{"id":53998,"date":"2013-07-17T15:53:30","date_gmt":"2013-07-17T13:53:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=53998"},"modified":"2013-07-17T15:53:30","modified_gmt":"2013-07-17T13:53:30","slug":"v-r-29-10-vorsteuerabzug-aus-strafverteidigerleistungen-beim-vorwurf-der-auftragserlangung-durch-bestechung-potentieller-auftraggeber-direkter-und-unmittelbarer-zusammenhang-zwischen-eingangsumsatz-un","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-29-10-vorsteuerabzug-aus-strafverteidigerleistungen-beim-vorwurf-der-auftragserlangung-durch-bestechung-potentieller-auftraggeber-direkter-und-unmittelbarer-zusammenhang-zwischen-eingangsumsatz-un\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;29\/10 &#8211; Vorsteuerabzug aus Strafverteidigerleistungen beim Vorwurf der Auftragserlangung durch Bestechung potentieller Auftraggeber &#8211; Direkter und unmittelbarer Zusammenhang zwischen Eingangsumsatz und Ausgangsumsatz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2013, V R 29\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug aus Strafverteidigerleistungen beim Vorwurf der Auftragserlangung durch Bestechung potentieller Auftraggeber &#8211; Direkter und unmittelbarer Zusammenhang zwischen Eingangsumsatz und Ausgangsumsatz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der f&uuml;r den Vorsteuerabzug erforderliche direkte und unmittelbare Zusammenhang zwischen der Eingangsleistung und der T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen bestimmt sich nach dem objektiven Inhalt der von ihm bezogenen Leistung.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Anwaltsdienstleistungen, deren Zweck darin besteht, strafrechtliche Sanktionen gegen nat&uuml;rliche Personen zu vermeiden, die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eines steuerpflichtigen Unternehmens sind, er&ouml;ffnen keinen Anspruch auf Vorsteuerabzug.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war Einzelunternehmer und Mehrheitsgesellschafter der A-GmbH (GmbH). Der Kl&auml;ger und X waren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH, die im Rahmen ihrer unternehmerischen (wirtschaftlichen) T&auml;tigkeit nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes 1999\/2005 (UStG) und Art.&nbsp;4 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) steuerpflichtige Bauleistungen gegen Entgelt erbrachte. Prokurist und sp&auml;ter ebenfalls Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH war P. Zwischen dem Kl&auml;ger als Organtr&auml;ger und der GmbH als Organgesellschaft bestand eine Organschaft nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die GmbH einen Bauauftrag erhalten und diesen gegen Entgelt steuerpflichtig ausgef&uuml;hrt hatte, er&ouml;ffnete die f&uuml;r die Strafverfolgung zust&auml;ndige Staatsanwaltschaft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Kl&auml;ger und P, da der Verdacht bestand, die GmbH habe zur Erlangung dieses Auftrags bei der Ausschreibung eines Bauprojekts vertrauliche Informationen &uuml;ber Angebote konkurrierender Bauunternehmen erhalten und habe deshalb Konkurrenzangebote bei der Ausschreibung unterbieten k&ouml;nnen. Die GmbH habe f&uuml;r die Erlangung dieser Informationen Zuwendungen geleistet, die strafrechtlich als &quot;Bestechung&quot; oder Beihilfe durch den Kl&auml;ger, X und P und f&uuml;r den Zuwendungsempf&auml;nger als &quot;Bestechlichkeit&quot; zu w&uuml;rdigen seien. Die gegen den Kl&auml;ger und gegen P er&ouml;ffneten Strafverfahren wurden gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;153a der Strafprozessordnung gegen Zahlung von Geldbetr&auml;gen eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren wurde der Kl&auml;ger durch einen Rechtsanwalt und P durch eine Rechtsanw&auml;ltin vertreten. Nach den bei der jeweiligen Mandatserteilung getroffenen Honorarvereinbarungen waren Auftraggeber des Rechtsanwalts der Kl&auml;ger als Beschuldigter und die GmbH sowie Auftraggeber der Rechtsanw&auml;ltin der Beschuldigte P und die GmbH. Beide Rechtsanw&auml;lte erteilten &uuml;ber ihr Honorar jeweils eine an die GmbH adressierte Rechnung. Aus den Rechnungen der beiden Rechtsanw&auml;lte nahm der Kl&auml;ger &#8211;als Organtr&auml;ger der GmbH&#8211; im Streitjahr 2005 den Vorsteuerabzug vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Kl&auml;gerin nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sei und &auml;nderte den Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid November 2005 entsprechend. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage mit seinem in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2011, 192 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt, da die Kl&auml;gerin aus den Leistungen der beiden Strafverteidiger zum Vorsteuerabzug berechtigt sei. W&auml;hrend des FG-Verfahrens erging der Umsatzsteuerbescheid 2005 vom 9.&nbsp;M&auml;rz 2009, der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Verfahrens wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG wendet sich das FA mit der Revision, mit der es geltend macht, dass das Urteil materielles Recht verletzt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat mit Beschluss vom 22.