{"id":5450,"date":"2012-09-27T00:00:00","date_gmt":"2012-09-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5450"},"modified":"2012-11-23T12:42:45","modified_gmt":"2012-11-23T10:42:45","slug":"ii-r-7-12-einheitlicher-erwerbsgegenstand-im-grunderwerbsteuerrecht-einbeziehung-von-bauerrichtungskosten-in-die-bemessungsgrundlage-keine-unionsrechtlichen-oder-verfassungsrechtlichen-bedenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-7-12-einheitlicher-erwerbsgegenstand-im-grunderwerbsteuerrecht-einbeziehung-von-bauerrichtungskosten-in-die-bemessungsgrundlage-keine-unionsrechtlichen-oder-verfassungsrechtlichen-bedenken\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;7\/12 &#8211; Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht &#8211; Einbeziehung von Bauerrichtungskosten in die Bemessungsgrundlage &#8211; Keine unionsrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Bedenken"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2012, II R 7\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht &#8211; Einbeziehung von Bauerrichtungskosten in die Bemessungsgrundlage &#8211; Keine unionsrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Bedenken<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ergibt sich aus weiteren Vereinbarungen, die mit einem Grundst&uuml;ckskaufvertrag in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das beim Abschluss des Kaufvertrags unbebaute Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand erh&auml;lt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Erwerbsgegenstand (Festhalten an der st&auml;ndigen Rechtsprechung).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Gegen die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH zum einheitlichen Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht bestehen keine unionsrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Bedenken. Sie steht nicht im Widerspruch zu der Rechtsprechung der Umsatzsteuersenate des BFH.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) erwarben durch notariell beurkundeten Kaufvertrag vom 16.&nbsp;November 2005 je zur H&auml;lfte ein unbebautes Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he von 46.314&nbsp;EUR. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte mit Bescheiden vom 18.&nbsp;Januar 2006 die Grunderwerbsteuer zun&auml;chst in H&ouml;he von jeweils 810&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund weiterer Ermittlungen des FA stellte sich heraus, dass die Kl&auml;ger am 30.&nbsp;November 2005 einen Bauerrichtungsvertrag mit dem Bauunternehmen T-GmbH &uuml;ber die Errichtung einer Doppelhaush&auml;lfte auf dem erworbenen Grund und Boden zu einem Gesamtpreis f&uuml;r ein k&uuml;nftiges &quot;schl&uuml;sselfertiges Haus&quot; in H&ouml;he von 120.013&nbsp;EUR abgeschlossen hatten. In den Erwerb des Grundst&uuml;cks und die Bauplanung war das Baubetreuungsunternehmen E-GmbH einbezogen. In einer gemeinsamen Werbebrosch&uuml;re traten die T-GmbH und die E-GmbH in Bezug auf die Bauplanung und Bauerrichtung unter einem gemeinsamen Logo als &quot;ein starkes Team&quot; auf, das Baupartner zusammen bringe, die sich sonst nicht finden w&uuml;rden. Die E-GmbH hatte von den Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mern die Erlaubnis erhalten, das unbebaute Grundst&uuml;ck am Markt anzubieten. Anl&auml;sslich eines Termins am 20.&nbsp;Oktober 2005 besprachen die Kl&auml;ger mit der T-GmbH den auf dem Grundst&uuml;ck zu errichtenden Haustyp und den Kaufpreis. Die Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erer lernten die Kl&auml;ger erstmalig beim Notartermin kennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA sah anhand der gesamten Umst&auml;nde und auf der Grundlage der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zum sogenannten einheitlichen Leistungsgegenstand einen objektiv engen sachlichen Zusammenhang zwischen dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag und dem im zeitlichen Zusammenhang damit abgeschlossenen Bauerrichtungsvertrag als gegeben an. Es betrachtete das bebaute Grundst&uuml;ck als Gegenstand des Erwerbs und setzte f&uuml;r die Kl&auml;ger die Grunderwerbsteuer durch ge&auml;nderte Bescheide vom 3.