{"id":5449,"date":"2012-09-27T00:00:00","date_gmt":"2012-09-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5449"},"modified":"2012-11-23T12:42:34","modified_gmt":"2012-11-23T10:42:34","slug":"ii-r-8-12-grundsteuererlass-bei-bebauten-grundstuecken-mit-mehreren-getrennt-vermietbaren-einheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-8-12-grundsteuererlass-bei-bebauten-grundstuecken-mit-mehreren-getrennt-vermietbaren-einheiten\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;8\/12 &#8211; Grundsteuererlass bei bebauten Grundst&uuml;cken mit mehreren getrennt vermietbaren Einheiten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2012, II R 8\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Grundsteuererlass bei bebauten Grundst&uuml;cken mit mehreren getrennt vermietbaren Einheiten <\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Besteht eine wirtschaftliche Einheit aus zahlreichen verschieden ausgestatteten, zu unterschiedlichen Zwecken nutzbaren und getrennt vermietbaren R&auml;umlichkeiten und sind die marktgerechten Mieten f&uuml;r die einzelnen Raumeinheiten unterschiedlich hoch, ist f&uuml;r jede nicht vermietete Raumeinheit gesondert zu pr&uuml;fen, ob der Steuerpflichtige den Leerstand zu vertreten hat. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Sache befindet sich im II.&nbsp;Rechtszug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarben im April 1997 in GbR ein am Rande Berlins gelegenes und im Sachwertverfahren bewertetes Gesch&auml;ftsgrundst&uuml;ck mit mehreren Geb&auml;uden unterschiedlichen Alters. Darin befanden sich zahlreiche getrennt zu B&uuml;ro-, Gewerbe- und Lagerzwecken vermietbare Raumeinheiten von unterschiedlicher Gr&ouml;&szlig;e. Zum Beginn des Jahres 1998 waren neben 59 Kfz-Stellpl&auml;tzen folgende Einheiten nicht vermietet:<br \/><\/br><br \/><\/br>Einheit Nr.&nbsp;1, 152,83&nbsp;qm, als Lager verwendbare Kellereinheit im Haus A;<br \/><\/br><br \/><\/br>Einheit Nr.&nbsp;13, 551,06&nbsp;qm, im ersten Obergeschoss des Hauses&nbsp;A, zur Produktion oder nach Ausbau als B&uuml;ro nutzbar;<br \/><\/br><br \/><\/br>Einheiten Nrn.&nbsp;18 und 19, 247,33&nbsp;qm bzw. 312,82&nbsp;qm, im ersten Obergeschoss des Hauses&nbsp;C;<br \/><\/br><br \/><\/br>Einheit Nr.&nbsp;21, 1&nbsp;225,91&nbsp;qm, Haus&nbsp;D, diese Einheit besteht aus acht teilweise unterschiedlich ausgestatteten Untereinheiten im Erdgeschoss und Keller.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Grundsteuer mit Bescheid vom 9.&nbsp;Juni 1998 f&uuml;r 1998 auf 46.981,20&nbsp;DM fest, nachdem das Grundst&uuml;ck den Kl&auml;gern auf den 1.&nbsp;Januar 1998 zugerechnet worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragten mit Schreiben vom 8.&nbsp;M&auml;rz 1999, die Grundsteuer f&uuml;r 1998 wegen des Leerstandes der f&uuml;nf Raumeinheiten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 des Grundsteuergesetzes in der im Jahr 1998 geltenden Fassung (GrStG) in H&ouml;he von 19,96&nbsp;% zu erlassen. Zur Ermittlung dieses Vom-Hundert-Satzes hatten die Kl&auml;ger die durchschnittliche monatliche Nettomiete der am 1.&nbsp;Januar 1998 vermieteten R&auml;ume von 9,68&nbsp;DM\/qm mit der in qm berechneten Gesamtfl&auml;che der am Stichtag leerstehenden R&auml;ume multipliziert und den so bestimmten Mietausfall den tats&auml;chlich erzielten Mieten hinzugerechnet. Bezogen auf die dabei errechnete Summe machte der Mietausfall 24,95&nbsp;% aus. Vier F&uuml;nftel davon ergaben den beantragten Erlass von 19,96&nbsp;%. Die tats&auml;chlich erzielten Mieten wiesen eine Bandbreite von 6 bis 14,81&nbsp;DM\/qm auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den Antrag mit der Begr&uuml;ndung ab, die Kl&auml;ger h&auml;tten den Leerstand zu vertreten, da sie zu hohe Mieten verlangt h&auml;tten. Bei Ansatz der orts&uuml;blichen Miete von 5&nbsp;DM\/qm f&uuml;r die Lagerr&auml;ume und 7&nbsp;DM\/qm f&uuml;r die &uuml;brigen R&auml;ume ergebe sich &uuml;berdies lediglich eine Minderung des Rohertrags von 13,16&nbsp;%.