{"id":54552,"date":"2013-07-24T16:16:52","date_gmt":"2013-07-24T14:16:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=54552"},"modified":"2013-07-24T16:16:52","modified_gmt":"2013-07-24T14:16:52","slug":"iv-r-20-10-wegfall-der-klagebefugnis-einer-personengesellschaft-nach-vollbeendigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-20-10-wegfall-der-klagebefugnis-einer-personengesellschaft-nach-vollbeendigung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;20\/10 &#8211; Wegfall der Klagebefugnis einer Personengesellschaft nach Vollbeendigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2013, IV R 20\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Wegfall der Klagebefugnis einer Personengesellschaft nach Vollbeendigung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Befugnis der Personengesellschaft, in Prozessstandschaft f&uuml;r ihre Gesellschafter Rechtsbehelfe gegen Gewinnfeststellungsbescheide einzulegen, erlischt mit deren Vollbeendigung.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Klagebefugnis geht nicht auf den Rechtsnachfolger der vollbeendeten Personengesellschaft &uuml;ber, vielmehr lebt die bis dahin &uuml;berlagerte Klagebefugnis der einzelnen Gesellschafter auf.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Eine Klage der vollbeendeten Personengesellschaft kann nicht in eine solche der ehemaligen Gesellschafter umgedeutet werden, wenn die Prozessvollmacht nicht von Letzteren ausgestellt worden ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Die Klage einer bereits im Zeitpunkt der Zustellung der Einspruchsentscheidung vollbeendeten Personengesellschaft ist unzul&auml;ssig, wenn mit der Klage nicht nur die ersatzlose Aufhebung der Einspruchsentscheidung begehrt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Anwendung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4a des Einkommensteuergesetzes (EStG) bei einer Personengesellschaft, an der ausschlie&szlig;lich Kapitalgesellschaften beteiligt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die A-GmbH (Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin &#8211;Kl&auml;gerin&#8211;) ist durch Umwandlung im Wege des Formwechsels der B-GmbH &#038; Co. KG (KG) mit Eintragung in das Handelsregister am 31.&nbsp;August 2006 entstanden. Gesellschafter der KG waren im Streitjahr 1999 die C-GmbH als Kommanditistin und die D-GmbH; Letztere ohne Kapital- und Ergebnisbeteiligung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr stellte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) den Gewinn der KG aus Gewerbebetrieb zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; gesondert und einheitlich fest. Im Anschluss an eine Betriebspr&uuml;fung vertrat das FA jedoch die Auffassung, dass dem Gewinn der KG nicht abziehbare Schuldzinsen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4a EStG in H&ouml;he von 1.397.016&nbsp;DM hinzuzurechnen seien, und erlie&szlig; am 17.&nbsp;November 2004 einen nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 1999 (im Weiteren: Gewinnfeststellungsbescheid).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Gewinnfeststellungsbescheid legte die KG am 16.&nbsp;Dezember 2004 Einspruch ein, mit dem sie sich u.a. gegen die Hinzurechnung der Schuldzinsen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4a EStG wandte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Einspruchsverfahrens erlie&szlig; das FA unter dem 14.