{"id":5453,"date":"2012-09-25T00:00:00","date_gmt":"2012-09-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=5453"},"modified":"2012-11-23T12:40:47","modified_gmt":"2012-11-23T10:40:47","slug":"i-b-189-11-verfassungsmaessigkeit-einer-uebergangsregelung-kein-verstoss-gegen-rueckwirkungsverbot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-189-11-verfassungsmaessigkeit-einer-uebergangsregelung-kein-verstoss-gegen-rueckwirkungsverbot\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;189\/11 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer &Uuml;bergangsregelung (kein Versto&szlig; gegen R&uuml;ckwirkungsverbot)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.9.2012, I B 189\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer &Uuml;bergangsregelung (kein Versto&szlig; gegen R&uuml;ckwirkungsverbot)<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine AG, war alleinige Gesellschafterin der X-GmbH, deren Gesch&auml;ftsanteile sie im Jahr 1991 zum Kaufpreis von &#8230;&nbsp;DM erworben und mit der sie sodann ein ertragsteuerliches Organschaftsverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet hatte. Im Jahr 1992 ver&auml;u&szlig;erte die X-GmbH ihren gesamten Gesch&auml;ftsbetrieb an die Kl&auml;gerin und unterhielt fortan keinen aktiven Gesch&auml;ftsbetrieb mehr. Den durch die Ver&auml;u&szlig;erung entstandenen Gewinn f&uuml;hrte die X-GmbH an die Kl&auml;gerin ab. Aufgrund der durch die Gewinnabf&uuml;hrung bewirkten Wertminderung nahm die Kl&auml;gerin auf die Gesch&auml;ftsanteile der X-GmbH eine Teilwertabschreibung um &#8230;&nbsp;DM vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer umfassenden Bereinigung der Konzernstruktur wurden im Jahr 1997 (Streitjahr) zahlreiche Beteiligungsgesellschaften, darunter auch die X-GmbH, auf die Kl&auml;gerin verschmolzen. Der Verschmelzungsvertrag mit der X-GmbH wurde am 23.&nbsp;Juni 1997 notariell beurkundet; die Gesellschafterversammlung der X-GmbH stimmte der Verschmelzung mit Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 1997, die Hauptversammlung der Kl&auml;gerin stimmte ihr mit Beschluss vom 12.&nbsp;August 1997 zu. Die Eintragung der Verschmelzung in das Handelsregister wurde am 19.&nbsp;August 1997 beantragt und erfolgte am 11.&nbsp;Dezember 1997.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erfasste das mit der Verschmelzung auf sie &uuml;bergegangene Verm&ouml;gen mit den Buchwerten. Eine Hinzurechnung des Betrags der im Jahr 1992 vorgenommenen Teilwertabschreibung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Umwandlungssteuergesetzes 1995 (UmwStG 1995) nahm sie unter Berufung auf die Bestimmung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995 i.d.F. vor der &Auml;nderung durch das Gesetz zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform vom 29.&nbsp;Oktober 1997 (BGBl I 1997, 2590, BStBl I 1997, 928) &#8211;UmwStG 1995 a.F.&#8211; nicht vor. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war demgegen&uuml;ber der Auffassung, gem&auml;&szlig; der &Uuml;bergangsregelung in &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;3 UmwStG 1995 i.d.F. des Gesetzes zur Finanzierung eines zus&auml;tzlichen Bundeszuschusses zur gesetzlichen Rentenversicherung vom 19.