{"id":52400,"date":"2013-03-21T12:03:51","date_gmt":"2013-03-21T10:03:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=52400"},"modified":"2013-07-03T12:15:35","modified_gmt":"2013-07-03T10:15:35","slug":"vi-r-5-12-gleichartiger-bezug-is-des-par-19-abs-2-satz-2-nr-1-buchst-a-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-5-12-gleichartiger-bezug-is-des-par-19-abs-2-satz-2-nr-1-buchst-a-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;5\/12 &#8211; Gleichartiger Bezug i.S. des &sect; 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.3.2013, VI R 5\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Gleichartiger Bezug i.S. des \u00a7 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Gleichartig i.S. des \u00a7 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG ist ein Bezug, der nach seinem Zuwendungsgrund mit einem Ruhegehalt, Witwen- und Waisengeld oder Unterhaltsbeitrag vergleichbar ist. Ma\u00dfstab ist die \u00f6ffentlich-rechtliche Einordnung durch das insoweit vorgreifliche Dienstrecht.<\/p>\n<p>2. Ein dem Ruhegehalt gleichartiger Bezug setzt voraus, dass er einem Versorgungszweck dient, dem Bezug also die Funktion eines (vorgezogenen) Ruhegehalts zukommt.<\/p>\n<p>3. Eink\u00fcnfte, die in der Freistellungsphase im Rahmen der Altersteilzeit nach dem sog. Blockmodell erzielt werden, sind regelm\u00e4\u00dfig keine Versorgungsbez\u00fcge.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob im Rahmen der Altersteilzeit geleistete Zahlungen steuerbeg\u00fcnstigte Versorgungsbez\u00fcge sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der im Jahr 1948 geborene Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) war im Streitjahr (2009) als Beamter nichtselbst\u00e4ndig t\u00e4tig. Die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde hatte ihm schon 2002 f\u00fcr den Zeitraum vom 1.\u00a0August 2004 bis zum 30.\u00a0November 2013 Altersteilzeit nach dem Blockmodell gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a080b des Nieders\u00e4chsischen Beamtengesetzes in der zu diesem Zeitpunkt geltenden Fassung (NBG) durch Bescheid bewilligt. Der Kl\u00e4ger verrichtete danach bis zum 31.\u00a0M\u00e4rz 2009 den Dienst mit der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitszeit; seine Freistellungsphase begann am 1.\u00a0April 2009. Ab diesem Zeitpunkt war der Kl\u00e4ger bis zum Eintritt in den Ruhestand mit Ablauf des 30.\u00a0November 2013 von der Dienstleistung vollst\u00e4ndig freigestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger gab mit der Einkommensteuererkl\u00e4rung einen Bruttoarbeitslohn von 30.301\u00a0EUR an. Den auf den Zeitraum vom 1.\u00a0April bis 31.\u00a0Dezember 2009 entfallenden Teil der Bez\u00fcge (25.190\u00a0EUR) erkl\u00e4rte er als Versorgungsbez\u00fcge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) qualifizierte die Einnahmen im hier streitigen Einkommensteuerbescheid allerdings nicht als Versorgungsbez\u00fcge und gew\u00e4hrte dementsprechend keinen Versorgungsfreibetrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die dagegen gerichtete Klage hat das Finanzgericht (FG) abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen vom Senat zugelassenen Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Er habe zwar im Streitjahr kein Ruhegehalt i.S. des \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a des Einkommensteuergesetzes (EStG) bezogen, allerdings habe er einen Versorgungsbezug nach \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a EStG in Gestalt eines gleichartigen Bezugs aufgrund beamtenrechtlicher Vorschriften erlangt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger beantragt,<br \/>\ndas Urteil des Nieders\u00e4chsischen FG vom 26.\u00a0Juli 2011 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2009 vom 22.\u00a0November 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29.