auslegung von Verwaltungsakten nicht allein auf den Tenor abzustellen, sondern auch auf den materiellen Regelungsgehalt einschlie\u00dflich der Begr\u00fcndung (BFH-Urteile in BFHE 228, 42, BStBl II 2010, 476; vom 22.\u00a0August 2007 II\u00a0R\u00a044\/05, BFHE 218, 494, BStBl II 2009, 754; vom 26.\u00a0November 2009 III\u00a0R\u00a087\/07, BFHE 227, 466; BStBl II 2010, 429). Dieser Grundsatz gilt auch f\u00fcr die im Streitfall vorzunehmende Auslegung eines Aufhebungsbescheids betreffend einen Feststellungsbescheid (vgl. BFH-Beschluss vom 9.\u00a0M\u00e4rz 1995 X\u00a0B\u00a0242\/94, BFH\/NV 1995, 858). Soweit die Finanzbeh\u00f6rden durch R\u00a010d Abs.\u00a07 S\u00e4tze\u00a06 und 7 der Einkommensteuer-Richtlinien 2008 und dessen Vorg\u00e4ngerregelungen gehalten sind, in den dort benannten F\u00e4llen den verbleibenden Verlustvortrag (ausdr\u00fccklich) auf 0\u00a0EUR festzustellen, sollen und k\u00f6nnen derartige Verwaltungsanweisungen die dargestellten Auslegungsgrunds\u00e4tze nicht beeinflussen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Inwiefern f\u00fcr die von der Kl\u00e4gerin hervorgehobenen Steuerbescheide mit vollstreckungsf\u00e4higem Inhalt andere Ma\u00dfst\u00e4be gelten, muss im Streitfall nicht er\u00f6rtert werden. Denn die vom FG in dem Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 (auch) gesehene Versagung eines Verlustabzugs bedarf keiner Vollstreckung durch Vollstreckungsbeamte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Das FG-Urteil weicht nicht von der BFH-Rechtsprechung ab (Zulassungsgrund der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung, \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Nach Auffassung der Kl\u00e4gerin divergiert das angefochtene Urteil zu der BFH-Rechtsprechung, nach der nur dann auf die Begr\u00fcndung eines Bescheids abzustellen ist, wenn der Verf\u00fcgungssatz Anlass zu Zweifeln gibt (z.B. BFH-Urteil vom 8.\u00a0November 2005 VIII\u00a0R\u00a011\/02, BFHE 211, 277, BStBl II 2006, 253). Die Vorinstanz sei hiervon abgewichen, indem sie zur Ermittlung des Regelungsgehalts ohne Pr\u00fcfung des Verf\u00fcgungssatzes &#8222;schrankenlos&#8220; auf die Begr\u00fcndung des Bescheids abgestellt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Es ist indes nicht ersichtlich, dass das angefochtene Urteil auf einem von der BFH-Rechtsprechung abweichendem Rechtssatz beruht (die Kl\u00e4gerin legt einen solchen auch nicht dar). Vielmehr hat die Vorinstanz offenbar angenommen, die Reichweite des Verf\u00fcgungssatzes des Bescheids vom 5.\u00a0Januar 1998 sei insoweit zweifelhaft, als er keine ausdr\u00fcckliche Aussage dazu enth\u00e4lt, inwiefern nach Aufhebung des bisherigen Feststellungsbescheids nunmehr ein verbleibender Verlustabzug festzustellen ist. Dass das FG in dieser Situation unter Ber\u00fccksichtigung der Bescheidbegr\u00fcndung zu dem Ergebnis gekommen ist, mit der Aufhebung des bisherigen Feststellungsbescheids habe zugleich die Feststellung jeglichen Verlustvortrags versagt werden sollen, kollidiert nicht mit der zitierten BFH-Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Der vom FG aufgestellte Rechtssatz, die Aufhebung eines Bescheids ohne gleichzeitige Aufhebung der in dem Bescheid enthaltenen Nebenbestimmungen sei nicht m\u00f6glich, steht nicht in Widerspruch zu der BFH-Rechtsprechung, nach der ein Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung nach Erlass eines \u00c4nderungsbescheids fortbesteht, wenn er nicht ausdr\u00fccklich aufgehoben wird. Die Rechtsprechung bezieht sich auf \u00c4nderungsbescheide, nicht aber auf den wesentlich anders gelagerten Fall eines Aufhebungsbescheids (oben II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Dass das FG in Abweichung von dem BFH-Urteil vom 16.\u00a0Juni 2011 IV\u00a0R\u00a011\/08 (BFHE 234, 353, BStBl II 2011, 903) den Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 nur aus Sicht der Beh\u00f6rde ausgelegt und die Sicht des Empf\u00e4ngers &#8222;negiert&#8220; haben soll, ist nicht nachvollziehbar. Die vom FG als f\u00fcr die Auslegung wesentlich angesehene Begr\u00fcndung des Bescheids war f\u00fcr die Kl\u00e4gerin als Bescheidempf\u00e4ngerin im Zugangszeitpunkt unmittelbar wahrnehmbar. Auf die Erkennbarkeit f\u00fcr die Kl\u00e4gerin hat das FG auch ausdr\u00fccklich abgestellt (Urteilsumdruck S.