{"id":53841,"date":"1996-05-29T14:30:25","date_gmt":"1996-05-29T12:30:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=53841"},"modified":"2013-08-03T14:32:06","modified_gmt":"2013-08-03T12:32:06","slug":"bfh-urteil-vom-29-5-1996-i-r-15_94-bstbl-1997-ii-s-57","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-29-5-1996-i-r-15_94-bstbl-1997-ii-s-57\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom      29.5.1996 (I R 15\/94) BStBl. 1997 II S. 57"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 29.5.1996 (I R 15\/94) BStBl. 1997 II S. 57<\/strong><\/p>\n<p>1. Der in Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 1 DBA-USA 1954\/1965 verwendete Ausdruck &#8222;Eink\u00fcnfte aus Quellen innerhalb der Vereinigten Staaten&#8220; ist in einem abkommensrechtlichen Sinne zu verstehen. Er ist Oberbegriff zu den Eink\u00fcnften i. S. der Art. III bis XIII DBA-USA 1954\/1965.<\/p>\n<p>2. Es liegt in der Funktion des Methodenartikels, da\u00df er die steuerliche Behandlung der in den Art. III bis XIII DBA-USA 1954\/1965 genannten Eink\u00fcnfte im Ans\u00e4ssigkeitsstaat regelt. Deshalb ist f\u00fcr jede abkommensrechtliche Einkunftsart zu entscheiden, ob sich die Rechtsfolge des Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 2 DBA-USA 1954\/1965 auf Eink\u00fcnfte i. S. des \u00a7 2 Abs. 2 EStG oder aber auf Einnahmen bezieht.<\/p>\n<p>3. Unter dem abkommensrechtlichen Ausdruck &#8222;Dividende&#8220; sind Betriebseinnahmen i. S. des \u00a7 4 Abs. 3 Satz 1 EStG bzw. Einnahmen i. S. des \u00a7 8 Abs. 1 EStG zu verstehen.<\/p>\n<p>4. Bezieht sich die in Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 3 DBA-USA 1954\/1965 vorgesehene Steuerbefreiung auf Dividenden im Sinne von Einnahmen, so ergibt sich f\u00fcr Schuldzinsen aus \u00a7 3c EStG ein Betriebsausgabenabzugsverbot, soweit dieselben aus Anla\u00df der Finanzierung der Anschaffungskosten f\u00fcr die Beteiligung anfallen.<\/p>\n<p>5. In entsprechender Anwendung des Beschlusses des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 2-3\/88 (BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817, unter C. II. 2. a) ist ein unmittelbarer wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang zwischen Darlehenszinsen und steuerfreien Schachteldividenden anzunehmen, wenn das Darlehen, das die Zinsen ausl\u00f6st, zur Finanzierung des Erwerbs der Beteiligung verwendet wurde, durch die die steuerfreie Schachteldividende veranla\u00dft ist. Der Veranlassungszusammenhang bestimmt sich allein nach der tats\u00e4chlichen Darlehensverwendung und nicht nach einer wirtschaftlich zu wertenden Betrachtungsweise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>DBA-USA 1954\/1965 Art. VI, Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa S\u00e4tze 1 und 3; EStG \u00a7 3c.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG D\u00fcsseldorf (EFG 1994, 345)<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) ist als AG mit Sitz und Gesch\u00e4ftsleitung im Inland die Gesamtrechtsnachfolgerin der A.<\/p>\n<p>Die Rechtsvorg\u00e4ngerin der Kl\u00e4gerin erzielte aus einem Beteiligungsverkauf einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn, von dem sie im Jahre 1975 X Mio. DM als Festgeld mit vorzeitiger K\u00fcndigungsm\u00f6glichkeit bei einer Bank anlegte (Zinssatz 8 v. H.). Die Kl\u00e4gerin gibt an, die Absicht gehabt zu haben, das angelegte Kapital sp\u00e4ter zum Erwerb von Beteiligungen zwecks \u00dcbertragung stiller Reserven gem\u00e4\u00df \u00a7 6b des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu verwenden. Tats\u00e4chlich erwarb die Kl\u00e4gerin in 1978 weitere Beteiligungen gegen Zahlung von rd. &#8230; Mio. DM. Dazu geh\u00f6rte auch der Erwerb einer Beteiligung an einer us-amerikanischen K\u00f6rperschaft f\u00fcr rd. &#8230; Mio. DM. Mit dem Erwerb war die Kl\u00e4gerin an der us-amerikanischen K\u00f6rperschaft zu mehr als 25 v. H. beteiligt.