{"id":5444,"date":"2012-09-28T00:00:00","date_gmt":"2012-09-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5444"},"modified":"2012-11-23T12:30:42","modified_gmt":"2012-11-23T10:30:42","slug":"ii-b-87-11-sog-quad-keine-zugmaschine-im-kraftfahrzeugsteuerlichen-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-87-11-sog-quad-keine-zugmaschine-im-kraftfahrzeugsteuerlichen-sinn\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;87\/11 &#8211; Sog. &quot;Quad&quot; keine Zugmaschine im kraftfahrzeugsteuerlichen Sinn"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.9.2012, II B 87\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Sog. &quot;Quad&quot; keine Zugmaschine im kraftfahrzeugsteuerlichen Sinn<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen. Gr&uuml;nde, die die Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) rechtfertigen k&ouml;nnten, liegen, soweit sie &uuml;berhaupt in der nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gebotenen Weise dargelegt wurden, nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) oder zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zulassung der Revision aus diesen Gr&uuml;nden erfordert u.a., dass die aufgeworfene Frage im Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Fortentwicklung und Handhabung des Rechts kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Fall auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.&nbsp;April 2010 IV&nbsp;B&nbsp;32\/09, BFH\/NV 2010, 1469). Die Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt, wenn die Rechtslage bereits h&ouml;chstrichterlich entschieden oder aus anderen Gr&uuml;nden eindeutig ist oder wenn die Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das Finanzgericht (FG) getan hat (BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;Dezember 2009 X&nbsp;B&nbsp;242\/08, BFH\/NV 2010, 674).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>So verh&auml;lt es sich im Streitfall. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sinngem&auml;&szlig; aufgeworfenen Fragen, ob die Eignung zur Personenbef&ouml;rderung bei der kraftfahrzeugsteuerlichen Einordnung der entscheidende Ma&szlig;stab sei, und ob f&uuml;r die Einstufung als PKW ausreiche, dass lediglich der Fahrer selbst &#8211;also nur eine Person&#8211; bef&ouml;rdert werden k&ouml;nne, sind bereits h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung ist die Unterscheidung zwischen PKW und anderen Fahrzeugen anhand von Bauart, Ausstattung zur Personenbef&ouml;rderung und sonstiger Einrichtung des Fahrzeugs, insbesondere zur Bef&ouml;rderung von G&uuml;tern, vorzunehmen (BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 2008 II&nbsp;R&nbsp;63\/07, BFHE 222, 100, BStBl II 2009, 20). Dabei ist die objektive Beschaffenheit des Fahrzeugs unter Ber&uuml;cksichtigung aller Merkmale in ihrer Gesamtheit vom Tatsachengericht zu bewerten; zu ber&uuml;cksichtigen sind z.B. die Zahl der Sitzpl&auml;tze, die erreichbare H&ouml;chstgeschwindigkeit, die Gr&ouml;&szlig;e der Ladefl&auml;che, die Ausstattung des Fonds mit Sitzen und Sicherheitsgurten oder f&uuml;r deren Einbau geeigneten Befestigungspunkten, das Fahrgestell, die Motorisierung und die Gestaltung der Karosserie (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;November 2006 VII&nbsp;R&nbsp;11\/06, BFHE 215, 568, BStBl II 2007, 338).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat auf Basis dieser Rechtsprechung eine Gesamtabw&auml;gung vorgenommen und ist zum Ergebnis gelangt, dass beim Fahrzeug des Kl&auml;gers die Personenbef&ouml;rderung nicht hinter der Eignung des Fahrzeugs zum Ziehen von Lasten zur&uuml;cktrete. Die Entscheidung steht im Einklang mit der ebenfalls zu einem sog. &quot;Quad&quot; ergangenen Entscheidung des BFH vom 18.