\u00a0M\u00e4rz 2011 dahingehend zu \u00e4ndern, dass der Versorgungsfreibetrag in H\u00f6he von 1.890\u00a0EUR und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag in H\u00f6he von 567\u00a0EUR ber\u00fccksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>\ndie Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die vom Kl\u00e4ger bezogenen Eink\u00fcnfte keine Versorgungsbez\u00fcge i.S. des \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG darstellen und deshalb nicht im Umfang des Versorgungsfreibetrags sowie des Zuschlags dazu steuerfrei sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 EStG bleiben von den Versorgungsbez\u00fcgen ein nach einem Prozentsatz ermittelter, auf einen H\u00f6chstbetrag begrenzter Betrag (Versorgungsfreibetrag) und ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag steuerfrei. Versorgungsbez\u00fcge sind nach \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a EStG das Ruhegehalt, Witwen- oder Waisengeld, der Unterhaltsbeitrag oder ein gleichartiger Bezug aufgrund beamtenrechtlicher oder entsprechender gesetzlicher Vorschriften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Die vom Kl\u00e4ger bezogenen und hier in ihrer Qualifikation streitigen Zahlungen waren &#8212;das wird von den Beteiligten insoweit auch nicht bezweifelt&#8211; ersichtlich weder Ruhegehalt noch Witwen- oder Waisengeld und auch kein Unterhaltsbeitrag. Zutreffend hat das FG aber weiter entschieden, dass die w\u00e4hrend der Freistellungsphase an den Kl\u00e4ger gezahlten Bez\u00fcge auch keinen dem Ruhegehalt gleichartigen Bezug i.S. des \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a EStG darstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Ein gleichartiger Bezug i.S. des \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a EStG ist ein Bezug, der nach seinem Zuwendungsgrund mit einem Ruhegehalt, Witwen- und Waisengeld oder Unterhaltsbeitrag vergleichbar ist. Der Tatbestand des \u00a7\u00a019 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a EStG folgt der \u00f6ffentlich-rechtlichen Einordnung der Zuwendung durch das insoweit vorgreifliche Dienstrecht. Ein dem Ruhegehalt gleichartiger Bezug erfordert deshalb, dass dieser Bezug &#8211;wie das Ruhegehalt&#8211; ebenfalls einem Versorgungszweck dient, ihm also die Funktion eines (vorgezogenen) Ruhegehalts zukommt (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1.\u00a0M\u00e4rz 1974 VI\u00a0R\u00a047\/71, BFHE 111, 516, BStBl II 1974, 490; vom 12.\u00a0Februar 2009 VI\u00a0R\u00a050\/07, BFHE 224, 310, BStBl II 2009, 460; Breinersdorfer in Kirchhof\/S\u00f6hn\/ Mellinghoff, EStG, \u00a7\u00a019 Rz\u00a0C\u00a027, C\u00a030).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Die w\u00e4hrend der Altersteilzeit im Wege des Blockmodells in der Freistellungsphase gezahlten Bez\u00fcge des Kl\u00e4gers haben diese Funktion nicht. Die Bez\u00fcge dienen keinem Versorgungszweck. In der Altersteilzeit erbrachte Bez\u00fcge sind vielmehr Entlohnung f\u00fcr die aktive T\u00e4tigkeit des Teilzeitbesch\u00e4ftigten, also laufende Dienstbez\u00fcge; danach sind sie letztlich auch bemessen. Diese Funktion der Altersteilzeitbez\u00fcge wird offenbar, wenn die Altersteilzeit statt durch Blockmodell durch Teilzeitbesch\u00e4ftigung nach \u00a7\u00a080b Abs.\u00a02 Satz\u00a02 i.V.m. \u00a7\u00a080b Abs.\u00a01 Satz\u00a01 NBG praktiziert wird, der in Altersteilzeit t\u00e4tige Beamte also bei den n\u00e4mlichen Dienstbez\u00fcgen w\u00e4hrend der gesamten Altersteilzeitphase durchg\u00e4ngig die H\u00e4lfte der regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitszeit erbringt. Nichts anderes gilt f\u00fcr die Bez\u00fcge, wenn die Altersteilzeit im Blockmodell statt im Teilzeitmodell durchgef\u00fchrt wird. Die in der Altersteilzeit erbrachten Bez\u00fcge sind laufende Dienstbez\u00fcge, unabh\u00e4ngig davon, ob die Altersteilzeit in Form des Blockmodells oder in Form des Teilzeitmodells durchgef\u00fchrt wird. Deshalb ist dem FG auch darin zu folgen, dass sich die einkommensteuerrechtliche Qualifikation der vom Dienstherrn im Blockmodell erbrachten Bez\u00fcge auch nicht durch den \u00dcbergang von der Dienst\u2013 in die Freistellungsphase \u00e4ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Leistung und Gegenleistung im Rahmen der Altersteilzeit betreffen in einkommensteuerrechtlicher Hinsicht lediglich die Frage, in welchen Zeitr\u00e4umen die Dienstleistung durch den Beamten einerseits und die Dienstbez\u00fcge andererseits erbracht werden, regeln also F\u00e4lligkeit und Zuflusszeitpunkt, nicht aber die grundlegende Qualifikation der beiderseitig geschuldeten Leistungen. Wenn der Kl\u00e4ger also seine Dienste entsprechend dem Blockmodell der Altersteilzeit nach \u00a7\u00a080b Abs.\u00a02 Satz\u00a01 NBG in der Weise erbrachte, dass er sie in der ersten H\u00e4lfte der Altersteilzeit vollst\u00e4ndig vorab leistete und anschlie\u00dfend vom Dienst freigestellt war, waren gleicherma\u00dfen die in der Dienstleistungsphase wie in der Freistellungsphase erhaltenen Dienstbez\u00fcge keine Versorgungsbez\u00fcge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers gelten vom Dienstherrn gezahlte Bez\u00fcge nicht stets schon dann als ruhegehaltsgleichartig, wenn der Beamte keine Dienstverpflichtung mehr hat und vollst\u00e4ndig und unwiderruflich von der Dienstleistung freigestellt wird. Deshalb hat der Senat gleichartige Bez\u00fcge etwa bei \u00dcbergangsgeb\u00fchrnissen eines Zeitsoldaten verneint (BFH-Urteil in BFHE 111, 516, BStBl II 1974, 490), sie dagegen bei Dienstbez\u00fcgen, die emeritierten Professoren wegen Erreichens der Altersgrenze geleistet wurden, bejaht; Letztere waren als dem Ruhegehalt gleichartige Bez\u00fcge anzusehen (BFH-Urteil vom 19.\u00a0Juni 1974 VI\u00a0R\u00a037\/70, BFHE 113, 281, BStBl II 1975, 23). Entscheidend ist nicht die Entbindung von den amtlichen Verpflichtungen an sich, sondern der Rechtsgrund der Entbindung, beim Ruhegehalt eine Entbindung wegen Erreichens der Altersgrenze. Etwas anderes folgt entgegen der Auffassung des Kl\u00e4gers auch nicht aus dem Urteil des erkennenden Senats in BFHE 224, 310, BStBl II 2009, 460. Der Senat hatte dort zwar f\u00fcr den Sonderfall der &#8222;58er-Regelung&#8220; entscheidend darauf abgestellt, dass die davon beg\u00fcnstigten Beamten auf Dauer von ihren Verpflichtungen entbunden, also zur Erbringung von Dienstleistungen nicht mehr verpflichtet gewesen seien und das wesentliche Merkmal der Bez\u00fcge i.S. des \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 EStG fehle, n\u00e4mlich Gegenleistung f\u00fcr im gleichen Zeitraum geschuldete und erbrachte Dienstleistungen zu sein. Die Gleichartigkeit der Bez\u00fcge ergab sich aber auch im dort entschiedenen Fall erst daraus, dass auch ansonsten die Unterschiede zum beamtenrechtlichen Ruhegehalt nach Einsch\u00e4tzung des Senats nicht so entscheidend waren, dass ein dem Ruhegehalt gleichartiger Bezug verneint werden konnte; denn auch dort war ma\u00dfgeblich, dass die Bez\u00fcge die Funktion eines vorgezogenen Ruhegehalts hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.3.2013, VI R 5\/12 Gleichartiger Bezug i.S. des \u00a7 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG Leits\u00e4tze 1. Gleichartig i.S. des \u00a7 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG ist ein Bezug, der nach seinem Zuwendungsgrund mit einem Ruhegehalt, Witwen- und Waisengeld oder Unterhaltsbeitrag vergleichbar ist. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-5-12-gleichartiger-bezug-is-des-par-19-abs-2-satz-2-nr-1-buchst-a-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;5\/12 &#8211; Gleichartiger Bezug i.S. des &sect; 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-52400","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52400","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52400"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52400\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52400"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52400"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52400"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}