&nbsp;Februar 2009 unter Ber&uuml;cksichtigung der Bauerrichtungskosten in H&ouml;he von 120.013&nbsp;EUR auf jeweils 2.910&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosen Einspr&uuml;chen erhobene Klage hatte Erfolg. Nach Auffassung des Finanzgerichts (FG) hat das FA zu Unrecht die Kosten f&uuml;r das nach Erwerb des unbebauten Grundst&uuml;cks hergestellte Wohngeb&auml;ude in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer einbezogen. Allein der Grundst&uuml;ckskaufvertrag begr&uuml;nde einen Anspruch auf &Uuml;bereignung des Grundst&uuml;cks. Die Verpflichtung zur Ausf&uuml;hrung der Bauerrichtungsleistungen sei nicht in &sect;&nbsp;1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) als steuerbarer Vorgang bezeichnet. Folglich falle hierf&uuml;r keine Grunderwerbsteuer, sondern allein Umsatzsteuer an. Der Bauerrichtungsvertrag sei auch kein unselbst&auml;ndiger Teil des notariellen Grundst&uuml;ckskaufvertrags oder Teil eines Einheitsvertrags. Beide Vertr&auml;ge seien nicht nur an verschiedenen Tagen, in verschiedenen Urkunden, sondern auch von verschiedenen Vertragspartnern &uuml;ber verschiedene Leistungsgegenst&auml;nde abgeschlossen worden. Die Entscheidung ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2012, 730 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA. Es r&uuml;gt die Verletzung von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG. Seiner Ansicht nach sind im Streitfall ein &quot;einheitlicher Leistungsgegenstand&quot; anzunehmen und die Bauerrichtungskosten in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Grunderwerbsteuer einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Entgegen der Auffassung des FG war im Streitfall das Grundst&uuml;ck mit noch zu errichtendem Geb&auml;ude Gegenstand des Erwerbsvorgangs. Zu Recht hat daher das FA die Aufwendungen der Kl&auml;ger f&uuml;r das Geb&auml;ude in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Grunderwerbsteuer nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG einbezogen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Gegenstand des Erwerbsvorgangs, nach dem sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG die als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer anzusetzende Gegenleistung richtet, wird zun&auml;chst durch das den Steuertatbestand des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG erf&uuml;llende zivilrechtliche Verpflichtungsgesch&auml;ft bestimmt. Ergibt sich jedoch aus weiteren Vereinbarungen, die mit diesem Rechtsgesch&auml;ft in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das beim Abschluss des Kaufvertrags unbebaute Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand erh&auml;lt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Erwerbsgegenstand (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteile vom 29.&nbsp;Juli 2009 II&nbsp;R&nbsp;58\/07, BFH\/NV 2010, 63, m.w.N., und vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2012 II&nbsp;R&nbsp;57\/10, BFH\/NV 2012, 1549).