&nbsp;Dezember 1997 (BGBl I 1997, 3121, BStBl I 1998, 7) sei die ge&auml;nderte Fassung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 UmwStG 1995 i.d.F. des Gesetzes zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform (UmwStG 1995 n.F.) auf die streitgegenst&auml;ndliche Verschmelzung anzuwenden, die eine Regelung wie &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz 4 UmwStG 1995 a.F. nicht mehr enthalte. Er rechnete deshalb dem Gewinn der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Jahr 1997 den Betrag der Teilwertabschreibung des Jahres 1992 hinzu und erlie&szlig; entsprechende ertragsteuerliche &Auml;nderungsbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin meint, die Anwendung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 UmwStG 1995 n.F. versto&szlig;e im Streitfall gegen das verfassungsrechtliche R&uuml;ckwirkungsverbot. Ihre deswegen erhobene Klage blieb jedoch ohne Erfolg; das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg hat sie mit Urteil vom 19.&nbsp;Oktober 2011&nbsp;&nbsp;12&nbsp;K&nbsp;12248\/09 als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt mit ihrer Beschwerde die Zulassung der Revision gegen das FG-Urteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Nichtzulassungsbeschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde &#8211;soweit sie hinreichend begr&uuml;ndet worden sind&#8211; liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Unter Berufung auf die Zulassungsgr&uuml;nde der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und der Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO) m&ouml;chte die Kl&auml;gerin gekl&auml;rt wissen, von welchem Zeitpunkt eines neuen Gesetzgebungsverfahrens an das Vertrauen eines Steuerpflichtigen in die gesetzlich noch geltende Rechtslage derart beeintr&auml;chtigt sei, dass er bei seinen Dispositionen auf die Geltung des zuvor ordnungsgem&auml;&szlig; verk&uuml;ndeten Rechts nicht mehr vertrauen d&uuml;rfe. Entgegen der Darstellung der Kl&auml;gerin ist diese Frage indes &#8211;jedenfalls f&uuml;r die hier in Rede stehende Konstellation&#8211; durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) und des BFH hinreichend gekl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem auch vom FG herangezogenen BVerfG-Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;1\/03, 2&nbsp;BvL&nbsp;57\/06, 2&nbsp;BvL&nbsp;58\/06 (BVerfGE 127, 31) mindert sich in der auch im Streitfall gegebenen Konstellation der sog. unechten R&uuml;ckwirkung einer (nachteiligen) Gesetzes&auml;nderung die Schutzw&uuml;rdigkeit des Vertrauens des B&uuml;rgers in den Fortbestand des geltenden Rechts grunds&auml;tzlich ab dem Zeitpunkt, in dem die Neuregelung in den Bundestag eingebracht wird, weil sich dadurch die geplante Rechts&auml;nderung bereits konkret abzeichnet. Da die Streichung des &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UmwStG 1995 a.F. durch das Gesetz zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform auf einem Vorschlag des Vermittlungsausschusses beruhte, ist der ma&szlig;gebliche Zeitpunkt, in dem dieses geplante Gesetzesvorhaben &ouml;ffentlich geworden ist, jener der Einbringung des Vermittlungsvorschlags in den Bundestag am 4.&nbsp;August 1997 (vgl. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Januar 2011 IX&nbsp;R&nbsp;81\/06, BFHE 232, 460, BFH\/NV 2011, 902), sp&auml;testens jedoch der vom FG f&uuml;r zutreffend gehaltene Zeitpunkt der Fassung des endg&uuml;ltigen Gesetzesbeschlusses durch den Bundestag am 5.&nbsp;August 1997. Der Gesetzgeber war deshalb von Verfassungs wegen nicht gehindert, den zeitlichen Anwendungsbereich der Neuregelung auf jene Umwandlungen zu erstrecken, die am 5.&nbsp;August 1997 noch nicht zum Handelsregister angemeldet waren (Senatsurteil vom 29.&nbsp;April 2008 I&nbsp;R&nbsp;103\/01, BFHE 221, 121, BStBl II 2008, 723; Senatsbeschl&uuml;sse vom 15.&nbsp;Juni 2009 I&nbsp;B&nbsp;224\/08, BFH\/NV 2009, 1848, und vom 31.&nbsp;August 2009 I&nbsp;B&nbsp;6\/09, BFH\/NV 2010, 48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Annahme der Kl&auml;gerin bedarf die zitierte Senatsrechtsprechung zum Vertrauensschutz in Bezug auf die &Uuml;bergangsregelung in &sect;&nbsp;27 Abs.