{"id":5413,"date":"2012-10-08T00:00:00","date_gmt":"2012-10-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5413"},"modified":"2012-11-23T12:09:25","modified_gmt":"2012-11-23T10:09:25","slug":"ix-b-83-12-nichtzulassungsbeschwerde-keine-verfassungsrechtlichen-zweifel-an-par-34-abs-3-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-83-12-nichtzulassungsbeschwerde-keine-verfassungsrechtlichen-zweifel-an-par-34-abs-3-estg\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;83\/12 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde: Keine verfassungsrechtlichen Zweifel an &sect; 34 Abs. 3 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2012, IX B 83\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtzulassungsbeschwerde: Keine verfassungsrechtlichen Zweifel an &sect; 34 Abs. 3 EStG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen eines Verfahrensmangels zuzulassen. Das Finanzgericht (FG) hat nicht verfahrensfehlerhaft entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Indem die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) zun&auml;chst eingehend darlegen, dass nach ihrer Auffassung keine nachtr&auml;glich bekannt gewordene Tatsache i.S. des &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) gegeben ist, machen sie keinen Verfahrensfehler, sondern im Kern geltend, das angefochtene Urteil beruhe auf einer (vermeintlich) unzutreffenden Tatsachenw&uuml;rdigung und fehlerhaften Rechtsanwendung; damit kann jedoch die Zulassung der Revision wegen Verfahrensm&auml;ngeln nicht erreicht werden (vgl. die st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;B&nbsp;126\/11, BFH\/NV 2012, 741, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die in diesem Zusammenhang geltend gemachte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) liegt nicht vor. So hat das FG den Streitstoff, z.B. das Notarschreiben, ersichtlich zur Kenntnis genommen, daraus aber andere Schl&uuml;sse in Bezug auf das nachtr&auml;gliche Bekanntwerden des Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns gezogen (s. zu a). So verh&auml;lt es sich auch mit den von den Kl&auml;gern genannten Beweisanzeichen, von denen sie meinen, das FG h&auml;tte sie anders w&uuml;rdigen m&uuml;ssen (s. zur Indizienw&uuml;rdigung auch BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2009 IX&nbsp;R&nbsp;46\/08, BFHE 225, 112, BStBl II 2011, 24, m.w.N.; zur Abgrenzung BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;Mai 2011 IX&nbsp;B&nbsp;40\/11, BFH\/NV 2011, 1388).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat nicht f&uuml;r die Kl&auml;ger &uuml;berraschend entschieden. Eine &Uuml;berraschungsentscheidung und damit eine Verletzung des Anspruchs des Kl&auml;gers auf rechtliches Geh&ouml;r liegt nur vor, wenn das FG sein Urteil auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlung nicht rechnen musste (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 18.&nbsp;Juli 2011 IX&nbsp;B&nbsp;39\/11, BFH\/NV 2011, 1917). Dies ist aber selbst nach dem eigenen Vortrag der Kl&auml;ger nicht der Fall; hat der Vorsitzende doch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung die Problematik des &sect;&nbsp;173 AO ausdr&uuml;cklich angesprochen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO. Die Kl&auml;ger legen &#8211;was die Problematik des &sect;&nbsp;173 AO anbelangt&#8211; keine Rechtsfrage von allgemeinem Interesse dar, die im Streitfall kl&auml;rbar und kl&auml;rungsbed&uuml;rftig w&auml;re. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die herausgehobene Frage nach der Anwendbarkeit von &sect;&nbsp;34 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG) ist nicht grunds&auml;tzlich bedeutsam, weil sie offenbar so zu beantworten ist, wie es das FG mit Bezug auf den Wortlaut des Gesetzes getan hat. Die Kl&auml;ger k&ouml;nnen aus der ausschlie&szlig;lich auf Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne i.S. des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 EStG beschr&auml;nkten Tariferm&auml;&szlig;igung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG f&uuml;r ihre Besteuerung keine verfassungsrechtlichen Zweifel aus Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG herleiten. Will der Gesetzgeber mit der Sozialzwecknorm insbesondere die mittelst&auml;ndische Wirtschaft steuerlich entlasten (vgl. BTDrucks 14\/4217, unter I. Allgemeiner Teil), so ist die Situation der Kl&auml;ger mit ihren im Privatverm&ouml;gen erzielten Wertsteigerungen damit nicht vergleichbar (eingehend zum Zweck des Gesetzes und zum Verh&auml;ltnis der dort beg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Oktober 2010 IX&nbsp;R&nbsp;56\/09, BFHE 231, 173, BStBl II 2011, 409).