{"id":54530,"date":"1994-11-22T14:57:40","date_gmt":"1994-11-22T12:57:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=54530"},"modified":"2013-08-02T14:59:50","modified_gmt":"2013-08-02T12:59:50","slug":"bfh-urteil-vom-22-11-1994-viii-r-63_93-bstbl-1996-ii-s-93","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-22-11-1994-viii-r-63_93-bstbl-1996-ii-s-93\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 22.11.1994    (VIII R 63\/93) BStBl. 1996 II S. 93"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 22.11.1994 (VIII R 63\/93) BStBl. 1996 II S. 93<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Ob eine gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft vorliegt und welche Rechtsfolgen sich hieraus ergeben, ist f\u00fcr das Bewertungsrecht und das Einkommensteuerrecht nach einheitlichen Gesichtspunkten zu bestimmen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. Eine ausschlie\u00dflich aus Kapitalgesellschaften bestehende Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts ist eine gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft i. S. von \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG 1986 und \u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5 b BewG i. d. F. des StBereinG 1986.<\/strong><\/p>\n<p><strong>3. Die Qualifikation des Verm\u00f6gens als Gesellschaftsverm\u00f6gen und die Eink\u00fcnfte aus der Verpachtung dieses Verm\u00f6gens als Eink\u00fcnfte der gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaft nach \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG hat bei ganz oder teilweise gesellschafteridentischen Personengesellschaften Vorrang vor der Qualifikation des Verm\u00f6gens als Sonderbetriebsverm\u00f6gen und der Eink\u00fcnfte aus der Verpachtung als Sonderbetriebseink\u00fcnfte der Gesellschafter bei der leistungsempfangenden Gesellschaft nach \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG.<\/strong><\/p>\n<p>EStG 1986 \u00a7\u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 15 Abs. 3 Nr. 2; BewG 1986 \u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5b.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG M\u00fcnchen<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\"><strong>Sachverhalt<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\">Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) &#8211; eine aus drei Kapitalgesellschaften (GmbH) bestehende GbR &#8211; hat seit 1974 ein im gemeinsamen Eigentum der Gesellschafter stehendes Grundst\u00fcck mit Geb\u00e4ude, dessen Verwaltung ihr alleiniger Gesellschaftszweck war, an eine KG verpachtet, an der ihre Gesellschafter mit zusammen ca. 1\/3 beteiligt waren. Die Kapitalgesellschaften waren im Grundbuch jeweils mit dem Zusatz &#8222;als Gesellschafter des b\u00fcrgerlichen Rechts&#8220; als Eigent\u00fcmer eingetragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\">Die Kl\u00e4gerin behandelte das Grundst\u00fcck als ihr Betriebsverm\u00f6gen und erfa\u00dfte die Mietzinsen als Betriebseinnahmen bei ihren Eink\u00fcnften aus Gewerbebetrieb. Dementsprechend hat der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) an die Kl\u00e4gerin gerichtete Feststellungs- und Einheitswertsbescheide erlassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\">Das FA kam jedoch aufgrund einer f\u00fcr die Jahre 1979 bis 1983 durchgef\u00fchrten Betriebspr\u00fcfung zu dem Ergebnis, da\u00df das Grundst\u00fcck Sonderbetriebsverm\u00f6gen I der Kapitalgesellschaften bei der KG sei und die Mietzinsen deshalb als Sonderbetriebseinnahmen bei dieser zu erfassen seien. Dementsprechend hob es die gegen die Kl\u00e4gerin gerichteten Feststellungsbescheide 1979 bis 1985 und die Einheitswertbescheide auf den 1. Januar 1979 bis 1. Januar 1984 und den 1. Januar 1986 auf und erlie\u00df entsprechend ge\u00e4nderte Bescheide f\u00fcr die KG. Der Einspruch gegen die Aufhebungsbescheide blieb erfolglos.