&nbsp;November 2003 VII&nbsp;R&nbsp;42\/02 (BFH\/NV 2004, 822), wonach die Verwendungsm&ouml;glichkeit als Freizeitgef&auml;hrt im Gel&auml;nde bzw. als Sportger&auml;t, die nach der Verkehrsanschauung Fahrzeugen dieser Art eigent&uuml;mlich ist, nicht durch die Eignung zum Ziehen von Lasten zur&uuml;cktritt. Das gilt insbesondere dann, wenn das Fahrzeug wie hier, wie vom FG festgestellt, &uuml;ber eine H&ouml;chstgeschwindigkeit von nahezu 100&nbsp;km\/h verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es kann dahinstehen, ob das Fahrzeug des Kl&auml;gers, wie im Tatbestand der Vorentscheidung festgestellt, &uuml;ber zwei Sitzpl&auml;tze verf&uuml;gt, oder, wie vom Kl&auml;ger in der Beschwerdebegr&uuml;ndung ausgef&uuml;hrt, lediglich den Fahrer zu bef&ouml;rdern geeignet ist. Denn auch ein Fahrzeug mit nur einem Sitz kann nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung im Rahmen der o.g. Gesamtabw&auml;gung aller objektiven Merkmale als PKW eingestuft werden. Bei der Abgrenzung eines PKW von einem LKW ist die dem Fahrer vorbehaltene Fl&auml;che n&auml;mlich der f&uuml;r die Bef&ouml;rderung von Personen vorgesehenen Fl&auml;che zuzurechnen (BFH-Urteil in BFHE 222, 100, BStBl II 2009, 20). Dies folgt aus &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 Nr.&nbsp;1 des Personenbef&ouml;rderungsgesetzes, wonach PKW Kraftfahrzeuge zur Bef&ouml;rderung &quot;von nicht mehr als 9&nbsp;Personen (einschlie&szlig;lich F&uuml;hrer)&quot; sind (BFH-Urteil in BFHE 222, 100, BStBl II 2009, 20). Nichts anderes gilt f&uuml;r ein sog. &quot;Quad&quot;, mit dem lediglich der Fahrer selbst fahren kann und das daher vorrangig dessen Bef&ouml;rderung dient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensfehlers (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit der Kl&auml;ger eine fehlerhafte Beweisw&uuml;rdigung durch das FG r&uuml;gt, begr&uuml;ndet dies keinen Verfahrensmangel. Einwendungen gegen die finanzgerichtliche Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen und deshalb der Nachpr&uuml;fung durch den BFH im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde grunds&auml;tzlich entzogen (vgl. auch Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;76 und 82, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, das FG habe im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung den technischen Daten seines Fahrzeugs, insbesondere der zul&auml;ssigen Anh&auml;ngelast keine Bedeutung beigemessen, liegt ebenfalls kein Verfahrensmangel vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar kann die Nichtber&uuml;cksichtigung von Umst&auml;nden, die richtigerweise in die Beweisw&uuml;rdigung h&auml;tten einflie&szlig;en m&uuml;ssen, verfahrensfehlerhaft sein, wenn das FG seiner Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) nicht nachkommt oder Teile des Gesamtergebnisses des Verfahrens unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 7.&nbsp;Juli 2011 V&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 234, 548, m.w.N.), insbesondere wenn es bei seiner &Uuml;berzeugungsbildung eine nach Aktenlage feststehende Tatsache unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst bzw. bei seiner Entscheidung vom Nichtvorliegen einer solchen Tatsache ausgeht (sog. Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten). Denn nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung, und zum Gesamtergebnis des Verfahrens geh&ouml;rt auch die Auswertung des Inhalts der dem Gericht vorliegenden Akten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein solcher Versto&szlig; liegt hier nicht vor, denn das FG hat in seiner Entscheidung auf die im Tatbestand festgehaltenen und zwischen den Beteiligten unstreitigen technischen Daten des Fahrzeugs Bezug genommen und sie damit seiner Entscheidung zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.9.2012, II B 87\/11 Sog. &quot;Quad&quot; keine Zugmaschine im kraftfahrzeugsteuerlichen Sinn Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen. 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