{"id":54001,"date":"2013-07-17T15:53:32","date_gmt":"2013-07-17T13:53:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=54001"},"modified":"2013-07-17T15:53:32","modified_gmt":"2013-07-17T13:53:32","slug":"v-b-122-11-ermittlungspflicht-der-familienkasse-bei-familienleistungsanspruechen-im-ausland-mitwirkungspflicht-des-antragstellers-tatbestandswirkung-von-entscheidungen-auslaendischer-behoerden-vordruc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-122-11-ermittlungspflicht-der-familienkasse-bei-familienleistungsanspruechen-im-ausland-mitwirkungspflicht-des-antragstellers-tatbestandswirkung-von-entscheidungen-auslaendischer-behoerden-vordruc\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;122\/11 &#8211; Ermittlungspflicht der Familienkasse bei Familienleistungsanspr&uuml;chen im Ausland, Mitwirkungspflicht des Antragstellers, Tatbestandswirkung von Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden (Vordruck E 411); Grunds&auml;tzliche Bedeutung, Divergenz, Verfahrensfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.4.2013, V B 122\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Ermittlungspflicht der Familienkasse bei Familienleistungsanspr&uuml;chen im Ausland, Mitwirkungspflicht des Antragstellers, Tatbestandswirkung von Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden (Vordruck E 411); Grunds&auml;tzliche Bedeutung, Divergenz, Verfahrensfehler<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrerin (Familienkasse) benannten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) liegen zum Teil der Sache nach nicht vor; im &Uuml;brigen entspricht die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht den Anforderungen an die Darlegung eines Zulassungsgrundes gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die beklagte Familienkasse hat die von ihr geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) weder in der durch &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO geforderten Art und Weise dargelegt noch hat die von ihr aufgeworfene Rechtsfrage grunds&auml;tzliche Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Darlegung einer grunds&auml;tzlichen Bedeutung verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Fall voraussichtlich auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist und deren Beurteilung von der Kl&auml;rung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtslage abh&auml;ngig ist. Hierzu muss sich die Beschwerde insbesondere mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), ggf. den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum sowie mit ggf. ver&ouml;ffentlichten Verwaltungsmeinungen auseinandersetzen. Insbesondere sind Ausf&uuml;hrungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 2.&nbsp;November 2011 III&nbsp;B&nbsp;48\/11, BFH\/NV 2012, 265; vom 22.&nbsp;Januar 2008 X&nbsp;B&nbsp;185\/07, BFH\/NV 2008, 603; vom 19.&nbsp;Mai 2008 V&nbsp;B&nbsp;29\/07, BFH\/NV 2008, 1501, unter III.B.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist insoweit lediglich vorgetragen worden, dass die Familienkassen von Finanzgerichten zur Pr&uuml;fung aufgefordert worden seien, ob die Voraussetzungen eines Familienleistungsanspruchs im Ausland erf&uuml;llt sind, wenn vom ausl&auml;ndischen Staat mitgeteilte Informationen im Vordruck des E&nbsp;411 nicht aussagekr&auml;ftig sind. Mit der Rechtsprechung des BFH zu Anforderungen und Reichweite der Ermittlungspflicht nach der Abgabenordnung (AO) setzt sich die Familienkasse nicht auseinander und macht keine Ausf&uuml;hrungen dazu, ob, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden eine derartige Pflicht der Familienkassen zur Pr&uuml;fung der Voraussetzungen eines Familienleistungsanspruchs im Ausland zweifelhaft und umstritten sein k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dar&uuml;ber hinaus hat die von der Familienkasse aufgeworfene Rechtsfrage, &quot;ob die Familienkassen bei grenz&uuml;berschreitenden F&auml;llen in der EU &uuml;ber das Instrument des Vordrucks E&nbsp;411 hinaus eine weitergehende Amtsermittlung &uuml;ber ausl&auml;ndische Sachverhalte (gem. &sect;&nbsp;88 AO) vorzunehmen haben, wenn der Antragsteller bzw. seine Ehefrau entsprechende Nachweise f&uuml;r ihre Tatsachenbehauptungen (kein Anspruch auf polnische Familienleistungen wegen &Uuml;berschreitens der Einkommensgrenzen) nicht erbringen&quot; auch keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Diese Rechtsfrage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, weil sich ihre Beantwortung bereits aus &sect;&sect;&nbsp;88, 90 Abs.