<\/p>\n<p>Da die Kl\u00e4gerin im Jahr 1978 ein Darlehen \u00fcber X Mio. DM zu einem Zinssatz von nur 6 v. H. aufnehmen konnte, verzichtete sie auf die K\u00fcndigung der Festgeldanlage und finanzierte den Kaufpreis f\u00fcr die neu erworbenen Beteiligungen durch das aufgenommene Darlehen.<\/p>\n<p>Im Streitjahr 1980 erzielte die Kl\u00e4gerin aus ihrer Beteiligung an der us-amerikanischen K\u00f6rperschaft eine steuerfreie Schachteldividende in H\u00f6he von &#8230; Mio. DM. Gleichzeitig fielen Darlehenszinsen in H\u00f6he von 245.915 DM f\u00fcr die Finanzierung des Kaufpreises zum Erwerb der Beteiligung an der us-amerikanischen K\u00f6rperschaft an. Die Kl\u00e4gerin behandelte die Zinsen als abziehbare Betriebsausgaben. Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) nahm dagegen nicht abziehbare Betriebsausgaben an, weil die Aufwendungen in einem (unmittelbaren) wirtschaftlichen Veranlassungszusammenhang zu steuerfreien Einnahmen st\u00fcnden (\u00a7 3c EStG).<\/p>\n<p>Der Einspruch gegen den K\u00f6rperschaftsteuerbescheid 1980 vom 28. Mai 1986 blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Sein Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 1994, 345 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Mit seiner vom FG zugelassenen Revision r\u00fcgt das FA die Verletzung des Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 3 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und einiger anderer Steuern vom 22. Juli 1954 i. d. F. des Protokolls vom 17. September 1965 &#8211; DBA-USA 1954\/1965 &#8211; (BGBl II 1966, 745, BStBl I 1966, 865) einerseits und des \u00a7 3c EStG andererseits.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen Urteils die Klage abzuweisen.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO &#8211; ).<\/p>\n<p>1. a) Nach Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa S\u00e4tze 1 und 3 DBA-USA 1954\/1965 werden die Eink\u00fcnfte aus Dividenden von der Bemessungsgrundlage der Steuer der Bundesrepublik Deutschland (Bundesrepublik) ausgenommen, wenn sie nach dem Recht der Vereinigten Staaten steuerpflichtig sind und einer deutschen Kapitalgesellschaft von einer amerikanischen Kapitalgesellschaft gezahlt werden, deren stimmberechtigte Anteile zu mindestens 25 v. H. der erstgenannten Gesellschaft unmittelbar geh\u00f6ren. Der in Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 1 DBA-USA 1954\/1965 verwendete Ausdruck &#8222;Eink\u00fcnfte aus Quellen innerhalb der Vereinigten Staaten&#8220; ist in einem abkommensrechtlichen Sinne zu verstehen. Er ist Oberbegriff zu den &#8222;gewerblichen Gewinnen&#8220; i. S. des Art. II DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;Gewinnen aus dem Betrieb von Schiffen und Luftfahrzeugen&#8220; i. S. des Art. V DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;Zinsen&#8220; i. S. des Art. VII DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;Lizenzgeb\u00fchren&#8220; i. S. des Art. VIII DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;Eink\u00fcnften aus unbeweglichem Verm\u00f6gen&#8220; i. S. des Art. IX DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen&#8220; i. S. des Art. IX A DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;Verg\u00fctungen