{"id":5416,"date":"2012-10-01T00:00:00","date_gmt":"2012-09-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5416"},"modified":"2012-11-23T12:08:03","modified_gmt":"2012-11-23T10:08:03","slug":"iii-b-128-11-fehlende-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-keine-steuerfreiheit-eines-exist-gruenderstipendiums-nach-par-3-nr-44-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-128-11-fehlende-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-keine-steuerfreiheit-eines-exist-gruenderstipendiums-nach-par-3-nr-44-estg\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;128\/11 &#8211; Fehlende grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage &#8211; Keine Steuerfreiheit eines EXIST-Gr&uuml;nderstipendiums nach &sect; 3 Nr. 44 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.10.2012, III B 128\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Fehlende grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage &#8211; Keine Steuerfreiheit eines EXIST-Gr&uuml;nderstipendiums nach &sect; 3 Nr. 44 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Diplom-Informatiker. Er erhielt im Kalenderjahr 2008 (Streitjahr) ein sog. EXIST-Gr&uuml;nderstipendium in H&ouml;he von monatlich 2.000&nbsp;EUR (insgesamt 24.000&nbsp;EUR). Dieses Stipendium wurde ihm zur Durchf&uuml;hrung eines Gr&uuml;ndungsvorhabens gew&auml;hrt. Der Kl&auml;ger schloss mit seiner Hochschule einen Stipendienvertrag ab. In der Pr&auml;ambel dieses Vertrags hei&szlig;t es u.a.: &quot;Die Ma&szlig;nahme EXIST-Gr&uuml;nderstipendium ist Teil des Programms &#8218;Existenzgr&uuml;ndungen aus der Wissenschaft (EXIST)&#8216;, das zur Verbesserung des Gr&uuml;ndungsklimas an wissenschaftlichen Einrichtungen beitr&auml;gt. Mit dem EXIST-Gr&uuml;nderstipendium wird die Vorbereitung innovativer wissensbasierter Existenzgr&uuml;ndungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Mitteln des Bundesministeriums f&uuml;r Wirtschaft und Technologie (BMWi) und der Europ&auml;ischen Sozialfonds (ESF) gef&ouml;rdert.&quot; Die &ouml;ffentlichen Mittel f&uuml;r die EXIST-Gr&uuml;nderstipendien werden auf der Basis der hierzu erlassenen Richtlinien des BMWi &#8211;RL-BMWi&#8211; (Bundesanzeiger Nr.&nbsp;88 vom 11.&nbsp;Mai 2007, S.&nbsp;4875) vergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ging im Rahmen seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr davon aus, dass sein Stipendium nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung (EStG) steuerfrei sei. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) beurteilte das Stipendium hingegen als steuerpflichtig und setzte die Einkommensteuer entsprechend fest. Der hiergegen eingelegte Einspruch war zwar der H&ouml;he nach teilweise erfolgreich. Er hatte aber keinen Erfolg, soweit die Steuerfreiheit des Stipendiums betroffen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage blieb erfolglos. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) im Wesentlichen aus, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 EStG setze f&uuml;r die Steuerfreiheit des Stipendiums u.a. voraus, dass das Stipendium zur F&ouml;rderung der Forschung oder zur F&ouml;rderung der wissenschaftlichen oder k&uuml;nstlerischen Ausbildung oder Fortbildung gew&auml;hrt werde. Nach den ma&szlig;geblichen RL-BMWi bestehe die Zweckbestimmung des Stipendiums jedoch darin, eine Existenzgr&uuml;ndung vorzubereiten und zu begleiten sowie zur unternehmerischen Selbst&auml;ndigkeit hinzuf&uuml;hren. Eine andere Zielrichtung lie&szlig;e sich auch nicht dem Stipendienvertrag entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger begehrt mit seiner Beschwerde die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie wegen Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;1 FGO) und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung muss der Kl&auml;ger eine hinreichend bestimmte Rechtsfrage formulieren und substantiiert auf ihre Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit, ihre &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung sowie darauf eingehen, weshalb von der Beantwortung der Rechtsfrage die Entscheidung &uuml;ber die Rechtssache abh&auml;ngt (z.B. BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Mai 2008 VII&nbsp;B&nbsp;118\/07, BFH\/NV 2008, 1440). An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage offensichtlich so zu entscheiden ist, wie es das FG getan hat (Lange in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;115 FGO Rz&nbsp;106, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung). So verh&auml;lt es sich im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger erachtet die Fragen als grunds&auml;tzlich bedeutsam, ob die in den RL-BMWi geregelte Zweckbestimmung ein nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 EStG beg&uuml;nstigter