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob ein objektiv sachlicher Zusammenhang zwischen dem Grundst&uuml;ckskaufvertrag und weiteren Vereinbarungen besteht, ist nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls zu ermitteln (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1549, m.w.N.). Ein solcher Zusammenhang ist nicht nur gegeben, wenn der Erwerber beim Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags gegen&uuml;ber der Ver&auml;u&szlig;ererseite in seiner Entscheidung &uuml;ber das &quot;Ob&quot; und &quot;Wie&quot; der Bauma&szlig;nahme nicht mehr frei war und deshalb feststand, dass er das Grundst&uuml;ck nur in einem bestimmten (bebauten) Zustand erhalten werde (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1549, m.w.N.). Ein objektiv sachlicher Zusammenhang zwischen Kauf- und Bauvertrag wird vielmehr auch indiziert, wenn der Ver&auml;u&szlig;erer dem Erwerber vor Abschluss des Kaufvertrags &uuml;ber das Grundst&uuml;ck aufgrund einer in bautechnischer und finanzieller Hinsicht konkreten und bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Geb&auml;ude auf einem bestimmten Grundst&uuml;ck zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis anbietet und der Erwerber dieses Angebot sp&auml;ter annimmt (BFH-Urteile in BFH\/NV 2010, 63, und in BFH\/NV 2012, 1549, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r einen objektiv sachlichen Zusammenhang zwischen Kauf- und Bauvertrag ist es nicht erforderlich, dass das Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite in einem Schriftst&uuml;ck und zu einem einheitlichen Gesamtpreis unterbreitet wird (BFH-Urteile in BFH\/NV 2010, 63, und in BFH\/NV 2012, 1549, jeweils m.w.N.). Entscheidend ist vielmehr, dass die Ver&auml;u&szlig;ererseite das Angebot zur Bebauung des Grundst&uuml;cks bis zum Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags abgegeben und der Erwerber das Angebot sp&auml;ter unver&auml;ndert oder lediglich vom Umfang her mit geringen Abweichungen, die den Charakter der Bauma&szlig;nahmen nicht ver&auml;ndern, angenommen hat (BFH-Urteil in BFH\/NV 2012, 1549, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite k&ouml;nnen dabei auch mehrere Personen als Vertragspartner auftreten. Nicht ausschlaggebend ist, dass der Grundst&uuml;cks&uuml;bereignungsanspruch und der Anspruch auf Errichtung des Geb&auml;udes sich zivilrechtlich gegen verschiedene Personen richten. Entscheidend ist vielmehr, dass (auch) der den Grundst&uuml;cks&uuml;bereignungsanspruch begr&uuml;ndende Vertrag in ein Vertragsgeflecht miteinbezogen ist, das unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde darauf gerichtet ist, dem Erwerber als einheitlichen Erwerbsgegenstand das Grundst&uuml;ck in bebautem Zustand zu verschaffen (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;November 1994 II&nbsp;R&nbsp;53\/94, BFHE 176, 450, BStBl II 1995, 331, und vom 21.&nbsp;September 2005 II&nbsp;R&nbsp;49\/04, BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Treten auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite mehrere Personen als Vertragspartner auf, liegt ein objektiv sachlicher Zusammenhang zwischen den Vertr&auml;gen nur vor, wenn die Personen entweder personell, wirtschaftlich oder gesellschaftsrechtlich eng verbunden sind (vgl. BFH-Urteile vom 6.&nbsp;Dezember 1989 II&nbsp;R&nbsp;72\/87, BFH\/NV 1991, 344; vom 6.&nbsp;Dezember 1989 II&nbsp;R&nbsp;145\/87, BFH\/NV 1991, 345, und vom 23.&nbsp;August 2006 II&nbsp;R&nbsp;42\/04, BFH\/NV 2007, 760) oder aufgrund von Abreden bei der Ver&auml;u&szlig;erung zusammenarbeiten oder durch abgestimmtes Verhalten auf den Abschluss sowohl des Grundst&uuml;ckskaufvertrags als auch der Vertr&auml;ge, die der Bebauung des Grundst&uuml;cks dienen, hinwirken (BFH-Urteile vom 13.&nbsp;August 2003 II&nbsp;R&nbsp;52\/01, BFH\/NV 2004, 663, und in BFHE 211, 530, BStBl II 2006, 269, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu Unrecht geht das FG in der Vorentscheidung davon aus, die Rechtsprechung des BFH zum &quot;einheitlichen Erwerbsgegenstand&quot; finde im GrEStG keine Rechtsgrundlage, versto&szlig;e gegen die Einheit der Steuerrechtsordnung, gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot und gegen Unionsrecht. Das Bundesverfassungsgericht (Kammerbeschluss vom 27.