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\">Das Finanzgericht (FG) hob die angefochtenen Aufhebungsbescheide wieder auf. Es ist der Ansicht, da\u00df die urspr\u00fcngliche Sachbehandlung des FA zutreffend war. Dies ergebe sich aus \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Die Kl\u00e4gerin sei eine gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\">Mit der &#8211; vom Senat zugelassenen &#8211; Revision r\u00fcgt das FA Verletzung materiellen Rechts (\u00a7 15 Abs. 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG, \u00a7 42 der Abgabenordnung &#8211; AO 1977 -).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\">Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\">Die Kl\u00e4gerin beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial; color: #800000; font-size: small;\"><strong>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die Revision ist nicht begr\u00fcndet. Sie war deshalb zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>I. Die Revision f\u00fchrt nicht schon aus verfahrensrechtlichen Gr\u00fcnden zur Aufhebung der Vorentscheidung. Insbesondere war die Klage als Anfechtungsklage zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>1. Die von der Kl\u00e4gerin letztlich begehrte positive Feststellung, da\u00df sie als gewerblich gepr\u00e4gte GbR Betriebsverm\u00f6gen und Gewinne habe, kann sie zwar grunds\u00e4tzlich nur im Wege einer Verpflichtungsklage herbeif\u00fchren (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z. B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 12. M\u00e4rz 1970 IV 7\/65, BFHE 99, 172, BStBl II 1970, 625, und Beschl\u00fcsse vom 10. November 1977 IV B 33-34\/76, BFHE 123, 412, BStBl II 1978, 15 unter B I. 1. 3. d der Gr\u00fcnde; sowie vom 14. April 1987 GrS 2\/85, BFHE 149, 493, BStBl II 1987, 637 unter C II. 2. der Gr\u00fcnde). Ausnahmsweise ist dieses Ziel aber auch mit einer Anfechtungsklage zu erreichen. Eine solche Ausnahme liegt vor, wenn sich die Klage gegen einen negativen Feststellungsbescheid richtet, der einen positiven Feststellungsbescheid aufhebt (vgl. z. B. die zum einstweiligen Rechtsschutz ergangenen Entscheidungen des BFH vom 14. April 1976 IV B 82\/75, BFHE 119, 9, BStBl II 1976, 598; in BFHE 123, 412, BStBl II 1978, 15 unter B I. 1. 2. a der Gr\u00fcnde; in BFHE 149, 493, BStBl II 1987, 637 unter C II. 1. b der Gr\u00fcnde). So liegt der Fall hier. Der Aufhebungsbescheid ist inhaltlich ein negativer Gewinnfeststellungsbescheid. Seine Aufhebung l\u00e4\u00dft die urspr\u00fcnglichen positiven Feststellungsbescheide und Einheitswertbescheide wieder aufleben (vgl. BFH-Beschlu\u00df vom 25. Oktober 1972 GrS 1\/72, BFHE 108, 1, BStBl II 1973, 231).<\/p>\n<p>2. Die Kl\u00e4gerin ist durch die Aufhebungsbescheide auch beschwert. Diese hatten zwar zur Folge, da\u00df das Grundst\u00fcck und die aus seiner Verpachtung erzielten Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin nicht mehr zugerechnet wurden. Es entspricht jedoch der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des BFH, da\u00df Gesellschafter dadurch beschwert sind, da\u00df die von ihnen behauptete Rechtsposition allgemein mit steuerrechtlicher Wirkung geleugnet wird (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 26. M\u00e4rz 1971 VI R 131-135\/68, BFHE 102, 66, BStBl II 1971, 478; vom 24. Februar 1977 VIII R 178\/74, BFHE 125, 104, BStBl II 1978, 510 m. w. N.; Gr\u00e4ber\/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 3. Aufl., \u00a7 48 