{"id":5447,"date":"2012-09-20T00:00:00","date_gmt":"2012-09-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5447"},"modified":"2012-11-23T12:43:05","modified_gmt":"2012-11-23T10:43:05","slug":"iii-b-63-12-anforderungen-an-die-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-bei-geltendmachung-der-verfassungswidrigkeit-einer-norm-insbesondere-wegen-des-vorliegens-eines-vollzugsdefizits","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-63-12-anforderungen-an-die-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-bei-geltendmachung-der-verfassungswidrigkeit-einer-norm-insbesondere-wegen-des-vorliegens-eines-vollzugsdefizits\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;63\/12 &#8211; Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung bei Geltendmachung der Verfassungswidrigkeit einer Norm, insbesondere wegen des Vorliegens eines Vollzugsdefizits"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.9.2012, III B 63\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung bei Geltendmachung der Verfassungswidrigkeit einer Norm, insbesondere wegen des Vorliegens eines Vollzugsdefizits<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) reichte beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine strafbefreiende Erkl&auml;rung ein und erkl&auml;rte in den Jahren 1996 bis 2002 zu Unrecht nicht besteuerte Einnahmen i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Strafbefreiungserkl&auml;rungsgesetzes aus selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit (Betreuung). Diese bezifferte er zuletzt auf 30.614,23&nbsp;EUR (22.298,22&nbsp;EUR Entsch&auml;digungszahlungen des Amtsgerichts &#8211;AG&#8211; und der Region X; 8.316,01&nbsp;EUR weitere Einnahmen). Die danach berechnete Abgabe in H&ouml;he von 4.592,14&nbsp;EUR (Bemessungsgrundlage: 30.614,23&nbsp;EUR x&nbsp;60&nbsp;% =&nbsp;18.368,54&nbsp;EUR; Abgabe: 18.368,54&nbsp;EUR x&nbsp;25&nbsp;% =&nbsp;4.592,14&nbsp;EUR) setzte das FA erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest. Der hiergegen gerichtete Einspruch, mit dem der Kl&auml;ger die Steuerfreiheit der Entsch&auml;digungen geltend machte, blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im dagegen gef&uuml;hrten Klageverfahren erl&auml;uterte der Kl&auml;ger, dass der Betrag in H&ouml;he von 8.316,01&nbsp;EUR nur Entsch&auml;digungen umfasse, die &#8211;ohne weitere Zahlungen des AG oder der Region&#8211; direkt aus dem Verm&ouml;gen der zu Betreuenden gezahlt worden seien. Insoweit hielt der Kl&auml;ger weiterhin an seiner strafbefreienden Erkl&auml;rung fest. Hingegen ging er hinsichtlich der Entsch&auml;digungszahlungen des AG und der Region von fehlender Steuerpflicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab und f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, dass es sich bei den Entsch&auml;digungszahlungen um Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) handele, die weder nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;12 Satz&nbsp;2 EStG noch nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;26 EStG steuerfrei seien. Auch sei kein zur Verfassungswidrigkeit des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG f&uuml;hrendes strukturelles Vollzugsdefizit erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;1 FGO), zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;2 FGO) und wegen des Vorliegens eines Verfahrensfehlers (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Zum Teil entspricht ihre Begr&uuml;ndung nicht den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO; im &Uuml;brigen sind die von dem Kl&auml;ger geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hat die grunds&auml;tzliche Bedeutung der von ihm herausgestellten Rechtsfragen nicht ordnungsgem&auml;&szlig; dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO setzt voraus, dass der Beschwerdef&uuml;hrer eine hinreichend bestimmte Rechtsfrage herausstellt, deren Kl&auml;rung im Interesse der Allgemeinheit an der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und der Fortentwicklung des Rechts erforderlich ist und die im konkreten Streitfall kl&auml;rbar ist. Dazu ist auszuf&uuml;hren, ob und in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Rechtsfrage umstritten ist. Vor allem sind, sofern zu dem Problemkreis Rechtsprechung und &Auml;u&szlig;erungen im Fachschrifttum vorhanden sind, eine grundlegende Auseinandersetzung damit sowie eine Er&ouml;rterung geboten, warum durch diese Entscheidungen die Rechtsfrage noch nicht als gekl&auml;rt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Kl&auml;rung bedarf (z.B. Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;Oktober 2003 III&nbsp;B&nbsp;14\/03, BFH\/NV 2004, 224). Wird die Verfassungswidrigkeit einer Norm ger&uuml;gt, so hat der Beschwerdef&uuml;hrer nicht nur konkret auf die Rechtsfrage &#8211;und damit auf Sinn und Zweck sowie den systematischen Zusammenhang der in Frage stehenden Vorschrift&#8211;, sondern u.a. auch darauf einzugehen, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden ein Versto&szlig; gegen das Grundgesetz (GG) angenommen wird (z.B. Senatsbeschluss vom 26.&nbsp;August 2008 III&nbsp;B&nbsp;153\/07, BFH\/NV 2008, 2009).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) aa) Soweit der Kl&auml;ger die Rechtsfrage aufwirft, ob es sich bei den bezogenen Entsch&auml;digungszahlungen um Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG, um sonstige Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;22 Nr.&nbsp;3 EStG oder um gewerbliche Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 EStG handelt, setzt er sich nicht mit dem vom FG zitierten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15.&nbsp;Juni 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/09 (BFHE 230, 47, BStBl II 2010, 906) auseinander, wonach ein Berufsbetreuer Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG erzielt, und geht insbesondere nicht darauf ein, inwieweit die Frage noch umstritten ist und warum durch diese Entscheidung die Rechtsfrage noch nicht als gekl&auml;rt anzusehen ist bzw. weshalb sie ggf. einer weiteren oder erneuten Kl&auml;rung bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit sich der Kl&auml;ger auf die Ausf&uuml;hrungen des FG zur Frage der Steuerfreiheit der Entsch&auml;digungen bezieht, formuliert er bereits keine hinreichend bestimmte Rechtsfrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich wird eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache auch nicht in Bezug auf eine m&ouml;gliche &quot;Verfassungswidrigkeit der Veranlagungspraxis&quot; dargelegt. Soweit der Kl&auml;ger damit die Kl&auml;rung einer etwaigen Verfassungswidrigkeit des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG wegen eines Vollzugsdefizits erreichen will, legt er nicht dar, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden aufgrund der von ihm dargestellten Feststellungen des Bundesrechnungshofs ein Versto&szlig; gegen das GG angenommen wird. Zudem setzt er sich weder allgemein noch bezogen auf den Fall des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG mit den Anforderungen auseinander, die das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) an das Vorliegen eines strukturellen Vollzugsdefizits gestellt hat (z.B. BVerfG-Beschluss vom 25.&nbsp;Februar 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;14\/05, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2008, 756, unter II.2.b&nbsp;aa, m.w.N.). So hat der Kl&auml;ger insbesondere weder dargelegt, aus welchen Gr&uuml;nden eine Besteuerung der Eink&uuml;nfte im Bereich des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG nahezu allein auf der Erkl&auml;rungsbereitschaft des Steuerpflichtigen beruhe, weil die Erhebungsregelungen Kontrollen der Steuererkl&auml;rungen weitgehend ausschl&ouml;ssen, noch hat er sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob ein etwaiges Vollzugsdefizit dem Gesetzgeber zugerechnet werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus den gleichen Gr&uuml;nden ist die Revision nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;1 FGO zuzulassen, da es sich bei dem Erfordernis einer Revisionsentscheidung zur Rechtsfortbildung um einen Unterfall des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung handelt (vgl. Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;August 2011 III&nbsp;B&nbsp;192\/10, BFH\/NV 2011, 2043).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist auch nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alt.&nbsp;2 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung setzt voraus, dass das FG in einer Rechtsfrage von der Entscheidung eines anderen Gerichts abgewichen ist, dass dabei &uuml;ber dieselbe Rechtsfrage entschieden wurde und diese f&uuml;r beide Entscheidungen rechtserheblich war, dass die Entscheidungen zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sind, dass die abweichend beantwortete Rechtsfrage im Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden kann und dass eine Entscheidung des BFH zur Wahrung der Rechtseinheit erforderlich ist (z.B. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2010 IV&nbsp;B&nbsp;131\/08, BFH\/NV 2010, 1487). Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus den behaupteten, mit Datum sowie Aktenzeichen und\/oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (z.B. Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;M&auml;rz 2011 III&nbsp;B&nbsp;76\/10, BFH\/NV 2011, 981).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Insoweit gen&uuml;gt es nicht, wenn der Kl&auml;ger r&uuml;gt, dass die Verwaltung nach einem sie bindenden Erlass von der Rechtsprechung des BFH abgewichen sei. Ebenso wenig gen&uuml;gt es, wenn der Kl&auml;ger r&uuml;gt, verschiedene Finanzgerichte w&uuml;rden die Einkunftsart abweichend von der Rechtsprechung des BFH beurteilen, ohne im Einzelnen darzulegen, welches Finanzgericht in welcher Entscheidung zu einem vergleichbaren Sachverhalt anders als in dem angegriffenen Urteil entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Schlie&szlig;lich kommt eine Revisionszulassung auch nicht wegen des Vorliegens eines Verfahrensmangels in Betracht (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO) als (verzichtbaren) Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO durch &Uuml;bergehen eines Beweisantrages oder durch Unterlassen einer Amtsermittlung r&uuml;gt, ist dieser Versto&szlig; nicht gegeben. Der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG fachkundig vertretene Kl&auml;ger hat sein R&uuml;gerecht durch r&uuml;gelose Verhandlung zur Sache und damit durch blo&szlig;es Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge verloren (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;; vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 29.&nbsp;Oktober 2002 IV&nbsp;B&nbsp;98\/01, BFH\/NV 2003, 326; vom 15.&nbsp;September 2006 IX&nbsp;B&nbsp;209\/05, BFH\/NV 2007, 80). Ausweislich des Sitzungsprotokolls wurde die Sache verhandelt und der Kl&auml;ger hat dabei weitere Erl&auml;uterungen zu seinen Einnahmen gegeben und hierzu eine Aufstellung &uuml;berreicht. Dass der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung dar&uuml;ber hinaus einen Beweisantrag gestellt oder die Nichterhebung eines Beweises ger&uuml;gt h&auml;tte, ergibt sich aus dem Sitzungsprotokoll dagegen nicht. Da dem Sitzungsprotokoll nach &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;165 ZPO Beweiskraft hinsichtlich der f&uuml;r die Verhandlung vorgeschriebenen F&ouml;rmlichkeiten zukommt, ist ein Schweigen des Protokolls zu von den Beteiligten behaupteten Beweisantr&auml;gen oder R&uuml;gen der Nichterhebung eines Beweises dahin zu werten, dass diese tats&auml;chlich nicht stattgefunden haben (Schallmoser in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;94 FGO Rz&nbsp;91).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen musste sich dem FG angesichts dessen ma&szlig;gebenden materiell-rechtlichen Standpunkts (vgl. Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;Februar 2005 III&nbsp;B&nbsp;13\/04, BFH\/NV 2005, 1065) eine weitere Sachaufkl&auml;rung durch Beweiserhebung auch nicht aufdr&auml;ngen, da es davon ausging, dass ein etwaiges Vollzugsdefizit jedenfalls nicht normativ angelegt und damit dem Gesetzgeber nicht zuzurechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.9.2012, III B 63\/12 Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung bei Geltendmachung der Verfassungswidrigkeit einer Norm, insbesondere wegen des Vorliegens eines Vollzugsdefizits Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) reichte beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine strafbefreiende Erkl&auml;rung ein und erkl&auml;rte in den Jahren 1996 bis 2002 zu Unrecht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-63-12-anforderungen-an-die-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-bei-geltendmachung-der-verfassungswidrigkeit-einer-norm-insbesondere-wegen-des-vorliegens-eines-vollzugsdefizits\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;63\/12 &#8211; Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung bei Geltendmachung der Verfassungswidrigkeit einer Norm, insbesondere wegen des Vorliegens eines Vollzugsdefizits<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5447","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5447"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5447\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}