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist auch nicht nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO zuzulassen. Eine Entscheidung des BFH ist weder zur Fortbildung des Rechts noch zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich. Zur Fortbildung des Rechts gilt das zur grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache Ausgef&uuml;hrte (s. zu 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung weicht nicht von Entscheidungen des BFH ab. Insofern folgt der Senat den zutreffenden Ausf&uuml;hrungen des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt) in seiner Beschwerdeerwiderung, auf die er, um Wiederholungen zu vermeiden, verweist. Insbesondere divergiert die Vorentscheidung nicht mit dem BFH-Urteil vom 3.&nbsp;M&auml;rz 2011 IV&nbsp;R&nbsp;8\/08 (BFH\/NV 2011, 1649). Wenn dort die Feststellung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns mittels eines Erg&auml;nzungsbescheids nach &sect;&nbsp;179 Abs.&nbsp;3 AO abgelehnt wird, wenn der Feststellungsbescheid im Rahmen einer Mitunternehmerschaft zugleich die negative Feststellung enth&auml;lt, dass nicht noch zus&auml;tzlich ein Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn entstanden ist, so geht es im Streitfall nicht um die Nachholung einer Feststellung, sondern darum, ob der Feststellungsbescheid selbst nach &sect;&nbsp;173 AO durch die Feststellung eines Ver&auml;u&szlig;erungsgewinns ge&auml;ndert werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das angefochtene Urteil leidet auch nicht an gravierenden Rechtsfehlern, so dass aus diesem Grunde eine Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung geboten w&auml;re. Die von den Kl&auml;gern insbesondere in Nr.&nbsp;7 der Beschwerdebegr&uuml;ndung hervorgehobenen Beanstandungen verm&ouml;gen derartige Rechtsfehler nicht zu begr&uuml;nden. Vielmehr ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Kl&auml;ger im hier streitigen Feststellungsverfahren einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn oder &#8211;verlust nicht erkl&auml;rt haben. Selbst wenn Umst&auml;nde in den Anlagen zur Feststellungserkl&auml;rung auf eine Ver&auml;u&szlig;erung hindeuten, besagt das nichts &uuml;ber die allein bedeutsame &#8211;und erst nachtr&auml;glich bekannt gewordene&#8211; Tatsache der im Streitjahr erzielten Einnahmen aus dem Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft. Auch wenn eine andere Entscheidung und W&uuml;rdigung der Tatsachen m&ouml;glich gewesen w&auml;re, ist die angefochtene Entscheidung nicht &quot;greifbar gesetzwidrig&quot; und mithin nicht in einem solchen Ma&szlig;e fehlerhaft, dass das Vertrauen in die Rechtsprechung nur durch eine h&ouml;chstrichterliche Korrektur der finanzgerichtlichen Entscheidung wiederhergestellt werden k&ouml;nnte (vgl. zu den Voraussetzungen BFH-Beschluss vom 12.&nbsp;Mai 2011 IX&nbsp;B&nbsp;121\/10, BFH\/NV 2011, 1391).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.10.2012, IX B 83\/12 Nichtzulassungsbeschwerde: Keine verfassungsrechtlichen Zweifel an &sect; 34 Abs. 3 EStG Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. Die Revision ist nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) wegen eines Verfahrensmangels zuzulassen. Das Finanzgericht (FG) hat nicht verfahrensfehlerhaft entschieden. 3&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-83-12-nichtzulassungsbeschwerde-keine-verfassungsrechtlichen-zweifel-an-par-34-abs-3-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;83\/12 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde: Keine verfassungsrechtlichen Zweifel an &sect; 34 Abs. 3 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5413","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5413"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5413\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}