&nbsp;Dezember 2011 V&nbsp;R&nbsp;29\/10 (BFHE 236, 242, BStBl II 2012, 441) das Revisionsverfahren ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>1. Bestimmt sich der von der EuGH-Rechtsprechung bei der Auslegung des Begriffs f&uuml;r &quot;Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze&quot; i.S. von Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG als ma&szlig;geblich erachtete direkte und unmittelbare Zusammenhang<br \/><\/br>&#8211; nach dem objektiven Inhalt der vom Steuerpflichtigen bezogenen Leistung (hier: T&auml;tigkeit eines Strafverteidigers, damit eine nat&uuml;rliche Person nicht strafrechtlich verurteilt wird) oder<br \/><\/br>&#8211; nach dem Entstehungsgrund der bezogenen Leistung (hier: wirtschaftliche T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen, bei der angeblich eine Straftat durch eine nat&uuml;rliche Person begangen wurde)?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>2. Falls es auf den Entstehungsgrund ankommt: Ist ein Steuerpflichtiger, der eine Leistung zusammen mit einem Angestellten in Auftrag gibt, gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG zum vollen oder nur zum anteiligen Vorsteuerabzug berechtigt und welche Anforderungen bestehen bei Bezug einer Leistung durch mehrere Empf&auml;nger an die Rechnungserteilung gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;22 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;b f&uuml;nfter Gedankenstrich der Richtlinie 77\/388\/EWG?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat in seinem Urteil vom 21.&nbsp;Februar 2013 C-104\/12, Becker (Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2013, 220) nur eine Antwort auf die erste Frage f&uuml;r erforderlich gehalten und diese wie folgt beantwortet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;F&uuml;r die Feststellung, ob Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen von einem Steuerpflichtigen im Sinne von Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern &#8722; Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage in der durch die Richtlinie 2001\/115\/EG des Rates vom 20.&nbsp;Dezember 2001 ge&auml;nderten Fassung &#8218;f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze&#8216; verwendet wurden, bestimmt sich das Vorliegen eines direkten und unmittelbaren Zusammenhangs zwischen einem konkreten Umsatz und der gesamten T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen nach dem objektiven Inhalt der von ihm bezogenen Gegenst&auml;nde oder Dienstleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>Im vorliegenden Fall er&ouml;ffnen die Anwaltsdienstleistungen, deren Zweck darin besteht, strafrechtliche Sanktionen gegen nat&uuml;rliche Personen, die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eines steuerpflichtigen Unternehmens sind, zu vermeiden, diesem Unternehmen keinen Anspruch auf Abzug der f&uuml;r die erbrachten Leistungen geschuldeten Mehrwertsteuer als Vorsteuer.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/><\/br>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;2 FGO). Entgegen dem Urteil des FG kann der Kl&auml;ger aus den Leistungen der beiden Strafverteidiger keinen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Unternehmer ist nach &sect;&nbsp;15 UStG zum Vorsteuerabzug berechtigt, soweit er Eingangsleistungen f&uuml;r Zwecke seines Unternehmens und damit f&uuml;r seine wirtschaftliche T&auml;tigkeit bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG kann der Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Ausgeschlossen ist der Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG f&uuml;r Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze verwendet. Diese Vorschriften beruhen auf Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 77\/388\/EWG, wonach der Steuerpflichtige (Unternehmer), der Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet, befugt ist, die im Inland geschuldete oder entrichtete Mehrwertsteuer f&uuml;r Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen, die ihm von einem anderen Steuerpflichtigen geliefert oder erbracht werden, von der von ihm geschuldeten Steuer abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist der Unternehmer gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 und 2 UStG zum Vorsteuerabzug berechtigt, soweit er Leistungen f&uuml;r sein Unternehmen und damit f&uuml;r seine wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten zur Erbringung entgeltlicher Leistungen zu verwenden beabsichtigt. Im Hinblick auf den weiter erforderlichen direkten und unmittelbaren Zusammenhang zwischen Eingangs- und Ausgangsumsatz ist dabei wie folgt zu differenzieren (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2012 V&nbsp;R&nbsp;40\/10, BFHE 236, 258, BStBl II 2012, 844, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Besteht der direkte und unmittelbare Zusammenhang zu einem einzelnen