f\u00fcr Arbeit oder pers\u00f6nliche Dienste&#8220; i. S. des Art. X DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;L\u00f6hnen, Geh\u00e4ltern, \u00e4hnlichen Verg\u00fctungen und Ruhegeh\u00e4ltern&#8220; i. S. des Art. XI DBA-USA 1954\/1965, zu den &#8222;Eink\u00fcnften aus Lehrt\u00e4tigkeit&#8220; i. S. des Art. XII DBA-USA 1954\/1965 und zu den &#8222;Studien- und Unterhaltskosten&#8220; i. S. des Art. XIII DBA-USA 1954\/1965, soweit sie jeweils aus Quellen in den USA stammen. F\u00fcr das Abkommensrecht folgt dies allgemein aus der f\u00fcr &#8222;andere&#8220; Eink\u00fcnfte dem Art. 21 des OECD-Musterabkommens (OECD-MustAbk) nachgebildeten Vorschrift. Sie belegt, da\u00df das Abkommensrecht die o. g. Gewinne, Verg\u00fctungen, Dividenden, Zinsen, Lizenzgeb\u00fchren usw. unter dem Oberbegriff &#8222;Eink\u00fcnfte&#8220; zusammenfa\u00dft. Zwar enth\u00e4lt das DBA-USA 1954\/1965 keine dem Art. 21 OECD-MustAbk entsprechende Vorschrift. Deshalb gilt jedoch in der Sache nichts anderes. Art. XV DBA-USA 1954\/1965 beinhaltet den sog. Methodenartikel. Es liegt in der Funktion des Methodenartikels, da\u00df er die steuerliche Behandlung der in den Art. III bis XIII DBA-USA 1954\/1965 genannten Eink\u00fcnfte im Ans\u00e4ssigkeitsstaat regelt. Deshalb ist f\u00fcr jede abkommensrechtliche Einkunftsart zu entscheiden, ob sich die Rechtsfolge des Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 1 DBA-USA 1954\/1965 auf Eink\u00fcnfte i. S. des \u00a7 2 Abs. 2 EStG oder aber auf Einnahmen bezieht. Soweit der Methodenartikel eine Steuerbefreiung im Ans\u00e4ssigkeitsstaat vorsieht, gilt dies schon deshalb, weil der Umfang der Steuerbefreiung einer gesetzlichen Grundlage bedarf. Im Streitfall kann sich die gesetzliche Grundlage wegen des Fehlens einer entsprechenden Vorschrift innerhalb des innerstaatlichen deutschen Steuerrechts nur aus dem Abkommensrecht ergeben. Deshalb mu\u00df dem Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 1 DBA-USA 1954\/1965 entnommen werden, ob sich die Steuerbefreiung auf &#8222;Eink\u00fcnfte&#8220; oder &#8222;Einnahmen&#8220; im Sinne des innerstaatlichen deutschen Steuerrechts bezieht. Dies bedeutet, da\u00df der in Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 1 DBA-USA 1954\/1965 verwendete Ausdruck &#8222;Eink\u00fcnfte&#8220; je nach der in Betracht zu ziehenden Einkunftsart entweder als Eink\u00fcnfte i. S. des \u00a7 2 Abs. 2 EStG oder als (Betriebs-)Einnahmen i. S. des \u00a7 4 Abs. 3 Satz 1, \u00a7 8 Abs. 1 EStG zu verstehen ist. Dies gilt unbeschadet der Tatsache, da\u00df Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 1 DBA-USA 1954\/1965 wegen der Berechnung der freizustellenden &#8222;Eink\u00fcnfte&#8220; oder &#8222;Einnahmen&#8220; auf das innerstaatliche Steuerrecht des Anwendestaates verweisen kann. Auch schr\u00e4nkt die vom erkennenden Senat vertretene Auffassung nicht die in \u00a7 3c EStG enthaltene M\u00f6glichkeit ein, da\u00df das deutsche innerstaatliche Steuerrecht als Folge der im Abkommensrecht vorgesehenen Steuerbefreiung von Einnahmen den Abzug von Aufwendungen einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>b) &#8222;Bei den Eink\u00fcnften aus Dividenden&#8220; sieht Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 3 DBA-USA 1954\/1965 die entsprechende Anwendung des Satzes 1 &#8222;auf Dividenden&#8220; vor. Unter dem abkommensrechtlichen Ausdruck &#8222;Dividende&#8220; sind Betriebseinnahmen i. S. des \u00a7 4 Abs. 3 Satz 1 EStG bzw. Einnahmen i. S. des \u00a7 8 Abs. 1 EStG zu