&nbsp;3 UmwStG 1995 i.d.F. des Gesetzes zur Finanzierung eines zus&auml;tzlichen Bundeszuschusses zur gesetzlichen Rentenversicherung mit Blick auf den sp&auml;ter ergangenen BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31 keiner Modifikationen. Vielmehr sieht sich der Senat durch den BVerfG-Beschluss in den wesentlichen Grundz&uuml;gen seiner Rechtsprechung best&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit es um die von der Kl&auml;gerin nochmals aufgeworfene, vom Senat (im Urteil in BFHE 221, 121, BStBl II 2008, 723, und im Beschluss in BFH\/NV 2010, 48) bejahte Frage geht, ob ein Gesetzesbeschluss das Vertrauen des B&uuml;rgers in den Fortbestand des geltenden Rechts mindern kann, der nach den Ma&szlig;st&auml;ben des BVerfG (Beschluss vom 15.&nbsp;Januar 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;12\/01, BVerfGE 120, 56) in verfassungswidriger &#8211;aber nicht zur Nichtigkeit f&uuml;hrender&#8211; Weise erst aufgrund der Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschusses in das Gesetzgebungsverfahren eingef&uuml;hrt worden ist, ergeben sich weder aus dem BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31 noch aus dem Beschwerdevorbringen neue Aspekte, die ein &Uuml;berdenken der Senatsauffassung angezeigt erscheinen lassen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin sieht als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig an, ob in dem Fall, dass ein Gesetzesvorhaben durch den Vermittlungsausschuss erst kurz vor dem Gesetzesbeschluss und f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit nicht wahrnehmbar in den Bundestag eingebracht worden ist, der Gesetzesbeschluss des Bundestags oder &#8211;bei gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;77 Abs.&nbsp;2a des Grundgesetzes zustimmungspflichtigen Gesetzen&#8211; erst der Zustimmungsbeschluss des Bundesrats als vertrauensmindernder Umstand anzusehen ist. Die Antwort auf diese Frage l&auml;sst sich indes ohne Weiteres aus der Begr&uuml;ndung des BVerfG-Beschlusses in BVerfGE 127, 31 ableiten. Wenn danach schon die Einbringung eines Entwurfs einer Gesetzes&auml;nderung in den Bundestag die Schutzw&uuml;rdigkeit des Vertrauens in die Fortgeltung der Rechtslage mindern kann, dann muss diese Minderung dann, wenn es an einem f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit wahrnehmbaren Einbringungsverfahren gefehlt hat, doch sp&auml;testens dann eintreten, wenn der Gesetzesbeschluss des Bundestags ergangen ist. Denn ma&szlig;geblich f&uuml;r einen verminderten Vertrauensschutz ist nach der Beschlussbegr&uuml;ndung des BVerfG der Zeitpunkt, in dem die m&ouml;gliche zuk&uuml;nftige Gesetzes&auml;nderung in konkreten Umrissen allgemein vorhersehbar wird. Eine endg&uuml;ltige Gewissheit &uuml;ber den Eintritt der k&uuml;nftigen Rechts&auml;nderung, wie sie nach dem Zustimmungsbeschluss des Bundesrats regelm&auml;&szlig;ig gegeben ist, ist demnach nicht erforderlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Divergenz des angefochtenen Urteils zum BVerfG-Beschluss in BVerfGE 127, 31 (Zulassungsgrund der Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung, &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 FGO) hat die Kl&auml;gerin nicht entsprechend den Anforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO dargetan. Zur Darlegung einer Divergenz ist es erforderlich, einen das FG-Urteil tragenden abstrakten Rechtssatz einem ebensolchen Rechtssatz aus einer anderen Gerichtsentscheidung in der Weise gegen&uuml;berzustellen, dass die Abweichung erkennbar wird (Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;April 2007 I&nbsp;B&nbsp;117\/06, BFH\/NV 2007, 1619, m.w.N.). Des Weiteren ist auszuf&uuml;hren, dass es sich im Streitfall um einen vergleichbaren Sachverhalt und eine identische Rechtsfrage handelt (vgl. BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;Dezember 2005 VIII&nbsp;B&nbsp;74\/05, BFH\/NV 2006, 740; Senatsbeschluss vom 29.