Anm. 9 m. w. N.). Ein solcher Fall ist auch dann gegeben, wenn die Unternehmereigenschaft der Gesellschaft selbst und damit die Mitunternehmereigenschaft aller Gesellschafter verneint wird (vgl. z. B. BFH-Beschlu\u00df vom 28. M\u00e4rz 1979 I B 78\/78, BFHE 128, 8, BStBl II 1979, 607; Urteil vom 15. Juli 1986 VIII R 154\/85, BFHE 147, 334, BStBl II 1986, 896 m. w. N.). Sind aber die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin beschwert, dann ist sie auch selbst klagebefugt (BFH-Beschlu\u00df vom 31. Januar 1982 VIII B 33\/90, BFHE 167, 5, BStBl II 1992, 559).<\/p>\n<p>3. Die Gesellschafter der Kl\u00e4gerin waren nicht nach \u00a7 60 Abs. 3 FGO notwendig beizuladen.<\/p>\n<p>Zwar ist dann, wenn Ziel eines Verfahrens der Erla\u00df bzw. der Fortbestand eines Gewinnfeststellungsbescheids nach Aufhebung eines Aufhebungsbescheides ist, grunds\u00e4tzlich beizuladen, wer an dem Mitunternehmerverh\u00e4ltnis angeblich beteiligt sein soll (st\u00e4ndige Rechtsprechung seit BFH-Beschlu\u00df vom 30. Juni 1967 VI B 49\/66, BFHE 89, 328, BStBl III 1967, 612). Das gilt jedoch nicht, wenn Beteiligung und H\u00f6he des Anteils der Mitunternehmer unstreitig sind (BFH-Urteil vom 21. Mai 1987 IV R 283\/84, BFHE 149, 523, BStBl II 1987, 601; Tipke\/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 15. Aufl., \u00a7 60 FGO Tz. 6). So liegt der Fall hier. Streitig ist nur, wie die Eink\u00fcnfte der Kl\u00e4gerin zu qualifizieren sind. Die Entscheidung hier\u00fcber ist einheitlich auf der Ebene der Gesellschaft zu treffen (vgl. BFH-Beschlu\u00df vom 25. Juni 1984 GrS 4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751 unter C III. 3. a bb der Gr\u00fcnde). Die Gesellschafter werden durch die zur Vertretung der Gesellschaft berufenen Gesellschafter und damit durch die Gesellschaft selbst repr\u00e4sentiert (\u00a7 48 Abs. 1 Nr. 3 FGO und st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. dazu die Nachweise bei Gr\u00e4ber\/von Groll, a. a. O., \u00a7 48 Anm. 20). Eine Beiladung kommt &#8211; wie in den F\u00e4llen, in denen Streitgegenstand ausschlie\u00dflich die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Feststellung eines Gewinns oder Verlusts nach der Steuerbilanz der Gesellschaft ist (vgl. z. B. BFH-Urteile vom 26. Oktober 1972 I R 229\/70, BFHE 107, 265, BStBl II 1973, 121, und vom 11. M\u00e4rz 1982 IV R 46\/79, BFHE 135, 457, BStBl II 1982, 542) &#8211; nur in Betracht, wenn die Gewinnverteilung streitig ist. Das ist hier nicht der Fall.<\/p>\n<p>Diesem Ergebnis steht nicht entgegen, da\u00df das FA den Gesellschaftern das Gesamthandsverm\u00f6gen der Kl\u00e4gerin anteilig als Sonderbetriebsverm\u00f6gen bei der KG zugerechnet hat. Der Rechtskreis der KG ist von dem der Kl\u00e4gerin zu unterscheiden. Die unzutreffende Zurechnung von Sonderbetriebsverm\u00f6gen bei der KG ist im Verfahren gegen den Bescheid \u00fcber die gesonderte und einheitliche Feststellung des (Gesamt-)Gewinns dieser Mitunternehmerschaft geltend zu machen.<\/p>\n<p>II. Die von der Kl\u00e4gerin erzielten Eink\u00fcnfte aus der Verpachtung des Geb\u00e4udes sind bei ihr als Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen (\u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2, \u00a7 52 Abs. 20 b Satz 1 des Einkommensteuergesetzes 1986 &#8211; EStG -). Die verpachteten Wirtschaftsg\u00fcter geh\u00f6ren zu ihrem Betriebsverm\u00f6gen; f\u00fcr sie ist deshalb ein Einheitswert festzustellen (\u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5 b, \u00a7 124 Satz 2 des Bewertungsgesetzes &#8211; BewG &#8211; i. d. F. nach Art. 17 Nr. 3 des Steuerbereinigungsgesetzes &#8211; StBereinG &#8211; 1986 vom 19. Dezember 1985, BGBl I 1985, 2436). Die