&nbsp;Februar 2008 bez&uuml;glich eines hier nicht streitigen Einspruchsbegehrens der KG einen ge&auml;nderten Gewinnfeststellungsbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des hier noch streitigen Begehrens der KG wies das FA den Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;Juni 2008 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Einspruchsentscheidung ist der C-GmbH bekanntgegeben worden. Als Inhaltsadressatin (Einspruchsf&uuml;hrerin) ist die Kl&auml;gerin als Gesamtrechtsnachfolgerin der durch Formwechsel untergegangenen KG unter Hinweis auf die Beteiligten an der KG, die D-GmbH und die C-GmbH, aufgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen den Gewinnfeststellungsbescheid in der Gestalt des &Auml;nderungsbescheids vom 14.&nbsp;Februar 2008 richtete sich die von S namens der Kl&auml;gerin am 4.&nbsp;Juli 2008 erhobene Klage. Die zu dem finanzgerichtlichen Verfahren gereichte Prozessvollmacht des S ist von dem damaligen Alleingesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin unterzeichnet. Zur Begr&uuml;ndung seiner Vertretungsbefugnis (&sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) f&uuml;hrte S u.a. aus, dass die Anteile an der Kl&auml;gerin am 27.&nbsp;Juni 2008 auf die X-GmbH &uuml;bergegangen seien. Letztere sei eine Enkelgesellschaft der Y-GmbH, bei der er, S, als angestellter Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer besch&auml;ftigt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Der Anwendung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4a EStG st&uuml;nde nicht entgegen, dass an der KG im Streitjahr nur Kapitalgesellschaften und keine nat&uuml;rlichen Personen beteiligt gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der dagegen eingelegten Revision h&auml;lt die Kl&auml;gerin in ihrem Hauptantrag an dem Begehren fest, dass von einer Hinzurechnung der Schuldzinsen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4a EStG bei der KG im Streitjahr abzusehen sei. Hilfsweise beantragt sie, die Rechtswidrigkeit des Gewinnfeststellungsbescheids festzustellen. Die Kl&auml;gerin ist weiterhin der Auffassung, dass eine Hinzurechnung von Schuldzinsen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4a EStG bei der KG nicht zul&auml;ssig sei, da an dieser im Streitjahr ausschlie&szlig;lich Kapitalgesellschaften und keine nat&uuml;rlichen Personen beteiligt gewesen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung des Hilfsantrags f&uuml;hrt sie im Wesentlichen aus, dass der ge&auml;nderte Gewinnfeststellungsbescheid vom 14.&nbsp;Februar 2008 und auch die Einspruchsentscheidung unter Heranziehung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; (vgl. BFH-Urteil vom 27.&nbsp;Juli 2005 II&nbsp;R&nbsp;35\/04, BFH\/NV 2006, 18) dem falschen Inhaltsadressaten bekanntgegeben worden seien. Beide Bescheide h&auml;tten nach dem Formwechsel der KG in die A-GmbH den ehemaligen Gesellschaftern der KG und nicht der A-GmbH, der Kl&auml;gerin, bekanntgegeben werden m&uuml;ssen. Ausgehend von dieser Rechtsprechung sei auch die Vorentscheidung aufzuheben, da diese an eine nicht am Verfahren beteiligte Person gerichtet gewesen sei. Diese Rechtsprechung sei indes nicht zutreffend, da nach dem hier einschl&auml;gigen Umwandlungsgesetz (UmwG 1995) durch den Formwechsel keine Rechtsnachfolge eingetreten, der Rechtstr&auml;ger vielmehr identisch geblieben sei. Die Bescheide k&ouml;nnten daher dahin ausgelegt werden, dass sie dem richtigen Bekanntgabeadressaten, der nur falsch bezeichnet worden sei (KG statt A-GmbH), bekanntgegeben worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r den Fall, dass sich der Senat dem BFH-Urteil in BFH\/NV 2006, 18 anschlie&szlig;en sollte, w&auml;re der Revision aus formellen Gr&uuml;nden stattzugeben. Es best&uuml;nde allerdings ein Interesse der Kl&auml;gerin an der Kl&auml;rung der materiell-rechtlichen Fragen, weshalb das Verfahren als Fortsetzungsfeststellungsverfahren fortzuf&uuml;hren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt (sinngem&auml;&szlig;),<br \/>die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;Juni 2008 aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 1999 vom 14.