&nbsp;2 AO und der hierzu ergangenen Rechtsprechung des BFH und des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach ermittelt die Finanzbeh&ouml;rde &#8211;und damit auch die Familienkasse&#8211; den Sachverhalt von Amts wegen und bestimmt Art und Umfang der Ermittlungen. Der kindergeldberechtigte Antragsteller ist zur Mitwirkung verpflichtet, wobei ihn bei Auslandssachverhalten eine erh&ouml;hte Mitwirkungspflicht trifft (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO). Von eigenen Ermittlungen und Feststellungen kann die Familienkasse nur insoweit absehen, als die Tatbestandswirkung der Entscheidung einer ausl&auml;ndischen Beh&ouml;rde reicht. Nach dem BFH-Urteil vom 13.&nbsp;August 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/00 (BFHE 200, 204, BStBl II 2002, 869) ist gekl&auml;rt, dass die Entscheidung einer ausl&auml;ndischen Beh&ouml;rde dann keine Tatbestandswirkung f&uuml;r die deutschen Beh&ouml;rden und Gerichte entfaltet, wenn die Entscheidung auf einer rechtlich unzutreffenden Auslegung des Gemeinschaftsrechts beruht. Hat dagegen &#8211;wie im Streitfall&#8211; die ausl&auml;ndische Beh&ouml;rde keine derartige Entscheidung mit Verwaltungsaktqualit&auml;t getroffen, sondern im Formular E&nbsp;411 lediglich mitgeteilt, dass kein Antrag auf Kindergeldleistungen gestellt wurde, wird die Ermittlungs- und Feststellungspflicht der Beh&ouml;rde dadurch nicht eingeschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies entspricht der Rechtsprechung des EuGH im Urteil vom 26.&nbsp;Januar 2006 C-2\/05, Herbosch Kiere (Slg. 2006, I-01079), wonach die gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a der Verordnung Nr.&nbsp;574\/72 ausgestellte Bescheinigung E&nbsp;101 (Entsendebescheinigung) den zust&auml;ndigen Tr&auml;ger und die Gerichte des Mitgliedstaats, in den die Arbeitnehmer entsandt worden sind, solange bindet, wie sie nicht von den Beh&ouml;rden des Ausstellungsstaats zur&uuml;ckgezogen oder f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt wird. Im Unterschied zu dem vom EuGH entschiedenen Fall betrifft der Streitfall zwar eine sog. E&nbsp;400-Bescheinigung (Leistungsanspr&uuml;che auf Familienzulagen). Der vom EuGH zur Begr&uuml;ndung der Bindungswirkung herangezogene Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit nach Art.&nbsp;10 EG mit der Verpflichtung des zust&auml;ndigen Tr&auml;gers, den Sachverhalt ordnungsgem&auml;&szlig; zu beurteilen und damit die Richtigkeit der in der Bescheinigung aufgef&uuml;hrten Angaben zu gew&auml;hrleisten, gilt jedoch auch f&uuml;r die das Formular E&nbsp;411 betreffenden Angaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Familienkasse hat die von ihr behauptete Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;2 FGO) nicht hinreichend i.S. von &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erforderlich ist insoweit, dass eine die Abweichung erkennbar machende Gegen&uuml;berstellung von Rechtss&auml;tzen, eine Nicht&uuml;bereinstimmung im Grunds&auml;tzlichen oder ein offensichtlicher (materieller oder formeller) Rechtsanwendungsfehler des Finanzgerichts (FG) von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzeswidrigen Entscheidung dargelegt wird (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 3.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;B&nbsp;126\/11, BFH\/NV 2012, 741, und vom 13.&nbsp;Juli 2012 IX&nbsp;B&nbsp;3\/12, BFH\/NV 2012, 1635).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hieran fehlt es im Streitfall. Die Familienkasse tr&auml;gt insoweit lediglich vor, auch mehrere andere Finanzgerichte seien der Auffassung, dass f&uuml;r die Familienkasse eine weiter gehende &Uuml;berpr&uuml;fungspflicht von ausl&auml;ndischen Sachverhalten bestehe, ohne aber Rechtss&auml;tze aus dem Urteil des FG und davon abweichende aus anderen Entscheidungen gegen&uuml;berzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit sie in diesem Zusammenhang r&uuml;gt, das FG folge nach der von ihr &#8211;der Familienkasse&#8211; vertretenen Ansicht zu Unrecht der Auffassung, dass f&uuml;r die Familienkassen eine weiter gehende &Uuml;berpr&uuml;fungspflicht von ausl&auml;ndischen Sachverhalten bestehe, macht sie lediglich die materielle Unrichtigkeit des Urteils des FG geltend. Dies hat grunds&auml;tzlich nicht die Zulassung der Revision zur Folge (vgl. BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Oktober 2009 IV&nbsp;B&nbsp;7\/09, BFH\/NV 2010, 903). Ausnahmsweise kann eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung dann erforderlich sein, wenn dem FG ein Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzeswidrigen Entscheidung unterlaufen ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2012, 741; vom 10.