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Der Bundesfinanzhof hob durch Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2007 II&nbsp;R&nbsp;4\/05 (BFH\/NV 2008, 405) das Urteil des Finanzgerichts (FG) auf und verwies die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, normaler Rohertrag eines bebauten Grundst&uuml;cks, dessen Wert wie im Streitfall im Sachwertverfahren zu ermitteln sei, sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 GrStG die nach den Verh&auml;ltnissen zu Beginn des Erlasszeitraums gesch&auml;tzte &uuml;bliche Jahresrohmiete. Damit sei die Jahresrohmiete gemeint, die f&uuml;r R&auml;ume gleicher oder &auml;hnlicher Art, Lage und Ausstattung regelm&auml;&szlig;ig gezahlt werde. Die &uuml;bliche Jahresrohmiete zu Beginn des Erlasszeitraums sei somit nicht die f&uuml;r die vermieteten Teile der Baulichkeiten auf dem konkreten Grundst&uuml;ck vereinbarte Durchschnittsmiete. Der &uuml;blichen Jahresrohmiete sei der tats&auml;chlich erzielte Rohertrag gegen&uuml;ber zu stellen. Unterschreite er die &uuml;bliche Jahresrohmiete um mehr als 20&nbsp;%, habe der Steuerschuldner einen Anspruch auf Grundsteuererlass in der in &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrStG vorgesehenen H&ouml;he, sofern weder der Steuerschuldner die Ertragsminderung zu vertreten habe noch der Ausnahmetatbestand des &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;5 GrStG erf&uuml;llt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Ertragsminderung durch einen Leerstand zu Beginn des Erlasszeitraums bedingt sei, habe der Steuerpflichtige sie dann nicht zu vertreten, wenn er sich nachhaltig um eine Vermietung der R&auml;umlichkeiten zu einem marktgerechten Mietzins bem&uuml;ht habe. Auch im Falle eines &Uuml;berangebots auf dem betreffenden Marktsegment k&ouml;nne dabei vom Steuerpflichtigen nicht verlangt werden, sich stets den unteren Rand der Mietpreisspanne zu eigen zu machen. Es reiche aus, dass die R&auml;umlichkeiten dem Markt zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden und nachhaltig zu einer Miete innerhalb der Spanne eines marktgerechten Mietzinses angeboten worden seien. Es k&ouml;nne auch nicht nach typischen oder atypischen, nach strukturell bedingten oder nicht strukturell bedingten, nach vor&uuml;bergehenden oder nicht vor&uuml;bergehenden Ertragsminderungen und nach den verschiedenen M&ouml;glichkeiten, diese Merkmale zu kombinieren, differenziert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG die Klage mit der Begr&uuml;ndung abgewiesen habe, die geltend gemachte Ertragsminderung sei nicht atypisch, sondern strukturell bedingt, und es &uuml;berdies das Vertretenm&uuml;ssen der Ertragsminderung unzutreffend verstanden habe, sei die Vorentscheidung aufzuheben. Die Sache sei nicht spruchreif. Der Erlassantrag m&uuml;sse erneut gepr&uuml;ft werden. Dabei k&ouml;nne nicht vom Durchschnitt der f&uuml;r die vermieteten Raumeinheiten zu Beginn des Jahres 1998 vereinbarten Mieten ausgegangen werden. Soweit sich auf einem Grundst&uuml;ck R&auml;ume oder Raumeinheiten von unterschiedlicher Art und Ausstattung bef&auml;nden, k&ouml;nne die &uuml;bliche Jahresrohmiete f&uuml;r die einzelnen R&auml;ume oder Raumeinheiten unterschiedlich hoch ausfallen. Dies sei bei der Entscheidung &uuml;ber einen Grundsteuererlass nach &sect;&nbsp;33 GrStG zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollten die nachzuholenden Feststellungen zur &uuml;blichen Jahresrohmiete eine Ertragsminderung von nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrStG rechtserheblichem Ausma&szlig; ergeben, h&auml;tten die Kl&auml;ger diese nur zu vertreten, wenn sie sich nicht nachhaltig um eine Vermietung zu einem marktgerechten Mietzins bem&uuml;ht h&auml;tten. Die Kl&auml;ger h&auml;tten dabei die Ertragsminderung nicht bereits deshalb zu vertreten, weil sie ihre Mietforderungen f&uuml;r die zu Beginn des Erlasszeitraums leerstehenden R&auml;umlichkeiten nicht soweit heruntergeschraubt h&auml;tten, bis ein Mieter zu finden gewesen sei. Die Vermietungsbem&uuml;hungen h&auml;tten vielmehr lediglich auf eine marktgerechte Miete ausgerichtet sein m&uuml;ssen. Die Inserierung der Mietobjekte unter Angabe einer Preisspanne sei solange kein Indiz daf&uuml;r, dass die Kl&auml;ger die Ertragsminderung zu vertreten h&auml;tten, wie die untere Preisgrenze die &uuml;bliche Jahresrohmiete nicht &uuml;berstiegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die Klage im II.&nbsp;Rechtszug erneut ab und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, die Kl&auml;ger h&auml;tten den Leerstand insgesamt zu vertreten. Sie h&auml;tten zwar die unvermieteten R&auml;umlichkeiten unter Einschaltung eines Maklers in zahlreichen Zeitungsanzeigen zur Vermietung angeboten, dabei aber pauschal eine Mietpreisforderung von mindestens 8&nbsp;DM\/qm monatlich erhoben, obwohl die markt&uuml;bliche Miete f&uuml;r die Kellerr&auml;ume (Lagerr&auml;ume) deutlich niedriger gewesen sei. Ob die Mietpreisforderung f&uuml;r die &uuml;brigen unvermieteten Raumeinheiten der Marktmiete entsprochen hat, hat das FG demgem&auml;&szlig; nicht gepr&uuml;ft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision machen die Kl&auml;ger geltend, an ihre Vermietungsbem&uuml;hungen d&uuml;rften keine &uuml;berzogenen Anforderungen gestellt werden. Das FG habe den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 GrStG beantragten Grundsteuererlass daher nicht deshalb versagen d&uuml;rfen, weil in den Vermietungsanzeigen f&uuml;r die Kellerr&auml;ume keine gesonderte, niedrigere Miete angegeben worden sei. Sie &#8211;die Kl&auml;ger&#8211; h&auml;tten allenfalls den Leerstand der Kellerr&auml;ume zu vertreten. Dies beeinflusse aber wegen des geringen Anteils dieser R&auml;ume an den insgesamt leerstehenden R&auml;umlichkeiten den von ihnen geltend gemachten Erlassanspruch im Ergebnis nicht, wie ihre im Einzelnen dargelegten Berechnungen zeigten. Selbst wenn alle Kellerr&auml;ume zu einer marktgerechten Miete vermietet gewesen w&auml;ren, nicht jedoch die &uuml;brigen leerstehenden R&auml;ume, beliefe sich der Erlassanspruch auf 19,96&nbsp;% der Grundsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner machen die Kl&auml;ger Verfahrensfehler geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Vorentscheidung, die Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2001 und die Ablehnungsverf&uuml;gung vom 27.&nbsp;Juli 1999 aufzuheben und das FA zu verpflichten, die Grundsteuer f&uuml;r 1998 in H&ouml;he von 9.377,44&nbsp;DM (4.794,61&nbsp;EUR) zu erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht angenommen, die Kl&auml;ger h&auml;tten den Leerstand und somit die Minderung des normalen Rohertrags i.S. des &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrStG insgesamt zu vertreten, weil die in den Zeitungsanzeigen angegebene monatliche Mindestmiete von 8&nbsp;DM\/qm deutlich &uuml;ber der markt&uuml;blichen Miete f&uuml;r die Kellerr&auml;ume gelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Besteht eine wirtschaftliche Einheit aus zahlreichen verschieden ausgestatteten, zu unterschiedlichen Zwecken nutzbaren und getrennt vermietbaren R&auml;umlichkeiten und sind die marktgerechten Mieten f&uuml;r die einzelnen