&nbsp;Februar 2008 mit der Ma&szlig;gabe zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb um 1.397.016&nbsp;DM niedriger festgestellt werden,<br \/>und hilfsweise (sinngem&auml;&szlig;),<br \/>die Vorentscheidung und die Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;Juni 2008 aufzuheben und festzustellen, dass der Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen 1999 vom 14.&nbsp;Februar 2008 rechtswidrig ist, soweit Schuldzinsen in H&ouml;he von 1.397.016&nbsp;DM nicht als abzugsf&auml;hig behandelt worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Revisionsbegr&uuml;ndung hat das FA die Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;Juni 2008 mit Bescheid vom 9.&nbsp;August 2010 f&uuml;r nichtig erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen mit der Ma&szlig;gabe, dass die Klage als unzul&auml;ssig abgewiesen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Kl&auml;gerin in dem Revisionsverfahren ausschlie&szlig;lich die Nichtigkeit der an sie gerichteten Einspruchsentscheidung begehren k&ouml;nne, sei sie durch die Aufhebung der Einspruchsentscheidung klaglos gestellt. Einwendungen gegen die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Gewinnfeststellungsbescheids k&ouml;nne sie hingegen nicht geltend machen. Auch l&auml;gen die Voraussetzungen f&uuml;r den &Uuml;bergang zu einer Fortsetzungsfeststellungsklage nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf die materielle Rechtslage h&auml;lt das FA an seiner bisherigen Rechtsauffassung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet mit der Ma&szlig;gabe, dass die Klage als unzul&auml;ssig abzuweisen war. Das FG durfte &uuml;ber den Klageantrag der Kl&auml;gerin nicht sachlich entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin ist durch Umwandlung im Wege des Formwechsels der KG mit Eintragung in das Handelsregister am 31.&nbsp;August 2006 entstanden. Der Kl&auml;gerin fehlte daher bereits im Zeitpunkt der Klageerhebung, dem 4.&nbsp;Juli 2008, die Klagebefugnis (&sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO) zur Anfechtung des inhaltlich an die Gesellschafter der KG gerichteten Gewinnfeststellungsbescheids.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 FGO ist eine Personengesellschaft befugt, als Prozessstandschafterin f&uuml;r ihre Gesellschafter und ihrerseits vertreten durch ihre(n) Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Klage gegen den Gewinnfeststellungsbescheid zu erheben, der sich inhaltlich nicht an die Gesellschaft, sondern an die Gesellschafter als Subjekte der Einkommensteuer richtet. Daneben k&ouml;nnen einzelne Gesellschafter unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Nrn.&nbsp;3 bis 5 FGO klagebefugt sein (BFH-Urteil vom 29.&nbsp;M&auml;rz 2012 IV&nbsp;R&nbsp;18\/08, BFH\/NV 2012, 1095, m.w.N.). Erlischt eine Personengesellschaft durch Vollbeendigung ohne Abwicklung, also auch in dem Fall, in dem eine Personengesellschaft &#8211;wie hier&#8211; in eine GmbH formwechselnd umgewandelt wird, kann nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ein Gewinnfeststellungsbescheid indes nur noch von den fr&uuml;heren Gesellschaftern angefochten werden, deren Mitgliedschaft die Zeit ber&uuml;hrt, die der anzufechtende Gewinnfeststellungsbescheid betrifft. Die Befugnis der Personengesellschaft, in Prozessstandschaft f&uuml;r ihre Gesellschafter Rechtsbehelfe gegen die Gewinnfeststellungsbescheide einzulegen, ist mit deren Vollbeendigung daher erloschen (BFH-Urteile vom 23.&nbsp;April 2009 IV&nbsp;R&nbsp;87\/05, BFH\/NV 2009, 1650; in BFH\/NV 2006, 18; vom 19.