F&ouml;rderungszweck sei, und ob f&uuml;r den Fall, dass dies zu verneinen sein sollte, zur Pr&uuml;fung eines beg&uuml;nstigten F&ouml;rderungszwecks der m&ouml;glicherweise abweichende Inhalt des Stipendienvertrags heranzuziehen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat bei der Pr&uuml;fung der Frage, ob ein beg&uuml;nstigter F&ouml;rderungszweck i.S. des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 EStG vorliegt, zutreffend auf die in den RL-BMWi geregelte Zweckbestimmung abgestellt. Dies ergibt sich jedenfalls f&uuml;r den Streitfall daraus, dass nach den RL-BMWi die die F&ouml;rdermittel unmittelbar an den Stipendiaten auszahlende Stelle &#8211;hier die Hochschule&#8211; an den in den RL-BMWi bestimmten Zweck und Gegenstand der F&ouml;rdermittel gebunden ist. So verpflichten sich die Hochschulen als Zuwendungsempf&auml;nger (s. dazu Nr.&nbsp;3 RL-BMWi) gegen&uuml;ber dem F&ouml;rdermittelgeber, die F&ouml;rdermittel zweckentsprechend zu verwalten und mit den f&uuml;r die F&ouml;rderung vorgesehenen Gr&uuml;ndern einen Stipendienvertrag abzuschlie&szlig;en (s. Anlage 5 RL-BMWi). Der F&ouml;rderungszweck wird daher abschlie&szlig;end in den RL-BMWi festgelegt. Im &Uuml;brigen hat auch der Gesetzgeber &#8211;wie die Regelung in &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 Satz&nbsp;3 EStG zeigt&#8211; die Steuerfreiheit an die Beachtung der Richtlinien des (F&ouml;rdermittel-)Gebers gekoppelt. Danach setzt die Steuerfreiheit u.a. voraus, dass die Stipendien nach den von dem Geber erlassenen Richtlinien vergeben werden. Hierdurch wollte der Gesetzgeber eine m&ouml;glichst weitgehende Bindung der vergebenden Stelle an die Richtlinien des Gebers erreichen (BTDrucks IV\/2400, S.&nbsp;62).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG ist auch zutreffend davon ausgegangen, dass mit dem EXIST-Gr&uuml;nderstipendium nach der Zweckbestimmung des BMWi keine beg&uuml;nstigten F&ouml;rderungszwecke i.S. des &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 EStG verfolgt werden. Diese Vorschrift setzt voraus, dass die &quot;Stipendien &#8230; zur F&ouml;rderung der Forschung oder zur F&ouml;rderung der wissenschaftlichen oder k&uuml;nstlerischen Ausbildung oder Fortbildung gew&auml;hrt werden&quot;. Da der Gesetzeswortlaut final (&quot;zur&quot;) formuliert ist, m&uuml;ssen die Stipendien zielgerichtet und vorrangig die genannten Zwecke f&ouml;rdern. Hierf&uuml;r ist jedenfalls eine entsprechende subjektive Zweckbestimmung durch den Geber der Mittel erforderlich (Bergkemper in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 EStG Rz&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat in nicht zu beanstandender Weise festgestellt, dass die (subjektive) Zweckbestimmung des EXIST-Gr&uuml;nderstipendiums darin bestehe, eine Existenzgr&uuml;ndung vorzubereiten und zu begleiten sowie zur unternehmerischen Selbst&auml;ndigkeit hinzuf&uuml;hren (s. dazu Nrn.&nbsp;1.1 und&nbsp;2 RL-BMWi). Diese Zwecke fallen nicht unter die in &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 EStG genannten F&ouml;rderungszwecke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff der Forschung ist in &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung geregelt. Hierunter versteht man die planm&auml;&szlig;ige (systematisch-methodische) Suche nach neuen Erkenntnissen (z.B. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;52 AO Rz&nbsp;19; v.&nbsp;Beckerath, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 Rz&nbsp;B&nbsp;44\/65; Jachmann in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;52 Rz&nbsp;48). Die RL-BMWi sehen zwar durchaus auch vor, dass der Gr&uuml;nder im Rahmen seines Vorhabens forschend t&auml;tig werden kann, zumal die zu f&ouml;rdernde Gr&uuml;ndungsidee haupts&auml;chlich eine technische Produkt- oder Prozessinnovation oder eine neuartige innovative Dienstleistung zum Gegenstand haben muss (s. Nr.&nbsp;2 RL-BMWi). Gleichwohl verfolgt das Stipendium nicht vorrangig das Ziel, die planm&auml;&szlig;ige Suche nach neuen Erkenntnissen zu f&ouml;rdern. Sollte die Gr&uuml;ndungsidee eine forschende T&auml;tigkeit erforderlich machen, ist sie nicht prim&auml;rer Zweck, sondern notwendiges Durchgangsstadium, um das angestrebte Ziel &#8211;die Vorbereitung einer innovativen Existenzgr&uuml;ndung&#8211; zu f&ouml;rdern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Bestimmung der Begriffe &quot;Ausbildung&quot; und &quot;Fortbildung&quot; sind die Kriterien heranzuziehen, wie sie von der fr&uuml;heren Rechtsprechung zur Abgrenzung von Werbungskosten (&sect;&nbsp;9 EStG) und Sonderausgaben (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG) entwickelt wurden (HHR\/Bergkemper, &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 EStG Rz&nbsp;2; v.