Formulierung des \u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5 b BewG deckt sich weitgehend mit derjenigen in \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG. Beide Vorschriften sind deshalb nach einheitlichen Gesichtspunkten auszulegen (vgl. dazu die Gesetzesbegr\u00fcndung in BTDrucks 10\/3663, S. 9; G\u00fcrsching\/Stenger, Kommentar zum Bewertungsgesetz und Verm\u00f6gensteuergesetz, 9. Aufl., \u00a7 97 BewG Anm. 49 und 49.5; R\u00f6ssler\/Troll, Bewertungsgesetz und Verm\u00f6gensteuergesetz, 16. Aufl., \u00a7 97 BewG Anm. 17). Diese Auslegung ergibt, da\u00df die Kl\u00e4gerin eine gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft ist und die teilweise Identit\u00e4t ihrer Gesellschafter mit den Gesellschaftern der KG keine Zurechnung ihres Gesellschaftsverm\u00f6gens und ihrer Mieteink\u00fcnfte zum Sonderbetriebsverm\u00f6gen und zu den Sonderverg\u00fctungen ihrer Gesellschafter bei der KG zur Folge hat.<\/p>\n<p>1. Die Kl\u00e4gerin ist eine gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft (\u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG, \u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5 b BewG).<\/p>\n<p>a) Sie \u00fcbt keine origin\u00e4re gewerbliche T\u00e4tigkeit i. S. des \u00a7 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG aus. Mit der Verpachtung des bebauten Grundst\u00fccks mit Betriebsvorrichtungen erf\u00fcllt sie vielmehr selbst den Tatbestand des \u00a7 21 Abs. 1 Nr. 1 EStG.<\/p>\n<p>Das Grundst\u00fcck geh\u00f6rt zum Gesellschaftsverm\u00f6gen. Dem steht nicht entgegen, da\u00df die Kl\u00e4gerin im Grundbuch nicht selbst eingetragen ist. Nach \u00a7 47 der Grundbuchordnung (GBO) werden mangels Grundbuchf\u00e4higkeit der GbR stets nur die Gesellschafter eingetragen (vgl. dazu Ulmer in M\u00fcnchener Kommentar zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch, 2. Aufl., \u00a7 705 Rdnr. 131, 225; Karsten Schmidt, Gesellschaftsrecht, 2. Aufl., S. 1438). Mit dem Hinweis auf die Eigent\u00fcmer &#8222;als Gesellschafter des b\u00fcrgerlichen Rechts&#8220; enth\u00e4lt die Eintragung den erforderlichen, auf das Gesellschaftsverh\u00e4ltnis hinweisenden Zusatz.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist nach Einkommensteuerrecht auch selbst Verp\u00e4chterin des Grundst\u00fccks. Sie hat das Pachtverh\u00e4ltnis in ihrem Namen geschlossen. Das war b\u00fcrgerlich-rechtlich m\u00f6glich, da sie als Gesamthandsgemeinschaft am Rechtsverkehr teilnehmen konnte und spezielle rechtliche Gesichtspunkte nicht entgegenstehen (Beschlu\u00df des Bundesgerichtshofs &#8211; BGH &#8211; vom 4. November 1991 II ZB 10\/91, BGHZ 116, 86, 88). Damit sind ihr die Ergebnisse aus diesem Rechtsverh\u00e4ltnis zuzurechnen.<\/p>\n<p>b) Die Kl\u00e4gerin ist auch eine Personengesellschaft, &#8222;bei der ausschlie\u00dflich eine oder mehrere Kapitalgesellschaften pers\u00f6nlich haftende Gesellschafter sind und nur diese &#8230; zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung befugt sind&#8220;.<\/p>\n<p>aa) Mit dieser Formulierung wollte der Gesetzgeber an die bisherige, vom BFH mit Beschlu\u00df in BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751 aufgegebene sog. Gepr\u00e4gerechtsprechung ankn\u00fcpfen (vgl. Begr\u00fcndung der Bundesregierung zum Gesetzentwurf, BTDrucks 10\/3663; Stellungnahme des Bundesrates hierzu, Anlage 2 zu BTDrucks 10\/3663; Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks 10\/4513, S. 8 und 22). Diese Rechtsprechung ging davon aus, da\u00df eine verm\u00f6gensverwaltende Personengesellschaft gewerblich gepr\u00e4gt werde, wenn an ihr eine Kapitalgesellschaft als pers\u00f6nlich haftende und als gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafterin beteiligt ist und damit die eigentliche Unternehmert\u00e4tigkeit entfaltet (BFH-Urteile vom 17. M\u00e4rz 1966 IV 233, 234\/65, BFHE 84, 471, BStBl III 1966, 171; vom 3. August 1972 IV R 235\/67, BFHE 106, 331, BStBl II 1972, 799; vom 18. Februar 1976 I R 116\/75, BFHE 118, 559, BStBl II 1976, 480; Uelner, Festschrift f\u00fcr Georg D\u00f6llerer &#8211; 1988 -, S. 661, 662 f.; teilweise abweichend Groh, Der Betrieb &#8211; DB &#8211; 1987, 1006 f., 1010 f.). Beide Merkmale m\u00fcssen &#8211; unter Ausschlu\u00df einer nat\u00fcrlichen Person als pers\u00f6nlich haftender Gesellschafterin oder als (Mit-)Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin (vgl. dazu Schmidt, Einkommensteuergesetz, Kommentar, 13. Aufl., \u00a7 15 Anm. 46 c, dd; Littmann\/Bitz\/Hellwig, Das Einkommensteuerrecht, 15. Aufl., \u00a7 15 EStG Anm. 176 d; Stuhrmann in Bl\u00fcmich, Einkommensteuergesetz, 14. Aufl., \u00a7 15 Rz. 203 e, jeweils m. w. N.) &#8211; jeweils zusammen in der Person einer Kapitalgesellschaft gegeben sein. Das ist hier aus folgenden Gr\u00fcnden der Fall.<\/p>\n<p>bb) Die Kl\u00e4gerin besteht nur aus pers\u00f6nlich haftenden Kapitalgesellschaften.<\/p>\n<p>Die Gesellschafter einer GbR sind grunds\u00e4tzlich als pers\u00f6nlich haftende Gesellschafter anzusehen (BFH-Urteil vom 17. Dezember 1992 IX R 7\/91, BFHE 170, 497, BStBl II 1994, 492 unter III. der Gr\u00fcnde m. w. N.); von diesem Grundsatz ist auch im Streitfall auszugehen (vgl. zu den Ausnahmen BFH, a. a. O., und &#8211; f\u00fcr die Schein-KG &#8211; Urteil vom 11. Dezember 1986 IV R 222\/84, BFHE 149, 149, BStBl II 1987, 553). Dem steht nicht entgegen, da\u00df die pers\u00f6nlich haftenden Gesellschafter nur &#8211; kraft Rechtsform beschr\u00e4nkt haftende &#8211; Kapitalgesellschaften sind. Darauf hat der BFH, wenn auch mit teilweise \u00fcberholter Begr\u00fcndung, bereits in seinem Urteil vom 22. November 1972 I R 252\/70 (BFHE 108, 208, BStBl II 1973, 405) f\u00fcr eine ausschlie\u00dflich aus Kapitalgesellschaften bestehende Schein-OHG hingewiesen. Es ist unter Ber\u00fccksichtigung der Entstehungsgeschichte der Vorschriften davon auszugehen, da\u00df der Gesetzgeber mit \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG und \u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5 b BewG auch diesen Fall erfassen wollte. Wenn schon eine (gesch\u00e4ftsf\u00fchrende) Kapitalgesellschaft als pers\u00f6nlich haftende Gesellschafterin einer Personengesellschaft das Gepr\u00e4ge eines Gewerbebetriebes geben kann, so mu\u00df das erst recht gelten, wenn alle ihre Gesellschafter pers\u00f6nlich haftende Kapitalgesellschaften sind.<\/p>\n<p>cc) \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG und \u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5 b BewG sind auch anzuwenden, wenn alle (pers\u00f6nlich haftenden) Gesellschafter Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Personengesellschaft sind. Das gilt nicht nur f\u00fcr den erw\u00e4hnten Fall der Schein-OHG und der dann vertraglich geltenden Einzelgesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Gesellschafter (zum gesetzlichen Regelstatut vgl. \u00a7 115 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches &#8211; HGB -), sondern auch f\u00fcr die bei einer GbR grunds\u00e4tzlich geltende Gesamtgesch\u00e4ftsf\u00fchrung (\u00a7 709 BGB). Auch das ergibt sich aus dem mit der gesetzlichen Regelung verfolgten Zweck. Mit dem Merkmal der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung wollte die Gepr\u00e4gerechtsprechung als gewerblich t\u00e4tige Personengesellschaften nur solche erfassen, deren Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit von einer (pers\u00f6nlich haftenden) Kapitalgesellschaft bestimmt wird (zur Abgrenzung der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungsbefugnis von der Vertretungsmacht bei \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG vgl. FG M\u00fcnster, Urteil vom 18. Februar 1993 12 K 1569\/91 F, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211; EFG &#8211; 1993, 719 &#8211; rechtskr\u00e4ftig -). Das ist auch bei der Gesamtgesch\u00e4ftsf\u00fchrung durch mehrere Kapitalgesellschaften der Fall. Der pr\u00e4gende Einflu\u00df wird hier durch das Hinzutreten weiterer kraft Rechtsform gewerblich t\u00e4tiger Kapitalgesellschaften sogar noch verst\u00e4rkt. Das Urteil des BFH vom 7. Februar 1985 IV R 31\/83 (BFHE 143, 280, BStBl II 1985, 372), das in diesem Fall von einer verm\u00f6gensverwaltenden T\u00e4tigkeit der GbR ausging, beruhte auf dem die Gepr\u00e4gerechtsprechung aufgebenden Beschlu\u00df des Gro\u00dfen Senats in BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751 und ist deshalb durch die gesetzliche Regelung \u00fcberholt.<\/p>\n<p>c) Von diesen Grunds\u00e4tzen ist auch schon in den Streitjahren auszugehen. \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG ist auch auf Veranlagungszeitr\u00e4ume vor 1986 anzuwenden (\u00a7 52 Abs. 20 b EStG 1986). Dasselbe gilt f\u00fcr Einheitswertfeststellungen auf Stichtage vor dem 1. Januar 1986 (\u00a7 124 Satz 2 BewG i. d. F. des StBereinG 1986). Die R\u00fcckwirkung ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. z. B. BFH-Urteil vom 10. Juli 1986 IV R 12\/81, BFHE 147, 63, BStBl II 1986, 811, und Beschlu\u00df vom 14. September 1989 IV S 2\/89, BFH\/NV 1990, 311 m. w. N.; Schmidt, a. a. O., \u00a7 15 Anm. 46 f. m. w. N.).<\/p>\n<p>2. Die gewerblichen Eink\u00fcnfte aus der Verpachtung des Grundst\u00fccks sind bei der gesonderten und einheitlichen Feststellung des Gewinns der Kl\u00e4gerin und nicht im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung des (Gesamt-)Gewinns der KG zu erfassen. \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG steht diesem Ergebnis nicht entgegen. Die Qualifikation des Verm\u00f6gens und der Eink\u00fcnfte aus der Verpachtung dieses Verm\u00f6gens einer gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaft nach \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG (leistende Gesellschaft) hat bei ganz oder teilweise identischen Personengesellschaften (Schwestergesellschaften) Vorrang vor der Qualifikation des Verm\u00f6gens als Sonderbetriebsverm\u00f6gen und als Sonderbetriebseink\u00fcnfte der Gesellschafter nach \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG bei der leistungsempfangenden Gesellschaft.<\/p>\n<p>a) Gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG geh\u00f6ren zu den Eink\u00fcnften aus Gewerbebetrieb u. a. die Gewinnanteile der Gesellschafter (Mitunternehmer) einer gewerblich t\u00e4tigen KG und die Verg\u00fctungen, &#8222;die der Gesellschafter von der Gesellschaft f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit im Dienst der Gesellschaft oder f\u00fcr die Hingabe von Darlehen oder f\u00fcr die \u00dcberlassung von Wirtschaftsg\u00fctern bezogen hat&#8220;. Die Vorschrift ist auch anzuwenden, wenn der Mitunternehmer seine Leistung im Rahmen eines eigenen Gewerbebetriebs erbringt und die Verg\u00fctung deshalb bei ihm als Betriebseinnahme zu erfassen w\u00e4re (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z. B. BFH-Urteile vom 28. November 1991 XI R 14\/90, BFH\/NV 1992, 377 m. w. N., und vom 13. Juli 1993 VIII R 50\/92, BFHE 173, 28, BStBl II 1994, 282 unter II. 4. c der Gr\u00fcnde). Voraussetzung ist lediglich, da\u00df die Verg\u00fctung durch das Gesellschaftsverh\u00e4ltnis veranla\u00dft ist und nicht nur zuf\u00e4llig mit diesem zusammentrifft (ebenfalls st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z. B. BFH-Urteil vom 12. Februar 1992 XI R 49\/89, BFH\/NV 1993, 156 unter 3. b der Gr\u00fcnde; Schmidt, a. a. O., \u00a7 15 Anm. 85 b m. w. N.).