verstehen. Zwar wird der Ausdruck in Art. VI DBA-USA 1954\/1965 nicht n\u00e4her definiert. Die hier vorgenommene Auslegung entspricht jedoch einerseits dem allgemeinen Sprachgebrauch, andererseits der abkommensrechtlich \u00fcblichen Auslegung des Dividendenbegriffs und schlie\u00dflich auch der abkommensrechtlichen Gleichbehandlung von &#8222;Dividenden, Zinsen und Lizenzgeb\u00fchren&#8220;. Art. VIII Abs. 3 DBA-USA 1954\/1965 definiert den Ausdruck &#8222;Lizenzgeb\u00fchren&#8220; vornehmlich im Sinne von Einnahmen. F\u00fcr diese Auslegung spricht auch die Formulierung des Art. VI DBA-USA 1954\/1965, wonach eine Person die Dividende von einer amerikanischen K\u00f6rperschaft bezieht. Diese Auslegung wird durch die Formulierung des Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 3 DBA-USA 1954 \/1965 best\u00e4tigt. Danach findet Satz 1 auf die Dividenden Anwendung, die nach dem Recht der Vereinigten Staaten steuerpflichtig sind. Nach dem Recht der Vereinigten Staaten sind jedoch in den hier interessierenden F\u00e4llen nur Bruttodividenden steuerpflichtig. Die Auslegung entspricht auch der Formulierung des \u00a7 8 Abs. 5 des K\u00f6rperschaftsteuergesetzes &#8211; KStG &#8211; (fr\u00fcher: \u00a7 26 Abs. 7 KStG).<\/p>\n<p>2. Bezieht sich die in Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 3 DBA-USA 1954\/1965 vorgesehene Steuerbefreiung auf Dividenden im Sinne von Einnahmen, so ergibt sich f\u00fcr Schuldzinsen aus \u00a7 3c EStG ein Betriebsausgabenabzugsverbot, soweit dieselben aus Anla\u00df der Finanzierung der Anschaffungskosten f\u00fcr die Beteiligung anfallen. Der erkennende Senat hat in st\u00e4ndiger Rechtsprechung zu \u00a7 13 KStG a. F. entschieden, da\u00df Zinsen f\u00fcr Schulden, die zum Erwerb einer Schachtelbeteiligung oder einer anderen steuerfreien Einkunftsquelle aufgenommen werden, in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang mit den steuerfreien Einnahmen stehen, soweit sie tats\u00e4chlich zuflie\u00dfen (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 25. Oktober 1966 I 26\/64, BFHE 87, 243, BStBl III 1967, 92; vom 21. April 1971 I R 97\/68, BFHE 102, 468, BStBl II 1971, 694; vom 21. Februar 1973 I R 148\/71, BFHE 109, 25, BStBl II 1973, 509; vom 21. Februar 1973 I R 26\/72, BFHE 109, 27, BStBl II 1973, 508, und vom 5. Dezember 1984 I R 62\/80, BFHE 143, 43, BStBl II 1985, 311). In entsprechender Anwendung des Beschlusses des Gro\u00dfen Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 2-3\/88 (BFHE 161, 290, BStBl II 1990, 817, unter C. II. 2. a) ist ein unmittelbarer wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang zwischen Darlehenszinsen und steuerfreien Schachteldividenden anzunehmen, wenn das Darlehen, das die Zinsen ausl\u00f6st, zur Finanzierung des Erwerbs der Beteiligung verwendet wurde, durch die die steuerfreie Schachteldividende veranla\u00dft ist. Der Veranlassungszusammenhang bestimmt sich allein nach der tats\u00e4chlichen Darlehensverwendung und nicht nach einer wirtschaftlich wertenden Betrachtungsweise, wie sie das FG angestellt hat. Das Steuerrecht anerkennt eine Fremdfinanzierung von Anschaffungen auch dann, wenn der Steuerpflichtige dieselbe mit Eigenkapital h\u00e4tte finanzieren k\u00f6nnen. Die Kl\u00e4gerin hatte die freie Entscheidung, ob sie den Erwerb der hier interessierenden Beteiligung an der us-amerikanischen K\u00f6rperschaft durch Kreditaufnahme oder nach K\u00fcndigung der Festgeldanlage durch Eigenkapital finanzierte. Sie hat sich f\u00fcr erstere M\u00f6glichkeit entschieden. Dann mu\u00df diese aber auch der Besteuerung zugrunde gelegt werden.