&nbsp;Beckerath, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;44 Rz&nbsp;B&nbsp;44\/65). W&auml;hrend zur Ausbildung alle der Vorbereitung auf ein Berufsziel dienenden Ma&szlig;nahmen geh&ouml;ren, bei denen es sich um den Erwerb von Kenntnissen, F&auml;higkeiten und Erfahrungen handelt, die als Grundlage f&uuml;r die Aus&uuml;bung des angestrebten Berufs geeignet sind (BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Oktober 2011 VI&nbsp;R&nbsp;52\/10, BFHE 235, 444), sind Ma&szlig;nahmen, die darauf gerichtet sind, um in dem ausge&uuml;bten Beruf auf dem Laufenden zu bleiben und den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden, der Fortbildung zuzuordnen (BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juni 2009 VI&nbsp;R&nbsp;31\/07, BFH\/NV 2009, 1797). Von einem wissenschaftlichen Arbeiten kann nur gesprochen werden, wenn grunds&auml;tzliche Fragen oder konkrete Vorg&auml;nge methodisch in ihren Ursachen erforscht, begr&uuml;ndet und in einen Sinnzusammenhang gebracht werden (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;M&auml;rz 2007 I&nbsp;R&nbsp;90\/04, BFHE 217, 413, BStBl II 2007, 628).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch wenn die Gr&uuml;nder w&auml;hrend der Gr&uuml;ndungsphase von dritter Seite (z.B. Gr&uuml;ndungsberater, Hochschullehrer als fachlichem Mentor, s. Nr.&nbsp;4 RL-BMWi) betreut werden, bezweckt das Stipendium weder die Vermittlung der f&uuml;r die Aus&uuml;bung eines Berufs bzw. einer Erwerbst&auml;tigkeit erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten noch die Weiterbildung in einem bereits erlernten Beruf, sondern die Vorbereitung innovativer Existenzgr&uuml;ndungen in deren Fr&uuml;hphase, insbesondere die Erstellung eines tragf&auml;higen Businessplans und die Entwicklung marktf&auml;higer Produkte und Dienstleistungen (Nr.&nbsp;1.1 RL-BMWi). Damit zielt das Stipendium auf die praxistaugliche Umsetzung einer Gr&uuml;ndungsidee aus der Wissenschaft ab. Im &Uuml;brigen ist die Realisierung eines Gr&uuml;ndungsvorhabens, auch wenn die Gr&uuml;nder betreut werden, nicht mehr Teil der wissenschaftlichen Aus- oder Fortbildung. Durch eine solche Ma&szlig;nahme sollen gerade nicht Fragen einer Existenzgr&uuml;ndung methodisch untersucht und in einen Sinnzusammenhang gebracht, sondern es soll die Existenzgr&uuml;ndung als solche vorgenommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus den gleichen Gr&uuml;nden scheidet eine Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;1 FGO) aus. Dieser Zulassungsgrund stellt einen Spezialfall der grunds&auml;tzlichen Bedeutung i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO dar und setzt daher ebenfalls eine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und kl&auml;rbare Rechtsfrage voraus (Senatsbeschluss vom 30.&nbsp;Januar 2012 III&nbsp;B&nbsp;153\/11, BFH\/NV 2012, 705, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Den Zulassungsgrund der Divergenz (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;2 FGO) hat der Kl&auml;ger bereits nicht schl&uuml;ssig dargelegt (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO). Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenz muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil einerseits und aus den behaupteten, mit Datum sowie Aktenzeichen und\/oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (z.B. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;76\/10, BFH\/NV 2011, 981). Hieran fehlt es bereits deshalb, weil der Kl&auml;ger keine Divergenzentscheidung bezeichnet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 1.10.2012, III B 128\/11 Fehlende grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage &#8211; Keine Steuerfreiheit eines EXIST-Gr&uuml;nderstipendiums nach &sect; 3 Nr. 44 EStG Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Diplom-Informatiker. Er erhielt im Kalenderjahr 2008 (Streitjahr) ein sog. EXIST-Gr&uuml;nderstipendium in H&ouml;he von monatlich 2.000&nbsp;EUR (insgesamt 24.000&nbsp;EUR). Dieses Stipendium wurde ihm zur &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-128-11-fehlende-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtsfrage-keine-steuerfreiheit-eines-exist-gruenderstipendiums-nach-par-3-nr-44-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;128\/11 &#8211; Fehlende grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtsfrage &#8211; Keine Steuerfreiheit eines EXIST-Gr&uuml;nderstipendiums nach &sect; 3 Nr. 44 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5416","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5416","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5416"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5416\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5416"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5416"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}