<\/p>\n<p>b) Wie der BFH bereits mehrfach entschieden hat, erfa\u00dft \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG nicht nur Entgelte f\u00fcr Leistungen (T\u00e4tigkeit, Darlehensgew\u00e4hrung, Nutzungs\u00fcberlassung), die einer von mehreren Gesellschaftern einzeln und unabh\u00e4ngig von den anderen Gesellschaftern erbringt, sondern in gleicher Weise auch Entgelte f\u00fcr Leistungen, die alle Gesellschafter der die Leistungen empfangenden und die Verg\u00fctung gew\u00e4hrenden Personengesellschaft (oder ein Teil dieser Gesellschaft) gemeinsam \u00fcber eine GbR erbringen (BFH-Urteil vom 25. April 1985 IV R 36\/82, BFHE 144, 20, BStBl II 1985, 622 unter 1. der Gr\u00fcnde m. w. N.). Das gilt jedoch ohne Einschr\u00e4nkung nur, wenn die leistende Personengesellschaft nicht gewerblich t\u00e4tig ist (vgl. BFH- Urteile vom 23. Mai 1979 I R 56\/77, BFHE 128, 505, BStBl II 1979, 763; vom 21. November 1989 VIII R 145\/85, BFH\/NV 1990, 428; vom 1. M\u00e4rz 1994 VIII R 35\/92, BFHE 175, 231, BStBl II 1995, 241, zum Streitstand vgl. Schmidt, a. a. O., \u00a7 15 Anm. 93 a, b). Der Grund hierf\u00fcr liegt nicht entscheidend darin, da\u00df diese Personenzusammenschl\u00fcsse keine juristischen Personen und keine diesen angen\u00e4herte Personenhandelsgesellschaften sind (in diesem Sinne noch BFH in BFHE 144, 20, BStBl II 1985, 622 und teilweise auch noch der erkennende Senat in BFH\/NV 1990, 428). Der Grund liegt in der Ber\u00fccksichtigung des mit \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG verfolgten Zwecks, im Bereich der Sonderverg\u00fctungen den Mitunternehmer wie einen Einzelunternehmer zu behandeln und die Verg\u00fctungen den Eink\u00fcnften aus Gewerbebetrieb zuzuweisen (BFH-Urteil in BFHE 175, 231; zur ausnahmsweisen Geltung dieses Gleichstellungsgrundsatzes bei Sonderverg\u00fctungen vgl. BFH-Beschlu\u00df vom 25. Februar 1991 GrS 7\/89, BFHE 163, 1, BStBl II 1991, 691 unter C II. 3. der Gr\u00fcnde). Dieser Zweck w\u00fcrde vereitelt, wenn es einem Gesellschafter, der seiner Gesellschaft Wirtschaftsg\u00fcter zur Nutzung \u00fcberlassen will, m\u00f6glich w\u00e4re, diese Leistungen dadurch aus dem Anwendungsbereich des \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG und damit den gewerblichen Eink\u00fcnften auszuklammern, da\u00df er sie (teilweise) zusammen mit anderen Gesellschaftern oder Nichtgesellschaftern erbringt. Die mittelbare Leistung \u00fcber einen nicht gewerblich t\u00e4tigen Personenzusammenschlu\u00df &#8211; gleichg\u00fcltig in welcher Rechtsform dieser organisiert ist &#8211; steht hier der unmittelbaren Leistung gleich.<\/p>\n<p>Nach dem Urteil des BFH in BFHE 144, 20, BStBl II 1985, 622 soll dies &#8211; jedenfalls f\u00fcr den dort vorliegenden Fall einer Betriebsaufspaltung &#8211; auch gelten, wenn eine gewerblich t\u00e4tige GbR ein zum Gesamthandsverm\u00f6gen geh\u00f6rendes Grundst\u00fcck an eine Personengesellschaft \u00fcberl\u00e4\u00dft, an der ihre Gesellschafter beteiligt sind. Der BFH hat diese Grunds\u00e4tze aber, soweit ersichtlich, bisher nicht auf andere F\u00e4lle gewerblich t\u00e4tiger GbR ausgedehnt. F\u00fcr die Personenhandelsgesellschaft gelten sie nicht. Ist die leistende Gesellschaft eine Personenhandelsgesellschaft, dann sind die Verg\u00fctungen bei dieser als Betriebseinnahmen zu erfassen (BFH-Urteile vom 19. Februar 1981 IV R 141\/77, BFHE 132, 556, BStBl II 1981, 433; vom 6. November 1980 IV R 5\/77, BFHE 132, 241, BStBl II 1981, 307; vom 24. M\u00e4rz 1983 IV R 123\/80, BFHE 138, 337, BStBl II 1983, 598; vom 31. Juli 1991 VIII R 23\/89, BFHE 165, 398, BStBl II 1992, 375). F\u00fcr sie treffen die Gr\u00fcnde, die zu einem &#8222;Durchgriff&#8220; durch das beschr\u00e4nkt rechtsf\u00e4hige Steuerrechtssubjekt &#8222;Personengesellschaft&#8220; bei nicht gewerblicher T\u00e4tigkeit gef\u00fchrt haben, nicht zu.