&nbsp;Dezember 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;72\/90, BStBl II 1992, 212), der Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (Beschluss vom 27.&nbsp;November 2008 C-156\/08, Vollkommer, Slg. 2008, I-165) und der erkennende Senat (Urteile vom 27.&nbsp;Oktober 1999 II&nbsp;R&nbsp;17\/99, BFHE 189, 550, BStBl II 2000, 34; vom 27.&nbsp;Oktober 1999 II&nbsp;R&nbsp;20\/99, BFH\/NV 2000, 349; vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2000 II&nbsp;R&nbsp;37\/99, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2000, 732) haben bereits eingehend dargelegt, weshalb diese Bedenken nicht durchgreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Divergenz zu der Rechtsprechung des V.&nbsp;Senats des BFH, der f&uuml;r Zwecke der Umsatzsteuer unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls von einer einheitlichen Leistung ausgeht und die Umsatzsteuer durch die grunderwerbsteuerrechtliche Beurteilung des Leistungsgegenstandes nicht betroffen sieht (vgl. BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Januar 2008 V&nbsp;R&nbsp;42\/05, BFHE 221, 316, BStBl II 2008, 697; vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2009 V&nbsp;R&nbsp;50\/07, BFHE 225, 224, BStBl II 2010, 78), besteht ebenfalls nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;9 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes (UStG) sind zwar Ums&auml;tze umsatzsteuerfrei, die unter das GrEStG fallen. Die Vorschrift behandelt jedoch nur die Frage, unter welchen Voraussetzungen steuerbare Ums&auml;tze von der Umsatzsteuer befreit sind. Sie grenzt somit umsatzsteuerpflichtige von umsatzsteuerfreien Vorg&auml;ngen ab, enth&auml;lt jedoch kein Gesetzesgebot, ob und inwieweit in bestimmten F&auml;llen Grunderwerbsteuer zu erheben ist. Ob ein Vorgang grunderwerbsteuerpflichtig ist, entscheidet sich allein nach den Regeln des GrEStG (BFH-Urteil in BFHE 189, 550, BStBl II 2000, 34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;9 Buchst.&nbsp;a UStG ergibt sich auch kein allgemeiner Rechtsgedanke, der eine andere grunderwerbsteuerrechtliche Beurteilung der Erwerbsvorg&auml;nge erfordern w&uuml;rde, bei denen nach objektiven Ma&szlig;st&auml;ben das bebaute Grundst&uuml;ck als einheitlicher Erwerbsgegenstand anzusehen ist (BFH-Urteil in BFHE 189, 550, BStBl II 2000, 34). Die Sachverhalte, die von der Rechtsprechung des BFH zum &quot;einheitlichen Erwerbsgegenstand&quot; erfasst werden, sind nicht mit dem Erwerb unbebauter Grundst&uuml;cke, die vom Erwerber sp&auml;ter in eigener Regie bebaut werden, vergleichbar. Sie sind vielmehr zu vergleichen mit dem Erwerb bereits bebauter Grundst&uuml;cke. Gegenstand des Erwerbs ist n&auml;mlich das Grundst&uuml;ck in seinem (fiktiv) bebauten Zustand. Bei einem bereits bebauten Grundst&uuml;ck ist die f&uuml;r die Leistungen zur Errichtung des Geb&auml;udes (fr&uuml;her) gezahlte Umsatzsteuer ebenfalls Teil der f&uuml;r das bebaute Grundst&uuml;ck insgesamt zu erbringenden und nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 GrEStG der Grunderwerbsteuer unterliegenden Gegenleistung. Nicht anders verh&auml;lt es sich, wenn die Vertr&auml;ge darauf gerichtet sind, dass der Erwerber das Grundst&uuml;ck im (zuk&uuml;nftig) bebauten Zustand erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Da die Vorentscheidung von einer anderen Rechtsauffassung ausgeht, war sie aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Im Streitfall haben die Kl&auml;ger ein Angebot der Ver&auml;u&szlig;ererseite angenommen, dessen Gegenstand aufgrund einer bis (ann&auml;hernd) zur Baureife gediehenen Vorplanung ein bestimmtes