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;B&nbsp;88\/11, BFH\/NV 2012, 1089, m.w.N.). Jedenfalls an letzterer Darlegung fehlt es hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beruft sich darauf, dass das BVerfG in seinem Beschluss in BVerfGE 127, 31, in dem es um die mit dem Steuerentlastungsgesetz 1999\/2000\/2002 r&uuml;ckwirkend angeordnete Ersetzung des halben Einkommensteuersatzes f&uuml;r Entsch&auml;digungen f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen durch die sog. F&uuml;nftelregelung ging, zwischen dem Verpflichtungsgesch&auml;ft (Abschluss der Entsch&auml;digungsvereinbarung) und dem Vollzugsgesch&auml;ft (Entsch&auml;digungszahlung) differenziert hat. Es ist zu dem Ergebnis gekommen, dass in dem Fall, in dem die Entsch&auml;digung zwar erst nach der Einbringung des Gesetzentwurfs zum Steuerentlastungsgesetz 1999\/2000\/2002 in den Bundestag vereinbart worden war, sie dem Arbeitnehmer aber noch vor dessen Verk&uuml;ndung im Bundesgesetzblatt tats&auml;chlich zugeflossen ist, das Vertrauen der Arbeitnehmer auf das bestehende Recht das &Auml;nderungsinteresse des Gesetzgebers &uuml;berwiege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin meint nun, aus dem Umstand, dass im Streitfall die Eintragung der Verschmelzung in das Handelsregister (am 19.&nbsp;August 1997) noch vor der Verk&uuml;ndung des Gesetzes zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform im Bundesgesetzblatt (am 31.&nbsp;Oktober 1997) beantragt worden ist, herleiten zu k&ouml;nnen, nach den Ma&szlig;st&auml;ben des BVerfG m&uuml;sse auch hier der Vertrauensschutz des Steuerpflichtigen &uuml;berwiegen. Es fehlen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung jedoch substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Vergleichbarkeit beider Konstellationen. Die Kl&auml;gerin beruft sich insoweit lediglich darauf, in beiden F&auml;llen l&auml;gen mehraktige Sachverhalte vor. Inwiefern aber der noch keine unmittelbaren Rechtswirkungen zeitigende und &uuml;berdies bis zur Eintragung noch zur&uuml;cknehmbare (Senatsbeschluss in BFH\/NV 2010, 48) Eintragungsantrag inhaltlich mit dem den Entsch&auml;digungsvertrag endg&uuml;ltig und vollst&auml;ndig vollziehenden Zufluss des Entsch&auml;digungsbetrags beim Arbeitnehmer im Fall des BVerfG vergleichbar sein soll, ergibt sich aus ihrem Vorbringen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.9.2012, I B 189\/11 Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer &Uuml;bergangsregelung (kein Versto&szlig; gegen R&uuml;ckwirkungsverbot) Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine AG, war alleinige Gesellschafterin der X-GmbH, deren Gesch&auml;ftsanteile sie im Jahr 1991 zum Kaufpreis von &#8230;&nbsp;DM erworben und mit der sie sodann ein ertragsteuerliches Organschaftsverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet hatte. Im Jahr 1992 ver&auml;u&szlig;erte die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-189-11-verfassungsmaessigkeit-einer-uebergangsregelung-kein-verstoss-gegen-rueckwirkungsverbot\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;189\/11 &#8211; Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit einer &Uuml;bergangsregelung (kein Versto&szlig; gegen R&uuml;ckwirkungsverbot)<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-5453","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5453"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5453\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}