&nbsp;November 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;25\/85, BFHE 146, 32, BStBl II 1986, 520, und vom 19.&nbsp;Mai 1983 IV&nbsp;R&nbsp;125\/82, BFHE 139, 1, BStBl II 1984, 15; BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Januar 2009 IV&nbsp;B&nbsp;149\/07, juris). Insoweit lebt die bis zum Zeitpunkt der Vollbeendigung &uuml;berlagerte Klagebefugnis der einzelnen Gesellschafter wieder auf. Die Klagebefugnis geht deshalb auch nicht auf die durch den Formwechsel entstandene A-GmbH, die Kl&auml;gerin, &uuml;ber. Dies ungeachtet dessen, dass, wie die Kl&auml;gerin zutreffend ausf&uuml;hrt, der Rechtsformwechsel unter dem Regime des UmwG 1995 zivilrechtlich keine Rechtsnachfolge bewirkt, sondern der identische Rechtstr&auml;ger nur sein &quot;Rechtskleid&quot; wechselt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;gerin stand auch nicht deshalb die Klagebefugnis zu, weil sie sich mit der Klage gegen die ihr gegen&uuml;ber ergangene Einspruchsentscheidung gerichtet hat. Eine solche Klage wird zwar insoweit als zul&auml;ssig angesehen, als mit ihr &#8211;nur&#8211; die ersatzlose Aufhebung der Einspruchsentscheidung begehrt wird. Werden mit der Klage jedoch materiell-rechtliche M&auml;ngel geltend gemacht, ist die Klage als unzul&auml;ssig abzuweisen (BFH-Urteil vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;6\/99, BFH\/NV 2000, 1074).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Klage kann auch nicht als solche der ehemaligen Gesellschafter der KG, C-GmbH und D-GmbH, ausgelegt oder in eine solche Klage umgedeutet werden. Zwar hat der BFH die namens einer vollbeendeten KG erhobene Klage gegen den Wortlaut als Klage des ehemaligen Gesellschafters ausgelegt, wenn die fehlerhafte Kl&auml;gerbezeichnung durch eine fehlerhafte Rubrumsbezeichnung in der Einspruchsentscheidung veranlasst worden ist. Die Auslegung gegen den Wortlaut kn&uuml;pfte allerdings auch daran an, dass dem Prozessbevollm&auml;chtigten die Prozessvollmacht von einem der ehemaligen Gesellschafter der Personengesellschaft erteilt worden ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 1650). Im Streitfall ist die Einspruchsentscheidung indes schon nicht an die vollbeendete Personengesellschaft, hier die KG, sondern an die formgewechselte Kl&auml;gerin als deren Rechtsnachfolgerin adressiert worden. Auch ist die Prozessvollmacht nicht von einem ehemaligen Gesellschafter der KG, sondern von dem Alleingesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin erteilt worden. Zum Zeitpunkt der Ausstellung der Prozessvollmacht, dem 2.&nbsp;Juli 2008, waren die ehemaligen Gesellschafter der KG nach dem unwidersprochenen Vortrag der Kl&auml;gerin aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Ver&auml;u&szlig;erung der Gesellschaftsanteile zudem auch nicht mehr an der Kl&auml;gerin beteiligt. Angesichts dessen kann die Klage nicht dahin ausgelegt werden, dass sie von der Kl&auml;gerin namens der&nbsp;&nbsp;ehemaligen Gesellschafter der KG erhoben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Fehlt es der Kl&auml;gerin an der Klagebefugnis f&uuml;r die Erhebung der vorliegenden Anfechtungsklage, ist eine solche gleicherma&szlig;en f&uuml;r die hilfsweise geltend gemachte Fortsetzungsfeststellungsklage zu verneinen. Im &Uuml;brigen kann ein derartiges neues Klagebegehren nicht erstmals im Revisionsverfahren geltend gemacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.4.2013, IV R 20\/10 Wegfall der Klagebefugnis einer Personengesellschaft nach Vollbeendigung Leits&auml;tze 1. Die Befugnis der Personengesellschaft, in Prozessstandschaft f&uuml;r ihre Gesellschafter Rechtsbehelfe gegen Gewinnfeststellungsbescheide einzulegen, erlischt mit deren Vollbeendigung. 2. 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