Ausgangsumsatz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit, der steuerpflichtig ist (gleichgestellt: Umsatz i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 UStG und Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 der Richtlinie 77\/388\/EWG), kann der Unternehmer den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen. Die f&uuml;r den Leistungsbezug get&auml;tigten Aufwendungen geh&ouml;ren dann zu den Kostenelementen dieses Ausgangsumsatzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei einem direkten und unmittelbaren Zusammenhang zu einem Ausgangsumsatz, der mangels wirtschaftlicher T&auml;tigkeit nicht dem Anwendungsbereich der Steuer unterliegt oder &#8211;ohne Anwendung von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 UStG (Art.&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 der Richtlinie 77\/388\/EWG)&#8211; steuerfrei ist, besteht keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug. Dies gilt auch, wenn der Unternehmer eine Leistung z.B. f&uuml;r einen steuerfreien Ausgangsumsatz bezieht, um mittelbar seine zum Vorsteuerabzug berechtigende wirtschaftliche Gesamtt&auml;tigkeit zu st&auml;rken, da der von ihm verfolgte endg&uuml;ltige Zweck unerheblich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Fehlt ein direkter und unmittelbarer Zusammenhang zwischen einem bestimmten Eingangsumsatz und einem oder mehreren Ausgangsums&auml;tzen, kann der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt sein, wenn die Kosten f&uuml;r die Eingangsleistung zu seinen allgemeinen Aufwendungen geh&ouml;ren und &#8211;als solche&#8211; Bestandteile des Preises der von ihm erbrachten Leistungen sind. Derartige Kosten h&auml;ngen direkt und unmittelbar mit seiner wirtschaftlichen Gesamtt&auml;tigkeit zusammen und berechtigen nach Ma&szlig;gabe dieser Gesamtt&auml;tigkeit zum Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall ist der Kl&auml;ger nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt, da die Leistungen der beiden Strafverteidiger nicht in direktem und unmittelbarem Zusammenhang zur wirtschaftlichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers standen. Ohne dass insoweit eine Bindung des Senats an eine Einzelfallbeurteilung durch den EuGH besteht, ist dabei von Folgendem auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem im Streitfall ergangenen EuGH-Urteil Becker in UR 2013, 220 bestimmt sich der f&uuml;r den Vorsteuerabzug erforderliche direkte und unmittelbare Zusammenhang zwischen der Eingangsleistung und der gesamten T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen nach dem objektiven Inhalt der von ihm bezogenen Leistung. Dabei er&ouml;ffnen Anwaltsdienstleistungen, deren Zweck darin besteht, strafrechtliche Sanktionen gegen nat&uuml;rliche Personen zu vermeiden, die &quot;Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer eines steuerpflichtigen Unternehmens&quot; sind, dem Kl&auml;ger als Organtr&auml;ger der GmbH keinen Anspruch auf Vorsteuerabzug (EuGH-Urteil Becker in UR 2013, 220, erster und zweiter Leitsatz). Dies gilt zumindest dann, wenn es &#8211;wie im Streitfall&#8211; um den Vorwurf der Begehung einer Straftat durch verbotene Zuwendungen an potentielle Auftraggeber geht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH begr&uuml;ndet dies damit, dass die Anwaltsdienstleistungen direkt und unmittelbar dem Schutz der privaten Interessen der beiden Beschuldigten dienten, die wegen in ihrem pers&ouml;nlichen Verhalten liegender Zuwiderhandlungen strafrechtlich verfolgt wurden, und dass die Strafverfolgungsma&szlig;nahmen nur gegen sie pers&ouml;nlich und nicht gegen die &quot;GmbH&quot; gerichtet waren (EuGH-Urteil Becker in UR 2013, 220 Rdnr.&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dass der Kl&auml;ger nicht nur Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH, sondern zugleich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 UStG auch Organtr&auml;ger der GmbH und damit umsatzsteuerrechtlich Tr&auml;ger des Unternehmens der GmbH als Organgesellschaft war, &auml;ndert hieran nach dem Urteil des EuGH nichts, da die Strafverteidigungsleistungen gleichwohl dem &quot;Schutz der privaten Interessen&quot;, nicht aber der wirtschaftlichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in seiner Eigenschaft als Organtr&auml;ger dienten. Danach ist z.B. auch nicht danach zu differenzieren, ob es sich bei den &quot;privaten Interessen&quot;, die durch die Anwaltsleistung gesch&uuml;tzt werden sollen, um die eines Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers einer juristischen Person oder um die eines Einzelunternehmers handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das Urteil des FG war daher aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2013, V R 29\/10 Vorsteuerabzug aus Strafverteidigerleistungen beim Vorwurf der Auftragserlangung durch Bestechung potentieller Auftraggeber &#8211; Direkter und unmittelbarer Zusammenhang zwischen Eingangsumsatz und Ausgangsumsatz Leits&auml;tze 1. 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