<\/p>\n<p>Wie der Gro\u00dfe Senat in seinem Beschlu\u00df in BFHE 163, 1, BStBl II 1991, 691 (vgl. auch Beschlu\u00df vom 3. Mai 1993 GrS 3\/92, BFHE 171, 246, BStBl II 1993, 616 unter C III. 6. cc der Gr\u00fcnde) inzwischen best\u00e4tigt hat, steht die gewerblich t\u00e4tige GbR als Subjekt der Gewinnerzielung und Gewinnermittlung der Personenhandelsgesellschaft gleich. Soweit sich deshalb &#8211; wie auch das FA annimmt &#8211; aus der Begr\u00fcndung des Urteils des BFH in BFHE 144, 20, BStBl II 1985, 622 ergeben sollte, da\u00df \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 2 EStG nicht nur bei Vorliegen der Betriebsaufspaltung, sondern dar\u00fcber hinaus in allen F\u00e4llen von Leistungen zwischen gewerblich t\u00e4tigen Schwestergesellschaften den Vorrang vor anderen Zurechnungsvorschriften haben soll, w\u00e4re diese Aussage durch den Beschlu\u00df des Gro\u00dfen Senats \u00fcberholt. Im Streitfall liegt mangels pers\u00f6nlicher Verflechtung keine Betriebsaufspaltung vor.<\/p>\n<p>c) Diese Grunds\u00e4tze sind auch anzuwenden, wenn die leistende Gesellschaft eine gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft ist.<\/p>\n<p>Die gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft ist wie eine origin\u00e4r t\u00e4tige Personengesellschaft zu behandeln. Das Wesen der Fiktion in \u00a7 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG besteht darin, beide Formen der Bet\u00e4tigung f\u00fcr die Anwendung des EStG gleichzustellen. Das hat nicht nur eine vorrangige Zurechnung der Eink\u00fcnfte bei der gewerblich gepr\u00e4gten Personengesellschaft zur Folge, sondern auch eine vorrangige Zurechnung des verpachteten Grundst\u00fccks zu ihrem Gesellschaftsverm\u00f6gen (so jetzt auch BFH-Urteil vom 16. Juni 1994 IV R 48\/93, BFHE 175, 109, BStBl II 1996, 82).<\/p>\n<p>Dasselbe gilt nach \u00a7 97 Abs. 1 Nr. 5 b BewG f\u00fcr die Feststellung des Einheitswerts.<\/p>\n<p>3. Den Einwand des FA, die Gr\u00fcndung der Kl\u00e4gerin als gewerblich gepr\u00e4gte Personengesellschaft stelle einen Gestaltungsmi\u00dfbrauch dar, kann der Senat schon deshalb nicht ber\u00fccksichtigen, weil er auf einem neuen Sachvortrag beruht. Er darf die fehlenden tats\u00e4chlichen Feststellungen im Urteil des FG nicht nachholen (\u00a7 118 Abs. 2 FGO und dazu u. a. BFH-Urteil vom 3. Juni 1987 III R 209\/83, BFHE 150, 418, BStBl II 1988, 277, sowie Gr\u00e4ber\/Ruban, a. a. O., \u00a7 118 Rdnr. 27, 31 m. w. N.). Die Sache kann auch nicht zur weiteren Sachaufkl\u00e4rung an das FG zur\u00fcckverwiesen werden; das FA hat keine zul\u00e4ssigen und begr\u00fcndeten Verfahrensr\u00fcgen hinsichtlich der Feststellungen des FG erhoben. Es ist auch nicht ersichtlich, wie es angesichts der lediglich formwechselnden Umwandlung der Personengesellschaft von einer GmbH &amp; Co. KG in die gewerblich gepr\u00e4gte GbR zu der vom FA bef\u00fcrchteten Freistellung stiller Reserven von der Besteuerung kommen k\u00f6nnte (zur formwechselnden Umwandlung vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 21. Juni 1994 VIII R 5\/92, BFHE 174, 451, BStBl II 1994, 856).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 22.11.1994 (VIII R 63\/93) BStBl. 1996 II S. 93 1. 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