Geb&auml;ude auf dem von den Kl&auml;gern erworbenen Grundst&uuml;ck zu einem im Wesentlichen feststehenden Preis war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger haben bereits im Oktober 2005 und damit vor Abschluss des Kaufvertrags die Einzelheiten f&uuml;r die schl&uuml;sselfertige Errichtung des zu errichtenden Haustyps auf dem noch zu erwerbenden Grundst&uuml;ck mit der T-GmbH besprochen. Bei dem errichteten Geb&auml;ude handelt es sich um eine Doppelhaush&auml;lfte, deren Errichtung nur vor dem Hintergrund der Errichtung der anderen Haush&auml;lfte auf dem benachbarten Grundst&uuml;ck wirtschaftlich vern&uuml;nftig und bautechnisch sinnvoll ist und daher bereits im Vorfeld eine Bauplanung f&uuml;r beide Grundst&uuml;cke voraussetzt. Bereits vierzehn Tage nach dem Abschluss des Grundst&uuml;ckskaufvertrags haben die Kl&auml;ger den Bauerrichtungsvertrag mit der T-GmbH abgeschlossen. Der zeitliche Zusammenhang l&auml;sst den Schluss zu, dass die Planungen f&uuml;r die Bebauung bereits im Zeitpunkt des Kaufvertrags im Wesentlichen abgeschlossen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Kl&auml;ger das Grundst&uuml;ck von Privatpersonen erworben haben und den Bauerrichtungsvertrag mit der T-GmbH als Bauunternehmen geschlossen haben, steht der Annahme eines einheitlichen Erwerbsgegenstands nicht entgegen. Dabei kann letztlich dahinstehen, ob die handelnden Personen wirtschaftlich, gesellschaftsrechtlich oder personell miteinander verbunden waren. Ausreichend ist, dass die Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer und das Bauunternehmen durch ein abgestimmtes Verhalten auf den gemeinsamen Abschluss sowohl des Grundst&uuml;ckskaufvertrags als auch des Bauerrichtungsvertrags hingewirkt haben. Sie haben das Grundst&uuml;ck einerseits und die Bebauung andererseits gemeinsam &uuml;ber die E-GmbH am Markt angeboten. Die E-GmbH hatte von den Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mern die Erlaubnis, das Grundst&uuml;ck am Markt anzubieten. Die E-GmbH und die T-GmbH wiederum sind am Markt mit einer gemeinsamen Werbebrosch&uuml;re und unter einem gemeinsamen Logo als &quot;ein starkes Team&quot; aufgetreten und haben gerade damit geworben, Baupartner, d.h. Grundst&uuml;ckseigent&uuml;mer, Bauunternehmen und Bauherren, zusammenzubringen. Die Gesch&auml;ftsinteressen aller auf der Ver&auml;u&szlig;ererseite Beteiligten waren darauf gerichtet, ihre Leistungen im Hinblick auf Grundst&uuml;cke im bebauten Zustand gemeinsam anzubieten. Dieses gemeinschaftliche Angebot haben die Kl&auml;ger angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.9.2012, II R 7\/12 Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht &#8211; Einbeziehung von Bauerrichtungskosten in die Bemessungsgrundlage &#8211; Keine unionsrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Bedenken Leits&auml;tze 1. Ergibt sich aus weiteren Vereinbarungen, die mit einem Grundst&uuml;ckskaufvertrag in einem rechtlichen oder zumindest objektiv sachlichen Zusammenhang stehen, dass der Erwerber das beim Abschluss des Kaufvertrags unbebaute Grundst&uuml;ck in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-7-12-einheitlicher-erwerbsgegenstand-im-grunderwerbsteuerrecht-einbeziehung-von-bauerrichtungskosten-in-die-bemessungsgrundlage-keine-unionsrechtlichen-oder-verfassungsrechtlichen-bedenken\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;7\/12 &#8211; Einheitlicher Erwerbsgegenstand im Grunderwerbsteuerrecht &#8211; Einbeziehung von Bauerrichtungskosten in die Bemessungsgrundlage &#8211; Keine unionsrechtlichen oder verfassungsrechtlichen Bedenken<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5450","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5450\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}