Raumeinheiten unterschiedlich hoch, ist &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrStG unter Ber&uuml;cksichtigung des Grundsatzes der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit so auszulegen, dass f&uuml;r jede nicht vermietete Raumeinheit gesondert zu pr&uuml;fen ist, ob der Steuerpflichtige den Leerstand zu vertreten hat. Der Steuerpflichtige hat den Leerstand nicht allein deshalb insgesamt zu vertreten, weil in Zeitungsanzeigen, in denen die Raumeinheiten zusammen zur Miete angeboten wurden, eine Mindestmiete angegeben war, die lediglich f&uuml;r einen Teil der Einheiten &uuml;ber der markt&uuml;blichen Miete lag. Dies gilt insbesondere dann, wenn diesen Einheiten lediglich eine fl&auml;chen- und wertm&auml;&szlig;ig untergeordnete Bedeutung zukam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ergibt die danach im Einzelnen vorzunehmende Pr&uuml;fung, dass der Steuerpflichtige die Minderung des normalen Rohertrags lediglich f&uuml;r einzelne Raumeinheiten zu vertreten hat, rechtfertigt dies somit f&uuml;r sich genommen nicht die Ablehnung des Grundsteuererlasses. Vielmehr ist in solchen F&auml;llen lediglich die markt&uuml;bliche Miete f&uuml;r diese Raumeinheiten der f&uuml;r die vermieteten Raumeinheiten tats&auml;chlich erzielten Miete hinzuzurechnen und auf dieser Grundlage festzustellen, in welchem Umfang der tats&auml;chlich erzielte Rohertrag zuz&uuml;glich der hinzugerechneten Miete vom normalen Rohertrag abweicht. Ist der normale Rohertrag nach dieser Berechnung um mehr als 20&nbsp;% gemindert, besteht dem Grunde nach ein Anspruch auf Erlass von Grundsteuer nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GrStG. Die Grundsteuer ist dann in H&ouml;he des Prozentsatzes zu erlassen, der vier F&uuml;nfteln des Prozentsatzes der Minderung des normalen Rohertrags entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da das FG von einer anderen Ansicht ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Den vom FG getroffenen Feststellungen l&auml;sst sich nicht entnehmen, in welchem Umfang die Kl&auml;ger nach diesen Grunds&auml;tzen die Minderung des normalen Rohertrags zu vertreten haben. Das FG wird entsprechende Feststellungen nunmehr nachzuholen haben. Ergibt die erneute Pr&uuml;fung, dass den Kl&auml;gern dem Grunde nach ein Anspruch auf Erlass von Grundsteuer zusteht, wird das FG ferner den Umfang des Anspruchs zu pr&uuml;fen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auf die Verfahrensr&uuml;gen der Kl&auml;ger kommt es somit nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2012, II R 8\/12 Grundsteuererlass bei bebauten Grundst&uuml;cken mit mehreren getrennt vermietbaren Einheiten Leits&auml;tze Besteht eine wirtschaftliche Einheit aus zahlreichen verschieden ausgestatteten, zu unterschiedlichen Zwecken nutzbaren und getrennt vermietbaren R&auml;umlichkeiten und sind die marktgerechten Mieten f&uuml;r die einzelnen Raumeinheiten unterschiedlich hoch, ist f&uuml;r jede nicht vermietete Raumeinheit gesondert zu pr&uuml;fen, ob der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-8-12-grundsteuererlass-bei-bebauten-grundstuecken-mit-mehreren-getrennt-vermietbaren-einheiten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;8\/12 &#8211; Grundsteuererlass bei bebauten Grundst&uuml;cken mit mehreren getrennt vermietbaren Einheiten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5449","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5449","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5449"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5449\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5449"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5449"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}