<\/p>\n<p>3. Der Senat sieht keine Veranlassung, \u00a7 3c EStG speziell f\u00fcr den Bereich steuerfreier Schachteldividenden teleologisch reduziert dahin auszulegen, da\u00df s\u00e4mtliche Betriebsausgaben der die Dividenden vereinnahmenden Muttergesellschaft abziehbar sind. Zwar mag eine entsprechende Rechtsfolge dem Sinn des Schachtelprivilegs entsprechen. Zu ber\u00fccksichtigen ist aber, da\u00df im Bereich des internationalen Schachtelprivilegs das Besteuerungsrecht f\u00fcr den Gewinn der aussch\u00fcttenden Tochtergesellschaft bei dem einen Vertragsstaat und f\u00fcr den Betriebsausgabenabzug auf Seiten der Muttergesellschaft bei dem anderen Vertragsstaat liegt. Es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df der andere Vertragsstaat nicht nur auf die Besteuerung der Dividende verzichtet, sondern auch noch den Betriebsausgabenabzug anerkennt. Art. 23 Nr. 43 OECD-MustAbk belegt insoweit, da\u00df abkommensrechtlich gesehen jeder Vertragsstaat innerhalb seines innerstaatlichen Rechts dar\u00fcber entscheiden soll, welche Abz\u00fcge er zul\u00e4\u00dft. \u00a7 3c EStG l\u00e4\u00dft nicht erkennen, da\u00df die Vorschrift auf steuerfreie Schachteldividenden nicht anzuwenden sein sollte. Angesichts der langj\u00e4hrigen h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung h\u00e4tte der Gesetzgeber zu einer entsprechenden Regelung Veranlassung gehabt, wenn er derselben nicht h\u00e4tte zustimmen wollen. Das Fehlen einer entsprechenden Regelung spricht deshalb daf\u00fcr, da\u00df \u00a7 3c EStG nicht einschr\u00e4nkend ausgelegt werden darf.<\/p>\n<p>4. Der Senat sieht keine Notwendigkeit, den Streitfall mit R\u00fccksicht auf den Beschlu\u00df des X. Senats vom 19. Juli 1995 X R 48\/94 (BFHE 178, 405, BStBl II 1995, 882) dem Gro\u00dfen Senat vorzulegen. Der Vorlagebeschlu\u00df des X. Senats betrifft den Abzug von Schuldzinsen als Betriebsausgaben und damit die Anwendung des \u00a7 4 Abs. 4 EStG. Im Streitfall ergibt sich die Annahme von Betriebsausgaben schon aus \u00a7 8 Abs. 2 KStG. Streitig ist nur die Anwendung von \u00a7 3c EStG. Auch geht es im Streitfall nicht um die steuerliche Beurteilung eines &#8222;konstruierten&#8220;, sondern um die des wirklichen Geschehensablaufs.<\/p>\n<p>5. Nach den tats\u00e4chlichen Feststellungen des FG, an die der erkennende Senat gebunden ist (\u00a7 118 Abs. 2 FGO), sind die \u00fcbrigen Voraussetzungen des Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa S\u00e4tze 1 und 3 DBA-USA 1954\/1965 im Streitfall erf\u00fcllt. Die Kl\u00e4gerin war und ist eine Kapitalgesellschaft deutschen Rechts. Sie erhielt eine Dividende von einer us-amerikanischen K\u00f6rperschaft, an der sie mindestens 25 v. H. der stimmberechtigten Anteile hielt. Die Dividende war in den USA gem\u00e4\u00df Art. VI Abs. 1 DBA-USA 1954\/1965 steuerpflichtig.<\/p>\n<p>6. Die Vorentscheidung entspricht nicht den hier wiedergegebenen Rechtsgrunds\u00e4tzen. Sie kann deshalb keinen Bestand haben. Die Sache ist entscheidungsreif. Der angefochtene K\u00f6rperschaftsteuerbescheid 1980 ist rechtm\u00e4\u00dfig. Deshalb war die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 29.5.1996 (I R 15\/94) BStBl. 1997 II S. 57 1. Der in Art. XV Abs. 1 Buchst. b Nr. 1 aa Satz 1 DBA-USA 1954\/1965 verwendete Ausdruck &#8222;Eink\u00fcnfte aus Quellen innerhalb der Vereinigten Staaten&#8220; ist in einem abkommensrechtlichen Sinne zu verstehen. Er ist Oberbegriff zu den Eink\u00fcnften i. S. der Art. 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