&nbsp;Februar 2010 IX&nbsp;B&nbsp;163\/09, BFH\/NV 2010, 887). Hierzu reicht der blo&szlig;e Vortrag, dass das FG eine andere Ansicht als die Familienkasse vertreten habe, indes nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Familienkasse hat auch keinen die Zulassung der Revision rechtfertigenden Verfahrensfehler (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) entsprechend den gesetzlichen Anforderungen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO) hinreichend dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die R&uuml;ge, das FG habe den Sachverhalt von Amts wegen n&auml;her aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, setzt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung voraus, dass der Beschwerdef&uuml;hrer substantiiert darlegt, aus welchen &#8211;genau bezeichneten&#8211; Gr&uuml;nden sich dem FG die Notwendigkeit einer weiteren Sachaufkl&auml;rung (Beweiserhebung) auch ohne entsprechenden Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche (entscheidungserheblichen) Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung voraussichtlich ergeben h&auml;tten, inwiefern eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen und warum ein fachkundig vertretener Kl&auml;ger nicht von sich aus in der m&uuml;ndlichen Verhandlung entsprechende Antr&auml;ge gestellt oder das Unterbleiben der Beweiserhebung in sonstiger Weise ger&uuml;gt hat (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 19.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;84\/05, BFH\/NV 2006, 803; vom 4.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;61\/06, BFH\/NV 2007, 451; vom 9.&nbsp;Januar 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;180\/05, BFH\/NV 2007, 751).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerde nicht. Zudem geh&ouml;rt die Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 FGO) zu den verzichtbaren Verfahrensm&auml;ngeln (vgl. BFH-Beschluss vom 22.&nbsp;Oktober 2009 V&nbsp;B&nbsp;108\/08, BFH\/NV 2010, 170), die im Streitfall von der Familienkasse nicht rechtzeitig erhoben wurde. Ausweislich des Sitzungsprotokolls vom 10.&nbsp;Dezember 2010 erhielten die Beteiligten das Wort und der Einzelrichter schloss die m&uuml;ndliche Verhandlung, ohne dass ein Beweisantrag gestellt oder seitens der Familienkasse auf ihn hingewirkt wurde, obwohl f&uuml;r sie erkennbar war, dass das FG eine Beweiserhebung nicht durchzuf&uuml;hren beabsichtigte. Gleichwohl hat die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung sachkundig vertretene Familienkasse r&uuml;gelos zur Sache verhandelt und damit ihr R&uuml;gerecht durch blo&szlig;es Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verloren (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 18.&nbsp;Mai 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;2\/11, BFH\/NV 2011, 1525; vom 4.&nbsp;September 2009 IX&nbsp;B&nbsp;81\/09, BFH\/NV 2010, 50).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.4.2013, V B 122\/11 Ermittlungspflicht der Familienkasse bei Familienleistungsanspr&uuml;chen im Ausland, Mitwirkungspflicht des Antragstellers, Tatbestandswirkung von Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden (Vordruck E 411); Grunds&auml;tzliche Bedeutung, Divergenz, Verfahrensfehler Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 2&nbsp; Die von der Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrerin (Familienkasse) benannten Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-122-11-ermittlungspflicht-der-familienkasse-bei-familienleistungsanspruechen-im-ausland-mitwirkungspflicht-des-antragstellers-tatbestandswirkung-von-entscheidungen-auslaendischer-behoerden-vordruc\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;122\/11 &#8211; Ermittlungspflicht der Familienkasse bei Familienleistungsanspr&uuml;chen im Ausland, Mitwirkungspflicht des Antragstellers, Tatbestandswirkung von Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden (Vordruck E 411); Grunds&auml;tzliche Bedeutung, Divergenz, Verfahrensfehler<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-54001","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54001","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54001"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54001\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54001"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54001"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54001"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}