\u00a08).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Kl\u00e4gerin Divergenzen zu den BFH-Urteilen vom 16.\u00a0Oktober 1984 VIII\u00a0R\u00a0162\/80 (BFHE 143, 299, BStBl II 1985, 448) und vom 14.\u00a0September 1993 VIII\u00a0R\u00a09\/93 (BFHE 175, 391, BStBl II 1995, 2) geltend macht, hat sie in der Beschwerdebegr\u00fcndung zwar Rechtss\u00e4tze aus den BFH-Urteilen wiedergegeben. Sie legt aber nicht dar, welche divergierenden Rechtss\u00e4tze aus ihrer Sicht dem angefochtenen Urteil zugrunde liegen. Dieses Vorbringen entspricht nicht den Begr\u00fcndungsanforderungen des \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO (Senatsbeschluss vom 25.\u00a0April 2007 I\u00a0B\u00a0117\/06, BFH\/NV 2007, 1619, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Die R\u00fcge des qualifizierten Rechtsanwendungsfehlers des FG f\u00fchrt ebenfalls nicht zur Revisionszulassung. Allerdings k\u00f6nnen besonders schwerwiegende Fehler des FG bei der Anwendung materiellen Rechts, die geeignet sind, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch\u00e4digen, die Zulassung der Revision nach \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 Alternative\u00a02 FGO erm\u00f6glichen. In diesem Sinne greifbar gesetzwidrig ist eine Entscheidung dann, wenn sie objektiv willk\u00fcrlich und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (z.B. Senatsbeschluss vom 20.\u00a0Juni 2011 I\u00a0B\u00a0108\/10, BFH\/NV 2011, 1924, m.w.N.). Solches ist hier nicht ersichtlich. Die von der Kl\u00e4gerin herangezogenen angeblichen Verst\u00f6\u00dfe der Vorinstanz gegen \u00a7\u00a0157 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 AO (Schriftformerfordernis f\u00fcr Steuerbescheide), gegen die Auslegungsregel des \u00a7\u00a0133 des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs (Ma\u00dfgeblichkeit des Empf\u00e4ngerhorizonts) und gegen \u00a7\u00a0124 Abs.\u00a02 AO (Wirksamkeit von Verwaltungsakten) liegen aus den geschilderten Gr\u00fcnden nicht vor; im \u00dcbrigen ist nicht anzunehmen, dass derartige Rechtsanwendungsfehler auf eine objektiv willk\u00fcrliche Handhabung des FG schlie\u00dfen lassen w\u00fcrden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Die von der Kl\u00e4gerin erhobenen Verfahrensr\u00fcgen (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO) sind unbegr\u00fcndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Es bestand f\u00fcr das FG kein zwingendes Gebot, in dem Urteil zu erw\u00e4hnen, dass die OFD Chemnitz mit dem vom FA in den Rechtsstreit eingef\u00fchrtem Schreiben vom 11.\u00a0Februar 2008 die von der Kl\u00e4gerin hier vertretene Auffassung geteilt hat, der zufolge der Bescheid des FA vom 5.\u00a0Januar 1998 unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung gestanden habe. Es handelt sich hierbei um die \u00c4u\u00dferung einer Rechtsauffassung, an die das FG selbst dann, wenn beide Beteiligte sie im Rechtsstreit \u00fcbereinstimmend vertreten h\u00e4tten, nicht gebunden gewesen w\u00e4re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Mit ihrer R\u00fcge betreffend die Nichteinholung einer Auskunft des S\u00e4chsischen Staatsministeriums der Finanzen hinsichtlich der \u00dcbernahme der Verf\u00fcgung der OFD Frankfurt\/Main vom 4.\u00a0September 1997 S\u00a02225A-9\u2013St\u00a0II\u00a022 (Deutsches Steuerrecht 1997, 2024) f\u00fcr die s\u00e4chsische Finanzverwaltung kann die Kl\u00e4gerin schon deshalb keinen Erfolg haben, weil aus ihrer Beschwerdebegr\u00fcndung nicht hervorgeht, dass sie das \u00dcbergehen ihres Beweisantrags in der m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem FG ger\u00fcgt hat oder aus welchen Gr\u00fcnden eine solche R\u00fcge ggf. entbehrlich gewesen ist (vgl. zu diesem Darlegungserfordernis z.B. BFH-Beschluss vom 11.\u00a0August 2006 VIII\u00a0B\u00a0322\/04, BFH\/NV 2006, 2280; Gr\u00e4ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a0116 Rz\u00a049, m.w.N.). Im \u00dcbrigen erschlie\u00dft sich nicht, inwiefern es auf der Grundlage der materiellen Rechtsauffassung des FG entscheidungserheblich auf eine derartige verwaltungsinterne Ma\u00dfnahme ankommen sollte. Das FG ist davon ausgegangen, dass f\u00fcr die Auslegung des Bescheids der Wille der Beh\u00f6rde nur insoweit ma\u00dfgeblich ist, als er f\u00fcr den Empf\u00e4nger aus dem Bescheid ersichtlich ist (vgl. Urteilsumdruck S.