{"id":54564,"date":"2013-07-24T16:15:44","date_gmt":"2013-07-24T14:15:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=54564"},"modified":"2013-07-24T16:15:44","modified_gmt":"2013-07-24T14:15:44","slug":"v-b-51-12-entscheidungen-auslaendischer-behoerden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-51-12-entscheidungen-auslaendischer-behoerden\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;51\/12 &#8211; Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2013, V B 51\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger macht insoweit geltend, dass sich ein gravierender Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht daraus ergebe, dass das Finanzgericht (FG) von im Inland steuerpflichtigen Lieferungen ausgegangen sei, w&auml;hrend es sich nach von Steuerbeh&ouml;rden in Luxemburg akzeptierten Steuererkl&auml;rungen um innergemeinschaftliche Lieferungen aus Luxemburg in das Inland gehandelt habe, die daher nicht im Inland steuerbar und steuerpflichtig sein k&ouml;nnten. Damit habe das FG gegen den Neutralit&auml;tsgrundsatz, den Territorialit&auml;tsgrundsatz und gegen das Verbot der Doppelbesteuerung versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger ber&uuml;cksichtigt insoweit nicht, dass Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) f&uuml;r die Besteuerung im Inland keine Tatbestandswirkung zukommt, so dass die inl&auml;ndischen Beh&ouml;rden und Gerichte nicht an die Auslegung des Unionsrechts durch ausl&auml;ndische Beh&ouml;rden gebunden sind (BFH-Urteil vom 13.&nbsp;August 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/00, BFHE 200, 204, BStBl II 2002, 869). Die Beurteilung in Luxemburg hindert daher nicht die Annahme einer inl&auml;ndischen Steuerpflicht. Dies gilt insbesondere dann, wenn die ausl&auml;ndische Beh&ouml;rde wie im Streitfall von einer steuerfreien Lieferung ausgeht, so dass es im Hinblick auf eine im Inland angenommene Steuerpflicht nicht zu einer Doppelbesteuerung und damit auch nicht zu einem Versto&szlig; gegen den Neutralit&auml;tsgrundsatz kommen kann. Im &Uuml;brigen k&auml;me ein Versto&szlig; gegen den Territorialit&auml;tsgrundsatz nur in Betracht, wenn das FG davon ausgegangen w&auml;re, dass ein nach seiner Auffassung in Luxemburg steuerpflichtiger Vorgang zu einer Besteuerung im Inland f&uuml;hren k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensfehlers (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wird ein Beweisantrag vom FG verfahrenswidrig &uuml;bergangen, liegt darin ein Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht und gegen den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Juni 2005 X&nbsp;B&nbsp;180\/03, BFH\/NV 2005, 1843). Ein Verfahrensmangel kann jedoch nicht mehr mit Erfolg geltend gemacht werden, wenn er eine Verfahrensvorschrift betrifft, auf deren Beachtung die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen und verzichtet haben (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;). Zu diesen verzichtbaren M&auml;ngeln geh&ouml;rt nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH auch das &Uuml;bergehen von Beweisantr&auml;gen. Liegt ein solcher verzichtbarer Verfahrensmangel vor, so geht das R&uuml;gerecht nicht nur durch eine ausdr&uuml;ckliche oder konkludente Verzichtserkl&auml;rung gegen&uuml;ber dem FG verloren, sondern auch dadurch, dass der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung fachkundig vertretene Kl&auml;ger dies in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht r&uuml;gt, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob ein Verzichtswille gegeben ist (BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2005, 1843, und vom 12.&nbsp;November 2012 III&nbsp;B&nbsp;186\/11, BFH\/NV 2013, 236).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall fehlt es an Darlegungen dazu, aus welchen Gr&uuml;nden der Prozessvertreter des Kl&auml;gers in der m&uuml;ndlichen Verhandlung am 7.&nbsp;M&auml;rz 2012 den behaupteten Verfahrensmangel nicht ger&uuml;gt und selbst eine weiter gehende Beweisaufnahme beantragt hat (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 19.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;84\/05, BFH\/NV 2006, 803; vom 19.&nbsp;Januar 2006 VIII&nbsp;B&nbsp;113\/05, BFH\/NV 2006, 803). Der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG fachkundig vertretene Kl&auml;ger hat nicht erkl&auml;rt, warum er nicht von sich aus entsprechende Beweismittel ordnungsgem&auml;&szlig; in der letzten m&uuml;ndlichen Verhandlung am 7.&nbsp;M&auml;rz 2012 angeboten hat. Zu ber&uuml;cksichtigen ist insoweit, dass das FG zwar nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen hat. Indes wird der Amtsermittlungsgrundsatz durch die Mitwirkungspflichten der Beteiligten nach &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO begrenzt. Die Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge dient daher nicht dazu, Beweisantr&auml;ge oder Fragen zu ersetzen, welche eine fachkundig vertretene Partei selbst in zumutbarer Weise h&auml;tte stellen k&ouml;nnen, zu stellen aber unterlassen hat (BFH-Beschluss vom 9.&nbsp;Januar 2007 VIII&nbsp;B&nbsp;180\/05, BFH\/NV 2007, 751).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass das FG Steuerfahnder als Zeugen vernommen hat, begr&uuml;ndet keinen Verfahrensmangel, da die Vernehmung auch in solchen F&auml;llen im Ermessen des Gerichts im Rahmen seiner Sachaufkl&auml;rung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 FGO liegt (BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;September 2005 VIII&nbsp;B&nbsp;60\/04, juris). Dass sich das FG f&uuml;r sein Urteil auf Zeugenaussagen eines Fahndungspr&uuml;fers bezieht, begr&uuml;ndet keinen Verfahrensfehler, sondern allenfalls einen materiell-rechtlichen Mangel im Hinblick auf eine unzutreffende Beweisw&uuml;rdigung, der nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren kann (BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Juli 2012 X&nbsp;B&nbsp;41\/11, BFH\/NV 2012, 1634).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit der Kl&auml;ger Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs (&sect;&nbsp;96 FGO) geltend macht, ist zu beachten, dass es sich auch hierbei um einen (verzichtbaren) Verfahrensmangel handelt (BFH-Beschl&uuml;sse vom 22.&nbsp;Februar 2005 X&nbsp;B&nbsp;164\/04, BFH\/NV 2005, 1126; vom 22.&nbsp;Juli 2008 II&nbsp;B&nbsp;18\/08, BFH\/NV 2008, 1866; vom 14.&nbsp;Januar 2009 II&nbsp;B&nbsp;79\/08, Zeitschrift f&uuml;r Steuern &#038; Recht 2009, R-480), so dass mangels R&uuml;ge in der m&uuml;ndlichen Verhandlung auch insoweit von einem Verzicht auszugehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Schlie&szlig;lich ergibt sich aus der Sitzungsniederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung (zu dessen Beweiskraft vgl. &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;165 ZPO) nicht, dass der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung einen Fragenkatalog &uuml;bergeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im &Uuml;brigen ergeht die Entscheidung nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO ohne weitere Begr&uuml;ndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2013, V B 51\/12 Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. 2&nbsp; 1. Die Revision ist nicht zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen. 3&nbsp; a) Der Kl&auml;ger macht insoweit geltend, dass sich ein gravierender Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-51-12-entscheidungen-auslaendischer-behoerden\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;51\/12 &#8211; Entscheidungen ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-54564","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54564"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54564\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}