\u00a08).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Das angefochtene Urteil ist nicht deshalb unzureichend begr\u00fcndet, weil das FG den Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 anders ausgelegt hat als die Kl\u00e4gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>d) Das FG war nicht gehalten, die Kl\u00e4gerin vorab darauf hinzuweisen, dass es dem Einspruchsschreiben der Kl\u00e4gerin vom 20.\u00a0August 1999 einen Hinweis darauf entnimmt, auch die Kl\u00e4gerin habe den Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 im Sinne eines Versagungsbescheids betreffend den Verlustabzug verstanden. Der Anspruch auf rechtliches Geh\u00f6r verlangt nicht, dass das Gericht die ma\u00dfgeblichen rechtlichen Gesichtspunkte mit den Beteiligten umfassend er\u00f6rtert; das Gericht ist grunds\u00e4tzlich weder zu einem Rechtsgespr\u00e4ch noch zu einem Hinweis auf seine Rechtsauffassung verpflichtet (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 1.\u00a0Dezember 2011 I\u00a0B\u00a080\/11, BFH\/NV 2012, 954; Gr\u00e4ber\/ Stapperfend, a.a.O., \u00a7\u00a096 Rz\u00a067, jeweils m.w.N.). Soweit die Kl\u00e4gerin in diesem Zusammenhang darauf verweist, sie h\u00e4tte das FG auf fehlende juristische Kenntnisse des Verfassers des Schreibens hingewiesen, ist im \u00dcbrigen nicht zu ersehen, dass dies an der Einsch\u00e4tzung des FG etwas h\u00e4tte \u00e4ndern k\u00f6nnen. Den Schlussfolgerungen des FG ist kein Anhalt daf\u00fcr zu entnehmen, dass es von spezifischen juristischen Kenntnissen des Verfassers ausgegangen ist. Auch die \u00c4u\u00dferungen eines juristischen Laien k\u00f6nnen daraufhin gepr\u00fcft werden, welche Wirkungen er einem Steuerbescheid beimisst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>31<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>5. Nach allem liegen keine Zulassungsgr\u00fcnde in Bezug auf die Annahmen des FG vor, der Bescheid vom 5.\u00a0Januar 1998 sei auch als Versagungsbescheid bez\u00fcglich der Feststellung eines Verlustvortrags auszulegen und habe nicht unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung gestanden. Auf s\u00e4mtliche Zulassungsgr\u00fcnde, die die Kl\u00e4gerin im Hinblick auf die Hilfsargumentation des FG geltend gemacht hat &#8211;nach der bei unterstelltem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung das Einspruchsschreiben der Kl\u00e4gerin vom 20.\u00a0August 1999 nicht als \u00c4nderungsantrag i.S. von \u00a7\u00a0164 Abs.\u00a02 AO auszulegen w\u00e4re&#8211; kommt es mithin f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber die Nichtzulassungsbeschwerde nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2013, I B 26\/12 Aufhebung eines unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung stehenden Verlustfeststellungsbescheids &#8211; Keine Nichtigkeit bei fehlender Unterschrift des Beh\u00f6rdenleiters &#8211; Auslegung von Verwaltungsakten &#8211; Keine allgemeine Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit einzelfallabh\u00e4ngiger Fragen Tatbestand 1 I. Die Kl\u00e4gerin und Beschwerdef\u00fchrerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, ist Rechtsnachfolgerin der ehemaligen X eG. Mit Bescheid vom 13.\u00a0Dezember 1993 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-26-12-aufhebung-eines-unter-dem-vorbehalt-der-nachpruefung-stehenden-verlustfeststellungsbescheids-keine-nichtigkeit-bei-fehlender-unterschrift-des-behoerdenleiters-auslegung-von-verwaltungsakte-5\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;26\/12 &#8211; Aufhebung eines unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehenden Verlustfeststellungsbescheids &#8211; Keine Nichtigkeit bei fehlender Unterschrift des Beh&ouml;rdenleiters &#8211; Auslegung von Verwaltungsakten &#8211; Keine allgemeine Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einzelfallabh&auml;ngiger Fragen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-51313","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51313"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51313\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}